- vor 41 Minuten
Kommissar Keller - Erik Ode /
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Theodor Grädler
Drehbuch - Herbert Reinecker /
Regie - Theodor Grädler
Kategorie
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TVTranskript
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02:03Kann jemand telefonieren?
02:04Ja, ja
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02:45Wer ist der?
02:47Ralf?
02:47Ja, hier ist Ralf. Wir wünschen Sie bitte.
02:50Ralf, hier ist Karin.
02:53Holst du meine Mutter einen Apparat?
02:55Oh, hol sie schnell.
02:57Bitte.
02:59Hol sie schnell.
03:00Ja, einen Moment bitte.
03:05Mama.
03:07Mama.
03:10Mama.
03:13Was ist denn los?
03:15Bist du betrunken?
03:28Menschenskind, die blutet ja.
03:30Was ist da passiert?
03:31Wo ist sie denn?
03:33Hat sie gesagt, was sie will?
03:34Nein, sie hat nichts gesagt.
03:37Karin?
03:39Karin?
03:43Karin, wo bist du denn?
03:44Melde dich doch.
03:47Mama.
03:52Hallo, wer ist doch da am Apparat?
03:55Hallo.
03:56Nun melden Sie sich doch.
03:58Wir müssen die Polizei verständigen.
04:01Karin.
04:01Hier ist gerade ein junges Mädchen gestorben.
04:11Was machen Sie denn da?
04:14Ich habe Ihnen gesagt, Sie sollen nicht zum Telefonieren darauf kommen.
04:18Ich will das nicht.
04:20Entschuldigen Sie, Frau Peier.
04:23Entschuldigen Sie.
04:24Die Karin hat angerufen.
04:27Jemand sagt, sie sei tot.
04:37Ja, dann hat sie sich drüben vom Zigarettenautomaten hier reingeschnitten
04:40und ihre Mutter angerufen.
04:44Der Wirt, die Zeugen, was sagen die?
04:47Ja, sie ist hier reingekommen und hat gesagt, darf ich mal telefonieren?
04:51Darf ich mal telefonieren, hat sie gesagt.
04:53Sonst nichts.
04:55Als sie reinkam, hatte ich ja gar nicht gesehen, dass sie verletzt war.
04:58Ja, und dann sagte sie noch, ruf mal die Mutter an den Apparat.
05:01Ja, schnell.
05:02Es war so als...
05:05Jetzt werden Sie mich ververrückt halten.
05:08Als wolle sie gar keine Hilfe.
05:11Als wolle sie sich von ihrer Mutter verabschieden.
05:16Verabschieden?
05:17Sie haben mich nach meinem Eindruck gefragt.
05:19Und das ist...
05:30Hier?
05:31Ja, sie hatte gerade Zigaretten aus dem Automaten gezogen.
05:39Erschuss.
05:40Ja, kommen Sie.
05:42Die Aussagen des Wirtes sind auch nicht gerade sehr ergiebig.
05:49Ist Frau Winter?
06:06Ist das Ihre Tochter, Frau Winter?
06:07Ja.
06:12Wer hat das gemacht?
06:16Frau Winter, Ihre Tochter wurde auf der Straße niedergeschlossen.
06:21Trotz einer sehr schweren Verletzung hat sie sich hier in dieses Lokal geschleppt.
06:25Nicht um Hilfe zu rufen, sondern um zu telefonieren.
06:29Mit Ihnen zu telefonieren.
06:31Können Sie sich vorstellen, warum?
06:35Warum?
06:37Wenn sie den Mörder erkannt hat, was ja absolut möglich ist.
06:41Dann hätte sie es doch dem Wirt sagen können.
06:43Also warum?
06:45Ich weiß es nicht.
06:48Wo wohnen Sie, Frau Winter?
06:52Nicht weit weg von hier.
06:54Die übernächste Straße.
06:57Sie war auf dem Weg nach Haus.
07:00Und von wo ist sie gekommen?
07:03Von der Arbeit.
07:06Sie ist Lehrling in einem Geschäft.
07:09Kommt sie immer um diese Zeit?
07:12Ja.
07:13Wie kommt sie? Zu Fuß?
07:15Nein.
07:17Mit der Straßenbahn.
07:19Fährt sie immer mit der Straßenbahn?
07:21Ja.
07:23Wie alt ist Ihre Tochter?
07:26Siebzehn.
07:27Sie ist siebzehn.
07:30Mein siebzehnjährigen Mädchen, so kaltblütig.
07:33Ich meine, da muss es doch Gründe geben.
07:36Kennen Sie solche Gründe, Frau Winter?
07:40Wir bringen Sie nach Hause.
07:58Kommen Sie, Frau Winter.
08:13Kommen Sie, Frau Winter.
08:14Karin ist tot.
08:17Ja, ich habe, ich habe gehört.
08:22Ich bin gerade nach Hause gekommen, da höre ich von Ralf.
08:24Ach, bei Ihnen wurde er angerufen?
08:25Bei meiner Schwester. Ich wohne bei meiner Schwester einen Stock höher.
08:30Karin ist tot.
08:32Ja, ich sage ja.
08:34Ich bin ganz entsetzt.
08:35Was, Anna?
08:39Beruhige dich doch, Anna, bitte.
08:42Wer, wer war denn das?
08:44Und stimmt das Erschossene, habe ich gehört?
08:47Dann lass mich doch los.
08:49Du musst jetzt,
08:51du musst jetzt einen klaren Kopf behalten.
08:57Wer hat sie denn umgebracht?
09:02Das wissen wir noch nicht.
09:04Was, das wissen Sie?
09:06Hör auf zu weinen, bitte.
09:08Hör auf zu weinen.
09:09Weiter bringen Sie, Frau Winter.
09:10Hör auf zu weinen.
09:12Hör auf zu weinen.
09:23Hör auf zu weinen.
09:23Ja, können wir mal zu Ihnen raufgehen?
09:25Zu mir? Wieso?
09:26Na, irgendjemand wird dir den Anruf von Karin Winter entgegengenommen haben, nicht?
09:30Mein Neffe, das war mein Neffe.
09:32Bitte.
09:44Das ist meine Schwester, Frau Bayer.
09:46Guten Abend.
09:46Guten Abend.
09:47Guten Abend.
09:47Die Polizei, Margit.
09:49Was wollt ihr denn bei uns?
09:51Ja, weil doch telefoniert worden ist, deswegen.
09:54Ralf, komm mal her.
09:56Das ist mein Neffe.
09:58Guten Abend.
09:59Er hat die Mutter aufgeholt, das ist alles.
10:01Ja, er war alleine in der Wohnung, als Karin angehofen hat.
10:04Ralf, weißt du?
10:05Ja, komm jetzt.
10:07Was hat denn Karin zu dir gesagt?
10:09Ja, ich fragte, wer ist da?
10:12Da sagte sie, ich bin es, Ralf.
10:14Hol bitte meine Mutter herauf, ruh sie schnell.
10:15Sonst hat sie nichts gesagt.
10:17Nein.
10:17Sie hat nicht gesagt, warum sie ihre Mutter sprechen wollte.
10:19Nein.
10:21Danke, Ralf.
10:24Frau Bayer, wie gut kennen Sie Frau Winter?
10:27Wie gut.
10:28Sie, man eben Leute kennt, mit denen man im gleichen Haus wohnt.
10:30Sie wohnt ja unter uns.
10:31Aber Sie haben keine nähere Beziehung zu ihr.
10:34Mit der? Wirklich nicht.
10:36Und Sie?
10:37Eher auch nicht.
10:38Keine besondere, ne?
10:40Sie sind eben Hausbewohner, man sieht sich, man trifft sich, man spricht miteinander.
10:44Zum Telefonieren ist sie manchmal raufgekommen.
10:47Was ich überhaupt nicht gerne erlaubt habe.
10:49Das Weib ist doch...
10:51Sie ist doch mannstoll.
10:53Ach, die ist doch hinter allen Männern her!
10:55Was du am allerbesten wissen musst!
10:57Wenn er es so genau weiß, dann muss er Frau Winter doch wohl etwas näher kennen.
11:00Sie ist eben auch hinter ihm her gewesen.
11:02Das ist alles, was ich damit sagen will.
11:03Und was ist mit Karin?
11:06Was können Sie denn erwarten bei der Mutter?
11:08Das war vielleicht ein Früchtsendet gelogen und gestohlen.
11:12Die haben Sie doch in die Fürsorge gesteckt.
11:15Da gibt es doch Akten.
11:17Wenn Sie von der Polizei sind, dann müssten Sie das doch wissen.
11:22Mich wundert es jedenfalls nicht, dass das jetzt passiert ist.
11:26Weil es logisch ist.
11:28Wir kommen sicher noch einmal zu Ihnen herauf.
11:31Guten Abend.
11:32Guten Abend.
11:33Guten Abend.
11:40Chef, ich kann mit der Frau schlecht reden.
11:42Sagen Sie mal, hat die was mit dem Mann da oben?
11:45Wieso hat sie das gesagt?
11:46Nein, aber ich werde nicht schlau draus. Sie will dauernd aufziehen.
11:50Was ist mit der Tochter? Hat sie Freunde oder Freundinnen?
11:52Ja, ja, natürlich, aber keine richtigen Freundschaften. Die Frau Winter kennt nicht mal die Namen.
12:00Niemand, der ihre Tochter besucht hat oder mal abgeholt hat.
12:06Aber ein Mädchen mit 17 sitzt doch nicht dauernd zu Hause.
12:10Ist sie nicht mal weggegangen, ausgegangen?
12:13Doch, aber ich weiß nicht wohin.
12:16Hat sie nichts erzählt?
12:18Doch, aber ich habe mich behalten, wohin sie gegangen ist.
12:24Sie hat alles Mögliche gemacht.
12:26Aber ich weiß nicht was.
12:29Sie sind verheiratet, Frau Winter?
12:31Mein Mann ist vor zehn Jahren gestorben.
12:34Und seitdem leben Sie mit Ihrer Tochter allein?
12:36Ja.
12:38Arbeiten Sie irgendwo?
12:39Ja, in einer Großküche.
12:42Warum war Karin in der Fürsorge?
12:48Weil sie nicht in die Schule gegangen ist.
12:51Das war vor zwei Jahren.
12:54Da musste sie doch noch zur Schule.
12:56Sie ist nicht gegangen.
12:58Sie wollte nicht.
13:00Ich konnte machen, was ich wollte.
13:05Und weil sie gestohlen hat.
13:08Ach so.
13:09Was hat sie gestohlen?
13:12Alles Mögliche.
13:14Geld.
13:15Die verrücktesten Sachen.
13:18Sie nahmen Kindern Bälle weg.
13:20Können Sie sich sowas vorstellen?
13:22Ich...
13:23Ich weiß nicht, warum sie das getan hat.
13:27Wenn Sie eine Erklärung wollen, ich...
13:29Ich habe keine.
13:41Nicht, dass Sie denken, ihr hat was gefehlt.
13:44Gar nichts hat ihr gefehlt.
13:49Ein Bett hat sie gehabt.
13:51Ein Tisch, ein Stuhl.
13:53Alles.
13:54Und zu essen.
13:56Was meinen Sie, was ich abends aus der Küche mitgebracht habe?
13:59Hühner, Schweineschnitzel.
14:01Mama hat sie gesagt.
14:03Ich kann nicht mehr.
14:05Und ich habe sie gefragt.
14:07Warum stillst du?
14:09Du hast doch wieder gestohlen.
14:11Warum warst du nicht in der Schule?
14:13Warum denn nicht?
14:16Erklärung habe ich keine.
14:18Wo hat Karin geschlafen?
14:20Ja.
14:21Ja, ein eigenes Zimmer hat sie gehabt.
14:23Wollen Sie es sehen?
14:31Ein eigenes Zimmer.
14:36Dürfen wir uns mal umschauen, Vorwinter?
14:38Bitte.
14:41Danke.
14:50Schulhefte.
14:53Die hat ihre Schulhefte aufgehoben.
14:56Sehr hübsche Schrift.
15:03Zeichen.
15:07Ach, das ist ja sehr gut gezeichnet.
15:12Meiner Mama gewidmet herzlichst Karin.
15:17Fotoschef.
15:24Sagen Sie, Frau Winter.
15:27Frau Winter?
15:30Frau Winter?
15:39Frau Winter?
15:40Frau Winter?
15:45Mach doch auf, Otto.
15:48Bitte, mach doch auf.
15:50Warum machst du denn nicht auf?
15:56Was wollen Sie denn eigentlich?
15:58Wollen Sie meinen Bruder nicht endlich in Ruhe lassen?
16:00Lass Sie doch, Margret.
16:02Das wäre doch völlig falsch, wenn du jetzt...
16:04Ich meine, wo die Polizei?
16:06Die Polizei noch da?
16:10Siehst doch, wie sie ist jetzt.
16:12Am besten, ich bringe sie jetzt runter.
16:15Mit dem Zustand, Margret.
16:19Komm, Anna, komm.
16:20Komm, ich bin nicht runter.
16:21Komm.
16:29Siehst du?
16:30Die Frau ist völlig außer Sicht.
16:33Das kann man ja verstehen.
16:36Am besten, du wirst schlafen, Anna.
16:38Kannst du doch nicht mehr auf den Beinen halten, das sieht man doch.
16:41Bitte.
16:41Ach, komm.
16:42Warum hörst du nur nicht?
16:43Geh nicht weg.
16:45Bleibst du bei mir?
16:46Otto, Otto, bitte straf hier unten.
16:48Wie kommst du da rauf?
16:50Komm.
17:01Mit der können Sie heute nichts mehr anfangen.
17:02Ich frage Sie noch einmal, wie gut kennen Sie Frau Winter?
17:06Wieso?
17:06Hat sie was gesagt?
17:07Was hat sie denn gesagt?
17:09Da liegt der Nasirapparat.
17:11Ist das Ihre?
17:16Ich schlafe manchmal hier, ja.
17:17Weil, äh, Sie wissen doch, dass sie hinter meiner Nähe ist.
17:20Manchmal eben.
17:22Aber das kann man mir doch keinen Vorwurf machen, wenn ich mal hier schlafe.
17:26Das tut ja auch keiner, Herr Pajak.
17:27Ja, was interessiert Sie das denn?
17:29Weil wir dann annehmen können, dass Sie die Verhältnisse hier sehr gut kennen.
17:33Was wissen Sie über Karin Winter?
17:36Karin?
17:38Sie wissen doch, dass sie bei der Fürsorge war.
17:42Was für einen Umgang hatte sie denn?
17:45Umgang?
17:46Was weiß ich?
17:48Also ich kann Ihnen da nicht weiterhelfen.
17:53Was ist denn los?
17:56Warum kommst du nicht rauf?
17:58Sie hat sich jetzt hingelegt, Margret.
18:00Ja, was willst du denn noch hier?
18:03Ja, komm doch rauf, oder?
18:05Ja, das kann er.
18:08Also dann, gute Nacht, Herr Pajak.
18:11Gute Nacht.
18:19Der Mann ist ganz interessant.
18:21Ja, das finde ich auch.
18:31Kann ich was für Sie tun?
18:34Ich hab doch Karins Stimme noch gehört am Telefon.
18:41Weit weg.
18:44Warum war sie denn so weit weg?
18:47Der Hörer war ihr aus der Hand gefallen.
18:50Sie lag auf dem Boden.
18:53Ja.
18:54Wir werden Sie morgen wieder aufsuchen, wenn Sie sich besser fühlen.
18:57Auf Wiedersehen.
19:04Auf Wiedersehen.
19:08Auf Wiedersehen.
19:10Auf Wiedersehen.
19:16Geh weg vom Fenster, Inge.
19:18Du siehst ihn ja gleich.
19:19Mal ein Weller?
19:20Ja.
19:21Mal ein Weller.
19:24Polizei will Sie sprechen.
19:25Polizei?
19:27Ja.
19:36Guten Morgen.
19:38Guten Morgen.
19:38Mein Name ist Keller, Kriminalkommissar.
19:40Das ist mein Mitarbeiter, Herr Klein.
19:42Wir kommen in der Sache Karin Winter.
19:44Karin Winter?
19:45Ja, nach Auskunft des Jugendamtes war sie vor zwei Jahren hier in diesem Haus.
19:49Ja, ungefähr einen Monat.
19:51Ich erinnere mich genau, ganz genau.
19:53Was ist mit Karin?
19:55Sie ist tot.
19:56Sie ist gestern Abend ermordet worden.
20:00Ermordet?
20:01Ja.
20:02Erschossen auf der Straße, ganz in der Nähe von ihrer Wohnung.
20:05Auf der Straße erschossen?
20:07Ja, der Täter ist unbekannt und wir sind hier, weil wir hoffen von Ihnen ein paar Informationen zu bekommen.
20:12Über Karin Winter.
20:26Entschuldigen Sie, Herr Kommissar.
20:30Nehmt Sie das so mit?
20:32Ja.
20:34Ja, das tut es.
20:37Weil ich hatte eine besondere Beziehung zu ihr.
20:40Gerade zu diesem Mädchen.
20:44Das macht die Mutter.
20:46Ach, Sie kennen sie?
20:47Ja, ich kenne sie.
20:49Ich kenne die Verhältnisse.
21:02Danke.
21:03Ich sollte Ihnen das vielleicht erklären.
21:07Karin Winter wurde bei uns eingewiesen, weil sie hatte gestohlen.
21:13Sie schwänzte die Schule.
21:15Die Mutter arbeitete den ganzen Tag.
21:18Die Gefahr der Verwahrlosung schien gegeben.
21:23Ich erinnere mich sogar an den ersten Abend, den Karin bei uns verbrachte.
21:28Es war gegen neun.
21:31Ich saß hier an meinem Schreibtisch.
21:34Da kam meine Kollegin Frau Strauß herein.
21:37Jetzt kommen Sie mal.
21:39Ich werde einfach nicht fertig mit der.
21:41Die Neue, die Winter, will sich nicht ausziehen.
21:46Ich ging sofort hinüber in den Schlafsaal.
21:49Karin stand am Bett.
21:51Alles in ihr war einfach blockiert.
21:54Totale Abwehr.
21:56Ein völlig blindes sichsträuben.
21:58Sie war nicht ansprechbar.
22:03Nun zieh dich endlich aus.
22:05Geh in den Waschraum.
22:07Lassen Sie. Lassen Sie.
22:09Bitte gehen Sie hinaus.
22:10Sie haben ja Psychologie studiert.
22:14Sehen Sie zu, wie Sie mit ihr fertig werden.
22:26Warum willst du dich nicht ausziehen, Karin?
22:30Ich will nach Haus.
22:33Wo ist denn dein Koffer?
22:36Hier ist er.
22:39Hier.
22:42Ist er gepackt?
22:43Ich habe ihn gar nicht ausgepackt.
22:48Komm mit.
22:51Ja.
23:04Was haben Sie gemacht?
23:06Ich habe sie zunächst einmal mit in mein Zimmer genommen.
23:19Warum willst du nicht hier bleiben?
23:22Ich will zu meiner Mutter.
23:24Hat deine Mutter dich nicht hergebracht?
23:26Meine Mutter doch nicht.
23:28Ich bin abgeholt worden.
23:30Aber deine Mutter muss doch einverstanden gewesen sein.
23:32Nein.
23:34Ich schau mal nach.
23:41Willst du rauchen?
23:43Da liegen Zigaretten auf dem Tisch.
23:48Da steht auch was zu trinken.
23:51Schenk dir ein.
23:55Setz dich doch hin.
24:06Ich musste die Akten nicht lesen.
24:08Ich kannte sie.
24:09Die Mutter war die treibende Kraft gewesen.
24:11Von ihr war der Antrag ausgegangen.
24:14Die Frau war alles Mögliche.
24:16Aber eins war sie gewiss nicht.
24:18Eine Mutter.
24:20Oder was man sich gewöhnlich darunter vorstellt.
24:23Sie hatte andauernd irgendwelche Männergeschichten.
24:32Wo ist deine Mutter?
24:35Es ist halb zehn.
24:36Schläft sie schon?
24:37Nein, nein, um halb zehn doch nicht.
24:38Sie schläft bestimmt noch nicht.
24:40Lass den Koffer stehen.
24:42Wir sprechen erst mit ihr.
24:45Du kannst ihn dann ja immer noch holen.
24:51Ich bin dann mit Karin zu ihrer Mutter gegangen.
24:55Die allerdings nicht zu Hause war.
24:58Aber das alles wird für sie nicht von Interesse sein.
25:02Doch, doch.
25:03Erzählen Sie nur weiter.
25:06Karin bestand darauf, ihre Mutter zu suchen.
25:09Sie wusste wohl, wo sie sich aufhielt.
25:12Es kamen da zwei, drei Lokale in Frage, die...
25:15Na, wo man die richtigen Bekanntschaften macht.
25:19Da traf mir dann Frau Winter.
25:35Da ist sie, da ist meine Mutter.
26:04Nein, bitte. Sie sehen, sie will gerade weggehen.
26:07Ja.
26:07Sie...
26:07Sie hat jemanden.
26:10Nein, bitte. Sie soll uns nicht sehen.
26:30Sie nimmt ihn mit nach Hause.
26:32Kennst du den Mann?
26:32Nein.
26:33Sie hat ihn hier kennengelernt.
26:35Sie geht ja hierher, deswegen.
26:45Ich gehe wieder mit ihnen zurück.
26:48Ins Heim?
26:49Sie sehen ja, ich kann jetzt nicht nach Hause.
26:52Sie hat jemanden.
26:55Ich kann ja jetzt nicht durch ihr Schlafzimmer.
26:59Karin ging mit mir hierher zurück.
27:02Sie zog sich aus.
27:04Sie legte sich schlafen.
27:06Ohne jeden Widerspruch.
27:08Und sie hat es einfach so hingenommen,
27:10dass ihre Mutter irgendwelche Männer mit in die Wohnung brachte.
27:13Ja.
27:14Um es genau zu sagen, sie freute sich darüber,
27:17dass ihre Mutter Erfolg gehabt hatte.
27:19Dass sie, äh, sagen wir es ganz offen,
27:21einen Mann aufgerissen hatte,
27:24den sie mit nach Hause nehmen konnte.
27:26Und ins Bett natürlich.
27:29Haben Sie eine Erklärung dafür?
27:31Sie liebte ihre Mutter.
27:34All ihre Vergehen, die Diebstähle.
27:37Was hat sie gemacht mit dem Geld?
27:39Sie hat ihrer Mutter Geschenke gemacht.
27:41Schmuck, Ringe, billigen Schmuck, gar nichts Aufregendes.
27:45Und was sie gestohlen und nicht verschenkt hat, sondern behielt.
27:49Für sie waren es wie Geschenke, die ihre Mutter ihr gemacht hat.
27:55Das sind Auswege, Herr Kommissar, von Liebe,
27:59die nicht erwidert wird.
28:09Guten Tag, Frau Winter.
28:10Guten Tag.
28:11Na nun, Sie sind ja ganz außer Atem.
28:13Und auch ein bisschen enttäuscht.
28:15Haben Sie jemanden aneinander erwartet, oder?
28:16Nein, nein, ich habe niemanden erwartet.
28:19Dürfen wir ja reinkommen.
28:20Ja, bitte.
28:22Sie sind heute gar nicht arbeiten gegangen, nicht, oder?
28:27Nein, wie soll ich denn arbeiten gehen?
28:30Bei diesen Laufereien, die ich habe.
28:33Im Grab muss ich besorgen und im Sarg und alles, was so dazugehört.
28:37Man weiß ja gar nicht mehr, was man zuerst machen soll.
28:42Wer hilft Ihnen denn dann jemand?
28:45Helfen wir?
28:47Wer soll denn mir da helfen?
28:49Ich könnte mir vorstellen, dass Herr Pajak Ihnen helfen könnte.
28:53Haben Sie ihn gesehen?
28:54Wissen Sie, wo er ist?
28:56Er ist ja nicht oben.
28:58Ich weiß es ja nicht.
29:00Ach, die sagt mir ja nicht die Wahrheit.
29:04Wer sagt Ihnen nicht die Wahrheit?
29:06Wer sagt Ihnen nicht die Wahrheit?
29:06Seine Schwester.
29:07Die macht mir ja gar nicht erst auf.
29:09Gehen Sie weg, sagt sie. Gehen Sie weg.
29:11Warum kommt denn Otto nicht runter, frage ich.
29:13Gehen Sie weg, gehen Sie weg.
29:21Wollen Sie nicht rauf gehen?
29:24Gehen Sie rauf.
29:25Bei Ihnen muss er ja aufmachen.
29:27Und sagen Sie ihm, er soll runterkommen.
29:29Sagen Sie ihm, ich warte darauf.
29:33Wieso soll Pajak eigentlich runterkommen?
29:35Bloß, weil er hier manchmal geschlafen hat?
29:38Geschlafen hat.
29:40Er hat hier gewohnt.
29:41Er war hier zu Hause.
29:44Gehen Sie rauf, Herr Kommissar.
29:45Und sagen Sie ihm, ich verlange, dass er runterkommt.
29:52Gut.
29:53Das mache ich.
29:55Na, hier, Walter.
30:11Gehen Sie weg. Gehen Sie runter.
30:14Machen Sie, dass Sie wegkommen.
30:16Verzeihen Sie Ihres Kommissar Keller.
30:21Entschuldigung.
30:23Was ist denn? Was wollen Sie?
30:24Guten Tag, Frau Pajak.
30:26Guten Tag.
30:26Ist Ihr Bruder da?
30:30Sie hat sich wohl raufgeschickt.
30:32Ja, sie verlangt, dass Ihr Bruder herunterkommt.
30:35Sie verlangt?
30:36Ja, sie hat gesagt, sie verlangt.
30:39Wie kann denn die verlangen?
30:40Sag, dass ich runtergehen muss.
30:42Die ganze Zeit sage ich das.
30:43Aber du stehst hier wie ein Hund vor der Tür.
30:46Ich komme runter.
30:46Sagen Sie, dass ich runterkomme.
30:48Ja, ohne meine Jacke.
30:49Ja, ohne doch schon meine Jacke.
30:51Ja, ohne doch schon meine Jacke.
30:51Siehst du denn nicht so?
30:53Dabei sitze ich gerade über einer Arbeit, die ich dringend abliefern muss.
30:57Dann bleib doch hier.
30:58Hast du nicht gehört.
31:06Ein paar Mal, die ich da unten geschlafen habe.
31:08Was denken Sie sich denn, was das ist?
31:10Das ist doch nichts.
31:13Der hat ganz falsche Vorstellungen.
31:15Ja, dann gehen Sie doch wieder hinauf.
31:22Was ist denn los, Anna?
31:26Warum kommst du denn nicht herum?
31:29Weil ich an der Arbeit sitze deswegen.
31:32Weil ich die in einer Stunde abliefern muss.
31:35Und ich sitze hier und muss überlegen.
31:38Was musst du denn überlegen, Anna?
31:41Mit dem Pfarrer muss ich sprechen.
31:45Blumen.
31:47Was soll ich denn da nehmen?
31:51Irgendwas, das ist doch egal.
31:55Also, ich muss jetzt wieder nach oben.
31:58Du bleibst hier.
31:59Aber wenn das doch noch heute in Druck muss.
32:01Ich will, dass du hier bleibst.
32:07Setz dich hin.
32:09Warum setzt du dich denn nicht hin?
32:12Ich sitze mich auch.
32:15Willst du was drin?
32:17Wenn du was da hast.
32:18Siehst du ja, dass ich was habe.
32:21Danke, Anna. Danke.
32:27Holst du deine Anzüge wieder herunter?
32:30Deine Anzüge?
32:32Geh, hol sie herunter.
32:34Jetzt?
32:35Ja.
32:36Damit sie wieder in den Schrank kommen, wo sie waren.
32:39Sie waren doch immer da.
32:42In Ordnung, Anna, wenn du meinst.
32:44Schuhe, Hemden.
32:46Alles hast du mit hinaufgenommen.
32:47Ist denn in Ordnung, Anna? Ich hol sie.
32:51Kann sie ja holen.
32:54Es ist wegen Margret.
32:57Sie sagt immer, komm rauf.
32:58Und wenn er oben ist, geh nicht hinunter.
33:03Und jetzt holt er alles wieder los.
33:06Wie lange kennen Sie Bayac schon so gut?
33:11Ja, auf den Tage erinnere ich mich ganz genau.
33:16Nein.
33:18Es war nicht am Tag.
33:21Es war an einem Abend.
33:24Nein, Abend war es auch nicht.
33:27Es war in der Nacht.
33:30Ich bin gerade heimgekommen.
33:33Mit einem Bekannten.
33:37Warum machst du denn kein Licht?
33:38Psst.
33:39Psst.
33:39Warte.
33:40Ich ging erst ins Schlafzimmer, weil...
33:50Was machst du denn schon wieder in meinem Bett?
33:52Du hast ein Zimmer und du hast ein Bett.
33:55Du hast ein Zimmer und du hast ein Bett.
33:56Ich habe gedacht, du bist allein.
33:58Wenn du nicht allein bist, ich gehe.
34:02Gute Nacht, Mama.
34:03Gute Nacht.
34:04Gute Nacht.
34:05Ja, ist gut.
34:06Gute Nacht.
34:25Gute Nacht.
34:39Gute Nacht.
34:44Gute Nacht.
34:49Gute Nacht.
34:51Herr Pajak! Frau Pajak! Hilfe! Hilfe!
34:55Machen Sie auf! Meine Mutter braucht Hilfe!
34:58Sie hat Pajak geweckt. Er kam an die Tür.
35:03Und Pajak kam gleich runter.
35:06Aber der Kerl hatte es mit Angst zu tun gekriegt.
35:09Er war schon weg. Auf und davon.
35:12Mama, liebe Mama, hab ich Angst gehabt. Ist alles in Ordnung, Mama?
35:16Mama, ist alles in Ordnung?
35:18Mama, Mama.
35:20Ja, ist ja schon gut. Der Kerl ist schon weg. Komm, komm, steh auf.
35:27Lass mich doch aufstehen.
35:30Guten Abend, Herr Pajak.
35:35Guten Abend, Frau Winter.
35:38Guten Abend, Frau Winter, sagte er.
35:42Er war etwas aufgeregt.
35:46Ich war ja auch ziemlich...
35:49Ja, ich saß ja da, halbnackt.
35:55Warum nehmen Sie denn Männer mit rauf, fragte er.
35:59Darf ich nicht, sagte ich.
36:01Ja.
36:03So hab ich ihn kennengelernt.
36:06Wie lange ist das her?
36:10Ein halbes Jahr.
36:12Am nächsten Tag war er gleich wieder da.
36:14Nur mal reinschauen,
36:15wie ich so alles überstanden habe.
36:19Und da wusste ich, was er wollte.
36:21Ich war doch oben.
36:31Da stehst du denn nicht.
36:34Verstehen, verstehen.
36:44Da sind Sie da.
36:45Da sind die Anzüge.
36:47Bist du nun zufrieden?
36:48Ja.
36:50Natürlich.
36:52Komm, ich helfe dir dabei, ja?
37:05Na, was habt ihr festgestellt?
37:08Also, Chef, der Mann ist Zeichner und Grafiker,
37:11arbeitet für Werbefirmen, für Druckereien.
37:14Er ist fleißig und pünktlich.
37:17Und er ist bürgerlich.
37:19Ist genau wie seine Schwester.
37:20Beides keine Schulden, nicht?
37:21Ja.
37:22Völlig unauffällige Leute, Chef.
37:23Gut, dann geht jetzt noch mal rauf zu Frau Pajak
37:25und fragt nach der Beziehung,
37:27die zwischen Ihrem Bruder und Frau Winter besteht.
37:29Ja.
37:30Und Sie soll die Wahrheit sagen.
37:33Und Sie werden jetzt auch die Wahrheit sagen.
37:35Warum sind Sie so widerstandslos
37:37mit Ihren Anzügen hier heruntergekommen?
37:39Wieso?
37:40Wieso, was haben Sie dagegen,
37:41dass ich meine Anzüge in den Schrank hänge?
37:42Da waren Sie nämlich.
37:44Ich habe doch hier unten gewohnt.
37:47Anna.
37:48Herr Pajak, lieben Sie Frau Winter?
37:52Sie haben doch gehört,
37:53dass ich sich hier gewohnt habe.
37:56Ich habe hier unten gewohnt.
37:58Sie selber haben doch mein Rasierapparat gesehen.
38:01Warum sagst du denn nichts?
38:04Ich habe Sie gefragt,
38:06ob Sie Frau Winter lieben.
38:10Lieben?
38:15Nach diesem Abend,
38:16von dem Sie mir erzählten,
38:18kam er sehr herunter
38:18und besuchte Sie.
38:20Ja.
38:21Er verbrachte jede freie Minute
38:23hier unten.
38:25Wenn seine Schwester es nicht sah,
38:27denn die durfte nichts davon wissen.
38:29Es war eine Zeit,
38:31in der ich sehr glücklich war.
38:35Es war eine Zeit,
38:36die mich daran erinnerte,
38:37wie es war,
38:38als mein Mann noch lebte.
38:39Und ich hatte gar keine Lust,
38:41wegzugehen abends.
38:43Sonst konnte ich es nicht erwarten,
38:45rauszukommen,
38:46weil mir die Decke auf den Kopf fiel.
38:49Jetzt war alles anders.
38:52Warum hast du den nur für zwei gedeckt?
38:54Ist Karin nicht da?
38:55Doch.
38:56Karin!
38:58Karin!
38:59Herr Pajak ist da!
39:01Huckt Sie ganz allein in Ihrem Zimmer?
39:04Sie soll doch mitessen mit uns.
39:07Guten Abend, Herr Pajak.
39:08Dann Karin.
39:10Ich habe gerade gesagt,
39:11dass du mit uns essen sollst.
39:12Sie will doch lieber
39:13in Ihrem Zimmer bleiben.
39:14Nicht wahr, Karin?
39:15Du willst doch lieber
39:16in deinem Zimmer bleiben.
39:18Ja, ich will lieber
39:18in meinem Zimmer bleiben.
39:19Kommt gar nicht hin, Frage.
39:21Wo sind denn die Teller?
39:25Darf ich Ihnen jetzt
39:26die Frage stellen?
39:28Lieben Sie Herrn Pajak?
39:30Ich sagte doch,
39:32es war alles plötzlich ganz anders.
39:35Alles war auf einmal ganz anders.
39:43Bleibst du jetzt hier unten?
39:45Ja, Anna, ja.
39:46Oder verschwindest du wieder plötzlich?
39:50Wehe,
39:52wenn du wieder verschwindest.
40:00Frau Winter,
40:02Sie wollen etwas verschweigen.
40:04Aber das halten Sie nicht aus.
40:11Er war nicht auf mich scharf.
40:14Auf Karin war er scharf.
40:17Warum sagst du denn das?
40:20Bin ich nicht runtergekommen
40:22mit den Anzügen,
40:23mit den Schuhen?
40:23Und siehst du nicht,
40:24dass ich runtergekommen bin?
40:25Ja, ja, er kam hier runter.
40:27Er schlief mit mir.
40:29Aber er dachte immer nur an Karin.
40:32Er lag wie ein Hund.
40:33Immer nur auf der Lauer.
40:35Wegen Karin.
40:37Schläft sie denn schon?
40:40Natürlich schläft sie schon.
40:43Sie hat doch Musik an.
40:44Sie wird vergessen haben,
40:45das Radio abzuschalten.
40:47Ja, dann müssen wir es doch rausmachen.
40:49Ja, aber das stört sie doch nicht.
40:51Man kann doch nicht
40:51die ganze Nacht das Radio anlassen.
40:58Abgeschlossen?
40:59Warum schließt sie denn ab?
41:02Hast du ihr gesagt,
41:03dass sie abschließen soll?
41:05Nein.
41:07Sie wird das von sich aus getan haben.
41:10Sie braucht doch nicht abzuschließen.
41:12Warum schließt sie denn ab?
41:13Karin.
41:16Karin.
41:19Was ist denn los?
41:27Was ist denn?
41:32Ist was, Mama?
41:37Es ist nichts, Karin.
41:39Du kannst ins Bett gehen.
41:42Deine Radio läuft noch.
41:44Du kannst es abdrehen.
41:49Und du brauchst
41:50dein Zimmer nicht abzuschließen.
41:53Ja, ist gut.
41:55Gute Nacht, Mama.
41:59Wie ein Hund
42:00lag auf der Lauer.
42:05Schenkt mir einen.
42:06Ja, Anna, sofort.
42:13Ja, sie.
42:15Sie hat mir gefallen, die Karin.
42:17Ich mach ja keinen Hehl daraus,
42:20weil...
42:20So ein hübsches Mädchen.
42:23Das ist doch nur natürlich.
42:26Verstehst du denn nicht,
42:27dass das nicht unnatürlich ist?
42:33Ich muss noch mal aufhören.
42:35Nein, bleiben Sie hier.
42:37Ihre Schwester wird gerade vernommen.
42:40Vernommen?
42:42Und Sie fragen noch,
42:43was ich gegen eine Beziehung
42:44meines Bruders zu diesen Leuten habe?
42:46Sie sind vielleicht gut.
42:49Dreck ist es doch.
42:52Alles Dreck.
42:53Der Meinung war Ihr Bruder offenbar nicht.
42:55Er wollte doch diese Frau Winter heiraten.
42:57Ja, Sie, Sie, ihn.
42:59Ich war doch wie verrückt hinter ihm hier.
43:01Jede Nacht hat er...
43:02hat sie auf der Treppe gehockt
43:03und gewartet, bis er nach Hause kommt.
43:05Und Ihr Bruder hatte nie die Absicht,
43:06Frau Winter zu heiraten?
43:08Ja, Sie?
43:09Diese Frau?
43:12Nein, niemals.
43:13Aber er ist doch immer unten.
43:14Er hat doch da gewohnt, nicht?
43:17Wer behauptet, dass er da gewohnt hat?
43:20Hier hat er gewohnt.
43:23Hier und sonst nirgends.
43:24Und geht immer wieder runter
43:25zu einer Frau, aus der er sich nichts macht.
43:27Darf ich sein Zimmer bitte mal sehen?
43:31Bitte?
43:32Kann ich da mal durch?
43:35Das ist es.
43:37Und Sie heißen Pajak, Ihr Bruder?
43:39Ich bin nicht verheiratet.
43:41Ach, das ist nicht Ihr Sohn?
43:42Ich bin unehelich.
43:43Bitte.
43:44Danke.
43:45Sagen Sie, Frau Freitag, als die Karin anrief,
43:49da hat Ihr Sohn das Gespräch entgegengenommen.
43:51Ja, der hat.
43:53Sie waren nicht zu Hause.
43:55Wann?
43:56Wo waren Sie denn?
43:57Ja, wo waren Sie?
44:01Ich war unten, ich war beim Einkaufen.
44:05Da haben Sie nichts bemerkt?
44:06Der Ort, an dem die Karin niedergeschossen wurde,
44:09der ist, ja wie weit ist der entfernt?
44:10Keine 200 Meter.
44:11Ich habe nichts gesehen und nichts gehört.
44:15Da gibt es noch viel bessere, unter dem Bett.
44:18Das sind Studien.
44:29Das ist eine rein berufliche Sache.
44:33Karin?
44:35Ja, aber sie hat ihn nur beruflich interessiert.
44:38Wo haben Sie das her?
44:42Wer hat Ihnen das gegeben?
44:44Ich bin Zeichner.
44:45Ich bin darauf angewiesen, dass mir jemand Modell sitzt.
44:48Wie ein Hund.
44:52Wie ein Hund.
44:54Willst du vielleicht etwas sagen?
44:55Du?
44:56Sprechen Sie, Frau Winter.
44:58Ja, ließ mir ja keine Ruhe.
45:00Weil er mir keine Ruhe ließ.
45:05Ist was, Mama?
45:13Nein.
45:15Nein, nein.
45:28Ist er nicht gekommen?
45:30Doch.
45:33Er ist nebenan.
45:35Aber du freust dich nicht.
45:42Lass mich zu dir.
45:52Was ist denn, Mama?
45:55Bist du nicht glücklich?
45:58Er sagt, er will einmal mit dir schlafen.
46:07Nur einmal.
46:11Mit mir?
46:14Ja.
46:23Er geht zu uns drauf.
46:26Sagt er.
46:30Und kommt nicht mehr runter.
46:33Ja.
46:38Lass ihn doch rauf gehen.
46:44Du willst nicht, dass er rauf geht.
46:49Ich will, dass er nicht rauf geht.
46:55Ich will, dass er nicht rauf geht.
47:04Ich will, dass er nicht rauf geht.
47:23So, so habe ich das doch gar nicht gemeint.
47:26Ich habe es gesagt, ja, aber ich habe doch nicht geglaubt, dass die kommt.
47:30Und ist sie denn gekommen?
47:33Sie ist gekommen.
47:37Sie ist gekommen.
48:02Ich will, dass er nicht rauf gemacht.
48:05Die Kleine war es.
48:07Die Kleine.
48:08Ich habe es gewusst, dass es die Kleine ist.
48:10Ich habe es ihm gesagt.
48:12Das war nicht die Winter.
48:14Die war es auch.
48:16Aber die war es nicht alleine.
48:17Die Kleine.
48:19Die Kleine.
48:21In der Hauptsache war es die Kleine.
48:22Dieses, dieses verführerischer Loder.
48:29Die hat ihn an seinen Verstand gebracht.
48:33Es ist also nicht bei dem einen Mal geblieben.
48:36Na und?
48:37Hat das die Polizei zu interessieren?
48:39Ja, das hat die Polizei zu interessieren.
48:43Sie hat ihren Spaß gehabt.
48:46Wir alle haben unseren Spaß gehabt.
48:58Schickst du nicht weg, Mama.
49:02Ich kann nicht.
49:10Ich kann nicht.
49:15Du kannst doch wieder ausgehen, Mama.
49:18Du wirst doch wieder jemanden finden.
49:20Sicher.
49:22Ich kann nicht.
49:25Der Pajak taucht doch nichts.
49:29Ich will nicht, dass er rauf geht, Karin.
49:33Ich häng mich auf, wenn er rauf geht.
49:36Ich häng mich auf, wenn er rauf geht.
49:41Mama.
49:45Bitte.
50:09Sie selber hat sie mir doch eingeschickt.
50:12Ich gebe ja zu.
50:13Ich war, ich war wie verrückt.
50:15Ich war einfach, ich, ich habe keinen klaren Gedanken mehr gehabt.
50:20Wenn sie reinkamen, wenn ich sie sah.
50:24Frau Winter, haben Sie Ihre Tochter gehasst?
50:34Eine andere Frage, Frau Winter.
50:37Haben Sie eine Pistole?
50:39Nein, sie hat kein...
50:40Eine Pistole?
50:42Wie soll die Frau denn eine Pistole kommen?
50:44Die hat man doch nicht, die einfach so rumliegen.
50:46Also ich meine, wenn Sie danach fragen,
50:49glauben Sie denn, die Frau hat ihre Tochter umgebracht?
50:52Eine Pistole.
50:53Du hörst doch.
50:56Sie hat keine.
50:58Ich habe hier unten gewohnt.
50:59Ich, ich kenne jeden Winkel in dieser Wohnung.
51:02Eine Pistole gibt es nicht.
51:03Mir fällt etwas ein, Herr Kommissar.
51:06Du brauchst auf eine solche Frage nicht zu antworten.
51:08Hast du eine Pistole?
51:09Das ist gefragt.
51:10An dem Abend, als Karin Hilfe holte
51:13und der Mann auf mich einschlug,
51:15der Mann, den ich mit rauf gebracht hatte,
51:18der bekam es mit der Angst zu tun.
51:22Rannte plötzlich heraus
51:25und verlor was aus der Jacke.
51:28Dann kam Payak mit Karin runter
51:32und Payak hat sich dann plötzlich gebückt.
51:37Der Kerl hat ja eine Waffe bei sich gehabt.
51:40Der hätte sie ja umbringen können vor Winter.
51:45Ja, ja.
51:47Die Pistole, die.
51:49Aber die hat ja vor Winter nicht gehabt.
51:53Die habe ich genommen und weggeworfen.
51:56Die haben Sie weggeworfen?
52:00Frau Winter?
52:01Ja.
52:02Er sagte, die werfe ich weg.
52:05Herr Payak hat also die Pistole an sich genommen.
52:10Ja.
52:12Um sie wegzuwerfen.
52:15Und ich habe sie weggeworfen.
52:20Aber zunächst, Herr Payak, haben Sie die Pistole doch mit rauf genommen.
52:23In Ihre Wohnung.
52:26Ja, ja, natürlich.
52:28Ich bin ja nicht gleich los.
52:30Ich...
52:31Es war ja Nacht.
52:36Ja.
52:38Dann geht mal rauf.
52:40Herr Payak, bitte.
52:44Wollen Sie hin?
52:47Wollen Sie hin?
52:53Haben Sie mir nichts zu sagen, Frau Winter?
53:00Bitte.
53:01Dürfen wir mal reinkommen, Frau Payak?
53:06Margit, es geht um die Pistole, die ich mal raufgebracht habe.
53:09Ich habe dir doch die Geschichte erzählt.
53:10Und die ich dann weggeworfen habe.
53:12Am nächsten Tag habe ich sie noch weggeworfen.
53:13Die Herren möchten Sie danach fragen.
53:14Das ist jetzt schwierig.
53:15Nein, nein, Margit, bitte.
53:17Bitte, du sollst ja nur sagen...
53:18Ich...
53:18Ich habe dir gesagt, dass du in Schwierigkeiten kommen wirst.
53:21Ich habe dir gesagt, ich habe gesagt, bleib um, kümmere dich nicht um die Leute.
53:24Habe ich das gesagt.
53:25Ja, das hast du gesagt, Margit.
53:26Aber du, du hast nicht auf mich gehört.
53:27Da kommt dich tun und lassen uns sagen, was ich wollte.
53:29Du hast nicht auf mich gehört.
53:30Margit, darum geht es doch jetzt nicht, Margit.
53:32Sie haben dich um deinen Verstand gebracht.
53:34Dieses Luder, dieses Kleid, sie hat dich um deinen Verstand gebracht.
53:37Ach, was, Margit!
53:40Proleten sind das!
53:42Proleten!
53:43Die Mutter, die Tochter, alles, allen Pack!
53:46Proleten gegen die, er sich nicht wehren konnte, zieht einfach runter mit Sack und Pack.
53:51Blind, einfach ganz blind.
53:52Der hatte doch keinen eigenen Willen mehr.
53:54Die hat ihn doch erpresst mit der Kleinen.
53:57Hattest du noch einen eigenen Willen?
54:00Die haben doch mit ihm gemacht, was sie wollten.
54:04Ralf, meine Einkaufstasche.
54:07Ralf!
54:12Welch?
54:25Ist das das Ding, was du suchst?
54:30Margit.
54:34Ich konnte doch nicht zulassen, dass die...
54:37...meinen Bruder, der mehr ihr wert ist als alle die anderen.
54:43Dass ich ihn total vernichten.
54:56Ich hab's getan.
55:00Kümmere dich um Ralf.
55:10Also, Sie haben mir nichts zu sagen.
55:16Jeff, wir haben das Geständnis, Frau Pajak.
55:20Haben Sie gehört, Frau Winter?
55:23Ja.
55:30Ja, ja, das Teil ist gelöst. Wir haben den Mörder.
55:34Das wär's.
55:36Sie werden mir nachrichtigt, wenn die Leiche ihrer Tochter freigegeben wird.
55:59Glauben Sie, dass Sie gewusst hat, wer Kahn getötet hat?
56:03Was meinst du, warum Herr Pajak wieder runtergezogen ist zu ihr?
56:10Ich glaube, Herr Marie, wir mussten zur Beerdigung dieses Mädchens.
56:13Dienstig?
56:15Nein, aber warum müssen wir immer an den Dienst denken?
56:17Warum?
56:46Es warynn, ich persönlich.
56:57Musik
57:27Musik
57:47Musik
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