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  • vor 2 Tagen
Hauptkommissar Kress - Rolf Schimpf ( +22.03.2025)
Drehbuch und Regie - Günter Gräwert

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Transkript
00:11Untertitelung. BR 2018
00:36Bitte, bitte kommen Sie schnell. Helfen Sie mir. Es ist jemand im Haus.
00:41Sie sprechen mit der Feuerwehr. Dafür ist die Polizei zuständig. 1-1-0.
00:45Oder nehmen Sie was?
00:46Sind Sie denn sicher, dass es sich um einen Fremden handelt?
00:48Hilfe!
00:49Von wo sprechen Sie? Wo sind Sie?
00:50Mauerkircher Straße 203. Bitte.
00:54Mauerkircher 203.
00:56Berndsdorf.
00:57Berndsdorf.
00:58Helfen Sie. Helfen Sie. Das ist mein...
01:02Hallo? Hallo?
01:04Hallo?
01:06Hallo?
01:08Hallo?
01:11Hier, Feuerwehr. Bei mir kam gerade ein Hilferuf von einer Frau Berndsdorf an.
01:14Aus der Mauerkircher Straße 203. Sie wird offenbar bedroht.
01:34Mauerkircher 203. Wie war der Name?
01:38Berndsdorf. Verstanden. Ende.
01:40Okay, fangen wir an.
02:09Okay, fangen wir an.
02:09Oh, I can find, hit myself, find, hit myself, I can't afford you my life, hit myself, there is a
02:29fight.
02:40I can't afford you my life.
02:59Das war's für heute.
03:38Ich dachte nur, falls ich jemand langweil.
03:44Aber ich hab mir jener doch nicht in der Gegenwart.
03:48Günter!
03:49Hallo!
03:53Günter!
03:55Also mal herhören.
03:56Meine Damen und Herren.
04:02Meine Damen und Herren, in der Küche gibt es Gulasch so.
04:22Dann gib das mal der Zentrali durch.
04:24Tod?
04:24Ja.
04:32Na, gibt's noch Käse?
04:35Genau vor deiner Nase.
04:42Sag mal, Günter!
04:44Ja?
04:45Hat sich Michael mal bei dir gemeldet?
04:48Auffallend lange nicht.
04:49Ich dachte, ich seh ihn hier.
04:53Und, bist du entscheucht?
04:55Komm, wir rufen ihn an.
04:56Vielleicht kommt er.
04:57So hab ich das nicht gemeint.
04:59Ulla!
05:00Komm!
05:04Was die Frauen nur an dem finden.
05:06Na, was du hoffentlich nicht suchst.
05:16Sag ihm aber nicht, dass ich hier bin.
05:17Ach, sei nicht albern, Ulla.
05:18Weshalb ruf ich denn an?
05:20Nicht meinetwegen.
05:23Nicht da.
05:24Was fiel denn?
05:25Ja!
05:26Wir machen das nicht sicher erg.
05:38Oh!
05:40Soll ich, wie das mal durch?
05:47Das ist der Ort, wo I'm here, and I love to do.
06:16Die Frau ist offensichtlich erwirkt worden.
06:18Leere Befunde nach der Obdoktion.
06:20Wann glauben Sie, ist der Tod eingetreten?
06:22Von einer halben Stunde bis Stunde, würde ich sagen.
06:24Wer hat die Tote gefunden?
06:26Die Kollegen von der Funkstreife.
06:28Wann war die denn da?
06:29Das kann ich Ihnen ganz genau sagen, Herr Kress.
06:32Der Anruf kam um 21.43 Uhr.
06:34Ah ja.
07:02Untertitelung des ZDF für funk, 2017
07:21Sieht danach aus, als ob der Täter über die Terrasse gekommen ist,
07:24die Scheibe eingeschlagen hat und auf diese Weise ins Haus eingedrungen ist.
07:28Herr Kress, guten Nacht.
07:29Guten Nacht, Doktor.
07:30Die anderen Zimmer sind in Ordnung.
07:31Außer Frau Bernstorf wohnt anscheinend niemand hier.
07:34Ich möchte noch mit dem Beamten von der Feuerwache sprechen,
07:37der den Anruf entgegengenommen hat.
07:53Der Anruf kam um 20.43 Uhr.
08:17Tschüss, wir telefonieren morgen.
08:19Danke schön.
08:20Kommt gut nach Hause.
08:22Schönen Dank haben.
08:24Danke.
08:24Grüßt ihr wieder nach Hause schon wieder.
08:26Tschüss.
08:27Tschüss.
08:27Schön, dass ihr hier wart.
08:29Tschüss.
08:29Ja, wir sehen.
08:31Tschüss.
08:32Tschau.
08:33Ja, tschau.
08:36Aufstehen.
08:38Heiraten.
08:39Tschüss.
08:41Ja, komm.
08:41Soll ich nicht ein Taxi ruhen?
08:42Jetzt geht's schon so.
08:43Okay.
08:43Tschüss.
08:44Tschüss.
08:45Ja, hier ist es.
08:46Ihr wisst, wo der Taxi stand.
08:49Aus dem Haus rechts und an die erste Linie.
08:51Tschüss.
08:51Ciao.
08:52Danke schön.
08:52Tschüss.
08:53Macht's.
08:55Hallo, süße Gabriele.
08:58Günther.
08:59Auf, auf!
09:01Tschüss, Gabriele.
09:02Soll ich nicht ein Taxi ruhen?
09:03Das geht schon so.
09:03Okay.
09:04Tschüss.
09:09Tschüss.
09:31Hallo, Michael Bernstorff.
09:35Hallo.
09:36Hallo.
09:39Hallo.
10:14Also, Herr Kress, die Frau hat angerufen, gerade bevor der ins Haus eingedrungen ist.
10:18Ich habe die Scheibe noch Klärung gemacht.
10:20Sie hat um Hilfe gerufen, dann hat ein Kampf stattgefunden, ja, und dann wurde die Verbindung
10:24auch schon unterbrochen.
10:25Die Frau hat doch ihren Namen genannt.
10:27Ja, Bernstorff hat sie gesagt und die Adresse.
10:29Können Sie sich noch an den genauen Wortlaut erinnern?
10:32Also, Hilfe, Hilfe hat sie gerufen und dann, das ist mein, mein, also wissen Sie, Herr Kress,
10:40gerade so, als ob sie jemanden erkannt hätte.
10:42Das ist mein, ja, und dann ein schweres Atmen und dann hat der Mörder das Gespräch unterbrochen.
10:47Stell ich mir vor, Herr Kress, den Mann hat sie ganz sicher gekannt.
10:51Und dieses Gespräch war genau wann?
10:5421.43 Uhr.
10:552.43 Uhr.
11:30Ein Mineralwasser und ein Gin Tonic für die beiden Herren, die da noch kommen, bitte.
11:33Mein, mein Onkel?
11:36Großvater.
11:37Ihr sucht ja nicht etwa den Mörder, oder?
11:39So gut wie gefasst.
11:41Es kann sich ja nur um einen Mann handeln.
11:42Worauf schließt ihr das?
11:44Offensichtlich hat die Frau Bernstorff ihren Mörder gekannt, denn bevor der das Telefongespräch
11:48unterbrechen konnte, hat sie noch gesagt, das ist mein, mein, das ist...
11:52Es hätte auch mein, mein, mein geliebter Henry heißen können.
11:57Aber ich kannte die Dame wirklich nicht.
11:59Vor der Terrasse in einem Rosenbeet haben wir Fußspuren gefunden.
12:02Aber mit den Abdrücken ist nicht viel anzufangen, die sind zu verschleift.
12:05Auf jeden Fall lasse ich eine genaue Bodenanalyse machen.
12:08Ist im Haus irgendwas aufgebrochen worden?
12:09Nein, keine Anzeichen von Gewaltanwendung.
12:13In der Handtasche der Toten befanden sich 485 Mark, ein paar Schecks, ein Schlüsselbund.
12:18Schmuck?
12:19Auf der Frisierkommode lag eine wertvolle Kette und im Bad auf der Konsole fünf Ringe.
12:24Und dann nachts in der Garderobe.
12:27Nach Raupen macht sich's nicht aus.
12:29Morgen.
12:30Morgen, Gerd.
12:31Also, wen gibt's denn so in der Verwandtschaft?
12:34Also, mein Mann ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen, Vater ist tot, Bruder hat sie nicht,
12:42die Schwester, Gabriele Lohmann, die kommt ja nicht in Frage.
12:45Nein, da gibt's nur einen Stiefsohn.
12:47Michael Bernsdorf studiert hier in München an der TH.
12:50Ein Onkel lebt in Australien, ein anderer ist verstorben.
12:54Ich meld mich da wieder.
12:55Hoffentlich.
12:56Na, dann wollen wir mal an.
12:57Vielleicht können wir von der Schwester was erfahren.
13:00Nee, nee, geh da mal hin.
13:05Muss ja auch benachrichtigt werden.
13:10Was?
13:12Umgebracht?
13:19Erwirkt.
13:20Und das Haus ist ausgeraubt?
13:23Soweit wir feststellen konnten, wurde nichts gestohlen.
13:26Da gibt's die Frau Sedlmüller, die Haushälterin, die ist da besser informiert.
13:29Die ist seit sieben Jahren in dem Haus.
13:31Haben Sie Ihre Schwester oft gesehen?
13:34Nein, nein, nein, unsere...
13:37Unser Verhältnis war nicht besonders gut.
13:40Ja, doch in der letzten Zeit, da haben wir uns besser verstanden.
13:44Entschuldigen Sie.
13:46Oh mein Gott.
13:48Ich kann das gar nicht glauben, dass sie tot ist.
13:51Haben Sie eine Vermutung?
13:52Ich meine, gibt es jemanden, der ein Interesse am Tod Ihrer Schwester haben könnte?
14:01Ich weiß es nicht.
14:03Wer sollte meine Schwester...
14:05Es weist einiges darauf hin, dass Ihre Schwester den Mörder gekannt hat.
14:09Sie meinen den Mann, der Sie erwürgt hat?
14:12Vielleicht gibt es jemanden, der Sie hasste.
14:16Aber doch nicht so.
14:18Sie wohnen nicht mehr in dem Haus Ihres Vaters in der Mauerkehlstraße?
14:21Nein, schon seit Jahren nicht mehr.
14:23Haben Sie einen Schlüssel zu dem Haus?
14:25Nein, warum?
14:26Ihr Vater ist vor einem halben Jahr verunglückt.
14:29Haben Sie sich gut mit ihm verstanden?
14:30Mal mehr, mal weniger.
14:32Mal weniger sind Sie ausgezogen, eh?
14:35Ja, so kann man das sehen.
14:36Hat Ihr Vater Sie zu Lebzeiten finanziell unterstützt?
14:39Ja.
14:41Ach so, jetzt verstehe ich.
14:43Sie suchen ein Motiv.
14:45Das ist eine reine Routinebefragung, Herr Bernsdorf.
14:47Wo waren Sie gestern zwischen 21.15 Uhr und 22.15 Uhr?
14:51Zu Hause.
14:52Ich habe gearbeitet, gelesen.
14:55Keine Zeugen.
14:57Es geht doch um ein beträchtliches Vermögen, das die Frau Bernsdorf dahinter lässt.
15:01Wer profitiert davon?
15:04Na, sicherlich der Stiefsohn.
15:06Michael Bernsdorf.
15:07Vielleicht erbe ich auch etwas.
15:10Ich weiß nicht, wie meine Schwester im Einzelnen verfügt hat.
15:13Aber daraus schließen Sie doch nicht, dass wir Sie umgebracht haben.
15:16Wir verdächtigen grundsätzlich jeden.
15:18Aber um auch den leisesten Verdacht auszuräumen, können Sie mir sicher sagen,
15:21wo Sie gestern zwischen 21.00 Uhr und 22.00 Uhr gewesen sind.
15:25Ich war zu Hause.
15:27Ich hatte ungefähr 30 Gäste bei mir.
15:29Können Sie mir ein paar Namen sagen?
15:33Ulla Gessmann, Frigga Pfeiffer, Günter Holm, Peter Fischer.
15:38Moment, das muss ich mir aufschreiben.
15:40Bitte.
15:41Durch das Loch kommt keiner durch.
15:44Und keiner kommt von hier aus bis an den Türgriff.
15:48Laut Bericht der Funkstreife war die Haustür abgeschlossen.
15:50Zweimal rum.
15:51Die Kette war nicht vorgelegt.
15:53Wenn der Täter durch die Haustür gekommen ist, hat er einen Schlüssel.
15:56Richtig?
15:56Ja.
15:57Den Einbruch hat er vorgetäuscht.
15:59Falsche Fährte.
16:01Ja.
16:02Dann hätte ich aber an seiner Stelle die Kette vorgelegt.
16:05Rausgekommen wäre er in jedem Fall durch die Terrassentür.
16:07Naja, wenigstens hat er sich noch die Mühe gemacht,
16:10uns im Rosenbeet unbrauchbare Spuren zu hinterlassen.
16:41Ich habe natürlich eine Schlüssel.
16:44Aber wer außer mir noch einen hat, das weiß ich nicht.
16:47Ich bin ja auch immer nur von 8 bis 2 Uhr nachmittags hier.
16:50Ist vielleicht in letzter Zeit ein Schlüssel verloren gegangen oder...
16:53Wurden Schlösser ausgewechselt?
16:54Nein, Herr Gers.
16:57Ja.
16:59Aber Frau Bernsdorf hat vor ein paar Monaten einen Haustürschlüssel nachbestellt.
17:02War das vor oder nach dem Tod von Herrn Bernsdorf?
17:05Danach.
17:07Danke, Herr.
17:12Wir waren schon allein.
17:14Also ganz früher, da hatte natürlich der Michael,
17:17ich meine Herr Bernsdorf Junior, einen Schlüssel.
17:20Aber er hat ihn sicher abgeben müssen, als er auszog.
17:23Wieso abgeben müssen?
17:25Wenn Sie jetzt den Kaffee nicht trinken, wird er kalt.
17:27Oh, Entschuldigung.
17:31Herr Bernsdorf Senior war in diesen Dingen sehr akkurat.
17:36Tut gut, Herr Kaffee.
17:38Wissen Sie, warum Herr Bernsdorf Junior ausgezogen ist?
17:41Wann war das, sagten Sie?
17:43Ja, warten Sie mal.
17:45Michael, Michael war damals gerade 19.
17:48Also ist das fünf Jahre her.
17:50Und, warum?
17:52Na ja, Herr Bernsdorf hatte nun wieder geheiratet.
17:57Und Sie wissen ja, wie die jungen Leute so sind.
18:00Und da war es wohl besser, meinte Herr Bernsdorf,
18:02wenn sein Sohn das Haus verlässt.
18:04Michael war damals ja schon erwachsen.
18:07Ein junger Mann.
18:38Michael war damals ja schon erwähnt.
18:46Die Frau Bernsdorf hinterlässt eine Menge Geld.
18:48Wem?
18:49Vor der Testamentseröffnung kann man das nicht genau sagen,
18:52aber es scheint, dass Michael Bernsdorf der Hauptjahre ist.
18:55Wie viel hat er von seinem Vater gehört?
18:58Nur seinem Pflichtteil.
18:59Na, dann ist das doch mein, mein, mein geliebter Stiefsohn.
19:02Schön wär's.
19:04Aber wir sollten den jungen Mann auf jeden Fall unter die Lupe nehmen.
19:08Die Bibliothek bitte.
19:09Die Sofortausgabe.
19:12Hallo, Michael.
19:15Ja, es ist furchtbar.
19:19Ich kann das noch gar nicht fassen.
19:21Ich auch nicht.
19:24Hat die Polizei schon bei dir?
19:26Zurück.
19:27Können wir uns heute sehen.
19:29Ich bin irgendwie dir vor den Kopf geschlagen.
19:33Pass auf, wir treffen uns im Opernespresso, hm?
19:36Vor fünf komm ich hier nicht weg.
19:37Ja.
19:38Halb sechs.
19:40Tschüss.
19:41Ciao.
19:57Hallo?
19:58Hallo?
19:59Hat für ihn auch geklingelt?
20:01Ja, ist mit Unverschämtheit.
20:04Hallo?
20:22Hallo?
20:23Tschüss.
20:28Das war's.
21:02Das war's.
21:26Das war eine zauberhafte Party.
21:28Wissen Sie, Gabriele ist eine ausgezeichnete Gastgeberin, aber was hat das mit dem Mord an der Schwester zu tun?
21:33Es geht darum, ob Frau Lohmann die Party für eine halbe Stunde hätte verlassen können.
21:37Um was zu tun?
21:38Es geht ganz präzise um die Zeit zwischen 21.30 Uhr und 22 Uhr.
21:43Also es geht um Ihr Alibi?
21:45Ja, genau so ist es.
21:46Entschuldigen Sie bitte, Herr Doktor. Der Patient ist soweit.
22:00Sagen Sie, wann ist das Heute-Journal?
22:0321.45 Uhr.
22:05Na wunderbar.
22:07Irgendjemand kam auf die dusse Idee, den Fernseher einzuschalten.
22:10Da fing gerade das Heute-Journal an.
22:12Es standen alle davor.
22:13Gabriele selber hat den wieder ausgemacht.
22:17Vielen Dank.
22:18Es war ja auch nur eine Routineüberprüfung.
22:21Also dann komme ich als Mörder auch nicht in Frage.
22:23Vielen Dank, Herr Doktor.
22:32Wir haben mich nach meinem Alibi gefragt.
22:34Mich auch.
22:36Das ist ein Schwachsinn.
22:38Und, Herr Storinz?
22:39Gott sei Dank.
22:40Ich habe eine Party gegeben.
22:43Man kommt sich vor wie ein Krimineller.
22:46Na, dann hast du ja ein Alibi.
22:50Du nicht?
22:51Nein, ich war zu Hause allein.
22:54Hat dich niemand angerufen?
22:56Nein.
22:58Das heißt, das Telefon hat mal geklingelt, aber ich bin blöderweise nicht rangegangen.
23:01Weißt du was?
23:02Ich mache dir einen Vorschlag.
23:03Ich habe dich angerufen.
23:07Na, ich könnte dich doch angerufen haben.
23:10Ich habe dich angerufen, um dir zu sagen, ob du nicht rüberkommen willst.
23:13Und du hast gesagt, du könntest nicht, weil du für deinen Examen büffeln musst.
23:17Warum habe ich das dann der Polizei nicht gleich gesagt?
23:19Ach, das hast du in der Aufregung vergessen.
23:24So gut.
23:28Und wann war das?
23:30Warte mal.
23:32Kurz vor 22 Uhr.
23:35Sag mal, Michael, hast du noch einen Schlüssel für Claudias Haus?
23:39Nein.
23:41Das hat mich die Polizei auch gefragt.
23:42Mich auch.
23:44Andererseits behaupten sie, dass der Mörder durch die eingeschlagene Terrassentür gekommen ist.
23:48Das verstehe ich nicht.
23:49Verstehst du das?
23:50Nein, das ist mir auch egal.
23:52Ich kann mir überhaupt nicht vorstellen, wie sowas macht.
23:55Das ist ein Irrer, oder?
23:57Vielleicht hatte sie ein Verhältnis.
24:00Dein Vater ist doch schon ein halbes Jahr tot.
24:02Quatsch.
24:04Entschuldige.
24:04Das wäre aber möglich.
24:06Das ist aber nicht so.
24:13Trotz des Interesses, dass die Lohmann aus finanziellen Gründen am Tod ihrer Schwester haben könnte,
24:17als Täter kommt sie nicht in Frage, Leo.
24:19Die hat ein einwandfreies Alibi.
24:21Das habe ich überprüft.
24:22Das ist ein Bernsdorf-Judy nicht.
24:24Dann bestellen ihn bitte für morgen zur Vernehmung.
24:26Das würde ich tun.
24:27Wie wäre es mit einem Durchsuchungsbefehl?
24:30Entschuldigen Sie.
24:31Ich habe vergessen, Ihnen was Wichtiges zu sagen.
24:33Also jedenfalls, was Wichtiges für mich.
24:35Bitte setzen Sie sich da.
24:36Danke, das ist nur ganz kurz.
24:38Ihnen ist eingefallen, dass ich doch einen Zeugen dafür habe, dass ich zu Hause war.
24:42In der Mordnacht?
24:43Ja, Frau Lohmann hat mich angerufen.
24:45Können Sie sich an die Zeit erinnern?
24:46Das muss so zwischen 21 und 22 Uhr gewesen sein.
24:50Haben Sie mit Frau Lohmann schon darüber gesprochen?
24:52Nein, ich habe sie noch nicht erreicht.
24:53Das ist mir gerade eben erst eingefallen.
24:58Vielleicht kann Sie sich an die genaue Uhrzeit erinnern.
25:00Ich rufe da mal an.
25:40Ich rufe da mal an.
25:52Lohmann, Herr Heimann, ja, ich habe bei Herrn Bernsdorf angerufen.
26:01Doch an die Uhrzeit kann ich mich gut erinnern, kurz nach Beginn des Heute-Journals.
26:07Aber Sie hatten doch Gäste und haben Sie trotzdem Ferngesehen?
26:11Ach so, Fasching, jemand hatte nur so...
26:14Dann war das um, äh, circa um 22 Uhr.
26:21Dankeschön, vielen Dank.
26:24Wo wohnen Sie, Herr Bernsdorf?
26:26Hartmannstraße 71.
26:28Ich wollte Sie morgen eigentlich zu einer Vernehmung bitten, aber es verübrigt sich ja nun.
26:33Ja, Wiedersehen.
26:35Wiedersehen, Herr Bernsdorf.
26:40Auf die Idee, dass die beiden sich abgesprochen haben, bist du nicht gekommen.
26:45Ich nehme mich sogar an.
26:46Warum lässt du ihn dann gehen?
26:48Weil ich es genau wissen will.
26:50Vom Tatort bis zu seiner Wohnung braucht er mindestens eine halbe Stunde.
26:55Nur damit du Bescheid weißt, Leo.
26:57Frau Lohmann, von wo haben Sie mit Herrn Bernsdorf telefoniert?
26:59Von dort. Es gibt nur diesen Apparat in der Wohnung.
27:03Es kann also durchaus sein, dass jemand, der in Ihrer Nähe stand, ohne es zu wollen,
27:09etwas von Ihrem Gespräch mitgekriegt hat.
27:11Ja, durchaus. Bitte.
27:15Vielleicht erinnern Sie sich, wer da in Frage kommt?
27:20Ja, Dieter stand hier mit Frigga.
27:24Und Ulla Gessmann, genau, Ulla.
27:26Sie fragte mich noch nach Michael, aber...
27:30Aber?
27:32Warum?
27:34Bitte, wie heißt sie?
27:37Ulla Gessmann.
27:39Aha, die genaue Adresse?
27:41Klenzestraße, 28 A.
27:44Danke. Und die Telefonnummer?
27:4724, 24, 85, 79.
27:52Darf ich ein Apparat benutzen?
27:54Ja, bitte.
27:55Danke.
28:07Chris, Henry, ich bin bei Frau Lohmann.
28:10Rufst du bitte 24, 85, 79 an?
28:14Eine Frau Ulla Gessmann.
28:16Es geht um die Überprüfung des bewussten Anrufs.
28:19Verstanden.
28:20Mal sehen, an was ich die Dame noch erinnern kann.
28:22Ich ruf dich zurück.
28:27Sie trauen mir nicht.
28:29Genau genommen niemanden.
28:31Es könnte doch sein, dass Sie sich mit Herrn Bernsdorf verabredet haben.
28:34Ich verstehe.
28:36Und damit ich mich nicht mit Frau Gessmann abspreche,
28:38bleiben Sie jetzt hier, während Ihr Kollege meine Freundin verhört.
28:42Etwa fragt, ein kleiner Unterschied.
28:44Reine Routinesache.
28:47Selbstverständlich.
28:48Aber setzen wir uns doch.
28:53Dann ist ja das Alibi von Bernsdorf geplatzt.
28:56Sozusagen.
28:57Ich sag dir was.
28:58Diese Frau Lohmann,
29:00die ist nicht ganz in Ordnung.
29:06Augenblick bitte.
29:07Ja.
29:10Ja.
29:11Ja.
29:16Lohmann.
29:18Ja.
29:19Einen Augenblick.
29:26Für Sie.
29:28Danke.
29:30Ja.
29:31Der Zeitpunkt des Anrufs stimmt.
29:33Nur nach Aussage von Frau Gessmann war Bernsdorf nicht zu Hause.
29:37Jedenfalls ging er nicht ans Telefon.
29:39Keiner Unterschied, was?
29:46Sie haben eine falsche Aussage gemacht.
29:50Ich wollte ihm einen Gefallen tun.
29:52Ach ja?
29:53Mit einer Lüge.
29:54Glauben Sie, dass Michael etwas zu tun hat mit dem Mord?
29:57Das kommt nicht darauf an, was Sie oder ich glauben.
30:00Es kommt auf Tatsachen an.
30:02Warum hätte er das tun sollen?
30:05Ich hatte immer den Eindruck...
30:06Ja, ich hatte immer den Eindruck, er würde sich mit seiner Stiefmutter besonders gut verstehen.
30:12Naja gut, vielleicht ist da was vorgefallen zwischen Claudia und ihm, aber...
30:16Nein.
30:18Ich hatte immer den Eindruck, die beiden würden sich besonders gut verstehen.
30:21Was meinen Sie mit besonders gut?
30:24Herr Kress, das gehört nicht hierher.
30:25Ich wäre Ihnen sehr verbunden, Frau Lohmann, wenn Sie das mir überlassen würden.
30:30Es geht schließlich um Mord.
30:33Herr Kress, ich möchte keine Gerüchte in die Welt setzen.
30:35Und diese Angelegenheit, die liegt schon Jahre zurück.
30:40Naja gut.
30:41Also vor ein paar Jahren, da hat der Vater von Michael seinen Sohn aufgefordert, das Haus zu verlassen.
30:47Warum?
30:48Naja, weil er...
30:56Er glaubte, dass sich sein Sohn versuchte in seine Stiefmutter, also mein Gott, dass er sich in Claudia verliebt hätte.
31:06Und deshalb musste er aus dem Haus?
31:07Ja.
31:09Und nach dem Tod von Herrn Bernsdorf?
31:12Herr Kress, das sind nur Gerüchte.
31:15Ich weiß ja gar nicht, ob die Vermutung von Herrn Bernsdorf damals gestimmt hat.
31:19Und selbst wenn Sie ein Verhältnis miteinander gehabt hätten, dann...
31:25Weshalb sollte er sich jetzt...
31:27Das ist doch noch absurder, oder?
31:29Es sei denn, es hätte eine Auseinandersetzung zwischen den beiden gegeben.
31:33Nein, nein. Dazu möchte ich nichts sagen.
31:38Schönen Dank, Frau Lohmann.
31:49Tja, dann. Auf Wiedersehen, Herr Kress.
31:51Auf Wiedersehen, Frau Lohmann.
32:18Michael?
32:20Michael, ich muss dich sofort sprechen. Es ist was passiert.
32:24Nein, nicht am Telefon. Am besten, ich komme zu dir.
32:28Okay, bis gleich.
32:53Gerd, es hat sich da jetzt einiges ergeben. Leier doch mal eine Überwachung von Bernsdorf an.
32:59Okay.
33:08Also, mir ist was ganz Idiotisches passiert.
33:12Du kennst doch Ola Gessmann. Die war auf meiner Party.
33:15Ja, und?
33:16Die war dabei, als ich dich angerufen habe. Und die hat mitgekriegt, dass du dich nicht gemeldet hast.
33:21Wieso hast du mich denn wirklich angerufen?
33:22Ja.
33:24Das hast du mir ja gar nicht gesagt.
33:26Das wäre ja auch egal, aber durch die Gessmann weiß die Kripo, dass du dich nicht gemeldet hast.
33:34Aha.
33:36Dann ist mein Alibi also geplatzt.
33:38Nicht nur das.
33:40Ich bin wegen falscher Aussage dran.
33:47Und die Kripo fragt sich jetzt, warum du ein falsches Alibi brauchst.
33:52Also, komme ich mir schon selber wie ein Verbrecher vor.
33:55Wo warst du denn wirklich?
33:57Fängst du jetzt auch schon an?
33:58Entschuldige, aber da ist noch was.
34:01Was denn noch?
34:03Die Polizei vermutet, dass du ein Verhältnis mit Claudia hattest.
34:07Ich weiß nicht, wer ihnen diesen Blödsinn erzählt hat, aber...
34:11Was ist, Michael? Ist da was dran?
34:13Was heißt, ist da was dran?
34:16Natürlich ist da nichts dran.
34:18Und wenn da was dran wäre, warum soll ich sie dann umgebracht haben? Aus Liebe oder was?
34:22Reg dich nicht auf.
34:23Dass man mich überhaupt verdächtigt.
34:25Du könntest ganz genauso gut.
34:26Das ist doch schwachsinnig.
34:28Weißt du was?
34:29Du verschwindest einfach für ein paar Tage.
34:31Zwei, drei Tage.
34:32Hast du nicht eine Freundin oder Bekannte oder...
34:40Eine Wohnung.
34:47Bringst du mich hin?
34:48Mhm.
34:52Das wurde in der Einfahrt vom Haus der Ermordeten gefunden.
34:55Ein Reflektor von der Autotür.
34:57Vom Wagen der Toten stammt es aber nicht.
34:58Ich werde mich drum kümmern.
35:00Abend.
35:01Also.
35:02Sieht so aus, als ob Bernsdorf Junior ein Verhältnis mit der Ermordeten hatte.
35:07Neuigkeiten von der Spurensicherung.
35:09Ja.
35:09Gefunden im Papierkopf von Claudia Bernsdorf.
35:11Geschrieben auf ihrer Schreibmaschine.
35:14Schaut den Abschiedsbrief werden.
35:16Eindeutig.
35:18Aha.
35:20Zweiter Versuch.
35:21Geht aber nicht daraus hervor, an wen.
35:23Wenn das wirst, wie du sagst, Leo, dann sind wir doch schon hart am Ball.
35:26Die Überwachung von Bernsdorf fängt morgen früh um fünf an.
35:29Aldo, dann wollen wir mal jetzt Schluss machen.
35:32Ich bin ganz deiner Meinung, Gerd.
35:34Gute Nacht, Leo.
35:35Schlaf.
35:35Moment.
35:37Ich bin ganz deiner Meinung, ich bin ganz deiner Meinung, ich bin ganz deiner Meinung.
36:20Heimann.
36:21Morgen jetzt.
36:23Ich mache jetzt nicht, ich rufe dann später zurück.
36:25Leo, der Bernsdorf ist weg.
36:28Der besorgen Haftbefehl.
36:30Mach ich.
36:31Seine Wohnung sollten wir vornehmen.
36:32Schon erledigt.
36:33Und die Lohmann?
36:35Mir kommt es ja immer mehr so vor, als ob die beiden unter einer Decke stecken.
36:37Lass sie überwachen.
36:39Müll dich ab sofort, sonst kommen wir da auch zu spät.
36:42Wo ist denn Henry?
36:43Der will sich den Wagen von Bernsdorf mal anziehen.
36:45Der steht nämlich vor der Tür.
36:46Ich hoffe doch aber nur von außen.
36:48Ich bin ganz deiner Meinung, ich bin ganz deiner Meinung.
37:24Ich bin ganz deiner Meinung.
37:33Ich bin ganz deiner Meinung.
37:37Ich bin ganz deiner Meinung.
37:45Hier.
37:45Wie war ich von den drücken?
37:47Ich bin ganz deiner Meinung.
38:01Das war in Wahrheit hinten im Toilettenschrank.
38:05Riecht mal.
38:07Das riecht wie im Schlafzimmer der Morderten.
38:10Guck mal.
38:12War eben im Bücherregal gefunden.
38:31Arzt, mach bitte mal die Handbremse los.
38:34Guck mal.
39:05Also wenn du mich fragst, Leo, aber nach den Fotos brauchst du mich eigentlich gar nicht mehr zu fragen.
39:11Ich gebe den Bernsdorf in die Verhandlung, Gerd.
39:13Den habe ich in Bernsdorfswagen unter dem Teppich gefunden.
39:16Weißt du, was ich glaube?
39:19Das ist im Augenblick gar nicht so wichtig. Wichtig ist, wenn der Schlüssel passt.
39:23Dann würde ich es mal in der Mauer-Kircherstraße versuchen, bei Claudia Bernsdorf.
39:25Meinst du?
39:26Glaube ich.
39:27Dann wird es mal.uin
39:27hundred. War.
39:42So.
39:49Das war's.
40:23Musik
40:43Die Person hat ihren Wagen mit einer Einkaufszug verlassen und das Haus in der Pariser Straße 105 betreten.
40:50Ja, ja, das Haus wird offensichtlich renoviert.
40:54Die leere Wohnung im ersten Stock.
40:57Fahren wir gleich hin?
40:59Alles klar.
41:18Wo ist eigentlich dein Wagen?
41:20Vorm Haus. Warum?
41:23Das steht ja nicht mehr.
41:26Sie haben den wahrscheinlich abgeschleppt.
41:29Wer?
41:30Na, die Kripo.
41:32Was?
41:36Ich habe daraufhin bei dir angerufen. Da hat sich die Polizei gemeldet.
41:52Michael, was können die bei dir finden?
42:07Martin!
42:10Nicht aufmachen!
42:29Frau Lohmann, öffnen Sie bitte die Kriminalpolizei.
42:34Frau Lohmann, machen Sie die Tür auf. Ich weiß, dass Sie da drin sind.
42:41Herr Heimann!
42:47Ich darf doch, oder?
42:48Vorher wussten Sie, dass ich hier bin.
43:06Wir suchen den Herrn Bernstorf.
43:08Er müsste in der Bibliothek sein.
43:10Ist er aber nicht.
43:31Herr Heimann, was wollen Sie von Michael Bernstorf?
43:34Er kann unmöglich was mit dem Mord an meiner Schwester zu tun haben.
43:52Ich werde in der Bibliothek sein.
43:57Ich werde in der Bibliothek sein.
43:59Ich werde in der Bibliothek sein.
44:27Jetzt geh bitte mit Herrn Bernsdorf rüber. Ich möchte mich noch mit Frau Lohmann unterhalten.
44:31Ist gut, Leo. Brauchst du das Tonbandgerät?
44:33Nee, kannst du mitnehmen. Können Sie bitte mitkommen?
44:40Bitte, Frau Lohmann, nehmen Sie Platz.
44:42Danke. Herr Kress, ich weiß, Sie sind mit mir nicht ganz zufrieden.
44:48Sie hätten uns eine Menge Arbeit ersparen können, wenn Sie von Anfang an bei der Wahrheit geblieben wären.
44:53Ich weiß, dass ich mich strafbar gemacht habe.
44:55Warum haben Sie das getan?
44:57Ich wollte Michael helfen. Er ist in eine schreckliche Situation geraten.
45:01Ja, ja, er ist sehr belastet.
45:04Und durch mich ist er da hineingeraten. Es tut mir leid.
45:09Aber manchmal tut er Dinge, die er dann lieber nicht getan hätte.
45:16Auf Wiedersehen, Frau Lohmann.
45:20Auf Wiedersehen, Herr Kress.
45:32Ich habe mit dem Mord nichts zu tun.
45:34Wir haben in Ihrer Wohnung Fotos von Ihnen und Claudia Bernsdorf gefunden.
45:38Außerdem eine Flasche Parfum, die offensichtlich ihr gehörte.
45:41Sie hatten ein Verhältnis mit Claudia Bernsdorf.
45:43Ja.
45:45Warum haben Sie das bei Ihrer Befragung nicht ausgesagt?
45:49Weil das mit dem Mord nichts zu tun hat.
45:51Das sehen wir aber anders.
45:53Sie haben ausgesagt, dass Sie keinen Schlüssel zum Haus Ihrer Stiefmutter haben.
45:59Ja, das stimmt.
45:59Wir haben aber einen gefunden. In Ihrem Wagen.
46:05Das ist unmöglich.
46:06Es ist eine Tatsache, Herr Bernsdorf.
46:12Das kann nicht sein.
46:13Es ist.
46:15Und es wäre besser, wenn Sie es zugeben würden.
46:17Es ist doch...
46:19völlig wahnsinnig.
46:29Wo waren Sie während der Zeit, als der Mord begangen wurde?
46:37In der Wohnung, in der Sie mich verhaftet haben.
46:39Warum haben Sie das damals nicht ausgesagt?
46:44Die Wohnung...
46:44Weil das Haus Claudia Bernsdorf gehörte und Sie nicht wollten,
46:47dass wir von Ihrer Beziehung zu ihr erfuhren.
46:49Wie lange waren Sie in der Wohnung?
46:51Von 21 Uhr an ungefähr eine Stunde.
46:54Haben Sie dafür Zeugen?
46:57Nee, leider.
46:59Warum waren Sie in der Wohnung?
47:02Ich hatte ein Telegramm bekommen.
47:05Claudia wollte mich dort treffen.
47:06Wann?
47:07Um 21.30 Uhr.
47:10Das stand in dem Telegramm?
47:12Ja.
47:13Und das Telegramm haben Sie weggeworfen?
47:18Nein.
47:21Das Telegramm muss noch auf dem Küchentisch sein.
47:23In meiner Wohnung.
47:28Das ist bei der Durchsuchung nicht gefunden worden.
47:30Aber wir können doch mal nachsehen.
47:31Das ist ganz sicher da.
47:36Danke.
47:37Moment, ich komme gleich.
47:39Tag, Herr Bernsdorf.
47:43Darf ich mich setzen?
47:47Bitte.
47:56Das Telegramm war nicht auf Ihrem Küchentisch.
48:01Aber...
48:02Kann es sein, dass es nie existiert hat?
48:06Es existierte.
48:08Warum wäre ich sonst in die Wohnung gegangen?
48:11Ich bezweifle, dass Sie dort waren.
48:13Ich war dort.
48:14Herr Bernsdorf, der Reflektor von der Beifahrertür Ihres Wagens wurde im Eingang gefunden.
48:19Unser Labor hat Erdreste analysiert, die wir in Ihrem Wagen gefunden haben.
48:24Es ist einwandfrei erwiesen, dass diese Erde aus dem Rosenbeet vor der Terrasse des Hauses von Frau Bernsdorf stammt.
48:30Die Indizien überführen Sie.
48:34Herr Bernsdorf, Sie sollten ein Geständnis ablegen.
48:38Die Beweise sind lückenlos.
48:42Und warum soll ich es gemacht haben?
48:47Claudia Bernsdorf war durch die Hinterlassenschaft Ihres Vaters sehr vermögend.
48:52Und Sie sind, soviel ich weiß, nun der Haupterbe.
48:56Ich liebe Claudia.
49:02Und wenn es wirklich um das Geld ginge, dann hätte ich das Geld ja auch heiraten können.
49:06Das wäre viel einfacher gewesen.
49:07Und auch im Sinne des Gesetzes.
49:08Also warum?
49:10Richtig.
49:11Aber Claudia Bernsdorf wollte sich ja von Ihnen trennen.
49:16Das ist mir allerdings neu.
49:18Es hat doch keinen Sinn, das zu leugnen.
49:20Wir haben zwei Entwürfe gefunden.
49:22Anfänger eines Abschiedsbriefes an Sie.
49:24Also ich habe keinen Abschiedsbrief bekommen.
49:27Oder haben Sie bei mir einen gefunden?
49:29Nein.
49:30Wäre ja auch mehr als leichtsinnig gewesen, ihn aufzuheben.
49:36Wollen Sie nicht doch ein Geständnis ablegen?
49:42Nein.
49:44Die Indizien werden ja wohl ausreichen.
49:47Das mit Sicherheit.
49:49Na ja, kann ich ja nur noch gratulieren.
50:00Ich habe den Schlüssel zu dem Haus gehabt.
50:03So?
50:04Ja, ich habe ihn weggeworfen.
50:07Am Tag nach dem Mord.
50:08Nach dem Verhör.
50:10In einem Gulli.
50:11In der Türkenstraße, gleich hinter der Uni.
50:15Das ist jetzt ja auch völlig gleichgültig.
50:17Die Chancen, ihn da noch zu finden, sind minimal.
50:22Darum geht es mir ja gar nicht.
50:25Ich weiß ja, dass ich ihn da hineingeworfen habe.
50:29Nur, wie können Sie ihn dann in meinem Auto finden?
50:34Das ist doch...
50:36Siehst du, das ist ein Mittelalter.
50:39Hexerei.
50:40Sind Sie, Herr Bernsdorf, gerade daran, glaube ich nicht.
50:46Herr Gebele, wie viel Zeit war vergangen zwischen der Unterbrechung des bewussten Gesprächs,
50:51also dem Hilferuf, und Ihrem Rückruf?
50:53Höchstens eine Minute.
50:54Sie sind sicher, Sie haben einen Anrufbeantworter gehört?
50:57Ja, ganz sicher.
50:59Es kam die Ansage mit Name, Rufnummer, dann noch, äh, ich bin.
51:03Plötzlich brach es ab.
51:04Da haben Sie aufgelegt.
51:05Ja, aber ich habe die Nummer nochmal gewählt, aber dann kam nichts mehr.
51:20Hallo?
51:22Na, Henry?
51:24Ja, wie ich vermutet hatte.
51:26Keine Ansage.
51:28Das Band ist also scheinbar gelöscht.
51:30Danke.
51:53Das Band ist also scheinbar.
52:09Der Fall ist abgeschlossen.
52:11So gut wie.
52:13Und der Bernsdorf ist so gut wie erledigt.
52:16Seid ihr so sicher?
52:17Die kleinen Webfehler werden wir schon noch beseitigen.
52:23Seit wann haben wir denn einen Videorekorder?
52:26Donnerwetter.
52:27Nur geliehen.
52:28Ich hab mir da ne kleine Überraschung ausgedacht.
52:31Aber wir haben doch noch gar nicht Weihnachten.
52:33Ja, bitte?
52:39Guten Tag, Herr Kress.
52:40Guten Tag, Frau Lohmann.
52:42Sie haben mich herbestellt?
52:44Ja.
52:45Bitte, nehmen Sie Platz.
52:52Frau Lohmann, ich bin zu der Überzeugung gelangt,
52:55dass Sie Ihre Schwester Claudia Bernsdorf ermordet haben.
53:01Ich?
53:02Ja.
53:04Michael Bernsdorf ist unschuldig.
53:06Ich find das ungeheuerlich, was Sie mir da unterstellen.
53:10Abgesehen davon kann ich's nicht gewesen sein.
53:12Ach, ich mein Ihr Alibi.
53:13Sie haben doch alles überprüft.
53:15Wie genau Zeit?
53:16Frau Lohmann, wie spät ist es jetzt?
53:21Zehn nach elf.
53:51An dieser Stelle etwa haben Sie den Rekorder wieder abgeschaltet.
53:55Und alle waren der Meinung, es sei 21.45 Uhr.
53:57Und alle haben das auch ausgesagt.
54:00Tatsächlich war es bereits 22 Uhr.
54:03Denn um 21.45 Uhr waren Sie noch im Haus Ihrer Schwester.
54:07Aber...
54:08meine Schwester hat doch gesagt, das ist mein, mein...
54:12Das haben Sie gesagt, Frau Lohmann.
54:14Um auf einen männlichen Täter hinzuweisen.
54:17Ich?
54:17Ja, Sie.
54:18Sie!
54:20Nachdem Sie Ihre Schwester erwirbt hatten.
54:27Ich hab meine Schwester gehasst.
54:29Warum haben Sie Ihre Schwester gehasst?
54:32Ich hab Otto Bernsdorf sehr geliebt.
54:35Wir wollten heiraten.
54:39Sein Sohn Michael war dagegen.
54:41Er mochte mich nicht.
54:43Er beeinflusste seinen Vater.
54:47Zu dieser Zeit kam Claudia nach Deutschland zurück
54:50und drängte sich zwischen uns.
54:53Unsere Verbindung brach auseinander.
54:56Und die beiden heirateten.
54:58Kurze Zeit darauf fing sie mit seinem Sohn ein Verhältnis an.
55:02Sein Vater war nicht in der Lage, sich dagegen zu wehren
55:05und die richtige Konsequenz zu ziehen.
55:07Die beiden haben sein Leben zerstört.
55:10Und dafür sollten sie büßen.
55:13Aber Otto Bernsdorf ist doch bei einem Autounfall ums Leben gekommen.
55:19An diesen Unfall hab ich nie geglaubt.
55:21Sie vermuten also ein Verbrechen?
55:23Haben Sie Beweise?
55:24Oder gibt es Anhaltspunkte, die Ihre Vermutung bestätigen?
55:28Nein.
55:29Aber sein Tod kam den beiden sehr gelegen.
55:32Und wenn es nur die psychische Verfassung war,
55:34die zu diesem Unfall führte,
55:36dann sind die beiden die Ursache seines Todes.
55:38Sie sollten ihrer Strafe nicht entgehen.
55:41Sie schrieben die Entwürfe für diesen Abschiedsbrief,
55:44den wir im Papierkorb Ihrer Schwester finden sollten.
55:49Und die wir auch gefunden haben.
55:52Ja.
55:53Und dann holte ich die Parfumflasche aus dem Bad.
56:12Ich nehme den Haustürschlüssel an mich.
56:14Und den Schlüssel vom Apartment von Michael Bernsdorf?
56:17Ja.
56:20Dann riefen Sie die Feuerwache an?
56:22Ja.
56:23Weil Sie annahmen, dass Anrufe bei der Polizei grundsätzlich mitgeschnitten werden.
56:27Und einen Stimmvergleich mussten Sie auf jeden Fall vermeiden.
56:31Ja.
56:32Hätten Sie aber beinah Pech gehabt.
56:40Hier ist der automatische Anrufbeantworter von Claudia Bernsdorf.
56:44Die Nummer 2800 723.
56:47Ich bin im...
56:53Um ganz sicher zu gehen, löschen Sie das Ansageband.
56:55Ja.
56:57Und dieses gelöschte Band hat mich nachdenklich gemacht, Frau Lohmann.
57:02Die eingeschlagene Scheibe der Terrassentür, die völlig sinnlos schien.
57:06Weil man ja von da aus gar nicht an die Türklinke kommen konnte.
57:10Zwang uns zu der Annahme, dass der Täter einen Hausschlüssel hatte.
57:14Was Sie erreichen wollten.
57:16Und diesen Hausschlüssel haben Sie dann in das Auto von Michael Bernsdorf praktiziert.
57:21Und das Telegramm, das Herrn Bernsdorf in die Wohnung bestellte, haben Sie ihm geschickt?
57:25Mhm.
57:26Dann haben Sie es wieder an sich gebracht und vernichtet?
57:28Ja.
57:30Henry.
57:52Genau.
57:54Ja.
58:24Ihr nehmt es, Paulsie.
59:08Untertitelung des ZDF, 2020
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