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00:00It's going to be about sex.
00:01It's going to be about sex.
00:03It's going to be about sex.
00:03It's going to be about sex.
00:08But honestly,
00:10in the most cases,
00:11we want to do that.
00:13I was the one who said,
00:16that I don't have children.
00:19How do I become not pregnant?
00:21A question like sex.
00:23Who wants to be every year pregnant?
00:25Who wants to be pregnant?
00:27Die sich aber meistens nur eine Seite stellt.
00:30Ich finde es ja schon bezeichnend,
00:31dass wir jetzt hier nur mit Mädchen sprechen.
00:34Ich gehe auf eine Reise
00:35durch die Geschichte der Verhütung.
00:38Stoße auf Widerstände.
00:39Junge Mädchen sollten eigentlich
00:41erstmal Enthaltsamkeit üben.
00:42In der damaligen Zeit hat man nichts
00:45über Verhütung erfahren.
00:46Treffe auf Frauen, die sich dagegen wehren.
00:48Der einzige Verhütungsartikel,
00:50der verwendet werden kann,
00:52ohne dass es der Mann erfährt.
00:54Auf eine Gesellschaft, die sich verändert.
00:55Ich kann mir nicht vorstellen,
00:57dass ein verklärmter Lehrer in der Lage ist,
00:59selber praktisch aufzuklären.
01:01Auf Menschen, die selbst kreativ werden.
01:03Zehn Minuten pro Hoden pro Woche,
01:05um eben diese Zeugungsunfähigkeit zu erreichen.
01:07Und radikale Schritte gehen.
01:09Ich möchte mir nicht vorschreiben lassen,
01:11wie ich über meinen Körper zu bestimmen habe.
01:13Ich möchte das alleine entscheiden.
01:15Wer trägt die Verantwortung?
01:17Würden Sie die Pille für den Mann nehmen?
01:18Nein.
01:19Und wer die Nebenwirkungen?
01:20Warum sind wir so begeistert stehen geblieben,
01:23mit diesem Gedanken, uns Hormone
01:24über den ganzen Zyklus zu geben?
01:26Kein Mann ist das wert.
01:30Da wird die Frage ja wohl mal erlaubt sein.
01:31Warum ist Verhütung eigentlich immer noch Frauensache?
01:34Und war das schon immer so?
01:41Ich habe mir im Dezember die Spirale einsetzen lassen.
01:44Und ich kann nicht mehr.
01:45Ich habe nach zwölf Jahren die Pille abgesetzt.
01:49Als ich sie noch genommen habe, habe ich jeden Tag geweint.
01:52Ich habe mich gefühlt wie ein Roboter.
01:53Ich habe morgen meinen Termin,
01:56um mir meine Spirale entfernen zu lassen.
01:58Fünf Monate lang habe ich mich gequält.
02:00Fünf Monate.
02:01Diesen Schmerz tue ich mir ganz sicher nie wieder an.
02:03Alle Frauen, was machen wir jetzt eigentlich?
02:05Was machen wir jetzt eigentlich mit der Verhütung?
02:07Was machen wir?
02:11Edel Damen und Edelherren, mein Name ist Melina Heuschen.
02:13In den sozialen Medien bin ich besser bekannt als Miss History.
02:16Adolf Hitler hasste roten Lippenstift.
02:18Warum wünschen wir jemanden, wenn er niest, eigentlich Gesundheit?
02:21Wusstest du, dass die erste Rente in Deutschland so gestaltet war,
02:24dass fast gar keiner sie bekommen hat?
02:26Und wir müssen heute reden.
02:28Und zwar über Verhütung.
02:31Noch reiner Frauenjob?
02:33Dabei ist es doch ein großes Thema in heterosexuellen Beziehungen.
02:37Weil es beide Seiten betrifft.
02:39Betreffen sollte.
02:55Wie denkt ihr darüber, ist Verhütung immer noch Frauensache?
02:59Weil ich finde es ja schon bezeichnend, dass wir jetzt hier nur mit Mädchen sprechen.
03:03Wie waren das mit den Jungs?
03:04Also ich glaube, das ist so auch sehr mit Scham behaftet bei den Jungen.
03:08Weil sie, glaube ich, auch denken, dass es nicht ihre Verantwortung ist.
03:10Alle wollen halt so dazugehören und wollen cool sein und so.
03:13Weil wenn einer sich sagt, ja nee, ist ja voll peinlich, dann wird sowieso kein anderer mitmachen.
03:19Also ich habe auch das Gefühl, die haben so eine andere Beziehung zueinander.
03:22Und ich glaube, wir reden auch wirklich viel offener als die so darüber.
03:26Redet man auch mit Jungs?
03:27Was sie jetzt benutzen oder wie?
03:29Ja.
03:29Ja, meistens halt Kondom oder gar nichts.
03:33Der bekannte Coitus Interruptus.
03:36Nicht besonders sicher.
03:38Aber kennen Sie noch andere Verhütungsmittel?
03:40Also welche kennt ihr alle? Erstmal für die Frau.
03:42Die Pille, dann gibt es das Frauenkondom.
03:45Es gibt so eine Hormonspritze.
03:47Die Spirale.
03:49Diaphragma.
03:49Wie heißt das?
03:50Es gibt auch so einen Hormonpflaster.
03:53Klingt irgendwie, als ob das wehtut.
03:55Wenn ihr das jetzt so resümieren müsstet.
03:58Wie viel Prozent tragen die Mädels im Thema Verhütung bei?
04:02Und wie viel Prozent die Jungs?
04:04Bestimmt.
04:0580, 20 oder so.
04:07Ich glaube, weil es bisher vor allem Frauenverhütungsmittel gibt.
04:11Und weil ja auch wenn dann die Frau schwanger wird.
04:13Und dadurch wurde das halt normalisiert,
04:15dass die Frau sich dann natürlich auch um die Verhütung kümmern muss.
04:18Vielleicht haben auch Frauen oft, glaube ich, nicht so ganz das Vertrauen in Männer so.
04:23Der Mann kann ja sozusagen einfach abhauen.
04:25Rede, rede, rede, rede.
04:27Luisa, ist Verhütung Frauensache?
04:30Oh, direkt mit so einer großen Frage zu starten.
04:35Viele sagen, du als Frau kannst ja schwanger werden, deswegen bist du auch für Verhütung zuständig.
04:40Aber das ist natürlich sehr einfach und kurz gedacht.
04:50Verhütung ist eine uralte Kulturpraxis. Das ist nicht irgendwas Modernes, so wie wir uns das häufig vorstellen.
04:57So dieses hilflos ausgeliefert sein und schon wieder ein Kind bekommen, obwohl man vielleicht nicht genug Ernte hat, nicht genug
05:03zu essen, nicht genug Geld.
05:05Das ist etwas, was die Menschen schon immer bewegt hat.
05:08Also hier seid ihr zu früh dran. Wir bekommen noch so viele Kinder, wie es geht, weil wir mächtige Gegner
05:13haben.
05:14Schaut euch mal um. Mammuts everywhere.
05:16Okay, well, so früh dann vielleicht doch noch nicht.
05:19Aber, believe it or not, Empfängnisverhütung ist schon ewig alt. Die gibt es seit Jahrtausenden.
05:24Man muss sich das so vorstellen, dass vor ein paar hundert Jahren die Frauen ständig schwanger waren
05:29und ständig dann entweder Geburten hatten oder Fehlgeburten oder gestillt haben.
05:39Mein Name ist Mandy Mangler, ich bin Chefärztin für Gynäkologie und Geburtsmedizin
05:43und ich beschäftige mich in meiner Sprechstunde mit Verhütung und privat.
05:49Frauen haben eine ganz andere Notwendigkeit, um eine Schwangerschaft zu vermeiden.
05:57Ich bin Luisa Lorenz, ich bin Kulturwissenschaftlerin.
06:01Ich beschäftige mich mit Sexualität und Gesellschaft.
06:04Und da spielt das Thema Verhütung natürlich auch eine riesengroße Rolle.
06:11Da sind schon einige Verhütungsmethoden bei, die mit Sicherheit auch funktioniert haben.
06:16Und es sind auch viele Verhütungsmethoden dabei, die aus heutiger Sicht eher so ein bisschen fragwürdig sind.
06:22Ich führe mir vorher immer Krokodil-Code ein. Klingt eklig, aber man muss alles testen.
06:27Die wussten ja damals nicht so genau, was ist das jetzt, was ist da drin.
06:30Dass das mehr so wie so eine mechanische Barriere auch war.
06:33Der Papyrus Kajun ist knapp 4000 Jahre alt und damit das älteste gynäkologische Dokument der Welt.
06:40Darin enthalten sind Rezepte zur Empfängnisverhütung.
06:43Aus dieser und aus anderen Quellen wissen wir, Verhütung war, selbstverständlich, kein Tabu und, na, exactly, überwiegend auf den weiblichen
06:53Körper ausgelegt.
06:53Die Ägypterinnen ahnten zum Beispiel bereits, dass langes Stillen vor einer erneuten Schwangerschaft schützen könnte.
07:00Das nennt man heute die Laktationsaminorö-Methode. Merkt euch das für Quizduellen.
07:06Die Ägypterinnen sind aber nicht die einzigen. Wir hier im antiken Griechenland verhüten auch.
07:12Laut einiger Quellen hat man in der Antike, also bei den Griechen und Römern, Silphium genutzt.
07:17Eigentlich ist das ein Gewürz, aber es enthält einen östrogenähnlichen Pflanzenstoff.
07:24Phytoöstrogen. Und deswegen gilt es als natürliches Verhütungsmittel.
07:28Ob es geholfen hat? Who knows.
07:30Klar ist aber, die Pflanze war sehr beliebt, wurde demnach viel gepflückt und ist mittlerweile ausgestorben.
07:36Aber auch die Herren der Schöpfung zerbrachen sich die Köpfe über den weiblichen Körper.
07:40Platon glaubte, die Gebärmutter sei ein Tier, das im Körper umherwandert und dort Chaos stiftet, weil es Kinder verlangt.
07:48Und Aristoteles riet dazu, die Gebärmutter einfach mit Öl einzuschmieren. What?
07:56Danke für den Tipp, Meister.
08:05Die bis heute wohl sicherste Verhütungsmethode? Enthaltsamkeit.
08:09Ich freue mich jetzt immer.
08:11Eine weitere Sterilisation.
08:15Ich möchte mir keine Gedanken mehr machen, weil ich Sex habe, dass ich schwanger werde oder das Kondom ist wieder
08:20geplatzt und du musst dir einen Test kaufen oder sonst was.
08:23Ich will frei sein.
08:27Sandra ist 36. Mutter wurde sie mit 21. Das war nicht geplant.
08:31Sie ist froh über ihren Sohn. Nur eins war für sie immer klar.
08:36Ein Kind reicht.
08:37Doch die Ärzte sahen das anders.
08:39Statt operiert zu werden, hing Sandra in einer medizinischen Wadeschleife.
08:4315 Jahre lang.
08:45Ich bin mehrfach zum Frauenarzt gegangen, habe nachgefragt. Er hat dann immer wieder gesagt, sie sind zu jung und bla
08:50bla bla.
08:51Und dann war ich mit 30 nochmal da, weil ich dachte, na 30, das ist jetzt das Alter, wo man
08:56es machen kann.
08:57Auch immer noch zu jung gewesen. Und jetzt war ich wieder da und da habe ich gesagt, ich so, jetzt
09:01möchte ich endlich den Schritt wagen und das machen.
09:04Und dann hat er gesagt, gut, jetzt hast du das Alter und jetzt darfst du auch. Ja, ich so, dann
09:08geht doch.
09:12Ich konnte nicht schlafen.
09:14Angst oder Vorfreude?
09:17Vorfreude. Wunderbar.
09:25Ich lasse mich sterilisieren und habe dazu einige Fragen bekommen, die ich euch jetzt einmal beantworten werde.
09:30Wir müssen nämlich nicht alle die Erfahrung machen, dass man zu Ärzten dann läuft und die einen absolut belächeln und
09:34nicht ernst nehmen.
09:35Wir machen das niemals. Das macht ihnen niemand.
09:38Die Frauen, die zu mir kommen und als junge Frauen eine Sterilisation möchten, die sind total auf der Lauer.
09:43Sie denken, ich würde sie werten oder abwerten.
09:46Das war jetzt der dritte Arzt, der mir sagt, ich bin zu jung und zu kinderlos, um selber zu bestimmen,
09:53dass ich keine Kinder möchte.
09:54Ich bin zuerst schon ziemlich traurig, weil ich mir dachte, hey, hör mir doch erstmal zu und lass mich nicht
09:58sofort so abblitzen.
09:59Wenn ich eine Patientin in sehr jungen Jahren habe, die das unbedingt wünscht, rate ich durchaus auch mal ab.
10:04Vor dem 30. Lebensjahr finde ich das immer ein bisschen schwierig.
10:07Es wird dann schon individuell besprochen. Wo steht die Patientin? Hat die Patientin mit 28 schon drei Kinder?
10:13Kein Thema. Aber ist sie jetzt mit 19, 20 Jahren, hat noch keine?
10:16Dann wird sich jeder Kollege ja schwer tun, ihr das guten Gewissens zu empfehlen.
10:20Dann gibt es natürlich Sprüche oder Abwerten der eigenen Meinung und vor allem den Ratschlag, dass sich das noch ändert,
10:27dass man dann schon den Richtigen findet und dann findet man schon auch das Glück in diesem Muttersein.
10:32Wir gestehen ihr nicht zu, ein eigenes Leben zu haben und sich zu entfalten, auch ohne Kinder.
10:38Ich finde, wir sollten Frauen viel mehr beraten zu den Verhütungsmitteln und zu den unterschiedlichen Lebensphasen, wo unterschiedliche Verhütungsmittel dazu
10:46passen.
10:47Es gibt nicht das eine perfekte Verhütungsmittel, sondern es gibt passende Verhütungsmittel für verschiedene Lebensphasen.
10:55Das Konzept von Beratung ist nicht neu. Seit jeher suchen Frauen Unterstützung bei Verhütung, Sexualität und Geburt, auch im Mittelalter.
11:03Hebammen haben eine große Rolle gespielt, also Frauen, die anderen Frauen beim Gebären geholfen haben und mit diesen ganzen Fragen,
11:10die Frauen bewegen.
11:11Generell würde ich sagen, es ist schon ein Erfahrungswissen, was unter Frauen weitergegeben wurde.
11:17Das Ganze hält sich auch ziemlich lang. Doch dann tritt jemand ins Rampenlicht, der ganz viel Macht über den weiblichen
11:24Körper bekommt.
11:25Ladies and Gentlemen, grüßen Sie mit mir auf der Bühne die Kirche.
11:29Die Kirche? Ach, good luck.
11:32Stellt euch vor, ihr seid eine Frau im Mittelalter. Alles, was eure Vorfahren über Verhütung wussten, ist nun Teufelswerk.
11:39Und euer Körper? Nicht mehr der eure, sondern Gottes Werkzeug. Und wer verhütet, der kommt im besten Fall nur ins
11:47Fegefeuer.
11:49Papst Gregor IX. erklärte bereits im 13. Jahrhundert, dass Ehen, die mit der Absicht geschlossen würden, kinderlos zu bleiben, von
11:56vornherein ungültig seien.
11:58Geplant kinderlose Ehen wurden sogar mit Prostitutionen gleichgesetzt. Die Konsequenz? Beichtstuhl oder ewiges Purgatorium.
12:06Aber die Frauen, die verhüten trotzdem.
12:09Die Kirche sagt, Gott will viele Kinder. Aber wer soll sich das leisten? Ich kann nicht so viele Mäuler stopfen.
12:16Die Frauen kommen heimlich zu mir. Ich bin eine der Hebammen, die ihnen helfen will.
12:25Es folgt das 18. Jahrhundert, also das Zeitalter der Aufklärung. Klingt ja erstmal vielversprechend.
12:31Und tatsächlich steht nun in vielen Bereichen der Mensch im Mittelpunkt. Naja, eigentlich nur der Mann.
12:38Was sich dann ab einem bestimmten Punkt verändert hat, ist, dass im 18. Jahrhundert dieser Sektor, sag ich mal, der
12:45Geburtshilfe stärker institutionalisiert wurde innerhalb der Universitäten.
12:49Und da hat man dann die Hebammen draußen vorgelassen, weil die Universitäten waren ja ein Männerclub.
12:55Es regnet Männer, Halleluja, es regnet Männer.
13:00Allerdings, bis 1842 hat niemand in der Wissenschaft so richtig verstanden, wie das mit dem weiblichen Zyklus überhaupt funktioniert.
13:08Erst Theodor Bischoff und Felix Archimedes Poché verstehen, dann gibt's ja einen Eisprung.
13:16Und das hat uns dann auch sehr viel Wissen darüber gegeben, okay, was können wir jetzt gezielt machen, um eine
13:22Schwangerschaft zu verhindern.
13:28Heute, knapp 200 Jahre später, hilft uns dieses Wissen auch beim Thema Sterilisation.
13:34Und der unterzieht sich Sandra. Eine radikale Entscheidung.
13:37Eingriff dauert 20 Minuten, eine halbe Stunde.
13:44Eine Operation unter Vollnarkose.
13:49Da ist nun mal die Wehrmutter.
13:51Das wird jetzt erst mal mit reipendem Strom versiegelt, damit das nicht blutet.
13:57Ja, wie man sieht, der Eierstock bleibt erhalten.
13:59Die Patienten haben bei Sterilisation immer Angst, dass danach sich hormonell etwas ändert.
14:03Das ist aber nicht so.
14:04Kleiner Throwback zum Bio-Unterricht.
14:06Der Eisprung ist der Moment, in dem sich ein reifes Ei aus dem Eierstock in den Eileiter bewegt.
14:12Wird der Eileiter also durchtrennt, findet der Eisprung zwar trotzdem statt, das Ei kommt aber nicht mehr am Ziel seiner
14:18Reise, also der Gebärmutter an.
14:20Dann geht das nur noch mit künstlicher Frucht.
14:24Und dann müssen wir die Eileiter umgehen.
14:25Die Einstiche sind drei Millimeter.
14:28Die meisten Patienten haben ein, zwei Tage, vielleicht ein bisschen Muskelkarte, sowas in der Art.
14:32Und dann ist die Operat von Ausstand vorbei.
14:39Wir springen ins späte 19. Jahrhundert.
14:43Es ist die Zeit der industriellen Revolution.
14:46Und revolutionär ist auch das, was in die Schlafzimmer der Menschen einzieht.
14:50Das Kondom.
14:51Kondome sind schon unglaublich lang.
14:53Also wir können das rückverfolgen bis ins 16. Jahrhundert.
14:57Zu der Zeit wurden Kondome vor allem aus Fischblasen oder auch aus Därmen gefertigt.
15:04Und hatten häufig vor allem eben auch die Funktion der Vermeidung von Krankheiten.
15:08Kondome waren oft auch so ein bisschen verpönt, weil sie eben aufgrund dieses Schutzes vor Krankheiten vor allem beim außerehelichen
15:16Geschlechtsverkehr verwendet wurden.
15:18Und das war ohnehin ein Tabu.
15:22Ab 1870 gibt es, dank des schottischen Chemikers Charles McIntosh, Kondome en masse.
15:28Der macht eigentlich Regenmäntel und Luftballons, kennt sich also gut mit Gummis aus.
15:32Tada!
15:33Endlich etwas, was wirklich funktioniert und auch noch vor Krankheiten schützt.
15:38Naja, wenn Männer es denn benutzen.
15:40Use the rubber. Roll the rubber down the penis with one hand.
15:45Hold half an inch of the tip with the other.
15:47So that no air stays in it. Otherwise it might break in intercourse.
15:52Ready?
15:56Seit dem 19. Jahrhundert können also auch die Männer aktiv zur Verhütung beitragen.
16:01Und die anderen Optionen?
16:03Wir befinden uns gerade im Deutschen Medizinhistorischen Museum in Ingolstadt.
16:08Und ich finde, von der Kulisse könnte ich hier quasi schon zu Hause sein.
16:12Aber nein, jemand hat mir gesagt, dass man mir hier etwas über die Geschichte der Verhütung erzählen kann.
16:17Und wir schauen jetzt, ob das stimmt.
16:19Und wir schauen jetzt, ob das stimmt.
16:46Und dann sollte sich das auffallen und gut an die Gebärmutter festsaugen eigentlich.
16:50Zu diesem Passat habe ich sogar noch die original Gebrauchsanleitung da.
16:54Die ist auch schon ganz schön ramponiert.
16:55Da muss man vorsichtig sein.
16:57Und meine sehen so aus, wenn ich das gerade in der Apotheke gekauft habe.
16:59Keine Angst.
17:00Genau.
17:01Can be used without the knowledge of the husband.
17:03Also der einzige Verhütungsartikel, der verwendet werden kann, ohne dass es der Mann erfährt.
17:09Ah, wichtig.
17:11Manchmal.
17:12Aber es gibt auch Verfahren.
17:15Das heißt, die Schlauchspritze nach Dr. Hinz, also von einem Arzt entwickeltes.
17:19Und die hat so funktioniert, dass der große Ballon mit einer warmen Flüssigkeit,
17:25Wasser zum Beispiel, gefüllt wurde.
17:28Dann musste man kurz vorher diesen kleinen Ballon am anderen Ende in die Scheide der Frau einführen.
17:33Und danach kam es dann zum Geschlechtsverkehr.
17:35Also bei liegendem Schlauch.
17:36Und das hat natürlich auch der Mann gemerkt.
17:38Ja.
17:39Und das Interessante ist, dass er kurz vor der Ejakulation diesen Ball drücken sollte.
17:46Es erforderte natürlich eine große Disziplin der Beteiligten.
17:49Ja.
17:49Die traut die Autorin nicht allen Männern zu.
17:53Darf ich Ihnen das vorlesen?
17:54Gerne.
17:54Das ist echt ziemlich witzig.
17:55Bitte.
17:55Ich bitte darum.
17:56Nun stellt sie uns jedoch die Frage entgegen, wer soll im gegebenen Augenblick den Druck auf
18:01den Ball ausüben?
18:02Wir, also die Autorin, wir fügen hinzu, dass wir eine solche Leistung nicht allen Männern
18:07zumuten dürfen, da sie uns nur bei solchen gesichert erscheint, bei welchen die Oberherrschaft
18:12des Geistes in allen Lebenslagen aufrecht bleibt.
18:16Schön formuliert.
18:17Herrlich.
18:17Richtig schön formuliert.
18:18Der größere Teil wird den rechtzeitigen Druck der Hand vergessen.
18:23In solchen Fällen wird die Frau zuverlässiger sein.
18:26Würden Sie sagen, dass, obwohl wir wissen, dass es viele oder einige Verhütungsmittel
18:31auch gab, die in männlicher Hand wortwörtlich lagen, Verhütung trotzdem Frauensache ist?
18:37Also wahr auf jeden Fall.
18:38Sie sollte es nicht sein.
18:41Aber ich denke mal, die Realität sieht so aus, dass sich in der Regel die Frau drum
18:44kümmert oder darauf achtet, dass der Herr seinen Teil dazu beiträgt.
18:48Nach all den Erfindungen neuer Verhütungsmittel schiebt in den USA ein Mann dem Ganzen einen
18:53Riegel vor.
18:551873 New York City.
18:57Anthony Comstock bringt ein Gesetz durch den US-Kongress.
19:00Schon jede Information zum Thema Verhütung wird als obszön eingestuft.
19:06Der Kondomversand per Post wird verboten.
19:08Tja, in dieser Lieferung war wieder nichts dabei.
19:12Kondome bekommst du jetzt nur noch auf dem Schwarzmarkt.
19:14Fiebersaft, Tropfen gegen Hysterie, Potenzmittel, Lebertran.
19:17Ja, alles da.
19:18Verhütung.
19:19Nee, sorry, ist aus.
19:20Doch eine Frau lehnt sich auf.
19:22Es ist die Biologin Catherine McCormick.
19:24Sie schmuggelt aus Europa heraus durch den US-amerikanischen Zoll
19:281000 Verhütungsmittel.
19:31Eingenäht in ihre Kleidung.
19:33Und Aletta Jacobs legt nach.
19:35Sie ist die erste Frau, die in den Niederlanden Ärztin wird.
19:38Und sie eröffnet die erste Verhütungsklinik im Jahre 1892.
19:44Endlich gibt es einen Ort, an dem Frauen offen über Verhütung sprechen können.
19:49Sleigh Queen.
20:02Erinnert ihr euch noch an die Frau vom Anfang?
20:04Das ist Margaret Senge.
20:071898 stirbt ihre Mutter.
20:09Margaret hat zu dem Zeitpunkt zehn Geschwister.
20:12Die Mutter war weitere siebenmal schwanger, also insgesamt 18 Mal.
20:16Das hat ihr Körper wohl nicht verkraftet.
20:19Sie stirbt im Alter von 49 Jahren.
20:22Margaret denkt, Leute, so kann es nicht weitergehen.
20:25Es muss einen Weg zur Geburtenkontrolle geben.
20:29Und so startet in den 1950er Jahren auf einer schicken Dinnerparty eine Revolution.
20:35Margaret Senge trifft auf die steinreiche Catherine McCormick,
20:39die Verhütungsmittelschmugglerin, den Biologen Gregory Pincus und den Gynäkologen John Rock.
20:44Eine Art Pillenpakt entsteht.
20:46McCormick finanziert, Sänger organisiert, Pinkus und Rock entwickeln.
20:51Ihre Mission, die erste Pille der Welt.
20:55Nach Jahrhunderten Trial and Error kommt nun endlich der absolute Game Changer auf den Markt.
21:00Die Pille.
21:12Die Pille ist für viele Menschen so ein Symbolbild für Emanzipation, für auch sexuelle Befreiung.
21:18Sie hat uns zum ersten Mal in der Evolution die Möglichkeit gegeben, selber zu entscheiden, ob wir ein Kind wollen
21:24oder nicht.
21:24Und das ist einfach Wahnsinn.
21:33Ich lehne die Pille für junge Mädchen ab.
21:36Junge Mädchen sollten eigentlich erstmal Enthaltsamkeit üben.
21:38Ich halte ein Mädchen, das die Pille nimmt, für moralisch nicht standhaft.
21:42Wenn Jugendliche die Pille nehmen, wird die Sexualität ausschweifen, dann kann von Liebe keine Rede mehr sein.
21:48Sie automatisiert die Liebe und versaut die Moral.
21:54So einfach ist es dann doch nicht.
21:56In der Bundesrepublik gibt es die Pille nämlich erst einmal nur für verheiratete Frauen.
22:00Erst sechs Jahre später, ab 1967, können sich auch ledige Frauen die Pille verschreiben lassen.
22:07Stigmatisiert bleibt sie dennoch.
22:10Als die Pille entwickelt wurde und eben auf den Markt kam, war eine sehr, sehr große Angst,
22:15dass eben gerade unverheiratete Frauen jetzt zum Beispiel in ihrer Sexualität deutlich unabhängiger werden könnten.
22:22Dass verheiratete Frauen jetzt deutlich leichter fremdgehen könnten, weil sie ja keine uneheliche Schwangerschaft mehr zu fürchten hätten.
22:30Diese gepredigte Liebe ohne Risiko, ohne Reue könnt ihr auch in Kanälen münden, die nicht gewünscht sind.
22:37Man bedenke, dass die Angst ja auch eine Vorstufe der Moral ist.
22:44Wie haben Sie während Ihrer politischen Laufbahn das Thema Verhütung erlebt?
22:48Also in meiner, ich habe ja 1972 angefangen im Bundestag, in meiner politischen Erfahrung war zunächst die Tatsache,
22:56dass man überhaupt nicht darüber geredet hat. Das war selbstverständlich ein ungeheures Tabuthema.
23:01Wer heute meint, Frauen müssten ausdrücklich begründen, warum sie auch an führenden Positionen beteiligt sein sollen,
23:09hat einfach nicht verstanden, worum es geht.
23:16Frau Kollegin Dr. Hertha Däubleck-Milin
23:22Wenn ich heute auf meine Zeit in den 50er Jahren, Anfang der 60er Jahre in der Schule zurückgucke,
23:29dann weiß ich nicht, lache ich oder weine ich?
23:31In der damaligen Zeit hat man in der Schule nichts über Verhütung erfahren.
23:37Das heißt, in den 60er Jahren gab es doch eine ziemlich große Zahl von Frauen,
23:43weil es wahrscheinlich vielen so ging wie mir und auch Männern, denen es ähnlich ging,
23:47die relativ unerfahren waren. Und dann kam da natürlich die Pille auf.
23:51Und das war natürlich eine ganz unglaublich neue Angelegenheit.
23:56Aber man hat in der Öffentlichkeit nicht darüber geredet.
24:01Klar, denn wenn ein Thema totgeschwiegen wird, entstehen erst Rechtunsicherheiten, Ängste und Vorurteile.
24:08Aber dann fangen junge Menschen an, viel zu hinterfragen.
24:11Und die Schulen sollen ran und aufklären.
24:13Ich halte mich für völlig innangebracht den Sexualkundeunterricht.
24:16Ich kann mir nicht vorstellen, dass ein verklärmter Lehrer in der Lage ist,
24:19überhaupt selber praktisch aufzuklären.
24:22Die Sexuellerziehung, die Aufklärung spielt eine sehr große Rolle.
24:26Wie funktioniert jetzt der Körper einer Frau?
24:28Wie funktioniert der Körper eines Mannes?
24:31Was ist Sexualität?
24:32Und das ist heute Gott sei Dank in weiten Bereichen ganz anders.
24:36An Bayerns Schulen wird Sexualkundeunterricht unter ganzheitlichen Gesichtspunkten erteilt.
24:41Der Biolehrer hat ein Kondom mit dabei und auch sonst keine Berührungsängste.
24:46Und die meisten wissen ja auch schon einiges, bevor in der 9. Klasse Aufklärung drankommt.
24:54Arme Tonfrau.
24:56Wenn ich mir vorstelle, in eurem Alter war das für mich eigentlich noch gar kein Thema.
25:01Wie ist denn das heute?
25:02Also wir haben das gerade im Bio ein bisschen.
25:04Wir haben so Frauenverhütung und Männerverhütung.
25:07Ich habe zum Beispiel mit meinen Eltern oder so drüber gesprochen oder mit auch irgendwelchen Ärzten oder so.
25:13Wenn andere Freunde oder Bekannte das schon machen, wenn man einfach mal darüber redet.
25:17Also grundsätzlich, das bekommt man auch so richtig durch TikTok oder so auch mit.
25:21Also ich könnte ja auch irgendwas googeln.
25:23Ich glaube das ist einer der größten Unterschiede.
25:26Dann haben wir hier jetzt schon mal einen gefühlten Fortschritt.
25:28Also ihr sprecht auch über Männerverhütung.
25:29Was wünschten ihr euch jetzt so für die Zukunft, was sich da jetzt so ein bisschen verändern sollte?
25:34Habt ihr da irgendwas Bestimmtes?
25:35Dass Männer mehr Verantwortung dafür übernehmen und wenn es halt schief geht halt für alles danach.
25:43Es sollte auf jeden Fall mehr auch an Männerverhütung gearbeitet werden.
25:48Die Forderung der Mädels ist also klar.
25:50Aber dass wir überhaupt so offen über Sex und Regeln diskutieren, haben wir unter anderem den Frauen in den 60er
25:56Jahren zu verdanken.
25:57Dass Fruchtbarkeit, Fortpflanzung, Verhütung, Sex auch politische Themen sind, ist natürlich durch Frauen,
26:05die in den 60er Jahren hier zu den Aufmüpfigen gehörten, in die Diskussion, in die Öffentlichkeit gebracht worden.
26:12Das war ja absolut tabuisiert.
26:14Und dahinter steckt natürlich auch dieser Dominanz- und Machtanspruch, der bei den Kirchen ja doch sehr stark verbunden war.
26:23Der Papst, meine Damen und Herren, hat eine sehr schwere Entscheidung zu treffen.
26:28Leute, die ihn gut kennen, sagen, er werde von dem Problem bis in den Kern seiner Person hin- und
26:34hergerissen.
26:35Und der Papst entscheidet. Die Pille? Nicht für seine Gläubigen. Ein Verbot der künstlichen Geburtenkontrolle.
26:41Er erklärt die jüngste Entwicklung für unsittlich.
26:45Dabei ist der Sündenfall der Pille ein ganz anderer. Und der findet schon viel früher statt.
26:50Nämlich als das Medikament entwickelt wird. Getestet an Frauen in prekären Lebenssituationen.
26:56Bei jedem Medikament macht man so Studien, bevor man das einführt. Und auch bei der Pille war das so und
27:01unrühmlicherweise wurde die in Amerika zum Beispiel eingesetzt.
27:05An Frauen in Haiti, in Puerto Rico, die gar nicht eingewilligt haben, an diesem Experiment teilzunehmen.
27:14Also da hat die Pille auch eine sehr kolonialistische, problematische Geschichte, die viele Menschen gar nicht kennen.
27:21Und das war sicherlich eine Phase, die hochgradig ethisch hinterfragbar war.
27:29Der medizinische Fortschritt hat seinen Preis. Und den zahlen andere. Schwächere. Die Frauen in Puerto Rico sind nur Mittel zum
27:37Zweck.
27:39Die Nebenwirkungen? Übelkeit, Erbrechen, Schwindel. Und das sind nur die häufigsten.
27:44Rund ein Viertel der Frauen bricht die Einnahme des Medikaments schon im ersten Jahr ab.
27:49Pillenvater Gregory Pincus erklärt später, die Nebenwirkungen seien rein psychosomatisch.
27:55Die Frauen hätten das ja quasi erwartet.
28:02Drei Frauen sterben. Eine Autopsie gibt es nicht.
28:05Und deshalb wissen wir bis heute nicht, welche Rolle die Pille dabei spielte.
28:10Fest steht aber, damalige Präparate waren 20 mal höher dosiert als heutzutage.
28:16Solche Schäden nimmt man damals billigend in Kauf.
28:19Und nicht nur das. Für Margaret Sanger geht es bei der Verhütung nicht nur um Befreiung, sondern um Selektion.
28:41Sie ist große Befürworterin der Eugeniktheorie der Nazis, die behauptet, dass es gute und schlechte Erbanlagen gäbe.
28:51Menschenverachtende Haltungen und Hintergründe, die längst vergessen sind, als die Pille Jahrzehnte später dann ihren Siegeszug antritt.
28:59Es gibt im Moment in Deutschland ungefähr 34 einzelne Präparate von oralen Kontrazeptiva.
29:05Sowohl in West- als auch in Ostdeutschland. In der DDR gibt es die Pille ab 1972 sogar kostenlos.
29:13In der BRD sprechen wir von der Anti-Baby-Pille. In der DDR hat man von der Wunschkindpille gesprochen.
29:20Das lag so ein bisschen daran, dass die Kirche überhaupt gar keine Rolle gespielt hat in der DDR.
29:26Und deswegen hat man da viel mehr auch zugestanden, dass die Pille eine gute Idee ist.
29:30Also ich würde es nicht gleichsetzen damit, dass Frauen in der DDR automatisch emanzipierter waren oder ein besseres Leben hatten.
29:37Also auch Frauen in der DDR hatten eine Doppelbelastung durch Arbeit und Mutterschaft.
29:44So und dann ist natürlich aber die Frage, was haben wir dafür in Kauf genommen? Welche Nebenwirkungen zum Beispiel?
29:55Es ist bekannt, dass die Pille an folgenden Erkrankungen beteiligt ist.
30:01Erstens Übelkeit bis Erbrechen bei der Frau.
30:04Das ist ein Warnruf. Setzt dieses Ding ab.
30:07Kein Mann ist das wert.
30:11Zweitens Hautpigmentierungen.
30:14Heute wird viel mehr hinterfragt. Ich bin ja eigentlich nur wenige Tage im Monat fruchtbar.
30:19Warum muss ich denn den ganzen Monat ein Medikament nehmen?
30:22Drittens Depressive Verstimmungen.
30:25Viertens Nachlassen von Libido.
30:27Es gibt ja diesen Begriff der Pillenmüdigkeit, dass viele Frauen die Pille zwar als sicheres und zuverlässiges Verhütungsmittel für sich
30:34sehen,
30:35dass sie aber eigentlichen Widerstreben haben, die wirklich anzuwenden.
30:40Fünftens Migräneanfälle.
30:41Der Anteil der Pille geht in Deutschland zurück, vor allem bei jungen Frauen bis 22 Jahren.
30:47Sechstens Sehstörungen.
30:49Heute haben wir fucking Smartphones, aber Frauen schlucken immer noch den Commodore 64 der Verhütung.
30:55Siebtens Venenentzündungen an den Beinen.
30:59Das Einzige, was sie mir jetzt an der Stelle raten würde, wäre eine Pille so schnell wie möglich abzusetzen.
31:03Denn es klingt sehr stark nach den Anfängen einer Thrombose und das ist kreuzgefährlich.
31:08Achtens Leberzellschädigungen. Neuntens Blutdruckveränderungen.
31:11Warum sind wir so begeistert stehen geblieben mit diesen Gedanken, uns Hormone über den ganzen Zyklus zu geben, die eben
31:17auch ein Medikament sind und Wirkung und Nebenwirkung haben für uns Frauen.
31:21Zehntens Zunahme des Körbegewichtes und weiter als letztes an Zwischenblutungen.
31:282023 verliert die Pille zum ersten Mal seit Jahren ihren Spitzenplatz im Ranking um die beliebtesten Verhütungsmittel.
31:35Neu auf Platz eins, das Kondom.
31:38Laut einer Studie des Bundesinstituts für öffentliche Gesundheit verhüten aktuell 54 Prozent der Heterosexuellen mit diesen Klassiker.
31:45Das Ding über den Penis zu ziehen ist ja die eine Sache. Dann aber erstmal das Gespräch darüber zu starten.
31:51Dafür zu sorgen, dass Kondome da sind, die Initiative zu ergreifen, sie dann auch zu benutzen und natürlich nicht davon
31:57auszugehen,
31:58dass der andere sich schon irgendwie um Verhütung gekümmert haben wird. Das ist die andere Sache.
32:03Dass alles in dieser Studie abgefragt wurde, I doubt it.
32:08Hast du dran gedacht?
32:09Die Vasektomie und das Kondom sind bei den Männern die bekanntesten und auch die sichersten Verhütungsmethoden.
32:16Aber come on, liebe Männer, ihr seid doch sonst solche Macher. Da geht doch noch was.
32:21So wie beim Kollektiv Gemeinsame Verhütung.
32:33Hi.
32:34Hi.
32:36Kollektivgründer Chris setzt sich für mehr Aufklärung bei männlichen Verhütungsmethoden ein und hostet sogar eigene Workshops.
32:43Da es an Alternativen fehlt, haben private TüftlerInnen eigene Methoden entwickelt, die allerdings noch keine staatlich zugelassenen Verhütungsmittel sind.
33:02Ich hab mir die meiste Sorge gemacht, dass keiner kommt. Das haben wir gekriegt. Den Rest schaffen wir auch noch.
33:08Also, was machen wir heute?
33:09Ein Vortrag zur Verhütung für spermienproduzierende Menschen mit dem Deep Dive thermische Verhütung.
33:14Wer von uns hat nicht schon mal gehört, dann lasst mal den Computer nicht auf dem Schoß liegen und so
33:18weiter.
33:19Wieso machen wir, was wir machen? Ich weiß nicht, ob ihr das schon mal gehört habt, aber es werden immer
33:23noch 120 Millionen ungewollte Schwangerschaften pro Jahr gezeugt.
33:29So oft?
33:31Das sind ungewollte Schwangerschaften.
33:33What?
33:34Ja, 120 Millionen ist so eine Zahl, die man sich nicht so richtig vorstellen kann. Aber wenn man mal das
33:39wirklich auf jeden... Ja, das ist verrückt.
33:42Wie bist du dazu gekommen, das Thema überhaupt aufzugreifen? Das ist jetzt kein alltägliches Thema, wo man sich irgendwie drauf
33:47stützt und sagt, das ist jetzt sexy darüber Vorträge zu machen.
33:50Also, ich glaube, das Thema war für mich grundsätzlich einfach in einer ganzen sexuellen Entwicklung relevant.
33:56Wirklich richtig angefangen hat, das hat diese Gruppe jetzt, als eine Freundin mir von einem Ring aus Frankreich erzählt hat.
34:03Als dann der Ring meine Effektivitätswerte so verändert hat, dass das funktioniert hat...
34:08Und das hast du ja messbar.
34:09Das habe ich messbar mit Spermiogramm eben nachweisen lassen. Da bin ich halt wirklich darauf gekommen, so, oh mein Gott,
34:14das war so einfach, das zu machen für mich.
34:16Ungewollte Schwangerschaften wirst du immer haben. Wenn alle Menschen, wenn alle Männer auf dem Planeten verhüten, das wirst du nicht
34:22wegkriegen.
34:23Aber ich denke einfach, da ist eine riesige Gruppe an Menschen, die viel mehr machen könnte, damit diese Zahl halt
34:27geringer wird.
34:28Wie empfindest du das, wenn Männern gesagt wird, sie müssen jetzt mal in den aktiven Part gehen im Thema Verhütung?
34:36Weil bis jetzt waren die Aktiven ja meistens wirklich nur die Frauen.
34:39Ja, ich würde wahrscheinlich auch gerne jedem Menschen sagen, mach jetzt was.
34:42Aber auf der anderen Seite, es gibt Gründe, warum die Leute noch nicht aktiv geworden sind.
34:48Welche sind die?
34:49Sie haben es nicht beigebracht bekommen.
34:50Männern wird, anders als Frauen, viel später empfohlen zum Arzt, also zum Urologen zu gehen.
34:56Es sind einfach viele Faktoren in der Welt, in der Gesellschaft, in der wir leben, wo ich versuche, so versöhnlich
35:01wie möglich die Leute da abzuholen.
35:03Denn ich denke, die Leute einfach nur anzuschreien, bringt seltener was.
35:08Das ist verbunden mit so einem Pad, erwärmt dann eben diesen ganzen Schrittbereich.
35:13Das ist eine elektronische Klemme, die an den Hoden selber eben sehr präzise diese Wärme anbringt.
35:18Zehn Minuten pro Hoden pro Woche.
35:20Das ist ein Silikonring und so können die Hoden dann eben nicht mehr von alleine nach unten rutschen.
35:24Die Temperatur wird nur durch den eigenen Körper die Hoden weitergegeben.
35:2715 Stunden am Tag, jeden Tag, bei etwa 39 Grad.
35:32Also ist eigentlich gar nicht die Frage von, gibt es die Möglichkeiten, sondern warum gibt es sie noch nicht.
35:36Würdest du jetzt was ändern nach dem Vortrag?
35:38Das ist eine sehr gute Frage.
35:40Das jetzt nur als einzelne Verhütungsmethode zu nutzen, mir würde es tatsächlich schwer fallen.
35:45Das aus der Hand zu geben.
35:46Ja genau, das einfach aus der Hand zu geben.
35:48Also ich fand tatsächlich den Ring am spannendsten, muss ich ganz klar sagen.
35:52Natürlich gibt es die Männer, die sagen, ach ja, Verhütung kümmere ich mich nicht drum.
35:57Kondom habe ich keinen Bock drauf, fühlt sich der Sex schlecht an.
36:00Aber es gibt auch unglaublich viele Männer, die Verantwortung für die Verhütung übernehmen wollen
36:05und denen es auch in ganz vielen Hinsichten unglaublich schwer gemacht wird.
36:10Ach ja, stimmt. Was ist eigentlich mit der Pille für den Mann?
36:13Die Pille für den Mann wäre sicher sehr nützlich.
36:16Eine Pille für den Mann gibt es zurzeit nicht und wird es innerhalb der nächsten fünf
36:20bis zehn Jahre auch uns geben.
36:24Würden Sie die Pille für den Mann nehmen?
36:26Da habe ich mir eigentlich noch keine Gedanken drüber gemacht, aber das wäre vielleicht eine Lösung.
36:30Nein.
36:30Schlecht wäre das bestimmt nicht.
36:32Aber welcher Mann würde ich es schon nehmen?
36:35Ja, das würde eine vernünftige Lösung wären wir sicher.
36:41Wenn es diese emotionalen Nebenwirkungen geben würde, würde ich die auf gar keinen Fall nehmen.
36:45Eigentlich nicht, ne.
36:45Wenn Kondom ist ja eigentlich, eigentlich reichen.
36:48Eigentlich.
36:49Wenn ich gut darauf reagiere, natürlich.
36:51Ich würde es machen.
36:51Sie kann ja nicht ohne mich schwanger werden.
36:53Ich sollte auch die Verantwortung dafür tragen.
36:58Das ist eine gute Frage.
37:00Und vor allem eine berechtigte.
37:01Denn es wird bereits seit Jahrzehnten geforscht.
37:04In den 1970er Jahren wird in Indien Risug entwickelt.
37:08Ein reversibles Kunststoffgel.
37:10Doch weil das Mittel keinen dauerhaften Profit verspricht, beißt keine Pharmafirma an.
37:152016.
37:16Eine WHO-Studie zur Spritze für den Mann wird gestoppt.
37:19Zu starke Nebenwirkungen.
37:212019.
37:22Ein neuer Test mit einem Hormongel startet.
37:25Bis heute gibt es keine Zulassung.
37:28Wusstet ihr, dass auch mal an der Pille für den Mann geforscht wurde?
37:31Aber die Forschung wurde dann eingestellt, weil die Nebenwirkungen waren einfach zu schlimm.
37:36Die Nebenwirkungen waren Gewichtszunahme und Stimmungsschwankungen.
37:41Ja, kann mir gar nicht vorstellen, wie das sein mag.
37:45Ich denke, das ist auch ein Missverständnis, dass die Pharmaindustrie so ein Wohltätigkeitsakteur wäre,
37:53dem es nur um das Wohlbefinden der Menschen geht und nur darum geht, die medizinisch beste Lösung zu finden.
37:59Sondern auch die Pharmaindustrie befindet sich in einem kapitalistischen System,
38:04wo es darum geht, Geld zu verdienen mit diesen Mitteln.
38:072025.
38:08Y-C-T 529.
38:11Eine neue Drücke, die für Menschen für Menschen geplant ist, hat heute eine klinische Trial angefangen.
38:16In Neuseeland ist eine zweite Humanstudie gestartet.
38:20Wissenschaftlerinnen, allen voran Prof. Gunder Georg und Dr. Nadja Manowitz, nutzen eine alte Erkenntnis.
38:26Im Medikament soll gezielt die Vitamin-A-Aufnahme im Hoden blockieren und damit die Spermienproduktion.
38:33Der Name klingt trocken, aber die Wirkung könnte revolutionär sein.
38:37Alles funktioniert. Also die Männer kriegen eine Erektion, die eher kolieren.
38:41Es sind einfach nur keine Spermien da.
38:43So wie wir uns das vorstellen, würden wir uns wünschen, dass unser Produkt in ungefähr fünf Jahren auf dem Markt
38:49ist.
38:49Es sind ja nicht wir, die das Zeitfenster vorgeben, sondern es sind die regulatorischen Behörden.
38:55Okay, dann setzen wir auf den Staat.
38:57Aber damit der, der Forschung Gelder gibt, muss sich auch etwas auf EU-Ebene ändern.
39:05Und um das anzustoßen, setzen sich im November 2025 zum Thema Verhütungsmittel für den Mann
39:10zum ersten Mal überhaupt Wissenschaft, forschende Firmen und die Politik in Brüssel zusammen.
39:20Als die Pille für die Frau Anfang der 60er auf den Markt kam, da hat es natürlich eine Revolution ausgelöst.
39:26Aber ich glaube, der Markt war dann auch quasi gesättigt.
39:30Weil die Pille für die Frau funktioniert ja.
39:32I look back in our archives. We haven't been talking to any companies.
39:36There are no clinical trials going on in Europe for male anticonceptors.
39:40Die Europäische Arzneimittelagentur hat jetzt gesagt, niemand ist auf uns zugekommen.
39:44Die Forscherinnen und Forscher sagen, wir haben entsprechende Anträge nicht gestellt, weil wir ja wussten, wir haben keine Chance angenommen
39:50zu werden.
39:51Also ein typisches Beispiel von, wir müssten mal miteinander reden, das findet heute im Europäischen Parlament statt.
39:57My money rules the world is still the same on free.
40:02You got them in your pocket, you'll find relief.
40:05Zu lesen, zu hören, wie junge Männer sagen, hey, wir brauchen was Besseres als Kondome oder eine Vasektomie.
40:12Für mich persönlich ist es natürlich auch, dass das feuert die Pille für den Mann zeitnah auf den Markt zu
40:18bringen.
40:20Die Notwendigkeit, eine Alternative zu entwickeln, hat Brüssel offenbar erkannt.
40:25Aber woran liegt es denn jetzt, dass wir da immer noch nicht weiter sind?
40:29Wenn man wissenschaftlich etwas erreichen möchte und voranbringen möchte, dann ist man zum größten Teil natürlich auf öffentliche Fördermittel angewiesen.
40:36Sprich, die Politik entscheidet am Ende, für welche Art von Forschung denn die Steuergelder ausgegeben werden sollen.
40:42Bei der Zulassung eines Medikaments gibt es immer eine sogenannte Kosten-Nutzen-Rechnung.
40:46Eine Schwangerschaft führt auch zu Übelkeit, führt zu Kopfschmerzen, führt zu Gewichtszunahme, erhöhtes Thromboserisiko.
40:52Entsprechend hoch dürfen die Nebenwirkungen für Verhütungsmittel für Frauen sein.
40:56Bei Männern steht natürlich keine Schwangerschaft im Raum, trotzdem sind natürlich Männer an einer Schwangerschaft beteiligt.
41:02Und das sollte man in dieser Kosten-Nutzen-Rechnung anerkennen.
41:06Und deshalb ist jetzt diese Diskussion über die Entwicklung neuer Verhütungsmittel für uns als Wissenschaftler natürlich total spannend und wichtig.
41:12Was natürlich auch bedeutet, dass man in Zukunft eben nicht nur darüber diskutiert, dass es eine gute Idee ist, neue
41:17Verhütungsmittel zu entwickeln,
41:19sondern uns auch das Geld zur Verfügung stehen, um das tun zu können.
41:21Und dann ganz richtig losgehen. Und wenn die Nebenwirkungen nicht schlimmer sind als die der Pille, dann sollte man das
41:26zulassen.
41:29Die Wissenschaft hat vorgelegt und die Nachfrage ist da. Ab jetzt sind bei der Pille für den Mann Politik und
41:35Behörden dran.
41:36Mal schauen, was zuerst rauskommt. Die Pille für den Mann oder GTA 6.
41:42Bis die Arzneimittel-Zulassungsbehörden ein männliches Verhütungsmittel erlauben, müssen weiterhin die Alternativen herhalten.
41:50Sandra hat die OP jedenfalls geschafft.
41:54Da geht's gut. Sehr schön. Ich hab kaum Schmerzen. Der Arzt war auch schon hier. Ich darf nach Hause.
42:01Was wünschst du dir für die Zukunft?
42:04Na, ich wünsche mir, dass wir Frauen mehr Freiheiten haben für unsere Entscheidung, was wir machen wollen.
42:09Dass Menschen mehr das Potenzial erkennen in ihrer eigenen Praxis. Aktiver sich zu überlegen, wie können wir unsere Sexualpraxis gleichberechtigter
42:20gestalten.
42:21Ich denke, das Wichtigste ist, dass sie eine gute Bildung haben. Auch eine gute Sexualerziehung.
42:27Dass sie Zugang haben zu Verhütungsmitteln und dass sie selber die Wahl haben, ob sie schwanger werden oder nicht. Und
42:32nicht eben dieser Wahl beraubt werden.
42:34Wir leben in einer Welt mit Hunderten von Verhütungsmöglichkeiten für alle Geschlechter. Bei denen wir gemeinsam entscheiden, wer wie verhütet.
42:42Für mich ist die Geschichte der Verhütung ein Kampf. Um Wissen, um Selbstbestimmung und um Freiheit.
42:49Und ja, vieles ist schon besser geworden, aber wir sind noch lange nicht am Ziel.
42:54Ich möchte, dass wir die Geschichte jetzt gemeinsam weiterschreiben. Und dann bitte auch mit einem Happy End.
42:59Wir sehen uns beim nächsten Mal.
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