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00:00The End
00:07Yip yip yip yip yip yip.
00:09Come yip yip yip yip yip yip yip yip.
00:12Yip yip yip yip yip yip.
00:15Now come over here come.
00:36Was für die meisten aussieht wie ein ganz normaler Bauernhof, ist für Jutta Kanzler ein Ort, an dem Tiere heilen
00:43helfen.
00:44An jedem freien Wochenende, an dem sie ihren Vater besuchte, hier in Lasbeck im Süden Schleswig-Holsteins, merkte sie, wie
00:52gut ihr der Umgang mit den Tieren tat.
00:54Oh, Eili. Ja, Eili. Ja, du bist auch meine Liebste, ne?
01:00Und das wollte sie teilen.
01:04Sie machte eine Ausbildung zur Bauernhofpädagogin und öffnete den Hof für tiergestützte Therapien.
01:10Mit Pferden, Hunden und mit Tieren, die man sonst nicht auf einem Bauernhof vermutet.
01:18Der Wunsch, anderen Menschen die Tiere näher zu bringen und auch sie damit glücklich zu machen oder auch dieses, ja,
01:28dieses, dieses tolle Gefühl zu haben mit den Tieren, ne?
01:31Also das hab ich immer schon. Hab damals schon diese tollen Alpakas im Fernsehen mal gesehen und auch darüber wurde
01:38berichtet, dass das ganz tolle Therapietiere sind.
01:40Und da hab ich gesagt, Mensch, so was, das wär's noch.
01:43Fünf sind das, glaub ich.
01:44Die Arbeit mit den Vierbeinern wird ihr Vollzeitjob.
01:48Komm her, du alte Torfnase.
01:51Juttas Ehemann Ulf zieht von Anfang an mit.
01:55Na ja.
01:58Komm mal her, mein Süßer, komm.
02:00Komm.
02:01Tiere sind generell eine gute Alternative für einen Menschen und bewirken auch ein Runtersteuern der Energie bei einem selbst, wenn
02:11man es so nimmt.
02:13Denn wenn man nervös ist und man abgelenkt ist und sich mit Tieren beschäftigt, strahlen diese auch eine gewisse Ruhe
02:21aus.
02:23Dann hat mich mal ein Arzt gefragt, wie alt ich denn noch mal werden möchte.
02:26Dann sagte ich ihm, na ja, gut, paar Jahre noch.
02:29Dann such dir mal ein Tier.
02:31So, Lotta.
02:33Paule, Timo.
02:34Pünktchen, Wölkchen.
02:36Na komm.
02:38Aus den Bergen Südamerikas ins norddeutsche Flachland.
02:42In Schleswig-Holstein ist Jutta eine der ersten, die Alpakas zu Therapiezwecken einsetzt.
02:48Fein.
02:48Wir machen euch auf dem Anhänger fein.
02:51Wir fahren nach Basbüttel.
02:53Was haltet ihr davon?
02:55Eine Ausbildung als Therapeutin hat Jutta nicht.
02:59Sie setzt ganz auf die Wirkung ihrer Tiere.
03:05Ich würde das so sehen, dass ich den Menschen hier eine Möglichkeit biete, mit den Tieren zusammenzukommen.
03:13Und dass es ihnen gut tut.
03:16Das ist eigentlich die Therapie.
03:20Wer nicht auf den Hof kommen kann, bekommt einen Hausbesuch von Jutta und ihren Alpakas.
03:26Ein Seniorenzentrum hat sich dafür schon vor Wochen angemeldet.
03:33Kula P.
03:34Kula P.
03:34Richtig gut.
03:35Nochmal.
03:36Kula P.
03:37Sehr gut.
03:40Super.
03:41Sehr gut gerechnet.
03:42In einer Kieler Praxis arbeitet Logopädin Judith mit der siebenjährigen Lina an deren Aussprache.
03:52Immer mit dabei Labrador-Dame Lücke.
03:56Sie gehört zum Praxisteam.
03:58Je deutlicher Lina die Silben ausspricht, umso mehr Leckerli springen für Lücke raus.
04:06Sag nochmal ganz klar, warte.
04:08Bitte warte.
04:11Die eigentliche Therapie geschieht quasi ganz nebenbei, ist aber trotzdem effektiv.
04:19Lina hat innerhalb weniger Stunden große Fortschritte gemacht.
04:23Das müssen wir für sie machen.
04:30Also meiner Meinung nach sind die Kinder auf jeden Fall viel aufgeschlossener und offener.
04:36Und die trauen sich auch häufig mehr zu, weil der Hund ja nicht wertet, also nicht so wie wir.
04:43Und die Rückmeldung ist dann eben auch nochmal eine andere, weil Lücke ja nicht sagt, das war aber schlecht.
04:49So.
04:50Und genau.
04:51Die Motivation ist dann auch einfach noch größer.
04:54Und Lücke?
04:55Würfel!
04:55Würfel!
04:56Los!
04:59Lücke los!
05:00Würfel!
05:00Mach's nicht so spannend!
05:01Super!
05:02Lücke hat?
05:03Ne, sag nochmal.
05:04Wie heißt die Farbe?
05:06Super!
05:09Jeder Patient entscheidet selbst, wie intensiv der Hund in die Therapie einbezogen wird.
05:15Hat ein Kind Angst, legt Lücke einfach eine Behandlung an.
05:22Lücke!
05:24Guck mal hier!
05:25Oh!
05:26Sehr gut!
05:27Hier Lücke, das ist geil!
05:28In der Kieler Praxis arbeiten neben Logopäden auch Physio- und Ergotherapeuten.
05:35Dass zusätzlich noch Hunde zum Einsatz kommen, war die Idee von Carolin Möller.
05:41Als sie 2005 die Praxis gründet, ist sie die erste Logopädin in Kiel, die tiergestützte Therapie anbietet.
05:51Heute gehören 24 Menschen und 14 Hunde zu ihrem Team.
05:58Und dann…
05:59Und dann…
06:00Ja, komm mal hier!
06:01Ja, siehst du!
06:02Eine Maus!
06:03Super genau!
06:04Hast du dein letztes Bein nicht hochgekriegt, ne?
06:07Wir haben nie…
06:09Also, die meisten wissen das ja, dass wir Hunde einsetzen und einige wissen das nicht.
06:13Wenn wir das am Telefon erzählen, dann sagen die, ach ja, das ist ja schön.
06:16Wer nicht kommt, weiß ich nicht, aber es können nicht so viele sein, weil…
06:20Also, wir haben echt viel zu tun.
06:21So.
06:23Und es ist noch nie jemand wieder umgedreht.
06:24Auch vor Motte hat hier niemand Angst.
06:27Obwohl sie als American Staffordshire Terrier als sogenannter Kampfhund gilt.
06:33Das Problem ist, sie werden eben von einem bestimmten Klientel häufig gehalten, die eben nicht erkennen, was die Hunde brauchen.
06:40Und deswegen freut es mich, umso mehr das Motte da ist, wenn man bei ihr einfach sieht, die ist super.
06:46Dass Tiere Menschen heilen, helfen können, beobachtet Carolin kurz nach ihrer Ausbildung während eines Praktikums in Florida.
06:53Dort ist sie bei Delfin-Therapien dabei.
06:56Sie weiß sofort, so etwas will sie ihren Patienten auch anbieten, eben nur mit Hunden statt Delfinen.
07:03In erster Linie ist es die Motivation. Die haben halt viel, viel, viel mehr Lust zur Therapie zu bekommen, zur
07:08Behandlung zu kommen, wenn die Hunde da sind.
07:10Wir haben ja sogar Erwachsene, die den Hund gar nicht, beziehungsweise bei denen der Hund gar nicht aktiv eingesetzt wird,
07:17wo der Hund wirklich in Anführungsstrichen nur da ist.
07:19Und es gibt viele, auch in der Ergotherapie, viele Patienten mit psychisch-emotionalen Erkrankungen, die sagen, wären die Hunde nicht,
07:26wäre ich hier nicht.
07:28Die Krankenkassen übernehmen nur die Kosten für den menschlichen Therapeuten. Die Hunde bietet die Praxis als Co-Therapeuten kostenlos an.
07:38Sehr schön.
07:39Genau, wichtig, nur mit der linken Hand ganz tief rein und suchen Sie mit Ihren Fingern das Leckerli für Emma.
07:48Großartig.
07:49Fühlen Sie das, also fühlen Sie den Größenunterschied?
07:52Genau, das ist ein Unterschied.
07:56Ja.
08:00Das ist immer eine Freude, sie zu sehen und die freut sich auch, wenn ich reinkomme. Also das ist eine
08:09Freude auf beiden Seiten.
08:11Der Umgang mit dem Hund ist, finde ich, ganz beruhigend auch.
08:22Ich gebe Ihnen eine neue Aufgabe. Hier ist ein Band für Sie und Sie suchen nochmal so wie gerade eben
08:27und fädeln danach das Leckerli auf das Band drauf.
08:32Genau, sehr schön. Und jetzt, genau, ziehen Sie das stramm, sehr schön. Und jetzt halten Sie Ebba das hin.
08:40Oh, prima.
08:52In Westensee zwischen Kiel und Rendsburg sind die Therapeuten der Lüfte zu Hause.
08:59Falknerin Claudia Brommund bietet sogenannte Hawk Walks an. Spaziergänge mit freifliegenden Greifvögel.
09:06Jetzt los, mein Schatz, wie geht's dir denn?
09:12Die heilende Wirkung ihrer Tiere, wie Andenadler Asul, entdeckt Claudia dabei eher zufällig.
09:20Eine angehende Kollegin aus der Schweiz, wollte Stunden nehmen, praktischer Falkenerei.
09:26Und da hat man schon lange Unterricht gegeben zu dem Zeitpunkt, so knapp zehn Jahre her jetzt.
09:31Und die brachte ihren kleinen Sohn mit und meinte, ob der Tom dabei sein dürfte. Und Tom war damals sechs.
09:38Sagt sie, einfach nicht beachten, er ist ein bisschen, ist halt nicht ganz gesund und mit der redet nicht.
09:45Wie sich dann später herausstellte, war Tom Autist und hat tatsächlich mit seinen sechs Jahren noch nie ein Wort geäußert,
09:52das gehört zum Krankheitsbild.
09:54Wir haben dann die Woche verbracht mit unseren Vögeln zusammen, waren viel draus im Gelände und Tom war immer mit.
10:00Und irgendwann fing der an, die Laute der Vögel nachzuahmen.
10:04Und irgendwann ein halbes Jahr später sagte sie, du wirst es nicht glauben, seit dieser Zeit hat sich das mit
10:10Tom intensiviert.
10:12Und inzwischen haben wir Ansätze von Sprechen.
10:16Und da haben bei mir alle Glocken geklingelt, weil ich dachte, okay, das geht, ja, offensichtlicher, erfolgreich.
10:22Und ich komme ja ursprünglich aus der Medizin und haben dann vor zehn Jahren diese erste Einrichtung für tierbestützte Therapie
10:28mit Greifvögeln hier.
10:30Den Start der Therapie begleitet ein Psychologe oder Psychotherapeut. Später ist Claudia allein mit ihren Besuchern unterwegs.
10:39Familie Berger kommt schon seit Jahren regelmäßig zu ihr. Mutter Sandra wollte ausprobieren, ob die wilden Vögel ihrem Sohn Timon
10:47helfen können.
10:48So, dann ist seine erste Belohnung.
10:56Der 14-Jährige hat zu Beginn der Therapie stark gestottert, konnte sich kaum konzentrieren.
11:02Genau.
11:04Bleib mal stehen.
11:05Wichtig ist tatsächlich auch, dass wir nicht nur gucken, dass du ihn gut annimmst, sondern dass du ihm auch einen
11:10guten Platz bietest zum Wegsetzen.
11:12Also für mein Gefühl wäre das hier vorne zum Beispiel ideal.
11:14Wenn du ihm das anbietest und ihn da so ein bisschen hinlängst, ja guck mal, da kann er fast gar
11:18nicht anders und bedankt sich nur hinterher.
11:34Das Wichtigste von allem ist Einfühlungsvermögen, dass man guckt, wie geht's dem Vogel, was macht der, was motiviert den.
11:41Dazu braucht man einerseits ein bisschen Erfahrung, andererseits aber vor allem auch Konzentration.
11:47Weil in dem Moment, wo du sagst, naja, ich zähle jetzt mal Blätter oder was hatte ich denn gestern zum
11:50Frühstück, da klappt das halt nicht mehr.
11:53Sondern du musst mit deinen Gedanken hundertprozentig beim Tier sein, wach sein, im Tagesbewusstsein, gucken, was sieht der und möglichst
12:00Dinge, die ihn ablenken könnten, schon vor ihm wahrnehmen, damit du gegensteuern kannst.
12:06Eine Therapiestunde mit Wüstenbussard Bo kostet 75 Euro. Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür nicht, ihnen fehlen noch ausreichend wissenschaftliche
12:17Belege für die Wirksamkeit.
12:20Also wir haben Ergo, wir haben Physio, wir haben alles durch mit ihm. Also er hat auch alles, die ganzen
12:25Sachen haben wir gemacht mit ihm und auch Psychologen.
12:28Und ja, und das war alles nicht, wir finden nicht raus, was es ist. Also er hat auch Hörwahrnehmung getestet
12:33und da ist auch nichts. Also er ist vollkommen in Ordnung.
12:36Aber wir kriegten das nicht hin, ihn so zu fokussieren in der Schule, dass das passt. Also er hat eine
12:41Lernschwäche, er schafft das nicht so schnell, sich Sachen und Dinge zu merken.
12:44Ja, und das wird halt besser dadurch. Deswegen sind wir dabei geblieben.
12:51Das macht mehr Spaß, als wir irgendwo in der Praxis sitzen, irgendwo in, keine Ahnung. Das macht auf jeden Fall
12:57mehr Spaß. Erst ich bin draußen, ich hab frische Luft hier und sitze da nicht irgendwen gegenüber, die macht da
13:02irgendwelche Tests mit mir.
13:06Braver Junge. Gut. Und auf geht's. Gut. Das Wesentliche findet immer zwischen dem Vogel. Und dem Klienten statt, da kann
13:17ich mich auch nur begrenzt drin einmischen.
13:19Also ich kann nur den Weg zeigen, gehen, muss den dann der Klient selber und anbieten tut ihn letztendlich dann
13:24der Vogel, durch seine mentale Haltung.
13:31Durch die Arbeit mit Bo kann Timon sich besser konzentrieren. Und der Teenager hat ein neues Ziel vor Augen. Er
13:39will Falkner werden.
13:42So, oh, guck mal. Grünes Kreis.
13:46Götter Kanzlers Alpaka-Mobil vor einem Senioren- und Therapiezentrum in Barsbüttel.
13:52Erst mal gucken, na, wo sind wir denn da wieder?
13:56Hier sind die kleinen stubenreinen Kamele schon Stammgäste.
14:03So, hallo, hallo.
14:06Einige von euch kennen uns ja schon, wir waren ja schon öfter hier, aber heute haben wir unsere kleine Dominika
14:12mitgebracht.
14:13Das ist die kleine schwarze Alpaka-Stute. Und den Timo, den kennt ihr schon.
14:17Zu Hause, die warten schon auf die beiden. Aber die Alpakas sind immer gerne unterwegs. Das ist für sie eine
14:23kleine Wanderung, kann man sagen.
14:25Und sie schön sauber sind.
14:26Ja, und wir haben auch gar nicht so viel geputzt.
14:29Die Tiere wecken erst Neugier und dann die Lebensgeister.
14:38Ich guck mich nicht an, wie du bist, aber hörst. Ja, so, mit dem Handtuch. Nicht kraul, bitte. Nur erst
14:44mal streicheln.
14:45Ja, ich will natürlich.
14:46Nur erst mal streicheln.
14:48Ja, das ist doch auch schön.
14:50Ja, probieren.
14:52Ja, halt.
14:53Ja, halt.
14:53Boah, schön blöd.
14:54So, ohne anschaffen als Haustier.
14:56Ja, ha, ha, ha.
14:58Ach so, warte.
14:59Mit welcher Hand geht's mit?
15:00Ich steh alle auf die sich mehr auf kratzen, aber sie sind auch wies.
15:06Sie sind ja so flott auf den Beinen.
15:08Kommen Sie doch mal hoch, stellen Sie sich mal neben Ihnen, halten ihn mal fest.
15:12Das ist sozusagen so eine kleine Liebesbekundung für ihn.
15:17Und so zärtlich, wie Sie das machen, ist auch ganz toll das Leben auf Alpaka.
15:27Es dürfen auch gerne Fotos gemacht werden, wunderbar, toll machen wir das.
15:34Und auch ein Tier lieber Mensch, ne?
15:37Absolut.
15:37Absolut, das merkt man auch.
15:39Das merkt er auch gleich.
15:41Bleibt auch ganz ruhig bei Ihnen stehen.
15:43Damals zu Inka-Zeiten hat man gesagt, diese Wolle ist nur für Könige und Götter.
15:47Oh, so hoch fällt mir gar nicht ein.
15:51Ja.
15:51So hoch fällt mir gar nicht ein.
15:53Doch, das ist so gewesen bis heute.
15:56Wenn Tiere kommen, sind wir raus.
15:59Es ist so, Tiere wollen nix, Tiere haben keine Vorurteile.
16:02Tiere nehmen den Menschen an, wie er ist.
16:05Und das ist, glaube ich, der einfachste Zugang.
16:07Und die meisten hatten ja auch Haustiere gehabt.
16:10Und deswegen ist das immer toll, wenn die Tiere da sind.
16:13Noch ein Stück mehr.
16:16Sie ist doof.
16:19Ja.
16:19Sie ist doof.
16:33Toll, machen Sie das.
16:37Klapp eine Stunde dauert der Besuch.
16:43Ja.
16:44Ja, gut.
16:45Hi.
16:49Timo.
16:49Toll, machst du das.
16:50Ja.
16:52Ja.
16:53Ja.
16:53Ja.
16:54Ja.
16:54Ja.
16:55Ja.
16:55Ja.
16:57Ja.
16:58Ja.
17:09Den nächsten Termin hier hat Jutta schon fest eingeplant.
17:15Ja, bist du wieder bei ihm durch? Ja, dann komm.
17:19Für mich ist das auch immer total emotional.
17:22Und ich finde das ganz toll, wenn die Leute sich darüber freuen, dass wir da sind.
17:26Und den Leuten wirklich etwas Freude auch bereiten, ne?
17:32Und natürlich, man nimmt immer wieder, egal wo man hinfährt und mit welchen Anlass man auch immer hat, man nimmt
17:39immer was mit.
17:40Das ist für mich ein Glücksgefühl.
17:43Mhm.
17:43Das ist ganz toll für mich.
17:45Ja, bestätigt das auch, ne?
17:48So.
17:49Jetzt machen wir die Klappe dicht, ne?
17:51Jetzt wollen wir nach Hause.
17:52Jetzt wollen wir wieder auf die Wiese.
17:54So.
17:57Timo, Vorsicht, Nase.
17:59Gut.
18:02Ein Hundeübungsplatz in Bad Schwartau.
18:04Hier werden nicht nur die Hunde ausgebildet, sondern auch die Menschen.
18:09Zu sogenannten Therapie-Begleithundeteams.
18:12Jetzt ist die Frage, und das ist ein gutes Beispiel, wie bringe ich dem Hund bei, dass er würfelt?
18:18Genau.
18:19Statt als Logopädin in ihrer Kieler Praxis ist Carolin Möller hier als Trainerin für Hund und Mensch im Einsatz.
18:26Sie hat ein spezielles Konzept entwickelt, das auf der einen Seite den Vierbeiner für therapeutische Zwecke schult,
18:33vor allem aber den Haltern ein Gespür für den richtigen Umgang mit ihrem Hund vermitteln soll.
18:39Jetzt muss sie mal erst mal warten.
18:42So.
18:42Sitzen.
18:43Durchatmen.
18:44Verfressener Labbi.
18:47Warte, jetzt geht's nicht los.
18:48Wenn die jetzt auf dem Weg dahin ist, ohne dass du irgendwas sagst, hast du sofort deine Hand da.
18:52Stell dich erst mal gerade hin.
18:54Einmal durchatmen.
18:56Alle Teilnehmer arbeiten in therapeutischen oder sozialen Berufen.
19:00Und das künftig am liebsten mit Hund.
19:06Es ist leider so, dass viele ihren Hund nicht richtig lesen können.
19:09Und die sagen, ja, der geht mal ins Hospiz, der liegt da ja nur rum.
19:13Das ist ein großes Verbrechen an den Menschen, an den Hunden.
19:19Weil, und an den Menschen teilweise auch, weil die Hunde natürlich zum Beispiel eine Million Mal besser riechen.
19:24Die riechen den Tod.
19:25Die riechen das.
19:25Die können da nicht drüber reden.
19:28Und wir, unser großes Ziel ist, den Menschen klar zu machen, wie geht es deinem Hund jetzt wirklich.
19:32Weil die werden nur ein gutes Team, wenn die Beziehung stimmt.
19:36Und das ist unser großes Ziel, dass die Menschen sehen, was kann mein Hund, was braucht mein Hund.
19:39Und nur dann können sie ihn auch gut einsetzen.
19:42Machst du.
19:43Komm Elke.
19:44Elke, komm.
19:45Komm Elke.
19:46Also ich bin jetzt du.
19:47Ja, ja, klar.
19:48Komm, bitte.
19:49Bitte komm, bitte komm, bitte.
19:50So machst du.
19:51Okay.
19:52Aber was ich möchte ist, komm Elke, wir gehen los.
19:54Ja.
19:56Je mehr Sicherheit der Hundehalter ausstrahlt, desto weniger Stress entsteht beim Hund.
20:03Erst wenn er auf ganz unterschiedliche äußere Reize entspannt reagiert, ist er auch während einer Therapiestunde die Ruhe selbst.
20:13Super, gib ihm einen Keks.
20:14Das ist fünf Kekse.
20:15Warum geb ich jetzt fünf Kekse und nicht nur einen?
20:17Weil er sich neben mich gesetzt hat und nicht vor mich.
20:19Genau.
20:20Ich lerne halt auch, wie ich ihn schütze.
20:21Wie sehe ich, wann ist er gestresst, wann will er nicht mehr.
20:27Ich möchte später so Streetwork mit ihm machen.
20:31Also ich habe mit Frauen in Prostitution schon gearbeitet und da möchte ich Bo am liebsten einsetzen.
20:36Weil Hunde so ein Herzensöffner sind.
20:40Also auch so ohne Bewertung.
20:41Ich habe erlebt, dass die Frauen ganz oft, wenn Menschen ihnen begegnen, sich bewertet fühlen.
20:46Und dann ist es immer so schwierig, so ein Gespräch zu starten.
20:49Und mit einem Hund ist das super einfach.
20:56Anderthalb Jahre dauert die Ausbildung, zu der auch Einzelunterricht gehört.
21:00Caroline besucht die Teilnehmer dafür direkt an ihren Arbeitsplätzen.
21:06Elli kommt seit Anfang des Jahres, seit März etwa mit in die JVA Neumünster.
21:11Da haben wir eine psychiatrische Tagesklinik und in dem Rahmen arbeitet sie eben.
21:16Und wenn sie morgens da auftaucht, kommen in der Regel erstmal gleich alle raus aus ihren Hafträumen und begrüßen Elli.
21:23Und das stößt schon auf ganz schön positive Resonanz.
21:26Und viele haben auch schon gesagt, das ist was richtig Besonderes nach je nach langer Haftzeit, endlich mal wieder so
21:32einen Impuls von außen zu haben.
21:34Mal was aus der Außenwelt mitgebracht zu kriegen.
21:39Einer von euch nimmt die Gegenstände, spielt damit rum fünf, sechs Mal, dann geht ihr wieder zu eurem Hund zurück.
21:47Nicht sagen, es schief gehen kann nicht. Versucht so zu arbeiten, dass der Hund das schaffen kann.
21:50Anders als in normalen Hundeschulen sind bei Carolins Ausbildung Therapeuten und Tierärzte eng mit eingebunden.
21:58Die Therapiearbeit soll Menschen helfen und dem Tier dabei auf keinen Fall schaden.
22:04Jeder kann sagen, ich mache Therapiebegleitende Ausbildung, jeder kann sagen, ich mache Tiergestütze Pädagogik, jeder kann sagen, ich mache Tiergestütze
22:10Arbeit.
22:11Es kontrolliert niemand. Und das ist nicht gut.
22:14Und wir versuchen durch diese Ausbildung dafür zu sorgen, dass wir uns eben abgrenzen von denen, die sagen, sie machen
22:21es einfach so.
22:23Die Azubis auf vier Pfoten lernen übrigens meistens schneller als ihre Menschen.
22:32Berufsfaltnerin Claudia Brommund bildet Greifvögel für Therapiezwecke auch aus.
22:38Heute besucht sie einen ehemaligen Schützling im Süden Schleswig-Holsteins.
22:48Kerstin?
22:49Kerstin?
22:51Claudias Falkner-Kollegin Kerstin Ecker arbeitet hier in einer Einrichtung für Kinder und Jugendliche, gemeinsam mit Wüstenbussard Mo.
22:59Mo hat sich prächtig gemacht, finde ich.
23:01Ja, der ist richtig tüchtig geworden.
23:04Bist du gut klargekommen mit ihm?
23:06Ja.
23:06Hat er ja schon ein bisschen, das konnte er ja schon, aber du hast ja sicherlich noch hier für deine
23:09Belange noch tüchtig Wissen reingetan.
23:13Ja, also wir sind jetzt Freiflug und so, das macht er alles und jetzt geht's los in den Wald.
23:19Ja.
23:19Und wie ist es mit den Kindern?
23:20Super.
23:21Das habe ich mir fast gedacht.
23:23Doch.
23:23Ich sehe schon, ihr habt ein enges Band geknüpft.
23:25Ja.
23:25Das freut mich aufrichtig, weil ja auch immer einen Vogel dafür auszusuchen nochmal, ja, ein bisschen eine Herausforderung ist, ne.
23:32Ist der charakterlich dann auch so, wie er sich bei mir im Training darstellt, dann eben bei dir auch.
23:36Garantien gibt's keine, wenn ich einen von mir trainierenden Vogel weitergebe, dass der auch mit seiner nächsten Partnerin genauso in
23:43die Kooperation eintritt.
23:44Ist also keine Selbstverständlichkeit, ne.
23:48Schön.
23:48Und wie macht sich Nala?
23:49Gut.
23:50Also heute Morgen war sie richtig gut gelaunt.
23:52Jetzt ist sie gerade im Kuschelmodus, guck mal hier.
23:55Ach ja.
23:56Ganz entspannt.
23:56Wie oft wart ihr schon draußen jetzt?
23:58Also draußen sind wir jeden Tag.
24:00Ich meinte ja.
24:01Aber im Wald waren wir jetzt dreimal.
24:04Und das war sehr lustig, weil er war dann ganz oben auf dem Baum und plötzlich so, oh mein Gott,
24:08ist das hoch.
24:10Und dann hat das wirklich gedauert, bis er runterkam.
24:12Und ich habe den einen Schüler, die ein sehr gutes Band haben, der hat es dann geschafft, ihn gleich runter
24:17zu lotsen.
24:18Ja, guck mal.
24:19Gar nicht mehr, ne.
24:20Ich würde ihn gerne einmal fliegen lassen, wollen wir ihn nicht einmal draußen fliegen lassen.
24:24Ja, aber total gerne, ja.
24:24Der ist so gerade auf Sinne.
24:27Obwohl Kerstin als sogenannte Fachkraft für tiergestützte Therapie selbst schon Profi ist, lernt sie von Claudia immer wieder Neues dazu.
24:37Weg geht bestimmt besser als hier.
24:39Ich spiegle das, was ich sehe und was läuft.
24:41Was sehr wertvoll ist, wenn man es von außen mal gesagt kriegt, da können wir noch ein bisschen besser, da
24:46können wir ein bisschen schneller, da ein bisschen langsamer, da musst du nochmal auf anfangen.
24:49So solche Sachen.
24:50Und zwar für beide, für den Vogel und für den Trainer.
24:55So wie ich jetzt zum Beispiel hier sagen würde, ich weiß nicht, wie oft du ihn sonst arbeitest, aber ich
24:59finde, er macht es top.
25:00Und es wäre vielleicht eine gute Gelegenheit, ihn zu belohnen, oder?
25:03Ja, dann muss ich das Fädelspiel aber noch holen.
25:06Super.
25:06Dickes Lob, ne.
25:07Da ist jetzt auch die richtige Portion Fleisch drauf, die die ihm signalisiert, heute war es halt ein großartiger Tag.
25:16Greifvögel sind noch Exoten bei der therapeutischen Arbeit mit Tieren.
25:23Zum Glück wird es zunehmend wahrgenommen und es wird uns inzwischen auch geglaubt, weil entsprechende Erfolge eben auch da sind,
25:31entsprechende wissenschaftliche Arbeiten dazu auch angeschoben von uns existieren.
25:36Man kann es nicht mehr vor der Hand wischen und sagen, das sind Eulenkuschler oder so, sondern da passiert wirklich
25:40was und auch was Gutes.
25:42Prima.
25:43Super.
25:44Gut gearbeitet, hm?
25:47Mo hat erst morgen wieder einen Einsatz.
25:51Komm rein.
25:52Für die Alpakas in Lasbeck beginnt jetzt die nächste Therapiestunde.
25:57Klaus Dutschke aus Hamburg hat sich einen Besuch auf Jutters Hof gewünscht.
26:01Er ist heute zum zweiten Mal hier.
26:05Timo?
26:06Ja, Paule?
26:07Paule ist schneller.
26:09Paule ist schneller, ne?
26:11Ja.
26:12Der 65-Jährige lebt in einer betreuten Wohngruppe.
26:16So, noch einmal.
26:17Er läuft ohne Relato.
26:19Natürlich muss man aufpassen, weil sie ein bisschen rutschig ist dann.
26:23Aber das Wichtigste ist die Seele einfach, dass er da Spaß dran hat.
26:27Dann kannst du dich erst mal ein bisschen noch anfreunden mit ihr wieder.
26:31Sie muss sich erst wieder an dich gewöhnen.
26:34Erst mal hier mit streicheln.
26:36Guck mal, jetzt hat sie das verstanden, dass du ein ganz Lieber bist.
26:40Ja.
26:43So, komm Timo.
26:46Ja, geh du mal mit Ronja voran.
26:49Und erst mal hier vorne hin.
26:51Das ist ein super Training auch für Klaus.
26:54Der kann sich also sehr gut ausbalancieren lernen.
26:59So, toll.
27:01Mann.
27:03Ich bin ja stolz auf dich.
27:04Ganz toll gemacht.
27:06Er geht auch zur Arbeit jetzt.
27:08Er hat immer Stresssituationen, aber das ist wie ein Ausgleich.
27:11Ich denke mal, für uns hier auch.
27:13Und man sieht es ja.
27:15Er ist ja glücklich.
27:17Klaus?
27:19Klaus?
27:23Das Zusammensein mit diesen schönen Tieren und dann diese Aktivität, das mit ihnen gemeinsam zu machen, das ist eigentlich der
27:33Punkt.
27:35Nicht das einzelne Hindernis, sondern diese Gesellschaft, diese Zweisamkeit, gemeinsam etwas zu schaffen mit dem Alpaka.
27:51Momente wie solche mit Klaus bestätigen Juttas Überzeugung. Die besten Therapeuten tragen häufig Fell und Feder.
28:02Es ist auf jeden Fall immer toll für mich, wenn die Tiere so gut ankommen und die Leute sich so
28:07freuen und aktiv und agil werden.
28:10Und sie lächeln und das finde ich immer absolut toll.
28:16Die machen wir für Klaus jetzt, dann kriegt ihr nochmal ein schönes Foto.
28:32Ein
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