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00:00In the hospital search people for healing.
00:02They trust that they are here.
00:06A nurse in Bielefelder Klinikum Bethel
00:09needs this trust.
00:11And then there's something that's going on
00:12and I'm immediately getting rid of it.
00:16You feel like you don't feel like you were feeling like
00:20you were feeling like you were doing,
00:21but you're using it.
00:24The women don't know exactly what's happening with them
00:26and seek answers.
00:28What happened here in the night,
00:30why I have a new connection,
00:32why my bed is full of blood here
00:34and what that was actually for a medication.
00:38Two years ago,
00:40has thousands of women missed.
00:42Until today's case is not enough.
00:46I don't get into the hospital.
00:48I'm just afraid.
00:50And this is so big,
00:52because I see,
00:53that's all just under the rug.
00:54that's not going to be cleared.
00:57Strange anything that comes
01:02of this night.
01:07I hollow dream
01:17strange as the absence of the light.
01:38It is the morning of the 22. April 2020.
01:43A police officer in Bielefeld-Mitte.
01:46The goal of the people
01:48is the WG of the 32-year-old
01:50Assistenz-Arcts
01:51from the clinic of Bethel.
01:54Philip G.
01:55He is a witness
01:56against him
01:57because of the disease.
01:58Two of them and a state-of-year-old
02:24Tiziana C.
02:37Tiziana C.,
02:39a klient,
02:40a patient
02:41of the neurologic care
02:42of the Evangelical Clinic Bethel,
02:45where Philip G. works.
02:47She is sick.
02:50She is sick.
02:53It was called eventual Schlaganfall,
02:55eventual Hirntumor,
02:56eventual Epilepsie,
02:59Krampfanfälle,
03:00so in that direction.
03:02It was the first time in my life,
03:04that I had to fight with such a severe diagnosis.
03:09And the first time,
03:11that I stood up and thought,
03:12what is it actually,
03:14if you really get a diagnosis
03:15or that you might not survive,
03:18what is happening with your children?
03:25One Hirnwasserentnahme
03:26should Klarheit schaffen.
03:28After the Eingriff
03:29requires Tiziana C. absolute Bettruhe.
03:35At that point,
03:36I was just lying and then
03:39and then again,
03:39I was just lying and then
03:44she was lying in the room.
03:44She was lying in the room.
03:54Then,
03:55um,
03:56kurz vor Mitternacht,
03:58ja,
03:58dieser Assistenzarzt,
04:00Philip G.,
04:01die Tür auf,
04:02mit so einem Ruck,
04:04dass ich wirklich
04:05einfach mich so erschreckt habe.
04:08Und fing gleich auch schon an,
04:11da rum zu kramen,
04:12und sagte,
04:13er müsste mir einen Zugang legen.
04:15Ich bräuchte Flüssigkeit.
04:20Er war sehr nervös,
04:23hat dann auch versucht,
04:24mir einen Zugang zu legen.
04:26Ich sage aber versucht absichtlich,
04:29weil es hat nicht geklappt,
04:31und der dritte Versuch hat dann aber gesessen.
04:33Yeah, and from that point, I don't know anything anymore. I just know that I was in the night, it
04:41was so 3, between 3 and 4, I got up and I really thought, I'm going to die.
04:50Tiziana C. has Shuttelfrost, Fieber and Gliederschmerzen. Her Zugang liegt blutverschmiert auf dem Boden. Sie ruft eine Schwester, die sie
05:00versorgt.
05:03Am frühen Morgen kommt ihr Vater zu Besuch.
05:07Dann lag da so ein Propofol-Fläschchen in meinem Bett.
05:14Ich habe mir da erst gar nichts bei gedacht, weil ich eigentlich auch mit Propofol, also selbst der Name hat
05:19mir nichts gesagt.
05:20Ich wusste gar nicht, was für ein Mittel das ist. Und mein Papa, der war aber sehr skeptisch schon zu
05:26dem Zeitpunkt und hat dann halt auch direkt ein Foto von dem Fläschchen gemacht.
05:31Propofol, intravenös verabreicht, führt schnell zum Bewusstseinsverlust.
05:41Dann habe ich nach der Schwester geklingelt und dann habe ich ihr dann gesagt, ich habe ihr das Fläschchen gegeben
05:47und erst mal gezeigt und ihr dann übergeben und habe ihr gesagt, dass ich das in meinem Bett, also ich
05:52habe es hier im Rücken gehabt.
05:53Und sie hat sehr fragwürdig geguckt, also sie war schon sehr skeptisch, hat aber auch nichts mehr gesagt und hat
06:00es eingesteckt.
06:03Tiziana C. fragt wegen des Propofols nicht weiter nach. Sie vertraut dem Klinikpersonal und wird erstmal entlassen. In sechs Wochen
06:12soll sie wiederkommen.
06:14Hat der Assistenzarzt ihr womöglich nachts das Propofol verabreicht?
06:31Eine der Geschädigten hat angegeben, ein Propofolfläschchen gefunden und einer Krankenschwester übergeben zu haben.
06:38Trotz umfänglicher und teils mehrfacher zeugenschaftlicher Vernehmungen konnte die Person, die das Fläschchen entgegengenommen haben könnte, nicht ermittelt werden.
06:51In Krefeld am Niederrhein wächst Philipp G. auf. Seine Eltern lassen sich früh scheiden, er bleibt bei der Mutter.
07:00Gegenüber ARD Crime Time möchte sein familiäres Umfeld keine Auskünfte geben. Seine Freunde erzählen, dass Philipp G. schon immer Arzt
07:08werden wollte.
07:11Im Freundeskreis gilt er als einer, der jeden Blödsinn mitmacht und gern noch einen obendrauf setzt.
07:20Er verliert sein Ziel dennoch nicht aus den Augen und wird 2008 zum Medizinstudium in Marburg zugelassen.
07:30Drei Jahre später wechselt er nach Rostock. Er zieht in eine Fünfer-WG und bekommt dort den Spitznamen Kalle.
07:38In Rostock lernt er auch Sonja Westphal kennen. Sie verliebt sich.
07:48Vielleicht generell so dieses eher Linkseingestellte. Ja, vielleicht auch so ein bisschen auf Autoritäten scheißt.
07:59Antirassistisch, antisexistisch. Also ja, fand ich erstmal, war für mich erstmal so ein ziemlich cooler, lockerer, toller Mensch.
08:07Und natürlich attraktiv fand ich ihn auch.
08:10Ein Dreivierteljahr sind sie zusammen. Philipp G. liebt es zu feiern.
08:15Auch nach der Trennung von seiner Freundin halten beide Kontakt, als er für eine Stelle als Assistenzarzt 2018 nach Bielefeld
08:23kommt.
08:25Moin, liebe Sonja. Ich hoffe, dir geht es gut. Schön von dir zu hören. Was machst du so Schönes?
08:33Ach, ich wäre gerne mal wieder in Rostock. Wird ein bisschen bei euch abhängen.
08:41Im Evangelischen Klinikum Bethel gilt Philipp G. im Kollegenkreis offenbar als kumpelhafter Typ.
08:47Auch im Umgang mit PatientInnen. Tiziana C. stellt sich nach sechs Wochen erneut in der renommierten Neurologie vor.
08:55Ich habe dann vorher aber schon den Philipp G. angetroffen. Und ich weiß das eigentlich nur deshalb so genau.
09:01Und weil er da schon sagte, ah, du wieder hier. Ich habe nur gedacht, also ich habe natürlich erstmal geantwortet,
09:08ja, ich sollte ja wiederkommen.
09:10Und dann dachte ich, warum kann der sich denn an mich erinnern?
09:12Also so viele Patienten, so ein großes Krankenhaus. Und der erinnert sich an seine Patienten noch so genau.
09:18Also war schon ein bisschen erstaunt, habe aber auch da nicht mehr weiter drüber nachgedacht.
09:22Da sagte er, ja, dann bis später. Ja, bis später.
09:26Ein Jahr zuvor wird der Bielefelder Rechtsanwalt Carsten Ernst vom Assistenzarzt um Hilfe gebeten.
09:35Die erste Erinnerung, die ich habe an Philipp G. ist, dass ich wusste, sehr schnell mitbekommen habe, dass er Arzt
09:41ist oder angehender Arzt gerade war.
09:43Und dass er, so will ich ihn beschreiben, aus heutiger Sicht ein Surfertyp war.
09:49Ein charmanter, junger, gebildeter Mann, der ins Büro kam.
09:54Er hatte eine Anklage bekommen wegen Verstoß gegen das Betäubungsmittelgesetz.
09:59Der Vorwurf der Staatsanwaltschaft damals wiegt für einen Mediziner schwer.
10:05Seine Zukunft als Arzt ist in Gefahr.
10:15Sein Beschäftigungsbeginn am Klinikum Bethel fällt in diesen Zeitraum.
10:20Der Arbeitgeber weiß von den Vorwürfen nichts.
10:23Bei Kollegen und Vorgesetzten macht er sich offenbar beliebt.
10:27Er übernimmt freiwillig Nachtschichten.
10:30Er geht aber auch auf die Station, ohne Dienst zu haben.
10:33So am 2. September 2019.
10:36Philipp G. geht die knapp 400 Meter von seiner Wohnung rüber in die Neurologie.
10:44Tiziana C. hat in dieser Nacht eine Bettnachbarin.
10:48Am nächsten Morgen haben beide die gleichen Beschwerden.
10:51Sie erinnern sich an den Besuch vom Assistenzarzt Philipp G.,
10:55der sie in der zurückliegenden Nacht behandelt habe.
10:58Sie sagt, mir geht es schlecht.
11:00Ich habe tierische Kopfschmerzen.
11:02Ich kann mich nur daran erinnern, dass er dann rüber zu mir gekommen ist,
11:05mir auch einen Zugang gelegt hat.
11:08Und ab dann hätte sie keine Erinnerung mehr.
11:13Tiziana C. denkt an den Fund des Propofol-Fläschchens in ihrem Klinikbett 6 Wochen zuvor.
11:22Zufällig war meine Bettnachbarin auch Apothekerin.
11:25Sie kam aus dieser Gesundheitsbranche.
11:28Und hat dann mich erst mal aufgeklärt, was das für ein Medikament ist.
11:32Und bei mir sind alle Alarmglocken losgegangen.
11:34Und ich habe sofort gedacht, oh mein Gott, hier ist irgendwas Schlimmes passiert.
11:42Die Symptome der beiden Frauen stimmen mit möglichen Nebenwirkungen von Propofol überein.
11:48Tiziana C. will eine Erklärung vom Oberarzt.
11:51Dieser habe daraufhin den Chefarzt informieren wollen.
11:54Zurück ins Patientenzimmer sei er aber stattdessen für ein Gespräch mit Philipp G. gekommen.
12:02Warum habe ich mein Bewusstsein verloren?
12:04Und ich habe dann aber auch nicht mehr den Oberarzt angesprochen,
12:07sondern ich habe meinen Blick auch direkt auf Philipp G. gerichtet.
12:11Und ich habe auch ihn nicht mehr gesiezt, sondern ich habe direkt mit dem Du angefangen.
12:14Und habe gesagt, du warst gestern Abend bei mir im Zimmer, du hast mir was verabreicht.
12:18Und daraufhin habe ich mein Bewusstsein verloren.
12:22Und du warst auch beim letzten Krankenhausaufenthalt, Mitternacht, in meinem Zimmer.
12:29Und dann lag der Zugang blutverschmiert auf dem Boden.
12:34Propofol lag in meinem Bett.
12:38Und du sagst mir jetzt, was hier passiert ist.
12:41Und er fing direkt an zu stottern.
12:43Also er hat eigentlich keinen geraden Satz rausgebracht.
12:46Erst seine erste Version war, ja, du bist doch nicht bewusstlos gewesen.
12:52Wir haben uns doch noch unterhalten, bis ich das Zimmer verlassen habe.
12:55Und da sagte meine Bettnachbarin ganz klar, Moment, Stopp.
12:58Ich habe sie doch sogar noch gefragt.
13:00Was ist mit der Patientin?
13:01Was ist mit meiner Bettnachbarin?
13:02Warum ist die jetzt bewusstlos?
13:03Und ihre Antwort war ja daraufhin, sie würde so auf Nadeln reagieren.
13:09Eine Überreaktion auf Nadeln hat sie bisher noch nie gezeigt.
13:13Vom Oberarzt verlangt sie schlüssige Antworten.
13:20Und dann habe ich ihn noch mal darauf hingewiesen.
13:22Ich sage, Sie haben mit dem Chefarzt gesprochen.
13:25Ich sage, Sie wissen ganz genauso gut wie ich, dass hier etwas nicht in Ordnung ist und dass das hier
13:28nicht normal abgelaufen ist.
13:31Sind Sie wirklich der Meinung, dass Sie den Ruf des Hauses so schädigen möchten, aufgrund eines Menschen?
13:39Ich sage, Sie sind ja nicht dafür verantwortlich, was einer Ihrer Ärzte macht.
13:42Sie sind aber dafür verantwortlich, wie Sie damit umgehen.
13:45Und Ihr Chefarzt sowieso.
13:47Nee, es wäre nichts passiert.
13:49Sie würden dabei bleiben.
13:50Ich sage, gut, dann werden Sie sich an diesem Tag aber heute noch ganz genau erinnern.
13:55Tiziana C. entlässt sich selbst aus der Klinik und wendet sich am nächsten Tag an die Polizei.
14:01Diese nimmt ihre Anzeige wegen Körperverletzung gegen den Assistenzarzt auf.
14:10Damit liegt erneut eine Anzeige gegen Philipp G. vor.
14:14Gerade erst hat die Ärztekammer seine Zulassung als Arzt geprüft.
14:18Allerdings nur wegen seiner Drogendelikte aus dem Jahr zuvor.
14:28Es ging ganz konkret darum, dass er bei einer Polizeistreife aufgefallen ist, dass er eine Dose geöffnet haben soll
14:36und einem Begleiter, die ihn gehalten hat, um daran zu riechen, weshalb man ihn dann angehalten hat, durchsucht hat.
14:44Und bei dieser Durchsuchung dann eben festgestellt wurde, dass diverse Betäubungsmittel bei ihm am Mann waren.
14:51Das ging von Amphetamin über eine weiße Substanz, wahrscheinlich Kokain, bis hin zu Marihuana.
14:59Und da waren noch zwei, drei verschiedene andere Sachen dabei. Also wie ein kleiner Bauchladen, den er dabei hatte.
15:06Dieses Drogendelikt hätte Philipp G.'s Karriere aus als Arzt bedeuten können.
15:12Denn er war schon mal zuvor wegen Drogenschmuggels an der holländischen Grenze angeklagt und 2017 zu einer Geldstrafe verurteilt worden.
15:24Was für mich natürlich das ganze Verfahren auf ein anderes Niveau, auf ein anderes Level gehoben hat,
15:31weil man mit zwei Geldstrafen vorbestraft ist, egal wie hoch die ausfallen.
15:35Das heißt also, jede Form der Verurteilung hätte dazu geführt, dass er vorbestrafter Arzt ist.
15:42Philipp G.'s Anwalt erreicht die Einstellung des Drogenverfahrens vor Gericht.
15:46Der Assistenzarzt muss sich regelmäßig Drogentests unterziehen und eine Spende von 2500 Euro zahlen.
15:54Und die Ärztekammer?
15:57Die Ärztekammer hat dann auch standesrechtlich, kammerrechtlich nichts weiter veranlasst und auch dieses Verfahren eingestellt.
16:05Und für ihn die Möglichkeit, dann insoweit ganz normal weiterzuarbeiten als Arzt.
16:16Das approbationsrechtliche Verfahren gegen Philipp G. wird im August 2019 eingestellt.
16:23Genau zwischen den beiden Aufenthalten von Tiziana C. in der Neurologie.
16:28Nach ihrer Anzeige bei der Polizei wegen Körperverletzung gegen den Assistenzarzt sucht Tiziana C. Beistand bei der Bielefelder Rechtsanwältin Stefanie
16:37Höke.
16:37Die engagierte Strafrechtlerin erfährt von dem Propofol, unerklärlichen Symptomen und Tiziana C.'s Konfrontation mit den Ärzten.
16:49Das war ja eigentlich eine bodenlose Unverschämtheit von dem Oberarzt.
16:53Also mitzuteilen, erst auch, hat er ihr gut zugeredet und nein, das kann doch alles nicht wahr sein.
16:58Und so war ihr Eindruck, das ist nicht das erste Mal, dass er derartiges hört an Vorwürfen gegen den oder
17:04an irgendwelchen Vermutungen gegen den Assistenzarzt.
17:08Verlässt das Zimmer mit den Worten, ich gehe zum Chefarzt und bringt dann, eine halbe Stunde später, den Assistenzarzt, den
17:17Täter wieder mit in den Raum.
17:20Bei allem, was da zu vermuten war, auch warum.
17:29Stefanie Höke und ihre Mandantin Tiziana C. glauben damals, dass sie von Philipp G. nicht aus medizinischen Gründen betäubt wurde.
17:43Wir vermuteten, dass Bilder gemacht wurden und dann passierte erstmal gar nichts weiter so für sie.
17:50Dann war unser erster Zugang natürlich, dass wir die Akteneinsicht beantragen, was die Ermittlungen ergeben.
17:55Und das ist Standard, dass das natürlich erstmal dauert.
17:59ARD Crime Time trifft eine weitere Frau, die damals für sie Verdächtiges in Bethel erlebt hat.
18:05Im Dezember 2019 wird Lena P. wegen einer schweren Nervenentzündung in Düren-Ländersdorf behandelt.
18:12Ihr Gesicht ist damals teilweise gelähmt. Sie hat große Schmerzen. In Düren kann sie nicht bleiben.
18:18Wegen eines Bombenfunds muss das Krankenhaus evakuiert werden.
18:22Die Zeit drängt. Sie braucht dringend weitere ärztliche Versorgung.
18:30Noch am selben Abend wird Lena P. ins knapp drei Stunden entfernte Evangelische Klinikum Bethel in Bielefeld gebracht.
18:37Meine Mutter ist dann mit mir direkt losgefahren, weil es ja schon Mitternacht war.
18:43Es war Gott sei Dank nicht ganz so viel los von den Patienten her, die gewartet haben.
18:49Aber dennoch haben wir schon zwei Stunden ungefähr gewartet.
18:52Gegen zwei Uhr die Eingangsuntersuchung. Der Arzt ist Philipp G.
18:57Ich bin da reingekommen in das Zimmer. Er hatte sich kurz vorgestellt.
19:02Er hatte auf mich einen sehr übermüdeten, sehr ungepflegten Eindruck gemacht.
19:07Und was halt komisch für mich war, er hat mir nicht einmal in die Augen geschaut.
19:12Er hat immer an mir vorbeigeschaut, hatte nur ein paar Fragen gestellt.
19:16Und dann habe ich dann auch gefragt, ob ich dann irgendwann aufs Zimmer kann, weil ich war einfach total fertig
19:22körperlich.
19:24Die Strapazen der Verlegung sind zu viel für die schwerkranke Lena P.
19:30Sie kommt in ein Einzelzimmer und schläft völlig erschöpft sofort ein.
19:42Er kam dann so gegen zwei, drei Uhr rein und hat mir dann am Arm gestreichelt.
19:51Also einfach so.
19:59Es fühlte sich halt komisch an, weil er mir ganz intensiv in die Augen geguckt hat.
20:04Das war so wie so ein besitzergreifendes Hineinschauen.
20:10Und das war für mich in dem Sinne erstmal erschreckend, weil er ja in der Notaufnahme total eher abweisend desinteressiert
20:18war.
20:18Weil er mir gar nicht in die Augen gucken konnte.
20:21Und jetzt auf einmal dieses ganz andere Extrem, was für mich, und ich habe ja vorher ein bisschen geschlafen, so
20:27ein ganz komischer Moment war.
20:31Und da habe ich gesagt, was ist denn los?
20:34Und da sagte er, er würde nur noch mal gucken.
20:38Ich sah ja so schlecht aus und er wollte mir noch mal was nachspritzen, damit ich auch gut schlafen kann.
20:57Lena P. vertraut dem Assistenzarzt. Sie hinterfragt seine Behandlung nicht.
21:07Das war für mich in dem Moment normal, weil ich bin ja quasi eine Woche lang in Lendersdorf von morgens
21:14bis abends mit Schmerzmedikamenten, auch intravenös.
21:17Wurde es eingeleitet, sodass ich ja überwiegend nur geschlafen habe.
21:21Und für mich war das einfach normal.
21:24Und dann weiß ich auch nichts mehr.
21:32Am nächsten Morgen klagt Lena P. über Schüttelfrost, Übelkeit, Schwindel, Kopf- und Gliederschmerzen.
21:39Ähnliche Symptome, die auch Tiziana C. nach der Behandlung durch den Assistenzarzt hatte.
21:45Lena P. habe ihre Beschwerden den Schwestern geschildert, doch diese hätten nur beschwichtigt.
21:51Danach sucht sie das Badezimmer auf.
21:54Ich fühlte mich irgendwie dreckig. Ich hatte auch wie eine Flüssigkeit in der Unterhose, was ich natürlich nicht deuten konnte.
22:02Ich habe nicht ansatzweise damit gerechnet, was im Endeffekt da rausgekommen ist.
22:07Das, ja, da rechnet man ja auch nicht mit.
22:11In der dritten Nacht ihres Klinikaufenthaltes in Bethel bekommt Lena P. wieder Besuch vom Assistenzarzt.
22:21Ich kam dann in ein viel größeres Zimmer. Da war ich die erste Nacht komplett alleine.
22:26Und da in der Nacht kam er definitiv auch wieder so um diese Zeit zwischen 1 und 3 Uhr kam
22:33er dann rein.
22:37Es war eigentlich genau das gleiche Prozedere, dass er mich am Arm gestreichelt hat, dass er dann die ganze Hand
22:44genommen hat und mich hier so angefasst hat.
22:46Und da meinte ich, was ist denn los, ich würde so gerne mal einmal, einmal einfach nur zur Ruhe kommen.
22:53Und dann hat er gesagt, er wollte doch nur noch mal nach mir gucken.
22:57Und ich war einfach so übermüdet, dass ich gedacht habe, ja, dann ist es halt so.
23:02Und ich habe dann quasi auch wieder nichts mehr gemerkt.
23:11Auch die 33-jährige Hanna M. kommt im Dezember 2019 auf die neurologische Station.
23:18Sie leidet unter starken Schmerzen und Taubheitsgefühlen in Rücken und Beinen.
23:22Die Mutter von drei kleinen Kindern kann kaum gehen, hat Angst.
23:30In der Notaufnahme trifft sie auf Philipp G.
23:35Ich hatte eine Querschnittsmyelitis, also eine Entzündung im Rückenmark.
23:39Und ich wurde halt mehrere Male untersucht.
23:42Also ich musste dann auch immer wieder vor ihm auf- und ablaufen.
23:47Und dann hat er mich halt auch rektal untersucht.
23:50Hanna M. wird danach stationär aufgenommen und kommt zu Lena P. ins Zimmer.
23:59Die Lena und ich, wir haben uns direkt von Anfang an total gut verstanden.
24:03Und waren auf einer Wellenlänge, obwohl sie ja auch im Angstzustand war.
24:09Aber viele Gemeinsamkeiten, viele Parallelen, auch so von unserer Lebensgeschichte her.
24:24Das war mitten in der Nacht. Wir haben schon geschlafen.
24:27Dann kam er rein und dann hat er nur gesagt, ja, ist alles gut.
24:29Ich muss nur noch mal Kochsalzlösung nachspritzen.
24:31Der Zugang ist verstopft.
24:37Das ist auch die einzige Erinnerung, die ich dann habe.
24:40Danach war ich komplett weggetreten.
24:41Die angebliche Kochsalzlösung betäubt beide Frauen sofort.
24:47Doch Lena P. kommt bald wieder zu Bewusstsein.
24:50Ich habe meine Bettnachbarin wahrnehmen können und jemand, der sich mit dem weißen Kittel auf sie gelegt hat.
24:59Und da sind halt Handlungen passiert, die ich als sehr schlimm empfunden habe.
25:04Und mir sind immer wieder die Augen zugefallen.
25:07Ich habe sie immer versucht aufzureißen.
25:10Und ich wollte die ganze Zeit was sagen, aber mein Mund war wie gelähmt.
25:15Also ich habe nicht die Kraft gehabt, irgendwas zu sagen oder zu sagen, was machst du da?
25:21Oder ihren Namen zu rufen, dass sie da wach wird und sich wehrt.
25:25Sie hat berichtet, wie der Arzt, der Philipp G., bemerkt hat, dass sie wach geworden ist und dann schnell mit
25:32so einem Panikblick zu ihr gekommen ist und ihr dann auch nochmal was gespritzt hat.
25:43Am nächsten Morgen hätten die Schwestern zunächst große Mühe gehabt, Lena P. wach zu bekommen.
25:48Im Krankenhaus traut sie sich nicht, das Erlebte offiziell anzusprechen.
25:53Doch später vertraut auch sie sich der Rechtsanwältin Stefanie Höke an.
26:00Lena P. ist nachts wach geworden.
26:02Da ist ganz offensichtlich auch dann zu wenig Propofol zunächst verabreicht worden.
26:07Denn sie ist die einzige, muss man sehen, wirkliche Tatzeugin, die gesehen hat, wie der Assistenzarzt eben ihre Bettnachbarin vergewaltigt.
26:17Die Bettnachbarin Hannah M. soll nach zwei Wochen am 6. Januar 2020 entlassen werden.
26:23Sie fühlt sich körperlich und psychisch in keiner guten Verfassung.
26:28Da habe ich dann nochmal bei der Abschlussvisite auch nochmal gesagt, das ist mir unfassbar schlecht.
26:32Und wo dann auch gesagt wurde, ja, sie haben eine Krankenhausdepression entwickelt und sie sollten mal ein bisschen mehr rausgehen.
26:41Als ob die mich möglichst schnell dann raushaben wollten und mir auch nicht die Chance geben wollten, Fragen zu stellen
26:51oder auf Ideen zu kommen,
26:53dem Ganzen irgendwie auf die Schliche zu kommen.
26:56Tiziana C. zeigt Philipp G. nach ihren beiden Klinikaufenthalten am 4. September 2019 an.
27:03Die Polizei ermittelt zunächst nicht.
27:06Lena P. verliert im Dezember mehrmals das Bewusstsein, nachdem Philipp G. ihr ein Mittel spritzt.
27:12Vor ihrer Entlassung berichtet auch Hannah M. gegenüber dem Klinikpersonal von den nächtlichen Visiten von Philipp G.
27:21Am 21. Januar 2020 kommt es zu einem Krisengespräch zwischen den leidenden Ärzten und Philipp G.
27:28ARD Crime Time liegt das Protokoll vor.
27:32Herr G. sage zu, dass er im Nachtdienst in Begleitung von Pflegepersonal ins Patientenzimmer gehe.
27:38Die Anwendung von Propofol werde Herrn G. untersagt.
27:42Das unterzeichnete Protokoll solle bis auf weiteres unter Verschluss im Chefarztsekretariat verbleiben.
27:55ARD Crime Time erfährt, dass ab diesem Zeitpunkt alle Krisengespräche zu und über Philipp G. unter dem Codewort Arminia stattfinden
28:04sollen.
28:05Das wird die Behörden noch lange beschäftigen.
28:09Die Staatsanwalt schafft später dazu?
28:13Mit Blick auf das noch anhängige Ermittlungsverfahren können hierzu keine Angaben gemacht werden.
28:21Erst fünf Monate nach der Durchsuchung der Wohnung und Beschlagnahme der Datenträger gelingt es Ermittlern, eine Festplatte von Philipp G.
28:29zu entschlüsseln.
28:30Sie finden Videos, die der Assistenzarzt im Klinikum gemacht hat.
28:36Rechtsanwalt Carsten Ernst bekommt einen Anruf. Sein Mandant wurde verhaftet.
28:44Tatsächlich bin ich beauftragt worden, als es die Hausdurchsuchung gab.
28:50Und in diesem Fall ist es dann so gewesen, dass noch bevor ich die Ermittlungsakte erhalten habe,
28:57sich ganz offensichtlich durch die Auswertung der sichergestellten beschlagnahmenden Gegenstände
29:03ein höherer Tatvorwurf, ein schwereres Delikt als Tatverdacht ergeben hat,
29:09der dann dazu geführt hat, dass Philipp G. in Untersuchungshaft genommen wurde.
29:13Was waren die Vorwürfe, die Sie da zum ersten Mal gehört haben?
29:17Missbrauch, Vergewaltigung.
29:23Der 32-jährige Arzt war erst zwei Jahre im Haus. Er galt als beliebt unter den Kollegen.
29:29Aber er soll mindestens zwei Frauen insgesamt dreimal vergewaltigt haben.
29:33Er soll seine Opfer zuvor betäubt und dann die Taten gefilmt haben.
29:37Bisher ist aber noch nicht klar, wie viele Frauen tatsächlich vergewaltigt wurden.
29:42Auf den Datenträgern aus der Hausdurchsuchung im April 2020
29:47finden die Ermittler Videoaufnahmen von Vergewaltigungen des Assistenzarztes.
29:53Öffentlich bekannt wird, dass er eine Liste mit 80 Frauennamen geführt haben soll.
29:59Irgendwann gab es schon so Verdachtsmomente oder auch Rückmeldungen an uns,
30:03dass es da weitere Betroffene gäbe und man wüsste aber noch nicht so genau, was dahinter steckt.
30:09Und man hat uns da auch noch nicht weiter informiert.
30:11Da muss ich ja auch ganz offen sagen, das große Ganze haben wir da ja auch.
30:15Das Ausmaß konnte ja keiner erkennen, konnte keiner absehen.
30:19Philipp G. sitzt in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Bielefeld-Bragwede.
30:26Wie viele Frauen sind Opfer von ihm geworden?
30:32Wie viele junge Frauen sind nach oben und monge
30:34Ja, wie viele Leute sind in der Suche collapse-renge.
30:38Wie viele Frauen sind in der Suche Grenze von.
30:38Wie viele Frauen sind in der assaulteden?
30:41Wie viele Frauen sind in den Fliegen?
30:42Wie viele Frauen sind in der Sich, Olha.
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