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00:00Copyright Untertitel NDR 2021
00:06Was, Hunde-Yoga? Ja, okay.
00:12Hast du schon gerochen, ne? Hast du schon gerochen?
00:15Das ist Barney, ein 7-Monate-Alter Continental Bulldog.
00:20Hüpa. Barney. Hüpa.
00:23Ihnen fallen die Augen zu.
00:27Barney. Hüpa.
00:28Mathis Dorn ist an Diabetes erkrankt.
00:31Barney soll sein Assistenzhund werden.
00:34Du bist Barney. Hüpa.
00:40Ja, super. Klasse.
00:44Gut, super. Hast du gut gemacht hier.
00:48Barney übernimmt eine sehr wichtige Aufgabe in meinem Leben.
00:52In welchen Notfallsituationen wird er lernen, entsprechend zu reagieren.
00:57Stipps.
00:59Auch Kaisa Engelke hofft, dass ihre Hündin Fidelia sie irgendwann vor ihren schweren Schwindelanfällen warnen kann.
01:06Super.
01:07Dass soll der Hund spüren, dass es mir nicht gut geht und mir das Signal dafür geben.
01:13Denn im Alltag vergisst man manchmal, wie es einem selber geht.
01:18Warten.
01:18Wir begleiten Kaisa und Mathis acht Monate lang bei der Spezialausbildung ihrer Hunde.
01:24Wie werden sie ihre Aufgaben meistern? Funktioniert das Frühwarnsystem Hund?
01:48Mit seinen Millionen Riechzellen kann Barney, so wie alle Hunde, Gerüche sehr differenziert wahrnehmen.
01:54Eine Über- oder Unterzuckerung bei Diabetikern wie Mathis erkennen sie am Schweißgeruch des Körpers und im Atem.
02:02Mathis hat während einer Überzuckerung vor wenigen Tagen auf einen Wattebausch gepustet und so diesen spezifischen Geruch für das Training
02:09mit Barney konserviert.
02:14Barney, komm schnell!
02:16Barney, komm schnell!
02:17Super!
02:19Hyper ist das Kommando für Barney. Es kommt von Hyperglykämie, erhöhter Blutzuckerspiegel.
02:25Nicole, Mathis Frau, soll beim Geruchstraining mit dem Hund nur zuschauen.
02:29Super!
02:34Super!
02:34Klasse!
02:35Hast du gefunden!
02:37Toll!
02:37Super!
02:39Toll hast du das gemacht!
02:41Super, Barney!
02:43Wichtigste Übung, der Hund muss den speziellen Geruch unglaublich interessant finden.
02:47Deshalb gibt es viel Lob und immer ein Leckerli.
02:50Barney hat da Spaß dran, das ist auch quasi so die wichtigste Ressource, die er in das Training mitbringt.
02:57Den Spaß an dem Training und da muss sie natürlich auch dran arbeiten, dass es weiterhin ihm auch Spaß bringt.
03:04Mal mit!
03:06Barney, komm schnell!
03:08Barney, hier!
03:10Barney ist jetzt sieben Monate alt.
03:12Genau das richtige Alter, um seine Ausbildung zu einem sogenannten Diabetes-Anzeigehund zu intensivieren.
03:21Stups!
03:23Klasse!
03:24Toll!
03:25Toll!
03:27Super!
03:28Irgendwann soll der Hund ganz von selbst, durch Anstupsen vor einer Über- oder Unterzuckerung warnen.
03:35Bulldoggen wie Barney werden selten zu Assistenzhunden ausgebildet, weil sie als etwas eigensinnig gelten.
03:41Aber entscheidend ist weniger die Rasse, sondern der Charakter.
03:47Na?
03:50Na?
03:52Jetzt soll er ein bisschen aufgedrehen.
03:54Er ist drüber.
03:57Das ist schon viel Training, ne? Viele kurze Trainingseinheiten. Und auch viel, ähm, ja, beruhigen ab und zu mal wieder
04:08runterbringen.
04:09Wenn er dann zu motiviert ist, dann dreht er manchmal ein bisschen über. Das ist schon gar nicht so einfach.
04:25Nicole hat die Aufgabe, einfach einen Huck zu meinem Kopf zu schlagen und ich cover den. Mach mal mit der
04:31Führhand. Boom.
04:32Ich cover den und schlag dann so schnell es geht in den Handschuhl. Ein Cross.
04:38Boom. Bam.
04:40Okay? Los geht's.
04:44Kickboxen ist Mattis Leidenschaft.
04:46Seit vielen Jahren unterrichtet er auch.
04:49Sport ist gerade bei einer Erkrankung wie Diabetes wichtig.
04:53Aber das dabei ausgeschüttete Adrenalin im Körper beeinflusst das Hormon Insulin und damit den Blutzuckerspiegel.
05:04Es ist nicht einfach so, dass man sich einfach mal Sportschuhe anzieht und dann laufen geht und vorher nicht darüber
05:11nachgedacht hat, was man gegessen hat.
05:13Und man muss da schon etwas mehr planen als jemand, der keinen Diabetes hat.
05:19Nicole kommt raus mit dem Jab. Ich mache einen Schlitz nach hinten. Jetzt komme ich raus mit Jab Cross. Also
05:24Schlag eins, zwei.
05:26Nicole macht einen Slip. Body Shop.
05:29Ab.
05:30Ab.
05:33Die Diagnose Diabetes Typ 1 erhielt Mattis relativ spät. Erst mit 27. Viele erkranken an diesem Diabetes Typ bereits in
05:42der Kindheit oder Pubertät.
05:44Als ich Diabetes bekommen habe und die ersten Symptome hatte, hatte ich damit ja natürlich überhaupt nicht gerechnet.
05:51Also es war auch das Typische, dass man total niedergeschlagen war, wahnsinnig viel getrunken hat.
05:57Und meine Frau hat mich dann doch genötigt, hier, geh doch mal zum Arzt. Das ist nicht normal, wenn du
06:03wirklich 10, 12, 13 Liter am Tag trinkst und ständig nur müde bist.
06:10Und dann hat mein damaliger Arzt recht schnell gescheitert zum Glück, hat sofort einen Blutzuckertest gemacht und hat dann gesehen,
06:17dass ich astronomische Blutzuckerwerte hatte.
06:20Und dann war die Diagnose klar, es konnte gar nichts anderes sein. Mit einer funktionierenden Bauspeicheldrüse hätte man niemals so
06:27einen hohen Blutzuckerspiegel.
06:28Und ja, für mich war das erstmal insofern eine, ja, was heißt Schock, aber eine ganz große Überraschung, dass ich
06:36da hatte. Das musste ich natürlich auch erstmal so ein bisschen verdauen.
06:42In Marbach am Neckar, etwa 20 Kilometer nördlich von Stuttgart, wohnt Kaisa Engelke.
06:49Sie leidet seit knapp neun Jahren an Morbus Meniere, einer seltenen Erkrankung des Innenohrs,
06:55mit Drehschwindelanfällen, Kopfschmerzen und Übelkeit, die überraschend auftreten.
07:01Fidelia, eine sieben Monate alte Bergamasca-Hirtenhündin, soll, wenn sie fertig ausgebildet ist, die Anfälle vorher anzeigen und in Notsituationen
07:10beistehen.
07:14Ich sollte mich vor Übergriffen schützen. Wenn ich da sitze, kann es sein, dass manche mich anstoßen, anrempeln und sagen,
07:24äh, sag ich jetzt mal so, äh, alte, hast du schon am frühen Morgen gesoffen und so, solche Sachen, das
07:31ist schlimm.
07:32Ich hab das schon erlebt, hab auf einmal einen Anfall bekommen und bin auf allen Vieren weiter gekrochen.
07:38Man weiß dann nicht mehr, wo rechts, wo links, wo oben und unten ist und sucht dann nach einem Halt.
07:43Allerdings, wenn viele Leute an einem vorbeilaufen, dann sieht man nur überall Beine.
07:49Ne, ne, und sucht verzweifelt nach einer Bank und da, wo, wo eben, sucht, äh, einen Ausgang, wo, wo man
07:56in Ruhe sich hinsetzen kann und, oder hinlegen kann und, äh, sieht nicht.
08:02Und, äh, wenn man dann so Schülergruppen und sowas und dann gekommen und die haben mich dann angerempelt und haben
08:08eben sowas gesagt.
08:10Weil mir das sehr peinlich ist, dass die Leute denken, nicht Bäre betrunken, krieg ich dann so eine Art wie
08:16Panik und Schnappatmung.
08:18Und, äh, durch diese, durch den Hund, dass der, ähm, mir seinen Körperkontakt vermittelt, bringt er mich wieder ins Hier
08:25und Jetzt und damit runter.
08:27Ne, die Panikattacke geht dann, veräppt dann praktisch dadurch.
08:33Der Rummel am Bahnhof ist eine gute Übung für Fidelia.
08:39Pssst.
08:42Alles gut, Maus.
08:44Sitz.
08:46Sitz.
08:46Nein.
08:48Komm mal hier, Maus.
08:49Ist mitunter noch ein bisschen unsicher.
08:51Gerade, wenn unterschiedliche Menschen kommen oder wenn die Bewegung machen, dann, das müssen wir noch üben.
08:58Die Ausbildung eines Assistenzhundes wie Fidelia und Barney dauert in der Regel eineinhalb bis zwei Jahre, ist sehr intensiv und
09:06kostet etwa zweieinhalb bis sechstausend Euro.
09:10Kaisa musste, als sie an Morbus Meunier erkrankte, ihren Beruf als Controllerin aufgeben.
09:15Der Trainingsplan für Fidelia ist nun genau auf ihre Krankheit zugeschnitten. Das setzt viel Wissen voraus.
09:23So.
09:24Übung Nummer eins, das Apportieren, Bringen von Gegenständen.
09:29Jetzt probieren wir mal was.
09:32Sitz.
09:35Warten.
09:38Holz.
09:42Ja, bring sie her.
09:44Fein, super.
09:46Gut gemacht.
09:48Ja, fein.
09:49Aus, ja, voll.
09:51Seht's.
09:52Wenn es mir mal nicht gut geht, dann, oder ich draußen irgendwo gestrandet bin, auf einer Parkbank sitze und keiner
09:59mehr helfen kann,
10:01weil keiner in der Nähe ist, soll sie mit einem kleinen Täschchen, mit einer Nachricht darin zum nächsten Passanten laufen
10:09und demjenigen das Täschchen vor die Füße werfen, damit der dann das aufheben kann und die Nachricht darin liest,
10:21dass sie, dass der oder die Passantin der Fidelia dann folgen sollte und mir dann eventuell hilft.
10:29Warten.
10:33Warten.
10:35Holz.
10:37Bring sie her.
10:42Bring sie her.
10:45Bring sie her.
10:46Fidelia.
10:47Fidelia ist Kaisas zweiter Assistenzhund.
10:50Der erste ist schon gestorben.
10:52Daher weiß sie, Geduld ist wichtig.
10:54Bring sie her.
10:55Da müssen wir leider abbrechen.
10:57Das ignoriere ich jetzt einfach von der, ähm, das ist so im Training vorgesehen.
11:03Dann wird das abgebrochen und gut ist.
11:05Dann bekommt ihr auch kein Leckerli, keine Belohnung dafür.
11:13Drittes Mal abgebrochen.
11:16Das ist ja auch was relativ Neues, was wir üben.
11:22Es ist Mai.
11:23Mathis und Nicole fahren zu ihrer Assistenzhundetrainerin in der Nähe von Oldenburg.
11:29Barney ist nun achteinhalb Monate alt, mitten in der Pubertät.
11:33So ein bisschen Anspannung hat man natürlich immer, weil man natürlich auch möchte, dass Barney das natürlich auch alles ganz
11:41gut macht.
11:42Aber es ist halt ein Tier. Es ist immer so ein kleines Überraschungspaket, was man denn da hat.
11:47Für mich selber oder auch für Nicole ist es natürlich erstmal so, dass wir unseren eigenen Erwarnungsanspruch so ein bisschen
11:52zurücknehmen müssen.
11:53Das ist für uns ein bisschen schwierig. Wir verlangen vielleicht momentan noch ein bisschen viel von ihm.
12:01Michaela Ristau, die Hundetrainerin, ist selbst Diabetikerin. Hündin Frieda ist ihr persönliches Warnsystem.
12:14Frieda hat jetzt gebet, weil mein Blutzucker zu hoch ist und sozusagen aus dem Zielbereich ist klar, wenn man jetzt
12:24gefrühstückt hat, kommen natürlich die Kohlenhydrate irgendwann im Blut an und dann steigt ja natürlich der Blutzucker.
12:30Und sie sagt Bescheid jetzt, dass irgendwas nicht in Ordnung ist. Das heißt, sie riecht jetzt, dass irgendwie mein Geruch
12:37nicht so ist, wie es sein sollte.
12:39Stopp, ist gut. Du kriegst gleich deine Belohnung. Warten. Warten.
12:44Sie ist sehr vehement, weil natürlich klar ist, in einer Notfallsituation müsste sie jetzt auch richtig Alarm machen, wenn ich
12:50alleine wäre.
12:52Der Blutzucker wäre zu tief. Ich würde kurz vor einer Bewusstlosigkeit stehen, da müsste sie jetzt natürlich wirklich auch Hilfe
12:57ranholen.
12:58Ich muss natürlich reagieren und jetzt auch meinen Blutzucker im Blick haben.
13:04Assistenzhunde kennt man vor allem als Blindenführhunde.
13:07In den letzten Jahren werden immer mehr Hunde ausgebildet, um Menschen bei den unterschiedlichsten Problemen zu helfen.
13:12Zum Beispiel, um vor Herzattacken oder epileptischen Anfällen zu warnen.
13:17Oder eben vor einer Über- oder Unterzuckerung bei Diabetikern.
13:23Dass Hunde auf die körperliche Veränderung ihres Besitzers reagieren können, bestreitet kaum jemand.
13:28Die wissenschaftlichen Grundlagen sind aber noch ungenau.
13:32Was zum Beispiel riechen Hunde? Dazu gibt es lediglich Vermutungen.
13:42Gut, Mathis, dann nimm dir nochmal die Probe.
13:46Wir machen jetzt einmal, du setzt ihn hin, er wartet ab, lässt ihn mit Signal-Hyper die Probe anstupsen.
13:53Nimmst dann die Probe hoch, Teesieb in die andere Hand und lässt ihn dann nochmal stupsen.
13:58Einmal? Einmal.
13:59Barney.
14:01Hyper.
14:04Super.
14:06Super.
14:08Sehr gut so.
14:09Das hast du toll gemacht.
14:10Komm mal, da gibt's doch was.
14:12Genau.
14:12Mach nochmal und achte drauf, dass er mit der Nase bei Hyper eher oben am Duft anstupst und nicht so
14:18am Griff.
14:21Dann schau.
14:24Barney hat dazugelernt.
14:26Super.
14:26Er stupst Mathis jetzt beharrlich an, wenn er den Überzuckerungsgeruch in die Nase bekommt.
14:31Auch ohne Stups-Kommando.
14:32Klasse.
14:34Fein, klasse.
14:36Wenn der Hund ausgebildet ist, hat der eine Anzeige Zuverlässigkeit von 90 bis 95 Prozent.
14:43Man kann sich auf ihn verlassen, aber auch da ist es natürlich so, keine Maschine.
14:48Also ich muss immer noch selber für meinen Diabetes und für die schwierigen Situationen mit dem Blutzucker verantwortlich bleiben
14:55und kann diese Last auch dem Hund nicht aufbürden.
14:58Aber die Zuverlässigkeit ist schon sehr hoch.
15:03Super macht er das.
15:05Barney, aufpassen hier.
15:06Fein.
15:07Barney, komm.
15:09Hier.
15:10Juhu.
15:10Es ist jetzt noch nie was Schlimmes passiert bei uns oder irgendwie eine ganz gravierende Sache passiert,
15:16aber man weiß ja nicht, wie es weitergeht.
15:18Meistens nimmt das ja im Alter auch noch zu.
15:21Sie merken es dann auch halt später.
15:23Diabetiker ist ganz häufig so, dass sie dann, wenn sie es schon lange haben,
15:26dass sie dann nicht mehr so sensibel darauf reagieren.
15:29Und wer weiß, was noch alles so kommt im Laufe der nächsten Jahre oder Jahrzehnte, würde ich sagen.
15:34Oh, super, Barney.
15:38Halt.
15:38Nicht so schnell.
15:40Pass auf hier.
15:41Super.
15:49Kaisa Engelke engagiert sich beim Selbsthilfeverband für Morbus Meniere.
15:53Sie ist auf eine Messe für HNO-Fachärzte in Mannheim gefahren.
15:57Fidelia ist der einzige Morbus Meniere-Assistenzhund in Deutschland.
16:02Eine Rarität auch hier.
16:07Das wissen natürlich die meisten überhaupt nicht, dass es sowas gibt.
16:11Weder die Ärzte noch irgendwelche anderen Leute.
16:13Und das würden wir gerne publik machen, weil es was ganz Tolles ist,
16:17eine tolle Lösung für Morbus Meniere-Leute.
16:22Das ist ein Assistenzhund, beziehungsweise er wird ausgebildet zum Assistenzhund.
16:26Ja, was soll der assistieren?
16:28Er soll mir helfen, meine Anfälle vorher wahrzunehmen, bevor sie überhaupt richtig in Gang kommen.
16:34Ja, und woher weiß der Hund das, dass Sie so den Anfall bekommen werden?
16:39Ja, der Hund, der wird auf den Geruch trainiert und kann sie dann auf den nächsten Passanten loslaufen und Hilfe
16:46holen.
16:47Das würde ich jetzt auch nicht vermuten.
16:51Danke.
16:52Ja, gerne.
16:54Das ist mein Assistenzhund, schon mein zweiter mittlerweile.
16:57Die sagt mir, wenn ich Anfälle bekomme, einige Zeit vorher Bescheid und dann kann ich mich in Sicherheit bringen,
17:05beziehungsweise brauche gar nicht erst aus dem Haus raus.
17:07Wie oft haben Sie denn die Meniere-Anfälle?
17:09Zwei- bis dreimal in der Woche.
17:11Okay, heftig.
17:12Ja, ist schon heftig und deshalb brauche ich das auch.
17:16Wir stellen vor den Assistenzhund für Morbus Meniere-Betroffene.
17:22Wie merkt sie das?
17:23Sie merkt das durch den Geruch.
17:25Also wenn nichts ist, dreht sie den Kopf weg.
17:27Wenn doch was ist, macht sie so lange bis...
17:30Sie haben vorher nicht Druckgefühlohr oder so?
17:32Sie merken noch gar nicht die ersten Anzeichen vom Anfall.
17:35Manchmal geht es ganz schnell.
17:36Da merke ich noch keine Anzeichen.
17:38Auch wenn man jetzt am PC sitzt oder in der Küche beschäftigt ist oder so.
17:42Dann ist man abgelenkt.
17:44Dann erstmal alles Gute.
17:45Dankeschön.
17:47Es ist super, dass die Leute eben...
17:51Ein Hund ist halt ein Seelenöffner.
17:53Ein Gesprächsthema, das dann ganz schnell entsteht.
17:57Und ja, da blühe ich auf, wenn ich über meinen Hund erzählen kann
18:02und was der alles Tolles für mich leistet.
18:04Und ja, das ist mein Element.
18:06Und für sie ist das auch was ganz Tolles.
18:09Sie geht ja auch auf Menschen zu.
18:11Also ich denke, wir sind ja ein Dreamteam zurzeit.
18:17Es gibt auch Ausbildungszentren, die fertige Hunde verkaufen.
18:21Doch das eigene Training, so wie bei Caissa, stärkt die Bindung und ist auch deutlich günstiger.
18:27Allen gemeinsam ist der Wunsch nach Besserung.
18:30Ich habe so den Eindruck und die Hoffnung, den Wunsch, dass Fidelia mich gesund macht.
18:36Sie wird mir helfen, wieder voll einzusteigen in das normale gesellschaftliche Leben.
18:42Wieder Mut zu fassen, bestimmte Aufgaben anzugehen und mehr Kraft geben für die Zukunft.
18:54Warten, halt, warten. Langsam.
18:58So.
18:59Genau.
18:59Eng am Auto bleiben.
19:01Sitz.
19:02Einmal im Monat fährt Caissa zu ihrer Trainerin Jutta Schlehauf.
19:07Schön.
19:07Schlehauf bildet unterschiedliche Assistenzhunde aus.
19:11Ich habe viele Menschen kennengelernt, die über einen Assistenzhund ein riesiges, großes Maß an neuer Lebensqualität gewonnen haben.
19:22Einfach weil der Hund ihnen es ermöglicht hat, einfach wieder so am Alltag auch teilzunehmen.
19:28Sie gingen wieder vor die Tür, haben Struktur in ihrem Alltag bekommen.
19:33Lass sie einfach kurz hinsitzen.
19:36Du legst dann das Objekt ein paar Meter weg, das muss auch gar nicht weit entfernt liegen.
19:43Gehst wieder zurück zum Hund, lobst sie dafür, dass sie sitzen geblieben ist und schickst sie dann übrigens mir.
19:48Fidelia.
19:50Sitz.
19:50Warten.
19:56Gehst zurück zu ihr.
19:57Jetzt so ist's.
20:00Bring's hier.
20:03Ja prima.
20:04Aus.
20:05Aus.
20:06Jawohl.
20:08Hingemacht.
20:09Beim Orbis Meniere ist es leider so, dass man noch lange Gleichgewichtsstörungen hat.
20:14Und bei Gleichgewichtsstörungen kann man sich sehr schwer nach unten bewegen und sich hinhocken oder vorbeugen, ohne dass man dann
20:23gleich einen Dreh bekommt und vielleicht umfällt oder so.
20:27Und da ist schon ein Assistenzhund angebracht, der mir so dies oder jenes, was mir runterfällt, dann mal geben könnte.
20:34Jetzt mach ich's nochmal.
20:36Fidelia soll genau wie Barney mit Anstupsen vor einem herannahenden Anfall warnen.
20:42So, jetzt Stups, Stups.
20:45Super, ja ganz klasse.
20:47So, als nächstes möchte ich gerne, dass sie zweimal stupst, dann erst kommt der Klick und dann erst kommt Futter.
20:54Aha, okay.
20:54Also doppelt Stups.
20:56Stups.
20:57Stups.
20:58Fidelia Stups.
20:59Nochmal Stups.
21:00Stups.
21:01Jawohl.
21:02Prima.
21:03Weil es kann einfach sein im Alltag, dass ein Stups nicht ausweicht.
21:07Sie muss ein bisschen kräftiger stupsen, bis bei dir im Endeffekt die entsprechende Reaktion kommt.
21:12Man geht eine richtige Partnerschaft ein.
21:16Man muss sich aufeinander verlassen können und bildet so nach und nach so eine Einheit.
21:21Und das ist dann nicht mehr wie Hand in Hand, sondern wie Herz an Herz so.
21:32Assistenzhunde werden immer beliebter. Die Wartelisten sind lang.
21:36Es gibt mittlerweile viele Hundeschulen und Zentren, die die Ausbildung anbieten.
21:40Aber es gibt keine Garantien oder Zertifikate für die Qualität dort.
21:44Dann kann auch einiges schief laufen oder sehr teuer werden.
21:48Geregelt ist nämlich so gut wie gar nichts.
21:54Das Hauptproblem ist, dass wir einfach in Deutschland keine rechtliche Definition haben.
21:58Dass auch der Gesetzgeber sich noch nicht dahingehend irgendwie aufgemacht hat,
22:04auch mal Assistenzhunde als solche einfach rechtlich zu definieren.
22:09Jeder kann tun und lassen, was er will in der Branche als Ausbilder.
22:14Es wird Zeit, dass da der Gesetzgeber einfach auch aktiv wird.
22:18Und eben um diesem Wildwuchs dann auch mal tatsächlich Einhalt zu gebieten,
22:24dann gewisse Vorgaben macht.
22:35Den Boom gibt es nicht nur bei Hunden, sondern generell.
22:39Die pädagogische und therapeutische Arbeit mit Tieren ist gefragt.
22:42Ingrid Stephan beschäftigt sich seit 25 Jahren damit.
22:47In Lindwedel bei Hannover liegt ihr Institut für soziales Lernen mit Tieren.
22:54Heute ist das Team auf dem Weg zu einem mobilen Einsatz.
23:00Die Tiere haben die Aufgabe, auf Menschen mit Behinderung oder einer Erkrankung positiv einzuwirken.
23:08Heute sollen ihre Mitarbeiter, wie Ingrid Stephan die Tiere nennt, im heilpädagogischen Kindergarten nahe Hannover helfen.
23:17Viele Kinder hier haben vor allem Entwicklungsverzögerungen in der Sprache.
23:24Ein Schutti.
23:26Ja, mit dem Haarstrich, genau. Und was könnten wir noch machen?
23:31Wir haben ja zehn Finger, mit denen kann man ganz tolle Sachen machen.
23:34Mit Füttern.
23:35Man kann die füttern, ja. Was kann man noch machen?
23:39Wo mögen die das noch, außer so zu streicheln?
23:42Genau, so ganz vorsichtig hinter den Ohren. Mit unseren zehn Fingern können wir ganz toll kraulen.
23:50Guck mal, Nolana ist neugierig. Die wollte wissen, was du in der Hand hast.
23:56Da hat er einen schwarzen Kopf.
23:58Die hat einen schwarzen Kopf. Und da hinten, welche Farbe ist das?
24:01Da ist weiß.
24:02Das ist weiß, ne?
24:04Und auch wieder Kraulefinger für Nolana.
24:08Auf jeden Fall kann man feststellen, dass die Kinder sehr viel...
24:12Weißt du, warum die Schafe ein krankes Bein haben?
24:15Ja, das eine Schaf hat nur ein krankes Bein. Das tut aber nicht weh.
24:20Aber die humpelt ein bisschen, wenn sie langsam geht. Und wenn sie läuft, dann merkt man's gar nicht.
24:25Ja, dann merkt man's gar nicht.
24:26Es tut nicht weh. Das ist Nolana. Die hat das von Geburt an.
24:30Das passiert mal. Gibt ja auch Menschen, die ein Handicap haben.
24:35Ja.
24:36Ist nicht so schlimm.
24:37Ich hatte auch so was.
24:40Aber jetzt ist es verhandelt.
24:42Jetzt ist es wieder gut? Super.
24:45Als ich Baby war. Und jetzt ist es schon weg.
24:48Ja, super. Das ist doch großartig.
24:51Was man deutlich merkt, ist, dass die Tiere wirklich die Sprache anregen.
24:55Die Kinder sind neugierig, wollen wissen, wie heißt das Tier, wo kommt es her, wie alt ist es, mit wem
25:00ist es hier in der Herde befreundet.
25:02Und natürlich kriegen sie mit, dass sie in eine positive Versorger- und Führungsrolle kommen.
25:10Diese Kinder gehen ja selber in verschiedene Therapien.
25:14Und so ein Angebot mit Tieren, das hat nicht einen klassischen Therapiecharakter.
25:20Sie besuchen die Tiere und das hat etwas ganz Normales.
25:23Und da haben Kinder nicht das Gefühl, an mir ist irgendetwas nicht richtig und ich muss da jetzt hingehen, weil
25:31ich irgendetwas nicht so gut kann wie andere.
25:33Seit 2001 bietet Ingrid Stephan Fortbildungen zur Fachkraft für tiergestützte Intervention an.
25:41Heute geht es um Talente und Kernkompetenzen von den verschiedenen Nutztierarten.
25:47Ich werde jetzt die einzelnen Tierarten besprechen, gehe auf das Verhalten der Tiere ein.
25:53Und aus dem Verhalten resultiert auch, wie kann ich sie einsetzen, was sind ihre Talente.
25:59Und ich zeige anhand von Fotos verschiedene Settings und wie auch bestimmte Dinge mit den Tieren trainiert werden können.
26:07Knapp eineinhalb Jahre dauert die Ausbildung für Pädagogen und Therapeuten,
26:11die sich an den Kriterien der Internationalen Gesellschaft für tiergestützte Therapie orientiert.
26:18Doch wie schon bei den Assistenzhunden gibt es auch in diesem Bereich in Deutschland keinen gesetzlichen Rahmen.
26:27Wenn man diese Arbeit professionell und gut machen möchte, dann muss man sehr viel wissen.
26:32Mittlerweile gibt es ja sehr, sehr viele Anbieter in diesem Bereich und es gibt auch Wochenendseminare,
26:38wo man nach einem Wochenende schon Fachkraft für tiergeschützte Therapie ist.
26:42Ja, wir lehnen es ab, mit diesem Wort Therapie so inflationär umzugehen.
26:47Teil der Fortbildung ist auch Praxis.
26:51Welches Tier kann wie eingesetzt werden?
26:54Zum Beispiel auch Nutztiere wie Schafe oder Ziegen.
27:01Ja, lasst die Tiere mal auf euch wirken und meldet gerne zurück, ob euch Klienten einfallen,
27:07wo ihr meinen würdet, da hätten Ziegen einen besonders guten Zugang.
27:11Kinder mit ADHS auf jeden Fall, mit Überaktivität.
27:15Distanzlose Kinder hat man ja auch ganz häufig mit dabei.
27:18Ja, Kinder mit ADHS auf jeden Fall, mit denen kann man natürlich auch viel in der Bewegung machen.
27:25Diese motorische Ansteckung, einer rennt, alle rennen, Ziegen machen da gerne mit bei so einem Spiel mit Kindern und klinken
27:31sich da ein.
27:31Ja, diese Neugierde, diese Bereitschaft in Kontakt zu gehen, das ist etwas, was sich für unseren pädagogischen und therapeutischen Arbeitsbereich
27:41unheimlich gut nutzen lässt.
27:43Und wo die Ziege diejenige häufig ist, die den Anfang macht und die in Kontakt tritt mit dem Klienten.
27:55Die Szene ist immer größer geworden, das Interesse daran ist gestiegen.
27:59Man hat festgestellt, dass man bei bestimmten Klienten auch mit den herkömmlichen Therapiemethoden nicht mehr weiterkommt.
28:07Dass man in der Jugendhilfe mit Kindern und Jugendlichen, die sehr schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht haben,
28:13die Tiere natürlich ein wunderschönes Medium sind und von daher gibt es einen Run auch völlig zu Recht.
28:21Aber ich kann auch sagen, dass in den letzten 18 Jahren, die wir jetzt am Start sind,
28:27schon sehr viele Einrichtungen angefangen haben, wieder aufgehört haben, es wieder neue Einrichtungen gab.
28:32Ich bin schon fest davon überzeugt, dass sich Qualität da auch durchsetzen wird.
28:40Es ist Ende Juli.
28:43Der künftige Diabetes-Begleithund Barney ist nun elf Monate alt.
28:47Er geht jeden Tag mit Mathis zur Arbeit ins Finanzamt von Buchholz in der Nordheide.
28:57Barney ist der einzige Hund, der bei einem niedersächsischen Finanzamt ein- und ausgehen darf.
29:02Er ist der perfekte Bürohund.
29:08Eine Unterzuckerung spürt Mathis sehr deutlich.
29:12Anders ist das bei Überzuckerung.
29:15Die kommt oft unbemerkt.
29:17Die Folgen aber sind gravierend.
29:21Kurzfristig ist es so, dass ich so ein bisschen benommen wirke, Muskelkrämpfe kriege, mir geht's einfach nicht gut.
29:29Und das schlägt mich dann auch schon richtig aus der Bahn, sodass ich auch ein paar Tage damit zu kämpfen
29:37habe.
29:37Langzeitfolgen wären aufgrund einer schlechten Einstellung, Erblindung, Amputation, also das hat schon eine große Tragweite.
29:49Deshalb trainiert Mathis seinen Hund vor allem auf die Warnung vor Überzuckerung.
29:54Mit kurzen Geruchsübungen auch im Büro.
29:58Barney?
30:00Barney?
30:01Barney?
30:05Klasse!
30:07Hast du gut gemacht.
30:09Super!
30:11Sitz!
30:14Das bringt natürlich auch Spaß, wenn man mit einem Hund arbeiten kann und man merkt, dass es auch funktioniert.
30:20Dass der Hund das wirklich kann und vor allem, was der alles kann, ist natürlich erstaunlich und fasziniert mich jedes
30:25Mal selbst.
30:29Als Mathis an Diabetes erkrankte, musste er seinen Beruf als Soldat auch mit Auslandseinsätzen aufgeben.
30:41Den Beruf, den ich vorher ausgeübt habe, den konnte ich halt nicht mehr ausüben.
30:46Einige Berufe als Beamter, was ich jetzt halt bin, kann ich halt auch nicht mehr machen.
30:50Wie zum Beispiel im Polizeidienst, Zolldienst, sowas, alles in der Richtung, womit man irgendwie Bereitschaftsdienste hat oder mit Waffen zu
30:56tun hat, das ist nicht möglich.
30:59Weil wenn ich halt eine Unterzuckerung habe und das in der Ernstfreiheit passiert, dann ist mit mir halt nicht zu
31:05rechnen.
31:06Und das, ja, da fällt halt vieles weg.
31:10Also es ist schon einschneidend und man macht sich natürlich auch Gedanken, wie geht das denn im Alter weiter.
31:14Und ja, versucht das natürlich mit allen Mitteln und Wegen irgendwelche spätfolgenden Erkrankungen, die daraus resultieren können, natürlich aus dem
31:23Wege zu gehen.
31:33Alle drei Monate ist Mathis bei seinem Diabetologen Dominik Dahl, um die Blutzuckerwerte zu überprüfen.
31:39Der Arzt hat Mathis vor etwa zwei Jahren überhaupt auf die Idee mit dem Hund gebracht.
31:46Sitz.
31:48Und wie macht er sich?
31:50Die Ausbildung läuft gut, Fortschritte macht er jetzt eigentlich auch immer mehr.
31:54Ich habe mir vorhin ihre Werte auch schon mal angeguckt, ich gebe sie nachher mit.
31:59Langzeit wird es schon ein ganzes Stück besser geworden.
32:02Wir haben jetzt einen HbZ von 7,5, was, wenn man es so in den Verlauf sieht, wirklich richtig gut
32:08ist.
32:09Und wenn es weniger Unterzuckerungen sind dabei, ist das doch richtig gut.
32:15Ja, super, das freut mich.
32:16Der Hund kann die Technik nicht ersetzen, er kann aber die Technik ergänzen.
32:20Bei Herrn Dorn ist vielleicht ein ganz gutes Beispiel.
32:24Herr Dorn hat ein kontinuierliches Glucosemesssystem, was ihn auch warnt, wenn er zu hohe oder zu niedrige Werte hat.
32:34Aber diese Sensoren, die sind, gerade wenn es zum Beispiel mal sehr warm ist, anfällig, dann fallen die ab.
32:43Bei seinem Sport verliert er auch immer wieder einen.
32:46Und dass der Hund ihm dann sagt, Mensch, jetzt miss mal, der Blutzucker könnte niedrig sein, das ist dann schon
32:53gut.
32:53Aber wenn man sagt, was ist die sichere Möglichkeit, das ist die Technik, das muss man sagen.
33:00Also wie gesagt, ich finde es schön, dass man es an den Werten auch sieht.
33:03Das ist eben nicht nur, es ist klar, es ist natürlich ein anderes Leben, jetzt mit Hund, ist ja auch
33:09schön.
33:09Aber dass es auch wirklich gesundheitlich ein Benefit ist und für sie was bringt, das finde ich schon was Gutes.
33:18Der hilft, der hilft, zum einen, weil es positiv belegt ist, sich darum zu kümmern, weil man irgendwie ein Team
33:25ist, was gegen den Diabetes angeht.
33:30Und er natürlich auch einfach hilft und die Werte besser werden.
33:34Das sieht man, also das sieht man schon bei ihm und das zieht sich auch bei den anderen Patienten durch.
33:38Die sind schon in aller Regel deutlich besser, als sie vorher waren, als sie noch keinen Hund hatten.
33:45Krankenkassen übernehmen die Kosten für einen Assistenzhund nicht.
33:49Ausgenommen ist der Blindenführhund, der als medizinisches Hilfsmittel im Katalog der Krankenkassen aufgeführt ist.
33:57Kaisa trainiert mittlerweile seit etwa sieben Monaten mit Fidelia, heute mit einem neuen Spielzeug, der Geruchsspa.
34:05In einem der fünf Gläser befindet sich ein Stück Stoff, an dem der Körpergeruch haftet, der bei einer Morbus-Miniere
34:12-Attacke auftritt.
34:13Mies ist das Kommando dafür.
34:15Wo ist Mies? Hier, fein! Zeig's! Zeig's! Wo ist Mies? Fein! Zeig's! Zeig's an! Zeig's!
34:27Na komm hier! Zeig's! Wo ist Mies, Maus?
34:34Das hat sie, finde ich, noch nicht so richtig schön angezeigt. Aber sie hat's gemerkt. Sie hat's gemerkt.
34:39Komm noch mal. Wo ist Mies?
34:44Platz!
34:49Das ist nicht gut. Die macht nicht das, was sie machen soll eigentlich. Die Fidelia, die ist so ein bisschen
34:56lässig manchmal.
35:01Müssen wir leider noch mal jetzt machen, damit sie sich das einprägt, dass sie da ein bisschen stärker was sagen
35:08soll.
35:08Ich hoffe, sie macht's und hat heute noch Lust, denn Hunde sind wie Menschen. Manchmal haben sie auch nicht unbedingt
35:14Lust.
35:18So. Die beiden. Und dann. Das ist meine Maus. Ja, schau mal. Such! Wo ist Mies?
35:31Komm mal hier rüber. Komm mal zu mir. Fidelia. Komm zu mir.
35:36Super. So. Wo ist Mies? Weiter.
35:48Zeig's.
35:52Prima. So ist fein.
35:54Zur Belohnung gibt's Leberwurst aus der Tube. Fidelia liebt das.
35:59Ganz fein gemacht.
36:02So. Und jetzt, weil's so schön geklappt hat, soll man aufhören.
36:08Dass der Hund eben ein besonderes Erfolgserlebnis gehabt hat.
36:12Sie es fein gemacht hat.
36:20Trainerin Jutta Schlehauf kommt regelmäßig zu Kaisa und Fidelia nach Hause.
36:25Grüß dich. Hallo.
36:26Hallo, Fidelia. So ist es fein.
36:31Gemeinsam üben sie heute etwas Besonderes.
36:34Der Hund soll schon eine halbe Stunde, bevor Kaisa das Haus verlässt, riechen können, ob ein Anfall bevorsteht.
36:44So.
36:47Kaisa, bevor wir jetzt dann runtergehen zum Supermarkt, würde ich dich dann bitten...
36:53Gut. Dann frag sie mal, was sie dazu meint.
36:56Fidelia. Riech.
37:00Prima.
37:01Sehr schön.
37:02Das ist eine klare Ansage, oder?
37:04Ja, das ist eine klare Absage.
37:06Ansage oder Absage, ja.
37:09Das heißt also, dass kein Anfall droht, weil sie hätte mich sonst gestupst.
37:13Und das macht sie nicht.
37:15Sie bleibt sitzen und schaut mich an und meint damit, du darfst.
37:19Negativ.
37:19Jawohl.
37:21Das hast du vorhin gemacht.
37:22Schön.
37:23Prima.
37:24Dann brauchen wir sie mit Geschirr.
37:26So.
37:28Fidelia soll in Zukunft Kaisa überall hin begleiten, auch zum Einkaufen.
37:33In Lebensmittelgeschäften sind Hunde aus hygienischen Gründen nicht erlaubt.
37:38Ob Assistenzhunde hinein dürfen, ist in Deutschland nicht gesetzlich geregelt.
37:42Obwohl die UN-Behindertenkonvention dies ausdrücklich fordert.
37:47Und auch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bestätigt, dass nichts gegen den Zugang von Assistenzhunden spricht.
37:55Kunden, die eben nicht wissen, dass da auch Assistenzhunde existieren und dass die Zutritt haben, die haben schon angesprochen, was
38:03ich denn hier mit meinem Hund möchte, ob ich nicht lesen könnte.
38:07Und man fühlt sich da wirklich sehr schlecht als Kunde und als hilfsbedürftiger Mensch.
38:12Und es wäre so, als wenn jemand einem Rollstuhlfahrer sagen würde, er soll seinen Rollstuhl gefälligst draußen lassen, weil man
38:21im Supermarkt halt läuft und nicht fährt.
38:24So ungefähr.
38:26Entscheiden kann hierzulande der Hausherr, also der Geschäftseigentümer.
38:31Es kommt immer wieder vor, dass Assistenzhunden der Zugang verweigert wird.
38:36Wir haben telefoniert.
38:37Vielen Dank, dass Sie sich Zeit nehmen.
38:39Hier haben wir den Aufkleber, der ist schön groß, sodass er auch wirklich ins Auge springt.
38:48Hundetrainerin Jutta und Caissa machen deshalb bei der Kampagne Assistenzhund willkommen mit.
38:53Die vom Bund gefördert wird.
38:57Super.
38:58Das dreht richtig gut aus.
38:59Klasse, ja.
39:00Und man sieht es auch wirklich direkt, wenn man drauf zuläuft.
39:03Wir danken auch.
39:04Herzlichen Dank.
39:05Und alles Gute.
39:06Bis die Tage.
39:07Tschüss.
39:07Tschüss.
39:08Komm raus.
39:09Bis zum weißen Auto.
39:18Es ist Ende Oktober.
39:20Barney ist nun 13 Monate alt und ausgewachsen.
39:24Sobald er den Überzuckerungsgeruch von Mathis wahrnimmt, reagiert er auch, dass Mathis ihn dazu auffordert.
39:29Trainiert wird trotzdem weiterhin täglich.
39:33Auch im Hinblick auf die Abschlussprüfung.
39:57Super.
39:58Klasse.
40:00Super.
40:04Hast du gut gemacht.
40:06Hast du gut gemacht.
40:08Ja, klasse.
40:09Das ist perfekt.
40:11Also ich wundere mich selber darüber, wie schnell das geht und wie geleerig hier eigentlich
40:15ist.
40:28Barney?
40:29Schau mal.
40:30Bring das Messgerät.
40:32Bring.
40:33Bring.
40:34Wo ist es?
40:35Bring.
40:37Bring.
40:40Bring.
40:41Ja, super.
40:43Bring her.
40:44Super.
40:47Bring.
40:48Bring.
40:49Bring.
40:51Klasse.
40:53Klasse.
40:53Mathis ist jetzt nicht darauf angewiesen, dass Barney irgendwelche Sachen zu ihm bringt.
40:57Aber er muss für die Prüfung halt einige Dienstleistungen, sag ich mal, dieser Art beherrschen.
41:01Deswegen müssen wir das jetzt trainieren.
41:03Eine Abschlussprüfung bieten mittlerweile einige Assistenzhundevereine in Deutschland an.
41:08Sie ist nicht vorgeschrieben.
41:10Doch damit lässt sich nachweisen, dass der Hund professionell ausgebildet ist.
41:14Und es ist der Versuch, Qualitätsstandards zu etablieren.
41:18Gerade wenn man so viel Zeit und so viel Energie in die Ausbildung von Barney steckt,
41:23und Barney da auch so viel Energie reinsteckt, dann möchte man natürlich auch diese Prüfung
41:28ganz gerne ablegen und auch möglichst gut bestehen.
41:31Das ist schon ein schöner Abschluss für das Training.
41:38Barney?
41:42Mit einer Fähre ist Barney noch nie gefahren.
41:47Super.
41:48Weil Mathis und Nicole gerne Urlaub auf den Nordseeinsel machen, möchten sie das frühzeitig üben.
41:54Mit einer Fahrt über die Elbe.
42:01Was für ein schönes Wetter, ne?
42:03Echt?
42:05Glück gehabt.
42:09Barney bleibt cool.
42:15Äh, äh.
42:17Äh, äh.
42:19Äh, äh.
42:20Ja, super.
42:21Ist er hoch?
42:22Ja, kann sein.
42:23Oh, er zeigt ab.
42:23Super, klasse.
42:25Super.
42:29Fein.
42:30Super.
42:32Ja, ist gut.
42:33Klasse.
42:35Ja, ist gut.
42:38Ja, super.
42:40Ist gut.
42:42Ja, ist gut.
42:45Klasse.
42:46Ja, super.
42:47Ist gut.
42:48Blutzucker geht gerade ein bisschen hoch.
42:50Ich muss ja korrigieren.
42:51Ich hab nichts.
42:52Was ist da los?
42:54Klasse.
42:55Super.
42:56Klasse.
42:57Toll.
42:58Also, ich hab vor einer Stunde oder sowas gegessen.
43:00Und das ist halt so gerade eines der Probleme, dass ich nach dem Essen sehr hohe Anstiege hab.
43:05Und die Insulinwirkung einfach nicht so schnell da ist, wie das Essen wirkt.
43:09Und dadurch hab ich halt hohe Blutzuckerwerte.
43:12Und Barney hat jetzt gerade angezeigt, gerade festgestellt, dass mein Blutzuckerspiegel steigt.
43:16Ja, und mir gezeigt, dass ich korrigieren muss mit Insulin.
43:20Ich bin immer noch fasziniert.
43:22Also, als er das erste Mal angezeigt hat, war das auch ganz besonders irgendwie.
43:26Und jetzt macht er das ja eigentlich schon regelmäßig.
43:28Und ich find's immer wieder toll.
43:29Also, echt.
43:31Super.
43:33Also, ja, mal so heilen durch Foto auflegen, das wird wahrscheinlich nur nicht funktionieren.
43:37Aber insofern hat er ja schon eine heilende Funktion.
43:41Dadurch, dass er ja diese Blutzuckerschwankungen wahrnimmt und mir jetzt ja auch schon hilft, diese zu unterbinden oder deutlich zumindest
43:51einzuschränken,
43:52hat das ja schon einen positiven gesundheitlichen Effekt auf mich und der nicht unbedingt zu verachten ist.
43:58Also, im weitesten Sinne hat er ja dann doch eine heilende Wirkung.
44:07Intensive Monate für Mensch und Tier.
44:12Einen Assistenzhund auszubilden, ist eine weitreichende Entscheidung.
44:16Es braucht konsequentes Training, viel Wissen über die Krankheit und eine feste Bindung zwischen den Teams.
44:22Nur dann können Hunde wie Barney und Fidelia einen guten Job machen.
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