Skip to playerSkip to main content
  • 11 hours ago

Category

📺
TV
Transcript
00:22Thank you, thank you and good evening.
00:26Ich bin Thorsten Sträter, Ihre zwangsfinanzierte Regimeschranze und mein heutiger Gast ist direkt eine Ikone Sondergleichen.
00:34Ein Mann, der als der liebste Mensch dieser sonderbaren Branche gilt und ein echter Modeexperte.
00:39Und er ist so wahnsinnig charmant und aufgeräumt, jetzt wirklich, habe ich ja erzählt.
00:42Das haben wir übrigens gemeinsam, er und ich, unsere Liebe zur Mode und den Hang zum Liebreiz.
00:48Gast heute, Guido Maria Kretschmar.
00:58Er ist ja da, entspannen Sie sich.
01:00Es gibt durchaus im Bereich der Mode Trends, die ich nicht hundertprozentig durchdrungen habe.
01:07Wie zum Beispiel den Umstand, dass Stoffbeutel neuerdings Toatbag heißen.
01:12Haben Sie das mitgekriegt?
01:14Toat, habe ich mich gefragt, was soll das bedeuten?
01:16Kommt aus dem Englischen, musste ich googeln und bedeutet wirklich jetzt tragen.
01:21Das höre ich zum ersten Mal irgendwie, wenn ich ehrlich bin.
01:24Keine Ahnung, in welcher schrulligen Grafschaft voller gebückter Sonderlinge man Potatoes in die Küche totet.
01:30Ich kenne nur Carrie.
01:32Aber das heißt wohl, dass als Patrick Swayze in dieser einen Sequenz Jennifer Grey zu Time of My Life hochwuchtet,
01:37wie es hier mit einem Totentanz zu tun haben, denn Herr Swayze trägt ihr ja.
01:44Beim ersten Mal schauen hab ich zuerst gedacht, der wirft die weg, hat er aber gar nicht gemacht.
01:50Apropos tragen.
01:53Liebe Freunde über 50, warum genau seid ihr dem Irrglauben anheimgefallen, ihr solltet Cargohosen tragen?
01:59Nur, dass ich es kurz angesprochen habe.
02:01Also eine Buchse mit dem Stauraum einer Boeing 747.
02:03Ist es nur, ist das gar um ihre fleischigen Oberschenkel zu betonen?
02:08Oder reichen die normalen Taschen einfach nicht mehr aus?
02:10Was kommt denn in die Seitensäcke rein? 500 Hohlraumdübel und Roggenbrot?
02:14Es interessiert mich wirklich.
02:16Ich verstehe das.
02:17Natürlich ist das irre praktisch, wenn einem Handy und Portemonnaie auf Kniehöhe rumschlackern,
02:22als hätte man einen Biber in der Hose.
02:23Aber sicher wirkt das auch irgendwie schön militärisch.
02:26Aber irgendwie funktioniert die Cargohose nur bei dünnen, jungen, nicht militärisch aufgestellten Menschen.
02:33Und nicht bei dir und mir, Jürgen.
02:34Wir sind gut beraten, lockere Hosen aus Mischgewebe zu tragen.
02:38Und mit Misch meine ich jetzt nicht Baumwolle und Gehacktes, sondern irgendwas mit ein bisschen Elastan.
02:43Damit uns die Weltpresse nicht beim Bücken nach einer Sprudelkiste wie gelähmt in die Kimme starrt,
02:49weil uns hinten die halbe Hose weggerissen ist.
02:52Ob Ihnen einer der gern Mützenträcht Modetipps geben sollte, sei mal dahingestellt.
02:56Aber, schweigen Sie, jedoch, einen ernst gemeinten Tipp gebe ich Ihnen jetzt wirklich.
03:02Wenn Sie Unterhosen aus Stretchgewebe kaufen, wie wir alle, die also ganz besonders dehnbar sind,
03:09nehmen Sie trotzdem Ihre Größe.
03:11Wirklich.
03:13Nix mit, ich hab an sich XXL, aber komm, die Unterbuchse gibt ja nach.
03:18Ja, der Klügere gibt auch immer nach, ist aber trotzdem der Affe.
03:21Zwingen Sie nicht Ihre Leibwäsche dazu.
03:24Es hat keine Würde, sich in einen zu kleinen Schlüpfer zu schießen,
03:28während das Material kreischend und bis zur Transparenz überdehnt Ihre Klöten vakuumiert,
03:34in die Beine abschnürt und spiegelverkehrt das Pflegeetikett in die haarige Kehrseite stanzt.
03:40Vor allem, weil Ihre Unterwäsche dann nicht besonders lange hält.
03:44Ihre Oma stand ja auch nicht im Keller und hat mit geschwollenen Halsmuskeln
03:47Einmachgummis quer durch den Raum gespannt, einfach um zu gucken, was passiert.
03:50Warum machen Sie das dann?
03:51Ziehen Sie sich auch mit bloßen Händen die Dauerwelle aus dem Schädel?
03:53Sie sonderbarer Mensch.
03:56Kaufen Sie einfach Ihre Größe.
03:57Punkt.
03:59Apropos.
04:00Mein Gast hat Größe.
04:01Hammer-Überleitung.
04:03Mein Gast.
04:04Danke.
04:05Danke.
04:08Mein Gast.
04:14Hat Größe und Sachverstand und Charme und der riecht sich auch nicht so schnell auf wie ich.
04:18Und hier ist er.
04:19Guido Maria Kretschmann.
04:34Das ist dein Lieblingslied.
04:36Ja, ja.
04:36Oh.
04:38Fehlen auch so Räder, ne?
04:40Willkommen, du lieber Mensch.
04:41Ja, man sitzt hier wie ein kackendes Reh, aber es sieht wahnsinnig gut aus.
04:44Ich dachte gerade, so muss das sein, wenn es mal Räder noch kommen.
04:47Das sind komische Stühle, ne?
04:49Ja, meine Mutter hat das ja auch.
04:50Meine Mutter hat früher immer gern so in den Sessel gesessen und die hatte immer Rückenprobleme.
04:54Und die war sehr dramatisch.
04:55Da hat die oft zu mir gesagt, hatte ich oft so gesessen.
04:57Ich sagte, Mama, was machst du?
04:58Da hat sie gesagt, ja Guido, es könnte mal so kommen.
05:00Und so hatte ich gerade das Gefühl, dass es, aber ich finde schön, dass ich das habe.
05:04Oh, ihr seht nämlich nur von hinten, ne?
05:06Es ist, aha, ein Schluck Kaffee.
05:07Es ist wunderbar, dass du da bist.
05:08Ich trinke jetzt mal Kaffee.
05:10Wie Vicky Leandros, die macht das auch.
05:11Die trinkt ja ganz viel Kaffee auf der Bündnis die ganze Zeit.
05:13Ich trinke oft den Kaffee vom Vicky Leandros dies Jahr.
05:17Die Vicky.
05:19Gib den her, Vicky.
05:20Und das ist nicht wahr.
05:22Ich möchte über deine Stiefel reden.
05:24Schon wieder.
05:24Über meine Stiefel?
05:25Ach ja.
05:25Diese Stiefel sind die schönsten Chelsea Boots, die ich je gesehen habe.
05:31Karl Lagerfeld hat sie dir persönlich geschenkt.
05:33Ja, das stimmt.
05:33Sie hat mir Karl geschenkt und das war so wie, das war so ein Abendessen.
05:38Und dann hab ich...
05:38Natürlich.
05:41Es war so.
05:42Er hatte...
05:42Es war ein Abendessen.
05:43Er saß neben mir.
05:44Und ich hatte...
05:44Ich dachte ihm am Abend...
05:45Ach komm, ich darf meiner Oma so eine Kamee bekommen.
05:47Ihr wisst, was es ist.
05:48So eine ganz kleine Brosche.
05:49Hatte ich mir so an die Krawatte genäht.
05:51Dachte ich mir, der Karl kommt.
05:52Hab ich so gemacht.
05:53Und dann saß er neben mir.
05:53Ach, Kino, hören Sie mal.
05:54Und so.
05:54Hat er immer rumgefummelt.
05:56Und dachte ich, was dreht der an dem Ding?
05:57Plopp was runter.
05:58Oh, sagt er.
05:59Jetzt ist aber kaputt.
06:00War es von der Oma.
06:00Ich hab gesagt, ja, jetzt ist weg.
06:02Und dann sagt er, das mach ich wieder gut.
06:03Ich schicke Ihnen was Hübsches.
06:04Ich hab gesagt, nein, Karl, das müssen Sie nicht.
06:06Ich schicke Ihnen was.
06:06Und dann kamen diese Schuhe.
06:08Und da hab ich die bekommen.
06:09Und es waren immer so die Oma Gedächtnisschuhe.
06:11Und die hab ich dann wirklich sehr gerne getragen.
06:13Und heute dachte ich, ach, heute ist der Tag, wo ich sie immer wieder trage.
06:16Also ich trage sie immer wieder.
06:17Aber es ist so ein Erinnerungsstück, weil ich ihn sehr gerne mochte.
06:21Und es war ein sehr amüsanter Mann.
06:24Der war aber auch privat sehr amüsant.
06:26Und der hat mal zu mir gesagt, weil sein und meine Mutter sind gar nicht so weit voneinander entfernt geboren.
06:31Und dann sagte er, wo kommen Sie endlich her, Guido?
06:33Ich hab gesagt, ach, vielleicht sind wir jetzt sogar verwandt.
06:37Ich hab gesagt, meinen Sie?
06:38Sagt ja also, die Familie meiner Mutter, das waren alles Flittchen.
06:41Wir können für nichts garantieren.
06:46Ja, auch die Geschichte meiner Schule.
06:53Sie werden es nicht glauben, aber ich kenne einen bei Deichmann.
06:55Nein, das ist das.
06:57Äh, nein.
06:59Du bist ja, du kannst ja auch nähen, wie ich.
07:04Ja, langes Fädchen, faules Mädchen.
07:06Ich bin sehr früh angefangen.
07:07Langes Fädchen, faules Mädchen.
07:10Nee, ich hab, also ich muss sagen, ich war erst gar nicht so scharf auf dem Nähen.
07:13Ich hatte es gar nicht so auf dem Schirm.
07:14Aber meine Mutter hat sich mit, als ich so acht oder neun war, hat sie sich eine Nähmaschine gekauft.
07:19Also hat das dann bei Bertelsmann abgeholt, bei so einer Lagerarbeiterin.
07:22Ja.
07:22Und dann kam das nach Hause und die wollte uns was nähen, die hat es überhaupt nicht hinbekommen.
07:25Und dann dachte ich irgendwann, oh, was klackert denn da so schön.
07:27Und dann bin ich da hin und dann sag ich, Mama, mach mal Platz.
07:30Und dann irgendwie war das mein Ding.
07:31Da hab ich das Licht angemacht und dachte ich, guck mal, jetzt brennt das Licht.
07:35Dachte ich so.
07:36Und ich hab früher, und ich weiß noch, ich hab mir das nächtelang genäht.
07:40Und mein Vater hat mir gesagt, das ist Guidos erster Scheinwerfer gewesen.
07:43Das hat mein Vater immer gesagt, weil ich hab genäht, komm ins Bett, ich mit Decke drüber.
07:46Und ich hab sofort gedacht, dieses kleine stichelnde Wunderwerk, ab jetzt läuft's.
07:50Und so war's auch.
07:51Ich hab sofort angefangen zu verkaufen, relativ schnell, das ist gelehrt.
07:54Was war dein erstes Stück?
07:55Westen mit Westfalenfleiß, mit Paspeln, super gelaufen.
07:59Meine Mutter hat's auch.
08:00Was, Paspel direkt gemacht?
08:01Ja, ich weiß, ich konnte schnell.
08:03Meine Mutter hat's auf dem Schützungsfest getragen.
08:05Für sie zu Hause.
08:06Super kniffliger Kack.
08:07Aber es hat sich gut verkauft.
08:08Danach hatte ich fünf, sechs Bestellungen.
08:10Und zum Schluss war's so, dass ich im Dorf schon Mitarbeiterinnen hatte.
08:13So Frauen, die für mich mitgearbeitet haben.
08:15Also, ich war eigentlich schon, würde ich sagen, ich war eigentlich so scheinselbstständig.
08:19Hab mein Vater immer gesagt.
08:20Ich dachte, ach, das kriegen wir schon hin.
08:22Aber du nähst du noch immer?
08:25Also, ich weiß, ich bin noch ausgestattet zu Hause und mach auch noch.
08:30Ich mach gerne Strecke manchmal.
08:31Sogar die schaffe ich mir noch.
08:33Ja, ja.
08:33Es geht nichts über eine gerade Naht mit einem Füßchen Abstand, oder?
08:37Dann denke ich, gut, dass wir 24 Deckenhöhe haben.
08:39Denke ich Gott schütze sie.
08:40Also, ich könnte auch für die Olympiade, hätte ich Fahnen nähen können.
08:43Also, ich mag sehr gerne auf Speed.
08:45Ich auch.
08:45So, das mach ich noch.
08:46Und was ich immer...
08:47Hast du was auch?
08:47Dass du vorhin nähst, nähst, nähst, nähst und denkst, fuck, jetzt waren's zwei Meter Teppich.
08:51Dass du da einfach...
08:51Das passiert mir andauernd.
08:53Komm rein.
08:55Ich liebe es.
08:55Ja, ja, ich könnte...
08:56Ja, ja.
08:57Ich ähm...
08:59Na, es ist schön.
09:00Aber ich muss sagen, was ich sehr gerne mache, ich repariere sehr gerne.
09:05Und wir hatten kurz meine Freundin zum Besuch.
09:07Die war bei uns und der Frank saß vor dem Kamin.
09:09Der liest ja so hübsche Kunstbücher in Martin Hacker.
09:11Klammer auf!
09:12Frank ist dein Lebenspartner.
09:13Genau.
09:13Seit wie vielen Jahren?
09:15Ich wollt grad sagen 39,5 Jahre.
09:21Ja, egal.
09:22Auf jeden Fall.
09:25Und ich hab sehr gern attraktiv und hübsch und so.
09:28Und dann sitzt der Frank so im Kaminzimmer, liegt der da.
09:30Da dachte ich, ach wie hübsch.
09:31Hab ich noch so ne Decke?
09:32Ich dekorier den ja auch ein.
09:33Leg ich mal so ne...
09:34Ich leg so ein Plate drauf, schieb die Tasse.
09:36Dem ist das nicht so wichtig.
09:37Sag ich, ach Frank.
09:38Die Hunde liegen da so.
09:39Und da war eine Freundin zu Besuch.
09:40Und ich hab dann...
09:41Frank hatte wieder irgendwas, was der wollte.
09:43Und hab angefangen, irgendwas auszubessern.
09:45Und dann sitzt eine Freundin von mir frisch verlassen.
09:47Die sind ja oft bei schwulen Männern, sind ja auch viele verlassene Frauen.
09:49Und irgendwann heulte die und sagte dann, dass wir einfach zu viel haben.
09:53Und jetzt macht er noch Handarbeit für seinen Mann und so.
09:55Und ich saß dann so.
09:57Und dann hat der Frank gesagt, ja, das ist wirklich der Untergang des Familienglücks.
10:01Und da hat die gesagt, ich kann nicht mehr.
10:03Ihr seid zu viel für mich und so.
10:04Und dann kommt unser kleiner Hund rein und hat so ein Strassarzt.
10:08Und dann sagt sie, lieber Gott, lass das Strass sein, sagt die da doch.
10:11Lass uns Strass sein.
10:13Aber ich kann gut...
10:15Ich könnte jetzt auch hier was nehmen.
10:20Aber sollte jetzt hier noch...
10:23Also...
10:23Das ist ja auch schön.
10:24Da sollte jetzt jemand noch ein Problem haben.
10:25Ich könnte jetzt hier sitzen und auch nebenbei noch was...
10:29Lieblingshandarbeit?
10:30Was machst du am liebsten?
10:31Ich bin nicht so ein Bügeltyp, muss ich sagen.
10:33Ich hab nicht gern...
10:33Du bist kein Bügeltyp?
10:34Nee, bügeln ist noch nie so...
10:36Boah, ich bin Iron Man, du kannst dir das nicht vorstellen.
10:41Liebe, liebe Liebe.
10:44Wie kaufst du deine Kleidung?
10:45Kaufst du online?
10:46Nimmst du deine eigenen Sachen?
10:48Oder gehst du schön in die Boutique?
10:49Ich hab ja das Glück, dass ich viel im Lager...
10:51Ich geh rein, Rücksendung hab ich leider oft an.
10:53So Kleinigkeiten, die da reklamiert.
10:55Rücksendung?
10:57Der Chef geht mit dem Besen durch, ich hebe auch alles auf.
10:59Also ich bin der klassische Chef.
11:00Oh Gott, jetzt nehmt er auch noch dieses angeschlagene Teil.
11:02Dann nehm ich die Strickjacke, Rüsse 48, leider bei den Damen.
11:05Und dann denk ich, ach komm, die Knöpfe.
11:06So, dann mach ich mir was drauf oder so.
11:08Echt viel so.
11:09Dann hab ich sie, eine Teil ist befreundete Designer, die mir was schicken.
11:13Guido, das wär doch was für dich.
11:14Das hab ich auch.
11:15Und manchmal kauf ich so ganz billige Sachen, schnapp ich mir irgendwo, denk ich.
11:19Das tune ich mir auf.
11:20Es kann aber auch mal sein selten, dass ich sage, oh Gott, wie jetzt hier zum Beispiel,
11:24ich seh Miyake.
11:25Dann hat man sich auch fast aufgegeben, wenn man zum ersten Mal Plissé trägt.
11:28Nein, nein, Plissé geht klar.
11:29Dann hatte ich aber Regina Ziegler zu Besuch, diese Regisseurin, die trägt ja nur Miyake.
11:34Und dann dachte ich, ach, bin ich jetzt schon Regina, so ungefähr.
11:37Aber ich sag, Guido ist toll, mach das, hält ewig und so.
11:40Kofferkleidung, oder hab ich mir sie gekauft, dann kauf ich auch schon mal.
11:43Aber ansonsten bin ich eher für, ja, viel aus eigener Produktion.
11:48Stark.
11:48Ist die Wahrheit leider.
11:49Stark.
11:50Ich mag Isi Miyake, ich mag es auch gerne.
11:51Plissé ist immer so ein bisschen, bei Typen wie mir wirkt das schnell.
11:55Also entweder gehört dir Schloss Versailles oder nicht.
11:57Aber, aber, du kannst das halt sagen.
12:01Jaja, Miyake ist so, ich muss ja sagen, weißt du, was ich mal hatte?
12:05Ich hab mal Isi Miyake kennengelernt in Hongkong.
12:08Hast du Isi Miyake kennengelernt?
12:10Einer meiner Helden neben Yoshi Yamamoto.
12:12Für mich war das ganz schnell vorbei, das muss ich leider sagen.
12:14Wieso?
12:15Das war schön, war es nicht.
12:16Erstmal hab ich, da gibt's so ein großes Hotel, sehr bekanntes, da gehen auch viele Textiler hin.
12:21Und da gibt's erstmal so ein Klo, da kann man als Mann gegen so eine Glaswand pinkeln.
12:25Da hat man das Gefühl, man pinkelt über Hongkong, was ich an sich schon schwierig fand.
12:28Und ich steht, so fing das an, ich stehe da und dachte, was ist denn hier los?
12:31Da steht ein Mann neben mir und sagt, hi, und so sprechen wir erst ein bisschen Englisch.
12:34Und man kam raus, dass der meine Cousine Angelika defloriert hatte.
12:37Da kam der aus der gleichen Region.
12:39So fing das an, da komm ich zurück.
12:41Und dann saß da irgendwann ein sehr betrunkener Asiate, dachte ich so.
12:44Und dann irgendwann stellt sich raus Isi Miyake.
12:47Dann kriegt der so mit, deutscher Designer, dann fängt der an und sagt zu mir,
12:51could you do the Ententanz?
12:53Ich hab gesagt, nein.
12:54Hat der gesagt, und du die Ententanz?
12:56Ich hab gesagt, nein, wir machen...
12:58Ob du den Ententanz machst?
12:59Isi Miyake hat zu dir gesagt.
13:01Er hat gedacht, wir Deutschen machen alle Ententanz.
13:02Ich hab gesagt, Herr Miyake, jetzt machen Sie mal einen Punkt.
13:05Ich hab gesagt, wir machen doch kein Ententanz.
13:07Sollte ich das vormachen?
13:09Und dann trank immer mehr Bier.
13:11Und je mehr das Gefaltete kam, dachte ich, ach du Scheiße, der Miyake, das ging so richtig
13:14dung, dung, dung, dung, dung runter.
13:16Wo ich irgendwann dachte, ja, und dann hatte ich irgendwann, dachte ich, gut, ne.
13:19Hab ich dann da...
13:21Also wirklich.
13:24Und dann dachte ich mir...
13:26Und dann...
13:27Und dann...
13:32Und dann...
13:33Und jetzt zum Überfluss, da kommt irgendwann der angesoffene, der angesoffene Kollege,
13:40der da mittlerweile Textiltyp war, der meine Angelika-Cousine flachgelegt hatte, der sagte
13:45noch zu mir, also bitte so schön besoffen hier auch noch...
13:51Ja, da dachte ich auch so.
13:52Also deswegen hab ich mit Miyake...
13:54Schön, dass ich nachgehakt hab noch mal.
13:56Aber...
13:56Das war schön, war das nicht.
13:59Komm mal, Geschichte.
14:01Aber ich trag Schauten mit ihm, genau.
14:07Also...
14:09Isi Miyake war für sich genommen jetzt erstmal nix.
14:12So als...
14:12Nein, ich hab den sehr geschätzt und ich muss sagen, ich freu mich auch, dass der alle
14:14ein gefaltetes Gelegt hat.
14:15Aber das lässt ja ein bisschen nach, wenn man Menschen kennenlernt.
14:18Es gibt ja Leute, die triffst du und denkst, endlich ist es soweit.
14:20Dann triffst du die live und denkst, ach du Schande, lieber Gott, lass den vorbeigehen.
14:23Und dann gibt's andere, wo du denkst, mein Gott, das ist ja eine Offenbarung.
14:26Also es gibt...
14:27Genau, das wollte ich sagen.
14:28Das geht dir mit Leuten, die du triffst, anders.
14:29Du hast ja sogar ein Buch darüber geschrieben, dass du einfach eine Runde spazieren gehst
14:32und zwar ausgedehnt und Leute triffst.
14:34Ja, ja, ist das so.
14:35Und du bist ja...
14:36Also jetzt wirklich mal, das fällt mir ja fast nicht schwer zuzugeben oder auch zuzugeben,
14:42aber ich räume jetzt mal ein, dass man dich immer im Fernsehen sieht und dann sofort
14:46eingenommen ist.
14:47Weil Sympathie kann man ja nicht künstlich herstellen so.
14:50Das heißt, du bist sympathisch oder nicht.
14:51Es ist schwierig, da was zu drehen.
14:53Und dann denkt man sich, das ist hundertprozentig.
14:56Ist der so reizend, immer so durchgehend, auch über Jahre?
15:00Der tritt Hundewelpen tot oder so.
15:02Das ist so, dass man...
15:03Weißt du, dass man meint, der wird doch garantiert, ist das doch eigentlich ein Psycho oder so.
15:07Und dann lernt man dich mal...
15:08Was heißt, lernt man kennen?
15:10Ich habe schon das Gefühl, dass ich dich im Vorfeld irgendwie kennengelernt habe.
15:13Schwer zu erklären gerade, während ein Stündchen, zwei.
15:16Und dann bist du immer noch so ein netter Mensch.
15:21Also das ist nicht pharmazeutisch zu erklären, muss man sagen.
15:24Ich leck jetzt nicht an Substanzen, aber ich habe das Gefühl, dass ich bin so...
15:29Das hört sich jetzt immer so platt an, aber ich bin so wahnsinnig willkommen gewesen als Kind.
15:33Und meine Eltern, die waren so süß, die haben mich ja wirklich durchgeküsst und gedrückt und immer gesagt,
15:38geh durch jeden Geburtstag, was war das ein schöner Tag, als Mama mit dir schwanger und so.
15:41Und wenn du so willkommen bist und deine Eltern dich feiern, auch für nichts eigentlich manchmal, dann ist es eine
15:47gute Basis.
15:47Und ich glaube, das ist bei mir so geblieben.
15:50Und ich habe irgendwie verstanden, dass man, weil ich ja sehr verbal bin auch und ich habe immer viel rumgesessen
15:56und zugehört,
15:57dass ich dachte, du kannst so schnell Menschen zerstören.
16:00Das geht so schnell.
16:01Ein falsches Wort, das vergisst du nie wieder.
16:04Dann denke ich manchmal, da müssen die Menschen viel mehr aufpassen, weil du denkst, ach komm, das ist klar,
16:08mit dem dicken Hintern wackelt rum, dann denkst du, ach Gott, kann die schön wackeln.
16:11Aber wenn irgendein Schreitform fängt, die mit dem dicken Arsch, dann hat die das ihr Leben lang und das vergisst
16:16die nie wieder.
16:16Und das ist ja das Verrückte.
16:17Du behältst ja erstaunlicherweise, wenn du Verletzungen bekommst, immer das Schlechte.
16:22Später dann vergisst du das, denkst du, warum habe ich überhaupt mit meinem Bruder Stress gehabt, ich weiß das gar
16:26nicht mehr.
16:26Aber du hast doch ein Gefühl.
16:28Aber wenn du jung bist, dann nimmst du das so auf.
16:30Und ich glaube, dass das ein wichtiger Moment ist, dass man dann, und wenn wir in der Gesellschaft ein bisschen
16:35mehr feiern würden für das, was da ist,
16:38statt zu glauben, was nicht vorhanden ist, dann würde das besser laufen.
16:50Und dann glaube ich eben auch, dass es etwas gibt, das ist auch Solidarität daran, glaube ich, sehr, sehr stark.
16:57Und ich möchte ja auch nicht irgendwie raus sein aus Gesellschaft.
17:01Und dieses Gefühl, glaube ich, dass ich habe gerne zum Beispiel, ich habe das kennen, dass ihr da seid.
17:05Ich liebe das mit Publikum.
17:07Und wenn ihr 5.000 wären, wäre es für mich auch so.
17:09Ich habe das gern, ich spüre gern Menschen.
17:10Und wenn ich zum Beispiel in der Oper bin, dann sagen ja viele, mein Gott, das gehustet, da Frau Müller.
17:14Und ich denke, ach schön, die sind alle da, denk ich so.
17:17Und wenn ich die husten höre und schmatzen und so, dann denke ich, ach guck mal, da sind sie so.
17:21Ich bin auch gern selber Publikum und das rettet mich natürlich, dass ich nicht denke, ja gut, ich sitze hier
17:25auf der Bühne und mache hier den Zampa los.
17:27Sondern ich könnte auch jetzt hier sitzen, dir drei Stunden zuhören und würde mich wie Bolle amüsieren.
17:32Und das ist, glaube ich, das, was mich manchmal unterscheidet von anderen Prominenten, wo ich oft denke, mein Gott, wieso
17:38sind die so high von sich selbst dann?
17:41Und das ist ja, das, glaube ich, lernt man durch Eltern, würde ich sagen.
17:45Du bist so ein toller Mensch, aber du musst doch auch mal ausrasten.
17:47Also du musst doch jetzt wirklich, jetzt müssen wir an den Punkt kommen.
17:49Ich bin einmal, ich habe einmal.
17:51Aber richtig, gottlos ausrasten, bitte.
17:54Grundlos nicht, aber ich bin einmal, ich habe, der Frank hat so eine Freundin, die hat mich ihren Leben lang
17:58genervt.
17:59So eine dünne, die immer alles besser weiß und so.
18:01Die hat uns immer in Mallorca besucht, stundenlang, Wochenlang mit ihrem blöden, langweiligen Mann.
18:05So ein Lehrer, schlimm ist die, immer die Palm ist weg und Feng Shui und so und alles wusste die
18:10besser.
18:10Kido zum Fernseher, jetzt bist du aber unten angekommen, immer so was.
18:13Also tausend Sachen, so eine Kultur, dachte ich, die wohnen bestimmt hoch feinstofflich und so.
18:17Und immer wieder, dann habe ich der Jobs besorgt, durch die Welt gereist, ich dann mit der nach Japan.
18:21Und dann sage ich, kannst du mir mal helfen auf der Show?
18:23Nee, Kido, ich wollte mit meinem Mann jetzt mal. So ging das immer.
18:25Ich hatte immer schon so eine Krawatte auf die und irgendwann hat die mich mal eingeladen,
18:29war ich bei der zu Hause, war ich völlig erschüttert, wie schlecht die die wohnte.
18:32Da dachte ich, und die fängt die an mit Feng Shui.
18:33Lange Rede, keinen Sinn.
18:35Ich bin in einer Kunstausstellung und da war so eine dicke Engländerin, die war wirklich toll.
18:40Die hat sich selbst als Puppe gebaut und war voller schwarzem Öl.
18:44Die hatte auch ein Problem, muss man sagen, aber die war dann, die saß bei der Performance nackt auf dieser
18:49Puppe
18:50und hatte so ein Messer in der Hand und wollte ihr eigenes Ich gut.
18:53Es war viel, aber...
18:55Und das ist so eine Galerie mit 20 Metern Höhe und ich stehe da und auf einmal ist oben so
19:00eine bescheuerte Freundin von denen.
19:02Hallo!
19:03Schmeißt die von oben so eine Kappe runter und die trifft mich auf 25 Meter hoch, das war genau auf
19:08meine Stirn.
19:08Und ich dachte, das ist wirklich ein Schlag, das hat mir bis in das Genick.
19:12Und ich gucke in die blöden Gesichter von den beiden und denke auf einmal, ich habe einen Schlaganfall.
19:16Wieso fühlt sich das an?
19:17Da kam sofort der Galerist, Herr Kretschmann, was ist los?
19:19Ihr hört die blöde Freundin.
19:21Und dann sagt er nur zu mir, ach, das war doch nur so eine Kappe.
19:24Okay, ich hatte dann noch mehr Wut und dachte, Guido, irgendwann kommt der Tag.
19:28Und dann steht die, während die Dicke auf dem Ding sitzt und zerhackt sich mit so einer Hardcore-Musik,
19:33steht auf einmal die bescheuerte Trutsche neben mir mit ihrem bescheuerten Mann und sagt, na, tut's doch weh.
19:39Und dann bin ich ausgeflippt.
19:40Dann habe ich gesagt, ihr seid doch hier wirklich mal Gottes dritte Garnitur.
19:44Und dann bin ich, das habe ich noch nie.
19:46Und dann habe ich so Gas gegeben und während die hackte.
19:50Und ich kann mich so wahnsinnig gut erinnern.
19:55Ich sage es dir.
20:00Und wenn ich wirklich ein Talent habe, das ist, ich kann mich extrem gut erinnern an Sätze und alles,
20:06weil ich jeden Satz auch hier verbinde mit Bildern.
20:09Ich kann das super abrufen.
20:10Und dann dachte ich, das stand mir glasklar.
20:12Und da habe ich denen den Marsch geblasen.
20:14Ich habe gesagt, du mit deiner beschissenen Wohnung und deinem Feng Shui.
20:16Unsere Palmen stehen immer noch.
20:18Und du mit deinem.
20:19Und ich habe die so.
20:20Und der Frank sagt, Guido, Guido, komm jetzt und so.
20:22Und da habe ich es einmal gemacht.
20:23Danach musste ich herzlich lachen.
20:25Wenn ich ehrlich bin, ich dachte, endlich ist es raus.
20:27Ich will es aber nicht wieder machen.
20:29Es war, weil ich danach dachte, oh Gott, die habe ich jetzt bestimmt zerstört.
20:32Aber die denken bestimmt, der spinnt der Blöde an.
20:34Naja, genau diese Geschichte ist uns ja allen schon passiert.
20:37Ja?
20:38Es ist, von daher ist das ja nachvollziehbar für jeder Mann.
20:45Also schön war das nicht.
20:47Das ist ja, wir alle hatten ja diesen Moment, wo eine dicke, ölverschmierte Frau mit einem Messer.
20:51Nee, das ist Kunst kann retten.
20:53Bei mir war es glaube ich bei ATU.
20:55Trotzdem.
20:57Wir müssen ganz kurz eine Rubrik einschieben.
21:00Ah.
21:01Es geht um diesen Einspieler.
21:03Also ich habe so einen Archiv-Einspieler, so aus den 80er oder 70er Jahren, die der WDR einfach nicht wegwerfen
21:10will.
21:10Und die werden mir dann nach Hause gebracht auf Wachsplatte.
21:14Und dann gucke ich mir die an, dann gucke ich mir die an und vertone die einfach nach.
21:19Und den, den wir jetzt sehen, den müssen wir uns leider angucken, den habe ich vergessen.
21:22Und das habe ich heute Morgen um zehn gemacht beim Kaffee und habe den in Echtzeit quasi, das ist gerade
21:29geschnitten worden, in Echtzeit drüber gesprochen, was ich sehe.
21:33Und ich bin sowohl schwer beschämt, als auch sehr stolz.
21:39Ich will zeigen den einfach mal eben.
21:41Mach's ab.
21:42Ja.
21:48Ja.
21:51Schönecke
21:52Warst du denn die her?
21:53Ist das süß.
21:54Wie, was heißt du?
21:55Die habe ich selbst gemacht.
21:57Oh, das mache aber keine Quatsch.
21:58Die kannst du doch selbst.
22:00Guck mal.
22:00Lass den tun.
22:01Aber du hast die Nase, die Augen, das ist doch gar nicht möglich.
22:05Guck mal, die Schuhe.
22:09Wie machst du das denn, sag mal.
22:11That's why you didn't realize it, right?
22:13No, that's why.
22:16Yeah.
22:20Yeah, that's the first hand-truths for the first hand-truths
22:25of figures.
22:27Christine has with her self-made puppets and fantasies
22:30with friends and friends
22:32to all possible opportunities
22:33a great success.
22:35How to get in the design of the design
22:36always good.
22:38For a few Groschen
22:40in the most Bastler-and-Hobby-Läden
22:42entsteht der Kopf.
22:44That's all kind of charmant,
22:46but somehow, I think,
22:47it's the end of the thing.
22:49Nochmal.
22:51Brigitte, the Apfelkuchen blutet.
22:53Mensch Ute, that's a nice Voodoo-Puppe.
22:56That's why I'm in my cellar
22:58the Sunbrille.
22:59That's famous.
23:01That's really like your mother.
23:03But was she not really so big?
23:05That's not my mother.
23:07That's my child.
23:08Selbst geknetet.
23:10Nachts wird sie immer lebendig.
23:12Ernsthaft?
23:13Wer sicher?
23:14Ist das Pinocchio?
23:15Nein, Pecorino.
23:16Ich mach die aus Hartkäse.
23:18Warum das denn?
23:20Der Mundharmonikaspieler hat es mir befohlen.
23:23Welcher Mundharmonikaspieler?
23:25Der Mundharmonikaspieler.
23:27Wenn er die Mundharmonika aus der Hölle spielt,
23:30dann muss ich basteln.
23:31Ich muss basteln, es ist so schlimm.
23:33Es ist jetzt morgens um vier.
23:35Hier, Pansenmehl und Parmesan gib ich hier in meine Urinella.
23:39Und dann zwei Liter Rotkäppchenseck obendrauf.
23:42Oder wie wir im Zwangspuppenbau sagen, on top.
23:45Der böse Mundharmonikadämon zwingt mich zu kneten.
23:48Oh, ich knete, ich knete.
23:51Oh, ich hab solche Sehnsucht.
23:53Ich verliere den Verstand.
23:54Ich will wieder an die Nordsee.
23:56Ich will zurück nach Westerland.
23:58So, Hände in Salzsäure.
24:01Ja, ich spür noch was.
24:02Jetzt kommt der Kopf dran.
24:04Ich will das nicht, aber ich muss eine Nase dran montieren.
24:06Hilfe!
24:08Er zwingt mich, Erich Honecker zu basteln.
24:11Woher erlöse mich?
24:12So, fertig.
24:13Die ist aber von Amazon.
24:15Bestellt hab ich die nicht, die kam einfach.
24:17Zack! Und die auch.
24:19Komplett aus Ohrenschmalz.
24:20Und die leben jetzt hier und klagen auf Eigenbedarf.
24:24Sie sind in meinem Gehirn.
24:26Und wenn sie es befehlen, muss ich zwei Zentner fetten Speck schneiden.
24:30Specki, Speck, Speck, Specki, Speck.
24:33Gott, jetzt ist das eine Scheiße, ey.
24:48Dino, ich hab mich immer gefragt.
24:50Und jetzt wirklich, ohne dass das jetzt so ein Kunstgriff ist,
24:52das so eine Überleitung, obwohl das eine Überleitung ist.
24:55Diese, diese, also der Charme von Shopping Queen lebt ja von zwei Dingen.
25:00Zum einen, dass normale Bürger mit etwas Bargeld und einer tickenden Uhr
25:04auf ihre Existenz zurückgeworfen werden.
25:07Und davon, dass du die, dass du diese Menschen im Kern erstmal liebevoll, aber spitzfindig so ein bisschen sezierst.
25:14Und ganz klar sagst, pass mal auf, das ist nichts oder das ist was.
25:17Oder du bist auch im richtigen Weg, aber der falsche Mensch dafür.
25:20All diese Dinge, diese kleinen, diese liebevollen Repliken und Kritiken du den Menschen gibst.
25:26Improvisierst du die oder scriptet ihr gottlos?
25:29Ich setze mich da hin und sehe das und dann fange ich an.
25:32Ehrlich?
25:32Nein, nein, ich bin nie gestriptet.
25:33Ich bin noch nie endlich einen Satz bekommen.
25:35Ne, ich mache, wie es kommt.
25:37Also, ich setze mich hin, ich sehe das ja auch in dem Moment.
25:40Ich mache ja viel, viel mehr, als den gesendet wird.
25:42Die könnten auch 100 Jahre weiter senden, glaube ich, wenn die alles zusammensteigen.
25:45Wenn die KI kommt und ich ein bisschen jünger gemacht werde, können die noch bis zum Jahre 2090.
25:49Aber, ne, ne, ich setze mich hin und dann kommt's.
25:51Und dann, das ist ein langer Tag natürlich auch.
25:53Ja.
25:54Aber ich habe es gern und deswegen...
25:56Machen wir das jetzt auch.
25:57Okay, sehr gern.
25:58Ich habe tatsächlich Bildmaterial vorbereitet, damit wir uns kurz darüber unterhalten,
26:02was Personen abseits des normalen bürgerlichen Geschmacks, ob wir modisch mit denen zurechtkommen,
26:07was dazu zu sagen gibt.
26:09Können wir mal ein Bild sehen?
26:10So.
26:11Das ist...
26:12Ja, da muss ich sagen, ich wünsche dem alles Gute, dem Opa.
26:16Aber ich muss sagen, stell mal vor, du wirst morgens wach und dann steigt der aus deinem Bett.
26:19Da bist du raus, ne?
26:20Also, ich muss sagen, ich habe nichts gegen Opas mit weh in diesem Haar.
26:23Aber wenn der schon denkt, oh Gott, das ist sein letzter Tag.
26:25Also, das ist Skandal.
26:26Das ist Skandal.
26:26Das ist kein Opa mit wehendem Haar, Gedo.
26:29Wir müssen ganz kurz...
26:30In letzter Konsequenz, es hat ein Opa, der das Gleiche.
26:32Also, die Bart und Haare gehen in Klamotten über.
26:35Das ist nie von Vorteil, muss man sagen.
26:37Ist das so sein Signature, dass der so...
26:39Das ist tatsächlich, der trägt viel Walli-Walli.
26:42Ja, ja, ne?
26:43Und kommt morgens, glaube ich, zur siebten Stunde von links galoppiert und ist selbst pünktlich.
26:47An wen der mich erinnert.
26:47Dafür ist er Zauberer.
26:49Das ist schon ein Skill, wo man selber dann auch gesagt hat, in dem Film Herr der Ringe,
26:52ja, dann mach das.
26:53Also, dann muss nicht stufig schneiden.
26:56Aber der...
26:57Ah, da guck, das ist...
26:58Ja, auch mit roten Haaren können alles, sag ich ja immer.
27:00Also, wenn du so viele rote Haare hast, dann willst du auch.
27:01Man darfst dich nicht wundern.
27:03Ich hab festgestellt, dass wenn du wirklich rothaarig bist, da kannst du nicht sagen, ich
27:06möchte mich verstecken.
27:07Und wenn du so eine Mähne hast und dann auch im Schritt offen, dann würde ich sagen,
27:12da darfst du dich nicht wundern.
27:14Ja.
27:14Das ist schon...
27:15Da würde ich sagen...
27:17Ich bin mir sicher, dass ich bald Postkarten geben würde, auf denen steht so viel Haar
27:20und im Schritt offen Ariel.
27:22Ja, ja, ja.
27:23Also, da ist schon viel los.
27:25Okay, da muss ich sagen, das fand ich nie attraktiv, ganz ehrlich.
27:28Fandest du das nicht?
27:29Nein, nein, nein.
27:29Da dachte ich, so ein Mann mit halben Kraft...
27:31Da denke ich an SM.
27:32Da denke ich so, wirklich, das sehe ich, stelle ich mir so ein...
27:35Nee, ich weiß nicht, ob das so ein...
27:36Ist es nicht erzüchtig, die Unterhose über dem Kostüm zu tragen?
27:40Also...
27:40Ich fand auch nicht, während der so aufkreuzt, dachte ich immer, will man, dass der so
27:44kommt?
27:44Schau mal, weil dein Mann sieht so aus.
27:45Dann tut's weh.
27:46Ich versuch's gerade.
27:47Also, ich...
27:48Nee.
27:48Also, und mir wird das auch nicht so...
27:51Also, ich finde das...
27:52Oh, dieses Gelb und so.
27:55Ja, irgendwie, keine Ahnung, der lint dann drin oder so.
27:57Das ist so ein...
27:58Okay.
27:59Da denkt man so ein bisschen, ich möchte mitmachen und dann auch so schrittorientiert.
28:01Weg mit dem Bild.
28:02Ich habe...
28:02Ich möchte nicht, dass so über Batman geredet wird.
28:05Ja, dem...
28:07Ich will eh nicht gehen, wenn das...
28:08Ja.
28:09Also, da muss ich sagen, da bin ich befangen und so.
28:11Ich hab ja gehört, dass die ein Paar sind.
28:12Da war ich ein bisschen erschüttert, wenn ich ehrlich bin.
28:14Aber, äh...
28:14Ich kenn...
28:15Ich kenn ein schwules Paar, die wirklich so aussehen.
28:19Ja, wirklich.
28:19Ja, ja, ja.
28:20Die sehen nicht aus.
28:24Wahnsinnig...
28:25Wahnsinnig...
28:26Wahnsinnig...
28:26Wahnsinnig schlechte...
28:28Wahnsinnig...
28:28Ich lebe mit Spanien.
28:29Gott sei Dank.
28:30Wahnsinnig schlechte Köche.
28:31Wenn du da zum Essen eingeladen bist, denkst du, nein, bitte nicht und so.
28:33Hältst du das für eine gute Idee?
28:35Weil die haben sich ja innerhalb von vier Sekunden jetzt wiedererkannt.
28:37Nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein.
28:39Die gucken keinen Fernseher, die sind ganz bei sich.
28:41Nein, nein, nein, aber ich muss sagen, ich find das mit...
28:43Ja, also...
28:44Ich muss...
28:45Ich dachte immer, ich würd nie so gern der Bernd.
28:47Also, ich...
28:48Ich...
28:48Aber die sind schon süß und so.
28:50Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass das sexuell ist.
28:51Aber trotzdem würde ich sagen, es ist so ein bisschen Schlafanzug auch so.
28:54Es ist schlafi, ne?
28:55Schlafi, schlafi.
28:56Und es ist auch eine Frisur, die schwierig ist und so.
28:58Aber ansonsten muss ich sagen, ich finde die niedlich.
29:00Und das ist jetzt modisch auch nicht so die Welt.
29:02Aber ich bin erstaunt, dass zwei so Mannekes, sagen wir mal, so erfolgreich wurden, ne?
29:06Also, wenn ich uns beiden so davorsehe...
29:08Ja.
29:08Das ist auch...
29:09Also...
29:10Man soll nicht mit Steinen schmeißen, ne?
29:12Also...
29:13Das stimmt.
29:15So, das ist natürlich...
29:17Die ist natürlich eine andere Nummer.
29:18Das ist natürlich auch eine Fantasie.
29:20Wenn du so drauf bist, dann weißt sofort, wenn du nach Hause kommst, heute gibt's was.
29:23Und, äh, da steht eben auch nicht jedem.
29:26Und ich hab...
29:26Ich glaube auch, dass es nicht jedem steht.
29:28Ich hab mal in Berlin, bin ich am Ledertreff, bin ich zufällig zu die Stadt gekommen.
29:32Und dann kommt mir so ein Ehepaar entgegen, schwules Ehepaar.
29:34Der Mann war...
29:35Der eine war total eingepackt.
29:36Mhm.
29:37Der war so an der Leine.
29:38Und dann sagt er zu dem...
29:39Ich schluppet ne Stöckitos da und so.
29:41Und dann hab ich gedacht, was ist doch Horror, wenn du da stehst so eingepackt.
29:44Und dann sag ich, mach doch mal einen Schlitz auf.
29:45Nee, sag doch, dauert doch zwei Stunden, bis wir den raus haben.
29:48Und da dachte ich so...
29:49Also, ich muss sagen, das ist mir mal ein bisschen viel.
29:51Wenn man sich vorbehalten müsste, erst dreieinhalb Stunden, bis du alles anhast.
29:54Und dann...
29:55Oh Gott, jetzt passt es mir aber auch nicht mehr.
29:56Also, ich finde...
29:58Ich finde Gummi schön, aber ich weiß nicht, ob ich das unbedingt...
30:02Bist du so...
30:03Ist das was für dich so?
30:05Du bist so still.
30:07Also...
30:08Wenn man jetzt...
30:12Als...
30:13Ich muss noch auch sagen, und du...
30:15Und als Raucher ist das jetzt sehr gefährlich, muss man sagen.
30:17Wenn man so Hallo Petra und so und dann...
30:19Und dann...
30:20Das brennt ja durch.
30:21Also, ich bin ein bisschen dagegen und du musst das fliegen und Lack und so.
30:23Also, ich würde sagen, es steht ihr gut.
30:25Ich bin dafür, aber es ist doch, bis ich es anhätte, wird mir zu lange dauern.
30:29Also...
30:29Aber ansonsten ist es hübsch.
30:32Ja...
30:35Ja...
30:35Ja...
30:36Ja...
30:36Ja...
30:37Ja, das ist natürlich...
30:37Da denkt man ja wunderbar, wer so aussieht, der macht es auf jeden Fall auch.
30:40Und die ganze Nacht.
30:41Der sieht ja wild aus.
30:42Der ist so undrissiert.
30:43Das ist das, was ich auch dachte bei Fluch der Karibik.
30:46Ja...
30:46Ist ja am Karneval auch gern genommen.
30:48Ich bin Pirat, bin ich ganz anders.
30:49Oder Pirat finde ich auch so ein Pirat.
30:51Ich finde Clown immer so ein bisschen, denke ich.
30:53Wenn du sagst, das wird denn euer Kind, ja Clown und so.
30:56Aber Pirat finde ich...
30:56Darf man noch Pirat sagen?
30:57Nein, das ist immer noch Pirat.
30:58Darf man noch Pirat sagen?
31:00Nein, nein.
31:01Ach so, ich dachte, das geht nicht mehr.
31:03Nein, das geht nicht mehr.
31:04Nein, nein, das nennt sich jetzt Überseekrimineller.
31:07Ja, genau.
31:12Mein lieber Guido, von allen Gästen, und es waren derer viele, bist du derjenige, bei dem
31:19ich jetzt gerade in diesem Moment am meisten bedauere, dass ich dich jetzt wegschicken muss,
31:24das ist temporär, weil ich weiterarbeiten muss.
31:27Ich habe jede Sekunde, wie die Menschen hier im Studio auch, unfassbar genossen.
31:31Tausend Dank, dass du da warst.
31:32Sehr gerne.
31:33Alles klar.
31:45Und jetzt?
31:47Und jetzt?
31:48Und jetzt?
31:49Und jetzt?
31:53People of the world.
31:58Eine neue Ausgabe meiner primär bei mir selbst unheimlich beliebten Rubrik mit dem Namen
32:05Aktewix.
32:06Sie wissen, worum es geht, oder?
32:07Ja, mir hat es mir gedacht.
32:16Es geht um Redewendungen, die mich unfassbar auf die Palme bringen und das völlig unironisch.
32:21Naja, wie fange ich an?
32:24Hm, der Mensch wird gern gelobt.
32:26Das ist verständlich.
32:28Mein Vater war ja der Auffassung, wenn man nicht nach allen Regeln der Kunst zusammengeschissen
32:32wurde, ist das schon Lob genug?
32:34Was nicht stimmt.
32:36Tatsächlich.
32:37Dieses Verhalten führt oft nur zu erhöhter Alarmbereitschaft, weil man immer Ärger erwartet,
32:41aber nie zur Bestärkung.
32:43Ich fand es jedenfalls immer anstrengend.
32:45Es ist ja auch immer schön, wenn Menschen loben können.
32:49Vor allen Dingen ohne direkt eine Forderung hinten dran zu hängen.
32:51Das sagt man ja auch oft.
32:52Sie wissen, was ich meine, oder?
32:53Dieses Frau Kaczmirczak, Ihr Haar glänzt ja heute wieder wie ein frisch erlegter Otter.
33:00Man sieht fast die spiegelnden Neonröhren in ihrem flirrend irisierenden Follikelhelm.
33:05Wie machen Sie das bloß?
33:06Das peitscht uns allen die allergrößte Ehrfurcht ein.
33:10Oh, vielen Dank, Chef.
33:11Bitte, Frau Kaczmirczak.
33:13Ach, ich hab da noch was.
33:15Mir ist heute Morgen mein Lieblingshengst Rocco Hansen der Kupferne verendet.
33:21Unglücklich mit dem Gabelstapler drangekommen.
33:23Überall blüht im Gestüt.
33:25Könnten Sie bitte nach Ihrer Arbeitszeit den Pferdekadaver in Handteller große Würfel schneiden?
33:31Das ist kein Lob, das ist Manipulation.
33:35Ein echtes Lob ist eines, das Sie gar nicht hören.
33:37Das geht über Dritte und mit Glück sickert mal was zu Ihnen durch.
33:40Wissen Sie, das ist eben genau das.
33:42Wichtig.
33:43Ein richtig gutes Lob bezieht sich nicht auf Ihr Äußeres, sondern auf charakterliche Werte.
33:47Und das bringt uns zu meinem folgenden Lieblingslob.
33:52Er ist Mensch geblieben.
33:57Ich geh da komplett kaputt dran an.
33:59Er ist Mensch geblieben.
34:01Fantastisch.
34:02Ich liebe alles daran.
34:04Das Lob, er ist Mensch geblieben, meint ja im Kern Folgendes.
34:09Herr Karabölek hat sich von ganz unten hochgearbeitet in der Firma.
34:14Angefangen hat er ja vor 40 Jahren in der Büroklammerbieger-Abteilung, wo die Leute nackt in einer Lehmkuhle hocken und
34:21glühenden Draht verformen.
34:22Aber der hat sich gemacht, das muss man sagen.
34:25Keine acht Jahre später war er Praktikant in der Buchhaltung und da wurden selbst die Silberfische besser behandelt.
34:31Aber er ging seinen Weg immer weiter nach oben, durch die Poststelle, dann Butler der Sekretärin, also nachts auf eigene
34:37Kappe Spritzgebäck machen, dann Stellvertreter des stellvertretenden Vertreters, des Interims Geschäftsführer-Vertreters, dann selber Stellvertreter und dann ist er Geschäftsführer
34:48geworden.
34:49Mit 71.
34:50Respekt.
34:52Der ist dann aber nicht durchgedreht, der Herr Karabölek, oder irgendwie herrisch und gemein geworden, das sagt man ja oft,
34:58dass Leute dann komplett zerbrechen und sich einen Kapuzenmantel kaufen und eine Totenschädelmaske aus purem Gold und dann nur noch
35:04rumschreien, das kennen Sie ja endlich, ganz oben angekommen, ihr seid Gewürm, weniger wert als der Krokettenrest in meinem Bauchnabel,
35:11ihr seid Sklaven und Idioten, ihr seid meine Werkzeuge, die mir helfen, die Welt zu zerstören, eine neue Ordnung der
35:16Finsternis zu errichten, ein Imperium des Bösen.
35:19Und ich nenne es, keine Ahnung, Vodafone, aber so ist der Herr Karabölek nicht, der ist Mensch geblieben.
35:32Das ist so schön.
35:34Ich wage allerdings folgende steile These, das ist gar kein Lob, weil es nämlich komplett Werwolf-Jargon ist.
35:42Es gibt ja Werwölfe, das wissen Sie, oder?
35:45Sonst würden die ganzen Nassrasierer-Firmen nicht so gottlos am Rad drehen und jede Woche einen neuen Rasierer mit Anti
35:51-Grip-Griff aus Gürteltierhaut, neun fächerförmig angeordneter Adamantium-Klingen, die nachts von Kobolden nachgeschärft werden
35:58und eine Rasierkopf-Ergonomie, die sich durch Studien an 98% aller Gesichter von Männern, die Joachim heißen, anpassen, herausbringen.
36:06Das heißt, haarige Leute gibt's zuhauf.
36:10Und der verfluchte Wolfsmensch ist ganz vorne mit dabei.
36:14Der deutsche Durchschnitts-Werwolf, und das sollten Sie wissen, funktioniert ja wie folgt.
36:19Irgendwo mal auf der A3 oder im Phantasialand vom anderen Werwolf gebissen worden, nichts bei gedacht, Wundversorgung, Bepanthenen.
36:26Dann plötzlich Vollmond und der Karl-Heinz springt knurrend über den Fliesentisch, reißt die Sensei um und macht dann Jagd
36:33im Stadtpark auf Gothics und Kaninchen.
36:37Der Werwolf ist ein Rudeltier, und da er ein Rudeltier ist, rottet er sich dann stets mit Gleichgesinnten zusammen, oft
36:43in Wäldern oder verlassenen Gebäuden.
36:45Und dann jagen sie nach einer Verwandlung im Verbund.
36:48Und bei dieser Gruppe ist immer einer dabei, der die Kurve nicht kriegt.
36:52Man weiß gar nicht warum, vielleicht ist er Laktoseintolerant, oder das war gar kein Wolf, der ihn gebissen hat, sondern
36:57Handpuppe, man hat keine Ahnung.
36:59Und der verwandelt sich dann einfach mal als einziger nicht.
37:02Und während die anderen da geifernd und pelzbedeckt herumtollen, steht der Vogel dann da in seinem Pullover mit Zopfmuster und
37:09Gleitsichtbrille mit Gestell von Esprit und sagt,
37:12ach komm jetzt nicht schon wieder.
37:14Die anderen Werwölfe rennen dann los und nehmen Witterung auf und preschen Krallenbewert in die Nacht und heulen.
37:20Und einer läuft hinterher und ruft, hallo, vielleicht habe ich Slipper an, Leute, geht's langsamer?
37:25Ja, dann nicht, schönen Dank von meiner Seite.
37:28Und dann haben wir eben acht sehr gefährliche Werwölfe.
37:33Nur Torben ist Mensch geblieben.
37:37Und deswegen ist das kein Lob.
37:39Das wollte ich nur kurz sagen.
37:41Dankeschön.
37:47Und nun, während diese Sendung sich in ein natürliches Ende hineinbeugt, ein letzter Halt und zwar an meiner Lieblingsrubrik.
37:59Und da geht's um Spielzeug von früher.
38:03Wissen Sie noch, wie das war, als man wie ein Otto am Baggersee stand und sich dachte, was werfe ich
38:08denn jetzt mal?
38:09Die meisten von uns hatten ja in ihrer Kindheit eine intensive Boomerangphase, als diese erschwinglich wurden.
38:15Wissen Sie noch?
38:16Aber entweder waren die zu leicht, um gut zu fliegen und die schweren hatten die Wucht eines Wagenhebers und nahmen
38:21oft seltsame Umwege.
38:23Das konnte durchaus sein, dass der Boomerang gar nicht wiederkam.
38:26Also war man traurig und packte zusammen, karierte Decke auf den Gepäckträger und radelte heim, sagte Mutti, hallo, es gab
38:32eine Knifte mit Mortadella.
38:34Mutter war gerade auf dem Balkon und holte Wäsche rein.
38:36Und man kam zügig dazu, um der eigenen Mutter die Unterhosen aus der Hand zu nehmen, damit man mal kurz
38:41persönlich gucken konnte, ob die Flecken vorne gut rausgegangen waren.
38:45Und wie man da im untergehenden Licht auf dem Balkon stand mit seinem Schlüpfer in der Hand, kam der Boomerang
38:52zurück und traf einen genau in die Fresse.
38:55Ich habe Kollegen, denen hat sie die komplette Nase weggerissen.
38:57Ich weiß auch genau, wer es war, aber wir sprechen seinen Namen nicht aus.
39:00Und ansonsten gab es nur Bälle, jedweder Herkunft.
39:04Aber hier endlich dann das Frisbee, das ist der richtige Artikel, das Frisbee, jener flache Geselle hier, revolutionär.
39:21Der Name stammt übrigens, viele wissen das nicht, von amerikanischen Studenten, genau genommen aus Yale, dieser Uni.
39:26Denn da auf dem Gelände gab es einen Bäcker namens Frisbee Pie Company.
39:31Und wie Studenten nun mal sind, warfen die Bäcker immer die Kuchenplatten durch die Gegend.
39:35Einfach nur aus Spaß. Und daher kommt der Name.
39:37Und als das Frisbee dann nach Deutschland schwappte, gab es kein Halb mehr.
39:41Endlich mal ein Wurfgerät, dachten wir alle, das so langsam flog, dass man auch mal eine Chance hatte, was zu
39:46schnappen.
39:47Wissen Sie noch?
39:48Einer warf und das Ding schwebte auf dich zu.
39:50Man rief, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, ja, lief rückwärts, sprang hoch, stürzte
39:53über einen Kinderwagen oder eine Parkbank und war tot.
39:54Nein, das ist nicht wahr. Aber man fiel oft hin.
39:58Endlich, dachten wir, juhu, endlich mussten wir nicht mehr auf Mayonnaiseeimerdeckel zurückgreifen.
40:04Beziehungsweise, was eine andere Geschichte ist, auf Mayonnaiseeimer.
40:08Denn nicht selten brach einer von uns im Eierlikör-Wahn in Pommesbuden ein,
40:12fand aber statt Geld nur gefrorene Frikandeln zum Dranlutschen und randalierte dann.
40:17Und dann kamen die Cops, oder wie meine Oma immer sagte, die Polzai.
40:20Und dann wurde man über Nacht verhaftet und scharf verwarnt.
40:23Wo war ich? Was war das Frisbee-Toll?
40:27So toll, dass Hans und Franz sofort ihre Werbung draufdruckten.
40:30Ich hatte einen von der Volksbank Waltrop, hässlich, aber flog.
40:33Und einen, Gott stehe mir bei, mit dem Aufdruck, dreiwettertaft.
40:39Wirklich.
40:40Ich hatte mir übrigens damals, kleiner Inschub, überlegt, selbst ins Business einzusteigen und L'Oreal platt zu machen.
40:47Und zwar mit vierwettertaft.
40:50Das wär's gewesen, oder?
40:52Bäm!
40:52Gegen Regen, Sonne, Wind und Hagel.
40:55Fertig.
40:56Ich würd einfach einige Komponenten im Haarspray durch Polymerkunststoffe austauschen.
41:00Und da würden dir dann auch faustgrößere Hagelbrocken von da rüber abprallen.
41:04Stell dir das mal vor.
41:05Bäm!
41:06Klar, um das Spray aus der Frisur zu kriegen, müsstest du jedes Mal den Schädel rasieren.
41:10Aber dafür kämpf's mit einer Dose lang hin.
41:13Egal.
41:14Denn auf dem Frisbee-Sektor standen Umwälzungen bevor.
41:18Zum einen hatte fast niemand mehr ein Frisbee.
41:21Dafür lagen die aber auf jedem Häuserdach.
41:23Und da kam man schlecht ran.
41:25Zum anderen hatten irgendwelche Typen angefangen, ihren Hunden beizubringen, Frisbees zu schnappen.
41:30Und sie hatten ihnen pfiffige Halstücher umgebunden.
41:33Und sich abgewöhnt, ihren Hund so zu nennen, wie er hieß.
41:36Nämlich eigentlich Klops, Jürgen oder Bolle.
41:38Und gaben ihnen jetzt Namen wie Scout, Boomer oder Whisky.
41:42Man selber hatte ja nur einen Dackel namens Klumpi.
41:45Und dem brauchte man keinen anderen Namen geben, weil er nicht mal auf seinen eigenen hörte.
41:48Und zum anderen fing das Vieh auch nichts.
41:51Oder beteiligte sich an anderen menschlichen Aktivitäten.
41:54Und wenn man sich den Dackel nicht zweimal am Tag über die Schulter warf und draußen aktiv die Gegend präsentierte,
41:59kackte er einem einfach auf den Teppich.
42:01Und so saßen wir wieder am Baggersee oder im Park und sahen zu, wie Typen mit Dreadlocks, ihren Fiffis,
42:08die mit ihren Halstüchern zurechtgemacht waren, wie kleine LKW-Fahrer, Frisbees zuwarfen.
42:13Und die Hunde hechteten hoch, schnappten die Scheibe in der Luft und sabberten die auch in einem Arbeitsgang direkt komplett
42:18voll.
42:18Und dann apportierten sie das Speichel-Ufo.
42:20Und dann von vorn.
42:23Wir anderen, die Jungs in den Nicky-Shirts, den Sandalen und den auf Muttis schnachende Weisung hin,
42:28stufig geschnittenen Haaren.
42:31Wir waren nicht mehr im Spiel.
42:33Vielleicht auch nie gewesen.
42:34Aber wir wussten, da kommt noch was Besseres.
42:37Denn so ist es immer, wenn man jung ist.
42:39Und Tatsache, keine drei Monate später, der Hüpfstab.
42:44Zwei Griffe, Fußrasten, eine Stahlfeder.
42:48Sensationell.
42:49Aber wie ich zwei Monate im St. Vinzenzkrankenhaus in Dattel lag, erzähle ich Ihnen beim nächsten Mal.
42:54Vielen Dank.
42:55Das war Sträter.
42:56Und hier ist mein Gast, Dieter Maria Krebschmann.
42:58Vielen Dank.
43:00Vielen Dank.
43:02Vielen Dank.
43:03Vielen Dank.
43:04Vielen Dank.
43:05Vielen Dank.
43:19Vielen Dank.
Comments

Recommended