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00:08Herzlich willkommen zu extra 3.
00:18Friedrich Merz hat es wieder mal geschafft.
00:20Friedrich Merz hat es geschafft, mit einer einzigen Bemerkung das Land zu spalten.
00:25Es hat lange gedauert, bis er diese Aussage teilweise relativiert hat.
00:29Diese eine Aussage, über die Deutschland seit einer Woche diskutiert.
00:33Bei der Migration sind wir sehr weit.
00:35Wir haben in dieser Bundesregierung die Zahlen August 24, August 25 im Vergleich um 60% nach unten gebracht.
00:42Aber wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.
00:46Und deswegen ist der Bundesinnenminister ja auch dabei, jetzt in sehr großem Umfang auch Rückführungen zu ermöglichen und durchzuführen.
00:53Das Stadtbild wird ihm nachhängen bis ans Ende seiner Kanzlerschaft.
00:58Man sieht es im Stadtbild. Friedrich Merz kann im Stadtbild erkennen, wer hier nicht hingehört.
01:03Man kann ja über Angela Merkel sagen, was man will.
01:05Aber so einen unreflektierten Quark hätte die niemals von sich gegeben.
01:10Denn ich kann auf der Straße Menschen mit Migrationshintergrund, die deutsche Staatsbürger sind und solche, die die deutsche Staatsbürgerschaft nicht
01:16haben, nicht unterscheiden.
01:18Kann Merz auch nicht.
01:19Aber seine Aussage klang so, als wollte er beide nicht im Land haben.
01:24Das ist Remigration auf Sauerländisch.
01:27Offensichtlich hat unser Kanzler hier eine Runde Tabu gespielt.
01:30Aufgabe, bringe alle migrationsfeindlichen Talking Points der AfD unter, ohne die Begriffe Fremd im eigenen Land, Messermann und Vergewaltigung zu
01:39benutzen.
01:39Das ist ihm ganz gut gelungen.
01:41Absolut verständlich, dass Menschen empört waren und auf die Straße gegangen sind.
01:45Wir, wir, wir sind das Stadtbild!
01:49Wir, wir, wir sind das Stadtbild!
01:52Merz hätte schon Anfang der Woche die Chance gehabt, zu erklären, was genau er gemeint hat.
01:56Dann kam aber das hier.
01:58Dann fragen Sie mal Ihre Töchter, was ich damit gemeint haben könnte.
02:02Vermute, Sie kriegen eine ziemlich klare und deutliche Antwort.
02:05Ich habe gar nichts zurückzudehnen.
02:08Es würde mich nicht wundern, wenn bei Wikipedia unter dem Begriff Verschlimmbesserung ein Foto von Friedrich Merz zu sehen wäre.
02:15Was ist das für eine Antwort?
02:17Unsere Töchter verstehen, wie Merz das meint?
02:20Ich denke nicht.
02:22Und vielleicht könnte ein Kanzler auch mal das, was er meint, so erklären, dass es auch Menschen verstehen, die keine
02:28Töchter haben.
02:29Oder vielleicht auch die vielen verstehen, die Töchter haben, die seine Aussagen aber trotzdem rassistisch finden.
02:33Oder vielleicht könnte das denen erklären, die Töchter haben, die migrantisch gelesen werden und Alltagsrassismus erleben.
02:40Gestern hat Merz dann endlich mal, endlich mal ein vorbereitetes Statement abgelesen.
02:46Das sollte er generell viel häufiger tun.
02:49Und er hat es ausführlich dargelegt.
02:51Migration an sich, hat er gesagt, ist nicht das Problem.
02:54Migration ist sogar wichtig.
02:55Aber Probleme machen uns diejenigen, und auch das ist ein Thema heute gewesen, machen uns diejenigen, die keinen dauerhaften Aufenthaltsstatus
03:03haben, die nicht arbeiten und die sich auch nicht an unsere Regeln halten.
03:08Eine Woche hat das gedauert.
03:10Eine Woche hat es gedauert, bis der Kanzler in der Lage war, präzise auszudrücken, was genau er gemeint hat.
03:15Das muss besser werden.
03:17Das ist eine Arbeitsmoral, die gefällt mir gar nicht.
03:19Und gerade bei einem Kanzler, der immer aufs Tempo drückt, der sagt, wir müssen hier schnell sein, wir müssen fleißig
03:24sein, muss ich sagen, es gibt kein Recht auf Faulheit.
03:27Auch nicht auf Gedankenfaulheit, schon gar nicht im Kanzleramt.
03:29Und selbst nach dieser Relativierung bleibt ja der Eindruck, man könnte Menschen ansehen, ob sie einen Aufenthaltsstatus haben oder nicht.
03:36Dabei ist es doch viel komplexer.
03:38Ja, es gibt Probleme mit Migration in Deutschland.
03:41Es gibt auch unsichere Orte.
03:42Es gibt Obdachlosigkeit.
03:43Es gibt Leute, die im Leben nicht viel hingekriegt haben.
03:46Die betteln, Menschen anschnorren.
03:48Ein Euro für Essen, zwei Euro für Bier.
03:51Zwei Milliarden Steuergeld, weil sie beim Ankauf von Masken versagt haben.
03:55Es gibt alles Mögliche.
04:02Es gibt Menschen mit Migrationshintergrund an Bahnhöfen, die obdachlos sind.
04:07Aber das sind häufig Menschen mit osteuropäischem Migrationshintergrund.
04:10Das sind oft EU-Bürger.
04:12Dieses Problem ist auch da, hat aber mit Flüchtlingsmigration gar nichts zu tun.
04:16Kann man auch mit Abschiebungen nicht lösen.
04:19Und ich frage mich, kann man nicht erwarten, dass eine Partei wie die CDU sowas auch präzise und differenziert benennt?
04:25Offenbar nicht.
04:26Sie haben Kopfschmerzen von nervig komplizierten Problemen?
04:31Vom Einordnen und Differenzieren wird Ihnen total schwindelig?
04:35Das muss nicht sein.
04:37Nehmen Sie einfach CDU-Unterkomplex.
04:40Von führenden Kanzlern erfolgreich getestet.
04:43Der Bundestag ist ja nun kein Zirkus-Zelt.
04:45Die kleinen Paschas.
04:46Wir haben natürlich immer im Stadtbild noch dieses Problem.
04:49CDU-Unterkomplex macht die Birne zu Brei.
04:54Zu Risiken und Nebenwirkungen.
04:56Fragen Sie mal Ihre Töchter.
04:59Ja, ja.
05:00Das Stadtbild hat sich schon verändert.
05:03Auf jeden Fall.
05:04Doch, doch.
05:05Muss man schon sagen.
05:06Früher sah es doch ganz anders aus in Deutschland.
05:08Zum Beispiel in den 90ern.
05:09Was hatten wir da noch für herrliche Stadtbilder?
05:12Überlegen Sie mal.
05:12Hoyerswerda oder Rostock oder Solingen.
05:16Damals hatten Deutsche keine Angst vor Migranten.
05:18Damals war es noch umgekehrt.
05:20Was für ein schönes, weißes, kartoffeliges Stadtbild.
05:24Okay, ist jetzt kein gutes Beispiel.
05:25Aber in den 60ern, in den 60ern war doch wirklich alles in Ordnung, oder?
05:30Bitte?
05:31Gammler in Deutschland, in den 60ern?
05:34Gammler haben unsere Stadtbilder verschandelt?
05:37Okay, was ist mit den 40ern?
05:39Die 40er?
05:39Ja, gut.
05:41Bisschen unaufgeräumt, aber wenigstens keine Afrikaner vom Hauptbahnhof.
05:45Eine Woche lang.
05:46Eine Woche lang hat Merz einfach mal ans Gefühl appelliert.
05:50An dieses Gefühl, das viele Menschen haben,
05:52dass man in bestimmten Bereichen von Städten nicht mehr sicher ist.
05:55Dieses Gefühl gibt es, keine Frage.
05:57Aber ich finde, Friedrich Merz als Kanzler der gesamten Bevölkerung,
06:02also auch der rund 30 Prozent in diesem Land,
06:04die einen Migrationshintergrund haben,
06:06ist ja nicht für Gefühle zuständig.
06:08Er ist der Bundeskanzler und nicht Rosamunde Pilcher.
06:11Das ist ein Unterschied.
06:12Und das Schwierige ist nicht, dass er ein Murren und Raunen spürt,
06:16sondern dass er dem Murren und Raunen ein Echo gibt
06:18und ganze Bevölkerungsgruppen pauschal über einen Kamm schert.
06:22In der Hoffnung, dass am Ende alle so frisiert sind wie er.
06:25Aber vielleicht überfordert es ihn auch.
06:27Manchmal denke ich auch, alles, was nicht nach Sauerland aussieht,
06:30das wirkt auf ihn vielleicht nach wie vor fremd und bedrohlich.
06:33Vielleicht hat es deswegen so lange gedauert,
06:35bis er seine Aussagen mal präzisiert hat.
06:37Und seine Worte waren nun mal in der Welt
06:40und haben viele Menschen verletzt.
06:42Und einige in der CDU hatten auch schon angefangen,
06:45für schönere deutsche Stadtbilder im märzschen Sinne zu sorgen.
06:49Zum Beispiel unser CDU-Bundestagsabgeordneter
06:52Philipp Meyer-Degenhardt.
06:54Ja, nix hier, Döner-Royal, Dönerier-Gartenzwerg.
06:58Moin zusammen, Philipp Meyer-Degenhardt von der CDU, hallo.
07:02Wenn Sie den Laden so umnennen wollen.
07:04Was tun wir jetzt noch?
07:05Einfach vorne groß dran schreiben.
07:08Wenn der Kanzler mal kommt, dass er das Gefühl hat, ja, Deutschland.
07:10Alles klar.
07:11Ja?
07:11Jo.
07:12Prima, danke.
07:13Sehr gerne.
07:14Tschüss.
07:14Unser Kanzler Friedrich Merz hat es gesagt,
07:17wir haben ein Problem mit dem Stadtbild.
07:19Und da heißt es handeln.
07:20Und wir von der CDU sorgen dafür,
07:23dass unser Stadtbild wieder etwas deutscher aussieht.
07:26Ja, also das ist doch gleich was ganz anderes.
07:31Also ich möchte das Stadtbild ordentlich repräsentieren.
07:33Deshalb nehme ich erst mal eine Kopfhörer raus.
07:35Ja, das wird den Kanzler sehr freuen.
07:37Das hat ja hier zugenommen, dass man kaum Leute wie mich noch findet hier.
07:43Richtig.
07:43Und deshalb ist mir wichtig, wenn ich Sie gefunden habe,
07:46dass Sie nicht durch eine Unachtsamkeit plötzlich auch orientalisch aussehen.
07:50Verstehen Sie, was ich meine?
07:51Ja.
07:51Jetzt könnte ja sein, dass der Kanzler mal vorbeikommt.
07:54Was machen wir da?
07:56Er soll Entschuldigung sagen.
07:59Könnten Sie sich dann vorstellen, vielleicht an dem Tag,
08:02wenn der Kanzler kommt, vielleicht nicht vor die Tür zu gehen?
08:04Wäre das...
08:05Nee.
08:06Nee.
08:07Ich gehe lieber vor die Tür und bleibe genauso, wie ich bin.
08:11Dass Sie sich möglicherweise hinter die Vitrine, hinter die Auslage,
08:15flach auf dem Fußboden legen.
08:16Dass Sie nicht zu sehen sind in dem Moment.
08:18Damit der Kanzler keine Angst hat.
08:20Nee.
08:21Nein, nein, nein.
08:23So eine schwere Sache.
08:24Nee, nee, nee.
08:25Dass Sie dann was sehr Deutsches rufen, dass er beruhigt ist.
08:29Dass Sie sowas rufen wie...
08:31Grüß Gott.
08:32Grüß Gott.
08:40Was ist denn Ihr Lieblingsgetränk?
08:43Lieblingsgetränk?
08:43Ja.
08:44Wir sagen Wasser.
08:46Nein, falsch.
08:47Ihr Lieblingsgetränk ist Bier.
08:49Wenn der Kanzler kommt, ist Ihr Lieblingsgetränk Bier.
08:54Der Sönnmessmarkt, das ist natürlich fürs Stadtbild nicht gut.
08:58Ich habe da einen Vorschlag, dass Sie Ihren Laden umnennen.
09:02Deutscher, dass wir sagen Kartoffelkahl.
09:04Wäre das was?
09:04Sehr gut.
09:05Wir spielen das einmal durch.
09:07Also ich wäre jetzt der Kanzler und ich sage, schönen guten Tag, was ist denn Ihr Lieblingsgetränk?
09:11Ich würde sagen, Bier.
09:13Perfekt.
09:14Und dann bieten Sie nur Bratwurst und Bratkartoffeln an.
09:16Okay.
09:17Ja, ist gemacht.
09:18Mit Ketchup und Mayo?
09:19Ja, ja.
09:21Ketchup ist schon wieder so ein bisschen am Rekt, aber das geht vielleicht.
09:24Wir machen eine Grußbotschaft an den Kanzler.
09:27Sie nehmen den Blumenstrauß.
09:28Ja?
09:29Ja, aber der muss natürlich höher.
09:31Ja, nee, noch höher.
09:32So.
09:33So, das.
09:34So, und dann sagen Sie, lieber Kanzler.
09:37So, lieber Bundeskanzler.
09:39Ja.
09:39Also kommen Sie her.
09:41Stadtbild ist schön.
09:42Hier gibt es Bier und Kartoffeln.
09:44Toll gemacht, jetzt gehen wir einen Böner essen.
09:49Danke, Ihr Scholz und Sebastian Ries.
09:54Merz wird ja nicht müde zu betonen, wie wichtig es ist für die Union, sich von der AfD abzugrenzen.
10:01Andererseits greifen Merz, Söder und Spahn immer wieder Themen der AfD auf.
10:06Es gibt seit einiger Zeit Zurückweisungen an der Grenze.
10:09Dann wurde der Familiennachzug ausgesetzt.
10:12Abschiebungen auch in unsichere Gebiete wurden zugelassen.
10:15Und was ist passiert?
10:16Die AfD ist immer stärker geworden.
10:19Geht es vielleicht einigen in der Union doch schon darum, neue Mehrheiten ab 2029 vorzubereiten?
10:25Ich kann mich dieses Eindrucks manchmal nicht so ganz erwehren.
10:29Zumal ich auch schon klarere Bekenntnisse zur Brandmauer gehört habe als das von Merz.
10:34Es ist Ihnen möglicherweise aufgefallen, dass weder der Generalsekretär noch ich das Wort Brandmauer verwendet haben.
10:40Das ist nicht unser Sprachgebrauch.
10:42Das war er nicht und das ist er nicht.
10:45Das stimmt.
10:45Ich glaube, der Begriff in der Union ist nicht Brandmauer, der ist Hintertür.
10:50Gerade hat das CDU-Präsidium mal wieder über den Umgang mit der AfD beraten.
10:54Hier die Ergebnisse kurz zusammengefasst.
10:57Staatspolitische Verantwortung, das ist für unseren Kanzler fast so wichtig wie ein gut sortiertes Aktienportfolio.
11:03Deswegen hat er allein die AfD von 20,8 auf 26 Prozent halbiert.
11:10Mit einer Brandmauer so fest verankert wie ein Baum im Sauerland.
11:14Aber ein Merz ruht sich nicht auf seinen Lorbeeren aus.
11:17Nein, zwei Tage hatten die klügsten Köpfe der CDU.
11:20Und Jens Spahn, die Haltung zur AfD auf Herz und Nieren geprüft.
11:24Mit einem bahnbrechenden Ergebnis.
11:26Wir werden daran nichts ändern.
11:28Warum auch?
11:29Wischiwaschi und ab und zu malen AfD-Spruch kopieren ist doch die geilste Strategie ever.
11:34Deswegen ändern wir nicht nur nichts, sondern sogar ...
11:37Gar nichts, Herr Doll.
11:39Wir müssen auch nicht in jeder Präsidium-Sitzung etwas Neues entscheiden.
11:42CDU.
11:43Nichts oder gar nichts.
11:44Auf jeden Fall nicht viel.
11:51Es war ja nicht das erste Mal, dass Merz einen raushaut.
11:57Das zeichnet ihn aus.
11:58Er spricht ja auch nicht so sehr entstanzen.
12:00Er haut einfach mal auch unbedacht einfach mal so ein Statement raus.
12:03Ich glaube, im jeweiligen Moment denkt er da nicht nach.
12:05Aber hinter diesen Aussagen kommt natürlich schon ein bestimmtes Weltbild zum Vorschein.
12:11Hören wir doch noch mal rein in die Hits vom Fritz.
12:14In die größten Hits der 50er und 60er und das Schlimmste von gestern.
12:19Der hier zum Beispiel war lange Platz 1 in den Cringe-Charts.
12:24Auch diejenigen, die sozial schwach sind, finden gerade bei uns ein Herz und Zuwendung.
12:32Lassen wir mich in diesem Zusammenhang ein Wort zu den Frauen sagen.
12:38Super Hit mit dem Refrain.
12:41Ich werd neben dir wach.
12:43Du bist sozial schwach.
12:44Du musst ne Frau sein.
12:46Ist ja, eines meiner Lieblingsthemen.
12:49Hier, das kennen Sie auch noch.
12:50Da ging es um Geschlechterparität im Bundeskabinett.
12:53Sehen Sie, das ist so schief gegangen in der letzten Bundesregierung mit der Verteidigungsministerin.
12:59Das war eine so krasse Fehlbesetzung.
13:01Und das sollten wir nicht wiederholen.
13:02Wir tun damit auch den Frauen keinen Gefallen.
13:06Hat man auch immer noch im Ohr, oder?
13:08Lass da mal lieber nen Mann ran.
13:10Lass da mal lieber nen Mann ran.
13:13Damit hat er die Herzen der Frauen berührt.
13:15Überhaupt seine Empathie.
13:16Die spürt man ja bei allem, was er so von sich gibt.
13:19Man muss im Osten mehr erklären, als im Westen, dass es war.
13:22Aber ich tue es gern.
13:25War auch.
13:26War doch ne super Nummer.
13:28Ich sing es heute ungeniert, die Zonis haben nichts kapiert.
13:33Sie brauchen drum den Besten, erklär Fritz aus dem Westen.
13:38Und nicht zu vergessen sein Banger zur Frage, ob er sich einen homosexuellen Kanzler vorstellen könnte.
13:44Also ich sag mal so, über die Frage der sexuellen Orientierung, das geht die Öffentlichkeit nichts an,
13:51solange sich das im Rahmen der Gesetze bewegt und solange es nicht Kinder betrifft.
13:56An der Stelle ist für mich allerdings auch eine absolute Grenze erreicht.
14:00Ist das kein Thema für die öffentliche Diskussion.
14:03Wunderbar zum Mitgrölen geeignet.
14:06Ich find euch ganz groß.
14:08Doch bitte lasst die Kinder los.
14:11Denn ich weiß, ihr seid schwul.
14:13Oder?
14:14Sein Gassenhauer.
14:15Im Zahnarztsessel vor mir sitzt ein Syrer.
14:19Kennen wir auch alle noch.
14:20Die Bevölkerung, die werden doch wahnsinnig die Leute.
14:22Wenn die sehen, dass 300.000 Asylbewerber abgelehnt sind, nicht ausreisen, die vollen Leistungen bekommen, die volle Heilfürsorge bekommen,
14:31die sitzen beim Arzt und lassen sich die Zähne neu machen und die deutschen Bürger nebendran kriegen keine Termine.
14:37Alles gelogen, aber welcher Schlager lügt nicht?
14:42Soll ich noch was sagen oder?
14:46Nö, ist glaube ich klar geworden.
14:47Es ist der Sound des alten weißen Mannes, der eben schon lange auf der Welt ist und immer oben war.
14:53Dieser Sound von Dosenmilch.
14:55Draußen gibt's nur Kännchen und Schulterpolstern aus den 80ern.
14:59Ein Phänomen, das sich nicht nur bei Friedrich Merz beobachten lässt.
15:06Boah, die Dinger hören verboten, echt.
15:12Und überall Laub auf der Straße?
15:16Dein Ernst?
15:20Bäume!
15:22Das war ja noch lustig.
15:25Aber meine Symptome wurden dann noch schlimmer.
15:28Ja.
15:28In Springfield, they're eating the dogs.
15:32Ganz genau.
15:33Endlich sagt's mal jemand.
15:36They're eating the pets of the people.
15:40Das war unheimlich.
15:41Oh ja.
15:43Ich weiß, was der Erkot ist.
15:44Erkot, also, ja, dann...
15:46Das funktioniert nicht, das ist einfach keine normale Streisekarte.
15:49Entschuldigung.
15:51Junge Mann, ich hätte gerne den Geschäftsführer gesprochen.
15:54Ja, die bin ich.
16:00Das passte gar nicht zu meinem Mann.
16:02Ich sag's dir.
16:03Die wollen das Bargeld abschaffen.
16:05Die spinnen doch alle da oben.
16:07Oh Mann, ich halte diese Pauschalisierungen jetzt wirklich nicht mehr aus, Udo.
16:13Ihr Männer.
16:14Ihr seid doch alle gleich.
16:21Den Artikel schicke ich in die Familiengruppe.
16:23Sie sind sowieso schon alle vollkommen genervt von dir.
16:26Das alles konnte natürlich so nicht weitergehen.
16:28Und wir haben dann gemeinsam überlegt...
16:31Du hast gesagt, du lässt dich scheiden.
16:33...dass er vielleicht mal zum Arzt gehen sollte.
16:36Und der meinte dann ja auch direkt...
16:38Sie haben ADMS.
16:42Da, wo man so hebelig ist?
16:44Nee, das, wo man so scheiße ist.
16:46ADMS, alter deutscher Mann-Syndrom.
16:48Ja, das ist es.
16:50Ja, aber das haben ja nur alte Leute.
16:52Naja, nee, es ist eine Volkskrankheit tatsächlich.
16:56Aber ich doch nicht.
16:58Luisa Neubau.
16:59Tag!
17:02Merken Sie es?
17:04Starker Drang, sich zu beschweren.
17:06Doch kommen Sie, das ist doch alles so Männerbashing.
17:08Ich werde mich beschweren.
17:10ADMS.
17:11Echt, diese neumodischen Diagnosen.
17:13Früher hat sie Krebs und alles war gut.
17:17Also, wir standen dann natürlich vor der Frage.
17:20Also, dieses ADMS.
17:22Ist unheilbar.
17:24Sie müssen lernen, damit zu leben.
17:29Ja, denn ich meinte ihre Frau.
17:33Aha.
17:35Dr. Bernsteiner hat so eine Therapie-Maßnahme verschrieben.
17:39Übernimmt die Kasse.
17:40Bitte.
17:41Danke.
17:41Sehr groß.
17:42Ja, die ist viel größer, als ich dachte.
17:44Warum sieht WhatsApp jetzt anders aus?
17:47Das Abdeckkampf hole meine Doktorne aus!
17:53Jetzt haben wir so eine ADMS-Dekompressionskammer.
17:58Schalldämmung.
18:0085 Dezibel.
18:02Das ist ziemlich gut.
18:03Wir haben einen Fahrtfläch gemacht für einen Fahrradweg!
18:07Ja, und das mache ich jetzt jeden Morgen und jeden Abend, so ca. 15 Minuten.
18:10Und seitdem hat er die Krankheit eigentlich ganz gut im Griff.
18:16Meistens.
18:19Ein Espresso, bitte.
18:20Und ich hätte gerne einen Flat White.
18:23Bring ich dir.
18:26Jetzt duzt mich der, die, das...
18:36Ein Film von Freddy Radiker und Jakob Leube.
18:42Es gibt ja saugefährliche Sportarten.
18:47Sportarten, bei denen man die Grenzen der menschlichen Belastungsfähigkeit testet.
18:51Sich in so einem Wingsuit von einem Berg zu stürzen zum Beispiel.
18:55Sehr gefährlich.
18:56Oder sowas wie Free Climbing.
18:57Oder Big Wave Surfing.
18:59Sowas machen Menschen.
19:00Das härteste, was man in Deutschland machen kann, ist zurzeit, glaube ich, Krankenhousing.
19:05Und als Steigerung Krankenhaus-Eating.
19:08Wer das überlebt, den wirft nichts um.
19:11Viele von uns durften das schon erfahren.
19:13Es geht einem schlecht.
19:13Man ist im Krankenhaus.
19:14Man soll sich stärken.
19:15Man freut sich auf das Essen.
19:17Und dann sowas.
19:18Das überleben nur die härtesten.
19:21Gerade da, wo es drauf ankommt, wo kranke Menschen gesund werden sollen, ist das Essen so furchtbar.
19:26Und Geschmack ist ja nur ein Aspekt.
19:28Gesundes Essen ist ja auch wichtig für die Genesung.
19:31Eine gesunde und angepasste Ernährung im Krankenhaus ist, egal ob Operationen durchgeführt werden oder ob eine Krebserkrankung vorliegt, extrem wichtig.
19:42Weil der gesamte Heilungsprozess dadurch beeinflusst wird und deshalb auch weniger Komplikationen entstehen und sogar Sterbefälle vermieden werden können, wenn
19:52eine adäquate Ernährung vorliegt.
19:55Und ich habe schon das Gefühl, dass Krankenhäuser das wissen und auch versuchen, eine gewisse Ausgewogenheit, eine Vielseitigkeit beim Essen
20:01irgendwie herzustellen.
20:04Dann habe ich das hier so hochgemacht.
20:07Was ist das?
20:09Das ist eine komische Ei, das könnt ihr euch auch sparen.
20:13Was ist das?
20:16Ich weiß auch nicht genau, was es ist.
20:18Ist es eine Eierscheibe wirklich oder ist es eine Bandscheibe, die irgendwie im OP...
20:22Es ist manchmal wirklich eine Zumutung.
20:24Und man kann auch optisch oft nicht so ganz genau sagen, ist es wirklich Nahrung oder wurde an der Gastroentologie
20:32was verwechselt?
20:33Und klar, dass man nach einer Zahn-OP kein Steak bekommt, weiß ich auch.
20:39Aber was musste Influenza Malte Zierden da essen?
20:43Schau mal, Brenn dir.
20:44Nach meiner letzten Operation habe ich genau diese ausgewogene Mahlzeit bekommen.
20:48Lecker warme Vanillepudding, danach gibt es lecker warme Vanillepudding und danach Vanillepudding und zum Dessert Vanillepudding.
20:59Und hier ist heute ein teueres Pücher, eine Niesuppe, eine Niesuppe, eine Niesuppe für Achtung, und warum?
21:11Na gut, aber dafür gab es da noch Eis zum Kühlen, wahrscheinlich mit Vanillegeschmack.
21:22Einfallsloses, ungesundes Essen ohne Nährstoffe, was sagen denn die Krankenhäuser dazu?
21:26Die Krankenhausgesellschaft sieht darin kein Problem.
21:30Die meisten Patienten blieben nur fünf bis sechs Tage, nicht lange genug, um durch das Essen Schaden zu nehmen.
21:36Ach so, dann ist ja egal.
21:41Ah, jetzt verstehe ich, ist eigentlich egal, was man den Leuten vorsieht.
21:43Die meisten Patienten bleiben gar nicht so lange, dass der Fraß einen wirklich krank macht.
21:48Also, das heißt, das Ziel des Krankenhauses ist nicht drinbleiben, bis man gesund ist, sondern rauskommen, bevor man krank wird.
21:59Jetzt wird mir einiges klar.
22:05Woran liegt es genau, dass Krankenhausessen so ist, wie es ist?
22:08Das gucken wir uns jetzt mal genauer an in unserer Extra-3-Kochshow.
22:11Also, herzlich willkommen zu Essen Impossible mit Maike Kühl.
22:22Maike Kühl.
22:27Vielen Dank.
22:29Hallo, Herr Edinger.
22:31Frau Kühl, Sie sind renommierte Krankenhausköche und Sie haben schon in vielen großen Kliniken gekocht.
22:36Also, ich lobe mich ungern selber, aber ich habe zwei Küchenschaben im Giet-Sanitär und bin kurz vor der dritten.
22:43Toll.
22:43Wir haben ja heute eine kleine Challenge vorbereitet.
22:46Es gibt einen prominenten Koch, der uns gleich sagt, was wir kochen sollen.
22:51Dann werden wir kochen.
22:52Anschließend wird er unser Essen testen und sein Urteil abgeben.
22:56Möchten Sie wissen, wer es ist?
22:57Nö.
22:59Ich sag's trotzdem, er ist Gastronom, er hat zwei Michelin-Sterne, er ist ein beliebter Fahnsi-Koch.
23:03Alexander Herrmann, ich bin so gespannt.
23:06Hallo, ihr Lieben.
23:07Schön, dass jetzt auch bei Extra 3 gekocht wird.
23:10Und deshalb wünsche ich mir von euch texturierte Soufflierte Kartoffelkarottencreme auf Bratenspiegel.
23:17Dazu transzulente Kurkumscheiben mit einer zarten Vinaigrette.
23:23Ja, und da bitte mit diversen Dillfragmenten.
23:27Okay, viel Erfolg.
23:31Gehen wir das hin?
23:32Ja.
23:35Kartoffeln-Möhrenmatsch mit Bröckchen, braune Soße und lapprig-dünn geschnittener Gurkensalat ohne viel Geschmack.
23:41Klassiker.
23:42Prima, prima.
23:43Was brauchen wir?
23:44Ich hab hier Ernährungstabellen vorbereitet.
23:46Das ist ja gerade bei kranken Menschen wichtig.
23:48Ja, das ist wahnsinnig spannend.
23:49Weg damit.
23:50Alles, womit wir hier arbeiten, ist das hier.
23:53Sechs Euro.
23:54Sechs Euro?
23:55Ja, so viel steht dem Krankenhaus zur Verfügung pro Patient und Tag.
23:59Sechs Euro für eine Mahlzeit?
24:01Nee, für drei Mahlzeiten.
24:02Oh.
24:03Gut, dann fangen wir besser mal an, oder?
24:04Ich kann ja vielleicht mal Kartoffeln und Möhren schälen.
24:07Muss ich irgendwas beachten?
24:08Ja, ganz wichtig.
24:09Das Gemüse immer so lange kochen, bis wirklich kein einziges Vitamin mehr drin ist.
24:13Also, ja, also minimum zwei Stunden.
24:17Zwei Stunden?
24:17Ja, ich mach ja hier kein Fastfood.
24:19Ja, aber so viel Zeit haben wir nicht.
24:21Hab ich mir gedacht.
24:22Deswegen hab ich hier schon mal was vorbereitet, Herr Ehring.
24:25So, mhm.
24:28Hier, gucken Sie mal.
24:29Das ist aber hier Schmackofatz.
24:33Schöne Möhrchen.
24:34So, Möhren haben wahnsinnig viel Vitamine.
24:37Ja, ich weiß.
24:38Die müssen alle raus.
24:39Was?
24:39Ja.
24:40Rühren, bis gar keine mehr drin sind.
24:42Keine Vitamine mehr.
24:43Gar keine.
24:44So, Moment, da war noch eins.
24:45Oh.
24:45So.
24:46Ah, wunderbar.
24:48Frau Kühl, ich hab gelesen, die DGE, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung, empfiehlt den
24:54Kliniken einen häufigen Einsatz von Vollkornprodukten und Gemüse als Rohkost und die Bevorzugung
25:00pflanzlicher Öle.
25:02Ja, die DGE macht noch bessere Witze als Sie, Herr Ehring.
25:05Bitte.
25:06Ich mein, wie soll das gehen?
25:08Ohne große Mengen im Einkauf, ohne Convenience-Food können wir niemals kostendeckend arbeiten.
25:13Sechs Euro pro Tag.
25:14Davon geht es meist ja schon weg für die Stromkosten der Mikrowelle.
25:17Aber das minderwertige Essen verschlimmert ja die Lage der Patientinnen und Patienten.
25:21Die Genesung wird verzögert.
25:23Das Risiko für Komplikationen erhöht sich, für auch Infektionen.
25:28Und das bedeutet längere Liegezeiten.
25:30Und das verursacht dann wiederum höhere Kosten.
25:33Ja, und die muss man natürlich irgendwo wieder reinholen.
25:35Ja.
25:35Jetzt sagen Sie nicht.
25:36Beim Essen, natürlich.
25:38Ich schneide vielleicht schon mal die Gurke.
25:41Ja, zeigen Sie mal her.
25:42Oh, die ist aber viel zu frisch.
25:45Ja, da habe ich hier was viel Besseres.
25:47Gucken Sie mal hier.
25:52Frau Kühl, nach Schätzung mehrerer medizinischer Fachgesellschaften sind 20 bis 30 Prozent der Krankenhauspatienten von Mangelernährung betroffen.
26:01Es sterben 55.000 Patienten jedes Jahr an Mangelernährung.
26:05Ja, das ist natürlich hier sehr, sehr ärgerlich.
26:08Weil man das mit besserer Ernährung hätte verhindern können.
26:10Nein, weil ich 55.000 Essen umsonst warm gemacht habe.
26:14So, jetzt sind wir auch schon fast fertig hier, Herr Erring.
26:18Wollen wir nicht vielleicht noch ein paar frische Kräuter dazu tun, wenigstens?
26:21Sechs Euro.
26:22Also wer frische Kräuter will, der soll sich von der Verwandtschaft keine Blumen mitbringen lassen, sondern Pott Basilikum.
26:28Okay, dann ist er wohl jetzt schon da, der große Moment.
26:31Meine Damen und Herren, liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer, begrüßen Sie live im Extra-3-Studio Sternekoch Alexander Herrmann.
26:44Ja, sehr schön.
26:46So, Mahlzeit.
26:48Au enn.
26:52Also, ja, was soll ich sagen?
26:56Also, probieren möchte ich es nicht.
26:58Ja?
26:59Aber vom Augenschein her, also manches sieht schon so aus, als könnte man es guten Gewissens in den Mund nehmen.
27:08Echt? Was denn?
27:12Den Löffel.
27:13Mehr kann man nicht erwarten.
27:14Das war Essen Impossible.
27:15Vielen Dank, Maike Kühl und Alexander Herrmann.
27:25Es ist das Geld.
27:26Es liegt, wie so oft, vor allem am Geld.
27:29Die wirtschaftliche Lage in den Krankenhäusern ist wirklich dramatisch.
27:3380 Prozent schreiben rote Zahlen.
27:36Wir haben keinen Inflationsausgleich bekommen für die enorm gestiegenen Sachkosten.
27:41Und am Ende wirkt sich das auch auf die Speisenversorgung aus.
27:45Wir würden gerne hochwertigere Produkte in der Speisenversorgung einsetzen.
27:49Aber auch dafür ist leider kein Geld zur Verfügung.
27:52Aber vielleicht muss man es auch mal so sehen.
27:54Die Notaufnahmen sind ja sowieso schon voll.
27:57Wenn jetzt bekannt wird, dass das Essen in den Kliniken noch besser ist, dann wäre die Lage vielleicht noch gravierender.
28:03Woran könnten Krankenhäuser sonst noch sparen?
28:05Ich habe keine Ahnung.
28:06Vielleicht den Platz noch optimaler ausnutzen.
28:08In ein Vierbettzimmer passen gut und gerne noch fünf Stehplätze rein.
28:13Wo man nichts sparen kann, denke ich, ist am Personal.
28:16Der Bedarf an Pflegepersonal steigt ja immer weiter.
28:18Und zwar in allen Bereichen.
28:20Und damit nicht noch mehr Pflegekräfte aufgeben, gibt es jetzt einen Song von Dennis Kaup und hier ist Co. Friedrich.
28:29In den nächsten zehn Jahren dürften in Deutschland 90.000 Pflegekräfte fehlen.
28:34In 20 Jahren schon 200.000.
28:36What shall we do ohne Krankenpfleger?
28:39What shall we do ohne Krankenpfleger?
28:40Wie ein Kamin ohne Schornsteinfeger?
28:43Early in the morning.
28:44Wer wischt sie weg, die Scheiße und das für Dumpingpreise?
28:49Da kriegst du doch voll die Meise.
28:51Early in the morning.
28:53Zivildienstflick war das ein Fehler.
28:55Überstunden macht hier jeder.
28:57Monster Bürokratie bremst viele Pfleger aus dem Ausland.
29:01Hier landen blöderweise voll auf dem Abstellgleise.
29:05Keiner will auf Deutschland reisen, weil ihn das hier abschreckt.
29:09Ohne dich schlafe ich heute Nacht nicht ein.
29:11Ohne dich verliere ich bald ein Bein.
29:13Das Auge bleibt für immer zu.
29:15Das, was ich will, bist du.
29:17What shall we do ohne Krankenpfleger?
29:19Die Schieflage wird immer schräger.
29:22Man braucht keinen Nobelpreisträger, um das zu verstehen.
29:26Berlin, ein Pfleger, wählt vergangene Woche den Notruf, weil kein Pflegepersonal mehr da ist.
29:33What shall we do ohne Krankenpfleger?
29:35Wer macht ihn weg, den Pesterreger?
29:38Frag doch mal die Anzugträger.
29:40Early in the morning.
29:41Hey, liebe Krankenpfleger, jetzt aber weg vom Fernseher.
29:46Ihr müsst wieder raus aus den Fehlern.
29:48Early in the morning.
29:55Jetzt brauchen wir aber noch ein paar gute Nachrichten.
29:58Und ich hätte da was für Sie.
29:59Die Bahn hat eine neue Chefin.
30:02Genauer gesagt, es ist die erste Bahnchefin überhaupt.
30:05Evelyn Paller ist nach 190 Jahren die erste Bahnchefin.
30:09So eine derbe Verspätung traut man selbst der Deutschen Bahn nicht zu.
30:11Aber es ist so.
30:14Evelyn Paller hat als Planerin bereits Erfolge vorzuweisen.
30:17Anders als die Vorstände vor ihr.
30:19Die nannten viele ja auch die teuersten Oberleitungsschäden aller Zeiten.
30:24Paller ist wirklich vom Fach.
30:25Sie wollte nachvollziehen und fühlen können, um was es bei der Bahn geht.
30:29Deswegen habe ich beschlossen, die Lokführer-Ausbildung zu machen.
30:32Das Schwierigste ist tatsächlich das Bremsen.
30:35Das muss man können, das muss man lange üben.
30:38Da merkt man, der Clip ist vom letzten Jahr nicht mehr ganz aktuell.
30:40Inzwischen ist das Schwierigste bei der Bahn nicht mehr das Bremsen, sondern das Fahren.
30:44Evelyn Paller will einiges ändern.
30:46Das merkt man ihren Formulierungen an.
30:48Die neue Bahnchefin Evelyn Paller hat sich vorgenommen, den Konzern auf links zu drehen.
30:53Oh, da erschreckt man sich gleich wieder.
30:55Umgekehrte Wagenreihung, alles auf links.
30:57Aber warten wir mal ab.
30:59Die Pünktlichkeitsziele hat sie erst mal nach hinten geschoben.
31:02Sie weiß, so schnell wird das nicht gehen.
31:04Aber es wird ja auch jetzt schon einiges versucht.
31:07Ein ICE kommt reichlich verspätet in Köln an, soll eigentlich weiter nach Hamburg.
31:13Doch die Weiterfahrt fällt aus.
31:15Offiziell heißt es, Personalausfall sei schuld.
31:19Aber laut internen Chats aus der Leitzentrale scheint der Grund ein anderer.
31:25Zug fällt zur Verbesserung der Statistik ab Köln aus.
31:28Denn Züge, die komplett ausfallen, fließen anders als verspätete Züge nicht in die betriebliche Pünktlichkeitsstatistik.
31:37Die Bahn bestreitet übrigens, dass das so ist.
31:39Aber ich finde, es könnte sogar ein Weg sein.
31:41Einfach alle Züge ausfallen lassen.
31:44Pünktlichkeit liegt da bei 100 Prozent.
31:46Aber im Ernsten, Pünktlichkeit hängt natürlich zusammen mit der Infrastruktur.
31:50Und bis da alles erneuert ist, kann es dauern.
31:52Häufig kommen ja noch unerwartete Herausforderungen hinzu.
31:57Fledermäuse. 1400 vom Aussterben bedrohte Exemplare, die sich's in den Eisenbahntunneln gemütlich gemacht hatten.
32:04Klagen von Naturschützern drohten, die Behörden forderten Artenschutzmaßnahmen.
32:08Die rettende Idee? Eine Tunnel-im-Tunnel-Lösung.
32:12In einem inneren, neu gebauten Tunnel die Züge, im Äußeren davon ungestört die Fledermäuse.
32:19Das ist clever. Ein Tunnel im Tunnel für die Fledermäuse.
32:23Aber auch sehr aufwendig, so ein Tunnel im Tunnel.
32:26Finde ich toll, dass sie das machen.
32:27Dann natürlich noch ein Bahnhof im Tunnel für Fledermäuse, die mit dem Nachtzug in Urlaub fahren wollen.
32:32Das ist alles sehr aufwendig.
32:34Und deswegen sagt Evelyn Paller auch, wir wollen Menschen mit unseren Zügen begeistern.
32:41Ist ein guter Plan. Die Menschen mit Zügen begeistern.
32:44Das ist der erste Schritt.
32:45Im zweiten Schritt dann mit Zügen befördern.
32:48Begeistern ist ja auch schon mal was.
32:50Die Züge an sich sind auch toll.
32:51Gerade wurde der neue ICE-L vorgestellt.
32:54Ein super Zug.
32:55Hier hat sie ihn stolz präsentiert.
32:57Es soll in dem neuen Zug zum Beispiel neue Fenster geben, durch die Handysignale besser durchgehen.
33:02Finde ich großartig.
33:04Jetzt braucht man nur noch ein neues Land, in dem Handysignale auch gesendet werden.
33:10Und dann lobt die Bahnchefin auch ganz besonders die wohnliche Atmosphäre.
33:18Und auch das könnte ein Ansatz sein, finde ich, dass wir alle die Bahn mehr mit Wohnen verbinden.
33:23Weniger mit Fahren, mehr mit Wohnen.
33:25Vielleicht auch doch noch mehr Abteile, so wie Bistro, dann eben noch vielleicht noch ein Schlafzimmer, ein Badezimmer,
33:30ein Gesellschaftswagen, Kinos, Tanzsäle, ein Waggon, wo sich Gesellschaften zum Feiern treffen.
33:35Warum nicht? Paare feiern dann in der Bahn die goldene Hochzeit.
33:39Und erinnern sich dran, wie sie bei der Silbernen losgefahren sind.
33:42Ist doch schön.
33:44Die Bahn will mehr Erlebnis für die Kunden.
33:47Warum nicht?
33:48Warum nicht mehr Service anbieten?
33:50Wenn das WLAN mal wieder nicht funktioniert, könnten doch die Zugbegleiter einfach die Inhalte von Netflix-Serien durchsagen.
33:59Verehrte Fahrgäste, hier ein Überblick über die neue Folge von Stranger Things.
34:03Will, Lukas, Mike, Dustin und Elf begegnen im Upside-Down einem Monster.
34:08Dass ihnen durch die telepathische Verbindung die Seele aussaugen und ihre Körper fressen möchte.
34:14Mit diesem Grundgefühl nun zu unseren aktuellen Verspätungen.
34:19Warum nicht mehr in die Richtung, mehr Entertainment, wenn es einem im Krankenhaus schlecht geht.
34:24Wenn nichts mehr läuft, kommt manchmal ein Krankenhaus-Clown.
34:27Ist doch ein super Ansatz.
34:28Es sollte Fortbildungen geben für Zugbegleiter.
34:30Eine Ausbildung zum Bahn-Clown.
34:34Der kommt dann, wenn die Verspätungen besonders gravierend sind.
34:38Die Bahn versucht es ja gerade auch mit Selbstironie.
34:41Es gibt diese Kampagne mit Anke Engelke.
34:43Und es gibt auch Durchsagen wie diese hier.
34:46Wir werden unsere Fahrt in Kürze starten.
34:50Aktuell haben wir keinen Strom, aber der kommt bestimmt gleich wieder.
34:52Wir müssen nur schnell die Rechnung zahlen.
34:55Wenn gar nichts mehr hilft, hilft nur Humor und ein anderes Mindset.
35:03Auch bei den Bahnreisenden.
35:04Feel-Good-Manager Schlecki Silberstein packt das an.
35:10Und?
35:10Ich fühl mich viel besser.
35:12Warum sind wir über die Bahn reden?
35:14Der kommt zu spät.
35:16Setzen Sie sich ruhig.
35:16Schon mal zu spät gekommen in diesem Jahr?
35:18Oh ja, permanent.
35:19Ja, wie zufrieden sind Sie denn mit der Bahn?
35:22Gar nicht.
35:23Danke für die Ehrlichkeit.
35:25Die Losung des Bundesverkehrsministeriums für die Deutsche Bahn lautet
35:28mehr zufriedene Kunden und nicht mehr Investitionen in die Schiene.
35:32Deshalb sind wir hier am Ostkreuz, um den Menschen zuzuhören,
35:36die Wut zu kanalisieren und für sie da zu sein.
35:38Denn wir können nicht Bahn, aber wir können Mensch.
35:43Und du kannst wirklich über alles reden mit mir.
35:46Möchtest du mich mal schlagen?
35:48Nee.
35:48Mit einer Peitsche.
35:49Nee, bitte nicht.
35:53Geht's jetzt besser?
35:55Darf ich Sie mal fragen, wie zufrieden Sie mit der Bahn sind?
35:58Äh, ich fahr Auto.
35:59Dann sind Sie ein zufriedener Mensch.
36:01Das ist genau das, was wir wollen.
36:02Zufriedene Menschen.
36:03Super.
36:04Dankeschön.
36:04Fühlt ihr euch manchmal von der Bahn verarscht?
36:06Äh, das Neue mit der Anke Engelke auf jeden Fall.
36:10Weil sie es jetzt versuchen mit Humor.
36:11Und das ist auf jeden Fall die Totengräberstimmung.
36:14Aber wo geht's jetzt hin, dass man irgendwie alles, was nicht richtig läuft,
36:17da muss man jetzt einen Chromiker rausziehen?
36:20Ich glaub, das ist nur eine Teilbetrachtung des Ganzen.
36:22Was ist denn mit der Lösung der Probleme?
36:23Ja, ich mein, es ist ein Dicker, der dicken Witze macht.
36:26Weißt du?
36:27Scheiß, Bahn, Saftladen, nie wieder.
36:30Möchtest du das auch mal machen?
36:31Nö.
36:31Können Sie sich noch an die Familienpauschale erinnern,
36:34dass man für eine ganze Familie einen pauschalen Reservierungssatz gezahlt hat?
36:37Ja, natürlich.
36:38Das wurde abgeschafft.
36:39Ich weiß.
36:40Jetzt zahlt jedes Familienmitglied einzeln.
36:42Das ist ganz schön ungerecht, ne?
36:43Wir finden das ja gerade gerecht, weil wir sehen halt nicht eben das Kind,
36:46sondern wir sehen den Menschen im Kind und dann kann er ja auch voll zahlen, oder?
36:51Wie stehen Sie denn zu der Forderung, dass die erste Klasse pünktlicher ankommen soll
36:54als die zweite Klasse?
36:56Das ist jetzt ein Scherz.
36:57Die erste Klasse?
36:59Würdest du gratis Schnaps im Zug besser finden als...
37:04Äh, nee.
37:05Oh, Schnaps.
37:06Nee, ich trinke keinen Eindruck.
37:07Oh Gott.
37:08Die darf ich jetzt behalten.
37:09Die gab's natürlich, auf jeden Fall.
37:11Und, ne?
37:12Es gibt Hilfe, du kannst auch immer wiederkommen, ne?
37:16Dann haben wir natürlich auch eine Achtsamkeitsbroschüre.
37:19Wir haben jetzt ein paar ganz gute Argumente,
37:20wie man einfach durch den Bahnverkehr kommt.
37:22Wenn man lächelt, dann kommt automatisch ein Hochgefühl auf.
37:26Oder auch beispielsweise die Menschen im Jemen, die haben gar keine Bahn.
37:30Man kann's kombinieren auch mit Acceptance, einfach zu sagen,
37:32ich geb auf, ich kapitulier.
37:34Oder dass man einfach sagt, ich fahr gar nicht.
37:36Wenn man alles zusammen macht, das ist wie Heroin.
37:40Wir haben heute gelernt, Glück und Pünktlichkeit
37:42hängen überhaupt gar nicht voneinander ab.
37:45Aber es ist nicht alles scheiße.
37:47Dieses Jahr gibt's keine Preiserhöhung.
37:54Ein Film von Steinberger Silberstein.
37:57Ja.
37:59Es war tatsächlich so, die Pünktlichkeit war noch nie so schlecht wie zurzeit.
38:04Deswegen hört man auch die ganze Zeit Entschuldigungen und Begründungen.
38:07Warum die Verspätung?
38:08Und ich bin auch Vielfahrer und ich stehe da am Gleis und es nervt mich dann noch mehr.
38:12Es nervt schon, dass die Bahn unzuverlässig ist.
38:14Das ist schlimm genug.
38:15Aber wenn man da wirklich für jede Verspätung noch irgendeine Begründung hört,
38:18es nutzt sich auch ab.
38:19Es sorgt für noch mehr Frust.
38:21Und natürlich ist da irgendeine KI am Werk,
38:23die aus den Begriffen Oberleitungsschaden, Signalstörung,
38:25vorherige Fahrt, Weichenstörung, Schaden an der Lok, Gleisbett und Betriebsablauf
38:29drei Millionen verschiedene Entschuldigungen generiert.
38:33Da hört ja auch niemand mehr hin.
38:34Die können auch sagen,
38:35Grund für die Verspätung sind kopulierende Einhörner im Gleisbett.
38:39Wäre eigentlich viel kreativer.
38:41Eigentlich könnte man sowas machen.
38:42Grund ist eine derzeit beschleunigte Erdrotation entgegen der Fahrtrichtung.
38:48Oder ein schlafender Troll blockiert die Abfahrt von Gleis 9-3-Viertel.
38:52Oder man dreht es um.
38:54Einfach durchsagen, wenn der Zug pünktlich ist.
38:57Das sorgt dann für Aufmerksamkeit.
38:59Wir erreichen den Bahnhof Lüneburg ohne Verspätung.
39:02Grund dafür ist eine Singularität im Raumzeit-Kontinuum.
39:06Liebe Zuschauerinnen, liebe Zuschauer,
39:08wir erreichen nun den realen Irrsinn.
39:10Grund dafür ist eine funktionierende Überleitung.
39:13Daniel Sprenger zeigt,
39:15dass die Bahn durchaus in der Lage ist,
39:16bei Problemen pragmatische Lösungen zu finden.
39:22Der nur auf den ersten Blick unscheinbare Bahnhof Zwotental
39:27ist ein Verkehrsknotenpunkt der Vogtlandbahn.
39:30Einmal pro Stunde halten hier der Zug nach Tschechien und der nach Zwickau.
39:35Der deutsche und der tschechische Lokführer
39:37müssen hier kurz vor der Grenze wechseln.
39:40Das geht aber nicht einfach so.
39:42Das Besondere an diesem Bahnhof
39:43ist es ein ganz besonderes Sicherheitskonzept beinhaltet.
39:46Und das ist das ganz besondere Sicherheitskonzept.
39:51Der Überweg zu Bahnsteig 2 ist hochprofessionell abgesperrt.
39:56Wollen die Lokführer zum anderen Gleis,
39:58müssen sie das Zahlenschloss öffnen.
40:01Das war aber nicht immer so.
40:02Früher, da ...
40:04Da ist man normal über die Schiene gelaufen halt
40:06und hat den zweiten Bahnsteig betreten.
40:08Und es gab keinerlei Probleme in den 150 Jahren,
40:11keinerlei Unfälle oder ähnliches.
40:13Doch beim Vermessen des Bahnsteigs
40:15hat die Bahn jetzt festgestellt,
40:17er ist 54 Zentimeter schmaler als vorgeschrieben.
40:22Aus diesem Grund muss sichergestellt werden,
40:24dass sich dort keine Reisenden aufhalten,
40:27wenn ein Zug den Bahnsteig passiert.
40:30Seit Juni ist der direkte Weg auf Bahnsteig 2 streng verboten.
40:34Zu eng, zu gefährlich, gerade bei den Massen,
40:37die es nach Zwotental verschlägt.
40:40Es ist also ganz überschaubar, der Betrieb an Menschen.
40:44Und deswegen ist es eigentlich verwunderlich,
40:47dass man jetzt da eine Sperrung vornimmt.
40:50Aber Sicherheit geht nun mal vor.
40:53Deshalb reagiert die Bahn ja auch so schnell.
40:55Außer den Lokführern kommt hier zunächst keiner mehr durch.
40:59Es ist die ultimative Absperrung.
41:03Man kann auf beiden Seiten vorbeigehen.
41:06Also das ist keine totale Absperrung.
41:09Doch vorbeigehen lohnt sich gar nicht.
41:12Denn die Bahn verbietet im Sommer
41:14das Ein- oder Aussteigen auf Bahnsteig 2.
41:17Fahrgäste müssen im Zug sitzen bleiben und geduldig sein.
41:25Da musste ich bis in die nächste Ortschaft runterfahren,
41:283,5, 4 km weiter.
41:29Und dann auf den nächsten Zug warten,
41:33eine halbe, dreiviertel Stunde und dann wieder rauf.
41:35Dass ich hier heimkomme,
41:37obwohl ich ja hier 200 m weit wohnen.
41:40Denn nur auf Bahnsteig 1 kann gefahrlos
41:44aus- und eingestiegen werden.
41:47Fieberhaft arbeiten die Vogtlandbahn
41:50und die Deutsche Bahn an einer Lösung,
41:52wie man diese Sperre auch für Fahrgäste
41:54wieder ein klein wenig durchlässiger machen könnte.
41:59Die Lösung ist jetzt,
42:00dass unser Personal in dem Moment,
42:02wo es den Bahnsteig wechseln muss,
42:03um in den anderen Triebwagen zu kommen,
42:06hier diese Kette und das Zahlenschloss öffnet
42:09und die Fahrgäste quasi sicher rübergeleitet.
42:12Seit September gibt es hier jetzt betreutes Bahnsteigbegehen.
42:20So, wunderbar.
42:22Endlich kriegt die Bahn mal was auf die Kette.
42:26Na ja, ich würde sie als lächerlich eigentlich bezeichnen,
42:30weil es einfach nicht notwendig ist.
42:33Sie sehen ja, man könnte theoretisch auch außen vorbei.
42:35Aber nur ganz theoretisch.
42:37Ganz theoretisch.
42:39Aber nur, wenn wirklich keiner guckt
42:41am Verkehrsknotenpunkt im Vogtland.
42:49Das war extra 3 für diese Woche.
42:51Jetzt geht es weiter mit Sträter's Problemzone.
42:54Mit dabei sind Martina Hill und Tassim Gurghund.
42:56Bis Sie nächste Woche wieder da am Donnerstag nach den Tagesthemen.
42:59Oder wie immer, schon um 21 Uhr in dem Mediativ.
43:02Bis dahin.
43:03Bis dahin.
43:04Bis dahin.
43:06Bis dahin.
43:08Bis dahin.
43:09Bis dahin.
43:10Bis dahin.
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