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00:16Thank you, thank you, thank you, thank you, thank you.
00:30Es stimmt ja auch, herzlich willkommen bei Sträter und ja, ich habe mal wieder zugenommen, keine Ahnung, wie, ich esse
00:37jetzt nicht mehr, ich bewege mich auch nicht weniger, weil weniger auch gar nicht ginge.
00:43Naja, ich bleib dran. Noch was, da es die erste Sendung in 2023 ist, frohes neues Jahr.
00:52Es war zwar schon Ostern, 1. April, Zeitumstellung, Tag der Arbeit und die Kölner Göbel-Festspiele, aber da Sie mich
00:57noch nicht gesehen haben, frohes Neues.
01:00Viel passiert im ersten Quartal. Zu viel im Prinzip, um da jetzt konkret drauf einzugehen, war auch kaum Erfreuliches dabei.
01:07Was mich momentan besonders irritiert, ist künstliche Intelligenz, Chat-GPT, um wie die alle heißen.
01:12Es ist mittlerweile möglich, jede Stimme zu imitieren, jedes Bild, jedes Foto durchzukomponieren, ganze Texte, Wahrheit und Realität zu verbiegen
01:21und einzubeulen.
01:23Vermutlich hat das damals alles mit dem Taschenrechner angefangen.
01:26Ein Gerät, das die komplexesten Aufgaben lösen konnte und dabei in jede Tasche passte.
01:30Damals, als ich ein Schuljunge war, war das jenseits von Science Fiction.
01:34Ein echter Game Changer oder wie meine Oma sagen würde, Gamschanger.
01:38Gut, dass wir die Dinger im Unterricht gar nicht benutzen durften, hat der ganzen Innovation so ein bisschen den Wind
01:46aus den Segeln genommen.
01:47Aber wenn wir sie hätten benutzen dürfen, hätte ich ja trotzdem keinen gekriegt.
01:50Ich war mathematisch aber ohnehin jenseits von gut und böse, beziehungsweise jenseits von gut.
01:58Und Lieder wie 2x3 macht 4, Widiwidiwit und 3x9 waren da auch nicht hilfreich.
02:05Zumal der Wert von Widiwidiwit auch komplett unbekannt ist.
02:09Und heute haben wir Terminator, Aufstand der Maschinen.
02:15Mittlerweile kann künstliche Intelligenz mehr als ich, konnte sie vorher wahrscheinlich auch schon, aber wirklich alles.
02:21Bis auf das Unvorhergesehene.
02:23Denn auch diese KI muss sich ja an Regeln halten.
02:26Im Gegensatz zu mir.
02:28Wenn Flamingos zu warm ist, pissen sie sich auf die Beine.
02:33Das haben sie nicht kommen sehen.
02:34Und es stimmt.
02:39Neulich habe ich einem Flamingo auf die Beine gepisst.
02:44Ich wollte nur nett sein, wir haben dann gekämpft.
02:48Vielleicht war es nicht warm genug.
02:49Keine KI der Welt hätte dieses Muster voraussehen können.
02:54Es ist trotzdem beängstigend.
02:58Immerhin ist die Wissenschaft ja nicht untätig.
03:00Und da arbeiten ja noch richtige Menschen, keine künstlichen Intelligenzen.
03:03Und diese richtigen Menschen haben neulich wirklich Mammutfleisch geklont und eine Frikadelle draus gemacht.
03:11Das ist mein größter Respekt dafür.
03:14Die darf aber keiner essen.
03:16Die Wissenschaftler meinten wohl auch als Rechtfertigung, das wäre eine frühe Phase zur Beendigung des Welthungers.
03:22Ich persönlich glaube, die haben versucht, wie in Jurassic Park, ein Mammut zu klonen.
03:26Das aber ums Verrecken nicht ans Tröten gekriegt.
03:29Und deswegen, zack, hack, erzähl mir nix.
03:33Und jetzt darf es keiner essen, weißt du?
03:35Das will auch keiner.
03:37Wenn sie sich für ungenießbare Snacks aus der Eiszeit interessieren, holt sie sich ein Frikadellenbrötchen an der Tanke.
03:41Naja, bevor die Welt entgültig den Bach runtergeht, sollten wir noch ein paar Sendungen machen.
03:47Und diese hier zum Beispiel, mein nun erscheinender Gast, hat bisher 33 Bücher geschrieben, 33 von denen wir wissen.
03:54Sie sind alle toll und er liest sie auch noch alle vor.
03:57Und er ist auch noch DJ seiner legendären Russendisco.
04:00Er stammt aus Moskau, lebt in Berlin und heute ist er hier.
04:03Der Literat, Humorist und Chronist, Wladimir Kamina.
04:34Freut mich, dass wir uns kennenlernen.
04:36Das freut mich auch.
04:37Schön, ne?
04:38Gelöste Leute.
04:39Eine sehr, sehr niedliche Ecke, ja.
04:41Das ist eine sehr, wir nennen das Köln, aber es ist tatsächlich, ja, ausgesprochen niedliche Ecke, da will ich dir
04:48nichts vormachen.
04:50Du bist extra aus Berlin gekommen, oder?
04:52Heute, ja, ja, ja.
04:54Und bist du mit dem Zug gefahren?
04:55Ja, ja.
04:56Wie war's?
04:57Es war sehr voll, ich habe sehr viele interessante Telefonate mitgehört.
05:02Ja.
05:02Ich habe auch ein bisschen geschrieben, ich habe versucht, ich war jetzt eine ganze Woche in der Schweiz und ich
05:09habe versucht, meine Erfahrungen zu verarbeiten zu einer Geschichte.
05:13Du schreibst immer, oder?
05:15Das erklärt 33 Bücher.
05:17Also wir haben angefangen zu zählen im Zuge der Rächerchen.
05:23Es liegt daran, dass ich ein alter Schriftsteller bin.
05:27Ich schreibe schon seit, ich weiß nicht, seit 30 Jahren eben, ja.
05:32Und das ist meine Art, einfach mit der Realität umzugehen.
05:35Wenn ich etwas nicht begreifen, nicht verstehen kann, was sehr oft der Fall ist, dann schreibe ich darüber und dann
05:43ist das irgendwie dann nicht mehr aktuell.
05:48Mit Corona war das so, mit Corona hat es nie geklappt.
05:51Weil ich dachte, ich schreibe jetzt darüber ein Buch und dann ist Corona vorbei.
05:55Ich habe das Buch geschrieben, Corona war nicht vorbei.
05:57Ja.
05:58Okay, dachte ich, das wird eine Trilogie.
06:00Ja.
06:02Aber jetzt, das ist jetzt bei einer zweibändigen Trilogie geblieben.
06:07Die klassische zweibändige Trilogie.
06:09Die klassische zweibändige Trilogie, ja, ja.
06:20Und danach hatten wir gleich Krieg.
06:23Aber dazwischen der Seuche und dem Krieg war noch ein kurzer Spalt, wo ich es geschafft habe, ein Buch zu
06:32einem solchen lebensbejeihenden Thema zu schreiben, wie Klimawandel.
06:36Ja, die Leute freuen sich darüber auch.
06:40Da sitzen in diesem Buch erwachsene Menschen, also meine Kinder, und unterhalten sich voll im Ernst darüber, dass unsere Zivilisation
06:50möglicherweise an der falschen Ernährung untergehen könnte.
06:54Garantiert, meiner Auffassung nach.
06:56Na, ist ja gar keine schlechte Variante, muss ich ehrlich sagen.
06:59Ich habe mich jetzt sehr lange falsch ernährt.
07:01Ja.
07:01Ich habe drei Filme gemacht.
07:04In der Schweiz, Österreich und Deutschland.
07:05Ja.
07:06Wie schmeckt das Land?
07:07Wie schmeckt Deutschland?
07:09Wie schmeckt Österreich?
07:10Oh Gott.
07:11In Österreich habe ich schon im Sommer, da habe ich mich eine Woche lang nur von Marillen ernährt.
07:16Marillen?
07:17Ja, das ist von exotischen...
07:18Nein, das ist...
07:20Menschen aus der ganzen Welt fahren nach Wachau, um eine Marille zu kosten.
07:27Man darf sie bloß nicht als Afrikosse bezeichnen.
07:30Dafür steht überhaupt Todesstraße.
07:31Genau.
07:32Also für Deutschland brauchen wir auch so ein Frucht oder Gemüse, was es nur hier gibt.
07:37Das ist Kohlrabi, das ist ja Arbeitsplatte und Gemüse.
07:41Also ich finde, naja gut, haben wir sowas überhaupt?
07:44Winkelwurst?
07:45Bitte was?
07:46Ist mir zu aufwendig und ich fliege so oft beim Metzger raus.
07:50Kalter Hund?
07:51Kalter Hund, das besteht ja im Wesentlichen aus Fett, Bitumen, Kakaopulver und Hundekuchen.
07:58Und das wird dann zu so einem Sarkophag zusammengebaut, bei minus 40 Grad gefroren.
08:03Und wenn man die Scheiben nur noch sägen kann, dann gibt es das.
08:05Das ist eine uriginalische Küche.
08:08Das ist fast schon keine Küche mehr, sondern Baumaterial.
08:11Aber das tatsächlich, ja, ja, das habe ich als Kind gegessen.
08:18Sag mal, wo du gerade gesagt hast, du schreibst im Zug, ich muss darauf zurückkommen, weil
08:22ich ja dich anbete im Rahmen meiner Möglichkeiten.
08:25Wie schreibst du denn?
08:26Wenn, da ich ja ein fauler Mensch bin, ich prokrastiniere, ich sage, ja Mensch, du hast
08:32die eigentlich schon geschrieben in deinem Kopf, du brauchst sie nicht weiter zu schreiben.
08:38Und dann eben ist der Zug die beste Variante.
08:40Weil da kannst du dich wirklich von diesem ganzen Stress freimachen und sagen, ich konzentriere
08:45mich jetzt aufschreiben.
08:46Das ist besser als zu Hause.
08:48Also du denkst...
09:02Ich habe das irgendwann mal, ich weiß gar nicht, wie das passiert ist, wirklich.
09:07Wir wissen alle nicht, wie das passiert ist.
09:08Ja, und dabei steht bei diesen Google News, die Nachrichten werden für dich, also für
09:15mich, zusammengetragen aufgrund deiner früheren Aktivitäten und Einkäufer.
09:22Deswegen kriege ich immer Werbung für Treppenlifte.
09:24Aber was hast du denn eingekauft?
09:27Oder ich, was, dass ich diesen Wendler jetzt seit zwei Jahren schon entwickelt bekomme?
09:32Ich weiß nicht, irgendwas mit Alufolie?
09:34Ich habe keine Ahnung.
09:43Dein aktuelles Buch heißt, Wie sage ich es meiner Mutter?
09:46Mein Lieblingsbuch.
09:47Das ist das Buch über Klimawandel.
09:49Du schreibst alle Bücher auf Deutsch.
09:51Das hat großen Vorteile in meinen Augen, in einer Fremdsprache zu schreiben.
09:56Warum?
09:56Du schaust viel aufmerksam.
09:58Du hast durch die Unsicherheiten, die entstehen, weil das ist ja nicht deine, das ist nicht
10:03die Sprache, die in deiner Seele vibriert.
10:06Du schaust genau auf jeden Satz, auf jedes Wort, ob das alles stimmt, kann das vielleicht
10:12rausgenommen werden.
10:13Ich glaube, auf Russisch wären meine Bücher viel dicker gewesen.
10:16Ja.
10:18Tollsteuer Niveau.
10:19Also, ja, ja, du kannst auch, also drei Viertel rausnehmen von, ja, gut, das geht.
10:26Also, wer bin ich, um das zu teilen?
10:28Ich finde, auch Moby Dick ist zu dick, da hat man schwarz, schwarzlicht Lampen ins Meer,
10:32zack, da leuchtet die Sau, wegkappen mir.
10:34Ja, du kannst so eine super kurze Erzählung aus Moby Dick machen.
10:38Ich bin für kurze Erzählungen.
10:40Ich auch, Herr der Ringe.
10:41Bring Ring weg, nimm Kollegen mit.
10:42Fertig.
10:43Weißt du, wie die entstanden sind?
10:46Ja.
10:50Die Kurzgeschichten sind, das habe ich diese Woche erfahren, wirklich.
10:54Ja.
10:54Die Kurzgeschichten sind entstanden mit der Entwicklung der Bahn.
10:58Ja, oder?
10:59Für die Züge.
11:00Obwohl die Zeit auch für einen Roman reicht, ist es tatsächlich, ich glaube dir das.
11:05Also, davor haben Menschen eben, also, davor sind sie gerieten, und das ist sehr schwer, zu lesen beim Reiten.
11:14Ja.
11:14Du kannst gegen den Baum knallen oder so.
11:19Ja.
11:20Und der Zug war ein perfekter Ort zum Lesen, aber man wollte ja zu Ende sein, bevor man aussteigt.
11:26Und so entstand diese kurze Form.
11:29Deine Bücher liegen auch am Dortmunder Hauptbahnhof.
11:31Dein Neues zum Beispiel.
11:32Haben Sie gemerkt, was das für eine geschickte Überleitung ist?
11:34Das hat keiner Sau mitgekriegt.
11:37Das Buch, wie sage ich es meiner Mutter, in der du ihr, ja, ich würde nicht sagen, neuzeitliche Phänomene erklärst,
11:43aber du bist ja so weit.
11:44Was war das Lieblingsding, was du deiner Mutter erklärt hast?
11:53Der Sinn dieses Buches ist, was heißt erklären.
11:55Ja, richtig.
11:56Ich dolmetsche zwischen Generationen.
11:58In diesem Buch versuchen meine Kinder, wunderbare Menschen, die beide zu 20 plus sind und total enthusiastisch dabei, diese neue
12:12heile Welt, genderneutrale, ökologisch gerechte Welt aufzubauen.
12:17Und diese Kinder suchen in ihrer Umgebung nach Humboldtsundern, finden aber niemanden außer ihrer Oma.
12:25Ja.
12:25Sie versteht bloß oft nicht, was Sache ist.
12:28Ja.
12:28Was sie genau falsch macht.
12:30Und da muss ich dolmetschen.
12:31Ja.
12:31Aber inzwischen machen das die Kinder auch selbst.
12:34Mein Sohn war mit Mama sogar einkaufen jetzt bei Bioladen.
12:38Mama hat ganz viele Bioprodukte jetzt gekauft.
12:41Meine Mutter hat jetzt auf dem Tisch Himalaya-Salz stehen.
12:46Ja.
12:47Da steht auf der Packung Himalaya-Salz.
12:49Tausend Jahre lag dieser Salz in den Bergen von Himalaya.
12:55In diesem Bioladen hat das Verfallsdatum Mai 23 bekommen.
13:03Mama.
13:10Sie schaut jeden Tag, schaut Mama auf Salz.
13:18Da muss ja was passieren jetzt mit dem.
13:21Was Schreckliches.
13:23Ein Krimi.
13:24Stichwort was Schreckliches.
13:26Es ist ein harter Themawechsel, da will ich keinem was vormachen.
13:29Aber wie gehst du momentan mit der Situation um, die in Russland so läuft?
13:32Na, nach dem Beginn dieses Krieges dachte ich,
13:39der wird niemals auf dem Schlachtfeld zu Ende sein.
13:43Dieser Krieg kann nur in den Köpfen von 140 Millionen Russen gewonnen werden.
13:48Sie müssen eine Perspektive jenseits dieses fürchterlichen Regimes haben.
13:54Ja.
13:54Und da alle Journalisten weg sind, alle, im Grunde genommen,
13:58alle klugen Köpfe dieses Landes befinden sich jetzt im Ausland.
14:01Das ist eine sehr ungewöhnliche Situation dort.
14:05Also sollten diese Menschen aus meiner Sicht eine Möglichkeit bekommen,
14:10wieder zu den Russen zu reden.
14:12Weil wir können es nicht.
14:13Ich kann es auch nicht.
14:14Ich bin vor 33 Jahren da weg.
14:15Mich kennen sie gar nicht.
14:16Aber diese Menschen, die wirklich dort jeder kennt,
14:19die müssen mit dem Volk reden können.
14:23Die klugen Köpfe sind geflüchtet, weil sie das nicht mittragen können,
14:27was da vor sich geht.
14:28Und ihr habt jetzt hier in Deutschland quasi einen Internet-Radiodienst eingerichtet,
14:33der von hier aus auf Russisch die Russen darüber aufklärt,
14:37was wirklich Sache ist.
14:39Ja, genau so ist das.
14:41Und das passiert auch auf sehr vielen Kanälen.
14:43Wir haben die Zeitung Nouvelle Gazette hier, Friedensnobelpreisträger.
14:49Wir haben ECHO, wir haben etliche anderen Sender.
14:54Jetzt müssen wir schauen, wie wir einen Regimewechsel verwirklichen können.
15:00Und dass das nicht durch eine Revolution oder einen Aufstand,
15:05sondern durch eine Rechnung.
15:08Es muss für die Eliten, für die wirtschaftlichen Eliten Russlands,
15:15muss dieser Ausstieg günstiger werden als die Vorsetzung dieser verbrecherischen, kriegerischen Politik.
15:23Darum geht es.
15:25Ist das nicht?
15:28Danke, danke für eure Diskussion.
15:31So.
15:40Und da ich jetzt keine alberne Frage mehr stellen will,
15:43sage ich direkt Wladimir Kaminer.
15:45Vielen Dank.
15:46Sie sind die Geister.
15:47Danke.
15:57Wir zwei sind allerdings noch nicht ganz fertig.
15:59Ich muss aber zwischendurch was anderes machen.
16:01Kein Witz.
16:02Moderation.
16:04Von klein auf hat mich die Arbeit von Maskenbildern interessiert.
16:07Und ich habe gelernt, dass die Basis einer jeden Maske,
16:10also einer richtigen Special Effects Maske,
16:12immer darauf fußt, dass man einen Abdruck seines Kopfes oder seines Gesichtes benötigt.
16:17Das hat nur nie einer bei mir gemacht.
16:19Und dafür war ich aber jetzt bei den Damen, die auch die Masken-Effekte machen,
16:22zum Beispiel für Max Giermann und so echte Profis,
16:25habe ich mitgedreht.
16:26Gucken.
16:38Äh, Tag.
16:40Ich mache mir heute keinen Kopf.
16:42Das tun andere für mich.
16:43Ich bin nämlich hier bei Early Bird Effects im Puhlheim
16:46und wir formen heute meinen Bumms-Schädel ab.
16:49Das kann ich nicht allein.
16:51Los geht's.
16:53So, da bin ich.
16:54Was ist der erste Schritt?
16:56Rasieren, bitte.
16:57Im Gesicht?
16:58Ja.
17:00Ah, rasieren.
17:02Jetzt sehe ich wieder gleich aus wie ein sehr, sehr alter Zwölfjähriger.
17:06Aber es ist wichtig, weil wenn ich mich nicht vorher rasiere,
17:09rasiert mich später der Abguss.
17:11Weil da Haare drin hängen bleiben, dann reißt es mir das halbe Kinn mit weg.
17:14Also ab mit den Flusen.
17:16So, ich fahr mal nach Hause duschen.
17:19So, jetzt bin ich komplett nackig.
17:21Jetzt will ich hier auch mal wenigstens was ausprobieren,
17:24wenn man schon genug Fläche zur Verfügung hat.
17:34Was macht das mit ihm?
17:39Ja, das ist genau, das ist mein Style, tatsächlich.
17:45Na, das sieht ja super scheiße aus.
17:47Dann wollen wir mal.
17:50Mir sind mehrere Hektar Brust rasiert worden.
17:53Jetzt werde ich offensichtlich einvakuumiert.
17:56Das ist mein Kleid für den Wiener Opernwall.
17:59Ich glaube, so fühlt sich Einbalsamieren an, wenn man eigentlich noch lebt.
18:02Was ja unpraktisch ist fürs Einbalsamieren.
18:07Jetzt geht's los.
18:09Jetzt geht's.
18:09Auge zu.
18:10Und spannen Sie sich.
18:12Silikon benutzt man bei Abformungen übrigens,
18:15weil es unglaublich präzise das Hautbild abbildet.
18:19Und so genau wie ich's offen gestanden gar nicht haben mit 56.
18:24Kann man nicht ändern.
18:26Ab hier wird's dann schlagartig scheiße.
18:30Ja.
18:32Ich hoffe, wir lassen Sie meine Nase frei.
18:36Wenn Sie jetzt die Nasenlöcher zumachen, übernimmt Pia M. Krause die Sendung.
18:42An dieser Stelle hatte ich das erste Mal das Gefühl,
18:45dass mir fremde Leute hinten auf den Kopf koten.
18:56Hier habe ich meine erste Panikattacke.
18:58Genau an dieser Stelle.
19:00Wo ich mir denke, nur durch die Nase atmen, ist wenig.
19:06Und los geht's.
19:07Nächste Schicht.
19:10Nicht erst mal.
19:12Nie habe ich eine Berührung deutlicher gespürt,
19:15als diese Gummihardenschute Hand,
19:17die mir gerade noch ein Pfund Glipsch in die Augenhöhlen drückt.
19:23Ich habe mich zurückgezogen in meinen Gedankenpalast.
19:28Mein Gedankenpalast ist ein Wohnwagen in der Nähe von Zandvoort.
19:31Da ist nichts weiter als Barmigoreng aus dem Automaten und Fix und Foxy Comics.
19:35Aber es hilft mir, nicht verrückt zu werden unter all diesen Schichten Silikon.
19:45Ah, jetzt werde ich offensichtlich mit Scheiblettenkäse überbacken.
19:50Die äußere Gipsverschalung braucht man übrigens, damit das Silikon im Inneren in Form bleibt, wenn man das später ausgießt.
19:58Zum Beispiel auch mit Gips oder sowas.
20:02Der Gips wird warm.
20:04Man spürt das durch alle Schichten.
20:06Frage, alternatives Heizkonzept.
20:09Statt die Heizung aufzudrehen, sich einfach täglich zweimal eingipsen lassen.
20:14Der Auftrag ist fast geschafft.
20:16Ich muss dann jetzt nur noch aushärten und dann holen wir dich raus.
20:19Ich hab Watt in den Ohren, aber kann das sein, dass die Dame gerade gesagt hat, in zwei Tagen ist
20:23das ausgehärtet?
20:28Nach nunmehr 40 Minuten geht mir der Spaß an der Sache ein bisschen verloren.
20:32Ich hab mir nichts oder selten mehr gewünscht, als einen Abdruck meines Kopfes zu haben.
20:37Was lernen wir daraus?
20:39Wenn du dir was wirklich doll wünschst, ist der Weg dahin meistens ein klein bisschen Scheiße.
20:45Wir hebeln, Thorsten.
20:49Oh, sie machen die Gipsverschalung ab.
20:53Hoffentlich geht kein Gehirn mit.
20:57Ich hab's, ich hab's.
20:58Du darfst jetzt ein bisschen Mimik machen, damit sich das in deinem Gesicht schon ein bisschen löst.
21:03Hier blase ich erstmals tief in die Form rein, um Luft zu kriegen und stelle fest,
21:07wenn du mittwochs eine Abformung kriegst, ist dienstags kein Gyros-Teller.
21:11Etwas Geduld an den Ohren gleich, ja?
21:14Oh, oh.
21:15Da wird mir gerade der Sehnerv durchtrennt.
21:17Ich kann's spüren.
21:20Der Geburtsvorgang wird eingeleitet.
21:21Komm, mit dem Bild in der?
21:22Ja, okay.
21:23Oh, das wäre Licht.
21:25Fuck, ist das hell.
21:27Nee, ne Fresse.
21:28Herzlich willkommen.
21:29Genau, das ist das Thema heute.
21:31Oh.
21:31Deine Fresse.
21:32Junge, Junge, das müssen wir noch mögen, Freunde.
21:36So, drei Stunden später.
21:38Äh, Ergebnisse unter diesem Tuch.
21:40Was haben wir denn da?
21:41Dich?
21:44Zeig.
21:46Im Gottesdienst.
21:47Nein, das ist toll.
21:55Fantastisch.
21:55Ein Traum wird wahr.
21:56Das ist sowas, das wollte ich immer haben.
21:57Aus Gründen.
21:58Und freu mich.
22:00Wie krieg ich das denn weg?
22:01Wie schwer ist das Ding?
22:02Zehn, zwölf Kilo.
22:03Mhm.
22:04Danke, danke für die Anfertigung.
22:06Ich danke euch von Herzen.
22:07Sehr gerne.
22:08Sehr gerne.
22:08Ha!
22:10Zurück ins Studio.
22:12Ja.
22:13Das.
22:16Ja, ja, ja.
22:20Das ist der Kopf.
22:24Das ist der Kopf.
22:26Er sieht aus wie ich.
22:27Er denkt so viel wie ich.
22:28Und er ist wirklich wahnsinnig schwer.
22:30Und in meiner Sommerpause fang ich an, darauf zu modellieren.
22:33In meiner Eigenschaft als kleiner Hobbymaskenbild.
22:35Aber die wirklichen Profis sind heute hier vorne.
22:36Erst, steht mal auf.
22:37Ihr seid die Größten da.
22:38Early-Bird-Effekte.
22:39Da.
22:40Da.
22:42Vielen Dank dafür.
22:44Fantastisch.
22:50Pass auf, Folgendes.
22:51Bevor du gehst.
22:53Ich habe vor einigen Jahren in einer anderen Sendung,
22:55das war in einem anderen Leben,
22:57hatte ich eine Rubrik,
22:59die immer ganz besonders seltsam war.
23:01Und das waren Lokal-Nachrichten.
23:05Und ich habe mir gedacht,
23:06wenn du jemals in meine Sendung kommst,
23:07egal wann das ist, mache ich das nochmal.
23:09Und deswegen machen wir das heute nochmal.
23:11Wir machen Nachrichten aus der Region.
23:14Und zwar weltweit.
23:16Los geht's.
23:19Pass auf.
23:20Du kennst, das sind meine,
23:23die oben sind deine.
23:25Große Schrift.
23:26Das ist immer gut.
23:27Große Schrift, kannst du das, guck mal hier.
23:29Und wir lesen Lokal-Nachrichten mit dem gebotenen Ernst.
23:35Wirklich jetzt.
23:37Jeder immer abwechselnd.
23:40Nein, jetzt komm.
23:45So, warte.
23:46Radiosendung.
23:47Jingle.
24:14Berlin.
24:16Olaf Scholz sagt einer Regierungserklärung, dass er nichts mehr verabscheue, als Menschen,
24:21die Redewendungen falsch verwenden.
24:23Mit solchen Menschen, so Scholz, käme er auf keinen grünen Nenner.
24:29Der Eintritt der Duisburger Messe Epoxidkleber 23 ist nur für Besucher über 18 zugelassen.
24:39Eltern haften an ihren Kindern.
24:41Gut.
24:43Sehr schön.
24:44Ich.
24:56Texas.
24:58Elon Musks unbemannte Privatrakete.
25:00Starship ist nach vier Minuten explodiert.
25:04Musk feierte, er freut diesen aufregenden Start in den viralen Medien.
25:08Das ist zwar genauso, als wenn man mit dem Fahrrad auf die Fresse fällt und sagt, ach guck,
25:12ich bin schon da.
25:13Trotzdem, wir gönnen dem verschmitzten Milliardär seinen Spaß.
25:18Wubertal.
25:20Die Volkshochschule vermeldet, der pränatale Metallarbeiten-Kurs löten für Fötten fällt aus.
25:35Die anderen Kurse bleiben bestehen.
25:38Dienstags live schleifen begreifen, mittwochs außer Fräsen nichts gewesen und jeden zweiten
25:47Freitag schweißt die Wand an.
26:00Endlich offiziell.
26:02Kurz nachdem Freibeuter Long John Silver und sein langjähriger Partner Salazar, der Entmenschte,
26:08geheiratet haben, haben sie in Gelsenkirchen Buhe ihr Liebesnest bezogen.
26:13Damit ist die Petzalozzi Straße 6 offiziell Piratgelände.
26:20Dortmund.
26:22Westfalenhalle 1?
26:25Ja.
26:28Demotivationstrainer Roderich Schulz kommt in die Westfalenhalle.
26:32Nach seinem Erfolgsprogramm mit dem Titel Bring doch eh nix, wird er am Dienstag mit seiner
26:40neuen Show namens Lass Stecken vor Ort sein.
26:44Es gibt noch Restkarten.
26:46Laut Roderich Schulz lohnt das aber nicht.
27:02Gelsenkirchen.
27:02Der Gelsenkirchener Kfz-Hersteller Wumbold Exquisit bringt sein erstes Hybridauto auf den
27:08Markt.
27:09Sobald der Wagen leer ist, springt der Wagen auf Elektro, um die Tankanzeige mit Licht
27:13zu versorgen.
27:14Der ist vielleicht zu verkopft, aber komm, egal.
27:18Deutschland.
27:20Preisanstieg.
27:21Aufgrund der immens gestiegenen Inflationsrate kostet Aschlecken rasieren jetzt 4,20 Euro.
27:30Sehr schön.
27:39London.
27:41Heute ist der Prozess gegen die vier Bochumer gestartet, die auf einer Sotheby's Versteigerung
27:45für sakrale Wertgegenstände versucht hatten, nicht nur gefälschten Altarschmuck, sondern
27:51auch das Kamener Kreuz zu verkaufen.
27:54Es fiel auf, als ein chinesischer Geschäftsmann den Zuschlag erhielt bei 9 Euro.
28:00Du bist da.
28:03Dortmund.
28:04Eine Studie hat ergeben, dass hochintelligente Menschen häufiger zum Fluchen neigen.
28:11Vermutlich stimmt die Kacke sogar.
28:16Berlin.
28:18Olaf Scholz schließt Verhandlungen mit Russland aus.
28:21Das, so Scholz, hieße Eulen vor die Säue werfen.
28:25Dankeschön.
28:27Vielen Dank.
28:27Das war ganz gut.
28:29Dankeschön.
28:30Jingle.
28:47Und jetzt willkommen zurück bei Aktivix, der Rubrik über sprachliche Totalschäden,
28:54in der einem im Stirnlappen alle Airbags aufgehen.
28:57Obwohl, heute ist es keine Formulierung, die ich blöd finde.
29:00Es ist eine, die ich nicht verstehe.
29:03Und zwar dramatisch nicht.
29:06Seit Jahrzehnten.
29:08Beispiel.
29:09Dein 82-jähriger Nachbar erzählte nebenbei im Treppenhaus, er habe auf einer Butterfahrt
29:14einen Shetland-Pony gewonnen.
29:16Und das wäre letzte Woche zugestellt worden.
29:18Und jetzt steht der kniehohe Plautz im Gaul den ganzen Tag mit hochgezogenen Augenbrauen
29:22in Nachbars 35 Quadratmetern und will entertaint werden.
29:24Man kennt das.
29:26Sonst galoppiert er es in Ellipsen wiehernd nachts durch die Küche oder atmet ihm ins
29:30Gesicht, wenn er schläft.
29:32Da habe ich dann gesagt, hui, macht der Kollege viel Dreck.
29:37Und der Nachbar hätte alles antworten können.
29:39Ja, nein, geht.
29:41Oder ich wünsche nicht, darüber zu sprechen.
29:42Aber er sagte, frag nicht nach Sonnenschein.
30:00Was ist mit Sonnenschein, sagte ich.
30:03Ich will nicht darüber reden.
30:04Ja, aber ich habe doch nicht nach Sonnenschein gefragt.
30:05Was ist mit dem Pony?
30:06Frag nicht nach Sonnenschein.
30:08Ich verstehe, was er meint.
30:09Das ist umgangssprachlich.
30:11Frag nicht.
30:12Aber warum?
30:14Wer hat das erfunden?
30:15Es ist sehr rätselhaft.
30:17Vielleicht stammt es aus einer uralten Notiz auf der Tischplatte eines uralten Hauses mit
30:22folgendem Text.
30:24Lieber Freund, ich möchte mich noch einmal bei dir für die erquicklichen Gespräche der
30:29gestrigen Nacht bedanken.
30:31Bedauerlicherweise bin ich tagsüber geschäftlich verhindert und kann dir deswegen keine Gesellschaft
30:35leisten.
30:36Es steht dir natürlich frei, dich innerhalb der Burg umzusehen.
30:40Allerdings ist dieses Gebäude sehr alt und es gibt bedeutend mehr Gänge und Türen,
30:44als man meinen mag.
30:45Viele von ihnen sind verschlossen und das aus gutem Grund.
30:49Falls du das Bedürfnis verspürst, dich zu erfrischen, in der obersten Schublade der
30:53Anricht in deinem Schlafgemach findest du vier Duschmünzen.
30:58Teile sie dir gut ein.
31:01Ich freue mich sehr darauf, heute Nacht unsere Gespräche fortzusetzen.
31:05Du kannst, was immer auf dem Herzen hast, dann vorbringen.
31:07Aber eines bedenke, frag nicht nach Sonnenschein.
31:13Beste Grüße, Dracula.
31:25P.S.
31:27Das WLAN-Passwort ist fünf.
31:31Quatsch, ich weiß nicht woher es kommt.
31:33Vielleicht, aber auch nur vielleicht ist der Ausbruch auch noch älter und ein Überlieferungsfehler.
31:39300 vor Christus.
31:41Griechenland.
31:43Sparta.
31:44Die Praxis von Dr. Leonidas ist schon morgens um sieben Rappel voll.
31:49Der erste Patient ist kein Unbekannter.
31:52Orestes, was führt dich zu mir?
31:54Ich bräuchte mal einen Tag Krankschreibung.
31:57Ach ja, warum dies?
31:58Ich habe eine Axt im Kopf.
32:01Ja, das sehe ich.
32:02Aber was führt dich jetzt konkret zu mir?
32:05Naja, ich habe eine Axt im Kopf.
32:07Ja, ist sie geliehen?
32:08Musst du die zurückgeben oder was?
32:10Nicht direkt.
32:11Ich komme, weil ich finde, dass es irgendwie weh tut und auch alles vollblutet.
32:15Wirst du jetzt empfindsam auf deine alten Tage?
32:19Ja, nee, aber ich fände es schon irgendwie angebracht bei diesem klaffenden Ding.
32:22Für einen Tag so einen gelben, also vielleicht so einen Schweig.
32:25Nur die harten Spartiaten kommen in den Garten.
32:27Hör mal Leonidas wegen dem Frach.
32:29Nicht nach Sonnenschein.
32:32Nein, doch nicht.
32:34Hätte er sein können.
32:51Nein.
32:53Ehrlich gesagt habe ich es zwischendurch gegoogelt.
32:56Es geht und es die Wahrheit auf einen alten Schlager zurück von einer Frau namens Margret Führer.
33:00Hübsch.
33:011961.
33:02Und dieser Schlager hieß, frag nicht nach Sonnenschein und frag nicht nach Mondenschein und kikriki.
33:09Seltsam.
33:09Seit wann gehen Texte aus Schlagern in den allgemeinen Sprachgebrauch ein?
33:13Das gab es ja wohl noch nie.
33:15Ja gut, außer jetzt bei ein bisschen Spaß muss sein.
33:17Das ist Wahnsinn.
33:17Heute auf die Pauke und geh doch zu Hause, du alte Scheiße.
33:20Aber sonst nicht.
33:23Meistens ist der deutsche Schlager ja eher destruktiv.
33:26Ein Bett im Kornfeld ist ja mittlerweile ordnungswidrige Sperrmüllentsorgung.
33:31Und bei Es fährt ein Zug nach nirgendwo sagt man auch nicht mehr nirgendwo, sondern Duisburg.
33:35Aber es ist trotzdem schön, der Sache einfach mal auf den Grund gegangen zu sein.
33:41Und das war nicht das Einzige.
33:43Ich habe nämlich doch noch mit meinem Nachbarn reden können.
33:45Er und das Shetland Pony haben sich jetzt buchstäblich zusammengerauft.
33:49In einer Woche kommt der Gips ab.
33:51Mittlerweile hat er das Tier ins Herz geschlossen.
33:54Und zu meiner Frage damals.
33:56Ja, macht ordentlich Dreck das Tier.
33:59Kackt jeden Tag vier Eimer und oft am Eimer vorbei.
34:02Und jetzt?
34:05Und weil die Nachbarn sich wegen des Lärms beschweren, bekommt es auch Rufe aus Frottee.
34:09So, weißt du?
34:10Aber jedenfalls wissen wir jetzt, woher Frag nicht nach Sonnenschein kommt.
34:13Und zusätzlich noch, wieso man Sachen sagt wie einen vom Pferd erzählen.
34:17Vielen Dank.
34:18So.
34:20Weiter.
34:28Ein weiterer Kracher ist die jetzt kommende Rubrik, von der ich echt nicht weiß, was passiert.
34:33Denn sie wird präsentiert von Tino Bommelino mit seiner Rubrik Tino Bommelino.
34:37Und meiner kompletten Ahnungslosigkeit.
34:40Ich habe keine Ahnung, was er diesmal vorbereitet hat.
34:42Und das ist kein Fernsehtrick, das ist nichts als die reine Wahrheit.
34:45Hier ist Tino Bommelino.
34:59Ich habe eine Präsentation mitgebracht, die heißt die beliebtesten Hobbys.
35:05Das ist einfach eine Liste mit Hobbys, die ganz viele Leute jeden Tag total gerne machen.
35:11Und falls jemand ein Hobby sucht, kann er sich da was aussuchen und findet ein bisschen
35:16Spaß dabei.
35:19Erste Aktivität, die ganz viele Leute total gerne machen, ist sich Sorgen machen.
35:26Also das größte Problem, was man haben kann, ist, wenn man eines Tages merkt, fuck, ich
35:31habe mir zu wenig Sorgen gemacht.
35:33Es sind Leute vor der Tür, die sagen, wo sind ihre Sorgen, wir brauchen 350 Kilo.
35:38Und so, ah scheiße.
35:39Deswegen mache ich die gerne auf Vorrat und sogar Reserve-Sorgen hier.
35:46Und wenn ich die alle gemacht habe, dann denke ich so, boah, hoffentlich reichen die.
35:52Oh Mann, hat ihm das jetzt gefallen oder fand er das blöd?
35:56Der guckt immer so.
35:57Ich weiß nie, was in seinem Kopf vorgeht.
36:01Wenn es so weitergeht, frage ich ihn heute nicht, ob er mein Papa sein will.
36:05Du du du du.
36:0711.000 Treter.
36:09Wann bin ich wieder dran mit Reden?
36:12Paffee, Paffee, Paffee, Paffee.
36:16Was total viele Leute gerne machen, ist ein Grollhegen.
36:21Ja, also.
36:25Jeder trägt so kleine Grollbeer mit sich rum.
36:28Aber was wird oft ein Fehler gemacht und zwar werden die oft vernachlässigt.
36:32Wenn man sich da nicht drum kümmert, dann gehen die ein.
36:35Und deswegen empfehle ich, sich da einfach fünf Minuten am Tag Zeit zu nehmen.
36:40Einfach so, sich den so ein bisschen so gießen, so mit Hass.
36:44Dann kann man so denken, boah, ich hasse den Eugen so.
36:47Und der Groll dann so, ja, das ist geil.
36:50Und dann gedeiht der.
37:00Was total, was auch eine richtig schöne Aktivität ist, ist sich über Dinge ärgern, die man nicht kontrollieren kann.
37:06Also, da kann man sich irgendwas aussuchen.
37:08Es gibt sehr viele Dinge, die man nicht kontrollieren kann.
37:10Man kann zum Beispiel so einen Piepmatz nehmen.
37:13Dann guckt man sich so den Piepmatz an und dann sagt man so, oh, der Piepmatz da!
37:23Warum piept der nicht?
37:26Wenn der nicht piept, dann ist es ja nur ein Matz!
37:33Aber statt dem Piepmatz kann man jetzt auch andere Dinge substituieren.
37:37Man kann zum Beispiel auch denken so, oh, der bügelt meine Hose falsch!
37:43Das ist doch ne Idee.
37:46Was viele Leute auch total gerne machen, ist Leuten zu sagen, dass sie lächeln sollen.
37:51Und ich finde, das wird aber nicht zu Ende gedacht.
37:53Also, was man eigentlich machen müsste, ist, sag, lächel doch mal.
37:56Und wenn die dann lächeln, dann hält man so den Augenkontakt und sagt so ruhig, aber bestimmt, mehr.
38:07Noch mehr!
38:10Jaaaa!
38:14Und es ist einfach schön, wenn man anderen ne Freude machen kann.
38:30Und das letzte Hobby, was viele haben, das ist, ne Gurke als Haustier halten.
38:36Oh Gott!
38:40Also, das funktioniert so, man kauft sich ne Gurke und dann trinkt man die so nach Hause,
38:44und dann legt man die so in den Kühlschrank und dann isst man die nie.
38:48Also, die liegt dann so im Kühlschrank und dann geht man, so über Wochen geht man immer wieder so zum
38:52Kühlschrank
38:53und macht den so auf und sagt, na, du kleiner Racker!
38:57Hast gedacht, ich ess dich, hm?
39:00Kann aber auch liebe Dinge sagen zum Beispiel.
39:03Es ist einfach schön, einen Lebensgefährten zu haben, bis einer von uns weich und tot ist.
39:11Sehr, sehr schön.
39:12Das ist wirklich...
39:15Es ist dieses absolut...
39:21Tino Bommelino!
39:24Tino Bommelino!
39:26Tino Bommelino!
39:28Tino Bommelino!
39:38Tino Bommelino!
39:41and it's called, today, the Kasperle Theater.
39:47You need, here not in the picture, a piano,
39:50so a little bit of a bread with a Fenster and a forehead,
39:53which can make the kids' hands dirty,
39:56while they're both sides out.
39:58And, of course, the poop.
40:01Kasperle, Seppel, the police, the police,
40:04the crocodile and the devil,
40:05the German Suicide Squad.
40:10I don't know how it's coming.
40:12It was, my researches,
40:13in Wien, when you thought,
40:16for a serious Kinderpuppenspiel
40:18you needed to take care of them,
40:19the Satan, the light-manish Mützen-Manfred
40:23and his Kumpel, the Dödel,
40:25as it was.
40:27In the improvisation works,
40:30the children were always about it,
40:32that the Krokodil
40:34in Auftrag des Teufels,
40:35the Oma, the Portemonnaie,
40:37was then from Kasper,
40:39dem Fificus,
40:40bemerkt wurde,
40:40der daraufhin den Polizisten kontaktierte,
40:43der dann den strohdoofen Seppel verdächtigte,
40:46was natürlich Quatsch war,
40:47und dann kam der Story-Twist.
40:50Die Oma und das Krokodil
40:51hatten zu Zeiten der Prohibition
40:53ein Geschäft zusammen
40:53und verkauften unter der Ladentheke
40:56selbst gebrannten Klosterfrau Melissengeist,
40:58was nebenbei bemerkt
40:59eine sehr seltsame Annahme
41:00für eine Klosterfrau ist,
41:01und das Krokodil
41:03hatte aus der Währungsumstellung
41:05von Reichsmark in Sanifairbons
41:06noch nicht verjährte Restansprüche
41:08und die dann des Nachts
41:10in dem nach Streuselkuchen duftenden Bums
41:11der Großmutter weggepfändet.
41:13Unbemerkt allerdings,
41:14und ob das jetzt egal war oder nicht,
41:16das sollte ein Anwalt entscheiden
41:17und deswegen kam dann jetzt auch
41:18direkt der Teufel
41:19und sagt,
41:19hallo Leute,
41:20für mich ist das rechtlich,
41:21eine Grauzone.
41:22Kann man verurteilen,
41:23muss man aber nicht.
41:24Und Seppel sagt,
41:24wir müssen ihn du nennen.
41:26Und der Teufel erwidert,
41:27ich hab so viele Namen.
41:28Satan, nenn mich Dad.
41:30Und dann beginnt Kaspar
41:33mit so einer Art bunten Knüppel
41:34dem Krokodil auf den Kopf zu hauen.
41:36Und dann will der Polizist
41:37mit seinem Knüppel eingreifen,
41:38merkt aber noch im letzten Moment,
41:39hier geht's gar nicht um Braunkohle
41:41und stellt sich wieder in seine Ecke.
41:42Seppel
41:44macht sich inzwischen Bier auf,
41:45die Oma fällt in Ohrmacht,
41:46der Teufel lacht,
41:47das Krokodil geht zum Häuten ins Badezimmer
41:48und Kaspar ist der Letzte.
41:50Im Überblick behält vermutlich,
41:51weil er eine Mütze trägt,
41:52dann explodiert alles.
41:55So ungefähr.
41:56Der Klassiker.
41:58Nee, ernsthaft jetzt.
41:59An sich ist das Kasparle Theater
42:00der letzte große Sport
42:01jenseits des Digitalen.
42:03Ein Winterabend,
42:04die Kinder sitzen auf Decken,
42:06Tante Gudrun krabbelt ächzend hinter die Bühne,
42:09fummelt ihre Hände in den filzernen Darmausgang der Puppen
42:11und erzählt eine große spannende Geschichte
42:13von Freundschaft und Moral.
42:15Und das alles ohne WLAN.
42:16Und deswegen ist es wahrscheinlich auch kurz vorm Aussterben,
42:19nehme ich an.
42:19Und das müsste gar nicht sein.
42:20Man müsste nur Puppen und Geschichten
42:22ein bisschen modernisieren.
42:24Der Polizist bleibt,
42:26wird aber ab sofort von Kindern bedient
42:27und erklärt der Großmutter,
42:28dass man Fremden kein Geld an der Tür übergibt,
42:30ganz egal, wer angerufen hat.
42:33Das Krokodil erklärt,
42:34dass man keine digitalen Filter
42:35oder gelieftete Fressen braucht.
42:36Man kann auch mit Schuppen eine coole Sau sein.
42:39Der Teufel fliegt raus, ist zu archaisch.
42:42Stattdessen gibt es eine Friedrich-Merz-Puppe
42:43mit Propellerflugzeug.
42:44Der Seppel.
42:54Der Seppel bleibt, den wir jetzt immer geben.
42:56Und den Kasper macht wie üblich.
42:58Ich nehme mich an.
42:59Und ich erkläre der Großmutter,
43:01dass man auch Friedrich Merz
43:02kein Geld an der Tür übergibt oder komm.
43:04Der Teufel bleibt.
43:06Ist einfach ein zu starker Charakter, finde ich.
43:08Er ist der Geist, der stets verneint.
43:09Und hat zu viele gute Tipps.
43:10Der sagte zum Beispiel in Faust,
43:12zuerst musst du sie glauben machen,
43:15dass deine Kunst viel Künste übersteigt.
43:17Und deswegen glaube ich,
43:17habe ich auch diese Sendung,
43:19die übrigens jetzt vorbei ist.
43:22Das Teufel auch.
43:23Vielen Dank.
43:24Hier ist nochmal Wladimir Kaminer
43:25und Tino Bommelino.
43:27Und das war's.
43:29Ja.
43:30Ja.
43:31Kaminer.
43:32Tino Bommelino.
43:34Rücke ein.
43:35Ja.
43:35Wir wollen.
43:36Wir wollen.
43:37Wir wollen.
43:37Wir wollen.
43:38Ich weiß nicht, wo das Licht ist.
43:41Bravo.
43:43So.
43:43Wir wollen.
43:44Ja.
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