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00:00That's the biggest thing.
00:03Hollywood
00:05calls Mareike
00:07and Chaka.
00:10You think the mother is not fit?
00:13But I tell you,
00:15she is fit.
00:30My dear and dear, welcome to Captain Sinner.
00:33For today's guest, I bought a great car out there.
00:36And now I'm going to go through the Zauberkugel.
00:40As a child, the Mini-Playback-Show was my absolute favorite.
00:45Is to, there's something just happened.
00:48I really like the moderator and entertainer Mareike Amado.
00:56Hi, hi, Captain!
00:59Worauf ist sie stolz? Palm oder Bayern?
01:02Und kennen sie ihre Playback-Kinder noch?
01:05Michelle Mabel.
01:08Michelle!
01:08Was höre ich denn für eine vertraute Stimme?
01:11Oh Gott.
01:12Und hier muss man auch noch hoch.
01:14Jawoll.
01:16Ist die Lücke fest.
01:18Das ist unsere Zauberkugel hier.
01:20Ich hab dich.
01:21So, wir müssen Sport noch machen hier, die Dame.
01:24Chaka!
01:25Vorsicht mit der Lampe hier.
01:26Nicht, dass du gegenlöst hast, dass du gleich den Platz wohnst.
01:28Schätzchen!
01:29Du brauchst mich noch im Fernsehen.
01:30Wir brauchen dich noch.
01:33Ich zieh mal mein Ding aus.
01:34Du siehst sehr, sehr gut aus.
01:36Danke.
01:36Das weißt du aber auch, ne?
01:38Ja, ich hab mich gut gehalten.
01:39Ich hab mich gut gehalten, Junge.
01:42Schön angezogen hier.
01:43Chaka!
01:44So, find ich gut.
01:47Du kennst die Sendung ja.
01:49Ja.
01:49Find ich gut.
01:50Ich find's ne gute Sendung.
01:51Und ich finde, dass du ein guter Mensch bist.
01:53Und...
01:53Danke.
01:54Ich finde du auch.
01:55Das wollen wir trinken.
01:56Ich habe ein bisschen Prosecco für dich.
02:00Da bist du dabei.
02:01Da bist du dabei.
02:02Maik, hast du gedient?
02:04Nein, das gab es damals nicht.
02:06Was?
02:07Ich bin in einer friedlichen Nachkriegszeit geboren.
02:10Und die Niederlander hat gesagt, wir haben keine Armee.
02:12Wir haben sowieso schon verloren.
02:15Da brauchst du nicht mehr zu dienen.
02:18Gab es kein Militär in der Niederlande?
02:20Doch, wir sind doch auf Fahrräder gekommen.
02:23Auf Fahrräder?
02:24Ja, die Deutschen kamen und dann kamen die Holländer auf drei Fahrräder.
02:28Und haben gedacht, sie könnten die ganze deutsche Armee aufhalten.
02:32Bist du Niederländerin oder bist du Holländerin?
02:34Nein, ich bin ne echte Niederländerin.
02:36Du bist ne richtig.
02:36Du bist nicht in der Provinz Holländerin auf dich.
02:39Das sind die Nettesten.
02:40Das Nettesten.
02:40Wo bist du geboren?
02:42Tilburg.
02:42Wo ist das?
02:43In Brabant.
02:44Ah, in Brabant, ja.
02:46Ja, in Brabant, Limburg.
02:48Im Süden von Holland.
02:49Dort, wo die Carnivors-Leute leben, der Humor ist, das Leben, das Genießen und alles, was schön ist.
02:59Und dann hast du beschlossen, Holland zu verlassen?
03:01Ich habe, naja, ich habe erstmal studiert in Amsterdam und dann bin ich nicht mit dem U-Boot, aber ohne
03:12Handy, ohne Computer durch die ganze Welt gereist.
03:16Als Reiseleiterin.
03:17Und ich war in Asien, Afrika, ich war Spezialistin von buddhistischen und hinduistischen Tempeln, alle Götter und alles musste ich
03:28die Leute erklären, die Pflanzen, die Bäume.
03:31Dann bin ich nach Afrika und habe in Senegal die Club Alniana aufgemacht, dort wo die Glücklichen wohnen. Heißt das
03:43auf Wolof. Und dann bin ich nach Südamerika. Dann bin ich nochmal nach Spitzbergen, Grünland. Dann bin ich in den
03:52Amazonas, Südamerika.
03:54Nicht im Ernst. Dann bin ich in 1977 mit der ersten deutschen Gruppe in die Antarktis gefahren.
04:03Du warst in der Antarktis?
04:05Ja. Und stell dir mal vor, Windstärke 10, ein ganzes Schiff mit kotzenden Leuten, alles meine Neckarmänner. Und wer ruft
04:16an? Rudi Carell. Ob ich seine Assistentin werde in am laufenden Band.
04:23Da guckst du aber, ne? Prost. So ist es gegangen.
04:27Warte mal. Das war zu schnell. Warte mal. Also, du hast für Neckarmann gearbeitet. Für Neckarmann, das war ja das.
04:34Gibt es Neckarmann noch? Nein.
04:35Nein. Neckarmann macht es möglich.
04:37Das weiß ich noch. Genau. Neckarmann macht es möglich. Die sind aber, das sind deutsche Reiseunternehmen gewesen.
04:41Ja.
04:42Und die haben dich, du hast dann aus Holland, aus Niederlande beschlossen, rüber zu gehen nach Deutsch?
04:46Nein, ich nicht. Ich habe Edelsteinkunde studiert.
04:51Edelsteinkunde. Ja. Und dann sagte mein Chef damals von einer der größten oder berühmtesten Schmuckläden in Amsterdam, Mareike, hör zu,
05:01da hast du noch viel zu viel Leben in dich.
05:03Du kannst dich nicht so in so einem kleinen Geschäft mit der Tür zu und du musst raus in die
05:08Welt.
05:08Und da hat er mir eine Nose gezeigt. Guck mal, die suchen bei Neckarmann in Frankfurt, suchen die Reiseleiter.
05:16Und dann hat er schon ein Zugticket gebucht für mich. Ich kriegte drei Monate Salär mit, weil er hat gesagt,
05:23ich unterstütze dich am Anfang ein bisschen.
05:25Ja, und dann haben die mich genommen.
05:27Das ist immer ein cooler Typ.
05:28Ja, super netter Mann. Und der lebt nicht mehr, aber war damals schon ein alter jüdischer Herr. Und der fand
05:35mich einfach das Größte. Und wir haben ihm immer Karten geschrieben, überall wo ich war.
05:39Amin.
05:40Da habe ich ihm das geschickt. Jetzt bin ich in Thailand, jetzt bin ich in Nepal. Und er fand das
05:45alles großartig.
05:47Reiseleiterin, ich glaube, in der Zeit war das ein Traumberuf, ne? Also ich meine, man ist ja nicht so wie
05:52heute einfach mal so irgendwo hingekommen. Da, wo du warst, war in der Zeit schon extrem.
05:56Es war ein Abenteuer. Wir wussten nicht, wo wir hinfahren. Also es gab nirgendwo ein Google, wo man mal eben
06:05checkt und wo liegt Kathmandu.
06:09Du, nein, das musstest du. Du flogst nach Kathmandu und musst mal sehen, wie du da fertig wirst.
06:14Mit der Reisegruppe?
06:16Mit 45 Neckis.
06:18Deutsche Neckis, die Kohle hatten. War das teuer?
06:22Ja, das war damals sehr teuer. Also für eine große Reise nach Indonesien oder so bezahlte man so rund 20
06:30.000 D-Mark.
06:3120.000 D-Mark?
06:33Ja.
06:33Da ist das ein Jahresgehalt für die Leute gewesen.
06:36Ja, aber das waren Leute, die hatten hart gearbeitet. Wollte einfach auch nochmal ein Stückchen Welt sehen, bevor die gehen.
06:44Und dann sahen die mich. Und ich habe sie rumgeführt. Also es war eine großartige Zeit.
06:49Denn ich habe auch Dinge entdeckt, die noch keiner wusste. Also Torajaland zum Beispiel war eine Bevölkerung, das sind Animisten.
07:00Die wohnen in Zentral-Syllabus. Und das gehört noch zu Indonesien. Und da bin ich einfach mit meinen 45 Leuten
07:10hin. Da gab es keine Hotels. Da gab es nichts. Ich wusste auch gar nicht, wo ich hinfahre.
07:14Und die hatten solche Dayak-Häuser. Und wir mussten die dann alle unter den Leuten verteilen. Morgen bin ich wieder
07:23da. Dann kommen wir alle wieder zu Busch und so. Also das war das reinste Abenteuer. Also man wusste nicht,
07:31wohin man geht und was man tut.
07:33Wo war es am schönsten?
07:36Also damals fand ich schon Indonesien. Aber da war natürlich auch eine holländische Verbindung.
07:42Und meine Großmutter hat es. Ihre Vorväter kommen aus Indonesien. Und damals war Bali noch nicht touristisch. Also da hattest
07:54du noch wunderschöne, traumhaft schöne Ecken, wo ich dachte, das ist wirklich ein Fleckchen gewesen, wo ich weggegangen bin.
08:03Und da habe ich richtig geweint und habe gedacht, vielleicht sehe ich das nie wieder.
08:07Ja. Ja? So.
08:09Wie sind die Deutschen so immer aus dem Land?
08:12Willst du es wirklich wissen?
08:14Ja. Danach frage ich, wie die Niederlande so machen.
08:16Wir sind hier in Südindien. Also, ich will ein Bier und ein Schnitzel. Gibt es nicht. Also hier haben die
08:24Leute kaum was zu essen.
08:25Wir wollen aber ein Bier und ein Schnitzel haben. Ich habe gesagt, kriegen die leider nicht.
08:30Nee, ich habe die schon erzogen.
08:32Hast du?
08:33Ja, weil die haben auch keine Sprachen gesprochen. Die konnten kein Englisch.
08:37Das waren wie 45 Kinder im Bus. Und die haben immer Mama gefragt, wo es hingeht und wo es lang
08:44geht. Ja, und ich habe das dann schön begleitet.
08:47Du warst gut ausgebildet, ne? Man konnte in den Niederlanden damals schon gut Englisch sprechen, ne? Genauso wie heute.
08:51Es war...
08:51Sieben Sprachen.
08:53Sieben Sprachen? Sieben kannst du? Ach nein, was sprichst du alles?
08:56Französisch, Englisch, Italienisch, Spanisch. Und Schweizerdeutsch kann ich aussprechen. Und Deutsch.
09:06Deutsch, deutsch und holländisch. Wow. Und Englisch natürlich.
09:11Aufregende Zeit, ne? Schöne Zeit.
09:13Würdest du gerne wieder zurück als Reiseleiterin arbeiten?
09:16Ja, da hätte ich heute nicht mehr diese Geduld.
09:18Sind schräge Sachen passiert? Sind Leute gestorben?
09:20Ja.
09:21Immer ernst?
09:22Ja, ja. Man nannte mich in Frankfurt auch Katastrophe-Lili.
09:26Nein.
09:26Ja.
09:27Warum?
09:27Weil immer einer abkratzte, ne? Also, oder war immer mal ein Herzinfarkt oder ein Darmverschluss. Oder, ähm, ja, also, ich,
09:38oder da war ich gerade auf dem Schiff und da ist einer, so, dann mussten wir die wieder in eine
09:43Eiswanne legen. Ja, man konnte sich wieder über Bord schmeißen. Also, es sind bei mir einige, einige haben ihre letzte
09:50Stunde erlebt und mir. Ja. Ja, jetzt kann ich drüber lachen, aber es war natürlich nicht so lustig.
09:56Und Antarktis? Das war toll.
09:59Aber ich hatte mal ein Gast an Bord, das war ein Amerikaner, in der Antarktis und, äh, sein größter Wunsch
10:08war, wie Neil Armstrong den ersten Schritt auf den Mond gemacht hat, wollte er den ersten Schritt in der Antarktis
10:17machen. Und er hatte ein Smoking ab, ein richtiges Smoking mit schwarzen Lackschuhen.
10:25Und ich sollte ihn in ein Tenderboot setzen. Ich hab den an Land gebracht. Der hat wirklich nur einen Schritt
10:32gemacht und ist wieder in den Tenderboot zurück und war der nur an Bord geblieben. Aber das war für ihn
10:38so ein, so ein, so ein, so ein wahnsinniges Erlebnis. Einmal in der Antarktis, dieses Gefühl von Neil Armstrong auf
10:47dem Boot. Also, solche Bekloppten hab ich gehabt.
10:49Ja. Und inzwischen ruft der Oberbekloppte an, Rudi Carell.
10:53Ja, hallo, mit Rudi. Ja, ich bin Rudi Carell. Es war kurz vor Weihnachten. Ich hab gedacht, irgendwie in Holland
11:01will mich jemand verarschen.
11:03Du kannst abstellen, wenn du willst.
11:04Denn, ich sag dir, wir hatten so ein, so ein, ähm, das ging doch mit Mörsenzeichen, ne? Wir hatten nicht
11:11mal eben Telefon und so. Kurz lang, kurz lang, kurz lang war dat.
11:15Und, äh, den nannten wir auch kurz lang, kurz lang, diese, diese Offizier, die dat machte. Und er sagte, Rudi
11:22Carell versucht, dich zu erreichen.
11:25Und dann hab ich so, Rudi Carell, ich sitz in der Antarktis. Also, sowas von Bäm mit kurz lang, kurz
11:31lang. Also, ich hab gesagt, ja, hab keine Zeit.
11:33Also, kurz vor Weihnachten. Ich dachte, irgendwie, jemand lädt mich rein. Und das hat er fünfmal gemacht. Fünfmal hat er
11:41versucht, mich dort zu erreichen.
11:43Und dann hab ich irgendwann am fünfte, ich sag, wer sind Sie eigentlich, ja? Und kurz lang, kurz lang musste
11:49das dann alles hier so, tschick, tschick, mit Mörsenzeichen machen.
11:52Und dann hat er geschrieben, dass ich, also, ob ich, ähm, seine Assistentin werden will in einem laufenden Band.
12:01Und ich sag, wie kommst du dann auf mich? Und da war ein Dieter Klaar, der war DPA-Journalist.
12:09Und der, äh, hat ihm erzählt, weil er machte mit mir so, so ein, äh, so eine Dokumentargeschichte.
12:18Äh, Holländerin geht in die Antarktis mit Deutschen und, äh, mal gucken, ob sie überhaupt zurückkommt, so ungefähr.
12:25Und dann hat er gesagt, Rudi, da sitzt eine Holländerin, die tanzt, singt, springt, macht alles und tut alles für
12:33die Neckis.
12:34Also, das ist was für dich. Und so bin ich zum Deutschen Fernsehen gekommen.
12:38Was für eine schöne Geschichte, ja, wirklich.
12:41Bin ich auch stolz drauf.
12:43Was haben deine Eltern gesagt?
12:44Ja, also, ich hab natürlich meine Eltern, die hab ich kaum gesehen in dieser Phase.
12:49Und dann hab ich auf einmal geschrieben, ich komme bald, weil ich bin im Deutschen Fernsehen.
12:55Da haben die gar nichts mehr verstanden.
12:56Und wir hatten noch so Fernseher, die man so schieben konnte, ja.
13:00Und die ganze Familie, also meine Großeltern, meine Tanten, äh, meine Eltern, meine Geschwister, alles saß rund um dieses Fernsehen,
13:11weil sie wollte natürlich sehen, wie ich im Deutschen Fernsehen auftrete.
13:17Und nach ungefähr 35 Minuten sag ich mir, ey, wir haben sie immer noch nicht gesehen.
13:21Und auf einmal kommt so ein Hand im Bild, ja.
13:25Und ich musste Rudi irgendwie das bringen, zum Beispiel, Rudi, na.
13:29Und da sagst du meinem Vater, ja, das ist, äh, das ist der Hand von Mareike.
13:35Mir war ich nicht sichtbar, als Assistentin.
13:38Dafür kam ich ganz aus der Hand, aktiv.
13:41Oh, um wirklich so einen blöden Job, du.
13:44Zum Gott.
13:45Was gab's?
13:46Ja, das war scheiße.
13:48War nicht gut bezahlt?
13:49Nein, wie, du musst dir vorstellen, ne.
13:52Ein Studio mit nur Männer.
13:55Mit nur Männer.
13:57Das waren alles nur Männer.
13:58Es waren keine Frauen.
14:00Keine Kabelträgerinnen, keine Kamerafrauen, nicht in der Moske waren Frauen, nicht in der Reduktion waren Frauen.
14:07Nur Männer und ich mit noch zwei Frauen.
14:12Wir waren drei Assistentinnen.
14:14Um den Herren alles zu bringen, was sie haben wollten.
14:19Das war das deutsche Fernsehen damals.
14:21Hat sich schon was getan.
14:23Hat sich was getan?
14:24Ja, ein bisschen.
14:25Ich schwöre dir, wenn du Mini-Playback-Show machen würdest, dann würden auch Mini-Playback-Shows wieder da alles wie
14:29früher.
14:29Aber nur für ein, zwei Folgen.
14:30Dann muss wieder was anderes händeln.
14:32Nein, Mini-Playback-Show würde in der heutigen Zeit, müsste man das anders machen.
14:37Aber die Zeiten haben sich auch verändert.
14:40Die Positionen der Kinder haben sich verändert.
14:42Man hat damals, wobei es war nicht viel, aber es gab eine Medienschelte quasi aus dem Bundestag von einer, ich
14:52glaube es war eine Abgeordnete, eine Ministerin, die gesagt hat, die Kinder werden dort sexualisiert.
14:56Und das ist eine Katastrophe.
14:57Ja, das haben sie gemacht. Eine war Sonderschullehrerin, später Gesundheitsministerin. Und ich kann nicht sagen, dass sie mir das Leben
15:06Freude gemacht hat.
15:08Denn ich habe Dinge erlebt in dieser Phase. Kai und ich, mein Sohn Kai, der war damals ganz klein, der
15:16wurde von der Schule geschmissen, vom Kindergarten.
15:20Ein Junge von so einer bösen Mutter, die das im Fernsehen macht und so. Wir hatten Morddrohungen. Ich habe auf
15:26dem Berg gelebt in Österreich mit meinem Sohn sechs Monate.
15:31Wir sind richtig geflüchtet. Wegen dieser Sache?
15:35Wegen dieser Sache. Also das war nicht mal so im Spaß, was ich da erlebt habe.
15:40Also ich war alleinerziehende Mutter. Ich hatte nicht einen starken Kerl neben mir.
15:45Und was mich damals sehr gestört hat, man hat mich alleine kämpfen lassen.
15:50Und ich bin auch zu dieser Frau Schmidt gegangen und sagte, warum machen Sie etwas, was schön ist, kaputt?
15:56Ja, warum tun Sie es in eine Schublade, wo es nicht hingehört?
16:01Und das war keine schöne Zeit. Aber ich habe immer gesagt, ich kämpfe weiter.
16:06Das passierte alles so in 1993. Aber ich kämpfe weiter, weil die Kinder haben diese Sendung verdient.
16:13Ich sage, es gibt aus dieser Zeit eigentlich niemanden, der nicht weiß, wer du bist.
16:17Nee, das Schöne ist, dass sie jetzt, meine Kinder von damals, sind jetzt alle Männer wie du.
16:25Und dann laufe ich durch Köln und da kommen so zwei Meter Männer.
16:29Das ist nicht dein Ernst?
16:30Zwei Meter Männer.
16:31Und ich sage, Mareike, du hast meine Jugend verschönert.
16:34Und dann weiß ich, dass ich was Gutes gemacht habe.
16:36Ach, ich will.
16:37Ja.
16:38Frau Amado, kurze Fragen, kurze Antworten.
16:41Ach.
16:41Du kennst es ja.
16:43Wie machst du Urlaub?
16:45Äh, ich mache jetzt Urlaub am Tegernsee.
16:49Am Tegernsee?
16:50Ja, ich liebe die Tegernsee.
16:52Wie schön.
16:52Und ich habe alles gesehen auf dieser Welt, auch Palmen und Gedöns.
16:57Also, jetzt bleiben wir beide Bayern, ne?
17:0120 oder 60 Jahre alt sein?
17:0360 Jahre.
17:04Tatsächlich?
17:05Ja.
17:05Warum?
17:06Weil ich finde, wenn ich von meiner Jugend ausgehe,
17:11dieser ganze Weg zu dieses Selbstbewusste, Offene, Starke,
17:16das braucht seine Zeit, braucht seine Entwicklung.
17:19Und wenn man 60 ist,
17:21da hat man glücklicherweise die Wechseljahre hinter sich.
17:24Die kann man schon mal.
17:26Und alles.
17:27Und dann kann man sich so schön,
17:29so schön relaxed und klar äußern.
17:33Das ist gut.
17:34Dann freue ich mich schon drauf, dass ich 60 werde.
17:35Ja, es ist ein schönes Alter.
17:37Dann schrägst du einen Nebenjob.
17:38Was für ein Ding?
17:39Ein Nebenjob.
17:40Was hast du gemacht als Jugendliche?
17:42Hast du gearbeitet oder bist du direkt Uni-Edelsteine und dann Reiseleiterin?
17:47Nein, nein.
17:48Also, früher hieß es ja in jeder Familie,
17:51wenn wir in Urlaub gehen, bezahlst du aber deine eigenen Extras.
17:55Tatsächlich?
17:56Ja.
17:56Oder wenn ich zum Beispiel ein Kleid haben wollte,
18:00muss ich das selbst verdienen.
18:03Und wir haben dann am Samstag Altersheime,
18:06Essen getragen, rumverteilt.
18:09Sonntags auch.
18:10Ich habe in den Schulläden gearbeitet, Schulladen gearbeitet.
18:13Ich habe bei Metzgerei gearbeitet, Hundeknochen eingepackt.
18:17Ich bin durch alles durch.
18:20Bis ich zu Rudi Carell kam.
18:21Bis du zu Rudi Carell gekommen bist.
18:24Wie erkennt man eine gute Kinderfrau?
18:27Ja, das ist für mich sehr problematisch.
18:29Du hattest einige, ne?
18:3115.
18:3215?
18:33Ja, das war...
18:33Du hast den Jungen alleine großgezogen?
18:36Ja.
18:36Ganz alleine?
18:37Und wenn du dann über Nacht mal weg musst,
18:39dann bist du abhängig von anderen.
18:41Und da hatte ich nicht immer diesen guten Durchblick.
18:45Warum?
18:46Das weiß ich nicht.
18:48Also, es kamen Menschen auf meinen Weg,
18:50die sich anders präsentiert haben,
18:52als sie waren.
18:53Die Schlimmste war eine Kanadierin.
18:55Die hatten wir auch.
18:57Die hatte ich wie eine Freundin aus Amsterdam.
18:59Und ich sagte, ja, ich weiß nicht,
19:01ich will nach Deutschland und die ist gut.
19:03Und die kam bei uns und die hat,
19:05ist mit Kai, der Kai war ja damals noch klein,
19:08so drei oder vier oder drei,
19:11weil er saß noch in so einem Wegelchen,
19:12zwei oder zwei, drei.
19:14Und dann ging die nachts mit Kai durch die Kneipen,
19:18wenn ich nicht da war.
19:20Also Kai ist so heute,
19:21er sagt, ich kenne das Leben.
19:23Ich habe alles gesehen.
19:28Bist du eine strenge Großmutter?
19:30Bist du schon Großmutter?
19:31Ich bin noch kein Großmutter.
19:32Willst du Großmutter werden?
19:34Oh ja.
19:34Oh nein, der setzt das Kind nicht unter Druck.
19:37Weißt du, was ich gemacht habe bei Grill den Henssler?
19:40Nein.
19:40Da war ich mit Kai in der Sendung.
19:43Das erste Mal, dass er im deutschen Fernsehen war.
19:46Und was, sein Tier ist noch ledig,
19:48habe ich dann gesagt.
19:49Der Hart, der war,
19:51ich mache das nie wieder, hat er gesagt.
19:52Ich gehe nie mehr mit dir in den Fernsehen.
19:55Wofür gibst du zu viel Geld aus?
19:58Zu viel Geld aus?
20:00Also früher gab ich zu viel Geld an Klamotten aus.
20:02Mache ich jetzt nicht mehr, finde ich alles Quatsch.
20:05Ich gebe zu viel Geld aus an meinen Garten.
20:08Garten?
20:09Ja, ich liebe Pflanzen.
20:11Ich habe ein Refugium aufgebaut an Pflanzen und Blumen und Bienen und alles Mögliche.
20:18Ach, wie schön.
20:19Man denkt immer, meine Generation Boomer macht nichts.
20:22Aber komm mal in meinen Garten gucken.
20:24Also da investiere ich gerne Geld und meine Tiere.
20:29Ja, meine Hunde.
20:30Bist du denn eine gute Unternehmerin?
20:32Nein.
20:33Nein.
20:34Oh nein, das heißt, du musst noch Geld verdienen.
20:36Nein, ich brauche nicht echt noch Geld zu verdienen,
20:39aber ich muss noch Geld verdienen.
20:42Ja, natürlich, ich habe viel verloren.
20:44Ich habe viel zu viele Menschen vertraut,
20:47die auch in meinen vier Wänden lebten.
20:52Und die haben einiges mitgenommen.
20:55Du hast ein Buch darüber geschrieben?
20:56Ja, Mr. Big.
20:57Über den Herrn?
20:58Ja, bescheuert machen, intimidieren, negieren, kleinieren und eliminieren.
21:03Wenn wir das zusammenfassen, ist es eigentlich ein Heiratsschwindler?
21:09Ja, er wollte nicht heiraten.
21:11Es ist in ihm ein Narzisst gewesen.
21:14Ein Narzisst, der, er lebt übrigens nicht mehr,
21:19darum rede ich nicht gerne über ihn.
21:21Okay.
21:21Weil er ist schon gestorben.
21:24Aber Gott hat ihn schon geholt.
21:26Gott hat ihn selig.
21:29Woran erkennt man denn solche Menschen?
21:31An den Schuhen.
21:32Was heißt an den Schuhen?
21:33Du hast ihn nicht an.
21:34Du bist keiner.
21:35Welche?
21:36Nein, nein, Quatsch.
21:37Ich kann aber diese Typen, selbstliebende, doch etwas,
21:44meistens haben sie so Wildlederschuhe an mit so einem goldenen Ding drüber, weißt du?
21:49Oh.
21:51Hast du diese?
21:51Ja, natürlich.
21:55So wildleder, mit einem goldenen Ding drüber.
21:56Die kannst du gleich wegschmeißen.
21:57Bist du generell denn so ein leichtgläubiger Mensch, der auf sowas reinfällt,
22:02oder ist das einfach so eine Lebensphase von dir gewesen, wo du einfach nicht aufmerksam warst?
22:06Wenn du lange alleine bist, ja, wenn du lange, ich habe jahrelang mit Kai,
22:14Kai war damals schon zwölf, aber ich habe die zwölf Jahre alleine durchgezogen.
22:18Und wenn man dann mit zwölf, auf einmal, wo er zwölf ist, jemanden kennenlernt, wo man denkt,
22:25wow, das ist aber ein toller Hecht, weil die sind super charmant.
22:31Und ich denke, na, da kommt der Prinze auf das weiße Pferd vor der Tür.
22:36Von, von, von, äh, ja, so ein Albtraum nachher.
22:42Richtige, von, von, von, von Supertraum dann in den Albtraum.
22:47Und jetzt, und wenn, du bist natürlich das perfekte Opfer.
22:52Wenn du hungrig bist, bist du das perfekte Opfer für so jemand.
22:56Und wenn du dann auch noch erfolgreich bist, dann bist du finanziell gesehen auch das beste Opfer.
23:03Und damals, in die Zeit, in die 90er, wurde, existierte das Wort Narzisst nicht so in unserer Umgangssprache, wie das
23:14heute ist.
23:15Es kann jeder Mensch passieren, die sich nicht mal mit diesem Thema auseinandergesetzt hat.
23:19Dass du auf Menschen reinfällst für so viele Jahre?
23:23Ja, weil die sind, ja, ich wohnte nicht zusammen, ne?
23:26Wir wohnten nicht in einem Haus.
23:28Wir haben auf Abstand gelebt, nur am Wochenende, kann man schon mal weniger sehen.
23:33Aber es sind gute Schauspieler, perfekte Schauspieler.
23:38Und natürlich kriegt man Bauchwarnungen, ne?
23:41Frauen haben ja ein gutes Bauchgefühl und kriegt man viel Warnungen.
23:45Pass auf, auf die, das stimmt was nicht.
23:47Und dies, aber die sind so professionell, dass die einem das dann auch Sekunde später wieder ausreden.
23:54Und dieses Schuldgefühl eher bei dir ist, als bei ihm.
23:59Und, ja, was soll ich sagen?
24:01Es ist eine Erfahrung im Leben gewesen, die nicht schön war, aber auch aus nicht schönen Dingen,
24:07wird man ein Mensch, die man heute ist.
24:09Und ich möchte noch eine schöne Zukunft haben.
24:12Was möchtest du denn noch machen?
24:13Also, ich möchte noch ein paar Dinge auch für Frauen machen auf dieser Welt.
24:18Ich baue mit jemandem gerade eine sehr schöne Mädchenschule in Ghana, in Kumasi.
24:27Das finde ich ein sehr schönes Projekt.
24:29Du bist seit vielen Jahren sehr engagiert, mit viel Herz in Sachen Frauenrechte, Kinderrechte.
24:39Also, du hast quasi...
24:40Ich habe auch eine Maternität im Senegal.
24:43Eine Geburtsstation.
24:45Und wo ich damals im Senegal war, habe ich gesehen, ich finde die senegalesische Frauen so großartig.
24:52Eine wahnsinnige Power und Kraft strahlen die aus.
24:55Und ich habe gesehen, dass die Frauen damals von der Casa Maus nach Dakar, das waren doch wohl zwei Tage
25:03mit dem Bus.
25:04Und da war in Dakar die einzige Möglichkeit, wenn es Komplikationen in der Schwangerschaft gab, dass sie da geholfen wurde.
25:11Und ich habe Frauen, die an dem Straßenrand gestorben sind, die durch die Komplikationen und diese Buschreise nicht überlebt haben.
25:19Und da habe ich gesagt, wenn ich irgendwann mal zu Geld komme, dann will ich diese Frauen nicht vergessen.
25:24Und dann habe ich in 1996 zusammen mit der UNESCO eine Maternität gebaut, also eine Kindergeburtstation.
25:36Und das Schöne ist, dass wahnsinnig viele Kinder da geboren sind im Laufe der Jahre.
25:44Und in Senegal wird man ja geboren, in eine Gegend.
25:49Und da muss man auch so das auch in den Namen tragen.
25:53Also das heißt Mareika Amado Maternité, heißt das.
25:57Und jetzt laufen überall von den kleinen Mädchen rum im Senegal, die heißt Mareika.
26:02Das sieht deine Ahnung.
26:03Ja, ja.
26:03Ist das süß.
26:04Also das sieht man, man braucht manchmal nur ganz kleine Dinge zu machen.
26:10Aber es ist ein Tropfen auf dem heißen Stein.
26:13Aber alles bringt was.
26:16Alles, auch die kleinsten Tropfen, bringt eine Veränderung.
26:19Wo hast du das her, dass du gesagt hast, wenn ich mal zu Geld komme, möchte ich das an andere
26:25weitergeben, damit ich damit Menschen helfe?
26:28Aus meiner Welt reisen, denke ich.
26:31Also diese Konfrontation, wenn man aus dieser engen Bubble kommt, wo man geboren ist und dann in die Welt guckt,
26:39was es alles gibt,
26:41dann kriegt man irgendwie so ein Gefühl, wir sind alle auf diesem Planeten und uns soll es alle gut gehen.
26:50Irgendwie ist da bei mir so ein Gefühl entstanden, dass, ja, warum soll man sehr viel Geld haben?
26:57Man kann auch weniger Geld haben und auch mal was weggeben.
27:02Das heißt aber, RTL hat ganz schön gut bezahlt damals, ne?
27:05Nein, für 9 Millionen, ah, Frauen natürlich wieder.
27:08Frau nicht.
27:08Tatsächlich?
27:09Nein.
27:11Nein.
27:12Ich habe echt, ich glaube, ich war die Billigste.
27:14Ist das so?
27:15Ich hatte auch wieder so ein scheiß Management, weil sie das falsch rauskam.
27:19Ich wusste gar nicht, was man fragen kann.
27:21Ich habe keine Ahnung.
27:23Also heute, weißt du, was das Problem ist in Deutschland?
27:26Keiner spricht über, was man verdient.
27:29Ja.
27:30Ja, damit kann man nie abgleichen, ob es gut ist.
27:33Was hast du denn verdient damals? Weißt du das noch?
27:36Das ist, wie es ist.
27:39150.000, ähm, 150.000 D-Mark.
27:45Immerhin haben die dir D-Mark gegeben und keine Bulden.
27:47Ne, 300.000 D-Mark, 150.000 D-Mark habe ich übrig behalten.
27:51Natürlich, wegen der Steuer, ne?
27:53Ah, 300.000 hast du bekommen, 150.000.
27:56Wow, das war bei den 90ern ganz schön viel Geld.
27:59Nein.
28:00Was?
28:00Das ist 75.000 Euro für 36 Sendungen.
28:06Du hast recht, für das, was du gemacht hast mit den Zuschauern und der Reichweite, sind 300.000 D-Mark
28:12nicht besonders viel gewesen.
28:13Nee, nee, nee.
28:14Das ist wahr.
28:15Und nicht in der Zeit, wo die goldene Zeit des Fernsehens und das Geld einfach nur so floss mit Werbung
28:19und was weiß ich was.
28:20Ich hatte fünf Werbeblocks in der Sendung.
28:22Ja, von so viel Minutes haben die kassiert.
28:25Also, eigentlich ist der Halle von RTL gehört mir.
28:30Ich muss da noch mal hinterher.
28:34Abschlussfrage.
28:35Er ist ja auch nicht mehr unter uns, aber wie war er denn, der Rudi?
28:39Schwierig.
28:40Schwierig.
28:40Ja, weißt du, ich kann mir irgendwie schon vorstellen, es war auch eine andere Zeit.
28:47Also die Männer hatten große Autorität.
28:50Er hatte so ein perfektionistischer Ader für die Unterhaltung.
28:56Alles war bis in den kleinsten Kleinigkeiten durchprobiert.
29:01Jeder Gag musste 50 Mal geprobt werden.
29:06Und wenn jemand nicht pariert hat, dann konnte er ganz schön lästig sein.
29:11Aber er hat Deutschland sehr viel Unterhaltung gebracht und schöne Erinnerungen an große Shows.
29:19Und das respektiere ich sehr, wenn du so weit in dein Leben gekommen bist, dass du die Menschen zu Hause
29:28wieder umbiegen kannst in eine andere Stimmung.
29:32Also wenn du die Qualität hast, dann verzeiht man vieles.
29:37Du bist ein toller Gast gewesen, danke.
29:39Danke.
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