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Kurzfilme
Transkript
00:29Untertitelung des ZDF, 2020
00:57Untertitelung des ZDF, 2020
01:00Schlechtes Management mit geschönten Bilanz
01:01Das sollte wohl in der Textilindustrie auch nicht anders sein
01:04Die Sache drängt
01:06Spätestens in einer Woche muss die Firma Althofer dicht gemacht sein
01:08Wann können Sie anfangen?
01:10Gleich morgen früh, Frankfurt, Augsburg schaffe ich in drei Stunden
01:12Das heißt, wenn ich neben Stau stecken bleibe
01:14Wie, Sie fahren mit dem Wagen?
01:16Mein Wagen ist mein Büro
01:17Ich bin sozusagen der letzte Ritter der Landstraße
01:20Raubritter
01:21Rauben?
01:23Das übernehmen schon die Banken für mich
01:24Wenn ich auf dem Hof einreite, Herr Doktor
01:26Ist meistens nicht mehr viel zu holen
01:28Ich verlasse mich auf Sie
01:30In einer Woche habe ich dem Aufsichtsrat zu berichten
01:33Und ich möchte nicht für den maroden Kunden
01:34Meines Vorgängers gerade stehen müssen
01:37Zeigen Sie, dass Ihr Geld wert sind, Herr Unger
01:39Und rufen Sie mich umgehend an
01:41Wenn Sie die Firma in Augenschein genommen haben
01:42Mache ich
01:43Ach, und noch etwas
01:45Lassen Sie sich nicht einwickeln von den Althofers
01:48Die werden Rotz und Wasser heilen
01:49Das bin ich gewöhnt, Herr Doktor
01:52Ja, dann ist ja gut
02:04Es wird nicht gehen, Mann
02:05Ich weiß nicht, wie lange das Nauerträgeln aufgeht
02:08Jetzt schau nicht so
02:09Es wird schon nicht so schlimm werden
02:11Warum hat es Dr. Anschütz dann so eilig mit der Untersuchung?
02:14Jetzt mach dich doch nicht verrückt
02:16Frau Schreber hat es auch erwischt an der Galle
02:18Und dann?
02:19Krebs
02:21Ich muss los, Mami
02:22Sonst verpasse ich den Zug
02:23Ich rufe dich an, sobald ich klar sehe
02:40Ich bin aber schon im Augsburg
02:42Jetzt sei nicht unflexibel, Waltraud
02:44Flexibilität ist die einzige Konstante in unserem Geschäft
02:46Also, verleg alle Termine auf nächste Bord, ja?
02:50Keine Ahnung, wie lange
02:51Aber Firmen dieser Größenordnung
02:52Habe ich in der Regel in ein, zwei Tagen im Griff
02:54Okay?
02:56Moment, Moment, Waltraud
02:57Nicht so schnell, nicht so schnell
02:58Und schick Regina ein Strauß
03:00Ja, Frau Stolver
03:01Tja, was weiß ich
03:03Rosen
03:04Oder such du was aus
03:05Weil ich sie versetzt habe
03:07Wir sollten heute mit ihren Eltern golfen
03:09Okay, und bestellen wir ein Zimmer
03:10Egal wo
03:12In dem Café ist gerade irgendeine Textilmaschinenmesse
03:15Ich rufe dich an, sobald ich klar sehe
03:17Okay?
03:19Friedrich Althofer Textilwerke Augsburg
03:21Wie das schon klingt
03:22Wie Anno dazu mal
03:23Na, kein Wunder, dass die pleite sind
03:24Also, Waltraud
03:26Drück mir die Daumen
03:27Okay
03:29Tja
03:30Dann zeig mal, was du kannst
03:31Mein Junge
03:43Ich bin mit Herrn Althofer verabredet
03:44Mit welchem?
03:46Wir haben drei Althofer
03:47Senior, Junior 1 und Junior 2
03:49Keine Ahnung, hier steht nur Althofer
03:50Junior 1 ist da, Roland Althofer
03:52Und wen darf ich melden?
03:53Ungar von der Industriekredit Frankfurt
03:55Ich bin sicher, er weiß, wo er ist
03:56Entschuldigung
03:56Ich bin eh schon so spät dran
03:58Und ich habe noch keinen Betriebsausweis
04:00Dann sind Sie Helene Tschern
04:03Lena, bitte
04:04Und zu spät am ersten Tag
04:06Ja, ich habe den Zug verpasst
04:07Sie sollen zu Frau Stangel kommen
04:09Chefetage in der Verwaltung
04:12Ja, also
04:13Ja, also ich würde sagen
04:13Sie machen jetzt einfach das Ding da hoch
04:15Und wir ersparen uns die Formalitäten, ja?
04:29Frau Stangel, Ihre Loyalität
04:32Um nicht zu sagen Affenliebe zu meinem Vater in allen Ehren
04:35Aber ich bin der Kaufmännischdirektor dieses Wahnsinnsbetriebs
04:38Nicht mein Vater
04:39Und wenn uns die Mailänder am ausgestreckten Arm verhungern lassen sollten
04:43Und eventuell 30.000 laufende Meter bei der Konkurrenz ordern sollten
04:46Dann muss ich das wissen, bevor wir sie auf Halde produzieren
04:48Verstehen Sie das?
04:51Also Sie suchen jetzt alles raus da, was mich betrifft
04:55Und legen es bei mir auf den Schreibtisch
04:57Haben wir uns verstanden, Frau Stangel?
04:59Ich bin über 50, aber nicht taub
05:02Ihr Herr Vater hat Ausdrücken
05:04Mein Herr Vater ist auf der Messe
05:06Und schafft es hoffentlich bei Bruckmeier
05:07Zahlungsaufschub zu kriegen
05:08Außerdem in seinem künstlerischen Chaos
05:11Da wird er wohl kaum was vermissen
05:12Und gar nicht so was Belangloses wie Auftragsbestätigungen
05:15Übrigens
05:16Die Bestätigung Berlin fehlt auch
05:21Guten Tag
05:22Grüß Gott
05:31Frau Czerny
05:32Es geht um Ihren Vertrag, nicht?
05:34Ja
05:35Ja, das tut mir leid
05:36Der Chef ist auf der Textilmaschinenmesse
05:38Er ist nicht mehr dazugekommen, ihn abzuzeichnen
05:39Sie werden sich etwas gedulden müssen
05:41Ja, also Geduld gehört jetzt nicht gerade zu meinen Stärken
05:43Und hier, Czerny, mein Name ist auch falsch getippt
05:46Fehlt ein Z
05:46Also Frau Czerny, ich würde sagen, Sie melden sich jetzt erstmal bei Emma Martinix
05:50Sie wissen, wo Sie die finden?
05:51Klar, Atelier
06:02Zweiter Stock
06:03Großaufträge
06:05Maschinen
06:06Auch hier neuesten Datums
06:08Offenbar voll ausgelastet
06:10Allgemein sauberer Eindruck
06:12Die Mitarbeiter wirken alt eingesessen
06:14Und scheinen zu wissen, was läuft
06:20Entschuldigung
06:21Was soll das werden, wenn es fertig ist?
06:24Das ist eine digitale Webfehlerkontrolle
06:26Das geht von hier direkt in den Computer
06:28Ah ja
06:29Das kann man natürlich auch komplett neu in Japan kaufen
06:32Aber gewusst wie?
06:34Irgendwie kommen Sie mir so bekannt vor
06:38In meinen Körper lasse ich nur Wasser und ein Bier von Mayabea
06:43Ha
06:44Die Werbung hängt doch manchmal in der Stadt
06:46Ich bin Landesmeister über 100 Meter Freistil
06:49Jan Lederracht
06:50Ja, verstehe
06:52Und warum arbeiten Sie denn hier bei Althofer?
06:55Ja, weil ich dem alten Althofer alles zu verdanken habe
06:58Das Training und so
06:59Ich kann halt auch kommen und gehen, wann ich will
07:01Was machen Sie hier?
07:03Ich
07:03Das scheint ja ein ganz schön schlauer Job zu sein, hm?
07:07Hm, das täuscht
07:08Einmal nicht aufgepasst
07:10Und alles ist futsch
07:11Ha
07:12Ich muss weiter
07:13Ja, ja
07:16Wir haben hier über 500 verschiedene Garne
07:19Manche sind schon sehr alt
07:21An den Schrank darf nur ich, kapiert
07:24Kapiert
07:25Gut
07:25Und alles immer schön an dem Platz zurück, von dem du es geholt hast
07:28Weil sonst können wir hier dicht machen
07:31Und das wollen wir ja nicht, oder?
07:32Auf keinen Fall
07:33Wo ist denn das her, aus der Fredermaus?
07:36Dieses Kleid hat die Callas
07:381962 in der Oper in New York
07:41Ach, wie heißt sie noch gleich?
07:42Metropolitan
07:43Genau
07:43In der Rolle der AI dargetragen
07:46Entschuldigung
07:47Ja
07:47Und ein Amerikaner lässt sich das rund 20.000 kosten, dass wir die Mottenlöcher flicken
07:5420.000 Dollar
07:56So, und damit kannst du gleich mal anfangen
08:00Wo hast du eigentlich gelernt?
08:02Äh, bei meiner Mutter
08:03Ja
08:04Ich auch
08:05Ja, du, dann setze dich mal hier rüber und
08:08Ja
08:09Wollen wir mal sehen, was du kannst, hm?
08:11Ja
08:12Oh, ich hab mich wohl in der Tür gehört
08:16Ähm, Verzeihung
08:20Wir waren das, kennst du den?
08:22Äh, keine Ahnung
08:24Äh, ich müsste mal wahnsinnig dringend aufs Klo, darf ich?
08:26Ja, aber natürlich
08:31Es gibt ja auch sowas ähnliches wie eine Restaurierungsabteilung
08:34Fast gespenstisch, mit Kostümen von Anno da zu malen
08:37Das schreibst du natürlich nicht
08:38Sagen Sie, was machen Sie da eigentlich?
08:40Diktieren
08:41Und was soll in dieser Kittel?
08:43Vorhin an der Pforte haben Sie gesagt, Sie sind von der Bank
08:45Berufsgeheimnis
08:46Darf man mal fragen, wer Sie sind?
08:49Berufsgeheimnis
08:49Sie sind von der Industriekredit
08:50Hat die Firma irgendwelche Probleme?
08:53Ich will Ihnen Ihren neuen Job ja nicht vermiesen
08:55Aber an Ihrer Stelle würde ich mich nach was anderem umsehen
08:58Noch Fragen?
09:01Äh, Waltraud, wo war ich stehen geblieben?
09:03Ach ja, offenbar scheint es der Firma ja ganz gut zu gehen
09:06Man hat eine zusätzliche Kraft eingestellt
09:08Ja, in der Restaurierungsabteilung
09:11Eigene Farberei
09:14Augenscheinlich voll ausgelastet
09:15Auch hier bestätigt sich der Gesamteindruck
09:18Solide Sorgfalt
09:19Fachkräfte mit Spezialkenntnissen
09:21Keine Billiglohnhilfskräfte
09:23Prima
09:26Und jetzt vorsichtig beim Vernehmen
09:28Diese alten Stoffe brechen leicht
09:31Am besten Sie machen es mit der Hand
09:32Keine Angst, ich passe schon auf
09:39Darf ich mal sehen?
09:41Bitte
09:43Gar nicht schlecht für den Anfang
09:45Tja, gelernt ist gelernt
09:51Hallöchen, schöne Frau
09:53Raus
09:56Vielleicht nehmt ihr euch den Gobelin vor, zu zweit
09:59Emma, willst du mich denn nicht mal deine neue Erwerbung vorstellen?
10:02Du, also entweder du verschwindest jetzt
10:04Oder ich werde den Herrn Wieland informieren müssen
10:08Lena Tschern, unser Star
10:10Er glaubt, weil er 100 Meter unter 55 Sekunden schwimmt
10:14Sei er unwiderstehlich
10:15Stimmt doch, oder?
10:17Also, zumindest hat er keine Minderwertigkeitskomplexe
10:20Was ist denn das?
10:21Martinek ist der Herr Wieland
10:23Emma, lass es doch
10:26Du, das ist ein Restaurierungsatelier
10:28Und kein Ball für einsame Herzen
10:31Unten bei euch laufen die Maschinen wieder falsch
10:33Und wir dürfen es ausbessern
10:34Ja, ja, ich gehe ja schon
10:37Also, wenn es dir bei der Frau Martinek nicht mehr gefällt
10:39Du kannst jederzeit bei mir anfangen
10:42Ja, ich gehe ja schon
11:10Ah
11:12Du lieber Himmel, wie oft soll ich Ihnen das noch sagen?
11:15Herr Althofer hat keinen Termin mit einem Herrn Unger.
11:19Und jetzt entschuldigen Sie mich bitte.
11:21Florian Unger.
11:23Unger, ja?
11:26Regine, ich...
11:27Hast du die Rosen nicht?
11:29Ich meine natürlich die Chrysanthemen.
11:31Okay, die Tulpen.
11:33Was soll ich machen?
11:34Ich kann es mir nicht leisten, mitten in der Woche kleine weiße Bälle in noch kleinere Löcher zu schießen.
11:39Reginchen, ich weiß doch, dass die Löcher größer sind.
11:42Regine, du, ich rufe dich wieder an, ja?
11:45Ich bin gerade mitten in der Besprechung.
11:48Danke.
11:49Könnten Sie mich bitte, Herrn Althofer, die Junior 1, avisieren?
11:55Florian Unger, Diplom-Volkswirt Frankfurt?
11:58Im Auftrag von Dr. Lausitz, Industriekredit Frankfurt.
12:02Ach, Industriekredit.
12:03Ja, Herr Althofer hat zwar gerade ein Feingespräch, aber ich will mal sehen.
12:08Weil ich dein Bruder bin und weil ich dich kenne, seit du Mama und Papa sagen kannst.
12:12Soll es heißen, dass du verpennt hast, dass die Mailänder mit der Konkurrenz ins Bett gehen?
12:16Weil ich mich gewundert habe, dass der Auftrag noch nicht bestätigt war.
12:20Und wie ich anrufe, da wollen die vom Auftrag gar nichts mehr wissen.
12:22Ja, warte mal, bleib da ran.
12:24Ja?
12:24Von der Industriekredit.
12:26Von Merkel?
12:28Blausitz, sagt er.
12:29Ja.
12:31Pass auf, ich muss Schluss machen, da ist jemand von unserer Bank.
12:34Also, ich würde sagen, du setzt dich jetzt sofort in dein pubertäres Fortbewegungsmittel und kommst hierher.
12:38Wir müssen reden, verstehst du?
12:39So kann es einfach nicht weitergehen.
12:40Nein, Vater ist von morgens bis abends auf der Textilmaschinenmesse.
12:45Aber vielleicht erreichst du ihn heute Abend.
12:46Mach's gut.
12:51Oma.
12:52Herr Oma?
12:53Entschuldigen Sie bitte mein unangemeldetes Erscheinen, aber dieser Annäherungsversuch an unser gemeinsames Problem hat sich in der Vergangenheit immer bewährt.
13:00Problem?
13:02Direktor Merkel?
13:03Der ist leider nicht mehr für Sie zuständig.
13:06Er, wie soll ich das sagen, ist Opfer seines familiären Stils geworden.
13:10Ein gewisser junger Hotshot namens Dr. Lausitz hat seinen Stuhl übernommen.
13:14Und wie das dann nur einmal so ist.
13:16Neue Besenkernen, eben anders.
13:19Darf ich?
13:20Ach so, Entschuldigung, ja, ja.
13:21Frau Stangel, eine Tasse Kaffee, die vielleicht für Herrn Unger.
13:27Schwarz, bitte, mit zwei Löffeln Zucker.
13:32So, machen wir es kurz.
13:34Herr Althofer, soviel mir bekannt ist, sind Sie der kaufmännische Direktor dieser Firma.
13:40Sie können Zahlen lesen, nehme ich an.
13:42Das hier sind die Zahlen.
13:46Ja, das ist unsere Bilanz.
13:48Richtig, es fehlen 18 Millionen Mark.
13:52Das sind langfristige Investitionen, die Rektor Merkel und Herrn Falter haben.
13:57Herr Althofer, bitte.
13:57Die alten Herrschaften haben das all die Jahre gemütlich bei einem netten Essen im Ratsker
14:02so untereinander mal ausgeschnapselt.
14:04Das läuft nicht mehr.
14:06Zahlen, Herr Althofer.
14:08Die jungen Herren Manager, die in die Chefetagen vorrücken,
14:10die glauben nur an Zahlen.
14:12Plus und Minus.
14:13Die guten alten Zeiten sind leider vorbei.
14:17Ich bin beauftragt, Ihre Firma zu liquidieren, Herr Althofer.
14:24Sagen Sie mal, wissen Sie überhaupt, mit wem Sie es hier zu tun haben?
14:27Die Friedrich-Althofer-Textilwerke Augsburg sind seit über 100 Jahren eine Institution
14:31in dieser Stadt.
14:32Liquidieren Sie, müssen von allen guten Geistern verlassen sein.
14:37Das ist keine Makulatur.
14:39Jede Zahl steht für etwas.
14:40Wir haben investiert hier in Deutschland, nicht in Polen oder in Portugal.
14:44Hier in Deutschland.
14:4518 Millionen, was ist das schon?
14:46Bitte, Herr Althofer.
14:49Ich bin von der Bank bevollmächtigt, bei Ihnen kommissarisch die Entscheidung zu treffen,
14:52bis eine für beide Seiten befriedigende Lösung gefunden ist.
14:56So, und als erstes schlage ich einen allgemeinen Investitions- und Einstellungsstopp vor.
15:01Zweitens ein Meeting der gesamten Geschäftsleitung,
15:03spricht den Anteilseignern der Firma, Familie Althofer.
15:05Und drittens möchte ich gern mit dem Prokuristen sprechen.
15:08Und am besten vorgestern.
15:09Sie, Sie, jetzt nicht, Frau Stangl, Sie!
15:12Arrogantes Arschloch, ignorant, rücksichtsloser Sanierer.
15:16Bitte, bitte, bitte.
15:17Denken Sie, was Sie wollen.
15:18Dafür werde ich bezahlt, Herr Althofer.
15:20Und nicht schlecht.
15:21Dafür, dass ich die Wahrheit sage.
15:24Jeder Mensch neigt dazu, sich was in die eigene Tasche zu lügen.
15:27Ich bin hier, weil irgendwer versagt hat, Herr Althofer.
15:30Weil irgendwer ein blühendes, alteingesessenes Unternehmen in den Keller gefahren hat.
15:35Und nicht, weil es mir Spaß macht.
15:36Die Fakten, bitte.
15:38Klarheit.
15:40Ja, das tut weh, ich weiß.
15:43Aber eins verspreche ich Ihnen.
15:44Ich bin kein Fuzzi von der Bank.
15:46Ich mache hier nur das, was ich für richtig halte.
15:49Also bitte, Herr Althofer, überzeugen Sie mich.
15:51Nicht mit sentimentalen Firmengeschichten.
15:53Auch nicht mit getürkten Zahlen.
15:55Mit Plänen, Visionen.
15:57Mit aller Zukunft.
15:59Aber Sie verstehen doch gar nichts von der Branche.
16:02Nein, das ist wahr.
16:04Ich kann Trevira nicht von Nylon unterscheiden.
16:07Aber ich glaube immer noch daran, dass hinter Zahlen Menschen stehen.
16:11Nicht immer zum Vorteil der Zahlen.
16:13Aber manchmal doch.
16:22Ich bin's, Faltrat.
16:23Hast du ein Zimmer für mich?
16:26Wo?
16:26Ja, und wo soll es sein?
16:28Na gut, für eine Nacht soll es mir nicht drauf angucken.
16:33Bescheiden geht's mir wie sonst.
16:35Alles Weitere kannst du dir dann beim Tippen reinziehen.
16:37Aber heul nicht.
16:38Ich werfe das Tep auf dem Weg zum Hotel ein, ja?
16:42Und dann, versuch Dr. Lausitz auch nicht bei mir.
16:45Der soll sich bei mir melden.
16:47Und zwar vorgestern.
16:49Wie?
16:50Ja, da hast du dir ja was geleistet.
16:52Wie kommst du eigentlich auf Tulpen?
16:54Weil Tulpen sowas Degeneriertes haben, wie sie immer in einer Vase rumhängen.
16:58Ja, schon gut.
17:00Regine wird sich beruhigen.
17:02Frau Stolper.
17:03Hoffe ich.
17:04Also, wie heißt das Hotel nochmal?
17:07Gibt's nicht.
17:08Egal.
17:10Ziegelstadel wird ja wohl nicht so schwer sein.
17:12Ich melde mich wieder.
17:36Lena?
17:40Die Frau Stangl hat eben angerufen.
17:42Du sollst rüberkommen in die Verwaltung.
17:44Wieso denn jetzt?
17:45Ich verstehe das auch nicht.
17:47Einstellungsstopp hat sie gesagt.
17:52Du, lass dir das nicht gefallen.
17:55Keine Angst.
17:59Und da.
18:01Hier.
18:02Was ist mit dem Posten?
18:03400.000.
18:04Liegen die auch unverkauft im Keller?
18:10Herr Konze, bitte erklären Sie mir das.
18:13400.000 als aktiver Buchen, das ist...
18:17Ihr Vater.
18:18Und der Direktor Merkel.
18:20Das machen doch alle, hat er gesagt.
18:24Ich mach Schluss für heute.
18:26Falls irgendwas Dringendes sein sollte, zum Beispiel, dass die Firma abbrennen sollte,
18:29oder Direktor Merkel wieder erwarten, doch noch zurückrufen sollte,
18:32ich bin drüben in der Villa.
18:36Was ist denn bloß passiert?
18:39Das machen wir doch schon jahrelang.
18:41Kosten für uns her schieben in die Bilanz.
18:44Wir sollen liquidiert werden, Ewald.
18:47Althoffer gibt es vielleicht schon bald nicht mehr.
18:50Frau Stange, Sie wollten mich sprechen?
18:53Ha, Frau Czerny.
18:56Ja, das tut mir leid.
18:59Das hat ja nun wohl doch nichts mit Ihrem Vertrag.
19:02Bitte, Ihre Unterlagen.
19:03Ne, so geht das nicht.
19:05Das soll mir Herr Althoffer schon selber sagen.
19:07Aber der ist ja nicht da.
19:10Probezeit bis zur Messe.
19:11Das hat man mir zugesagt.
19:13Das lasse ich mir nicht gefallen.
19:16Das ging aber flott.
19:17Wie war's in Berlin?
19:19Immer das Gleiche.
19:20Tolle Frauen, Champagner und alles mit 46 Mark Tagestunden.
19:25Wen haben wir denn da?
19:26Mir, ich hab's schon zuerst gesehen.
19:28Tag, schöne Frau.
19:29Hi.
19:30Sagen Sie, dieser Typ von vorhin, wissen Sie, wo der hin ist?
19:32In das Hotel?
19:34Ich muss nächste Woche nach Mailand 30.000 Meter liefern.
19:37Können Sie Lust haben?
19:38Danke, kein Bedarf.
19:40Äh, Telefonnummer oder so haben Sie nicht zufällig, oder?
19:42Nee, aber der ist im Tiegelstadel in Heppach abgestiegen.
19:47Was ist los, der Chef?
19:58Das war er, der Chef?
19:59Ja, unser Senior, Wilhelm Althofer.
20:12Wilhelm?
20:16Wilhelm?
20:23War was?
20:24Oder warum bist du schon zurück?
20:26Ich hab's nicht mehr ausgehalten in der Messe-Mief.
20:29Ich dachte, alle deine Freunde sind da.
20:31Wenn man nichts bestellt, ist es schnell aus mit der Freundschaft.
20:34Hat Felix sich aus Berlin gemeldet?
20:36Nein.
20:37Wir brauchen den Auftrag.
20:39400 Zimmer.
20:41Damast-Tapet.
20:44Aber all das ändert nichts an der Tatsache, dass ich heute zum siebten Mal detagiert, an dem ich die zum
20:54ersten Mal gesehen habe.
20:56Als Model.
20:58Helme?
21:05War gar nicht leicht zu ersteigern.
21:08Sie soll Katharina der Großen gehört haben.
21:11Na, stimmt wahrscheinlich nicht.
21:14Aber dir steht sie ganz bestimmt viel besser.
21:22Ich möchte nicht stören.
21:24Roland, schau mal.
21:26Dein Vater ist wahnsinnig.
21:28Das kannst du zweimal sagen.
21:31Kann ich dich mal kurz sprechen, Vater?
21:34Alleine.
21:35Ich hab schon verstanden.
21:36Aber streitet euch nicht wieder, ja?
21:38Bis später.
21:40Danke.
21:41Isst du mit uns?
21:42Es gibt was Teilhändisches.
21:44Ein Rezept von Frau von Dietrichsen.
21:46Oh, wie aufregend.
21:48Und leg noch gleich ein Gedeck mehr auf.
21:49Wir haben Besuch.
21:50Wer?
21:51Der Herr Großinquisitor.
21:53Herr Unger.
21:55Killer von Beruf im Auftrag der Industriekredit.
21:57Killer?
21:58Ach, du weißt doch.
22:00Roland dramatisiert immer gerne ein bisschen.
22:03Machst du mir einen Drink?
22:04Ja.
22:10Was soll das denn?
22:11Du lieber Augustin.
22:13Gefällst du nicht?
22:14Wie wär's denn damit?
22:16Wir verkaufen unsere Oma ihr kleinen Häuschen.
22:19Ihr kleinen Häuschen.
22:20Roland, was soll das denn?
22:20Ihr kleinen...
22:21Wie war's denn auf der Messe, Vater?
22:23Nein, lass mich raten.
22:24Guck mal, er gibt dir keinen Zahlungsaufschub
22:26und die Maschinen lässt er wieder abholen.
22:29Ah, das wird der gute Direktor Merkel sein,
22:31der so stolz darauf ist,
22:32mich als Kind schon auf seinen Knien geschaukelt zu haben
22:34und der...
22:35Na komm, geh hin, nimm ab.
22:37Ich bin gespannt, wie er dir unterjudeln wird,
22:38dass er zum Frühstücksdirektor befördert wurde.
22:41Althofer?
22:42Ah, Hermann.
22:44Moment, Moment.
22:46Sag mal, wer ist Florian Unger?
22:50Und sonst hat sie nichts gesagt.
22:52Zu mir doch nicht.
22:53Aber als ich in das Büro bin,
22:54hat sie zu einem gewissen Ewald oder so ähnlich gesagt,
22:56dass die Firma liquidiert werden soll.
22:58Liquidiert?
22:59Sagen Sie, haben Sie ein Auto?
23:00Ja, warum?
23:01Na, dieser Typ in dem Kittel, ich weiß, wo er hin ist.
23:04Ich hab meine Boutique in München nicht sausen lassen,
23:05damit ich jetzt auf der Straße sitze.
23:07Eigene Boutique?
23:07Kann ich den Schlüssel haben?
23:08Ja, natürlich, kommen Sie.
23:13Ja, Moment.
23:14Wo wollt ihr denn hin?
23:15Ich bin gleich wieder da.
23:16Ich zeig ihr nur, wo mein Auto steht.
23:21Ja, was ist?
23:22Wollt ihr auch gehen?
23:27Und wegen so einem Job geben Sie eine eigene Boutique auf?
23:30In München?
23:31Ja, die haben in zwei Jahren die Mieten fast verdoppelt,
23:33um uns rauszuekeln.
23:34Kenn ich die?
23:35Wo war sie denn?
23:36Äh, in der Baderstraße.
23:37Es ging ein Dieb.
23:38Ah.
23:41Hier.
23:42Danke.
23:43Manchmal will der erste Gang nicht so recht.
23:44Ich heiße übrigens Lena.
23:46Natalie.
23:48Und was hast du jetzt vor?
23:50Keine Ahnung.
23:51Improvisieren?
23:52So schnell gebe ich jedenfalls nicht auf.
23:56Okay.
24:26Hallo?
24:31Nein, nein, nein, nein.
24:32Hallo.
24:33Grüß Gott.
24:35Ach.
24:36Sind Sie der Herr Unger?
24:38Genau.
24:39Vom Verkehrsverein.
24:40Wie auch immer.
24:42Kann ich mein Zimmer sehen?
24:43Komm ins mit.
24:43Ach, Schrebenkleister.
24:48Vorsicht.
25:12Gehran, Mami.
25:36Angels gibt's doch nicht.
25:37Und woher heißt sie das?
25:38Von der Neuen bei uns, Lena Czerny, die sie nach einem Tag schon wieder nach Hause
25:43geschickt haben.
25:45Jetzt macht ihr mal nicht in die Hose.
25:47Einstellungsstopp.
25:48Das will nichts heißen.
25:49Oh komm, sie hast doch mit eigenen Ohren gehört, als sie bei der Stange war.
25:52Die Bank will uns liquidieren.
25:54Der Typ mit dem Magen, mit der Frankfurter Nummer.
25:56Und der war hier und hat rumgeschnüppelt.
25:58Wie dieser Blonde in dem Kitzel?
26:00Ja.
26:01Der war auch bei uns.
26:04Ja, wie haben wir's denn?
26:06Schichtwechsels erst in zehn Minuten.
26:09Du hast deine Lieferwagen immer noch nicht ausgeladen, Leo.
26:11Wieso so eilig?
26:12Ich denke, aus Mailand wird nichts.
26:14Was?
26:14Ja, 17.000 Meter waren schon fertig.
26:17Im Keller ist bald kein Platz mehr, wenn das so weitergeht.
26:19Emma meint, die Bank will uns den Hahn abdrehen.
26:22Kannst du ihr sagen, dass das Blödsinn ist?
26:24Wer sagt das?
26:24Geh halt rüber in die Villa und frag selber.
26:27Tschüss.
26:30Tschüss.
26:31Seit wann rauchst denn du?
26:33Ist doch meine Sache, was ich in der Pause mache, oder?
26:35Stimmt.
26:36Aber die Kippe im Hof hebt sie trotzdem auf.
26:38Klar?
26:39Jawohl, Herr Willard.
26:50Komm schon, da möchte ich an Matthäus.
26:52Sei Gott zu drauf.
26:53Ich weiß nicht, wie der Armin schon reinkommt.
26:56Komm, komm, komm.
26:57Komm, Meisterschuss.
26:59Weil ich sehe, wie immer, was wir warten.
27:03Man sieht euch das an Ihrem Schaflitz an.
27:05Grüß Gott.
27:06Ein Florian Unger müsste hier abgestiegen sein.
27:09Ja, schon.
27:09Warum?
27:10Ist der im Moment da?
27:11Sie sind aber nicht von hier, oder?
27:14Haben Sie noch ein Zimmer frei?
27:15Eins, ja.
27:16Aber das Bad ist auf dem Flur.
27:18Das macht nichts.
27:20Haben Sie heute Abend schon was vor?
27:22In Fürstenfeldbruck ist Kirchweih.
27:26Okay.
27:27Entschuldigung.
27:29Ja, ja.
27:30Der Verkehrsverein schickt uns immer nur Leute, wenn Messe ist in Augsburg.
27:38Nee, du kannst dir nicht vorstellen, wo ich gelandet bin.
27:40JWD.
27:42Ah, Dr. Lausitz.
27:44Dann versuch, diesen Direktor Merkel ranzukriegen.
27:47Ja, jetzt.
27:49Frühstück gibt es ab 5 Uhr früh.
27:51Und heute Abend gibt es Grautwissen.
27:53Warum?
27:54Weil ich das ungute Gefühl habe, dass mich dieser flotte Herr Maasanzug hier vorführen will.
27:59Ich liquidiere.
28:00Warum?
28:01Weshalb?
28:02Die Firma hat solides Potenzial.
28:03Ja, ich bin auf deine Meinung sehr gespannt.
28:05Das Tape sollte overnight morgen früh bei dir im Büro sein.
28:09Sag mal, bist du von allen guten Geistern verlassen?
28:13Weil Regine imstande ist, hier aufzutauchen.
28:15Ja, ich meine Frau Stolver.
28:17Waltraud, also ehrlich, du lässt wirklich nach.
28:19Erst die Tulpen und jetzt das hier.
28:22Ja, natürlich liebe ich sie.
28:23Aber ich habe auch noch einen Job und sie nur mich.
28:25Das ist ein sehr gro...
28:27Waltraud.
28:29Danke.
28:36Ja?
28:39Entschuldigung, darf ich?
28:42Kann es sein, dass Sie in was Organisches getreten sind im Hof?
28:45Ach ja.
28:46Und wie das dann so ist, das ist der Knoblauch-Effekt.
28:49Wenn man selber reingetreten ist, dann wird man immun.
28:55Aber ich nehme an, es ist kein Zufall, dass Sie hier sind.
28:58Nein.
28:59Es ist auch nicht meine Art, Männer nachzulaufen.
29:01Ich will einfach nur verhindern, dass mein erster Arbeitstag nur wegen Ihnen mein letzter sein wird.
29:04Warum?
29:06Ich brauche den Job, Herr Unger.
29:08Ich auch.
29:09Nämlich meinen.
29:10Dann sagen Sie mir, was ich tun muss, damit Sie eine Ausnahme machen.
29:15Ich...
29:15Also, liebe Frau...
29:17Czerny, wieder Komponist.
29:19Also, mein Vater ist sogar am Zickegg mit ihm verwandt.
29:21Ich kann nicht mal Hänzchen klein singen, total unmusikalisch.
29:24Ich habe dafür andere Talente.
29:26Stoffe und Mode.
29:27Ich habe schon als Kind von meiner Mutter neben gelernt.
29:29Bis vor zwei Monaten hatte ich ein gut gehendes Geschäft in München.
29:32Skin Deep, kennen Sie vielleicht.
29:35Jedenfalls, ich bin einfach die beste Designerin, die ich kenne.
29:38Und vom Geschäft verstehe ich auch was.
29:39Ich verstehe nichts von Textilien.
29:42Die Krawatte hier hat mir meine Sekretärin ausgesucht.
29:45Dann sollten Sie die Krawatte oder die Sekretärin wechseln.
29:48Entschuldigen Sie.
29:53Ja, Unger?
29:55Herr Althofer?
29:58Nein, das klingt wesentlich besser als Krautwickel im Ziegelstadel.
30:02Ich bin ja zwar JWD, aber in 20 Minuten kann...
30:05Ja, bis dann.
30:07Auf Wiederhören.
30:10Tja, Dinner mit der Geschäftsleitung, dagegen komme ich wohl nicht an.
30:13Was haben Sie eigentlich an meiner Krawatte auszusetzen?
30:20Kreditsachbearbeiter.
30:21Beerdigungsinstitut.
30:22Nachrichtensprecher?
30:23Ja, genau.
30:24Hören Sie, die Firma Althofer ist eine der wenigen Firmen im Lande, die nicht alles auf Ramsch und Massenware gesetzt
30:29hat.
30:30Machen Sie sie nicht kaputt, Herr Unger.
30:32Ihr Engagement allen Ehren, aber ich möchte mir doch bitte selber ein Bild machen.
30:36In welchem Auftrag sind Sie eigentlich hier?
30:37Ich glaube nicht, dass Sie das irgendetwas angeht.
30:40Was ist jetzt mit meinem Job?
30:41Soll ich morgen kommen oder nicht?
30:43Ja, was soll ich Ihnen sagen?
30:46Also kommen Sie.
30:47Aber mit dem Risiko, dass Sie in vier Tagen vielleicht...
30:50Also kommen Sie erst mal.
31:09Also kommen Sie.
31:48Na gut, dann richte Dr. Laus jetzt aus,
31:50dass ich so lange hierbleiben werde,
31:51bis ich rausgefunden habe, was hier gespielt wird.
31:54Das ist mir sowas von wurscht.
31:55Ich lasse mich hier nicht verarschen.
31:56Entschuldigung, Waltraud,
31:57ein besseres Wort fällt mir momentan nicht ein.
31:59Aber wegen 18 Millionen dreht man keiner Firma den Hahn ab,
32:02die eigentlich gut in Schuss ist.
32:03Wenn du erlaubst, schalte ich jetzt die Mailbox ein,
32:05bis nach dem Essen.
32:05Ich mail's mich dann wieder.
32:07Ciao.
32:20Ach, Herr Anger.
32:22Hunger, bitte.
32:23Wie Hunger?
32:24Unhaft.
32:25Natürlich, Hunger.
32:26Bitte leg sie ab.
32:30Entschuldigen Sie, ich habe ganz nasse Hände.
32:32Ich bin Silvia Althofer.
32:34Es gibt marinierte Fällchen in Kokosmilch.
32:36Ich hoffe, Sie mögen Fisch.
32:38Klingt sehr exotisch.
32:40Ach, die Herren sind in der Bibliothek.
32:41Wilhelm?
32:43Roland?
32:47Bitte.
32:48Ich muss um meine Küche, aber ich bin gleich fertig.
33:00Guten Abend.
33:02Schönes altes Haus.
33:04Bevor ich Ihnen die Hand gebe, möchte ich wissen,
33:06auf welcher Seite Sie stehen.
33:09Auf unserer oder auf der Seite dieser Geier?
33:13Auf meiner Seite, Herr Althofer.
33:20Darf ich zum Tisch bitten?
33:39Mutter?
33:41Frau Stange, was machen Sie denn in München?
33:44Mein Gott, wie sehen Sie denn aus?
33:45Mutter, es gibt Probleme mit der Firma.
33:48Erklären Sie es ihr.
33:49Ich...
33:50Entschuldige Sie.
33:52Die Bank hat direkt der Merkel einen Neuen vor die Nase gesetzt.
33:56Der will die Firma schließen lassen.
33:58Nicht doch, Marion.
34:00Sie sollen zur Gesellschaft der Versammlung kommen.
34:03Bitte, Frau Althofer, Sie müssen was unternehmen, sonst...
34:06...hat das endlich geschafft, dieser Versager.
34:09Mutter.
34:10Frau Stange, es hat doch schon oft Probleme gegeben,
34:13und dann hat es doch irgendwie hingehört.
34:15Diesmal nicht.
34:16Althofer kann man doch nicht einfach zusperren.
34:18Das geht doch nicht nach über 150 Jahren.
34:21Die Firma hat mich die besten Jahre meines Lebens gekostet.
34:24Und ich habe keine Lust mehr,
34:25nur noch einen einzigen Gedanken daran zu verschwenden.
34:31Nicht, Frau Stange, bitte.
34:35Zeigen Sie mir die Firma,
34:37die ihren gesamten Maschinenpark modernisiert,
34:39ohne mit Schulden dazustehen.
34:41Sicherheit.
34:42Nur sind genau dabei viele Betriebe hops gegangen.
34:44Vor allem Betriebe ihrer Größenordnung.
34:46Unsere Auftragslage ist gut.
34:48Wir sind bis Ende des Jahres ausgelastet.
34:51Roland, zeig ihm die Aufträge.
34:52Das wird fürs Erste allemal reichen,
34:54der Bank den Mund zu stopfen.
34:56Und in zwei Wochen ist die Première Vision in Paris...
34:58Herr Unger, darf ich Ihnen noch was auflegen?
35:00Oh nein, danke. War sehr köstlich.
35:04Aber, Herr Althofer, wenn alles so rosig aussieht,
35:06dann verstehe ich nicht, warum ich hier bin.
35:10Im Augenblick komme ich mir vor,
35:13ja, wie ein Gast in einem Luftschloss.
35:16Wenn das so ist,
35:18warum lasst ihr die Luft nicht einfach raus?
35:24Und als erstes bringst du das zurück.
35:29Du legst das Geld in der Firma an.
35:32Silvia, bitte.
35:34Das ist doch nur ein Tropfen auf den heißen Stein.
35:36Irgendwo muss man ja anfangen.
35:39Also, ich werde morgen mit Ihrem Prokuristen
35:41die Bücher der letzten drei Jahre durchgehen.
35:43Und wenn es stimmt, was Sie mir erzählen,
35:45dann war Ihre großherzige Geste etwas verfrüht.
35:50Hallo?
35:51Wo seid ihr?
35:52Es tut mir leid, mir reicht es für heute.
35:58Du?
36:00Ich habe Frau Stanglheim gefahren.
36:02Sie war völlig durch den Wind.
36:03Was ist denn los?
36:04Ich darf mal vorstellen,
36:05es ist Frau Florian Unger,
36:07meine Tochter Conniglia.
36:08Na, guten Abend.
36:10Dann sehe ich Sie morgen, oder wie?
36:12Es hängt davon ab, zu welchem Schluss ich komme.
36:14Sie haben doch nichts dagegen,
36:15dass ich mir diese Aufträge mal ansehe?
36:18Sie haben ja alle Vollmachten.
36:19Also bitte, Roland, machst du das
36:21und vergiss nicht den neuen Auftrag,
36:23den Hotelauftrag in Berlin.
36:24Also gut, kommen Sie.
36:25Meine Empfehlung an Ihre Gemahlin,
36:28Wiedersehen.
36:29Danke.
36:30Wiedersehen.
36:45Dann stimmt es also.
36:47Du filmst mal.
37:04Komm mal.
37:05Oh nein.
37:07Jan Kahn.
37:08Mach's doch.
37:08Mach's doch.
37:09Komm.
37:10Ey, das muss mal eine Elfer sein, oder?
37:14Ey, der Schiedsrichter ist doch gekauft.
37:16Was willst du denn mit dem?
37:18Wohlsein.
37:18Danke.
37:19Danke sehr.
37:20Einen guten Abend.
37:21Guten Abend.
37:21Da ist doch der Herr Unger abgestimmt.
37:23Ja, aber er ist nicht da.
37:24Das macht nichts.
37:26Das soll eine Überraschung sein.
37:28Kann ich in seinem Zimmer warten?
37:29Ähm, ich bin seine Verlobte.
37:33Natürlich.
37:38In der Herrschaft, wo ist denn jetzt der Schlüssel?
37:57Ach so ist das.
37:59Das Fräulein und der Herr.
38:01Wer sind Sie?
38:02Was machen Sie hier?
38:03Also bestimmt nicht das, was Sie denken.
38:07Ähm, die Tulpen, die würde ich ins Wasser stellen.
38:11Ja mei, die Männer.
38:12Soll ich Ihnen in eine Basel?
38:29Na, macht's Spaß?
38:33Umsatzprognosen Ihres Bruders?
38:34Na ja.
38:36Felix?
38:4122 Millionen alleine in der Zwischensaison?
38:45Auf den Umsatz kommt es aber leider nicht an, auf den Gewinn.
38:47Sie arbeiten auch hier?
38:50Ich studiere Musik.
38:53Aber vielleicht können Sie mir trotzdem helfen und mir sagen, was eine Rapportbearbeitung
38:56ist oder eine Bindung.
38:58Das sind Fachausdrücke aus dem Stoffdesign.
39:01Und was ist die Premiere Vision?
39:06Die wichtigste Messe für uns in Paris.
39:08So was wie die Buchmesse für Verlecher.
39:11Und wie fühlt man sich eigentlich so, als allmächtiger lieber Gott?
39:14Ohne auch nur den blassesten Schimmel zu haben, um was es wirklich geht?
39:18Ach ja?
39:19Um was geht's denn?
39:20Wirklich?
39:21Nicht ums Geld.
39:22Auch nicht um die Menschen.
39:23Ich bin nicht so naiv.
39:25Eine Firma muss lebensfähig sein, wenn es überleben will.
39:30Darum geht es.
39:33Stoff ist wie Musik.
39:35Er ist eine Komposition.
39:37Man kann ihn fühlen wie Musik.
39:41Fassen Sie ihn an.
39:45Fühlen Sie was?
39:48Ich glaube, Sie überschätzen mich.
39:51Ich bin in diesem Konzert weder der Komponist noch der Dirigent.
39:56Ich bin der Mann an der Theaterkasse, der sich fragt, wer die Saalmiete und die Musiker bezahlen soll.
40:02Machen Sie denn das Licht aus?
40:11Mensch, wo bleibst du denn?
40:13Ich hab schon gedacht, du bist über alle Berge mit meinem Magen.
40:15Entschuldigung, ich hab's nicht eher geschafft.
40:16Also dann bis morgen...
40:17Moment, jetzt renn doch nicht gleich weg.
40:19Komm rein.
40:20Aber dann muss ich ganz dringend telefonieren.
40:22Kein Problem.
40:22Oben im Wohnzimmer.
40:24Magst du auch einen Tee?
40:25Gerne.
40:44Ich hol dir eine Tasse.
40:49Und wie war's?
40:50Hast du den Typ erwischt?
40:51Ja.
40:52Hallo, Frau Körner.
40:53Ich bin's, Lena.
40:53Sagen Sie, können Sie bei meiner Mutter vorbeischauen, da geht irgendwie niemand ans Telefon.
40:57Ich bin in Augsburg.
40:59Deine Nummer?
41:010821?
41:020821?
41:03557789.
41:05557789.
41:06Danke, das wär lieb.
41:07Danke, ich warte.
41:08Tschüss.
41:10Erzähl, wie ist der?
41:11Ach, wie der Typ.
41:12Ich weiß auch nicht, also...
41:13War eigentlich ganz nett.
41:15Und dein Job?
41:16Er hat gesagt, ich soll erstmal bleiben.
41:18Super.
41:19Endlich mal jemand in der Abteilung, mit dem ich klarkomme.
41:21Danke.
41:21Aber ich hab sowieso nicht vor, ewig lang alte Klamotten zu flicken.
41:24Ich bin eigentlich Designerin.
41:26Aber...
41:26Also, es bleibt aber unter uns, ja?
41:27Bitte.
41:28Wie du meinst, nur.
41:29Mach dir da mal keine falschen Hoffnungen.
41:31Die von Dietrichsen, die lässt keinen Rang.
41:33Ist das die Chefin vom Design?
41:36Diplom-Designerin.
41:37Der Chef frisst ja aus der Hand.
41:38Glaub mir, da läuft nichts.
41:40Ich hab selber versucht und ich hab keine schlechten Connections.
41:44Frau Körner?
41:46Äh, ja, Augenblick.
41:50Ja?
41:51Du bist...
41:52Na, kommst du?
41:54Nein.
41:55Nur eine Kollegin.
41:57Du, kann ich dich zurückrufen?
41:59Auf dem Handy, alles klar.
42:01Bis dann.
42:03Dein Freund?
42:04Ja.
42:05Er ist auf Geschäftsreise.
42:07Eins rate ich dir.
42:08Sag ja, Emma nichts von deinen Plänen.
42:10Sonst rastet sie aus, wo sie sich doch bei der Stange stark gemacht hat für dich.
42:13Ach nee.
42:14Emma mag dich.
42:15Das hat sie aber gut versteckt.
42:17So ist sie halt.
42:18Du kannst dich 100% auf sie verlassen.
42:22Seila?
42:24Nein, Augenblick.
42:26Hallo?
42:28Oh, Mami, Gott sei Dank.
42:29Ich dachte schon.
42:30Nee, bei einer Freundin.
42:31Sag mal, was hat denn der Arzt gesagt?
42:34Nächste Woche schon, echt.
42:36Nee, du brauchst nicht auf mich zu warten.
42:37Ich hab eine Bleibe gefunden.
42:39Mhm.
42:41Okay, ich dich auch.
42:43Ja, gute Nacht.
42:44Mach's gut.
42:45Tschüss.
42:50Deine Mutter ist krank?
42:51Ja, sie muss operiert werden.
42:53Schlimm.
42:54Weiß man noch nicht genau.
42:55Sag mal, würdest du dir was ausmachen, mich ins Hotel zu bringen?
42:58Hotel?
42:58Du kannst hier schlafen.
42:59Ich hab doch das Zimmer neben dem Unger gebucht.
43:01Nein.
43:02Mein Gott, doch nicht, was du denkst.
43:03Ich will einfach nur rausfinden, was er vorhat.
43:05Na gut.
43:06Wenn du mir die Haare fühlst.
43:07Okay.
43:08Okay.
43:25Herr Unger, da war Besuch da für Sie.
43:31Ihre Verlobte aus Frankfurt.
43:33Also so geht's ja nicht, Herr Unger.
43:35Na jetzt schauen Sie nicht so unschuldig.
43:36Ich bin nicht von gestern.
43:38Kaum ziehen Sie ein, schon zieht die Frau Czern ins andere Zimmer.
43:42Also, Frau...
43:43Schirmer.
43:44Ich würde sagen, Sie geben mir jetzt noch eine Flasche Bier.
43:46Oder zwei.
43:47Es war ein anstrengender Tag.
43:49So eine nette, elegante Frau.
43:52Sogar Blumen hat sie Ihnen mitgebracht.
43:54Tulpen.
43:55Und diese Jahreszeit, die müssen ein Vermögen gekostet haben.
43:58Gute Nacht.
43:59Gute Nacht.
44:26Gute Nacht.
44:28Herr Unger, ich habe mir erlaubt, ein bisschen in Ihrem Computer herumzusurfen.
44:33Ich möchte Sie warnen, wie mir aus meiner Tätigkeit für die Isatex bekannt ist,
44:38weil man dort interessiert, sich Althofer einzuverleiben.
44:41Könnte doch sein, dass man versucht, Althofer in die Zange zu nehmen.
44:45Ich?
44:54Tja, Herr Unger, da werden Sie sich wohl was einfallen lassen müssen.
44:58Das war's.
45:28Das war's.
45:29Das war's.
45:30Das war's.
45:30Das war's.
45:30Das war's.
45:30Das war's.
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