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  • vor 2 Tagen

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Kurzfilme
Transkript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:58Untertitelung. BR 2018
01:29Untertitelung. BR 2018
01:42Untertitelung. BR 2018
01:52Joseph, kannst du mir mal bitte meinen Slip geben?
02:19Ich schlage mit einem stumpfen Gegenstand auf den Hinterkopf.
02:22Dann ist er mit dem Gesicht auf das Lenkrad geschlagen.
02:24Der Nickbruch war sofort tot.
02:29Die Verletzung hier an der Lippe, kann die vom Aufprall stammen?
02:33Nein, sieht nicht danach aus.
02:34Genaues kann ich nach der Obduktion sagen.
03:04Untertitelung. BR 2018
03:04Untertitelung. BR 2018
03:26Ich glaube, ich habe unseren stumpfen Gegenstand.
03:29Na ja, ich wollte ihm nur sagen, dass er seinen Bus umparken soll.
03:33Und dann habe ich ihn so gefunden.
03:37Früher war das ja hier an der Tagesordnung, aber heutzutage...
03:40Was war an der Tagesordnung?
03:42Der Tote an der Mauer.
03:44169 in 28 Jahren.
03:47Allein in Berlin.
03:48Das heißt, im Durchschnitt war alle zwei Monate einer fällig.
03:52Aber danach kräht ja heute kein Hahn mehr.
03:56Können Sie mir mal sagen, wie lange so eine Führung dauert?
03:59Für gewöhnlich 30, 40 Minuten.
04:03Danach ist immer eine Stunde zur freien Verfügung eingeplant.
04:06Und was haben Sie in der Zeit gemacht?
04:09Ich war erst in meinem Büro da oben.
04:11Und dann ist mir wieder eingefallen, dass der Bus falsch parkt.
04:14Also bin ich wieder runter.
04:15Das ist eine Touristengruppe aus Pittsburgh.
04:17Sprechen aber alle einigermaßen deutsch.
04:18Also die haben deutsche Vorfahren.
04:20Das ist so eine Art Nostalgie-Tour.
04:21Back to the Roots.
04:22Wird einmal im Jahr organisiert vom deutschen Traditionsverein Pittsburgh.
04:25Das war sein letzter Anruf kurz vor dem Mord.
04:27Find mal raus, mit wem man gesprochen hat.
04:28Das ist die Reiseleiterin, Solberg-Fields.
04:32Miss Fields?
04:33Ja.
04:33Sprechen Sie Deutsch?
04:34Ja.
04:35Mein Name ist Bruno Schumann.
04:36Ich bin Hauptkommissar und leite die Inmeldung hier.
04:38Guten Tag.
04:39Willst du meinen Sohn Martin?
04:40Hallo.
04:41Hey, Solly.
04:43This is terrible.
04:44I didn't know Berlin is such a dangerous place.
04:46Next time I will fahren nach Heidelberg.
04:48Wir nehmen jetzt ein Taxi zum KDW und see you at the hotel, alright?
04:52Entschuldigung.
04:53Moment, Moment mal.
04:54Es kann niemand irgendwo hingehen, solange wir nicht Ihre Aussage aufgenommen haben.
04:58Ähm, sind Sie ein Staatsanwalt?
05:00Nein, Hauptkommissar.
05:01Wir sind amerikanische Staatsbürger und wir brauchen nur mit einem Staatsanwalt sprechen,
05:05nicht mit einem Police Officer.
05:07Joseph, da ist der Taxi.
05:09I'm sorry.
05:13Er ist Juraprofessorin.
05:15Aber stimmt das in dem Staatsanwalt?
05:17Ich fürchte, ja.
05:22Clara, Bruno hier.
05:24Ich habe hier eine Ladung, eine Busladung amerikanischer Touristen.
05:28Zeugen in einem Tötungsdelikt.
05:32Scheiße.
05:33Danke.
05:49Das Opfer, Frank Müller, 42, geboren und wohnhaft in Berlin, die auffällig geworden.
05:53Seit zwölf Jahren fährt der Touristen durch die Gegend, zuletzt die Amerikaner.
05:56Ja, und da beginnt unser Problem.
05:58Frau Staatsanwältin?
06:00Laut Gesetz dürfen US-Bürger nur in Anwesenheit der Staatsanwaltschaft als Zeugen vernommen werden.
06:05Um den Amerikanern entgegenzukommen, gehen wir heute gegen 14 Uhr zu Ihnen.
06:09Ins Hotel.
06:11Staatsanwalt Fiedler unterstützt uns dabei.
06:13Aber Blumen müssen wir Ihnen nicht mitbringen.
06:17Also, noch Fragen?
06:19Ja, wenn es ja noch von denen war, können wir ihn denn wenigstens festnehmen.
06:22Wenn wir ihn schnell genug vor den Haftrichter bringen.
06:25Das ist nämlich der zweite Clou in der Geschichte.
06:27Die Gruppe fährt schon übermorgen wieder zurück nach Amerika.
06:30Wenn wir bis dahin nichts wasserdichtes in der Hand haben, dann war es das.
06:33Also, Zeit läuft.
06:34Die Gruppe fährt schon übermorgen wieder zurück.
07:18Herr Müller?
07:20Hauptkommission ist Herr Schumann, der LKA.
07:24Ah, und?
07:26Darf ich reinkommen?
07:28Haben Sie einen Durchsuchungsbefehl?
07:30Nein?
07:31Dann kommen Sie auch nicht rein.
07:38Spreche chinesisch, oder?
07:40Herr Müller, ich habe schlechte Nachrichten für Sie.
07:42Ihr Sohn ist heute Morgen ums Leben gekommen.
07:46Und?
07:48Glauben Sie, dass uns das interessiert?
07:51Ja, davon bin ich ausgegangen.
07:55Für uns ist er schon vorher angestorben.
07:58Mehr ist dazu nicht zu sagen.
08:07Vielen Dank, dann können Sie jetzt gehen.
08:09Dankeschön.
08:13Entschuldigung.
08:14Mrs. White ist auf Ihrem Zimmer und geht nicht ans Telefon.
08:18Und Mr. White sitzt in der Bar, ist aber der Meinung, wenn die deutsche Justiz was von ihm will, dann
08:23soll sie zu ihm kommen.
08:26Dann machen wir erst mal mit Ihnen weiter.
08:31Also, Ihr Name ist Solveig Viertz, geboren am 23.04.1969 in Bad Kützing, Bayern.
08:40Sie sind Martin Viertz?
08:41Ja, wie lange sind Sie denn schon vor Ort?
08:43Ich bin vorgestern in Berlin angekommen.
08:46Warum heißt vorgestern?
08:47Alle anderen sind bereits seit einer Woche hier.
08:49Ja, ich gehöre da nicht wirklich dazu.
08:52Ich bin ein halbes Jahr im Rucksack durch Europa.
08:55Von Lissabon nach Italien, Slowakei bis hoch nach Oslo.
09:00Ja, und dann habe ich das halt mit meiner Mutter so organisiert, dass wir uns hier in Berlin treffen und
09:03zusammen zurückfliegen.
09:04Wie kamen Sie mit dem Busfahrer aus?
09:06Er stand auf Witzel unter der Gürtel liegen, das ist nicht mein Ding.
09:10Was haben Sie heute Morgen nach der Führung gemacht?
09:12Da war ich im Park und habe Gitarre gespielt.
09:14In welchem Park?
09:16Ähm, das war dieser große Park in der Nähe von der Gedenkstätte.
09:20Ja, der Mauerpark.
09:22Ist Ihnen in letzter Zeit irgendetwas aufgefallen?
09:26Sind Sie jemals mit einer Reisegruppe unterwegs gewesen?
09:29Es ist immer irgendwas.
09:35Ich weiß nicht, ob das wichtig ist, aber die Whites haben sich heute Morgen ziemlich laut gestritten und Mr. White
09:44hat dann die Führung auch nicht mitgemacht.
09:48Dann geht die deutsche Justiz wohl mal an die Bar.
09:52Und Sie versuchen, die Dame aus Ihrem Zimmer heraus zu bewegen.
09:55Andersrum wären wir lieber.
10:23Und Sie versuchen, die Dame aus Ihrem Zimmer zu bewegen.
10:26Und Sie versuchen, die Dame aus Ihrem Zimmer zu bewegen.
10:57So, Lauf, Yev. Sind die Russen wieder in Berlin?
11:03Ich hätte gerne Ihre Zeugenaussage.
11:08Frau Weigt, Weber, Kriminalpolizei.
11:11Was wollen Sie?
11:13Wir würden gern mit Ihnen sprechen. Die Staatsanwältin wartet auf Sie. In der Bar.
11:19Na gut. Sie haben nicht zufällig eine Pinzette dabei?
11:25Wieso?
11:26Ah nein, vergessen Sie es.
11:28Oh, Sweetie, würden Sie bitte noch die Bettwäsche wechseln?
11:31Das wäre lieb.
11:32Gerne.
11:33Frank war ein ... ein guter Typ. Lustig. Guter Humor.
11:39Es ist schade, dass er nicht mehr lebt.
11:43But ... life goes on.
11:46Und wir haben viel bezahlt für die Urlaub in Berlin. Wir wollen heute noch ins Jewish Museum.
11:51Das können Sie auch gerne tun, wenn wir hier fertig sind.
11:54Oh, over here, honey.
11:57Listen, they ... they heard about our argument at breakfast and all.
11:59They think we're murder suspects.
12:01Joseph, behave.
12:03Mr. White, I'm not suspecting you.
12:05Aber nach deutschem Gesetz sind Sie zur Aussage verpflichtet.
12:08Das gilt auch für Ausländer.
12:11Entschuldigen Sie das Verhalten meines Mannes. Er übertreibt manchmal.
12:15Dolan, I'm sitting right next to you. You can talk to me directly.
12:18Ich weiß, mein Schatz.
12:20Ich hab mein Handy liegen lassen. Ich bin gleich zurück.
12:23Also, Ihr Name ist Monica White. Sie sind 1971 in Augsburg geboren.
12:29Und 16 Jahre später abgehauen.
13:13Ich hab meine Güven gesammelt, was aber nicht ausgesucht.
13:15Das ist nicht das Gesicht.
13:15Da er ist nicht geflückt und wird zwar ein Ding.
13:24Ich hab meine Güven Dosen abgehauen.
13:24Oder ist mir die�iche Götze?
13:26Ich habe die Äerkung in der Küche geflüchtEST.
13:27Ich habe die Bewegung afraid, da ist nicht.
13:27Ich habe die Behördung.
13:28Ich habe die Wärme nurигр.
13:28Ich habe mich mit ihr überprüft und freiwillig.
13:37ARD Text im Auftrag von Funk
14:00Hallo. Die Frau Weid hat ihr Handy liegen lassen, aber ich kann es hier nicht sehen.
14:43Schumann, ich brauche die Spuse in der Wohnung des Opfers.
14:55Schumann, ich brauche die Spuse in der Wohnung des Opfers.
14:55Suchen Sie sich was Schönes aus.
14:56Machen wir. Vielen Dank.
14:57Viel Spaß. Tschüssi.
15:03Fahren Sie auch Motorrad?
15:04Ich habe meine vor ein paar Jahren verkauft. Ist das Ihre?
15:08Schönes Stück.
15:09Ja, naja, aber ich traue mir nicht, die draußen auf der Straße zu parken.
15:13Was kann ich für Sie tun?
15:15Schumann, LKA.
15:16Oh je. Wegen Fränki.
15:21Waren Sie mehr als nur Kollegen?
15:23Was? Quatsch.
15:25Mein bester Fahrer war er. Nicht mehr, nicht weniger.
15:28Wussten Sie, dass er gelegentlich mit Kundinnen angebandelt hat?
15:32Gelegentlich ist gut.
15:33Was globen Sie, wieso wir Fun-Tours heißen?
15:36Naja, zu uns kommt nicht der Bildungsbürger aus München.
15:39Zu uns kommen die Kegelschwestern aus Wanne-Eicke.
15:41Und die lieben den Frank.
15:43Verstehe.
15:45Und die amerikanische Reisegruppe, wie passt die da rein?
15:47Hat mich auch gewundert, dass die uns gebucht haben.
15:51Naja, aber wir können ja auch ganz normal.
15:53Eine Wochentour so mit Sanssouci und Spreewald und dem Janssen-Jedöns haben wir für die organisiert.
15:59Mensch, was mache ich bloß ohne den Fränki?
16:02Anderes Thema.
16:03Können Sie mir sagen, wie er sich so eine luxuriöse Wohnung leisten konnte?
16:07Was denn für eine luxuriöse Wohnung? Keine Ahnung.
16:09Ich war nie privat bei dem.
16:13Vielleicht hat er ja geerbt.
16:15Vielleicht.
16:17Hat er hier irgendwo einen Schreibtisch bei Ihnen gehabt?
16:19Ja, da drüben.
16:21Gucken Sie sich ruhig um.
16:22Ich hole mal seine Personalakte.
16:23Ich hole mich da.
16:24Ich hole mich da.
16:24Ich hole mich da.
17:04Die Sendung wurde vom NDR live untertitelt.
17:26Also wenn der Mann Frank Müller umgebracht hat, sich dann ins Auto geschwungen hat, Berlin-Duisburg, sechs Stunden, das geht.
17:31Überprüft den mal.
17:32Ich habe noch was, was viel besseres. Guck mal hier, lag im Papierkorb bei den Whites im Hotelzimmer.
17:37Frau White und Frank Müller, sieh mal eine an. Wo ist das Original?
17:42Schon auf dem Weg in die KDU.
17:43Entschuldige die Frage.
17:49Bringt leider nichts. Sie hatten keine Durchsuchungsanorten.
17:52Ich habe es ja auch nicht direkt aus seinem Zimmer, ich habe es aus dem Müllsack von einer Reine-Macher
17:56-Frau und der stand draußen.
17:57Auch für den hatten Sie keine Durchsuchungsanordnung.
17:59Ja, prima.
18:00Es liefert immerhin ein Motiv und einen Verdächtigen.
18:03Sicherlich, aber vor Gericht.
18:04Können wir jederzeit zu Protokoll geben, dass uns das Bild anonym zugespielt wurde.
18:08Okay, okay, ich werde ihn für heute Abend vorladen.
18:11Und wenn er sich wieder weigert?
18:12Bei mir kann er sich nicht weigern.
18:15Also gut, dieser Frank Müller ist mir nach wie vor ein Rätsel.
18:19Laut Akte hat er in der DDR nach dem Abitur 1987 die Armee verweigert.
18:23Nach dem Mauerfall ist er nach West-Berlin.
18:25Dort arbeitet er seit zwölf Jahren als Busfahrer.
18:27Verdient bei Fun-Tours, 1400 netto, wohnt aber in einem Luxus-Apartment.
18:31In der Wohnung ist nichts Persönliches.
18:34Keine Erinnerungen, Familienalben, keine Briefe, nichts.
18:37Und seine Eltern haben schon vor Jahren mit ihm gebrochen.
18:39Ich muss wissen, was dahinter steckt, Herr Lerner.
18:42Was ist mit den Blutspuren, die wir in seiner Wohnung gefunden haben?
18:45Die stammen alle von Müller.
18:47Der Riss an seiner Oberlippe kommt auch nicht von dem Unfall.
18:49Der war schon einen Tag alt.
18:50Es gab Fingerabdrücke an der kaputten Vase und am Türrahmen, die nicht von ihm stammen.
18:55Sind aber noch nicht zugeordnet.
18:57Der Feuerlöscher ist die Tatwaffe, die KTU hat es bestätigt.
19:00Allerdings ohne verwertbare Fingerabdrücke.
19:03Hm, toll.
19:06This is an outrage.
19:08Wir sagen nichts.
19:10Wir wollen Kontakt mit unserer Botschaft.
19:12Joseph, Mike, don't you just...
19:13Monica, would you please let me handle this?
19:15Du machst alles nur viel schwieriger, wenn...
19:17Würdest du bitte deinen Mund halten? Ich weiß, was ich tue.
19:19No, you don't...
19:19Shut the fuck up!
19:25Wir gehen jetzt ins Konzert.
19:28Es war sehr schwierig, Karten dafür zu bekommen.
19:32Moment, wir sind noch nicht ganz fertig. Würden Sie bitte...
19:35Please.
19:37Melden Sie sich morgen bei mir, wenn Sie bei der Botschaft waren.
19:46Scheinen jetzt die Verdächtigen, wann Sie gehen?
19:48Du kennst die Rechtslage. Was soll ich tun? Sie hier an den Ketten?
19:51Nein, aber zum Beispiel ein Haftbefehl besorgen. Oder ist das bei Amerikanern auch verboten?
19:54Ein Haftbefehl? Weswegen denn? Wegen einem Polaroid aus dem Mülleimer?
19:57Kann ich wenigstens die Fingerabdrücke da mit denen aus Müllers Wohnung vergleichen?
20:02Nicht.
20:04Scheiße.
20:06Ja, scheiße.
20:14Gehen wir was essen?
20:19Ich glaube nicht.
20:23Hauptkommissar Schumann, Frau Wiegmann, entschuldigen Sie die Störung.
20:26Was ist denn das für ein Konzert denn, das Ihre Reisegruppe heute Abend...
20:29Ah ja. Und wo ist das? Danke. Vielen Dank. Wiederhören.
20:38Großartig.
20:40Just doing my job.
21:07Nicht schlecht. Klingt ein bisschen wie es hier kommt, ja.
21:09Wussten Sie, dass er mit 78 nochmal Vater wurde?
21:12Der hatte viele Talente.
21:14Warum kennen Sie sich dann so gut aus mit Musik?
21:16Ich bin der Familie ein bisschen vorbelastet. Meine Mutter hat Klavier gespielt.
21:19Ah. Professionell?
21:21Mhm. Haben Sie das auch vor?
21:23Sie können mich recht duzen. Ich komme es uns echt alt vor.
21:26Okay. Also, hast du sowas auch vor?
21:29Ich weiß es noch nicht. Ich muss mal gucken, was kommt, aber irgendwas mit Musik wäre schon ganz cool.
21:35Wann seid ihr eigentlich ausgewandert? Äh, 87, als meine Mutter mit mir schwanger war.
21:39Echt?
21:40Dein Deutsch klingt so, als wärst du hier aufgewachsen.
21:42Ja, wir sprechen zu Hause fast nur Deutsch.
21:46Warum sind deine Eltern hier weg?
21:48Äh, nur meine Mutter. Ähm, naja, ein uneheliches Kind in einem bayerischen Kaff.
21:52Das war nicht so der Hammer. Deswegen ist sie weg.
21:56Und dein Vater?
21:56Ja. Und den habe ich nie kennengelernt.
21:59Versteh.
22:01Sag mal, das Ehepaar White, kennst du die gut?
22:05Geht so.
22:06Also, sie ist ganz in Ordnung. Er ist immer so leicht gestresst.
22:10Mhm.
22:12Ja, er finanziert halt den halben Verein.
22:15Ich habe das Gefühl, er mag die Deutschen nicht so sehr.
22:17Wie oft macht er solche Reisen eigentlich?
22:19Äh, jedes Jahr.
22:21Also, meine Mutter organisiert das dann immer alles.
22:23Wir waren schon in Baden-Baden und in Heidelberg, in München.
22:27Letztes Jahr in Hamburg und in Sylt und dieses Jahr eben Berlin.
22:30Hast du eine Ahnung, warum deine Mutter ausgerechnet bei Fun-Tours gebucht hat?
22:34Ich meine, die sind ja eher für eine andere Art von Reisen begreift.
22:37Ähm, ich glaube, das wusste sie nicht.
22:40So.
22:41Und zwar an die Billigsten.
22:44Ah, wenn man vom Zweifel spricht.
22:53Was machen Sie hier?
22:55Wir reden ein bisschen über gute Musik.
22:57No.
22:59You're following me, and that's against the law.
23:01Ich werde mich über Sie beschweren.
23:03Nein, ich erlauben. Nobody's after. We're just talking.
23:05Ist schon okay.
23:07Sie wollen sich über mich beschweren?
23:08Ja.
23:09Also, lieber auf Ihre Frau auf. Nicht, dass sie wieder einen Fototermin hat.
23:15Recht, dauer mich!
23:16Ganz ruhig. Ganz ruhig.
23:19Das Konzert fängt in der Minute an.
23:21Schönen Abend noch.
23:22Oh nein.
23:31Wow.
23:37Frau Staatsanwältin, ich würde gerne eine Anzeige erstatten wegen versuchter Körperverletzung.
23:43Gegen Joseph White.
23:47Würde Ihnen ein Zeuge reichen?
23:49Und eine Flasche mit Fingerabdrücken?
23:53Sehr gut. Können wir damit rechtlichen Abgleich machen?
23:57Noch besser.
24:06Morgen.
24:08Morgen.
24:09Morgen.
24:09Ich war beim Grundbuchamt.
24:10Und?
24:11War es schön?
24:11Ja, sehr schön.
24:13Also, das Luxus-Apartment.
24:15Der Müller hat da nicht zur Miete gewohnt.
24:17Der hat's gekauft.
24:17Vor zwei Jahren.
24:18Von einem Immobilienmakler, der heißt Kolja Sander.
24:20Und jetzt kommt's.
24:21Für 10.000 Euro.
24:22Das ist doch mal ein Schnäppchen.
24:24Kennen wir den Sander?
24:25Nee, aber ich hab die Adresse.
24:27Gute Arbeit.
24:28Im Aktenwälz bin ich echt nur eins.
24:29Ich hab nämlich auch noch rausgefunden, dass das hier alles gefälscht ist.
24:33Ach nee.
24:35Seine Wohnung und in der Schule, da war er nie angemeldet.
24:38Seine Armeeverweigerung ist nirgendwo registriert.
24:41Und das Taxiunternehmen, bei dem er angeblich ein gutes Zeugnis hat, hat nie ein Fahrer namens Frank Müller beschäftigt.
24:46Was soll das?
24:48Wieso löscht einer seine Vergangenheit?
24:51Ich wüsste auch so die eine oder andere Episode in meinem Leben, die ich gern gelöscht hätte.
24:55Episoden, ja. Bilder, die man loswerden möchte, aber ein ganzes Leben?
25:00Zeugenschutz vielleicht?
25:02Also, wir haben einen Mord an der Mauer Gedenkstätte, amerikanische Touristen mit deutschen Wurzeln
25:07und einen Mordopfer mit ausgelöscht der DDR-Vergangenheit.
25:09Ich würde sagen, einer von euch geht mal ins Stasi-Archiv.
25:15Oh nee, komm. Ich hab die ganze Nacht Akten gewälzt.
25:18Außerdem, hier, Jana, als Ossi kennen sich damit eh viel besser aus.
25:21Deswegen wäre ich ja froh, wenn du das machst.
25:24Als Wessi hast du doch eine ganz andere Distanz dazu. Außerdem, vor dir ist doch keine Akte sicher.
25:30Bitte.
25:32Ja.
25:40Nur 10.000 Euro für so eine Wohnung.
25:43Dass mich die Geschichte nochmal einholt.
25:45Kaffee? Wasser?
25:47Danke, nein.
25:49Spatz, machst du mir einen Schwarzen, bitte?
25:51Mach ich.
25:52Das Ding war, dass meine Freundin mich wegen dem Typen verlassen hat.
25:56Und das war die Frau meines Lebens. Also hab ich alles versucht.
26:00Was heißt bei Ihnen alles?
26:02Ich hab den Herrn, diesen ungehobelten Busfahrer, angerufen und einen Deal mit ihm gemacht.
26:08Penthouse gegen Frau?
26:09Ich weiß, das klingt jetzt scheiße, aber ehrlich gesagt, ich würde es wieder so machen.
26:14Weißt du Ihre Frau davon?
26:16Gott bewahre.
26:17Wann haben Sie Herrn Müller zum letzten Mal gesehen?
26:21Ich habe den Mann nie kennengelernt.
26:24Die Wohnungsübergabe hat meine Sekretärin gemacht. Darüber gibt es Unterlagen.
26:27Und dabei blieb es.
26:29Gott sei Dank.
26:31Dabei wird es auch bleiben.
26:33Frank Müller ist gestern Morgen ermordet worden.
26:42Das tut mir leid. Das wusste ich nicht.
26:45Ich hoffe, Sie glauben jetzt nicht, dass ich...
26:47Ich glaube nichts.
26:49Ich habe mich nur gefragt, wie er sich so eine teure Wohnung leisten konnte.
26:55Klar.
26:59Tja, also, wenn Sie noch irgendwelche Fragen haben, Sie können mich jederzeit anrufen.
27:05Danke.
27:08Und Sie haben ihn wirklich nie gesehen?
27:10Nein, warum?
27:11Weil Sie ihn vorhin so treffend beschrieben haben.
27:14Als ungehobelten Busfahrer.
27:17Habe ich das?
27:18Tja, ich halte eben nicht besonders viel von ihm.
27:27Sie wissen schon, dass es jede Menge Müller gibt?
27:29Ja, das habe ich befürchtet.
27:40Müller?
27:41Müller?
27:43Müller.
27:44Und?
27:46Müller.
27:48Genau.
27:51Ich melde mich dann in drei Monaten bei Ihnen.
27:56Herrlich.
27:58Bruno?
27:59Warte mal kurz wieder.
28:00Ja?
28:00Bruno, du hattest recht.
28:01Die Fingerabdrücke von der Flasche sind identisch mit denen aus Müllers Wohnung.
28:05Warte mal, ich will mal kurz auf Mithören schalten.
28:07Das ist die Staatsanwältin.
28:09Hör dir das mal an.
28:10Also, die Fingerabdrücke von der Flasche und die aus Müllers Wohnung sind identisch.
28:13Und noch besser.
28:14An der Flasche war ja auch Speichel dran.
28:16Die DNA ist dieselbe wie die in der Wunde an der Lippe von Müller.
28:19Das heißt, White war bei Müller.
28:20Er hat ihn verletzt.
28:25Frau Staatsanwältin, hast du...
28:26Äh, haben Sie das gehört?
28:28Das sollte doch für ein Haftbefehl reichen, oder?
28:32Okay, bis gleich.
28:36Also, der hat rausgefunden, dass Müller seiner Frau an die Wäsche gegangen ist?
28:40Dann sucht er ihn zu Hause auf, haut ihm die Lippe blutig und einen Tag später erschlägt er ihn dann?
28:44Vielleicht hat Müller ihn weiter provoziert.
28:47Hm.
28:48Hast du schon was von Henry gehört?
28:53Soll ich ihm vielleicht helfen?
28:55Wenn es okay ist für dich?
28:57Es ist mein Job.
29:05Also, bevor wir nicht Einsicht in sämtliche Ermittlungsakten haben, sagt mein Mandant gar nichts.
29:10Und? Wir werden bei Ihren vorgesetzten offiziellen Protest gegen eine solche Behandlung eines amerikanischen Staatsbürgers...
29:16Gegen welche Form der Behandlung, bitte?
29:17Zum Beispiel dagegen, dass ihn ein deutscher Beamte zu einer Körperverletzung provoziert, um an eine DNA-Probe zu kommen.
29:25Wer redet denn von Provokation?
29:27Herr White hat mir äußerst empört berichtet, dass Sie...
29:29Mr. White, von mir aus können Sie sich so lange empören, wie Sie wollen.
29:33Gerne auch hintergeht dann, in einem deutschen Untersuchungsgefängnis.
29:36Ihre Lage wird dadurch nur schlimmer.
29:37Hören Sie auf, meine Mandanten zu drohen.
29:40Okay, stopp. I'll talk to him.
29:42Well, you don't have to.
29:43I know, but I want to.
29:44I just... tell them what happened.
29:49Meine Frau und ich, wir haben...
29:51Wir haben ein Problem in unserer Ehe.
29:54Sie ist viel junger als ich.
29:57Können Sie sich vorstellen, dass...
29:59dass manchmal Schwierigkeiten macht?
30:01Kann ich.
30:02Ich habe meine Frau, diese Fahrer Frank, wie sagt man, erwischt?
30:06Erwischt.
30:08Wie sie sich Sex hatten.
30:10Frank hat dabei Fotos gemacht.
30:13Und ich wollte nicht, dass er diese Fotos zeigt in die Gruppe oder in die Internet.
30:17So, ich bin zu Frank nach Hause gegangen.
30:20Und er hat gesagt, es gibt keine Fotos.
30:24Then we had a little fight and...
30:26ich habe diese Fotos genommen.
30:29That was it.
30:30Danach bin ich weggegangen.
30:32Ich habe nichts mit seinem Tod zu tun.
30:35Ich wollte nur meine Frau beschützen.
30:40Warum haben Sie uns das nicht gleich gesagt?
30:43Ich wollte nicht unter Verdacht kommen.
30:46Das ist Ihnen ja gründlich gelungen.
30:49Wo waren Sie am Morgen der Tat?
30:51Da war diese Tour an die Mauer.
30:54Da haben Sie mitgemacht?
30:55Nein, ich habe in ein Café gesessen in die Nähe.
30:58Gestern haben Sie gesagt, Sie wären alleine spazieren gewesen.
31:02Gestern war ich ein bisschen betrunken.
31:04Ich war in diese Café.
31:06Wait a second.
31:12Das ist ein Moment.
31:15Zwei Irish Coffee, bezahlt um 10.21 Uhr.
31:20Wann war der genaue Todeszeitpunkt?
31:2310.16 Uhr.
31:25Aha.
31:28Das heißt also, dass mein Mandant nach der Tat genau fünf Minuten Zeit hatte,
31:32in ein Café zu gehen,
31:34zwei Irish Coffee zu bestellen,
31:36zu trinken und zu bezahlen.
31:38Was glauben Sie, wird der Haftrichter sagen?
31:41Untersuchungshaft?
31:44Well, anything else?
31:59Weber, ob ich Frank Müller empfinde?
32:02Nein, habe ich nicht.
32:04Es gibt hier ungefähr 100.000 Milliarden Frank Müllers.
32:07Nein, die ist auch nicht da.
32:08Weißt du, ich sitze hier allein zwischen zwischen Millionen Stasi-Akten und...
32:12Doch, da, da ist sie jetzt.
32:15Mhm.
32:16Mach ich. Bis später.
32:20Ich bin so froh, dass du hier bist.
32:23Na endlich, freust du dich mal.
32:26Mhm.
32:42Herr Müller, so geht das nicht.
32:44Doch, das geht so.
32:45Genau, so geht das.
32:46Bernd?
32:47Was ist denn los?
32:51Frau Müller?
32:54Ja.
33:00Tut mir leid.
33:02Da sehen Sie, was Sie angerichtet haben.
33:05Wo sind denn die Scheißpillen?
33:08Nicht ich habe das angerichtet, Herr Müller,
33:10sondern der, der Ihren Sohn umgebracht hat.
33:12Helfen Sie mir, ihn zu finden.
33:14Ja, wie denn?
33:15Wir haben doch Jahre nicht von ihm gehört.
33:17Wann hatten Sie denn zum letzten Mal Kontakt mit ihm?
33:19Am 3. Februar 1991.
33:2291.
33:24Da hat er seine Sachen gepackt.
33:27Und ist gegangen.
33:2991?
33:30Mhm.
33:32Hatten Sie Streit?
33:33Bernd und Frank.
33:35Immerzu.
33:39Nach der Wende hat er sich für was Besseres hierhalten.
33:42Wir waren ihm nicht mehr fein genug.
33:45Aber das können Sie ja als Wessi natürlich nicht verstehen.
33:48Wie kommen Sie denn darauf, dass ich aus dem Westen bin?
33:51So weit sehe ich.
33:5319 Jahre nach dem Mauerfall?
33:55Allerdings.
33:59Wussten Sie eigentlich, dass Ihr Sohn sich eine komplett neue Biografie zurechtgelegt hat?
34:05Nee.
34:07Nein.
34:08Und man tut's mich nicht.
34:10Haben Sie denn noch irgendwelche Unterlagen von ihm?
34:13Zeugnisse, Fotos?
34:14Das ganze Scheißzimmer haben wir noch.
34:16Als wenn der jemals zurückgekommen wäre.
34:22Kommen Sie mit.
34:23Er war doch unser einziges Kind.
34:27Und das Zimmer haben wir doch sowieso nicht mehr gebraucht.
34:34Das ist Frank und Patrick.
34:37Die Beten waren wie Latsch und Bommel.
34:40Bis sich der Patrick kurz nach der Wende umgebracht hat.
34:44Wissen Sie warum?
34:46Er hat es einfach nicht verkraftet.
34:48Die ganze Umstellung und so.
34:53Darf ich mich hier ein bisschen umsehen?
34:55Sicher.
34:58Und die Post?
34:59Die haben wir nie aufgemacht.
35:02Weil wir doch immer noch gehofft haben,
35:05dass es mal zurückkommt.
35:34Wir treffen uns hier in einer Stunde, okay?
35:37Thank you very much.
35:39Bye.
35:40Herr Scheer?
35:41Ja?
35:42Schumann LKA.
35:44Haben Sie den Mörder vom Busfahrer endlich?
35:46Ach, nicht leider.
35:47Sie haben den Toten gefunden?
35:49Ja.
35:51Ich dachte ja, ich dachte ja, dass der schläft und ich wollte, dass er den Bus umparkt.
35:56Mann, meinen letzten Toten, den habe ich 72 gesehen.
36:00Wir hatten ja damals hier eine Wohnung in Wedding und unser Balkon ging direkt auf die Mauer raus.
36:05Da war mal ein Flüchtling, junger Kerl, Anfang 20, kam bis zum letzten Zaun.
36:12Und dann sowas prägt.
36:16Das glaube ich.
36:17Kannten Sie den Busfahrer eigentlich?
36:19Ja, naja.
36:20Manche kenne ich ganz gut, die kommen ja öfter, aber Fun-Tours habe ich hier noch nie gesehen.
36:25Ich meine, dann hätte der ja auch gewusst, dass er da nicht parken darf, ne?
36:30Dann hätte ihn ein anderer gefunden oder so.
36:33Ach, hätte, wollte, könnte.
36:35Wenn Sie Frank Müller nicht kannten, wieso haben Sie ihm dann eigentlich...
36:38Moment mal.
36:39Meinen Sie Frank Müller, den Mauerschütz?
36:42Der Busfahrer.
36:44Ach nee, das glaube ich jetzt nicht.
36:47Wenn Sie ihn nicht kannten, wieso haben Sie ihm dann vor zwei Jahren diesen Brief hier geschrieben?
36:52Ja, ich habe monatelang versucht, ihn mit meinen Recherchen zu konfrontieren, aber keine Chance.
36:59Auch die Eltern waren in der Sackgasse.
37:01Und sonst hatte ich ja nichts.
37:03Also das ist ja ausgerechnet hier, quasi vor meiner Haustür.
37:07Mit Recherchen meinen Sie die Recherchen für Ihr Buch?
37:09Na ja, 2003 sind verschüttgegangene NVA-Akten aufgetaucht.
37:16Und mit deren Hilfe konnte ich 18 bis dato unbekannte Mauerschützen identifizieren.
37:24Darunter Frank Müller.
37:26Richtig.
37:27Aber natürlich durfte ich die Namen nicht veröffentlichen, ohne denen eine Chance zur Reaktion zu geben.
37:33Ja, das war eine rechtliche Sache.
37:36Das Buch kam sogar auf den Index.
37:38Tja.
37:39Und drei von denen haben mich verklagt.
37:41Das nennt man Gerechtigkeit in diesem Land.
37:43Und was nennen Sie Gerechtigkeit?
37:45Das, was mit Herrn Müller passiert ist?
37:49Ich würde das gern mitnehmen.
37:52Darf ich?
37:54Gerne.
37:55Danke.
38:01Todesschüsse an der Mauer.
38:02Mike Kunze, 17.
38:05Nach geplatztem Traum von einer Musikkarriere entschloss sich der Teenager zur Flucht.
38:09Am 16. August 1987, morgens um 2.30 Uhr, überquerte er mit einer Leiter die Hinterlandmauer.
38:17Doch am letzten Streckmetallzaun nahm ihn das wachhabende Postenpaar unter Beschuss.
38:21Die Grenzer Patrick Rollmann und Frank Müller.
38:24Jeder der beiden Grenzsoldaten erhielt eine Geldprämie sowie die Medaille für vorbildlichen Grenzdienst.
38:30Sie wurden nie vor Gericht gestellt.
38:31Frank Müllers Verbleib ist unbekannt.
38:34Patrick Rollmann beging 1991 Selbstmord.
38:44Nehmen Sie die Finger da weg.
38:46Noch ist es nicht abgelaufen.
38:48Auch wenn da keiner drin liegt.
38:51Ja, man hat ihn nie gefunden.
38:53Das ist alles, was ich habe.
38:55Bis auf den Abschiedsbrief.
38:57Und ich habe es für 20 Jahre bezahlt.
38:59So lange fasst mir das keiner an.
39:01Ich bin nicht von der Friedhofsverwaltung.
39:06Na klar.
39:08Sie sind auch einer von denen.
39:10Ich interessiere mich für Ihren Sohn.
39:12Ja, wieso denn?
39:13Ich würde gerne herausfinden, was genau damals passiert ist.
39:16An der Mauer.
39:17Ihr wisst es, werdet das doch nie verstehen.
39:20Ihr habt es nie schwer gehabt.
39:21Was wisst ihr denn davon, wie wir damals gelebt haben?
39:24Unter welchen Zwängen man stand?
39:25Wie einen das zerrissen hat?
39:28Das ist fast 20 Jahre her.
39:30Wir hatten Zeit zum Lernen.
39:31So was kann man nicht lernen.
39:35Die Mutter meines Kindes kam auch aus dem Osten.
39:38In unserer Ehe ging es sehr oft um diese Zeit.
39:43Damals...
39:43Damals, damals.
39:44Was wissen Sie denn von damals?
39:46Das ist doch nur ein Wort.
39:47Sie haben niemals so gelitten, wie wir gelitten haben.
39:51Ich habe auch ein Grab auf diesem Friedhof.
39:54Und es ist kein leeres.
40:01Ihre Frau?
40:04Unsere Tochter.
40:07Der drüben hinter den Wolken.
40:15Es tut mir sehr leid.
40:21Und Ihre Frau?
40:25Das ging nicht mehr mit uns.
40:28Wir haben das einfach nicht geschafft.
40:33Wissen Sie, ich...
40:34Ich weiß überhaupt nicht, was mit meinem Sohn passiert ist.
40:39Er war so deprimiert nach der Wende.
40:42Und das ist das Schlimmste.
40:44Dass ich nichts über ihn weiß.
40:47So, jetzt pass auf.
40:48Der Müller, der hat gar nicht verweigert.
40:50Der war als Grenzold...
40:52Wie, das weißt du schon alles?
40:54Ich brauche alle verfügbaren Infos über das Opfer von damals.
40:57Diesen Mike Kunze.
40:58Das werde ich das erste Mal, dass Angehörige Jahrzehnte später Selbstjustiz üben.
41:02Ja, Moment, Moment.
41:03Du meinst jetzt aber nicht im Ernst, dass ich nach all den Müllers auch noch alle Kunzes durchsuchen soll, oder?
41:07Nicht alle.
41:08Nur die Mikes.
41:10Mit AI.
41:11Mit AI, ist klar.
41:13Tschüss.
41:17Tschüss.
41:17Tschüss.
41:18Jetzt will er, dass wir, dass wir alle Kunzes mit...
41:22Du hast es ja selbst gehört.
41:30Du fühlst dich hier gar nicht wohl, hm?
41:35Da hinten ist wie...
41:37Wie Wagner.
41:39Meinst du, die haben hier eine Akte über dich?
41:41Du warst ja mal ein kleines, braves Mädchen, damals.
41:45Nicht über mich.
41:46Über meinen Vater.
41:49War der so subversiv?
41:51Als Republikflüchtling wird er ja wohl eine Akte haben.
41:54Ach so, dein Vater ist über die Mauer.
41:56Das wusste ich gar nicht.
41:57In so einer Nachtaktion.
42:00Und ich habe ihn nie wieder gesehen.
42:04Psst.
42:10Die macht mir Angst.
42:16Entschuldigen Sie die Störung.
42:17Haben Sie vielleicht einen Moment Zeit für mich?
42:19Ja, natürlich.
42:20Hier, kommen Sie rein.
42:22Danke.
42:23Entschuldigen Sie, es ist ein bisschen unordentlich.
42:25Nein, nein, ich kürze hier so.
42:27Gibt es was Neues?
42:29Vielleicht, ja.
42:31Sind in Ihrer Gruppe ehemalige DDR-Bürger?
42:37Die Aurichs stammen, glaube ich, aus der Gegend bei Cottbus.
42:40Aber die sind lange vor dem Mauerbau ausgewandert.
42:43Und Leute, die Verwandtschaft drüben hatten?
42:46Als wir vor vier Jahren in Dresden waren,
42:48da haben die Whites, glaube ich, entfernte Verwandte besucht.
42:53Das war eine schöne Reise.
42:56Wie kam es denn eigentlich dazu,
42:57dass Sie diese Reisen organisiert haben?
43:00Sehnsucht nach Deutschland?
43:03Ja, es gibt schon Dinge, die man drüben vermisst.
43:07Und was sind das so für Dinge?
43:09Das Brot.
43:11Das deutsche Schwarzbrot.
43:13Ja, einfach die Atmosphäre.
43:16Aber vor allem wollte ich meinem Sohn
43:18seine deutsche Hämmer zeigen.
43:19Er ist ja immer mitgefahren.
43:22Na ja, jetzt ist er natürlich zu alt für sowas.
43:24Ich habe gehört, die Whites können morgen mit uns mitfliegen?
43:26Ja.
43:27Ja.
43:27Ja, ich habe ein Halibé.
43:28Ich habe nur noch eine Frage.
43:32Hat jemand aus Ihrer Gruppe Ihnen gegenüber
43:33mal den Namen Mike Kunze erwähnt?
43:43Das ist ja ein ganz junger Mann.
43:48Wie sagten Sie, war der Name?
43:51Kunze.
43:53Mike Kunze.
43:56Nie gehört.
44:05Hier.
44:06Danke.
44:10Du, ich muss nach Hause.
44:12Ich würde kein Lieder ins Bett bringen.
44:13Ist gut.
44:18Emma, wenn du schon mal hier bist,
44:20willst du nicht einfach mal rasch nachgucken?
44:21Wegen deinem Vater, meine ich.
44:23Ich helfe dir auch.
44:26Ich glaube, es ist vorbei.
44:30Tschüss.
44:32Gute Nacht.
44:38So, wie viels?
44:40Gebäude in Kötzing.
44:41Jetzt Bad Kötzing.
44:45Ah.
44:54So, wie viel Cole?
44:56Oh.
45:13My problèmes.
45:34Wissen Sie inzwischen, woher diese E-Mail kam?
45:38Ah, guten Morgen.
45:40Ja, Entschuldigung, morgen.
45:43Ich, ich bin eingeschlafen da heute.
45:50Wie war es für dich?
45:51Im Archiv?
45:52Ah, okay.
45:57Henry ist immer noch da.
46:00Die E-Mail?
46:01Sie haben die IP-Adresse zuordnen können, aber sie führt leider nur zu einem Internetcafé.
46:07Und dieses Internetcafé ist in der Mendelstraße. Zwölf. Oder sechzehn.
46:11Zwölf, glaube ich. Wieso weißt du nur, du es schon wieder?
46:16Komm mit.
46:17Haben wir eine Liste von den Telefonnummern, die Müller zuletzt angerufen hat?
46:21Ähm, ja. Ich muss schnell meine Jacke holen.
46:25Die komplette Fassade mit Glas verkleidet, das auf einer Stahlkonstruktion drunter sitzt.
46:30Guten Morgen.
46:32Ich wollte nur schöne Grüße ausrichten von Ihrer Mutter, Herr Rollmann.
46:38Meine Herrschaften, entschuldigen Sie mich.
46:40Ich muss Ihnen ein Missverständnis klären.
46:42Kommen Sie bitte.
46:44Bitte.
46:45Bitte.
46:46Ich schlage vor, wir klären es kurz in meinem Büro.
46:58Herr Rollmann!
47:01Bleiben Sie stehen!
47:28Wir sind zwölf und ruhig.
47:36Nicht schlecht.
47:43Ich wollte einfach eine faire Chance.
47:45Ein Neustart.
47:46Also habe ich meinen Selbstmord vorgetäuscht.
47:48Und das hätte auch alles für immer und ewig geklappt,
47:51wenn ich nicht irgendwann dem einzigen Typen über den Weg gelaufen wäre,
47:54der mich trotz Bart und Brille wiedererkannt hat.
47:57Frank Müller.
47:59Der ungehobelte Busfahrer.
48:02Sie waren beide bei den Grenztruppen der DDR.
48:04Er hat mich erpresst.
48:06Womit?
48:07Na, wenn das rausgekommen wäre, wer ich wirklich bin.
48:09Dann wäre mein ganzes Leben den Bach runtergegangen.
48:12Die Firma, die Familie, einfach alles.
48:15Deshalb haben Sie ihm die Wohnung besorgt?
48:17Die Wohnung war später.
48:18Erstmal Geld.
48:2010.000 Mark.
48:22Da hatte ich genau ein Jahr Ruhe.
48:23Dann kam er wieder an.
48:25Wollte mehr.
48:26Und so ging das immer weiter.
48:27Vor zwei Jahren habe ich ihm die Wohnung gegeben und habe ihm gesagt, Schlusshausfeierabend.
48:30Und daran hat er sich gehalten?
48:33Ja, ich habe nie wieder was von ihm gehört.
48:38Am Dienstagabend um 22.18 Uhr hat Frank Müller Sie auf Ihrem Handy angerufen.
48:43Und nachts um drei haben Sie ihm dann diese E-Mail geschickt.
48:46Ein Wort und du bist tot.
48:48Sieben Stunden später war es dann auch.
48:51Ja, ich habe das geschrieben.
48:53Aber ich war das nicht verdammt normal.
48:55Aber Sie geben zu, dass Sie diesen Anruf hier bekommen haben.
48:57Ja, er hat mir nachts auf die Mailbox gequatscht.
48:59Wollt er wieder Geld?
49:01Er hat irgendwas gefaselt, von wegen abhauen oder so.
49:05Ich glaube, ich habe die Nachricht noch auf dem Handy.
49:08Darf ich?
49:11Schalten Sie auf dem Mithören, bitte?
49:12Ja.
49:14Hi, ich bin Frank.
49:16Was ist scheiße passiert?
49:17Uns will einer auffliegen lassen.
49:19Du musst mir einen passenden Ticket besorgen und Cash, damit ich abtaufen kann in der Karibik.
49:24Ich gehe nicht in den Knast, das verspreche ich.
49:26Also, Rollo, melde dich.
49:27Rufe an, hm?
49:28Als ich nachts vom Feiern gekommen bin, da habe ich das abgehört.
49:32Und da ist mir der Kragen geplatzt.
49:33Dann haben Sie ihm diese E-Mail geschickt mit der Morddrohung.
49:37Morddrohung, wie das klingt.
49:39Ich bring doch niemanden um.
49:43Wäre ja nicht das erste Mal.
49:53Bitte mit 10 Minuten.
49:55Yep, Sully.
49:57You know what that means?
49:59Monica, come on, I love your mother.
50:03Please, please, go on.
50:04What is that?
50:05Please.
50:06Hi, Sully.
50:08Ich will eine auffliegen lassen.
50:10Du musst mir einen passenden Ticket besorgen und Cash, damit ich abtaufen kann in der Karibik.
50:15Ich gehe nicht in den Knast, das verspreche ich.
50:17Also, Rollo, melde dich.
50:18Rufe an.
50:19Der Sander war es.
50:21Der wollte sich nicht länger erpressen lassen, ist in den Bus gestiegen und hat sich den Feuerlöscher
50:25geschnappt.
50:26Ist eine Theorie.
50:27Aber ich würde gern wissen, wer dieser jemand ist, der Sie auffliegen lassen wollte.
50:31Na, der Touri-Führer, der ist doch total manisch mit seiner Mauer.
50:34So was kann nur ein Wessi sagen.
50:36Wie, Wessi?
50:37Sag mal, sehe ich irgendwie westlich aus?
50:42Morgen.
50:43Morgen ist gut.
50:44Morgen.
50:46Ihr könnt euch gar nicht vorstellen, was diese Stasi-Leute alles notiert haben.
50:49Da steht jedes Lied drin, das die mal gehört haben.
50:51Hast du was über den Mauerflüchtling gefunden?
50:52Ja, also Mike Kunze hat die Musik geliebt, aber nicht so sehr die DDR.
50:57Hier, der Jugendliche setzte sein Talent in einer Jugendlichen, jetzt kommt mein Lieblingswort,
51:02in einer jugendlichen Beat-Gruppe ohne Auftrittslizenze ein.
51:05Und er hatte Brieffreundschaften im NSW, im nicht-sozialistischen Wirtschaftsgebiet.
51:10Eine davon in den USA, aber die hat mit unseren Touristen aus Pittsburgh gar nichts zu tun.
51:15Rest muss ich noch überprüfen.
51:16Und seine Eltern?
51:17Die sind alle weit weg von Berlin und haben wasserdichte Alibis alle.
51:28Also, vielleicht ist eine Sache noch interessant.
51:31Über Ostern 87 gab es ein Gastspiel eines Jugendorchesters aus dem Westen.
51:36Und dabei soll Mike Kunze laut Stasi intime Kontakte zu einer jungen Musikerin gehabt haben.
51:41Und vier Monate später fand der Gegenbesuch statt, in München.
51:45Da durfte er aber nicht mit.
51:46Na klar. Die Stasi hatte Angst, dass er drüben bleibt, bei seiner Liebsten.
51:50Habt ihr irgendwas über dieses Mädchen gefunden?
51:53Nee.
51:54Und das Jugendarchester war aus München?
51:58Äh, das weiß ich jetzt nicht. Kann sein.
52:02Wird kürzlich.
52:04Komm, schub dir das Zeug und komm mit.
52:09Schumann, gib eine Fahndung raus nach dem Touristenbus von Phantours,
52:13wahrscheinlich auf dem Weg Richtung Flughafen Tegel.
52:14Die Kollegen sollen ihn stoppen und warten, bis wir vor Ort sind.
52:22Martin Fields, geboren am 27. Januar 88, Pittsburgh.
52:26Das Konzert war Ostern 87.
52:29Neun Monate davor.
52:31Solve Fields stammt aus Bad Kötzing.
52:33Verstehst du?
52:51Monika.
53:08Die müssen auf ihre Kollegen warten.
53:11Aber unser Flugzeug geht für mich.
53:12Naja, wir haben eine halbe Stunde Puffer, das schaffen wir noch.
53:18Haben Sie eine Zigarette für mich?
53:20Na klar.
53:32Danke.
53:33Immer wieder gerne.
53:36Kein Wunder, dass Martin so musikalisch ist.
53:43Das ist meine erste Zigarette seit elf Jahren.
53:47Ich bin das boh.
53:49Ich bin zufällig voriges Jahr drauf gestoßen.
53:52Und plötzlich hätte Max Mörder einen Namen.
53:55Der eine hatte sich ja schon umgebracht.
53:57Dann musste ich nur noch Frank Mörder finden.
53:59Wie haben Sie ihn gefunden?
54:02Ganz banal.
54:04Mit einem Privatdetektiv.
54:06Deswegen haben Sie dann die Reise bei Phantos gebucht.
54:09Ja.
54:10Ich wollte sehen, wie er aussieht.
54:12Wie er lebt.
54:12Und an der Gedenkstätte habe ich ihn dann angesprochen.
54:18Ich wollte...
54:22eine Entschuldigung.
54:24Oder...
54:25dass er seine...
54:27Schuld...
54:29anerkennt.
54:34Hat alles geleugnet.
54:37Hat sich lustig über mich gemacht.
54:41Und dann habe ich den Feuerlöscher genommen.
54:56Von vorne oder von hinten?
54:58Was?
54:59Na, wie haben Sie es gemacht?
55:02Zeigen Sie es mir.
55:04Machen Sie es mir einfach mal vor.
55:06Wo standen Sie? Wo stand er?
55:14Es ging alles so schnell.
55:18Es tut mir leid, Frau Fehlz.
55:21Das stimmt nicht.
55:22Natürlich stimmt das.
55:24Jetzt nehmen Sie mich fest und lassen Sie die anderen gehen.
55:26Dann schaffen die ihren Flieger noch.
55:29Sie haben Frank Müller nicht an der Gedenkstätte zur Rede gestellt.
55:32Sondern schon am Abend davor.
55:34Aber Sie haben ihn nicht umgebracht.
55:37Schlimm.
55:43מה ichidi...
55:44Schlimm.
55:45Sini, es ist okay.
55:46Stay in the RX.
55:47Nein.
55:50Nein.
55:52Nein.
55:53Nein.
55:54Nein.
55:54Sini, es ist gut.
55:55Sini.
55:56Nein.
55:56Sini.
55:57Das stimmt.
55:58Das stimmt.
56:01Oui.
56:05Ja?
56:08Sie hat die ganze Nacht geweint.
56:10Und dann hat sie mir gesagt, was mit meinem Vater wirklich passiert ist.
56:13Ich habe immer gesagt, er hat sie sitzen lassen.
56:16Dabei hat er sein Leben riskiert, um zu uns zu kommen.
56:20Und da war ich zum ersten Mal stolz, einen Vater zu haben.
56:23Und dann wollte ich zu ihm, und dass er sie entschuldigt.
56:27Und dann sitzt dieses Arschloch da und macht Witze.
56:31Anna gab es diesen einen Moment, und der war ganz klar.
56:38Was hätten Sie gemacht?
56:41Ich weiß nicht.
56:52Hol mir einen Anwalt.
56:58Okay.
57:12Mama.
57:16Harry...
57:18Harry...
57:58Untertitelung des ZDF, 2020
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