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00:00Let's get started.
00:30Dramatische Wendung heute am 12. Tag der Rallye Dakar.
00:38Im Biwak von La Rioja reibt man sich erstaunt die Augen.
00:43Im Service Park nämlich gibt es heute nur ein Gesprächsthema.
00:46Carlos Sainz schien den Sieg bei dieser Rallye schon fast sicher zu haben.
00:50Aber das ist alles, was von den Sieghoffnungen des VW-Fahrers übrig geblieben ist.
00:54Ein Überschlag in eine Klippe hinunter.
00:56Michel Perra wegen eines gebrochenen Schulterblattes nicht mehr in der Lage, die Prüfung fortzusetzen.
01:02Und damit sind sämtliche Sieghoffnungen von Carlos Sainz auf dem Weg von Fjambala nach La Rioja.
01:10Binnen Sekundenschnelle zerschellt.
01:16253 Kilometer standen an.
01:18Man hat erneut verkürzen müssen, weil man ein archäologisches Ausgrabungsgebiet umfahren muss auf dem Weg nach La Rioja.
01:24Ja, und jetzt ist auch bei VW Archäologie angesagt mit Sportchef Chris Nissen.
01:29Chris Nissen, für Volkswagen ging es darum, die Dakar zu besiegen.
01:33Heute hat aber erst mal die Dakar zurückgeschlagen bei Carlos Sainz.
01:36Ja, wir haben heute eine nicht so gute Nachricht und drei sehr gute.
01:39Die nicht so gute, ein Auto aus dem Rennen, aber eine sehr gute.
01:43Carlos Sainz und Michel, beide geht es gut.
01:45Michel hat leider einen kleinen Riss im Schulter, aber sonst ist er okay.
01:50Die nächste gute, wir führen weiterhin das Rennen, wir haben weiter einen Tagessieg.
01:54Und die dritte, wir haben jetzt eindeutig bewiesen, wir haben das beste Rennauto.
01:58Der Volkswagen Racetrack ist dieses Jahr das starkste und beste Rennauto.
02:03Was bedeutet das für die zwei im Wettbewerb verbleibenden Fahrzeuge an der Spitze?
02:06Wie ist da die Strategie bis zum Schluss?
02:08Die Strategie ist nach wie vor.
02:10Vorsichtig, ordentlich, vernünftig zu fahren.
02:12Wir müssen jetzt sprechen heute Abend, wenn die Fahrer da sind.
02:15Wir werden alles dran setzen, diese zwei Fahrzeuge bis Buenos Aires zu tragen, damit wir historisch schreiben können.
02:21Nämlich den ersten Dieselsieg, den es jemals gegeben hat bei einer Dakar.
02:25Alles Gute, danke dafür.
02:30Der Gesichtsausdruck sagt alles.
02:33Schreck und Enttäuschung bei Chris Lissing.
02:35Carlos Sainz also hat die Prüfung heute wieder eröffnet nach seinem Vortagessieg.
02:48Und genau das ist dem Madrilenen zum Opfer geworden.
02:51Er kam als erster an eine Stelle, deren Abrisskante im Roadbook so nicht markiert war.
02:56Purzelte etwa vier, fünf Meter diesen Abhang hinunter.
02:59Das Auto mit der Beifahrerseite zuerst aufgeprallt und Michel Perrin umgehend verletzt.
03:04Du hilfst mir!
03:06Sainz hofft noch auf Hilfe von außen.
03:10Und dann kommt Nani Roma herangeprescht, der um Haaresbreite denselben Fehler gemacht hätte.
03:15Auch in seinem Geburtenbuch logischerweise nicht aufgeschrieben, dass es da plötzlich radikal runtergeht.
03:20Carlos Sainz warnt auf die allerletzten Drücker vor einem Folgeschaden.
03:23Okay.
03:24Der Rest ist für ihn.
03:26Ja.
03:26Du willst mich zu essen?
03:29Ja, warte.
03:30Ich werde ihn drehten.
03:31Carlos Sainz erkundigt sich dann nach dem Gesundheitszustand und sagt,
03:33Michel, lass dir Zeit.
03:37Und dann kommt die bedrückende Nachricht.
03:38Carlos, das war's für mich.
03:41Michel Perrin kann wegen des gebrochenen Schulterblatts nicht weitermachen.
03:44Und damit könnte theoretisch Marc Miller, sein Teamkollege im zweiten VW Touareg, der erste Abstauber sein.
03:50Aber auch dem unterläuft ein Fahrfehler.
03:52Er ramponiert sich in den Dünen die Heckpartie seines VW Touareg.
03:56Wenn der Blitz einschlägt, dann bei VW offensichtlich gleich im Doppelpark.
04:00Aber Genil de Villiers ist ja noch da in einem dritten Touareg.
04:04Auf Platz 3 gefahren.
04:06Und er ist nun derjenige, der in einem starken Schlussspurt durch den letzten sandigen Teil,
04:11da wo es Marc Miller getroffen hat, voll profitieren kann.
04:14Genil de Villiers, der Südafrikaner, schiebt sich von Rang 3 auf Platz 1 in der Gesamtwertung vor.
04:20Nachdem Carlos Sainz ganz draußen ist und der lange Zeit führende Marc Miller Zeit eingebüßt hat.
04:31Robbie Gordon auf Platz 3 heute mit seinem Hammer.
04:34Geht vorbei an Juan Roma, dem Mitsubishi-Piloten.
04:38Aufgrund des Ausfalls von Carlos Sainz ist Robbie Gordon damit schon der neue Drittplatzierte.
04:50Guylain Chicharit ebenfalls lange Zeit ganz gut mit dabei heute im Laufe des Tages.
04:56Hat hinten raus aber Zeit verloren.
04:58Erreicht das Ziel nur als Neunter.
05:02Wobei man dazu sagen muss, momentan sind ohnehin nur 10 Autos im Ziel angekommen in La Rioja.
05:08Guylain Chicharit nicht der beste BMW.
05:10Das ist Leonid Nowitzki, der heute 5. wurde hinter Dieter Depping.
05:16Während Nani Roma ebenfalls Schwierigkeiten hatte.
05:22Hat sich festgefahren.
05:24Hat hinten raus viel, viel Zeit verloren.
05:26Schon mehr als eine Stunde, etwa bei Kilometer 165 für den besten Mitsubishi-Mann.
05:32Und Roma ist noch nicht im Ziel.
05:36Genil de Villiers gewinnt also die turbulente Fahrt von Fjambala nach La Rioja.
05:41Mit einer Viertelstunde Vorsprung vor Marc Miller.
05:43Dann Robbie Gordon vor Dieter Depping und Leonid Nowitzki.
05:47Und damit ist auch das Gesamtklasse-Mann ordentlich durchgeschüttelt.
05:55Carlos Sainz ausgefallen.
05:57Genil de Villiers, der neue Spitzenreiter.
05:59Gerade mal zweieinhalb Minütchen vor Marc Miller.
06:02Dann bereits eine Stunde und 18 Minuten Robbie Gordon dahinter.
06:06Normalerweise geht es nur noch zwischen den VW.
06:09Aber nach dem heutigen Tag muss die Frage erlaubt sein, was ist schon normal?
06:17So sieht es aus im Lager von Carlos Sainz und Michel Perrin.
06:25Michel Perrin in ärztlicher Behandlung.
06:27Carlos Sainz hat frustriert und enttäuscht das Biwak bereits verlassen.
06:32Wir haben vorher noch mit ihm sprechen können.
06:39Wir haben einen GPS-Punkt angepeilt, der sehr gefährlich lag.
06:47Danach haben wir uns ein bisschen verfahren, weil wir aus Sicherheitsgründen ausgewichen sind.
06:51Haben eine Linkskurve geschlagen und sind dann dort auf dieses abschüssige Geläuf gekommen.
06:57Sind runtergeplumpst, völlig unerwartet und hatten keine Chance mehr, das noch zu vermeiden.
07:03Das ist natürlich Pech.
07:06Michel Perrin hat sich an der Schulter verletzt und konnte deswegen leider nicht weitermachen.
07:11Betretene Minen auch im Lager von Mitsubishi.
07:18Wo bleibt Nani Roma?
07:20Bis jetzt ist er noch nicht im Ziel.
07:21Der letzte, der eingekehrt ist von gerade zehn Autos, Eric Vigorou.
07:26Aktuelleres gibt es noch nicht.
07:27Vielleicht bei Dominic Serriers, dem Teamchef von Mitsubishi.
07:31Und auch dessen Lächeln wirkt irgendwie gequält.
07:33Wir waren zwischendurch schon dritter, aber nur virtuell.
07:48Ich glaube, die Dakar, die wir jetzt fahren, ist die härteste aller Zeiten.
07:52Wir wissen noch immer nicht, was mit Nani Romas Auto passiert ist.
07:55Schade, dass wir kein Kapital daraus schlagen konnten, dass wir hier heute theoretisch aufgrund der Ereignisse Boden hätten gut machen können.
08:09Ob sich die Rallye von Afrika so deutlich unterscheidet, das mag ich gar nicht mehr sagen.
08:13Im Jahr 2003 hatten wir in Afrika eine ähnlich schwierige Rallye und im Jahr 2006 auch.
08:25Der Gesamtstand ist noch nicht in Stein gemeißelt.
08:28Da ist noch alles drin.
08:29Das hat der heutige Tag ja gezeigt.
08:30Chip Develiers führt vor Miller.
08:34Und ich hoffe, dass unser Auto demnächst ankommt, damit wir wissen, was bei uns los ist.
08:37Auch bei den Motorrädern hat sich einiges getan heute, wenn auch nicht ganz an der Spitze.
08:59Da hat der KTM-Fahrer Marc Coma nach wie vor die Nase vorn.
09:03Der Spanier, heute erneut taktisch unterwegs, hat sich mit der zweitbesten Zeit begnügt.
09:11Das reicht, um ein bisschen was von seinem Vorsprung auf Cyril de Pre, seinen Markengefährten, einzubüßen.
09:17Aber Marc Coma immer noch mit beruhigendem Vorsprung in der Gesamtwertung in Führung.
09:21Coma kennt allerdings das Gefühl, was Carlos Sainz heute beschlichen hat.
09:33Im Jahr 2007 ist er unmittelbar vor Schluss gegen einen Baum gefahren und hat da den sicher geglaubten Sieg noch an Cyril de Pre verloren.
09:40Den Mann in blau, der auch heute wieder eine WP-Bestzeit hat sich gut schreiben lassen.
09:46Cyril de Pre übernimmt ab dem zweiten Kontrollpunkt bei Kilometer 62 ganz genau die Führung.
09:54Und er bringt dann diese Führung auch ins Ziel.
09:57Und das reicht für Cyril de Pre, auf Platz zwei in der Gesamtwertung nach vorn zu fahren.
10:02Der war einer der ganz ähnlichen Ausgangslage im Jahr 2007, als Marc Coma diesen Baum erwischt hat.
10:07Auch eigentlich hoffnungslos weit zurück, aber er hat davon profitiert.
10:12Gerard Fares, der zweite Ersatzteilfahrer für Marc Coma, heute auf Platz drei nach vorne gefahren mit einem Serienmotorrad.
10:20Er liegt auf der 22. Position insgesamt.
10:29David Castell im KTM Privatteam Vectra Racing, vierter.
10:37Für den Mann aus Frankreich.
10:40Francesco Lopez hat im Nachhinein vier Strafstunden sogar aufgebrummt bekommen,
10:56weil er, wie den Rallye-Leitern gestern bei der genauen Analyse aufgefallen ist,
11:00auf der 10. Wertungsprüfung einen Wegpunkt ausgelassen hat.
11:04Dadurch fällt der Chilene zurück auf die 15. Position in der Gesamtwertung.
11:10Zürich de Pré also mit einer weiteren Bestzeit vor Marc Coma.
11:19Gerard Fares und David Castell.
11:22David Frétinier hat Öldruckprobleme zu beklagen gehabt an seiner Yamaha,
11:26deswegen weitere 10 Minuten verloren.
11:28Und damit ist David Frétinier auch seinen zweiten Platz quiet an Zürich de Pré.
11:32Marc Coma eineinhalb Stunden vor seinem KTM-Werkskollegen.
11:36Die Inspektion bei KTM nach der Zielankunft.
11:46Bei den Motorrädern sind die meisten schon da, im Gegensatz zur Autowertung.
11:51Und deswegen haben wir auch mit Cyril de Pré bereits vor unserer Live-Sendung ein kurzes Gespräch führen können.
11:56Ich hatte Probleme mit der Kühlung meines Motors.
12:08Ich bin sehr zufrieden mit dem ersten Platz, denn das Terrain war heute wieder sehr, sehr anspruchsvoll.
12:33KTM scheint alles im Griff zu haben, aber der heutige Tag hat gezeigt,
12:38wer sich jetzt in Sicherheit wiegt, der kann noch böse auf die Nase fallen.
12:43Um 23 Uhr machen wir weiter mit einer Aufarbeitung des spektakulären Geschehens von heute.
12:49Also bis nachher.
12:50Tschüss, Ihr Norbert Orkenga.
12:51Tschüss, Ihr Norbert Orkenga.
13:21Helle Aufregung im Biwak in La Rioja.
13:46Ein Tag, der es für bar in sich hatte.
13:48Und auch am Abend gehen die hellen Diskussionen noch immer weiter.
13:51Und sie kreisen sich gleich um mehrere Themen.
13:54Um Roadbooks, um Motorradwertungen, aber auch um die Streckenführung für den morgigen Tag.
13:59Es gibt viel aufzuarbeiten.
14:01Es hat sich einiges getan seit der letzten Sendung.
14:04Von Fiambala nach La Rioja führte die heutige Tagesroute.
14:09253 Kilometer insgesamt.
14:13Cyril Dupré setzt seine Aufholjagd bei den Motorrädern fort, aber den Franzosen klagen Bedenken, was morgen angeht.
14:20Und Carlos Sainz verwickelt in ein Drama, das er aus der Vergangenheit, aus der Rallye-WM 98 schon kennt.
14:30Kurz vor dem Ziel zerrinnen sämtliche Hoffnungen.
14:32Die Prüfung führt von Fiambala in die Pampinen-Sierren hinein, in eine Gebirgskette mit fruchtbaren Hochtälern, wo Trauben, Nüsse und Oliven wachsen.
14:55Trockenheit prägt dann den Landstrich rund um den Etappenzielort La Rioja.
15:00253 Karte Kilometer.
15:08Schock im Lager von VW am heutigen Tag.
15:11Carlos Sainz, der Spitzenreiter, ist ausgeschieden.
15:14Sie haben die Bilder in unserer ersten Live-Schalte bereits gesehen.
15:17Wir haben einen neuen Spitzenreiter, Genil de Villiers.
15:19Nicht einmal der zweitplatzierte Mark Miller hat von Sainz Pech profitieren können.
15:25Mark Miller nämlich seinerseits ebenfalls in Schwierigkeiten geraten.
15:28Mark Miller jetzt im Live-Interview im IWAG mit seiner Analyse des Tages.
15:34Für mich war das die schwierigste Prüfung, die ich jemals bei einer Marathon-Rallye gefahren habe.
15:42Zwischendurch lagen wir mal in Führung, dann haben wir uns eingegraben, mussten uns immer wieder freischaufeln, gemeinsam mit meinem Beifahrer Ralf Pitchford.
15:55Immer wieder standen wir zwischen Dünenfeldern fest, die teilweise senkrecht in den Himmel raken.
16:00Ich musste uns da irgendwie wieder ausgraben und rausmanövrieren.
16:04Und das war wirklich eine taffe Angelegenheit.
16:05Zwei Tage stehen noch an. Ob wir wirklich kämpfen um den Gesamtsieg, das weiß ich noch nicht.
16:15Für VW ist es natürlich auch wichtig, dass wir zwei Autos im Ziel der Buenos Aires auf möglichst guten Plätzen haben.
16:25Als Amerikaner aufs Podest zu kommen bei der Dakar, wäre natürlich ein Traum.
16:28Marc Miller also auf Platz zwei in der Gesamtwertung.
16:35Da war er auch heute Morgen schon, als die Rallye losging in Fiambala.
16:42Aber rund um ihn herum hat sich einiges getan.
16:45Vor allen Dingen natürlich um den Spitzenreiter Carlos Sainz, der nicht mehr mit dabei ist.
16:58Carlos Sainz und Michel Perrin eröffnen die Prüfung des heutigen Tages als Vortagessieger.
17:06Aber sie sind vorne raus nicht die schnellsten, denn sie müssen die Navigationsarbeit leisten und Spuren legen.
17:11Beispielsweise für Guillaume Chicharit, der um Haaresbreite in einen Abhang hinein purzelt,
17:16als der Franzose im X-Rate BMW scheinbar auf Kurs zum Tagessieg ist.
17:20Zumindest ist Guillaume Chicharit der schnellste.
17:23Aber normalerweise hätte Carlos Sainz an dieser Stelle schon vorbeikommen müssen.
17:26Also begibt man sich vom Helikopter aus auf die Fahndung und sieht dann einen auf dem Kopf fliegenden Race Touareg.
17:32Der Spitzenreiter ist den Abhang hinunter gepurzelt, vier Meter tief.
17:37Der Touareg liegt auf dem Dach.
17:39Sainz versucht sich zu befreien.
17:41Michel Perrin und dessen Beifahrerseite hat die Hauptwucht des Aufpralls abbekommen.
17:47Und entsprechend muss Michel Perrin zunächst einmal ärztlich versorgt werden.
17:51Carlos Sainz hofft noch, dass es weitergeht.
17:52Der Spanier ist besorgt um seinen französischen Beifahrer.
17:56Hin und her gerissen.
17:57Der Spanier, bekannt für seine emotionalen Wallungen.
18:01Sorge um den Freund.
18:03Gleichzeitig die Hoffnung.
18:05Und die Bitte um Helfer.
18:06Da kommt Juan Roma angeschossen.
18:08Der fast denselben Fehler macht wie Carlos Sainz.
18:11Und der kann wirklich nur noch um Zentimeter vermeiden,
18:14dass auch der Mitsubishi noch runterfällt.
18:16Und diese Schlucht in einen Autofriedhof verwandelt.
18:19Sainz versucht mit dem Mut der Verzweiflung, die Steine aus dem Weg zu räumen.
18:24Steine, von denen er glaubt, dass sie die Weiterfahrt behindern.
18:28Dann wird er wieder zurückgerufen zu Michel Perrin.
18:31Und er hält von dem die niederschmetternde Diagnose.
18:34Meine Rallye ist beendet.
18:39Wir können nicht weiterfahren.
18:40Schauen Sie in das Gesicht von Carlos Sainz.
18:42Die ganze Arbeit umsonst verpufft.
18:46Durch einen, wie sich später herausstellen wird.
18:49Durch eine Nachlässigkeit im Roadbook.
18:52Erinnern Sie sich zurück an den Margen Park 1998.
18:55Carlos Sainz, 500 Meter vorm Ziel, aufgrund eines Motorschadens,
19:02seines Rallye-WM-Titels, von sich her glaubt, beraubt.
19:05Die Ereignisse wiederholen sich.
19:10Genau 150 Meter vor der Unfallstelle, habe ich gesagt,
19:14hier steht eine Double Caution, also eine doppelt vorsichtig zunehmende Passage im Roadbook,
19:18in einen trockenen Fluss hinein.
19:20Die Leute, die die Besichtigungsfahrt gemacht haben,
19:22haben das wohl überhaupt vollkommen übersehen, wie gefährlich das ist.
19:25Es war nicht gefährlich, es war extrem gefährlich.
19:28Wenn wir keinen Unfall gebaut hätten,
19:30dann hätte ein anderer dort den Absturz erlebt.
19:35Es ist unglaublich, dass eine solche Schlucht nicht im Aufschrieb notiert ist.
19:41Vier Meter ging es darunter.
19:43Das hätte genauso gut auch andere erwischen können.
19:45Ich fühle mich ungerecht behandelt.
19:56Der Schmerzensschrei von Michel Perrin, das Schulterblatt ist gebrochen.
20:03Er war im Krankenhaus in La Rioja, ist mittlerweile wieder entlassen.
20:0979,61 Kilometer, das die fragliche Stelle im Roadbook,
20:13die laut Aussagen der VW-Mannschaft nur ungenügend beschrieben ist.
20:17Mittlerweile befinden sich sowohl Carlos Sainz als auch Michel Perrin
20:21bereits im Flugzeug nach Cordoba.
20:23Natürlich tief enttäuscht, dass ihre Rallye zu Ende ist.
20:27Und auch dessen Rallye könnte womöglich heute ihr Ende gefunden haben.
20:30Juan Roma im letzten verbleibenden Mitsubishi.
20:33Bereits seit Tagen meldet die Motorelektronik sofort Alarm,
20:38wenn die Motortemperatur über 100 Grad ansteigt.
20:40Dann riegelt die Motronik die Drehzahl aus Sicherheitsgründen
20:43auf nur noch 3000 Umdrehungen ab.
20:47Roma fährt sich deswegen mangelndes Durchzugsvermögen
20:50immer wieder in den Dünen fest.
20:52Irgendwann entscheidet er, das hat überhaupt keinen Wert
20:54und wartet auf den Service-Lkw von Mitsubishi,
20:59damit der ihn dann immer wieder aus solchen Notsituationen herausziehen kann.
21:04Zum Zeitpunkt der Erstausstrahlung unserer Sendung, liebe Zuschauer.
21:07Am Abend ist Nani Roma mit dem Mitsubishi Lancer noch immer nicht im Ziel.
21:16Die Japaner haben sich übernommen mit der Abstimmung des Motors,
21:19mit den vier Turboladern, zwei pro Zylinderbank.
21:22Das ist die bittere Bilanz im Versuch, die Großoffensive von VW abzuwehren.
21:26Schauen Sie sich an, wie es da runtergeht.
21:28Eine Wahnsinnssteigung.
21:30Da braucht man keine Motorleistung.
21:31Da braucht man vor allen Dingen Schmackes und Mut,
21:34sich da richtig runterzustürzen.
21:36Bester Mitsubishi mittlerweile, Miroslav Zabletal auf Platz 7 hinter Dieter Depping übrigens.
21:41Geniel de Villiers, fünf Kilometer vor dem Ende der Prüfung,
21:45findet Navigator Dirk von Zitzewitz hier im Bild.
21:49Sei es Instinkt oder sei es Können.
21:51Eine Abkürzung.
21:52Hier geht's durch auf dem schnellsten Wege aus der Prüfung raus.
21:56Kein anderer aus der Spitzengruppe fährt so clever,
21:58wird so clever navigiert wie de Villiers hier von Dirk von Zitzewitz aus Eutin.
22:03Und das beschert Geniel de Villiers den Tagessieg und damit auch die Führung in der Gesamtwertung.
22:08Marc Miller dagegen fährt sich gleich mehrfach fest.
22:13Einmal, als er versucht hat, die Sandplatten wieder zu verstauen,
22:17vergisst er die Heckhaube richtig festzuziehen an den Schnellverschlüssen.
22:21Und als er dann am nächsten Mal anhalten muss, um Schaufeln und Backblech hinten rauszuholen,
22:25stellt er mit Schrecken fest, dass die Motorhaube, äh, die Heckhaube fehlt.
22:27Keine große Probleme, allerdings mehrfach festgefahren und deswegen eben nicht er der neue Führende nach dem Pech von Carlos Sainz,
22:35sondern Geniel de Villiers nach dieser Glanzleistung von Dirk von Zitzewitz.
22:41Robby Gordon, als Geisterfahrer in seinem Hammer, einige Mal den Navigationsfehler gemacht, einmal sogar ziemlich verfranst.
22:52Trotzdem ist Robby Gordon einer der großen Sieger der heutigen Etappe Dritter geworden heute.
22:58Und nach den Problemen von Juan Roma ist Robby Gordon auch der neue Drittplatzierte in der Gesamtwertung.
23:05Christoph Holovcic, heute siebter, fünfter in der Gesamtwertung, rückt ebenfalls einen Tag nach, einen Platz nach vorne.
23:12Genau wie auch Iwa Erik Tolovsen, vierter vor allen BMW und Mitsubishi.
23:18Der norwegische Privatfahrer, nach wie vor ebenso klasse unterwegs wie sein Teamkollege Christoph Holovcic aus Polen.
23:25Und auch Dieter Depping, der hier frontal auf den Norweger stößt, fährt eine klasse Etappe.
23:38Vierter heute, Dieter Depping liegt schon wieder auf Platz sieben in der Gesamtwertung.
23:42Leonid Nowitzki, fünfter auf Rang acht, bester BMW.
23:45Auch der Russe findet sich mehr und mehr zurück, zurecht.
23:53Und ebenfalls super dabei heute Matthias Kahle, der nicht so hängen geblieben ist wie diese Bowler-Ansammlung hier auf den Dünnen.
23:59Matthias Kahle und Thomas Schünemann ebenfalls hinten raus ganz, ganz stark sortiert.
24:04Neunte am heutigen Tag, schon wieder vierzehnte in der Gesamtwertung.
24:08Gleichermaßen eindrucksvoll Tim und Tom Koronell, die sich ebenfalls diesem Bowler-Parkplatz nicht anschließen,
24:14sondern mit ihrem Nemesis Elfter werden am heutigen Tag hinter Gillen, Schitscherit.
24:18Erik Wiguru im zweiten Hammer, fährt sich ordentlich fest.
24:21Zwölfter heute, Zwölfter insgesamt.
24:30Also das Ergebnis völlig auf den Kopf gestellt.
24:33Genil de Villiers siegt dank Dirk von Zitzewitz, seinem Beifahrer, vor Mark Miller und Ralf Pitchford.
24:40Dann Robbie Gordon, Tollofsson und Holofchitsch auf den Plätzen dahinter.
24:44Und Dirk Dini, Dini Hilde Willi ist damit auch der neue Spitzenreiter vor Miller, Gordon, Tollofsson und Holofchitsch.
24:51Robbie Gordon, was für ein aufregender Tag.
24:5470 Kilometer vorm Ziel habe ich mich irgendwo in einem Canyon verfahren,
24:59habe dann versucht an einem riesigen Stein und mich von dem wieder loszureißen und habe dabei die Kupplung überhitzt.
25:04Danach musste ich im ersten Gang den Rest der Strecke zurücklegen.
25:10Ich habe mich da selbst in alle Fallereien manövriert,
25:12aber da Nani Roma Schwierigkeiten hat, sind wir trotzdem noch dritte in der Gesamtwertung.
25:16Das wird noch ganz eng alles.
25:23Wieder rein ins Lager von VW.
25:26Heftig gerupft heute.
25:27Und natürlich vor allen Dingen Carlos Sainz, der tragische Held der diesjährigen Dakar.
25:33Nachdem Nasser Al-Atiyah weg war, hat er das Geschehen diktiert.
25:36Bis zu dieser Rolle, die, so beteuerte er immer noch, nicht seine Schuld war,
25:40sondern an einem sehr ungenauen Roadbook gelegen hat.
25:43Und das haben wir nicht zum ersten Mal gehört.
25:44Wie war es dein Tag heute?
25:47Gnil de Villiers, der neue Spitzenreiter, kam dazu wie die Jungfrau zum Kinde.
25:56Das war sicher der härteste Tag, den ich jemals bei einer Dakar gefahren habe,
26:00mit unglaublich anspruchsvollen Bedingungen.
26:03Ich habe keine Ahnung, wie die vielen Amateure über die Dünen und über die Gesteinsketten rüberkommen sollen,
26:12über die wir es heute rüber geschafft haben.
26:13Da waren wir selbst wie mit unserem Diesel feilweise schon überfordert.
26:22Robbie Gordon hat sich irgendwie verfahren und kam aus einer Maläsche nicht mehr raus.
26:29Die Steine waren fast so groß wie ein Kleinkind.
26:31Wenn man da einmal den falschen Weg eingeschlagen hat, dann konnte man sehr leicht ganz, ganz viel Zeit verlieren.
26:39Auch wir haben kurz mal festgehangen.
26:43Und kurz vor dem Ziel haben wir den richtigen Weg einfach nicht finden können.
26:52Wir haben da 10, 15 Minuten verbracht.
26:54Und irgendwie sind wir dann doch wieder rausgekommen.
26:56Und zwar offensichtlich besser als die meisten anderen.
26:59Wer sagt 2 Kilometer, Dirk von Zitzewitz sagte 5, aber sei es drum auf jeden Fall,
27:07die Leistung von Dirk von Zitzewitz hat heute diese Etappe entschieden.
27:11Es ist natürlich toll, dass wir jetzt in Führung sind.
27:16Gleichzeitig muss ich aber auch sagen, Carlos Sainz tut mir wirklich leid.
27:24Der ist eine perfekte Rallye gefahren.
27:26Dann auf diese Art und Weise auszuscheiden, das ist bitter.
27:28Wir müssen jetzt sehen, dass wir unsere beiden Autos heil ins Ziel nach Buenos Aires kriegen.
27:36Das ist noch ein ganz schönes Stück Arbeit auf den verbleibenden zwei Etappen.
27:40Vielen Dank, Janil de Villiers aus der Nähe von Kapstadt in Südafrika.
27:52Der Südafrikaner, reichlich unvermittelt der neue Spitzenreiter bei der Dakar kurz vor Schluss.
27:57Das sind die Reste des Nissan, der Nissan Frontschürze von Christoph Holowczyk, dem Polen.
28:09Die Mannschaft von Gregor Ademevius kümmert sich offensichtlich um die Kühle und die Ventilatorenmotors.
28:14Ihr war Erik Tollofsen, der vielplatzierte, das war sicher der schwerste Tag überhaupt.
28:30250 extrem schwierige Kilometer, die es zu bewältigen galt.
28:34Und wir haben auch wirklich hart gekämpft.
28:36Zum Glück haben wir uns kein einziges Mal festgefahren, sondern haben alle Dünen irgendwie gemeistert.
28:49Es gab viele trockene, ausgetrocknete Flussbetten, es gab viel tiefen Sand.
28:54Die Prüfung hatte von allem etwas.
28:57Und es war sehr schwer, die Topografie und das Gelände richtig zu lesen und die richtigen Wege einzuschlagen.
29:02Die nächste Prüfung entspricht mehr einer Rallye-Prüfung, wie man sie auch in Südafrika kennen würde.
29:15Vielleicht kommt ja dabei nochmal ein gutes Resultat dabei raus, denn auf solchen Prüfungen fühle ich mich in der Regel sehr, sehr wohl.
29:23Die Autos auch, die sind nämlich in Südafrika aufgebaut worden, damals als sie noch im Werksauftrag eingesetzt wurden, die Nissan.
29:32Hier gibt es heute Abend in der Zeltstadt, dem provisorischen Fahrerlager, noch jede Menge weiteren Gesprächsstoff.
29:39Wir haben jede Menge aufzuarbeiten, es geht noch um Motorräder und es geht auch noch um die Routenführung des morgigen Tages.
29:45Gestern gab es ja schon eine Absage, beziehungsweise eine Neutralisation der Etappe.
30:03Atemberaubende Bilder, die normalerweise im Rallye-Tepo hätten durchmessen werden sollen, die die Teilnehmer gestern aber auch als Verbindungsetappe gemäßigt genießen konnten.
30:14Die Unterschiede auf diesem Weg waren unglaublich. Wir fuhren durch Canyons mit roten und schwarzen Gesteinen, wir fuhren Mineralien in allen möglichen Farben.
30:27Es hat wirklich Spaß gemacht, diese Etappe als Verbindungsetappe fahren zu können.
30:33Dadurch hatten wir mal Zeit, ein bisschen anzuhalten an einem kleinen See, in Ruhe ein Picknick zu machen und wirklich alles zu genießen.
30:39Wir haben zum Glück Zeit, uns das alles in Ruhe anzugucken.
30:50Vielleicht war es für uns vom Touristischen, vom Freizeitwert her gar nicht so schlecht, die Brückung zu neutralisieren.
30:57Da war noch alles im Lot bei Carlos Sainz und Michel Perrin.
31:02Das sollte sich einen Tag später gründlich ändern, sie haben es gerade gesehen.
31:05Wir haben Robin Gordon, eine kleine Show-Einlage für die Zuschauer.
31:12Wir haben einen See gesehen, sowas habe ich im Leben noch nicht zu haben bekommen.
31:19Manchmal haben wir einfach angehalten, um durchatmen zu können, etwas den Stress von uns abfallen zu lassen.
31:25Es war wie ein Kurzurlaub während der Dakar.
31:27Ich habe den Tag wirklich genossen.
31:35Nun droht uns allerdings für morgen schon wieder eine Neutralisation, so zumindest momentan der Fahrerlager Tratsch, der Bivac Tratsch.
31:44Vielleicht ist es aber auch nur eine Verkürzung.
31:46Das scheint mir derzeit die wahrscheinlichste Variante zu sein.
31:49Der Grund, auf dem Weg morgen sind einige Canyons von Regenfällen überschwemmt und für die Nacht ist weiterer Regen angesagt.
31:56Aus Sicherheitsgründen kann da also wieder eine Veränderung stattfinden.
32:00Die Verbindungsetappe gestern war ganz was Besonderes.
32:04Das gibt es in der Form wohl nur in Argentinien und Chile.
32:06Allein deswegen hat sich der Schritt nach Südamerika schon gelohnt.
32:10Was ist mit morgen? Das ist die große Frage.
32:14400.000 Fans warten auf den Tross.
32:17Und allein deswegen steht wohl nur eine Verkürzung und keine ganze Absage im Raum.
32:23Es scheint aber auch zu stehen, dass die Canyons jetzt schon geflutet sind.
32:27Und wenn es noch weiter regnet, dann wird man da nicht gefahrlos durchkommen,
32:30weil die Warttiefe der Geländewagen nicht reicht, geschweige denn jene der Bikes.
32:34Jetzt, apropos Motorräder, erinnern Sie sich noch an Aniseel aus Schweden nach ihrem schweren Unfall?
32:41Wir haben sie noch mal wieder besucht heute Abend.
32:49Eigentlich wollte sie Pferdesportlerin werden, bis sie dann mit 16 Jahren eine Stuntshow gesehen hat und sie im Motorrad Sport verliebte.
32:56Jetzt ist sie 40, mit einer KTM 525 fährt die kleine zierliche Schwede bei der Rallye Dakar mit
33:04und schlägt sich ganz beachtlich trotz des Horrorunfalls, den sie bereits überstehen musste und der ihr Gesicht immer noch zeichnet.
33:14Mein Vater ist gestorben, kurz nachdem ich mir meine erste Maschine gekauft habe.
33:21Deswegen musste ich schon vom Alter von 16 Jahren an auch als Mechanikerin arbeiten.
33:26Dabei habe ich alles über Motorradtechnik gelernt und jetzt könnte ich sogar meine eigene Dakar-Maschine bauen, wenn ich wollte.
33:32Das heißt, wenn ich jetzt in der Wüste liegen bleibe, kann ich mir selbst helfen.
33:39Sie gilt als kleine Kämpferin, was mir ja auf den ersten Blick gar nicht so ansieht, aber da im Gesicht kann man das schon lesen.
33:46Ich gebe nie auf, egal was passiert.
33:48Auf der fünften Prüfung hat sie das eindrucksvoll unter Beweis gestellt, nach diesem Horrorunfall, der viele andere zum Aufgeben bewogen hätte.
33:56Ich habe das Motorrad auf der Prüfung repariert, habe viele Stunden gebraucht, bis ich mich körperlich erholt hatte und die Maschine wieder auf den Beinen hatte.
34:03Aber ich habe mir gesagt, ich will es auf jeden Fall schaffen.
34:07Wenn man auf sowas nicht vorbereitet ist, dann braucht man hier gar nicht anzutreten.
34:10Man lebt hier in einer ganz eigenen Welt.
34:20Alle möglichen Gemütszustände durchlebst du in wenigen Stunden.
34:25Freude, Angst, völlige Erschöpfung, den inneren Schweinehund zu überwinden, das ist das, worum es geht.
34:31Sie ist nicht die einzige Heldin der Landstraße.
34:36Isabelle Patissier beispielsweise wurde mit ihrem Buggy heute 18. in der Tageswertung.
34:42Auch die Wacker ist dabei.
34:43Und auch Miriam Pohl ist der momentan die bestplatzierte Dame auf Platz 56 in der Gesamtwertung.
34:56Christina Meyer, Sie wissen, ist bereits früh ausgeschieden.
34:59Aber Miriam Pohl, mit der wir jetzt live reden, schlägt sich ebenfalls noch ausnehmend.
35:06Miriam Pohl, in der Motorradwertung, auf einer Honda.
35:10Ich bin ein paar Mal gestürzt, habe mir die Maschine dabei ramponiert.
35:22Heute standen zwar nur 250 Kilometer an, aber es war brutal.
35:27Und ich bin froh, dass ich den Tag hier noch überstanden habe und heute Abend im Biwak bin.
35:36Wir haben als Damen keinen besonderen Fahrstil.
35:43Es gibt ein einfaches Rezept.
35:45Rechts ist der Gashahn und den musst du möglichst voll aufdrehen.
35:51Die Dünen waren wirklich schwer und sehr, sehr tief.
35:55Einige Male habe ich mich festgefahren und es war schwer, mich dann wieder zu befreien.
35:59Das Schwierigste waren aber wohl die Berge insgesamt.
36:06Da waren nämlich einige dabei, die waren wirklich wie Enduro-Etappen.
36:13Und ich sah oben irgendwelche Autos, die nicht hochkamen und dachte schon, meine Güte, wenn nicht mal so ein Auto oder ein Truck darauf kommt, wie soll ich das denn mit meinem kleinen Motorrad überhaupt schaffen?
36:21Aber irgendwie habe ich dann doch den Gasgriff so weit aufgerissen, dass es funktioniert hat, mit allem Einsatz und mit aller wahre Mut.
36:28Einige Male waren echt haarige Sekunden dabei, wo ich nicht wusste, ob ich wieder auf zwei Rädern lande oder ob ich vielleicht über den Lenker absteige.
36:35Aber irgendwie habe ich alles überstanden.
36:39Miriam Pohl, die junge Holländerin mit ihrer Honda auf der 56. Stelle in der Motorradwertung.
36:47Eindrucksvoll.
36:51Und die Gesprächsthemen gehen uns noch immer nicht aus.
36:57Bei den Motorrädern gibt es einen kleinen Protest, eine kleine Unregelmäßigkeit.
37:02Aufgrund dessen, was vor zwei Tagen passiert ist, als einige Leute eine lange Schleife haben fahren müssen.
37:08Die Diskussionen darüber, die gehen immer noch an, auch bei Vectra Racing.
37:21Vectra Bahn, Francisco Lopez, der Chilene, nämlich eines der Opfer.
37:26Es gab eine Zeitstrafe von insgesamt vier Stunden, weil Lopez an jenem Tag nach seinem Sturz einen Wegpunkt auslassen musste.
37:32Auf der zehnten Prüfung erwischt es Francisco Lopez und auch Jacek Schachor, ebenfalls mit vier Strafstunden belegt, wegen Auslassen eines Wegpunktes.
37:46Und das sorgt noch für Zündstoff.
37:50Rodivia Doms bummelt durch die Weltgeschichte.
38:01Er hat die Etappe gestern gewonnen, muss also heute die Rallye eröffnen.
38:04Rodivia Doms und auch Alain Duclos sind aber Wasserträger.
38:07Das heißt, sie müssen auf ihre Nummer 1 Fahrer warten.
38:09Und Rodivia Doms, der ehemalige Motocrossfahrer, tut das mit eben solcher Gemütsruhe, wie der Mann aus Mali, wie Alain Duclos.
38:16Nämlich bis Marc Coma und Cyril Dupré ankommen, wird einfach mal gewartet, teamdienlich.
38:22Und die Nummer 1, da kommt Cyril Dupré, bedankt sich bei Alain Duclos.
38:26So ganz grün sind sich die beiden nicht, aber Mannschaftsgeist geht natürlich vor Eigensinn.
38:33Hier dasselbe Bild.
38:35Marc Coma geht vorbei an Rodivia Doms.
38:39Coma verteidigt heute seine Führung in der Gesamtwertung mit Platz 2.
38:46Der Spanier legt dieselbe Taktik an den Tag, wie an den Tagen vorher auch schon.
38:52Er klemmt sich nämlich wiederum an Cyril Duprés Hinterrad.
38:55Dupré natürlich weiter volle Lotte unterwegs, in der Hoffnung, dass er noch Platz 2 übernehmen kann.
39:09Und hier sehen Sie, wie Mannschaftsfahren funktioniert.
39:12Nicht so wie beim Speedway, wo man parallel driftet, aber man wartet aufeinander.
39:16Wenn der eine ein Problem hat, springt der Nummer 2-Fahrer ein.
39:19Cyril Dupré beherzt das, was Miriam Pohl Ihnen gerade gesagt hat.
39:24Rechts ist der Gasgriff voll auf.
39:27Eine weitere Tagesbestzeit für den Franzosen.
39:29Der Vormarsch geht weiter, der Plan geht auf.
39:32Cyril Dupré ist heute Abend tatsächlich schon Zweiter in der Gesamtwertung hinter Marc Coma.
39:47Dupré verdrängt damit seinen Landsmann, David Frittinier vom 2. Platz.
39:52Das war heute wie eine Schnitzeljagd.
39:58Wenn man eine neue Spur vor sich findet, dann freut man sich.
40:02Da findet man noch eine Spur und freut sich noch ein bisschen mehr.
40:04Hin und wieder korrespondiert das sogar mit dem Roadbook, manchmal aber auch nicht.
40:08Mir sei hinter mir keine anderen Fahrer, das ist wirklich cool.
40:12Ich werde meine Taktik nicht ändern, werde auf jeden Fall weiter attackieren.
40:16Vielleicht lohnt es sich ja.
40:17Roma und Cyril Dupré beim Halbzeitpunkt, beim Nachtanken.
40:24Für Cyril Dupré beginnt jetzt aber das Kopfzerbrechen.
40:27Wenn nämlich David Frittinier es schaffen sollte, ihn auf der morgigen langen Prüfung einzuholen,
40:33dann kann es nochmal eng werden.
40:35Morgen muss Dupré die Prüfung eröffnen.
40:40Navigationsprobleme können wir also Frittinier ganz an ihn heranführen.
40:43Und dann ist die große Frage, wie hält das Moos im KTM-Hinterrad?
40:48Kann Frittinier hinten raus auf der langen Prüfung davon profitieren,
40:52dass das Moos wieder in die Knie geht und er von weniger Reifenschäden vielleicht sich morgen gleich wieder Platz 2 zurückholen kann?
40:59Cyril Dupré sicher einer, der auch eine Verkürzung der morgigen Prüfung aufbaut.
41:02Markkummer in Führung.
41:04Gerard Fares auf der Serien-KTM, der jüngste von drei Spaniern.
41:09In der Abfolge, der Erbfolge sozusagen von Jordi Akarons.
41:12Heute auf Platz 3.
41:15David Castell, der wird morgen Cyril Dupré sicher nicht helfen,
41:19nachdem Dupré ihn vor Jahren mal aus dem KTM-Werksteam gemobbt hat.
41:22Im Umgang mit Franzosen gilt Dupré als äußerst kapriziös.
41:27David Castell versucht dann natürlich ebenso auf Einzelerfolge zu fahren,
41:31wie auch Francisco Lopez.
41:33Lopez hat zwar persönlich kein Problem mit Dupré,
41:36käme also durchaus als Helfershelfer in Frage, wenn es einen Reifenschaden gibt,
41:40aber er will für die Galerie fahren nach seiner Strafe.
41:43David Frittinier, auch über ihm hängt ein Fragezeichen.
41:47Er lag zwischenzeitlich in Führung, dann aber hat sein Motor plötzlich sämtliches Öl verloren.
41:51Die Frage ist, hat der Yamaha-Motor davon einen Knacks mitbekommen für den morgigen Tag?
41:59Frittinier, einer von denen, die in diese Protest-Arie verwickelt sind,
42:03er hat gesagt, er hat auf dieser einen Schleife einen Wegpunkt ganz lange suchen müssen,
42:08eine halbe Stunde geforscht, weil der Aufschrieb des Wegpunktes im Roadbook nicht gestimmt habe.
42:14Und er will jetzt erreichen, auf sportrechtlichem Wege,
42:16dass ihm wieder Zeit gut geschrieben wird für diese Liederlichkeit im Roadbook.
42:21Denn sonst hätte er ja nicht so viel Zeit verloren.
42:25Sollte der Plan aufgehen, dann wird es noch enger im Kampf um die zweite Position.
42:30Henk Neumann, Platz 7 heute, Platz 9 in der Gesamtwertung.
42:34Zwischen Paul-Anders-Ulle-Walsetter, dem Mann im Grün,
42:37und Helder Rodriguez geht es extrem eng zu um die fünfte und sechste Position.
42:42Paul-Anders-Ulle-Walsetter auf Platz 6 geführt.
42:45Jakob Przonski, gerade mal 22 Jahre jung.
42:51Der Pole bestreitet seine erste Dakar.
42:55Studiert Maschinenbau an der Universität in Warschau.
42:58Er liegt auf Platz 11 bei seiner Debütveranstaltung.
43:04Helder Rodriguez zwischen ihm und Paul-Anders-Ulle-Walsetter
43:07liegen gerade mal drei Sekunden im Kampf um die fünfte Position.
43:15Und Norman Kronseder derweil ging heute einen Kilometer vorm Ziel das Benzin aus.
43:21Er musste sich auf Hilfe von Nachfahrenden verlassen.
43:26Und prompt fand der Landwirt auch jemanden, der ihm noch Benzin hat spendieren können.
43:30Norman Kronseder, wenn auch mit Zeitverlust, immer noch im Ziel, immer noch dabei.
43:34Und nähert sich jetzt wieder seinem Lieblingsterrain in Argentinien,
43:38das er ja von einem Enduro-Urlaub mit seinem Bruder schon so gut kennt.
43:41Sie erinnern sich an die Auftaktwoche, als Kronseder immer und immer stärker wurde.
43:47Er hat das Schlimmste hinter sich.
43:48Buenos Aires liegt schon in Sichtweite.
43:57Seul de Prey also mit einer weiteren Bestzeit.
44:01Geigt mächtig auf vor Marc Coma und Gerard Farescuell.
44:05David Castell auf vier.
44:06Und Chaleco Lopez dahinter in der Gesamtwertung.
44:09Das mit Sternchen unter Vorbehalt wegen des Protests.
44:11Marc Coma, jetzt neuer zweiter Cyril de Prey und David Fretigny, der allerdings ja noch am Motzen ist.
44:19Man musste sehr viel navigieren und viel durchs Gelände fahren.
44:24Wir trafen förmlich auf Sandberge, die man nur ganz, ganz schwer überqueren konnte.
44:28Wir mussten einen Weg durch die Dünen finden und gleichzeitig auch die Berge mit dem Auge behalten.
44:33Es gab überhaupt keine Zeit, sich irgendwann mal zu entspannen.
44:36Für mich ist erstmal wichtig, dass dieser Tag auch wieder gut überstanden ist.
44:42Kurz vor dem Tankstopp hatte ich ein Problem mit dem Ölstand meines Motors.
44:47Es war nämlich kein Öl mehr drin.
44:49Ich dachte wirklich schon, meine Rallye sei gelaufen.
44:51Ein kleines Wunder, dass die Maschine überhaupt noch anspringt.
44:55Jetzt, wenn man jetzt den Ölmessstab rauszieht, holt, dann sieht man, der Öltank ist komplett trocken.
45:00Das KTM-Werksteam, die Mannschaft von Alex Doringer, der hier in der Wüste beide Werksmannschaften,
45:13sowohl die spanische Repsol-Truppe als auch die Red Bull-Mannschaft der Franzosen, übersieht.
45:19Cyril de Prey, der Mann, der die meisten Bestzeiten eingeheimst hat,
45:23er kämpft um Platz 2, die dritte Prüfung, die er sich heute bereits ans Revier heften kann.
45:29Es war eine Navigationsprüfung, aber eine sehr schöne.
45:37Es war eine große Befriedigung, dass ich wieder eine Bestzeit habe holen können
45:50und dass ich jetzt auch auf Platz 2 in der Gesamtwertung nach vorne gefahren bin.
45:53Ich muss so weitermachen, ich muss weiter, volles Risiko gehen.
46:02Seit ein paar Tagen habe ich schon überhaupt keine Probleme mit den Reifen und mit der Maschine mehr.
46:05Ich hoffe, morgen geht es so weiter. Es ist nach wie vor schwierig.
46:09Platz 2 ist noch längst nicht sicher.
46:12Ich weiß natürlich, wie ich schnell Motorrad fahren kann und ich weiß auch, wie man richtig navigiert.
46:26Ich hoffe und bete dafür, dass es jetzt so läuft, wie in den letzten Tagen auch.
46:30Es sind noch zwei Tage und einfach wird es nicht.
46:33Vor allen Dingen eben wegen der Moos-Probleme morgen eine lange Prüfung
46:38und da kann es vielleicht gleich mal wieder knifflig werden für Cyril de Prey im Kampf um Platz 2.
46:44Es gibt nur eine Devise, volle Lotte für den Franzosen.
46:46Bei den Quads hat sich das Geschehen ziemlich umgedreht in den letzten Tagen.
47:03Der Argentinier Andrea Petronelli hat heute schon wieder eine Prüfung gewonnen.
47:07Markus Patronelli, bitte um Entschuldigung.
47:10In der Gesamtwertung nach wie vor Josef Machacek aus Tschechien in Führung.
47:17Markus Patronelli heute aber mit 35 Minuten Vorsprung vor Machacek, der Beste der vierwädrigen Motorräder.
47:23Ich war zum ersten Mal bei der Dakar mit.
47:32Ich bin zu Anfang deswegen bewusst vorsichtig gefahren.
47:44Dann aber wuchs mein Vertrauen in die Maschine und auch in meine Fähigkeiten, sodass ich dann riskiert habe, mehr und mehr aufzudrehen.
47:53Und ich bin zufrieden, wie sich die Relle jetzt in meine Richtung entwickelt hat.
47:56Ich spüre natürlich, wie begeistert die Leute hinter mir stehen.
48:09Es ist schon sehr eindrucksvoll, wie viele Leute hier die Wertungsprüfungen säumen.
48:14Und das überträgt sich natürlich auch auf uns Fahrer.
48:18Markus Patronelli liegt auf Platz 2 in der Quadwertung, allerdings schon mit einer Stunde und 54 Minuten Rückstand auf Machacek.
48:26Am härtesten um Kämpf bei der diesjährigen Dakar ausgerechnet die größte Klasse, nämlich die der Trucks.
48:48Es tobt ein Zweikampf, wie er besser nicht toben könnte.
48:53Wladimir Chagin hat in seinem Kamas heute wieder die Führung übernommen, hat Firdaus Kabirov, seinen Markenkollegen aus Tartarien, in seine Schranken gewiesen.
49:04Chagin, heute schnellster auf der Prüfung und damit der neue Spitzenreiter, hat jetzt eine Minute und 33 Sekunden Vorsprung auf Firdaus Kabirov.
49:14Die beiden verbindet eine lange Dakar-Geschichte und sie kämpfen um den in ihrer Heimat durchaus prestigeträchtigen Titel.
49:23Werden jetzt der absoluten Überkönig der Wüste ist.
49:25Gerardus de Roy heute Dritter, auch in der Gesamtwertung Dritter, sicher vor Ilsega Madejev.
49:31Ein Riesenvorsprung, aber der Kampf um die Spitze, der Zug dorthin, der ist für Gerardus de Roy bereits abgefahren.
49:37Es sei denn, die Russentrax arbeiten sich an der Spitze noch gegenseitig auf und hetzen sich in eine Materialschlacht hinten raus, nach Cordoba und nach Buenos Aires.
49:50Franz Echter, in seinem MAN heute Sechster geworden. Er liegt in der Gesamtwertung auf der fünften Position.
50:03Wieder aus Kabirov, muss morgen den Nachbrenner zünden und das Ergebnis von heute wieder umzudrehen.
50:09Da können Sie sich jetzt schon drauf freuen, liebe Zuschauer.
50:11Dieser Kampf, der wird uns unterhalten bis zur Zieldurchfahrt in Buenos Aires.
50:15Das ist ein Zwischenstand in der Lkw-Wertung, denn noch längst nicht sind heute Abend alle im Ziel.
50:30Schagin gewinnt vor Fidaus Kabirov und Gerardus de Roy sowie Hinaf van Dinkel und André de Azevedo.
50:38Und damit auch in der Gesamtwertung Schagin jetzt vor Kabirov.
50:42Franz Echter, da sehen Sie es, auf der fünften Position mit seinem MAN.
50:56Andere Lkws hat es deutlich härter erwischt, beispielsweise ihn hier.
50:59Morgen warten wir mit einer ganz besonderen Etappe auf, nämlich mit einer ganzen Reihe von Kakteen auf dem Weg von La Rioja nach Cordoba.
51:13Riesige Pflanzen, die die Autos durchaus aufpiksen können.
51:20Auch da ist also noch alles drin in Sachen Schäden und in Sachen möglicher trügerischer Fallen auf dem Weg.
51:29Angesetzt sind insgesamt 545 Kilometer.
51:42Was ich jetzt noch nicht weiß, ist, um wie viel es aufgrund der verregneten, überschwemmten Canyons gekürzt werden wird.
51:49Vielleicht kann uns dabei aber gleich unser Interviewpartner Dirk von Zitzewitz,
51:54der heute Abend als Fremdenführer für Sie im Biwak parat steht, die nötige Antwort liefern.
51:58Dirk von Zitzewitz, der neue Spitzenreiter der Rallye Dakar, im Live-Interview.
52:17Wir haben hier eine ganze Menge Dirks bei Volkswagen, aber nur einer kann mir die morgige Etappe erklären, das bist du.
52:24Was erwartet uns denn morgen?
52:25Also morgen erwartet uns eine klassische WRC-Etappe, das heißt, es sind schöne Wege, ein bisschen runde Kurven.
52:31Sollte sehr viel Spaß machen von der Navigation, nicht ganz so herausfordernd und fürs Auto auch recht schont.
52:36Und sie wurde gekürzt auf 220 Kilometer, weil es hier sehr stark geregnet hat und ich denke, es sind auch nicht so viele Autos im Ziel bis jetzt.
52:42Das heißt, es kommt darauf an, dass die Ansagen dann präzise sind oder ist die Navigation an sich so schwer?
52:46Nein, ich muss sehr präzise sein, damit Janiel eben entsprechend Speed mitnehmen kann um die Kurven, damit wir dann auch möglichst gut ins Ziel kommen.
52:53Und die Dirks morgen auch wieder bei mir stehen und sich freuen.
52:57Dann euch noch einen schönen Abend, Dirks. Tschüss.
52:59Was für ein Tag, so kurz vor dem Ende.
53:06Da dachte man irgendwie schon, das dümpelt jetzt alles so vor sich hin.
53:09Und dann auf einmal überschlagen sich in allen Kategorien noch die Ereignisse.
53:13Auf jeden Fall wieder einschalten.
53:15Um 19.45 Uhr, leicht verspätet aufgrund der langen Etappe.
53:19Bis dahin, tschüss, vielen Dank fürs Zugucken.
53:21Ihr Norbert Okkenka.
53:22Bis dahin, tschüss.
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