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LifestyleTranskript
00:00Musik
00:00Je weiter wir auf der romantischen Straße der Tauber folgen,
00:20desto munter wird der junge Fluss.
00:23Hier bei Kreglingen hat er sich schon tief in den Muschelkalk gegraben.
00:26Auf den steilen Hängen weiden die Schafe.
00:40Unten im geschützten Talgrund grünt und blüht es.
00:44Ganz besonders schön bei Elli Metzger in Kreglingen,
00:47die uns zu einem kulinarischen Seminar in ihren Rosengarten einlädt.
00:51Musik
00:52Da schreitet die zwei Zentimeter unterhalb vom Stiel ab.
00:57Nehmt sie in die Hand und dreht sie vom Stiel raus.
01:02Und hier ist dann der gelbe Blütenansatz.
01:04Und der muss unbedingt rausgeschnitten werden,
01:07weil das sind die Bitterstoffe.
01:08Die schneidet man dann einfach so raus.
01:10Mit Rosenblättern wurde schon im Mittelalter gerne Zuckerwerk parfümiert,
01:20ehe aus der neuen Welt dann exotischere Gewürze kamen.
01:24Diese Blüten historischer Duftrosen werden einem Riesling-Gelais ihr unvergleichliches Aroma schenken.
01:30Musik
01:30Im Topf wartet ein Liter Wein schon mit einem Kilo Gelierzucker.
01:39Der Saft einer Zitrone liefert Säure genug.
01:42In dieser Mischung werden die Blütenblätter vier Minuten sprudelnd gekocht.
01:47Zwei Esslöffel Dosen-Sierup.
01:52Musik
01:53Das riecht schon sehr intensiv, ja.
01:59Da hast du immer gleich eine, gell?
02:02Ja, ja.
02:03Und was denkt ihr? Schmeckt das lecker?
02:05Ja.
02:05Und das wird jetzt abgezeigt, dass die Blütenblätter nicht im Chilé sind.
02:17Das läuft alles hier drüber.
02:19Hebt sie ein bisschen höher.
02:20So.
02:23Das ist schön.
02:25Wunderbar.
02:29Mach das kalt.
02:33Hebt drauf, Rüste zumachen und umgestürzt erkalten lassen.
02:40Umschlossen von Hügeln ist Kreblingen im Lauf der Jahrhunderte nur wenig gewachsen.
02:45Das hat der Stadt ihr mittelalterliches Flair erhalten.
02:48Über den Fachwerkhäusern thront die Stadtkirche.
02:57Zu ihren Füßen nistet behaglich das Café und Restaurant Schloss Beck mit einer wunderschönen Terrasse im ehemaligen Schlosshof.
03:05Hier sitzen wir gemütlich im Herzen der Rosenstadt Kreglingen und freuen uns auf die kreativen Kochkünste Burkhard Eppendorffs.
03:22Grüß Gott, ich darf Sie recht herzlich bei uns in Krekling in unserem Restaurant zum Schloss Beck begrüßen und möchte Ihnen unser Rosenmenü vorstellen.
03:34Als Vorspeise haben wir eine Kaltschale vom Kreglinger Rosenblättern mit frischen Früchten.
03:40Als Hauptgang servieren wir Ihnen eine gebatene Poladenbrust, Filet auf Spaghetti mit Rosengeist Champagner-Senfsoße und kleinen Gemüseperlen.
03:52Und als Dessert servieren wir Ihnen eine Weinschaum-Rosen-Geist-Sabagnon mit frischen Früchten.
03:59Ich würde mich freuen, wenn Sie mal bei uns vorbeischauen würden und das Menü probieren.
04:06Das Brustfilet einer Poulade würzt Burkhard mit Salz und Pfeffer und brät es in Olivenöl.
04:20Im Topf daneben köchelt eine feine Soße.
04:24Angedünstete Schalotten hat der Koch mit Riesling abgelöscht und mit groben Dijon-Senf und Sahne aufgeschlagen.
04:29Hier werden Gemüseperlen in einem Würzfond knackig blanchiert.
04:39Kohlrabi und Karotten etwas länger, die Zucchini nur ganz kurz.
04:41Das Poladenfilet ist nun rundum goldbraun gebraten.
05:01Der Küchenchef lässt die Spaghetti in einem Spitzsieb abtropfen und häuft sie auf dem Teller.
05:06Das Fleisch wird quer zur Faser in Scheiben geschnitten und über das Nudelbett gelegt.
05:23Nun kommt die Soße, die wie ein Sommergarten duftet.
05:39Ganz zum Schluss hat Burkhard sie mit einem Glas Rosengeist parfümiert.
05:43Die farbenfrohen Gemüseperlen und ein paar Blütenblätter unterstreichen diesen leichten sommerlichen Eindruck.
05:58In Kreglingen und im benachbarten Rothenburg ist kein Kaffeeklatsch ohne Schneeballen denkbar.
06:12Rosemarie Blechschmidt stellt sie uns vor.
06:14Wir sind heute zusammengekommen, weil wir Schneeballbackwoller.
06:21Schneeballer ist ein Traditionsgebäck, haben früher unsere Eltern, die Großeltern schon gebacken.
06:26Das hat man sehr gern gemacht, weil es ein Schmalzgebäck ist, das sich sehr lange hält.
06:30Man hatte früher keine Kühltruhe gehabt, wo man schreien hat.
06:33Inzwischen haben wir ein Buch gefunden, ein uraltes Buch.
06:36Das liegt im Moment in Weikersheim im Heimatmuseum.
06:39Das hier ist es. Hier ist ein Rezept drin von 1720, so alt sind also Schneeballen schon.
06:46Während die Damen werkeln, haben wir uns das Buch geschnappt.
06:49Hier steht, von diesem Teig, welcher mit Eiern ausgemacht worden,
06:53wie wohl etliche auch einen Löffel Brandwein dazunehmen, dass er mürbe werde, wird ein Platz gewälchert.
07:00Ich habe dann Dinkelvollkamm, nur mal ganz fein mit Mohler natürlich.
07:04Mit einem Rädlein, aber nicht durchaus, dann geschnitten, damit der Platz beisammen bleibt.
07:12Danach wird er an Steckelein gefasst, mit denselbigen zierlichen, die Pfannen mit Schmalz gekrümmelt.
07:17Und dieses pflegt man Schneeballen zu nennen.
07:23Wie man sieht, haben die Kreglinger inzwischen eine Korbzange erfunden,
07:26die dieses zierliche Krümmen wesentlich erleichtert.
07:30Der Clou an dem filigranen Kunstwerk ist, dass jeder Quadratzentimeter knusprig gebacken wird.
07:41Der Schnaps sorgt dafür, dass der Teig trotzdem nicht zu viel Fett saugt.
07:46Dick mit Puderzucker bestäubt, gleicht das Knäuel dann tatsächlich einem Schneeball.
07:50Diese süßen Versuchungen sind einfach unwiderstehlich.
08:04Und vor allem die Mannsbilder greifen kräftig zu.
08:06Hier im Herrgottsbachtal fand ein Bauer beim Pflügen eine Horstier.
08:24Eine Wallfahrtskirche wurde gebaut und Tilmann Riemenschneider mit einem Marienaltar beauftragt.
08:30Wenig später war Kreglingen protestantisch.
08:32Den Altar nagelte man mit Brettern zu und hing daran jahrhundertelang die Totengrenze auf.
08:41Erst 1832 schaute der Kirchenpfleger Michael Dreher hinter den Verschlag.
08:47Ein Juwel der Spätgotik feierte wieder Auferstehung.
08:51Aus ihrem Grab schwebt Maria zum Himmel empor.
08:57Dort wird sie von Gott Vater und Sohn zur Königin gekrönt.
09:02Die mähnende Apostel drücken noch halb Trauer, halb schon ehrfürchtige Anbetung aus.
09:16Berühmt ist das Lichtwunder.
09:18Um Marie Himmelfahrt fällt ein Sonnenstrahl genau auf das Gesicht der Madonna.
09:22Auf der Gwärtsinsel nahe der Kirche steht dieses Blockhaus aus finnischer Polarkiefer.
09:31Der Wirt Jochen Kühe hat für uns ein besonderes Menü ausgewählt.
09:35Als Abrundung eines Besuches des Riemenschneideraltars in der Herrgottskirche haben wir hier im Blockhaus-Restaurant ein sogenanntes Riemenschneidermenü kreiert.
09:48Die Rezepte dazu haben wir gefunden in einem Kochbuch mit dem schönen Namen, wie man ein deutsches Mannsbild bei Kräften hält aus dem Jahre 1520.
09:56Das Menü besteht aus drei Gängen.
09:59Einmal die Suppen vom Lombarden, hauptsächlich eine Fleischbrühe mit Karotteneinlage, verfeinert mit Safran, Zimt, Thymian und Eiern.
10:09Als Hauptgericht ein gut Gericht vom Hirschen mit frischen in gut Butter geschwenkten Champignons, mit Semmelknödel, Kartoffeln gab es damals in Deutschland noch nicht und einer Preiselbeerbirne.
10:23Und als krönender Abschluss einen Bratapfel auf Vanillespiegel mit Waldbeeren.
10:30Wir würden uns freuen, wenn Sie anlässlich eines Besuches in der Herrgottskirche dieses Menü mal in unserem Hause probieren würden.
10:37Die grob geschnittenen Pilze schwitzt Jochen Kühe mit gehackter Petersilie in Butter an.
10:51So, da war ich jetzt fertig.
10:52Die ausgelöste und gebeizte Hirschkeule hat der Meister angebraten und dann eineinhalb Stunden in der Marinade geschmort.
11:07Nun ist das Fleisch butterweich und doch noch saftig.
11:12Zwei Semmelknödel verlangen nach einer kräftigen Soße.
11:29Die hat der Chef aus den gehackten Knochen der Keule gewonnen.
11:42Mit Wurzelwerk und Tomatenmark wurden sie geröstet und dann mit Rotwein abgelöscht.
11:46Nach fleißigem Passieren und Reduzieren kommt dann dieses samtige Glanzstück heraus.
11:55Auch die Champignons beweisen die Kunst des Wirts.
12:10Halbiert man sie nur, statt sie in Scheiben zu schneiden, dann behalten sie ihren Biss.
12:14Dazu noch die Preiselbeerbirne, die ideale süßfruchtige Ergänzung zu jedem Wildgericht.
12:34Von Kreglingen nach Rotenburg führt eine der beliebtesten Fahrradstrecken Deutschlands.
12:44Begleitet von der fröhlich plätschernden Taube tritt man noch einmal so schwungvoll in die Pedale.
13:07Aber auch der Nachwuchs kann sich hier austoben und die Mama ein bisschen ins Schwitzen bringen.
13:14Wir bleiben Genussradler. Rotenburg-Ob, der Tauber, läuft uns schon nicht davon.
13:25Der Name sagt, nun geht es hoch hinauf zur romantischsten Stadt der romantischen Straße.
13:35Vom Turm des Rathauses blickt man hinunter auf den historischen Marktplatz und auf die spitzgeblichen Fachwerkhäuser.
13:44Nun sind wir wieder heil unten am St. Georgsbrunnen.
13:48Es war aufwendig, das Wasser in die hochgelegene Stadt zu leiten.
13:51Entsprechend prächtig wurden die Brunnen geschmückt.
13:56Von der Kunst der Schmiede zeugen die Ausleger der Wirtshäuser in Rotenburg.
14:01Eines schöner als das andere werben sie um Gäste.
14:03Direkt am Würzburger Tor liegt das Hotel Mittermeier.
14:15Seine Gäste schätzen das gepflegte Ambiente des Vier-Sterne-Hauses und die feine Küche von Christian Mittermeier.
14:21Grüß Gott, liebe Zuschauer.
14:25Heute haben wir für Sie ein Menü gekocht, so wie wir es selber gerne mögen.
14:29Und zwar bestehend aus einer Balontine vom Schwarzfederhuhn.
14:32Das ist ein einheimisches Huhn, das sehr fleischreich ist und ein sehr aromatisches und saftiges Fleisch hat.
14:38Diese Balontine haben wir angerichtet auf Venus und Stabmuscheln.
14:42Das klingt ein bisschen verrückt, aber das schmeckt sehr gut.
14:44Das Menü geht weiter mit den Ravioli von geschmorten weißen Zwiebeln auf Rahmspinat und Wachtelspiegelei.
14:52Und danach gibt es einen Fisch zum Hauptgang.
14:54Der Fisch ist ein geangelter Wolfsbarsch auf einem Tomaten-Suchu mit Kartoffelstäbchen.
14:59Den süßen Abschluss bildet unser Soufflé vom Lussey-Quark.
15:03Die Zubereitung des Hauptgangs, die zeigt Ihnen jetzt der Oliver Krieger in der Küche.
15:07Viel Vergnügen.
15:14Küchenchef Kringer brät das Wolfsbarschfilet in Olivenöl auf der Hautseite an und lässt auch gleich die Jakobsmuscheln mitschmoren.
15:22Nach exakt sieben Minuten werden Fisch und Muscheln gewendet.
15:26Ein Sträußchen frischen Thymians liefert Würze.
15:30In Erdnussöl werden die Kartoffelstäbchen frittiert.
15:38Für den Sugo brät Kringer die Zucchiniwürfel scharf an.
15:44Streifen von grünen und schwarzen Oliven kommen dazu, später dann noch Cocktailtomaten und Kapern.
16:00Mit dunkelbraunem, provenzialischem Pesto wird abgeschmeckt.
16:04Nun brät der Sugo noch eine Minute in der Pfanne mit.
16:25Dann kann angerichtet werden.
16:27Der Meister bereitet seinen Meeresfrüchten ein würdiges Bett.
16:32Der Wolfsbarsch nimmt darauf Platz.
16:34Die Jakobsmuscheln gruppieren sich drumherum.
16:46Nach diesem Stress darf auch ein Spitzenkoch ein bisschen Spaß haben.
16:50Mit Vergnügen stapelt Oliver seine Pommes frites wie Bauklötzchen aufeinander.
17:09Mit der Aufführung des Meistertrunkes erinnern sich die Rotenburger an das Jahr 1631.
17:15Generalissimus Tilli hatte mit seinen kaiserlichen Truppen das protestantische Rotenburg erobert.
17:22Der Bürgermeister bat den Feldherrn und Nade und bot ihm einen Schluck aus dem 13 Schoppen fassenden Stadthunken an.
17:29Der Kriegsherr lächelte fein.
17:42Wenn der Bürgermeister den Wein in einem Zug leere, dann bleibe die Stadt verschont.
17:47Gesagt, getan.
17:49Der gute Mann war anschließend wohl blau, Rotenburg aber gerettet.
17:52Wenn das kein Grund zum Feiern ist.
17:54So sucht an diesem Festtag mancher Landsknecht samt schöner Marketenderin bei fröhlichem Mahl diesem Meistertrunk nachzueifeln.
18:12Mein Schläfchen in Ehren kann dann niemand verwehren.
18:29Der Rotenburger Wein hat es aber auch in sich.
18:37Hier im Keller des Gasthofs Glocke reift der Rebensaft der südlichsten Weinberge Frankens.
18:43In großen Holzfässern nach alter Väter-Sitte und nicht in computergesteuerten Stahltanz.
18:48Weil das so ist, muss Albert Thürauf öfter einmal nach dem Rechten sehen, was sein weißer Johanniter und der tiefrote Regent denn so machen.
19:04Beides Neuzüchtungen, aber Abkömmlinge widerstandsfähiger Landsorten.
19:10Naja, scheint alles in Ordnung zu sein.
19:13Der Winzer nimmt uns mit zu seinem Weinberg vor den Toren der Stadt.
19:17Ja, da haben wir unseren Rebsorten-Lehrpfad.
19:23Es sind insgesamt 120 verschiedene Sorten, die wir hier zeigen.
19:27In Einzelexemplaren, zum Teil auch historische Rebsorten, die schon lange nicht mehr im Anbau sind.
19:33Einen, den wir hier haben, ist zum Beispiel der Heunisch.
19:37Früher wichtig, alte Landsorte.
19:41Und heute geht man wissenschaftlich den alten Sorten nach.
19:44Versucht die Verwandtschaftsbeziehungen aufzudecken.
19:50Und so ist man draufgekommen, dass rund 85 Prozent aller heutigen Rebsorten Heunisch-Erbgut tragen.
19:56Insoweit ist der Heunisch als eine der Ur-Sorten anzusehen.
20:00Peter Nettwall hat den fränkischen Weingöttern ein Denkmal gesetzt.
20:06Also der Vater Main ist hier als älterer Herr dargestellt, der frisch aus seinem Flussbett aufgetaucht ist.
20:17Er trägt wichtige Attribute.
20:19Er ist eben schiffbar, hat hier einen alten Lastkahn.
20:24In seinem Gewässer tummeln sich reichlich Fische.
20:27Und an den Hängen wächst Wein.
20:30Zu sehen an den Attributen Weinlaub und Weintraube am Kopf.
20:38Und er prostet seiner Tochter ganz viel Sand zu.
20:40Was zu unserer Brotzeit im Glas funkelt, ist ein Rotling, in Württemberg auch Schiller genannt.
20:57Weiße und rote Rebsorten werden zusammen angebaut und gekeltert.
21:01Dieser gemischte Satz war früher eine beliebte Methode des Weinbaus.
21:05Zur deftig gewürzten fränkischen Wurst, die Albert Thür auf uns vorsetzt, schmeckt der Rotling ganz hervorragend.
21:20Beim Urvater Heunisch sind wir da nicht so sicher.
21:24Der trug jahrhundertelang den verdächtigen Beinamen Bettschisser.
21:35Doch angesichts der Weingöttin wollen wir davon lieber schweigen.
21:43Standesgemäß mit der Kutsche verlassen wir das Taubertal und erklimmen die Frankenhöhe.
21:55Schon von weitem grüßt Schloss Schillingsfürst, heute noch vom Adelsgeschlechter Hohenlohes bewohnt.
22:02Spanische und französische Vorbilder hatte der Bau.
22:05Erkennbar ist es, kein fränkischer Barock.
22:10Aus feudalen Zeiten stand noch der Jagdfalkenhof.
22:13Heute eine Stütze des Tourismus.
22:16Adler, Falken, Milane und Geier können hier aus nächster Nähe oder in freiem Flug bewundert werden.
22:21Die Stadt Schillingsfürst birgt dieses einzigartige technische Denkmal.
22:33Eine Ochsentretanlage, mit deren Hilfe das Wasser hinauf zum Schloss befördert wurde.
22:37Auf der Drehscheibe trottete der arme Ochse im Kreise.
22:51Mit Zahnrädern und Wellen wurde das kostbare Nass in den Turm hochgepumpt,
22:55so dass es mit genügend Druck aus den fürstlichen Wasserhähnen plätschern konnte.
22:59Wenn es die Schillingsfürster darauf anlegen, verstehen ihre Besucher nur Bahnhof.
23:18Oh, heute gibt es was Gutes zum Wacheln, heute gibt es was Gutes.
23:21Ein Fetzi, ich putze zwei Schlenk, ein Kroniklbossert, ein Kronert und ein Lechum.
23:30Das spachtel ich auch.
23:31Was ist das?
23:31Aber zuerst noch ein Lechum mit Schmunk, Sprung ist ja schon da.
23:37So, lasst es euch gut schmecken.
23:39Prost, danke.
23:41Prost.
23:51Die Geheimsprache jenisch, auch Rotwelsch genannt, ist Mitte des 18. Jahrhunderts nach Schillingsfürst gekommen.
23:57Schlosser Karl-Albrecht lud fahrendes Volk ein, sich hier anzusiedeln.
24:03Und das brachte seine verzinkte Gaunersprache mit.
24:06Besonders beim Essen und Trinken hat sich noch manches erhalten.
24:09Plamp heißt zum Beispiel Bier und der Schnaps ist ein gefinkelter Johann.
24:15Komm, komm, komm, komm, hopp, hopp.
24:27Auf der Speisekarte des Gasthofs zur Post steht ein Flatterling nach der Graviser Häpfi.
24:38Für alle, die nicht jenisch können, das ist ein gebratenes Täubchen auf Großmuttersart.
24:44Den Flatterling füllt Ute Laiblein mit einer Farce aus Semmeln, Zwiebeln, Petersilie und den gehackten Innereien.
24:51In Butterschmalz werden die Täubchen rundum angebraten.
25:01Das Wurzelgemüse, Karotten, Sellerie und Zwiebeln röstet in der Pfanne.
25:31Erst zum Schluss gibt Ute die Lauchlinge dazu.
25:51Die Tauben werden auf das Gemüsebett gesetzt.
26:01Die Köchin gießt Geflügelbrühe auf.
26:0740 Minuten schmoren die Flatterlinge im Ofen.
26:21Blanchierte Prinzessbohnen und Karottenstreifen lässt die Küchenchefin in Olivenöl leicht angehen.
26:27Und löscht sie mit einem Gemüsefond ab.
26:43Für das Püree werden gekochte Kartoffeln in heiße Milch gedrückt, mit Salz und Muskat gewürzt und mit einem Stückchen Butter aufgeschlagen.
26:50Schön braun sind die Täubchen im Ofen geworden.
27:03In ihrem Bauch steckt die appetitlich duftende Fülle.
27:06Auf den Teller spritzt Ute kleine Kartoffelschneeberge.
27:15Dazwischen lässt sich die Taube nieder.
27:32Die Lücken füllt die Küchenchefin mit ihrem bunten Gemüse.
27:35Dazu gibt es den durchpassierten Bratfond und eingemachte Flammen.
27:56Ein knuspriger Flatterling auf dem Tisch.
28:15Ein spritziger Riesling im Glas.
28:17Und dahinter diese Aussicht.
28:31Auf der Frankenhöhe könnten wir Schlemmerreisende auch sesshaft werden.
28:35Brok!
28:36Brok!
28:45Vorsopp!
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