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LernenTranskript
00:00Seit jeher haben die Menschen zu den Sternen geschaut.
00:06Seit jeher hat uns das Universum fasziniert und Fragen aufgeworfen.
00:12Was ist noch da draußen? Wie ist das alles entstanden? Wo kommen wir her?
00:20Der Mensch will wieder zurück zum Mond. Es ist wie eine alte Liebe, die neu erwacht.
00:26Alle Raumfahrtnationen denken über Missionen zum Erdtrebanten nach. Bemannt und unbemannt.
00:34China, Russland, Amerika, aber auch Europa und Japan.
00:39Die Geschichte des Mondes ist auch die der Erde.
00:42Und vielleicht ist er der Ort, an dem der Mensch lernt, dauerhaft fern seines Heimatplaneten zu leben.
00:49Herzlich willkommen bei Spacetime mit Ulrich Walter, Astronaut und Wissenschaftler.
00:55Er weiß, im Weltraum wartet Unglaubliches auf uns.
01:03Die erneute Erforschung des Mondes hat bereits begonnen.
01:07Sie ist nicht mehr politisch motiviert, wie zu Zeiten des Kalten Krieges, sondern soll rein wissenschaftlichen Zwecken dienen.
01:13Sonden vermessen, erkunden und kartografieren den Mond genauer als je zuvor.
01:21Und auf dem Erdtrabanten wurden Spuren von Wassereis nachgewiesen.
01:26Daraus könnte Raketentreibstoff gewonnen werden.
01:29Eine Grundvoraussetzung für eine erste bemannte Mission tief in unser Sonnensystem.
01:34Was werden Sie sagen?
01:53Wir waren doch auf dem Mond.
01:54Ende der 60er und Anfang der 70er Jahre sind wir doch hingeflogen.
01:58Was wollen wir also dort?
01:59Nun, um genau zu sein, waren wir eigentlich die ganze Zeit über beim Mond.
02:04Denn wir hatten unbemannte Missionen, zum Beispiel Clementine, kartografische Sonden, die also die Oberfläche genau aufgenommen haben.
02:10Oder Elkos.
02:11Aber alles, was unbemannt ist, zählt ja nicht.
02:14Und jetzt sagen die Amerikaner, wir sind Pioniere.
02:17Wir wollen wieder hinaus in die Tiefen des Universums, zum Mond und dann später auch zum Mars.
02:22Also hin zum Mond.
02:24Wann werden wir dorthin fliegen?
02:26Beim Mond.
02:26Nun sagen die Amerikaner so 2023, 2024.
02:31Aber nicht dort landen, sondern wie damals Apollo 8 schon.
02:35Einfach erst nur mal um den Mond fliegen, schauen, ist alles okay, funktioniert die Technik, um dann gleich wieder zurückzufliegen.
02:42Also dieselbe Situation wie Ende der 60er Jahre.
02:45Es war ein Symbol für die Überlegenheit des Westens.
02:52Der Start dreier US-Astronauten in Richtung Mond.
02:55Apollo 8 war der erste bemannte Flug des amerikanischen Mondprogramms.
02:59Die drei Astronauten, Frank Borman, James Lovell und William Anders, sollten den Mond umkreisen und als erste Menschen seine Rückseite sehen.
03:07Doch auf ihrem Flug begleiteten die Entdecker ganz irdische Probleme.
03:11Einem meiner Kollegen wurde sehr schlecht.
03:17Ich möchte nicht ins Detail gehen, aber es war so schlimm, dass ich meine Sauerstoffmaske gegen den Geruch benutzte.
03:24Es wurde auch etwas unordentlich und wir waren auf dem Weg zum Mond lange mit Putzen beschäftigt.
03:29Die Reise von Menschen zu einem fremden Himmelskörper.
03:38Sie waren aufgebrochen, um den Mond zu erkunden.
03:42Doch sie entdeckten die Erde.
03:43Und da tauchte die Erde über dem Horizont des Mondes auf.
04:00Es war nicht vorgesehen, dass wir Fotos von der Erde machten.
04:04Wir sollten uns auf den Mond konzentrieren.
04:07Ich hatte nicht einmal einen Belichtungsmesser.
04:10Ich entschied mich, die NASA-Planung zu missachten und Frank Borman scherzte noch,
04:16Hey Bill, du kannst die Erde nicht fotografieren, das ist nicht vorgesehen.
04:26Ich nahm die 70 mm Hasselblatt mit dem Farbfilm und eine lange 250 mm Linse und schoss eine Serie.
04:36Wie eine Maschinengewehrseile.
04:40Eines davon wurde das berühmte Foto vom Aufgang der Erde.
04:51Es war das Bild des Jahrtausends.
04:54Die ganze Welt verfolgte den ersten Flug von Menschen zum Mond.
04:58Kurz vor Weihnachten 1968, am Ende eines Jahres voller Gewalt und Revolte und Protesten gegen den Krieg in Vietnam,
05:08schickte Astronaut Bill Enders seine Live-Botschaft zur Erde.
05:11Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde.
05:17Die Erde aber war wüst und leer, und es war finster auf der Tiefe.
05:23Und Gottes Geist schwebte auf dem Wasser.
05:27Und Gott sprach, es werde Licht, und es ward Licht.
05:32Gott sah, dass das Licht gut war.
05:37Dann schied Gott das Licht von der Finsternis.
05:41Der Blick auf die Erde demonstrierte den Astronauten und auch der Menschheit die Einzigartigkeit und die Verletzlichkeit des blauen Planeten in der Unendlichkeit des Alls.
05:51Fast ein halbes Jahrhundert, nachdem der letzte Astronaut den Mond verlassen hat, erwacht die alte Liebe neu.
05:59Der Mensch will wieder zurück zum Mond. Seine Faszination auf uns ist ungebrochen.
06:05Der Mond hat natürlich auch für uns eine große kulturelle Bedeutung, weil die Nacht ist ja bedrohlich.
06:11Der Mond ist sozusagen ein Licht in der Nacht. Er gehört zur Erde dazu irgendwie.
06:15Er ist sozusagen ein vertrauter Nachbar und er schützt uns in gewisser Weise, weil sonst vielleicht zwischen uns und dem Weltall gar nichts mehr wäre.
06:26Der Mond ist der uns am nächsten gelegene Himmelskörper. Nur drei Reisetage von der Erde entfernt.
06:33Wenn ich den Mond sehe am Himmel, dann versuche ich mir einfach vorzustellen, wie das Menschen dort oben sind oder sein könnten.
06:40Und versuche mir vorzustellen, wie es ist, wenn dort tatsächlich ein Habitat stehen würde und dort wären Menschen,
06:46vielleicht sind sie gerade draußen in einem Raumanzug laufen durch die Gegend oder sind vielleicht gerade in diesem Habitat drin, schauen zurück zur Erde.
06:52Ich finde das unglaublich faszinierend.
06:55Der Mond als Auslöser der Sehnsucht, den eigenen Planeten zu verlassen und das All zu erobern.
07:02Bereits 1870 beschrieb Jules Verne in seinem Roman Reise zum Mond, die Eroberung des Himmelskörpers.
07:10Und 1902 ließ dann der französische Filmemacher Georges Mélié seine Helden den Mond erobern und nahm dabei den spektakulärsten Anblick der Neuzeit vorweg.
07:22Die im All schwebende Erde, die über dem Mondhorizont aufgeht.
07:26Es war auch zuerst der Mond, der die Frage aufwarf, sind wir alleine im Universum?
07:36Seit jeher beschäftigt er Astronomen und Kulturwissenschaftler gleichzeitig.
07:41Und trotzdem weiß die Forschung bis heute relativ wenig über ihn.
07:45Der Mond ist weitgehend unerforscht. Das ist erstaunlich, obwohl er ja so nah ist.
07:53Er ist halt dann ein bisschen in den Schatten getreten, nachdem man alle sich auf andere Planeten konzentriert haben.
08:00Der Mond ist aus wissenschaftlicher Begründung heraus interessant, weil er vermutlich entstanden ist durch einen Zusammenstoß mit einem anderen Himmelskörper.
08:08Und er hat keinen Flora, keine Fauna wie die Erde. Deshalb ist er so etwas wie ein Archiv. Also von der Seite her schon sehr spannend.
08:23Der Mond, entstanden durch eine kosmische Katastrophe.
08:28Die Kollisionstheorie gilt heute als die schlüssigste Erklärung für die Entstehung des Erdrabanten.
08:33Vor etwa viereinhalb Milliarden Jahren trifft ein Protoplanet von der Größe des Mars auf die sich noch formende Erdkugel.
08:43Die dabei freigesetzte Energie ist so enorm, dass sie einen Großteil der jungen Erde schmelzen lässt.
08:51Riesige Massen an Material werden ins Weltall geschleudert.
08:54Die Gravitation der Erde formt daraus eine Scheibe aus Gas und Staub, aus der sich schliesslich innerhalb weniger tausend Jahre der Mond bildet.
09:05Diese Theorie würde auch seine Größe erklären und sie passt gut zum Alter unseres Erdtrabanten und zu seiner Umlaufbahn um die Erde.
09:15Eine weitere Theorie besagt, dass die Erdkugel den Mond durch ihre Gravitationskraft eingefangen hat.
09:20Doch daran zweifeln die Wissenschaftler.
09:24Kann die Erde überhaupt so einen Mond einfangen? Ist das bahnmechanisch überhaupt denkbar?
09:36Sie können ja da die physikalischen Gesetze befragen und sagen, geht das überhaupt?
09:40Wir wissen, dass große Planeten kleine Körper einfangen können. Das geht in gewisser Weise.
09:45Aber die Erde kann die das und deswegen ist diese Einfangtheorie nicht besonders wahrscheinlich.
09:50Und dann bleiben nicht viele Alternativen.
09:54Also, dass der Mond durch einen Einschlag auf die Erde entstanden ist, ist dann wahrscheinlich noch das Wahrscheinlichste.
10:00Von der Erde aus sehen wir immer nur die eine Seite des Mondes.
10:04Die Rückseite wird oft die dunkle Seite des Mondes genannt.
10:08Aber auch dort treten die Mondphasen auf. Der Wechsel zwischen Licht und Dunkelheit.
10:15Haben Sie schon mal überlegt, warum das so ist, dass uns der Mond immer dieselbe Seite zuweist?
10:21Das ist gar nicht so einfach zu verstehen.
10:23Denn schauen Sie mal, wenn das die Erde ist und der Mond dreht sich um die Erde, dann muss es ja so sein, dass er nicht nur eine Umkreisung um die Erde macht,
10:34sondern er muss sich dabei auch genau einmal um sich selbst drehen, damit er immer dieselbe Seite zur Erde weist.
10:42Kann das Zufall sein?
10:45Nee, das ist kein Zufall.
10:48Das ist Astrodynamik, nennt man das.
10:50Woran liegt das?
10:51Nun, das Gravitationsfeld der Erde ist nicht parallel, sondern geht nach außen etwas weiter auseinander.
10:58Und das führt dazu, dass der Mond leicht in die Länge gedehnt wird.
11:03Also, wenn das hier die Erde ist, ist er in dieser Richtung etwas länger.
11:07Und das führt dazu, dass er sich nicht mehr frei um seine Achse drehen kann.
11:11Und das wiederum führt dazu, dass er mit der Zeit Drehenergie verloren hat, über die Jahrmilliarden und irgendwann zu einem sogenannten Lock-in gekommen ist.
11:23Also die Synchronisation der Eigendrehung mit der Drehung um die Erde.
11:28Das ist der Grund und das hat viele Milliarden Jahre gedauert.
11:32Wenn es jetzt aber so ist, dass wir immer dieselbe Seite sehen, und da haben sich die Menschen gefragt, wie sieht denn dann die Rückseite aus?
11:39Sieht sie genauso aus, was wir hier sehen, mit diesen dunklen und hellen Flecken?
11:44Und das ist ein Thema und eine Frage, das hat tausende von Jahren gebraucht, bis wir endlich vor wenigen Jahren die Antwort gefunden haben.
11:51Die erdabgewandte Seite des Mondes wurde zum ersten Mal durch die sowjetische Sonde Lunik 3 fotografiert.
11:59Mittlerweile liefern Mondorbiter hochauflösende Bilder der Mondrückseite.
12:04Sie sieht grundsätzlich anders aus als die Seite, die wir von der Erde aus sehen können.
12:08Es gibt auf der Rückseite nur einen Bruchteil der großen dunklen Flecken, die wir Menschen beim Blick auf den Mond stets sehen können.
12:18Früher hielten viele diese Flecken für Meere und so tragen sie auch heute noch den Zusatznamen Mare.
12:25Die Meere sind etwa drei Milliarden Jahre alt.
12:29Sie könnten durch Kollisionen mit großen Meteoriten entstanden sein.
12:33Man vermutet, dass Lava an die Oberfläche drang und nach und nach in die riesigen, durch die Einschläge entstandenen Krater floss.
12:44Es ist eine nicht bestätigte Theorie.
12:48Eine andere Theorie sieht die dunklen Ebenen nicht als Einschlagsbecken, sondern als das Ergebnis rein vulkanischer und seismologischer Aktivität.
12:57Messungen der Mondschwerkraft scheinen zu belegen, dass zumindest die größte Mare-Region, der Ozean der Stürme, durch einen rein geologischen Prozess entstanden ist.
13:11In beiden Fällen würde aber die auf den Mond wirkende Gezeitenkraft der Erde erklären, warum die großen Flecken überwiegend auf der sichtbaren Mondseite auftreten.
13:21Die Erdschwerkraft zog einst die Lava an, wie der Mond das Wasser unserer Ozeane.
13:31Sicher ist aber, dass der Mond auch weiterhin einem wahren Bombardement großer und kleiner Himmelskörper ausgesetzt war.
13:39So entstanden auf seiner gesamten Oberfläche die unzähligen Krater unterschiedlichster Größe, die bis heute sein Aussehen prägen.
13:47Allein von der Erde aus sind über 300.000 Mondkrater mit einem Durchmesser von mehr als einem Kilometer zu sehen.
13:58Weil also unser Mond durch einen Einschlag eines anderen Planeten in unsere Erde entstanden ist,
14:05ist so viel Masse in den Weltraum hinausgetragen worden, dass wir einen relativ großen Mond haben.
14:11Schauen Sie sich das an. Der Durchmesser des Mondes ist ungefähr ein Viertel des Erddurchmesters.
14:15Dieses Verhältnis 1 zu 4 ist einmalig in unserem Planetensystem. Das gibt es nur hier bei unserer Erde.
14:23Und das hat ganz wichtige Folgen. Das erste ist Ebbe und Flut.
14:27Die Gravitation des Mondes zieht an dem Wasser, an den Ozean unserer Erde.
14:32Und deswegen entsteht hier auf der Vorderseite ein Wasserbuckel und auf den Seiten haben wir dann die Ebbe.
14:38Es gibt aber noch einen zweiten wichtigen Grund oder eine Folge, warum der Mond auch gut für uns ist.
14:45Denn unsere Erde ist nicht wirklich rund. Sie ist etwas abgeplattet.
14:49Das liegt daran, dass sie sich dreht. Wir sehen das hier.
14:53Und durch diese Drehung ist sie am Äquator etwa 40 Kilometer breiter als an den Polen.
14:59Stellen Sie sich also unsere Erde wie eine Kugel vor mit einem Wulst drumherum am Äquator.
15:04Und an diesem Wulst greift die Gravitation des Mondes an und hält die Erde in dieser Drehachse.
15:12Das bedeutet, dass sich über die Jahrmilliarden diese Drehachse so gut wie gar nicht geändert hat.
15:18Und das war für uns lebenswichtig.
15:21Denn das garantierte, dass das Klima über die Jahrmilliarden konstant blieb.
15:26Das war auf dem Mars nicht so, das war nur auf der Erde.
15:30Und hätte es also unseren Mond nicht gegeben, gäbe es keine Menschheit auf der Erde.
15:36Woher wissen wir das alles?
15:38Nun, wir waren vor 50 Jahren auf dem Mond und dort haben wir dann sehr viel über den Mond und unsere Erde erfahren.
15:4516. Juli 1969. Eine Saturn-5-Rakete schießt Apollo 11 in Richtung All.
15:54An Bord die drei Astronauten Neil Armstrong, Edwin, Buzz Aldrin und Michael Collins.
16:02Zum ersten Mal sollen Menschen auf dem Erdtrabanten landen und seine Oberfläche betreten.
16:06Das größte Abenteuer der Menschheitsgeschichte.
16:12Die Nacht über bin ich wach geblieben, habe alles auf dem Fernseher verfolgt.
16:16Mein Vater hatte mir schon viel früher, nämlich 1957 sozusagen, den Ursprung dafür gesetzt, als Sputnik geflogen ist.
16:24Da hat er mir gesagt, Junge, da oben fliegt Sputnik.
16:27Und seitdem habe ich dann immer, natürlich mit drei Jahren noch nicht, aber später dann alle Raumfahrtmissionen verfolgt.
16:33Und natürlich auch diese Nacht.
16:34Und ich bin dann gleich aufgeblieben. Ich habe mich dann nicht mehr ins Bett gelegt. Ich war so aufgeregt.
16:38Ich bin dann gleich die ganze Nacht aufgeblieben.
16:41Nach vier Tagen Flug landen die ersten Menschen auf dem Erdtrabanten.
16:46Es ist der 20. Juli 1969. 20.17 Uhr Weltzeit.
16:52Ort Mare Tranquillitatis, das Meer der Ruhe. Mond.
16:57Zuerst betritt Neil Armstrong die Mondoberfläche.
17:0015 Minuten später folgt ihm Buzz Aldrin.
17:04Die beiden Astronauten hissen die US-Flagge, installieren einen Laserreflektor und nehmen Bodenproben.
17:11Die ersten Menschen auf dem Mond sammeln insgesamt 21,6 Kilogramm Mondgestein ein.
17:17Doch die Mission hat keinen eigentlichen wissenschaftlichen Zweck.
17:21Das Apollo-Programm war kein Programm der Wissenschaft oder Forschung.
17:33Es war ein Programm, um die kommunistische Sowjetunion zu schlagen und sollte so beweisen, dass unser System, Demokratie und Kapitalismus das Bessere ist.
17:42In fünf weiteren Missionen betraten US-Astronauten den Erdtrabanten.
17:52Die letzten Spuren im Mondstaub hinterließ Eugene Cernan.
17:56Das war im Dezember 1972.
17:59Danach wurde es erst einmal ruhig um den Mond.
18:02Der Mond ist in den letzten Jahren wieder interessant geworden, weil man ihn als Sprungbrett benutzen möchte, um weiter zu fliegen.
18:12Also zum Mars zum Beispiel.
18:14Und es ist so was wie der erste Schritt aus der Haustür raus.
18:18Man hat das damals mit den Apollo-Missionen gemacht, um überhaupt mal technologisch zu zeigen, wir können das.
18:22Ja, also die Amerikaner in diesem Falle.
18:25Aber wenn man zum Mars will, muss man mehr machen.
18:28Man kann nicht nur einfach zum Mond fliegen und sagen, wir haben es geschafft, sondern man muss zeigen, dass man zwischen Mond und Erde eine Verbindung schaffen kann.
18:37Also dass man zum Beispiel auf dem Mond eine Station aufbauen kann, wo Personen mehrere Wochen oder Monate leben können.
18:44Der Mensch wird es sich nicht nehmen lassen, seinen Fuß erneut auf die Mondoberfläche zu setzen.
18:50Als Wissenschaftler und als Forscher.
18:52Er ist der perfekte Ort, um neue Technologien zu erproben.
18:57Zudem ist der Mond voller Rohstoffe.
19:00Im Jahr 2009 konnte die Wissenschaft gefrorenes Wasser auf ihm nachweisen.
19:05Zwei Jahre vorher wurde von der X-Prize Foundation ein Wettbewerb für die erste private Mondlandung ins Leben gerufen.
19:12Das Preisgeld stiftete Google.
19:14Doch keines der Teams konnte die Aufgabe erfüllen.
19:17Der X-Prize lief einfach aus, dann zu einem gewissen Zeitpunkt.
19:20Das ist bedauerlich.
19:22Aber man muss sagen, Google hat trotzdem erreicht mit seinem X-Prize, dass es eben auch kleinere Unternehmen gibt, die das jetzt bewegen.
19:30Zum Beispiel die Part-Time Scientists, hier auch aus Deutschland heraus, die diesen Flug zum Mond trotzdem machen werden.
19:36Wir haben einfach eine ganz andere Welt zu heute.
19:40Wir haben nicht mehr diese beiden Supermächte, Sowjetunion und Vereinigten Staaten von Amerika, die Raumfahrt machen im Kalten Krieg,
19:47sondern wir haben heute mehr als 70 Raumfahrtnationen weltweit, plus Industrie, plus Wissenschaft, die alle Raumfahrtmissionen machen.
19:55Und das ist eine ganz neue Welt und das ist eine tolle neue Welt, die uns ganz neue Dinge ermöglicht.
20:00Aufgabe war, ein Rover auf dem Mond zu landen und Bilder zurück zur Erde zu funken.
20:06Die Preisstifter wollten so den Anreiz zur Entwicklung neuer Technologien und Geschäftsfelder schaffen.
20:12Ganz unabhängig von staatlichen Einrichtungen.
20:14Was wollte denn Google jetzt mit seinem X-Preis erreichen?
20:19Nun, Google sagte im Jahre 2007, das erste Team, was erfolgreich auf dem Mond landet und dann noch 500 Meter weit mit einem Rover fährt,
20:29die bekommen 20 Millionen Dollar.
20:31Reichen denn 20 Millionen?
20:33Nein, es haben sich mehr als 20 Teams beworben, aber die mussten viel mehr Geld investieren.
20:39Denn allein eine Rakete, um von der Erde zum Mond zu fliegen, dafür muss man 100 Millionen investieren.
20:44Also sehen, dieser Preis hat nicht gereicht und das war dann der eigentliche Grund, warum es gescheitert ist.
20:51Ist damit das Geld umsonst ausgegeben für diese Teams?
20:54Nein, überhaupt nicht.
20:55Denn das waren ja alles junge Ingenieure, hoch engagierte Menschen und sie haben viel neue Technik entworfen.
21:02Und diese jungen Ingenieure haben nicht nur viel für ihr Leben gelernt,
21:05sondern diese Menschen werden in Zukunft tatsächlich günstige Technologie bauen,
21:10um dann wirklich damit zum Mond zu fliegen und vielleicht später auch zum Mars.
21:15Auch deutsche Teams beteiligten sich an dem Wettbewerb.
21:19Die aussichtsreichsten Kandidaten kamen aus Berlin.
21:23Junge Menschen, die den Mond erobern wollen.
21:26Ich fand das vom Gedanken her so unglaublich, diese Vorstellung, dass man privat, als Privatinitiative,
21:34privat wirtschaftlich, aber auch als private Person sagt, ich baue etwas, was ich ins All und zum Mond schicke.
21:40Und das war das, was mir damals zu diesem Anschub gegeben hat, sich mit Freunden, Bekannten und allen Leuten,
21:45die man so finden kann, zusammenzusetzen, zu diskutieren, macht das Sinn, kann man das machen, braucht man, muss man die NASA sein,
21:52oder kann man privat überhaupt sowas bestellen?
21:54Das Start-up-Unternehmen gewann einen der begehrten Milestone-Preise des Wettbewerbs.
22:01750.000 Dollar, die in den Aufbau der Firma gesteckt wurden.
22:08Mittlerweile arbeitet das junge Unternehmen unter realen marktwirtschaftlichen Bedingungen an dem Projekt Mondlandung.
22:16Das Landemodul und der Rover befinden sich in der Endentwicklung.
22:21Uns geht es darum, dass wir Raumfahrt quasi erschwinglich machen, dass eine Universität, die jetzt ein Instrument entwickelt hat,
22:32mit unserer zu uns gehen kann und sagen kann, hey, pass auf, wir wollen dieses Experiment auf der Mondoberfläche haben.
22:37Und dann für einen kleinen Obolus bringen wir das dann dorthin und dann kann diese Universität das Experiment durchführen.
22:44Momentan ist das halt alles noch staatsgetrieben und von daher auch sehr bürokratisch und politisch.
22:52Und wir wollen quasi mit unserer Dienstleistung Ländern und Universitäten, die EU, den Weg zur Oberfläche des Wohnens bereiten,
23:01die bisher das noch nicht konnten.
23:03Mit den Erfahrungen der Apollo-Mission und dem Fortschritt der Technik ist eine unbemannte Landung auf dem Mond auch für private Unternehmen durchaus realisierbar.
23:13Nicht günstig, aber im Bereich des Möglichen.
23:16Eine ganz neue Etappe bei der Eroberung des Weltraums hat begonnen.
23:20Wie schwierig ist es eigentlich zum Mond zu kommen?
23:24Nun, er ist eine Entfernung von etwa 400.000 Kilometer.
23:29Das ist schon ziemlich viel im Vergleich zur Raumstation.
23:32Die fliegt nur in einem Abstand von 400 Kilometer.
23:35Man ist in einer Dreiviertelstunde in der Raumstation und wieder zurück.
23:39Zum Mond braucht man zwei bis drei Tage und man muss ja auch noch dort landen.
23:43Man braucht also ein Landegerät und dann wieder zurück den ganzen Weg.
23:46Und überhaupt die ganze Versorgung dauert auch mehrere Tage hin und zurück.
23:50Also Sie sehen, der ganze Aufwand ist gigantisch.
23:53Die Rakete muss doppelt so groß sein wie eine Soyuz-Rakete.
23:56Der Aufwand ist riesig.
23:58Und wenn wir auf dem Mond sind, haben wir ja noch ganz andere Probleme als hier auf der Erde oder auf der Raumstation.
24:03Denn dort oben sind ganz andere Temperaturen.
24:06Tags ist es etwa 100 Grad Celsius heiß und nachts minus 100 Grad Celsius.
24:12Also insgesamt 200 Grad Celsius.
24:15Das muss mein Raumanzug aushalten können.
24:19Und dann gibt es noch die ganze Sonnenstrahlung.
24:21Ich meine jetzt nicht das Licht, sondern der Sonnenwind, also die Protonen, die auf meinen Anzug einprasseln, ihn durchdringen und meine Gene verändern.
24:30Astronauten auf dem Mond verlieren so im Mittel einige Jahre an Lebenserwartung dadurch.
24:35Und dann habe ich noch den Druck, den Indruck in meinem Anzug.
24:39Draußen habe ich ja Vakuum.
24:40Der Anzug ist steif.
24:41Ich kann mich nicht so gut bewegen.
24:43All das sind Probleme, die uns auf dem Mond erwarten.
24:47Gleich ein ganzes Dorf möchte die Europäische Raumfahrtagentur ESA auf dem Mond errichten.
24:53Noch ist es eine Idee.
24:55Ein Konzept für eine Zusammenarbeit aller Raumfahrtnationen.
24:58Moon Village soll der neue internationale wissenschaftliche Außenposten der Menschheit im All sein.
25:06Ähnlich den Forschungsstationen in der Antarktis.
25:10Raumfahrt hat neben diesen wissenschaftlichen Aspekten und neben diesem Explorationsgedanken eben auch geopolitische Wirkung.
25:18Und deshalb war es mir wichtig, etwas zu überlegen, wo wir diese geopolitische Dimension noch stärker ausprägen können.
25:26Und da kam diese Idee des Moon Village.
25:28Also eine Idee, was ist ein Dorf auf der Erde?
25:30Ein Dorf auf der Erde ist, da sammeln sich Leute zusammen, die einem sagen, okay, dieser Ort ist interessant, hier können wir eine Gemeinschaft bauen.
25:37Und diesen Gedanken jetzt übertragen in die Raumfahrt hieß, einen Ort zu finden, das ist der Mond.
25:46Der Bau einer internationalen Station auf dem Mond wäre ein logischer Schritt in der Weiterentwicklung der Weltraumforschung.
25:56Ich finde dieses Konzept des Moon Village sehr inspirierend, sehr faszinierend.
26:01Und ich denke, es ist auch eine gute Idee, um die verschiedenen internationalen Institutionen zusammenzubringen und tatsächlich an einem Strang zu ziehen, um Menschen auf den Mond zu bringen.
26:12Denn Menschen zum Mond zu bringen, das ist nichts, was eine einzelne Nation allein machen sollte oder wahrscheinlich auch kann,
26:19sondern das erfordert wirklich starke internationale Zusammenarbeit.
26:22Der Raumfahrtindustrie würde ein eigenes Forscherdorf auf dem Mond einen gewaltigen Aufschwung bescheren.
26:33Eine dauerhafte Station würde helfen, neue Technologien zu testen.
26:38Gleichzeitig würde sie auch ganz neue Technologien hervorrufen.
26:42Man könnte hier die Techniken entwickeln, um noch viel tiefer in unser Sonnensystem vorzudringen
26:47und lernen, wie der Mensch lange Zeit außerhalb seines Planeten leben kann.
26:52Und diese internationale Forschungsstation würde die Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Nationen der Erde vertiefen.
27:01Zum Mond kann jeder hinfliegen, natürlich mit technischen Schwierigkeiten, aber jedenfalls er kann hin.
27:06Es gibt keine Schleusen, die einen abwehren können, wie bei der Internationalen Raumstation.
27:10Man kann also auch selbstständig zum Mond fliegen.
27:13Das ist der eine Punkt. Und das andere, es gibt so viele unterschiedliche Akteure weltweit.
27:18Wenn die nun gemeinsam oder unabhängig voneinander, aber zum selben Ort fliegen,
27:22dann ist das plötzlich eine neue Gemeinschaft und führt zur internationalen Zusammenarbeit auf einem ganz anderen Niveau.
27:29Wissenschaftler und Ingenieure forschen an Problemlösungen zur Besiedlung fremder Himmelskörper.
27:34Ob Mond oder Mars, der Mensch muss dort dauerhaft überleben können.
27:38Er braucht eine Behausung, ein Habitat.
27:45Das Baumaterial komplett von der Erde mitzubringen, wäre viel zu aufwendig und zu teuer.
27:53Speziell 3D-Drucker sollen Missionen ermöglichen, die weit von der Erde wegführen.
27:58Das Konzept ist, dass man eigentlich am Mond dann nur den Sand und die Sonne braucht.
28:06Es gibt ja keine Atmosphäre.
28:08Das heißt, man kann die Sonne optimalst nützen, den Strahl bündeln und so den Sand sintern.
28:15Das heißt, kurz vor dem Schmelzen und eben zusammenbacken.
28:19Längerfristig gesehen ist das ein sehr realistisches Konzept mit dem Material, das ich vor Ort habe,
28:25das zu verwenden, um Strukturen zu schaffen, die konstruktiv, statisch etwas aushalten,
28:33wo man innen eine druckdichte Hülle hineinblasen kann und so eben eine Basis konstruieren kann,
28:40wo man wirklich längerfristig auf mehrere Jahre hindurch forschen kann auf dem Mond.
28:45Roboter sollen selbstständig eine Basis auf dem Mond aufbauen.
28:50Die benötigten Rohstoffe und die Energie werden vor Ort gewonnen.
28:55Es sieht nach der Vision eines Science-Fiction-Autors aus.
28:58Doch genau daran arbeiten die Entwickler bereits.
29:03Diese Überlebung, den Regulit zu benutzen, um einen Strahlenschutz zu formen, ich denke, das ist sehr realistisch.
29:08Ich meine, im schlimmsten Fall, wenn das gar nicht funktionieren würde, den Regulit irgendwie zu bearbeiten,
29:14dann kann man ihn immer noch aufschütten.
29:16Das heißt, ich baue mein Habitat und schütte dann mehrere Meter hoch diesen Regulit auf.
29:20Das wäre so die, ich sage mal, die schmutzige Variante.
29:23Die etwas saubere Variante ist tatsächlich, dass man eine Mauer druckt.
29:28Ein langfristiges Überleben von Menschen auf fremden Himmelskörpern stellt die Wissenschaftler vor viele neue Herausforderungen.
29:36Es gibt sehr viele Sachzwänge, die harschen Umweltbedingungen oder eben auch dieser minimale Raum oder der Raum, der die Transportrakete vorgibt.
29:49Das Besondere an Ski ist, dass es auffaltbar ist, dass es aus Schalen besteht, die sich aus einem Kern heraus auffalten.
29:57Das Volumen wird verdoppelt.
29:58Es ist also kein sogenanntes aufblasbares Modul oder Inflatable, sondern eben über diese Schalen transformierbar.
30:06Die zukünftigen Eroberer des Alls werden nicht nur ein paar Stunden auf einem fremden Himmelskörper verbringen,
30:14sondern viele Wochen, Monate, vielleicht sogar Jahre.
30:22Wenn ich dann einmal auf dem Mond gelandet bin, wie sorge ich dafür, dass die einzelnen Module so positioniert werden,
30:27dass ich sie tatsächlich miteinander verbinden kann und wie dann auch die Verbindungen durchgeführt werden.
30:34Es ist natürlich nicht so, dass ich die Module irgendwie ablade und dann Menschen hinschicke und die bauen das zusammen.
30:40Das ist zum einen viel zu groß für einzelne Menschen, das zu schaffen.
30:44Und zum anderen möchte man ja das Habitat aufbauen, bevor man Menschen hinschickt.
30:48Denn das Ganze soll ja schon funktionieren.
30:50Man möchte ja sicher sein, dass das funktioniert, bevor man Menschen überhaupt in eine Rakete steckt und dort hinschickt.
30:55Das heißt, das Ganze muss auch so konzipiert sein, dass man das robotisch aufbauen kann.
31:01Auch die NASA will zum Mond zurückkehren.
31:03Die Amerikaner arbeiten bereits an einer neuen Schwerlastrakete.
31:10Mit ihr sollen Astronauten zum Mond fliegen.
31:14Und mit der neuen Superrakete will die NASA auch eine neue Forschungsstation in die Mondumlaufbahn schießen.
31:21Ihr Name?
31:22Lunar Orbital Platform Gateway.
31:24Wozu braucht man denn jetzt eigentlich so eine Raumstation um den Mond?
31:34Nun, zunächst erstmal, wie sieht so ein Orbit aus?
31:38Zunächst fliegt die Raumstation relativ nah am Mond vorbei, um dann ganz weit raus sich vom Mond weg zu bewegen.
31:45Ein voller Orbit, also raus und wieder zurück, dauert etwa eine Woche.
31:50Und daran sieht man, oh, das geht sehr weit raus.
31:54Nun, wozu brauchen wir so einen Orbit?
31:56Nun stellen Sie sich vor, die Orion-Kapsel mit den Astronauten will auf dem Mond landen.
32:01Dann dockt sie erstmal an dieser Raumstation an.
32:04Man checkt dann aus, nennt man das, um auch von hier aus erst auf den Mond runter zu gehen.
32:09Auf dem Rückweg dockt man wieder an die Raumstation an, um dann von hier aus wieder zurück zur Erde zu fliegen.
32:15Das ist der eine Punkt.
32:17Man braucht sie allerdings auch als Raumstation, um wieder Wissenschaft zu machen.
32:21Also das, was wir damals oder bisher mit der Raumstation um die Erde gemacht haben, machen wir jetzt um den Mond herum.
32:28Und was wir auch brauchen, ist eine Plattform, von der wir aus Fernsteuern können die ganzen Rover und Roboter,
32:34die sich eventuell auch auf dem Mond bewegen.
32:35Und ganz wichtig, wir wollen ja zum Mars.
32:39Und hier dient die Raumstation wiederum als Zwischenhaltepunkt, um zum Mars zu fliegen.
32:45Bisher war die internationale Raumstation der wissenschaftliche Außenposten der Menschheit im All.
32:51Doch das Weltraumlabor fliegt dem Ende seiner Betriebszeit entgegen.
32:59Und so sieht die NASA eine Station im Mondorbit als logischen nächsten Schritt.
33:05Doch noch ist dies nur ein Projekt.
33:09Und davon gab es bei der NASA in den letzten Jahrzehnten viele, die über ein theoretisches Stadium nicht hinausgekommen sind.
33:17Die NASA hat viele Projekte und sie ist vollkommen abhängig vom Kongress, von jedem einzelnen Senator.
33:28Das Hauptanliegen ist mittlerweile, den Leuten einfach ihren Job zu erhalten.
33:33Dabei ist es der NASA egal, an was die Leute arbeiten.
33:36Eine Station auf dem Mars, auf dem Mond, auf der Sonne.
33:40Solange das Geld da ist, um die Leute zu beschäftigen.
33:43Das ist der momentane Zustand unseres Raumfahrtprogramms.
33:46So sieht es leider aus.
33:50Seit dem Ende des Shuttle-Programms kann die NASA nicht einmal mehr selbst Astronauten ins All schießen.
33:55Die Amerikaner sind auf die russische Raumfahrtagentur Roskosmos angewiesen.
34:03Nur sie hat mit ihren Sojus-Raumschiffen die Möglichkeit, Menschen zur Raumstation zu transportieren.
34:09Eine bei den Amerikanern höchst unliebsame Abhängigkeit.
34:14Und Roskosmos lässt sich diese Transportleistung gut bezahlen.
34:18Rund 60 Millionen Euro muss die NASA für jeden Passagier an die Russen überweisen.
34:30Der Mond lockt nicht nur Wissenschaftler und Forscher an, sondern auch Goldgräber.
34:36Der Erdtrabant ist ein riesiges Rohstofflager, das um unseren Planeten kreist.
34:42Gold, Platin und Iridium werden auf dem Mond und den Asteroiden vermutet.
34:48Die Hoffnung auf das große Geschäft im All beflügelt die Fantasien von Privatpersonen und Investoren.
34:58Waren Unternehmergeist zeigt hier Luxemburg.
35:01Das winzige Großherzogtum plant seine Zukunft und will Vorreiter in Sachen Weltraumbergbau werden.
35:08Was kann man, was darf man, was ist im Einklang mit internationalem Recht.
35:12Wir haben mit mehreren Unis zusammengearbeitet und vielen Experten.
35:16Und kamen eigentlich zu dem Schluss, um es mal einfach auszudrücken, dass man die gleiche Gesetzgebung anwenden könnte, wie die der internationalen Gewässer.
35:26Die darf auch kein Staat sich aneignen.
35:28Allerdings darf er dort fischen und er darf den Fisch kommerziell auch nutzen.
35:33Vom Mond oder von Asteroiden gewonnenes Wasser lässt sich in Wasserstoff und Sauerstoff aufspalten.
35:42Eine ideale Quelle für Raketentreibstoff.
35:45Und Unmengen davon bräuchten bemannte Missionen tief in unser Sonnensystem.
35:50Eine Tankstelle im All wäre mehr als eine Goldgrube.
35:57Und so sammeln heute schon Firmen Geld ein, um in Zukunft nach Edelmetallen auf dem Mond zu schürfen oder Treibstoff im All zu gewinnen.
36:05Ich denke, es ist realistisch, Rohstoffe auf dem Mond abzubauen.
36:09Die Frage ist dann natürlich, was man mit diesen Rohstoffen bezwecken will.
36:12Ob man die zur Erde zurückbringt, um Rohstoffmangel hier auszugleichen.
36:17Das wäre eine Möglichkeit, ist aber mit Sicherheit sehr teuer.
36:20Die andere Möglichkeit ist, dass man die Rohstoffe, die man auf dem Mond gewinnt, gezielt dafür nutzt, um weiter ins All zu fliegen.
36:29Also dass man zum Beispiel Wasser auf dem Mond gewinnt, um dieses Wasser zu nutzen, um eine längere Reise zum Mars anzutreten.
36:38Das Fördern von Bodenschätzen im Weltraum oder dem Mond für eine gute Dividende auf der Erde.
36:45Das klingt heute noch nach Science-Fiction, könnte aber in naher Zukunft Realität werden.
36:57Space Mining, wie das ja so schön heißt, also Abbau von Rohstoffen im All, ist im Moment noch Science-Fiction.
37:05Aber wie in der Vergangenheit so häufig aus Science-Fiction Science-Facts wurden, glaube ich, dass das auch hier passieren wird.
37:11Ob der Mond nun das beste Objekt dafür ist oder ob man zum Beispiel zu Asteroiden fliegt, das kann ich nicht beurteilen.
37:19Aber Tatsache ist, dass es sehr ernstzunehmende Firmen gibt, die auch ernstzunehmende Überlegungen haben, um im Weltraum Rohstoffe abzubauen.
37:27Und auch die staatlichen Raumfahrtagenturen denken über den Abbau von Bodenschätzen auf dem Mond nach.
37:34Wenn die Menschen tief in unser Sonnensystem vordringen wollen, dann brauchen sie die Ressourcen aus dem All.
37:42Die Menschheit generell hat sich nie mit Grenzen abgefunden.
37:45Und wieso sollte man davon ausgehen, dass die Menschheit irgendwann sagt, okay, wir haben die Welt jetzt erforscht, die kennen wir und jetzt bleiben wir hier und alles ist gut.
37:54Ich denke, dass es der Drang sein wird, nicht nur wirtschaftlich, aber auch was die Entdeckung, die Erkundung angeht, dass die Menschheit sich immer mehr im Weltraum ausdehnen wird und ausdehnen will.
38:07Ob sich die kommerzielle Ausbeutung von Himmelskörpern rechnen wird, das steht noch in den Sternen.
38:16Also ich würde, glaube ich, nicht in so eine Firma investieren, wenn man das macht, vielleicht in 200 Jahren, aber ich glaube, das ist zu früh jetzt, das lohnt sich nicht.
38:25Die Kosten sind viel zu hoch. Also ich würde nicht in eine jetzige Exploration des Mondes investieren.
38:31Ich glaube, das ist keine wirtschaftliche Rechnung im Augenblick.
38:37Wenn sich aber der Mensch eines Tages im All ansiedeln möchte, auf dem Mars oder auf dem Mond, dann kann er das nicht langfristig ohne die Rohstoffe, die ihm der Weltraum bietet.
38:50Das Schöne an den Mondrohstoffen ist, dass man davon vieles zum Leben einfach gebrochen kann.
38:56Zum Beispiel das Wasser. Das Wasser gibt es in tief liegenden Kratern in Polen.
39:00Oder Regolith, also so ein Gestein, was ich hier habe, das kommt zwar jetzt aus meinem Garten, aber Mondgestein sieht eigentlich fast genauso aus.
39:07Und es besteht aus Quarz, also Lithiumoxid. Und da kann man den Sauerstoff herauslösen durch Sonnenenergie und damit kann man eben auch atmen.
39:14Übrigens, man kann den Mond auch ganz anders benutzen, dadurch, dass man ihn verkauft.
39:19Da gibt es zum Beispiel einen Herrn Dennis Hope in Amerika, der verkauft dort oben Grundstücke.
39:24Ein paar Millionen hat er schon verkauft und 40 Millionen Dollar hat er damit Gewinn gemacht. Das ist doch was.
39:29Ganz andere Pläne mit dem Erdrabanden hat die Firma Space Adventures.
39:35Zusammen mit der russischen Raumfahrtagentur Roskosmos will sie eine Reise rund um den Mond anbieten.
39:41Das Raumschiff wäre eine umgebaute Soyuz-Kapsel.
39:44Der Ticketpreis rund 150 Millionen Dollar.
39:48Das Reisebüro für Weltraumtouristen ist durchaus ernst zu nehmen.
39:51Es hat bereits einige Privatpersonen gegen Bezahlung zur internationalen Raumstation geschickt.
39:59Man sieht, dass der Mond sehr viel stärker in den Mittelpunkt gerückt ist.
40:03Und ich halte es für sehr vernünftig.
40:04Und wenn wir das auf globaler Ebene schaffen werden, dann wird das ein wunderbares Projekt werden für die Menschheit.
40:10Ebenfalls Reisen zum Mond will Elon Musk anbieten.
40:18Mit seinem privaten Raumfahrtunternehmen SpaceX sollen Touristen zu einer Mondmission aufbrechen.
40:26Die Ausflügler werden einmal den Mond umrunden und dann wieder zur Erde zurückkehren.
40:32Eine Landung auf dem Erdrabanden ist auch hier nicht vorgesehen.
40:40Geflogen wird mit der hauseigenen Dragon-Kapsel.
40:43Das Raumschiff wurde für den Transport von NASA-Astronauten zur Raumstation entwickelt.
40:49Das Wissen und die Technik sind vorhanden.
40:52Die erste Mission ist ausverkauft.
40:55Weitere zahlungskräftige Kunden stehen Schlange.
40:59Und diese erwartet eine spektakuläre und sehr exklusive Aussicht.
41:04Sehr aktiv in Sachen Mond sind auch die Chinesen.
41:11Die Volksrepublik China hat ein langfristiges Mondprogramm begonnen.
41:16In der letzten Phase des Programms soll dann eine bemannte Mission zum Erdtrabanten fliegen.
41:21Sie sagen, dass sie es tun können.
41:26Und ich glaube, dass sie die Mittel dazu haben.
41:30Ich glaube, dass die Chinesen dem Rest der Welt beweisen werden, dass sie bemannt zum Mond fliegen können.
41:35Die Chinesen haben bereits erfolgreich eine Sonde in die Umlaufbahn des Erdtrabanten geschossen.
41:51Im Dezember 2013 schickten sie dann die Sonde Chang E3 zu Mond und landeten sie auf der Oberfläche.
41:59Sie setzte dort den Rover Yutu, übersetzt Jadehase, ab.
42:05Mit dem Erfolg der Mission ist China nach den USA und der früheren Sowjetunion erst die dritte Nation der Erde, die eine Mondlandung unternommen hat.
42:15Der Mond als neues, altes Ziel der Raumfahrtnationen.
42:18Also fassen wir nochmal zusammen.
42:22Wir werden eine Raumstation haben.
42:24Die brauchen wir, um von der Erde kommend hier anzudocken, um dann runterzugehen auf den Mond.
42:30Dort werden wir Habitate haben.
42:32Wir werden versuchen, von den Ressourcen, also dem Regolith, dem Gestein, Sauerstoff zu extrahieren,
42:37um mit dem Wasser des Mondes zu leben.
42:39Wir werden zeigen, dass wir auf dem Mond überleben können.
42:43Und das nicht nur für Monate, sondern für Jahre.
42:46Warum das Ganze, werden Sie sich fragen.
42:50Nun, die Amerikaner haben dafür einen besonderen Ausdruck.
42:53Proving Ground, Testlabor.
42:56Wir müssen zeigen, dass wir den Mond nutzen können, um zu überleben.
43:01Und wir brauchen das, um zu zeigen, dass wir jahrelang auf dem Mars überleben können.
43:07Das ist der einzige Grund, warum wir das hier machen.
43:10Die Bedingungen auf dem Mars sind mittlerweile so gut erforscht, dass eine bemannte Mission planbar ist.
43:19Der rote Planet ist weitestgehend vermessen und kartografiert.
43:23Die Wissenschaftler kennen die Dichte der Atmosphäre und ihre chemische Zusammensetzung,
43:29die Temperaturen und die Häufigkeit von Sandstürmen.
43:32Es wurde Wasser auf dem Mars gefunden und auch das Gas, Methan, wurde nachgewiesen.
43:40Alles Daten, die für ein Überleben auf dem Mars eine entscheidende Rolle spielen.
43:44Die neue Schwerlastrakete SLS der NASA.
43:53SLS steht für Space Launch System.
43:56Die moderne Trägerrakete ist so leistungsfähig wie die legendäre Mondrakete Saturn V.
44:03Doch auch sie könnte nicht gleichzeitig Ausrüstung und Passagiere zum Mars transportieren.
44:08Deshalb müsste eine Mission in mehreren Phasen ablaufen.
44:16Erst wird das Material zum roten Planeten geflogen, dann folgen die Astronauten.
44:24Es ist also nur noch eine Frage der Zeit, bis der erste Mensch seinen Fuß auf den Mars setzen wird.
44:31Die Frage, wie können wir Treibstoff gewinnen, wenn wir zum Mars fliegen, müssen wir wieder wegfliegen vom Mars.
44:39Und alles hinzubringen, scheint nicht die vernünftigste Lösung zu sein.
44:42Zum Beispiel aus Wasser Treibstoff gewinnen, auch das können wir auf dem Mond prima ausprobieren,
44:47denn auf den Polen gibt es Wasser.
44:49Wie wir das genau gewinnen können, wie wir dann daraus Wasserstoff und Sauerstoff auch erzeugen können,
44:55das auszuprobieren auf dem Mond, ist sicherlich eine weitere Frage.
44:58Die dauerhafte Kolonialisierung des Mars strebt Elon Musk mit seiner Firma SpaceX an.
45:06Und er will dafür Raumschiffe entwickeln, die gleich hunderte von Siedlern auf unseren Nachbarplaneten fliegen.
45:17Ich glaube, wir müssen deutlich machen, dass dieser Traum Wirklichkeit ist.
45:21Wir werden es machen und immer mehr Unterstützer finden.
45:28Wir machen es möglich.
45:29Es war immer mein Ziel.
45:31Ich habe keine andere Motivation, Gewinne zu generieren, außer um sie in dieses Projekt zu stecken.
45:38Es ist mein Beitrag, dass aus der Menschheit eine multiplanetare Zivilisation wird.
45:44Der Mars soll besiedelt werden.
45:52Innerhalb von zwei bis drei Generationen könnten eine Million Menschen auf dem Mars leben.
45:58Noch eine Zukunftsvision.
46:00Doch gerade die privaten Raumfahrtunternehmen treiben den Markt an.
46:04Und das beschleunigt auch die technologische Entwicklung, sodass bemannte Reisen zum Mond und sogar zum Mars in greifbare Nähe rücken.
46:14Was wird denn jetzt eigentlich kommen in den nächsten Jahrzehnten?
46:20Werden wir auf dem Mond landen?
46:22Bemannt.
46:23Aber natürlich.
46:24Wenn wir zum Mond fliegen, dann werden wir natürlich auch runter und dort landen.
46:29Wird es ein Moon Village geben?
46:31Nun ja, wenn wir dort unten landen, werden wir natürlich Habitate haben müssen für Menschen.
46:36Ob es gleich ein ganzes Dorf sein wird?
46:38Vielleicht.
46:39Vielleicht auch nicht.
46:40Das hängt davon ab, wie viele Nationen mitmachen.
46:42Je mehr, desto größer wird dieses Dorf werden.
46:46Werden wir Rohstoffe benutzen?
46:47Aber natürlich.
46:48Wenn wir dort leben wollen, brauchen wir Wasser.
46:51Wir müssen aus dem Regolith, müssen wir den Sauerstoff entziehen, um davon zu leben, um Sauerstoff zu haben.
46:57Und für den Treibstoff zurück zur Erde.
47:00Ja, und wie ist das mit dieser Mondstation, der Raumstation im Mondorbit?
47:05Naja, also dafür würde ich jetzt nicht meine Hand ins Feuer legen.
47:08Wenn genug Geld zusammenkommt, dann macht es Sinn.
47:11Und ich glaube, dann wird das Ding auch kommen.
47:14Ich glaube, es wird kommen.
47:15Aber wie gesagt, sicher können wir da nicht sein.
47:18Aber eins sollten wir wissen.
47:20Und ein Herr Kraft von Erika, ein Ingenieur in den 50er Jahren, hat mal gesagt,
47:24wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass wir Raumfahrt machen, dann hätte er uns einen Mond gegeben.
47:30Und daran sehen wir, der Mond ist genau das Richtige, um als Trittbett dann in den Weltraum zu kommen.
47:37Und denken Sie daran, ohne Mond gäbe es uns nicht.
47:41Denn der Mond stabilisiert unsere Erdachse und damit unser Klima.
47:45Und nur weil es den Mond gibt, sind wir auch da.
47:49Ein neuer Wettlauf zum Mond ist in vollem Gange.
47:57Private und staatliche Raumfahrtagenturen planen die Rückkehr zum Erdtrabanten.
48:03Sie wollen den Mond nutzen.
48:06Als Forschungsstation, zur Gewinnung von Rohstoffen
48:09und als Ausgangspunkt bei ihrem Bestreben, immer weiter in die Tiefen des Alls vorzustoßen.
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