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SpaßTranskript
00:00... gefälscht. Das schuldest du mir.
00:02Ich schulde dir gar nichts.
00:04Nora!
00:06Red mit dir, Sebastian. Das ist die Grundlage jeder guten Beziehung.
00:09Ich hab's kapiert. Ich blase die Reise ab.
00:12Mein Prozess beginnt wenige Wochen nach eurer Hochzeit, dann gehe ich ins Gefängnis.
00:15Ich kann das alles nur durchstehen, wenn ich weiß, dass ihr für mein Kind da seid.
00:18Also wenn es wirklich das ist, was du willst, dann versprechen wir dir das natürlich.
00:24Ich danke dir so.
00:26Es bedeutet mir sehr viel.
00:28Nein, jetzt sag nicht, du hast jetzt doch keine Zeit, mit mir in Urlaub zu fahren.
00:32Weißt du, was es mich gekostet hat, diesen Urlaub zu bekommen?
00:34Ich wollte dich nur ein bisschen ärgern. Natürlich fahren wir.
00:37Oh, Sebastian. Ich hab echt gedacht, dass was da dazwischen gekommen ist.
00:40Sophie?
00:41Bei mir wurde er eingebrochen. Ich bin ganz sicher, dass es Annabelle war.
00:44Annabelle ist nicht untergetaucht. Sie ist wieder in Falkenthal.
00:47Und sie weiß bereits von deinem Geständnis.
00:50Siehst du das Auto denn?
00:51Glaubst du, wir werden verfolgt?
00:52Ich glaube schon.
00:55So, Schluss mit dem Spielchen. Wer sehnt sie?
00:59Tom?
01:01Tom?
01:03Richard, das ist mein Bruder.
01:14Mutter.
01:16Das freut mich auch, dich zu sehen.
01:18Jetzt möchte ich sofort wissen, was hier gespielt wird.
01:46Das freut mich auch, dich zu sehen.
01:51Dig of my life.
01:57Wieso? Was soll denn sein?
01:59Mir kannst du nichts vormachen.
02:01Ich weiß immer, wenn du lügst.
02:04Was machst du überhaupt hier?
02:06Das weißt du ganz genau.
02:08Ich hab am Telefon gemerkt, dass etwas nicht stimmt.
02:10Also sag mir die Wahrheit.
02:12Ich weiß nicht, wovon du sprichst. Was soll das alles?
02:14Wollt ihr mir eine Falle stellen?
02:16Wir? Wen meinst du?
02:18Dein Vater, Henning und dich.
02:21Ach, du denkst wegen der Manufaktur.
02:24Also weißt du doch etwas?
02:25Nein, ich weiß nur, dass die Manufaktur in Schwierigkeiten steckt.
02:28Das hast du mir doch am Telefon gesagt.
02:30Angeblich steht sie kurz vor der Insolvenz.
02:32Aber das ist Richards Plan.
02:33Hab ich recht?
02:33Er will mir die Firma wegnehmen.
02:35Er will mich ruinieren, stimmt?
02:36Ich weiß es nicht.
02:37Ich habe mit der Manufaktur nichts mehr zu tun.
02:39Aber du hast mit deinem Vater und mit Henning etwas zu tun.
02:42Sie haben dich doch bestimmt eingeweiht.
02:43Nein, haben sie nicht.
02:45Bitte frag sie selbst, was sie vorhaben.
02:49Wenn du wirklich so ahnungslos bist,
02:52warum willst du dann vor mir weglaufen?
02:58Tom.
03:01Das ist dein Bruder?
03:05Wer ist der Typ?
03:07Tom, warum verfolgst du mich?
03:09Ist er von der Polizei?
03:10Aber was?
03:11Nein, das ist Richard van Weiden,
03:13ein sehr guter Freund von mir.
03:14Hast du meine Internetbotschaft gesehen?
03:16Bist du deshalb hier?
03:17Irgendjemand hat mich aufgespürt.
03:19Angeblich war eine rothaarige Frau in Rotterdam unterwegs
03:21und hat an mir gefragt.
03:22Ja, natürlich, das war ich.
03:23Ich habe herausgefunden,
03:25dass du dich dort auffällst.
03:26Steckt Jan dahinter?
03:27Was?
03:28Jan Delbrück, steckt da dahinter, Sophie?
03:31Ich habe dich beobachtet.
03:33Ich war in deiner Wohnung.
03:35Ach, sie waren das.
03:36Sie sind in Sophies Wohnung eingebrochen.
03:38Dann war das gar nicht Annabelle.
03:39Ich will wissen,
03:40ob du mit Jan Delbrück gemeinsame Sache machst.
03:42Was?
03:43Nein.
03:44Ich bin noch auf deiner Seite.
03:46Bitte, ich habe nie,
03:47auch nur eine Sekunde lang,
03:49daran gezweifelt,
03:50dass du unschuldig bist.
03:51Schau mich an, Tom.
03:53Ich bin es, deine Schwester.
03:54Du musst mir vertrauen.
03:56Ich habe es endlich geschafft,
03:57dass Jan Delbrück verurteilt wurde.
03:59Er sitzt im Gefängnis
04:00und das für die nächsten sechs Jahre.
04:02Und er bezahlt für alles,
04:03was er dir angetan hat.
04:05Bitte, Tom, es ist vorbei.
04:07Du bist frei.
04:08Du bist frei.
04:19Bitte lass mich jetzt hier raus.
04:21Luisa und Simon müssten jeden Moment zurück sein.
04:23Deine Aufpasser.
04:25Wie süß.
04:27Was willst du?
04:29Ich will wissen, was du weißt.
04:31Ich habe dir gesagt,
04:32dass ich nichts weiß.
04:33Richard will mich ruinieren.
04:35Er weiß ganz genau,
04:36wie Fiemel die Manufaktur bedeutet.
04:38Sie ist alles,
04:39was ich noch habe.
04:43Ach, deshalb bist du hier.
04:45Ich werde nicht kampflos aufgeben.
04:47Also sag mir,
04:48was du weißt.
04:49Ich habe keine Ahnung.
04:51Ich habe damit nichts zu tun.
04:53Du solltest dir gut überlegen,
04:54auf wessen Seite du stehst.
04:57Auf wessen Seite ich stehe?
05:00Ich war der einzige Mensch,
05:02der neulich zu dir ins Hotel kam,
05:04als du ganz unten warst.
05:05Als du versucht hast,
05:06dich umzubringen.
05:07Ich war die Einzige,
05:08die bei dir war.
05:09Und du fragst mich,
05:10auf wessen Seite ich stehe?
05:13Damals wusste ich,
05:14dass ich mich auf dich verlassen kann.
05:16Ja.
05:17Du konntest dich immer auf mich verlassen.
05:20Du hast mir versprochen,
05:21dass du zur Polizei gehst
05:22und dich stellst.
05:23Als ich am nächsten Morgen
05:24ins Hotel kam,
05:25warst du weg.
05:27Ich habe dir einen Brief geschrieben
05:29und darin alles erklärt.
05:30Du hast mir mal wieder erklärt,
05:32dass du dir selbst am nächsten stehst.
05:33Nein, Mutter,
05:34nicht ich habe dich verraten,
05:35sondern du mich.
05:46Herr Alam,
05:47Sie müssen mir helfen
05:48und die Torken probieren.
05:50Oh, die sind aber wunderschön.
05:53Wie ich sehe,
05:54haben Sie schon
05:55von dem anstehenden Besuch erfahren.
05:58Welchen Besuch?
06:00Hat Ihnen Tobias nichts gesagt?
06:02Tobias?
06:04Warum soll mir Tobias etwas
06:05über einen Besuch im Gutshaus erzählen?
06:08Weil wir ihn nachher abholen werden.
06:11Ich meine, Sie,
06:12Sie erinnern sich
06:14des Vortrags,
06:15den ich vor Butler-Schülern
06:17gehalten habe.
06:18Ach ja,
06:19den Sie im Internet
06:20gesendet haben.
06:21Ja,
06:22und der hatte doch
06:23eine besonders
06:24positive Resonanz.
06:26Ja,
06:27soweit ich mich erinnere,
06:28eine hartnäckige
06:30italienische Verehrerin,
06:32die Ihnen per E-Mail
06:33um den Bart gegangen ist.
06:35Ja,
06:36und die besonders engagiert ist
06:38und besonders aufmerksam
06:40und die für Ihren Beruf
06:42praktisch brennt.
06:43Und sie hat sich bei mir
06:44in besonders höflicher Weise
06:46bedankt.
06:47Ja,
06:48genau.
06:49Das ist doch nicht Ihr Ernst,
06:50diese Maserati?
06:51Martelli,
06:52Frau Andrea Martelli,
06:53gehört zu den wenigen
06:55unseres Berufsstandes,
06:56die sich so engagiert,
06:58dass mir das Herz
06:59aufgeht.
07:00Und diese Frau
07:01will Sie jetzt besuchen?
07:02Sie wird einige Tage
07:03bei mir hospitieren.
07:05Hospitieren?
07:06So nennt man das jetzt.
07:07Ich fühle mich verpflichtet,
07:09mein Wissen
07:09und meine Erfahrungen
07:10dem Nachwuchs
07:12weiterzugeben.
07:13Dafür also die Blumen.
07:14Die Blumen sollen
07:15für eine freundliche
07:17Atmosphäre sorgen.
07:18Und ich hätte an Sie
07:19die Bitte,
07:20auch für eine freundliche
07:21Atmosphäre zu sorgen.
07:22Nein,
07:22ich möchte noch
07:23einige Kleinigkeiten
07:25vorbereiten,
07:26wenn Sie ein wenig
07:27Platz machen könnten.
07:29Ich brauche den Platz
07:30für meine
07:32Hochzeitsvorbereitungen.
07:32Ich denke,
07:33der Termin steht
07:33noch nicht mal fest.
07:34Doch, doch, doch, doch.
07:36Und zwar sehr zeitnah.
07:38Mein Termin
07:39ist bereits heute Abend.
07:41Raten Sie mal,
07:42was mir wichtiger ist.
07:43Die Hochzeit
07:44meines Sohnes
07:45oder Ihre
07:48Praktikantin.
07:53Und das ist keine Falle?
07:54Nein, Tom.
07:55Deshalb habe ich dich
07:56gesucht,
07:57um dir zu sagen,
07:58dass du rehabilitiert bist.
07:59Es ist vorbei,
08:00du bist frei.
08:01Du hast nicht gewusst,
08:01was Jan getan hat?
08:02Tom,
08:03ich habe damals
08:04genauso wie du gedacht,
08:05dass Jan Delpelt
08:05dein bester Freund ist.
08:07Woher hätte ich ahnen können,
08:08dass er dir
08:09seine Verbrechen
08:10in die Schuhe geschoben hat?
08:11Er hat nach mir
08:12fahnden lassen
08:12nach meiner Flucht
08:13aus dem Gefängnis.
08:14Ich war mir sicher,
08:15dass er dich
08:15nach Rotterdam geschickt hat.
08:17Nein,
08:17da war er längst behaftet.
08:20Ich wünschte wirklich,
08:21ich hätte früher erkannt,
08:22was er dir angetan hat.
08:24Ich hätte alles
08:25daran gesetzt,
08:26um dir zu helfen.
08:30Sechs Jahre
08:31Berater bekommen?
08:32Ja.
08:34Er hat nicht
08:35nur dich betrogen,
08:36Tom.
08:37Es waren noch
08:38viele andere Menschen
08:39sehr unglücklich gemacht.
08:40Aber wir haben
08:41Beweise gegen ihn gefunden,
08:42ihn angeklagt
08:43und gewonnen.
08:45Und das verdanke ich
08:46vor allem Richard.
08:49Schön,
08:50Sie kennenzulernen,
08:50Herr Lohrberg.
08:52Sophia hat schon
08:52viel von Ihnen erzählt.
08:54Soll ich euch
08:55irgendwo hinbringen?
08:56Nein,
08:57wir kommen schon zurecht.
08:59und danke für alles.
09:05Danke.
09:11Weißt du was?
09:12Wir gehen jetzt nach Hause.
09:18Ich habe dir vertraut.
09:20Ich dachte wirklich,
09:22du stehst zu deinem Versprechen.
09:23Ich wollte mich auch stellen.
09:25Ich hatte es vor.
09:26Aber?
09:28Das habe ich dir doch
09:29in dem Brief geschrieben.
09:30Mir sind plötzlich
09:31die Konsequenzen bewusst geworden.
09:33Ein Leben hinter Gittern
09:34für viele Jahre.
09:37Wie kannst du das
09:38mit deinem Gewissen vereinbaren?
09:40Wie kannst du
09:41mit dieser Schuld
09:42weiterleben?
09:44Das Gefängnis
09:45würde mich umbringen.
09:46Ich habe Angst bekommen.
09:47Verstehst du das denn nicht?
09:51Das verstehe ich nur zu gut.
09:55Aber ich glaube noch
09:56an einen Neuanfang.
09:58Für uns beide.
09:59Du kannst dein Versprechen
10:01immer noch halten.
10:03Mutter,
10:03du kannst endlich
10:04zur Ruhe kommen,
10:05wenn du dich dem stellst,
10:06was du getan hast.
10:08Du fasst kurz davor.
10:12Das Haus ist jedenfalls
10:13gut gesichert.
10:14Da kommt Annabelle
10:15nicht so schnell rein.
10:17Sonst hätten wir doch
10:17Nora auch nicht
10:18alleine gelassen.
10:20Also ich finde es schön,
10:21dass es sich mal ausruhen kann.
10:23Ich glaube,
10:23ich könnte mich nicht ausruhen,
10:24wenn ich wüsste,
10:25dass Annabelle mir
10:25im Nacken sitzt.
10:26Doch die Tatsache,
10:27dass sie für ein paar Jahre
10:27ins Gefängnis muss.
10:28Das allein wäre schon schlimm genug.
10:30Vor allem alles
10:30in der Schwangerschaft.
10:32Nora weiß,
10:33dass wir für sie beide da sind.
10:35Für sie
10:36und das Baby.
10:38Ich hätte nicht gedacht,
10:38dass sie uns bitten würde,
10:39für das Kind da zu sein,
10:40solange sie in Haft ist.
10:42Jetzt warte mal,
10:43bis das Baby auf der Welt ist.
10:44Vielleicht ändert es
10:44ihre Meinung noch.
10:45Du hast recht,
10:46bis dahin wird noch viel passieren.
10:49Glaubst du,
10:50Annabelle weiß mittlerweile,
10:51dass Nora ja gestandelt hat,
10:52geliefert wird?
10:52Ach und wenn schon.
10:54Nora ist hier sicher.
10:55Annabelle wird sich
10:55ganz bestimmt nicht hierhin trauen.
10:57Ja, jetzt beeil dich.
10:58Nora hasst halt die Pizza.
11:00Die Tür ist verschlossen.
11:02Nora?
11:04Bitte sag was.
11:06Das geht jetzt nicht.
11:07Nora?
11:10Alles in Ordnung?
11:11Mach die Tür auf.
11:18Ihre Torten sehen ja gut aus.
11:21Wie viele wollen Sie denn noch vorbereiten?
11:24Ich habe noch einige schöne Rezepte vor mir.
11:27Da kann ich Ihnen gern helfen.
11:29Danke, das schaffe ich schon allein.
11:31Dann helfe ich Ihnen beim Probieren.
11:33Auf meinen Geschmack können Sie sich verlassen.
11:36Das bezweifle ich.
11:38Wo Sie eine Praktikantin anschleppen.
11:41Ach, Konrad, Elsa.
11:44Hallo.
11:46Schön, dass ihr vorbeikommt.
11:48Da könnt ihr gleich die Hochzeitstorten ausprobieren.
11:51Das ist ja lieb,
11:52aber wir haben ja noch nicht mal einen Termin.
11:55Sie wissen doch gar nicht, wann Sie heiraten?
11:57Ach, das Standesamt ist eine Katastrophe.
11:59Total ausgelastet.
12:00Das ist ja interessant.
12:02Ja, das ist ja auch egal.
12:04Also, ihr werdet bestimmt bald etwas finden.
12:06Sehr bestimmt.
12:07Ja, wir wollten doch nur Bescheid sagen,
12:08damit du dir nicht so einen Stress machst.
12:11Die Vorbereitungen müssen getroffen werden,
12:12ob nun heute oder morgen.
12:13Wir bleiben auf jeden Fall dran.
12:15Und wenn es soweit ist,
12:16dann haben wir schon mal die richtigen Torten.
12:18Ein zeitnaher Termin.
12:19Da wussten Sie ja mehr als Ihr Sohn.
12:22Ich sehe keinen Anlass,
12:24dass Sie sich in meine Familienangelegenheiten einmischen müssen,
12:27Herr Adam.
12:28Das hatte ich auch gar nicht vor.
12:29Aber jetzt, wo Sie wissen,
12:30dass die Hochzeit etwas in die Ferne gerückt ist,
12:33können Sie sich doch ausruhen.
12:35Um Ihnen und Ihrer amorösen Internetbekanntschaft
12:39meine Küche zu überlassen,
12:41na, so weit kommt es noch.
12:46Warum hast du denn die Tür abgesperrt?
12:47Hast du Angst?
12:49Annabelle war hier.
12:51Was?
12:53Ich war kurz eingeschlafen
12:55und als ich aufgewacht bin, war sie da.
12:57Wie geht es dir?
12:59Ist alles in Ordnung.
12:59Ja, ist alles in Ordnung.
13:00Sie hat mir nichts getan.
13:01Keine Sorge.
13:02Ja, und warum haben die Wachleute sie nicht aufgehalten?
13:03Ich weiß nicht, wie sie das geschafft hat.
13:05Sie ist auf jeden Fall durch den Geheimgang gekommen.
13:07Wie auch immer, ich rufe die Polizei.
13:09Nein.
13:09Wie bitte?
13:10Keine Polizei.
13:27Delbrick ist also tatsächlich verurteilt worden.
13:31Stimmt also wirklich.
13:35Warum habe ich das Gerichtshockteil nicht gefunden,
13:36als ich alles durchsucht habe?
13:38Naja, jetzt weißt du ja Bescheid.
13:43Tut mir leid, dass ich hier so ein Chaos angerichtet habe.
13:47Ich musste einfach wissen, auf wessen Seite du stehst.
13:51Tom, ich habe mir solche Sorgen um dich gemacht.
13:55Zwei Jahre lang.
13:56Jeden Tag.
14:00Manchmal dachte ich sogar, du wärst...
14:02Hey.
14:03So schnell lasse ich mich nicht unterkriegen.
14:06Weißt du, diese Ungewissheit die ganze Zeit
14:08und als dein Delbrick endlich verurteilt wurde,
14:12ich...
14:13ich wollte dich unbedingt finden.
14:15Also hast du angefangen, nach mir zu suchen?
14:16Ja.
14:18Ich habe sogar so ein Suchvideo ins Internet gestellt
14:21und Richard hat Detektive engagiert,
14:24mit denen habe ich ganz Rotterdam nach dir abgesucht.
14:26Und ich dachte, du stehst auf der Seite der Polizei.
14:29Tom.
14:30Verstehst du, ich...
14:31Ich wusste nicht, wer mich trauen konnte
14:33die ganzen zwei Jahre, während ich untergetaucht war.
14:35Ist ja auch kein Wunder.
14:37Nachdem dich dein bester Freund so betrogen hat...
14:40Ich begreife bis heute nicht,
14:41wie ich mich so in Jan täuschen konnte.
14:44Wie ist er festgenommen worden?
14:47Oh Gott.
14:49Delbrick wurde am Tag seiner Hochzeit mit Lissi...
14:51Das ist die Tochter von Richard...
14:53Direkt vorm Altar verhaftet.
14:56Was?
14:57Ja, das ist mein Ernst.
14:58Aber das ist wirklich eine sehr lange Geschichte
15:01und die werde ich dir irgendwann mal in Ruhe erzählen.
15:03Aber jetzt mache ich hier erstmal Ordnung
15:04und du fühlst dich wie zu Hause und...
15:07Ach Quatsch.
15:08Du bist hier zu Hause.
15:12Danke, Sophie.
15:15Ach Gott.
15:16Du kannst dir gar nicht vorstellen,
15:17wie froh ich bin, dass du wieder da bist.
15:21Und ich kann immer noch nicht glauben,
15:22dass es jetzt wirklich vorbei sein soll.
15:24Die Flucht.
15:25Und das Versteckspiel.
15:29Ja.
15:32Du bist frei.
15:34Ja.
15:37Frei.
15:40Ich dachte, dass sie wegen des Geständnisses gekommen ist,
15:43aber sie wusste davon nichts.
15:47Als sie dich angerufen hat,
15:48da ahnte sie, dass ich ihr eine Falle stellen will.
15:50Glaubt sie das immer noch?
15:51Sie ist in eine Falle getappt.
15:53Sie ahnt nicht,
15:54dass du sie damit nach Falkenthal locken wolltest,
15:57um sie der Polizei auszuliefern.
15:59Sie denkt tatsächlich,
16:01dass es ein privater Rachefeldzug von dir ist
16:03und dass du ihr die Manufaktur wegnehmen willst.
16:07Okay.
16:09Weißt du, wo sie hingegangen ist?
16:12Als Simon und Luisa gekommen sind,
16:14da ist sie durch den Geheimgang verschwunden.
16:17Wir hätten dich niemals alleine lassen dürfen.
16:19Entschuldig.
16:21Nein, nein.
16:22Sie trifft keine Schuld.
16:24Ich habe rings um das Haus
16:25Sicherheitspersonal postiert.
16:26Ich habe sogar zwei Mann an den Geheimgang gestellt.
16:29Wie ist Annabelle ins Haus gekommen?
16:31Und wie ist sie wieder verschwunden?
16:33Oh, Laura.
16:35Ich hätte mir nie verziehen,
16:36wenn dir etwas passiert wäre.
16:37Nein, nein.
16:38Sie wollte mir nichts tun.
16:39Ich habe das auch erst gedacht,
16:40aber dann habe ich gespürt,
16:42dass es ihr leidtut.
16:44Dass es ihr leidtut?
16:45Ja, es tut ihr leid,
16:47dass sie mich damals so enttäuscht hat,
16:48als sie einfach so aus dem Hotel verschwunden ist.
16:50Glaubst du wirklich,
16:51dass sie es bereut,
16:52dass sie nicht zur Polizei gegangen ist?
16:54Auf keinen Fall.
16:56Natürlich nicht.
16:56Herr Becker hat recht.
16:59Diese Frau ist nur auf ihren Vorteil bedacht.
17:02Sie manipuliert Menschen.
17:04Und wenn sie eine Schwäche entdeckt,
17:05dann nutzt sie sie gnadenlos aus.
17:06Nein, nein, nein.
17:07Sie war ehrlich.
17:08Da bin ich mir ganz sicher.
17:09Ich bin doch ihre Tochter.
17:10Ach, aber Nora,
17:11das siehst du so.
17:12Aber doch nicht Annabelle.
17:14Ich muss noch mal mit ihr reden.
17:15Ich muss sie davon überzeugen,
17:17sich selbst zu stellen,
17:17bevor die Polizei sie fasst.
17:18Nora, das wird sie nicht tun.
17:19Niemals.
17:20Warte, ich muss es tun.
17:22Nora, ich habe so oft geglaubt,
17:23dass Annabelle sich ändern könnte.
17:24Aber sie tut es nicht.
17:26Sie tut es nicht.
17:27Niemals.
17:27Glaub mir.
17:27Ich habe mich auch geändert,
17:28weil ihr mir eine Chance gegeben habt.
17:30Aber du bist nicht Annabelle.
17:31Jeder Mensch hat eine Chance verdient.
17:32Auch meine Mutter.
17:41Können Sie das nicht sein lassen?
17:43Warum haben Sie nur so schlechte Laune?
17:46Ich habe keine schlechte Laune.
17:48Ich muss nachdenken.
17:50Worüber denn,
17:50wenn ich fragen darf?
17:52Zum Beispiel,
17:53was mit den ganzen Torten passieren soll.
17:56Aber die Hochzeit ist doch nur
17:58aufgeschoben und nicht aufgehoben.
18:01Wer weiß, für wie lange.
18:02Dann haben Sie genügend Zeit,
18:04das ideale Tortenrezept zu finden.
18:07Natürlich nicht jeden Tag, hoffe ich.
18:09Außerdem können Sie sich
18:10mit Frau Martelli beraten.
18:11Sie bäckt,
18:12soviel ich weiß, ausgezeichnet.
18:15Kommt gar nicht in Frage.
18:16Diese Frau kommt mir nicht in die Küche.
18:18Das ist schon zu zweit eng genug.
18:19Ich muss Sie höflichst darauf aufmerksam machen,
18:22dass diese Küche nicht Ihnen gehört.
18:25Ich bin hier die Köchin,
18:27also ist das meine Küche.
18:28Wie alles hier im Hause
18:30gehört diese Küche,
18:31den Van Weidens.
18:33Ach.
18:34Was sagt denn eigentlich
18:35Herr Van Weiden
18:36zu Ihrem Besuch?
18:38Sagen Sie bloß,
18:39Sie haben noch nicht gefragt.
18:41Den Herrn Van Weiden
18:42gehört das Haus.
18:44Und Sie haben noch nicht einmal gefragt,
18:46ob eine wildfremde Person
18:48hier für einige Tage
18:50hospitieren darf.
18:51Sie haben recht,
18:52ich werde ihn fragen.
18:53Aber ich zweifle nicht daran,
18:54dass er nichts dagegen hat.
18:56Das werden wir ja sehen.
18:59Ich kann nicht anders, Luisa.
19:01Du hast auch immer wieder
19:03an mich geglaubt.
19:04Nach allem, was ich dir angetan habe,
19:05hast du mir immer wieder
19:06eine Chance gegeben.
19:07Du bist eben meine Schwester.
19:09Und sie ist meine Mutter.
19:16Ich weiß, wie sehr
19:17du darunter gelitten hast,
19:18dass du nicht bei deiner
19:19leiblichen Mutter aufgewachsen bist.
19:21Dass du dir immer gewünscht hast,
19:22sie kennenzulernen.
19:25Und du hast sie in Falkenthal gefunden.
19:29Oh Gott.
19:30Ich weiß noch,
19:31wie wütend ich war,
19:31dass du dich so in mein Leben
19:32eingemischt hast.
19:34Aber der Wunsch,
19:35eine eigene Mutter zu haben,
19:36war eben stärker.
19:37Oh Gott,
19:38wenn ich daran denke,
19:39was ich alles angestellt habe,
19:41damit sie mich anerkennt.
19:45Annabelle ist zwar
19:45deine leibliche Mutter,
19:47aber du darfst nicht vergessen,
19:48was sie dir alles angetan hat.
19:49Was sie anderen Menschen
19:50angetan hat.
19:53Neulich in dem Hotel,
19:54als sie versucht hat,
19:55sich umzubringen.
19:56Da habe ich gespürt,
19:57dass sie Gefühle hat.
19:59Sie war so verletzlich.
20:00So habe ich sie noch nie gesehen.
20:02Ich war überzeugt,
20:03dass sie sich stellen wird.
20:04Ich bin es immer noch.
20:05Ja, aber sie hat es nicht getan.
20:06Nein,
20:07ich weiß.
20:09Aber sie hat es mir
20:09in dem Brief erklärt.
20:11Sie hat plötzlich panische Angst bekommen,
20:12ins Gefängnis zu müssen.
20:13Und ich kann es verstehen.
20:14Ich habe auch Angst vor dem Gefängnis.
20:16Vor der Zukunft.
20:17Aber es ist für mich
20:19die einzige Möglichkeit,
20:20eines Tages wieder guten Gewissens
20:22in den Spiegel schauen zu können.
20:24Aber dann verstehe ich das nicht.
20:25Mit deinem Geständnis
20:27hast du auch Annabelle belastet.
20:28Das ließ sich nicht vermeiden.
20:31Aber Luisa,
20:32ich habe das Geständnis
20:33nur für mich abgelegt.
20:35Nicht um Annabelle auszuliefern.
20:37Verstehst du das?
20:38Weil es für mich
20:38der richtige Schritt ist
20:39für einen Neuanfang.
20:41Und ich möchte,
20:41dass Annabelle auch die Chance bekommt,
20:44diesen Schritt zu tun.
20:45Sie soll das Versprechen halten,
20:46das sie mir gegeben hat.
20:47Und ich...
20:48Ich garantiere es ihr.
20:51Wenn sie es diesmal
20:52wieder nicht tut,
20:53dann werde ich loslassen.
20:56Endgültig.
21:05Danke, dass Sie so schnell
21:06kommen konnten, Frau Riedmann.
21:08Meine Tochter Nora
21:09sollte allerdings nicht...
21:11Bitte nehmen Sie noch Platz.
21:12Sollte allerdings nicht wissen,
21:14dass ich Sie angerufen habe.
21:15Deswegen bin ich ja alleine hier.
21:17Das heißt, Ihre Ex-Frau
21:18war vor ca. einer Stunde
21:19im Haus?
21:21Ja.
21:22Wir werden das Gelände
21:23weiträumig absuchen,
21:24Herr von beiden.
21:25Danke, Frau Riedmann.
21:27Ich, ähm...
21:28Ich bin froh,
21:29dass Sie den Fall übernommen haben.
21:31Sie wissen doch,
21:31wie sehr ich darauf hoffe,
21:32Annabelle Gravenberg
21:33endlich das Handwerk zu legen.
21:35Früher hatten wir nie Beweise
21:36für ihre Taten.
21:37Dank der Aussage
21:38und des Geständnisses
21:38ihrer Tochter
21:39ist das jetzt anders.
21:40Ja.
21:43Diesmal wird sie uns
21:43nicht entkommen.
21:53Magst du noch was?
21:54Danke.
21:55Das war meine dritte Portion.
21:57Ich hatte echt
21:57einen riesen Kohldampf.
21:58Musst du wohl,
21:59wenn du sogar isst,
22:00was ich gekocht habe.
22:01Aber nur du weißt,
22:02dass Schnitzel
22:03mein Lieblingsessen ist.
22:04Stimmt.
22:05Mann, es ist Jahre her,
22:06dass jemand so was
22:07für mich gemacht hätte.
22:10Hattest du die ganze Zeit
22:11niemanden,
22:12der dir nahe stand?
22:13Ich hatte verschiedene Jobs
22:14und hab natürlich auch
22:15den ein oder anderen
22:16Kollegen kennengelernt,
22:16aber ich hab mich nie
22:19von einem nach Hause
22:19einladen lassen.
22:21Weil du Angst hattest,
22:22er könnte dich verraten.
22:24Gerade am Anfang
22:25waren meine Fahndungsfotos
22:26überall in ganz Europa.
22:28Ich konnte nie wissen,
22:28ob mich nicht im nächsten Moment
22:29jemand erkennt und verrät.
22:32Das muss furchtbar
22:33für dich gewesen sein.
22:37Man fühlt sich ständig verfolgt
22:38und kommt nie zur Ruhe.
22:40Ich hatte verschiedene
22:41Zimmer gemietet,
22:42kleine billige Wohnungen
22:43unter falschem Namen.
22:45Und Besuch hatte ich
22:46selber natürlich auch nie.
22:49Du musst dich sehr
22:50einsam gefühlt haben, oder?
22:52Es gab auch genug Leute,
22:53die meine Situation
22:54ausgenutzt haben.
22:56Weil sie wussten,
22:58dass du ohne Papiere arbeitest?
22:59Und weil sie geahnt haben,
23:00dass ich gesucht werde.
23:03Einer wollte Schweigegeld
23:04von mir.
23:05Als ich ihm gesagt habe,
23:06dass ich nichts habe,
23:07hat er mich überfallen
23:07und hat mir die
23:09Taschenuhr weggenommen.
23:10Du weißt schon,
23:11die von Papst.
23:13Gott, ja, ich weiß.
23:14Das war das Letzte,
23:15was ich hatte.
23:16Wer lieber verhungert,
23:17als sie herzugeben.
23:19Ich weiß.
23:26Sag mal,
23:29du meinst aber
23:31nicht zufällig
23:33diese Taschenuhr?
23:36Was?
23:37Wo hast du die her?
23:40Die habe ich von
23:41so einem Typen,
23:41der sich auf das
23:42Suchvideo gemeldet hat.
23:45Er hat gesagt,
23:46er hat dich im
23:46Rotterdamer Hafen
23:47kennengelernt.
23:48Hüb?
23:49Ja.
23:50Dieses Schwein.
23:51Er hatte die Uhr dabei
23:53und er wollte
23:53ziemlich viel Geld dafür.
23:55Aber Richard und ich
23:56haben es geschafft,
23:57sie ihm abzunehmen
23:58und danach ist er geflohen.
24:01Er hätte nicht gedacht,
24:02dass ich die Nummer
24:03wieder sehe.
24:04Und ich habe gehofft,
24:05dass es irgendwann
24:06eine Gelegenheit gibt,
24:07sie dir zurückzugeben.
24:22Was kochen Sie da eigentlich?
24:23Eine Ministrone
24:24nach original
24:25italienischem Rezept.
24:28Da wird sich
24:29Frau Martini,
24:30äh,
24:31Maserati aber freuen.
24:32Martelli,
24:33Andrea Martelli,
24:34für ein größeres Mal
24:35reicht es leider nicht,
24:37solange Sie hier
24:38die Küche blockieren.
24:39Ich blockiere nichts,
24:41ich arbeite.
24:43Außerdem
24:45haben Sie immer noch
24:46nicht die Erlaubnis,
24:47dafür,
24:47dass Sie überhaupt
24:48Besuch haben dürfen.
24:51Herr Van Weiden,
24:52schön, dass Sie kommen.
24:53Wieso?
24:54Was ist los?
24:55Herr Adam
24:56möchte Besuch bekommen
24:57und zwar...
24:58Entschuldigen Sie,
24:58Frau Landmann,
24:59ist Ihnen in den letzten Stunden
25:02irgendetwas aufgefallen?
25:03Nein,
25:04was meinen Sie?
25:05Ich meine,
25:05haben Sie irgendjemanden gesehen,
25:07der nicht zum Haus gehört?
25:08Nein,
25:08aber Herr Adam
25:09möchte Besuch bekommen,
25:10der nicht zum Haus gehört.
25:11Wie?
25:12Es handelt sich um
25:13eine Butler-Schülerin
25:13aus Italien.
25:15Eine Internetbekanntschaft.
25:16Sie möchte einige Tage
25:17bei mir hospitieren,
25:18natürlich wird sie
25:19im Hotel nächtigen.
25:21Ja,
25:21es wäre ja auch noch schöner.
25:22Es ist eine sehr
25:24vertrauenswürdige Person,
25:25sie kommt nur hierher,
25:26um zu lernen.
25:28Sie ist voller Leidenschaft
25:29für unseren gemeinsamen Beruf.
25:31Und nicht nur dafür.
25:33Ich bitte Sie,
25:33Frau Landmann.
25:34Wissen Sie was,
25:36klären Sie das unter sich,
25:37ja?
25:38Das wird schwer gehen.
25:41Sie schaffen das schon.
25:42Ich habe jetzt
25:43wirklich andere Probleme,
25:44glauben Sie mir.
25:45Ach,
25:45und noch eins.
25:46Schließen Sie bitte
25:46alle Türen hinter sich zu,
25:48ja?
26:06Und,
26:07hast du mit Nora gesprochen?
26:08Ja.
26:10Und sie ist fest entschlossen,
26:11ihrer Mutter noch mal
26:11eine Chance zu geben.
26:14Sie glaubt also wirklich,
26:15Annabelle würde sich
26:16selber stellen.
26:18Sie hofft es zumindest.
26:21Nora hat sich auch verändert,
26:22als wir ihr noch mal
26:23eine Chance gegeben haben.
26:24Und sie hat sich dann gestellt.
26:27Aber Annabelle
26:27wird sich nicht ändern.
26:29Das kann Nora
26:30nicht akzeptieren.
26:31Sie will an das Gute
26:32in Annabelle glauben.
26:37Ich,
26:38ich fürchte,
26:40Annabelle könnte versuchen,
26:41Nora zu manipulieren.
26:43Glaubst du,
26:43Nora lässt das zu?
26:45Bisher hat sie es immer
26:46geschafft,
26:47indem sie ihr Mutter
26:47Gefühle vorgeheuchelt
26:49und ihre Sehnsucht
26:50nach einer leiblichen
26:51Mutter ausgenutzt hat.
26:53Das ist Noras
26:53Wunderpunkt
26:54und das weiß Annabelle auch.
26:55Annabelle wird schnell
26:56merken,
26:56dass nach ihr
26:57gefahndet wird
26:57und dass Nora
26:59ein Geständnis
26:59unterschrieben hat.
27:00Ja,
27:00dann wird sie wahrscheinlich
27:01Nora überreden,
27:02mit ihr zu fliehen
27:02oder das Geständnis
27:03zurückzuziehen.
27:04Aber Nora ist
27:05fest entschlossen.
27:05Sie wird zu ihrem
27:06Geständnis stehen.
27:07Ich glaube nicht,
27:07dass sie einen
27:08Rückzieher machen wird.
27:09Sie wird nicht fliehen.
27:10Du hast recht.
27:12Wir müssen
27:13Nora vertrauen.
27:15Sie wird sich nicht
27:16noch einmal
27:16von ihrer Mutter
27:17einwickeln lassen.
27:19Hoffentlich.
27:28Ich weiß nicht,
27:49Hier ist die Mailbox, bitte hinterlassen Sie eine Nachricht nach dem Signalton.
27:54Mutter, wo bist du? Ich muss dringend mit dir sprechen. Bitte ruf mich zurück.
28:29Untertitelung des ZDF, 2020
28:59Untertitelung des ZDF, 2020
29:02Hast du mich erschreckt?
29:04Ja, so wie du mich vorhin erschreckt hast, als ich geschlafen habe.
29:09Was wirst du hier?
29:11Ich habe auf dich gewartet, weil ich wusste, dass du kommst.
29:29Was tun Sie denn da?
29:31Das geht Sie eigentlich nichts an, aber ich entwerfe den Stundenplan für die nächsten Tage.
29:37Dann sind Sie also sicher, dass Frau Martini hierher kommt?
29:43Martelli. Fräulein Andrea Martelli. Ja, ich bin sicher.
29:46Herr van Weiden hat nichts dagegen gesagt, also hatte auch nichts dagegen.
29:49Herr van Weiden hat gesagt, dass wir beide uns einigen sollen.
29:53Und jetzt wollen Sie mich übergehen.
29:56Sehr geehrte Frau Landmann, wie soll ich mich mit Ihnen einigen?
30:00Ich weiß doch, dass Sie gegen diese Hospitanz sind. Kategorisch dagegen.
30:05Allerdings. Vor allem, weil ich dafür meine Küche räumen muss. Und das auch noch kurzfristig.
30:11Aber diese junge Frau hat sich spontan entschieden, ist in die Bahn gestiegen und kommt in Kürze in Falkenthal an.
30:18Daran ist nicht zu rütteln.
30:19Wie praktisch für Sie.
30:22Sie werden sich mit ihr gut verstehen. Sie wird Ihnen in der Küche zur Hand gehen.
30:31Silberputzkurs. Tischdekorationen. Stadtrundfahrten. Opernbesuch. Uiui.
30:37Sie gehen mit ihr in die Oper. Ich habe gar nicht gewusst, was so alles zu einer Butler-Ausbildung gehört.
30:43Für einen angehenden Butler ist es überaus wichtig, Stil und Lebensart vermittelt zu bekommen.
30:49Ja, ja. Natürlich, Herr Adam. Aber warum sagen Sie eigentlich nicht, dass Sie die Dame um den Finger wickeln wollen?
30:55Ich muss Sie doch sehr bitten, Frau Landmann.
30:58Warum gehen Sie eigentlich nicht nach Hause? Sie haben längst Feierabend.
31:03Ich mache Feierabend, wann ich will. Und ich habe noch zu tun.
31:08Ach, Tobias, was gibt's denn?
31:10Hallo, Eva. Ja, ich bin eigentlich wegen Herrn Adam hier. Wir wollen seinen Besuch abholen.
31:15Ach, wie schön. Jetzt wird die Dame auch noch chauffiert.
31:20Ja, Frau Martelli soll von vornherein den Eindruck haben, dass sie hier willkommen ist.
31:28Vielen Dank.
31:29Eva?
31:30Eva?
31:51Ich habe dir dein Bett hier gerichtet.
31:53Danke, Schwester Herz.
31:56Das habe ich lange nicht gehört. Klingt schön.
32:00Möchtest du einen Schluck Wein?
32:01Klar. Wenn du mit trinkst?
32:03Natürlich.
32:06Sag mal, was hast du denn jetzt so vor?
32:12Ich weiß gerade mal seit ein paar Stunden, dass ich rehabilitiert bin. Ich habe bis jetzt noch keine Pläne gemacht.
32:17Natürlich. Entschuldige bitte. Mach du mal.
32:21Es ist ja nur so.
32:23Ich hoffe, dass du mir so ein bisschen den Falkenthal erhalten bleibst.
32:28Wüsste nicht, was dagegen spricht.
32:34Tom, egal was du tust, ich werde dich unterstützen, wo immer ich kann.
32:40Machst du doch jetzt schon.
32:42Allein, dass ich hier sein kann, dass du mich gesucht hast und dass du Delbrück hinter Gitter gebracht hast.
32:46Ja, leider zwei Jahre zu spät.
32:48Nein.
32:49Das Wichtigste ist, dass ich jetzt hier bin, bei dir.
32:53Und dass wir uns wiedergefunden haben.
32:56Ja, jetzt liegt ein ganz neues Leben vor dir.
33:00Du kannst tun und lassen, was du willst.
33:01Ich kann meinen Ausweis vorzeigen und sagen, das bin ich.
33:04Tom Nowak.
33:06Mein großer Bruder, auf den ich immer stolz war.
33:11Auf deinen Neuanfang.
33:24Sieh mich nicht so vorwärts soll an.
33:26Ich werde nicht freiwillig ins Gefängnis gehen und mich selbst anzeigen.
33:30Dann ist mein Leben vorbei.
33:32Bitte bleib hier und stell dich deiner Verantwortung.
33:34Bitte, Mutter.
33:35Ach, das ist doch absurd.
33:37Du würdest mit ins Gefängnis gehen.
33:39Ich müsste zwangsläufig auch gegen dich aussagen.
33:41Ja, das müsstest du.
33:42Dann würden wir beide gemeinsam neu anfangen.
33:44Ich bin dazu bereit.
33:46Aber warum stiehlst du dich davon wie eine Diebin?
33:49Ich habe in der Buchhaltung die Quartalszahlen überprüft.
33:53Die Daten, die mir Henning nach Hongkong geschickt hat.
33:57Zinfingiert.
33:58Irgendwas geht hier vor.
34:02Jeder weiß doch, dass ich die Manufaktur nicht tatenlos in den Konkurs gehen lasse.
34:08Da wollte mich jemand absichtlich nach Falkenthal zurückholen.
34:13Es ist Richard, nicht wahr?
34:16Egal, was er vorhat.
34:17Da spiele ich nicht mit.
34:19Ich verschwinde.
34:22Doch.
34:23Komm doch mit mir.
34:25Du und ich.
34:27Wir gehen gemeinsam fort.
34:29Wir ziehen dein Kind irgendwo in Freiheit groß.
34:32Das ist unsere einzige Chance.
34:34Niemand kann vor seiner Vergangenheit weglaufen, Mutter.
34:39Na gut.
34:40Dann bleibst du eben hier.
34:42Du musst wissen, was du willst.
34:44Ist es dein letztes Wort?
34:46Ja.
34:49Dann rufe ich dir ein Taxi.
34:51Das ist das Einzige, was ich für dich tun kann.
34:53Danke.
34:58Nora.
34:59Ja, Nora von beiden hier.
35:01Nora, was ist?
35:03Ich bräuchte mal einen Wagen in die Porzellanmanufaktur.
35:06Nora, was ist da los mit dir?
35:08Nein, nicht für mich, für meine Mutter.
35:10Eine Person.
35:12Annabelle ist bei dir.
35:14In der Manufaktur?
35:15Ja, genau.
35:17In wenigen Minuten, okay.
35:18Vielen Dank.
35:20Danke.
35:32Kommissarin Rätmann, bitte.
35:35Schnell.
35:39Ich hätte sie lieber am Bahnhof abholen sollen.
35:42Aber sie wollte sich unbedingt im Café treffen,
35:45falls sie früher oder später kommt.
35:47Ja, sie kommt sicher gleich.
35:49Tja, hätte das gedacht,
35:51dass sie aus dem harmlosen Dankesbrief von damals ein persönlicher Kontakt entwickelt.
35:56Aber es ist ein reiner Arbeitskontakt, Herr Becker.
35:58Ja, natürliche Ärger.
36:00Es tut gut, wenn der Nachwuchs so großes Interesse für die eigene Arbeit entwickelt, nicht?
36:07Ja, und das Interesse ist anscheinend so groß,
36:09dass Frau Andrea Martelli extra aus Italien anreist.
36:13So unglaublich.
36:15Ich möchte Ihnen noch mal ganz herzlich danken,
36:18dafür, dass Sie mir Ihren Computer zur Verfügung gestellt haben
36:23und dass Sie mir gezeigt haben, wie man alles so macht.
36:27Das E-Mail, meinen Sie?
36:28Ja.
36:29Das ist doch selbstverständlich.
36:30Danke.
36:35Danke.
36:37Danke.
36:39Danke.
36:40Danke.
36:42Danke.
36:43Danke.
36:46Wo waren wir stehen geblieben?
36:48Ein E-Mail.
36:56Als ich nach Falkenthal kam,
36:57hatte ich so große Hoffnung,
36:58meine leibliche Mutter zu finden.
37:01Und dann stellte sich heraus,
37:03dass du es bist.
37:05Ich musste dich förmlich dazu zwingen,
37:07mich als Tochter anzuerkennen.
37:09Aber es war mir egal.
37:11Ich wollte eine Mutter.
37:12Unbedingt.
37:14Dabei hatte ich große Angst,
37:16so enttäuscht zu werden.
37:22Mein größter Wunsch war es,
37:25von dir als Tochter akzeptiert zu werden.
37:28Und dabei habe ich mich immer wieder
37:30für deine Pläne benutzen lassen.
37:33Ich war für dich
37:36ein Werkzeug.
37:39Ja.
37:40Aber geliebt hast du mich nie.
37:42Das ist nicht wahr.
37:46Ich bin immer hinterhergelaufen,
37:47um deine Aufmerksamkeit
37:49und deine Anerkennung zu bekommen.
37:51Und dabei habe ich mich immer
37:52an die Hoffnung geklammert,
37:53dass du dich vielleicht
37:55irgendwann doch ändern würdest.
37:58Das habe ich bis jetzt geglaubt.
38:02Aber es ist sinnlos.
38:06Ich habe zwar eine Mutter gesucht,
38:07aber
38:09ich habe sie nicht gefunden.
38:12Stattdessen werde ich jetzt Mutter.
38:17Komm mit mir.
38:19Wir gehen gemeinsam fort.
38:21Dann beweise ich dir,
38:22dass ich deine Mutter bin.
38:24Beweis es mir jetzt, bitte.
38:31Ich kann nicht.
38:50Ich verstehe das gar nicht.
38:51Wir hatten eine klare Verabredung.
38:52Jetzt kommen Sie erst mal rein.
38:53Wir sehen mal nach,
38:54ob Frau Mattilla eine E-Mail geschrieben hat.
38:55Gute Idee.
38:57Ich meine,
38:57für kurzfristige Verabredungen
38:58ist das E-Mail allerdings
38:59nicht so geeignet.
39:00Da wäre ein Handy natürlich besser.
39:02Ja.
39:02Dann hätte Frau Mattilli
39:03gleich schon angerufen.
39:05Entschuldigen Sie.
39:09Becker?
39:10Tobias, da seid ihr ja.
39:12Ja, wir haben auf Frau Mattilli gewartet,
39:14aber sie ist nicht gekommen.
39:15Kein Wunder.
39:16Wie meinst du denn das?
39:17Weil Frau Mattilli
39:18mir gerade gegenüber sitzt.
39:19Was?
39:20Wo denn?
39:21Ja, in der Küche im Gutshaus.
39:23Ist ja wunderbar.
39:23Dann schicke ich Herrn Adam gleich rüber.
39:25Bis dann.
39:27Ja, Frau Mattilli
39:29ist schon angekommen.
39:30Sie ist offenbar
39:30direkt ins Gutshaus gefahren.
39:32Das ist ja wunderbar.
39:33Ja.
39:38Wo ist sie?
39:40Darf ich vorstellen?
39:41Andrea Mattilli.
39:49Wussten Sie, dass Andrea der zweithäufigste männliche Vorname in Italien ist?
40:07Ich habe mir oft gewünscht, dass wir ein besseres Verhältnis haben.
40:11Ich wäre dir gerne die Mutter gewesen, die du immer wolltest.
40:15Aber dann hast du dich auf Richerseite gestellt.
40:21Hast du vergessen, was du getan hast?
40:24Du hast Helena umgebracht.
40:26Und du hast auch in Kauf genommen, dass ich sterbe.
40:28Nora.
40:28Ich bin mit in das Auto gestiegen und du hast zugesehen.
40:32Du hast nichts, aber auch gar nichts unternommen, um mich aufzuhalten.
40:35Ich bedauere, was ich getan habe.
40:41Du bedauerst es.
40:44Ist das alles, was du zu sagen hast?
40:48Helena ist tot und du bedauerst es?
40:53Hättest du es auch bedauert, wenn ich gestorben wäre?
40:58Und du wirfst mir allen Ernstes vor, dass ich mich von dir abgeworfen habe.
41:01Das tut mir leid.
41:06Dazu ist es jetzt zu spät.
41:08Von beiden, Frau Grafenberg.
41:11Du hast die Polizei gerufen?
41:14Frau Grafenberg, Sie sind verhaftet.
41:27Konrad, wenn du das jetzt hier hörst, dann ruf mich bitte sofort...
41:29Ach Quatsch, ruf mich nicht an.
41:30Du musst sofort nach Hause kommen, weil wir nämlich heute einen Termin haben.
41:33Um 16 Uhr. Wir heiraten.
41:36Deine Mutter wird sich nicht ändern.
41:38Und was, wenn ich genauso bin wie sie?
41:40Du stehst zu dem, was du getan hast.
41:42Du hast dich schon geändert.
41:44Ich bin dein Spiegel.
41:46Und wenn du mich ansiehst,
41:48dann siehst du dich.