Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Tagen

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00Musik
00:48So, dann kommen Sie mal.
00:52So, hier stehen Sie direkt vorm Knast.
00:55Dankeschön.
00:55Bitte sehr.
00:58Frau Holländer?
01:18Oh, ich weiß, schon wieder sieben Minuten zu spät.
01:20Tut mir leid, Frau Heiland.
01:21Kein Problem.
01:22Ich habe Sie extra zehn Minuten früher bestellt.
01:24Wir sind genau pünktlich.
01:26Okay, na dann, gehen wir rein?
01:29Ja.
01:30Wie lange sitzt er jetzt schon im Knast?
01:32Sechs Jahre, ja.
01:35Hey, Frau Heiland.
01:38Das Auge des Gesetzes sieht alles.
01:42Kennen Sie den?
01:43Der Mann nennt sich Rolle.
01:45Ich konnte seine Haftzeit auf die Hälfte drücken.
01:48Seitdem ist er hier drin mein größter Fan.
01:52Sind Sie nervös?
01:54Das ist mein erster Mörder.
01:56Das war kein Mord, das war Totschlag.
01:59Oh, na dann bin ich beruhigt.
02:05So, da sind wir, Frau Heiland, bitte.
02:10Danke, Herr Ruber.
02:13Ja, du Scheiße, Sie sind ja wirklich blind.
02:16Ich dachte, das wäre ein Witz.
02:18Herr Helmich, mein Name ist Romy Heiland.
02:19Wir hatten telefoniert.
02:20Ich brauch da keine blinde Anwältin.
02:22Frau Heiland ist die beste Anwältin, die Sie kriegen können.
02:25Am Telefon sagten Sie, Sie seien unschuldig.
02:27Bin ich auch.
02:28Wir alle hier.
02:29Eine blinde und eine klugscheißerin.
02:31Ganz toll.
02:32Ja, und Sie haben jetzt eine Minute Zeit, um sich zu überlegen, ob Sie von denen vertreten
02:36werden wollen.
02:37Eins, zwei, drei, vier.
02:44Eins vorweg.
02:45Die Hürden für die Wiederaufnahme eines Verfahrens sind in Deutschland sehr hoch.
02:48Es braucht neue Tatsachen oder den Nachweis, dass ein Zeuge nicht die Wahrheit gesagt hat.
02:53Ich habe nicht die Wahrheit gesagt.
02:55Mein Geständnis war gelogen.
02:58Kann ich das nicht einfach zurückziehen?
03:00Ja, klar können Sie das.
03:02Das interessiert nur niemanden.
03:04Nee, interessiert niemanden.
03:07Peggy hat Peer den Schädel eingeschlagen, nicht ich.
03:11Wer ist Peggy?
03:13Meine Freundin.
03:15Und Pierre war...
03:16Pierre war unser Mitarbeiter im Tattoo-Studio.
03:19Und mein bester Freund.
03:24Und wie kam es zu dem Totschlag?
03:29Er hat versucht, Peggy zu vergewaltigen.
03:33Wo und wann ist das alles passiert?
03:37Am späten Abend in unserem Tattoo-Studio.
03:41Es gehört Peggy und mir.
03:43Und was haben Pierre und Peggy am späten Abend im Studio gemacht?
03:46Die wollten die Abrechnung machen.
03:51Wo waren Sie?
03:54Ich war im Abseits und hab Fußball geguckt.
03:57Wir haben dann alles gefakt.
03:58Die ganzen Spuren.
03:59Die Fingerabdrücke, das Blut auf meinem Hemd und so.
04:02Warum?
04:03Ich meine, warum haben Sie die Schuld auf sich genommen?
04:08Peggy war schwanger.
04:10Ich wollte nicht, dass Sie das Baby im Klass kriegt.
04:13Ich hab mich so oft das Kleine gefreut.
04:18Ich hab noch eine Frage.
04:19Warum wollen Sie Ihr Geständnis nach so vielen Jahren jetzt plötzlich zurücknehmen?
04:23Meine Freundin hat mich letzte Woche verlassen.
04:27Peggy hat einen anderen.
04:29Einen Zahnarzt.
04:32Ich sitze hier nicht noch mal jahrelang für nichts.
04:35Glauben Sie dem?
04:36Nur weil seine Freundin mit ihm Schluss macht, will er plötzlich unschuldig sein.
04:40Er sieht aus wie ein Schwerverbrecher, Frau Heiland.
04:42Aha, wie sehen Schwerverbrecher denn aus, Frau Holländer?
04:44Na, egal.
04:46Aber wie wollen Sie da überhaupt Zeugen oder Beweise finden?
04:48Das ist Jahre her.
04:49Da kann sich doch kein Schwein mehr dran erinnern.
04:51Mal sehen.
04:53Anruf, Taxiruf.
04:55Taxiruf wird angerufen.
04:56Frau Heiland, ich hätte da noch eine andere Frage.
05:00Urlaub.
05:01Steht mir doch zu, oder nicht?
05:03Seit ich bei Ihnen bin, hab ich noch keinen.
05:05Ja, natürlich steht im Urlaub zu.
05:07Entschuldigung, dass ich da nicht selber dran gedacht habe.
05:09Lassen Sie uns da in Ruhe drüber reden.
05:11Morgen.
05:12Ja.
05:12Ich fahr jetzt ins Gericht und hol die Akte.
05:15Und Sie gucken sich bitte mal dieses Tattoo-Studio an.
05:18Ja.
05:19Danke.
05:20So, die Taxi?
05:21Hallo?
05:21Guten Tag.
05:22Taxifahrer?
05:39Vielen Dank.
05:40Tschüss.
05:41Tschüss.
05:56Welle 030-940-458-514.
06:01Nummer wird angerufen.
06:04Illitsch?
06:04Herr Illitsch, Heiland hier nochmal.
06:06Könnten Sie bitte aus Ihrer Tür kommen, damit ich weiß, wo Sie sind?
06:08Aber sicher, einen kleinen Augenblick bitte.
06:10Danke.
06:13Frau Heiland.
06:15Herr Illitsch.
06:16Ich hab schon viel von Ihnen gehört.
06:18Schön.
06:19Hier geht's lang?
06:22Ja.
06:23Na, kommen Sie doch rein.
06:25Bitte.
06:27Bitte, setzen wir uns nicht.
06:30Ah ja.
06:35Was kann ich für Sie tun, Frau Heiland?
06:39Sie können die Augen offen halten, wenn Sie es eilig haben.
06:43Habe ich Sie gerade angerempelt?
06:44Es tut mir wirklich leid.
06:45Entschuldigung.
06:47Wirklich.
06:48Aber woher wissen Sie, dass ich es war?
06:50Epafer.
06:51Ah.
06:53Und wonach riecht es?
06:55Herr Illitsch,
06:57ich möchte Sie um Ihre Einschätzung eines zurückliegenden Urteils bitten.
07:01Sie waren doch damals dabei in dem Prozess um Reich Helmich, richtig?
07:04Ja, der Tattoo-Typ, der den Mann erschlagen hat, der seine Freundin vergewaltigen wollte.
07:09Ja, ich erinnere mich an jeden Fall.
07:11Leide.
07:12Ist so ein Talent von mir.
07:14Wurde jemals in Betracht gezogen, dass Peggy Schneider den Mann erschlagen haben könnte?
07:19Seine Freundin?
07:19Wie kommen Sie denn darauf?
07:21Helmichs Fingerabdrücke auf der Tatwaffe?
07:23Das Blut des Opfers auf seinem Hemd?
07:25Sein Geständnis?
07:26Herr Helmich behauptet, sein Geständnis war gelogen.
07:32Soll das heißen, dass er Ihr Mandant ist?
07:34Herr Helmich sagt, er war zum Tatzeitpunkt in einer Kneipe und hat Fußball geguckt.
07:38Sie streben nicht wirklich eine Wiederaufnahme an.
07:42Manchmal ist es gut, Vergangenes ruhen zu lassen.
07:44Ich habe nicht nach Ihrem Lebensmotto gefragt.
07:47Herr Helmich ist Dauergast.
07:50Selbst wenn Sie ihn jetzt rausholen, steht er in ein paar Wochen wieder an der Rezeption.
07:55Danke für das Gespräch.
07:57Frau Heiland, der Mann verarscht Sie.
08:00Herr Illitsch, Ihr Parfum.
08:03Irgendwas mit Cedar.
08:05Danke, ich bin da alleine raus.
08:32Wieso, es reicht doch für die Woche.
08:33Komm, es reicht.
08:34Nicht so grob.
08:36Bis nächstes Mal, Piggy.
08:41Hi.
08:43Hi.
08:45Was kann ich für dich tun?
08:46Ähm, eine Freundin hat sich vor ein paar Jahren hier ein Zettel machen lassen.
08:50Den Namen von ihrem Freund, sowas hätte ich auch gern.
08:53Soll eine Überraschung werden.
08:54Du weißt Namen.
08:55Klar, soll man eigentlich nicht.
08:56Aber manchmal weiß man eben, dass er der Richtige ist und so.
08:59Ja, dann zeige ich dir mal ein paar Schriften.
09:01Ja.
09:06Also, das ist ziemlich altmodisch.
09:11Sag mal, Geschmackssache.
09:12Das ist ein bisschen moderner.
09:14Ganz was anderes.
09:17Hier, Arabella.
09:19Ja, ziemlich beliebt.
09:23Ja, nee.
09:24Das war irgendwie anders.
09:25Also so mehr verschnörkelt.
09:27Mit fließenden Überging.
09:29Das wurde von einem Typen gestochen, der hieß Mike.
09:33Oder Raik oder so.
09:36Der arbeitet hier nicht mehr.
09:47Also, Frau Heiland, ich hab neue News.
09:50Also, als ich reinkam, war da so eine komische Alte, mit der die Schneider sich geschritten hat.
09:56Ist Peggy Schneider der handgreiflich geworden?
09:58Nee, ist sie nicht.
10:00Aber um was es genau ging, konnte ich leider nicht hören.
10:04Als ich den Namen Raik erwähnte, ist sie so ein bisschen komisch geworden.
10:08Über den will sie auf jeden Fall nicht reden.
10:11Können Sie das noch für mich einscannen?
10:13Klar.
10:14Danke.
10:16Danke.
10:50Wie fickst du gerade deinen scheiß Zahnarzt, oder was?
10:52Geh ran, ich will mit dir reden.
10:55Pass auf.
10:56Irgendwann komm ich hier raus.
10:57Und dann braucht der Typ selber einen Zahnarzt.
10:59Und du auch.
11:00Hast du mich verstanden?
11:42Du arbeitest ja immer noch.
11:47Ich bin gleich fertig.
11:50Fußballspiel am 8. Juli 2014.
11:54Am 8. Juli 2014 besiegte die deutsche Nationalmannschaft im Halbfinale der Fußball-Weltmeisterschaft den Gastgeber Brasilien mit 7 zu 1.
12:04Seit wann interessierst du dich für Fußball?
12:09Ungefähr eine halbe Stunde nach Spielbeginn hatte er keine Lust mehr und sei zum Tattoo-Studio gelaufen.
12:15Interessant.
12:16Paul, lass das.
12:18Wusste ich es.
12:202014.
12:22Was willst du damit?
12:23Das geht dich nichts an, Papa.
12:25Doch keine Wiederaufnahme.
12:27Wo gehen wir denn hin?
12:28Zu Mitalena.
12:30Du weißt, wie viele Fälle pro Jahr vom Gericht zur Wiederaufnahme zugelassen werden.
12:36Paul, sie weiß sehr genau, was sie tut.
12:38Misch dich nicht immer ein.
12:41Und?
12:42Hat Ben sie schon gemeldet?
12:43Mama, wir sind noch nicht wieder zusammen.
12:46Ben fliegt morgen zurück nach Berlin und kommt am Abend zu mir.
12:50Misch dich nicht immer ein.
12:52Ich misch mich nicht ein.
12:53Ich biete nur meine Hilfe an.
12:56Also?
12:57Was kann ich tun?
12:59Du kannst eine Lasagne machen.
13:00Sehr gerne.
13:01Ich weiß doch, wie sehr er sie mag.
13:04Wird bereitgestellt.
13:05Danke.
13:05Um genau zu sein.
13:08Nur einer von 12.000 Fällen.
13:13Überleg es dir gut, Romy.
13:18Das mache ich, Papa.
13:29Hey, Max.
13:30Ja, mir geht's gut.
13:32Und mir geht's dir?
13:32Ja, also ich rede morgen mit Frau Highland über den Urlaub.
13:36Ja, und sobald ich das geklärt habe, sage ich dir Bescheid.
13:39Du?
13:41Ich freue mich irre.
13:43Ja.
13:44Ja.
13:44Ich vermisse dich auch.
13:48Tschüssi.
13:50Aha.
13:52Mit Hilfe?
13:56Ist doch geil.
13:59Und wie heißt der?
14:00Warte mal.
14:02Ich muss mich mal aufschreiben.
14:05Aha.
14:11Ja, na klar, morgen.
14:14Und wie ich da bin, kannst du dich drauf verlassen.
14:18Ich habe gerade einen todsicheren Tipp bekommen.
14:20Thai-Boxen.
14:21Morgen Abend im Boxtempel.
14:22Die Quote ist 7 zu 1.
14:23Ey, jetzt fang bitte nicht auch noch an zu zocken.
14:26Von welcher Kohle überhaupt?
14:29Ich habe ein Haus auf Kante.
14:31Willst du auch ansteigen?
14:33Leichter kann man keine Kohle machen.
14:34Ja, leichter kann man so nicht verlieren.
14:36Nee, du, ich fahre von meinem Geld lieber mit Max nach Thailand.
14:38Ich dachte, er ist nur in London.
14:39Ja, deswegen wollen wir ja zusammen in den Urlaub.
14:42Ja, wie?
14:43Und den Urlaub musst du selber zahlen?
14:44Dein Anwalts-Fuzzi lädt dich nie ein?
14:46Den Urlaub will ich selber bezahlen.
14:48Und mein Anwalts-Fuzzi hat einen Namen.
14:50Max.
14:52Sag mal, den Lebenslauf willst du so aber nicht abschicken, oder?
14:55Ja, ja, jetzt mach ich mal locker.
14:56Das ist nur ein Entwurf.
14:57Du, ich mach mich locker.
14:58Wenn du einen Job hast und deinen Teil an der Miete zahlen kannst,
15:01hey, kein Problem.
15:02Na du, nach dem Kampf morgen kann ich die Miete alleine zahlen, ne?
15:17Und niemand in diesem ganzen Gerichtssaal hat ihre Aussage angezweifelt, ja?
15:22Niemand hat sich gewundert, als sie gesagt haben, sie seien nach einer halben Stunde gegangen,
15:26da sind in dem Spiel gerade fünf Tore gefallen.
15:30Hat keiner.
15:32Gut, jetzt sagen Sie, Sie seien erst später, erst Anfang der zweiten Halbzeit gegangen,
15:39weil Sie die Anrufe von Peggy Schneider auf Ihrem Handy bemerkt haben.
15:42Wie lange läuft man von der Kneipe zum Tattoo-Studio?
15:46Zehn Minuten.
15:48Dann können Sie da frühestens um 23.10 Uhr gewesen sein.
15:51Da war Pierre Lucke laut Obduktionsbericht schon tot.
15:54Sag ich doch.
15:57Hat irgendjemand mitbekommen, dass Sie gegangen sind?
16:00Keine Ahnung, ich bin ja nur kurz raus, um Peggy zurückzurufen.
16:03Aber da stand sie schon da.
16:07War die Kneipe an dem Abend voll?
16:08Ja, war die voll.
16:10Das war Deutschland, Brasilien.
16:17Fragen Sie mal Uta.
16:18Wer ist Uta?
16:19Uta Pfeiffer ist eine Freundin von Peggy, dir gehört das abseits.
16:23Ich hatte an dem Abend ja noch nicht gezahlt.
16:25Wenn Uta mich gesehen hat, komme ich dann hier raus.
16:29Ja, ganz so einfach ist das nicht.
16:31Aber wenn jemand bestätigt, dass Sie erst Anfang der zweiten Halbzeit gegangen sind,
16:35dann ist das sehr hilfreich.
16:35Hören Sie, ich muss hier raus.
16:39Sie
16:42Sie schaffen das, oder?
16:44Herr Helmich, wenn ich eine Kristallkugel hätte, dann wären meine Honorare doppelt so hoch.
16:49Aber ich bemühe mich.
17:06So, ich glaube, wir sind da.
17:10Achtung, mal wieder stufen.
17:14Hallo, wir suchen eine Uta Pfeiffer.
17:17Ah, die blinde Anwälte und ihre Assistentin.
17:21Ich habe sie schon erwartet.
17:22Wie bitte?
17:23Na, der Reich terrorisiert seit kurzem ja alle mit seinen Anrufen.
17:26Das darf der doch gar nicht, der sitzt doch im Knast.
17:28Das darf der schon, ist nur sehr teuer vom Gefängnistelefon aus.
17:32Wahrscheinlich hat er sich ein Handy besorgt.
17:34Sie sind also Uta Pfeiffer?
17:37Bin ich.
17:39Und was hat Herr Helmich von Ihnen gewollt?
17:42Ich soll Ihnen sagen, dass ich gesehen habe, wie er damals die Kneipe verlassen hat.
17:46Und haben Sie das gesehen?
17:48Na, die Zeche hat der April.
17:49Das habe ich gemerkt.
17:50Wann war das?
17:52So ungefähr.
17:54Also können Sie sich erinnern, ob das vor oder nach der Halbzeitpause war?
17:58Weiß Sie, das ist eine Ewigkeit her.
18:00Damals war hier die Hölle los.
18:03Frau Pfeiffer, dürfen wir Ihre Gäste befragen?
18:07Geht nur gerade mal bis zum eigenen Bierglasrand.
18:09Frau Holländer?
18:11Ja?
18:13Nehmen Sie das und fragen mal.
18:17Gut, dann bitte.
18:19Ja.
18:22Entschuldigung, kennen Sie diesen Mann?
18:24Na, der kann nur mal bearbeiten.
18:26Nee?
18:27Aber Sie müssen lange.
18:28Ich frag mal weiter.
18:31Entschuldigung?
18:32Sie wollen also den Reik aus dem Knast bekommen, ja?
18:34Kennen Sie den?
18:35Klar kenn ich den.
18:37Als seine Rechtsanwältin vertrete ich seine Interessen, ja.
18:40Denkt denn er sich?
18:41Die Sache ist doch längst geklärt.
18:44Es könnte sein, dass Reik Helmich unschuldig im Gefängnis sitzt.
18:48Der hat unschuldig.
18:50Der hat doch gestanden.
18:52Aber nur, weil er Peggy Schneider und das Kind schützen wollte.
18:57Wie geht's denn, Frau Schneider und dem Kind so?
19:01Es gibt kein Kind.
19:05Nee, es gibt kein Kind.
19:07Na, Peggy hat's verloren.
19:21Der ist wegen dem Kind in den Knast und jetzt gibt's gar kein Kind.
19:25Hm.
19:26Arme Schwein.
19:27Und es hat wirklich niemand gesehen, dass Herr Helmich die Kneipe verlassen hat, ja?
19:31Das ist echt zu lange her, Frau Heiland.
19:34Aber an das Spiel erinnert sich jeder.
19:35Eben, an das Spiel.
19:39Wir brauchen die Verbindungsnachweise von Peggy Schneiders Handy von 2014.
19:45Wir müssen wissen, ob es diese Anrufe bei Herrn Helmich wirklich gab.
19:49Von 2014?
19:50Wo wollen Sie die denn ausgraben?
19:52Ich glaube, das wird gar nicht so ein Problem.
19:54Ich habe da schon eine Idee.
19:55Wir brauchen die Steuerunterlagen von 2014.
19:58Ich mache jetzt Schluss.
20:00Hä?
20:02Jetzt schon?
20:04Ich habe noch was vor.
20:05Uh, was denn?
20:07Das ist privat.
20:10Ben!
20:11Privat.
20:13Äh, apropos privat.
20:15Was ist mit meinem Urlaub?
20:17Ach ja, richtig.
20:18Natürlich.
20:19Wie lange wollten Sie denn weg?
20:21Ich will mit Max nach Thailand.
20:23Drei Wochen.
20:25Drei Wochen.
20:26Wissen Sie, wie viele Überstunden ich habe?
20:28Ja, natürlich.
20:29Aber ich meine, also drei Wochen, da brauche ich eine Vertretung für Sie.
20:33Wann wollen Sie denn fliegen?
20:34Na, Max hat ein super Angebot.
20:36Nächsten Monat.
20:37Ab dem 15.
20:39Nächsten Monat?
20:40Ich habe Max wochenlang nicht mehr gesehen.
20:42Ja, aber bis zum 15. finde ich ja nie eine Vertretung.
20:45Ja, wie viel vorher soll ich meinen Urlaub denn beantragen?
20:48Na ja, so dass ich planen kann.
20:5524 Stunden Sekretariat, Highland.
20:57Was kann ich für Sie tun?
21:20Ja, Emma.
21:22Aber frisst Juri nicht immer alles weg.
21:27Nachher kommt Ben.
21:29Ich muss nicht gleich nach ihm hacken.
21:38Hallo Mama, du kannst die Lasanne hinten in die Küche stellen.
21:41Hi Romy.
21:42Ben, du bist viel zu früh.
21:45Darf ich trotzdem reinkommen?
21:47Ja, klar.
21:50Hey.
21:51Hey.
21:54Mach ich jetzt gleich vom Flughafen?
21:57Ja.
22:01Hey.
22:03Juri hat ja Gesellschaft bekommen.
22:05Ja.
22:06Er war dann doch ein bisschen allein.
22:09Das ist Emma.
22:11Aber Vorsicht.
22:12Emma mag keine Fremden.
22:14Das höre ich.
22:16Ich wollte dir ja von Emma erzählen.
22:19Aber ich habe dich gar nicht erreicht die ganze Zeit.
22:21Ich dachte schon, du bleibst jetzt für immer in London.
22:24Tja, auf der Insel war wahnsinnig viel los.
22:26Und die Verhandlungen waren wahnsinnig zäh.
22:29Aber der Vertrag wird endlich nächste Woche unterschrieben.
22:46Romy.
22:48Ja?
22:50Ich muss dir was sagen.
22:54Du hast jemanden kennengelernt.
22:57Ja.
22:59Und es ist was Ernstes.
23:01Sie ist eine Kollegin und sie ist mitgekommen nach Berlin.
23:06Sie heißt Nayong.
23:10Nayong.
23:14Nayong.
23:15Ja.
23:31Scheiße.
23:41Mama!
23:43Mama!
23:44Ach du meine Güte.
23:46Ich mach jetzt die Scherben.
23:48So, mein Kind, jetzt kannst du rausdrehen.
23:54Oh, meine Kleine.
24:12Nach Kreuzberg also?
24:20Danke, Herr Henning.
24:21Dann versuchen wir da mal heranzukommen.
24:23Ja, wiederhören.
24:28Sieben Minuten zu spät, Frau Heiland.
24:30Hallo, Frau Holländer.
24:33So, spät geworden gestern Abend, was?
24:37Ja.
24:40Sie können mit mir über alles reden, Frau Heiland.
24:42Also die Verbindungsnachweise befinden sich in einem Karton mit den Steuerunterlagen von 2014.
24:48Okay.
24:50Und dieser Karton befindet sich in einem Regal ganz oben rechts im hinteren Zimmer.
24:56Und den dürfen wir einfach so mitnehmen?
24:59Von Herrn Helmich habe ich eine Vollmacht, von Frau Schneider natürlich nicht, aber ich werde Sie ablenken, während Sie den
25:03Karton holen.
25:04Das ist voll illegal, Frau Heiland.
25:07Ja, da haben Sie recht.
25:10Sie müssen das nicht machen.
25:12Doch, ich mach's.
25:13Ich lass Sie doch nicht hängen.
25:14Aber bei so Aktionen brauche ich eben ab und zu mal eine Pause.
25:18Ach so, Sie meinen eine dreiwöchige Pause.
25:20Ich muss mich wirklich erholen.
25:22Ja, Frau Holländer, Sie haben gewonnen.
25:25Sie kriegen Ihren Urlaub.
25:27Aber das nächste Mal regeln wir das anders.
25:29Vor allem ohne Erpressung.
25:31Klar.
25:32Obers ist Regal rechts, ja?
25:34Exakt.
25:36Und stell rüber, stell rüber.
25:40Probier's doch mal wenigstens.
25:42Letztens mal Struktur im Alltag und sowas.
25:44Ich hab Struktur.
25:46Jeden Dienstag hol ich mir brav von dir die Cola.
25:49Das ist Peggy wieder miterhalten.
25:51Botschaft.
25:52Aha.
25:53Sie schon wieder.
25:58Ist das Ihre Mutter?
26:01Und das sei Ihre?
26:03Nein, ich bin die Rechtsanwältin von Raik Helmich.
26:06Heiland mein Name.
26:07Können wir kurz miteinander sprechen?
26:08Nein, können wir nicht.
26:09Sie wollen mir doch bloß die Schuld für was zuschieben, was ich nicht getan hab.
26:12Nein, ich würde gerne Ihre Version der Geschichte hören.
26:15Diese ganze beschissene Geschichte, die ist für mich erledigt, ja?
26:18Raik ist für mich erledigt.
26:19Ich hab keinen Bock mehr auf Knastbeziehungen.
26:22Ja.
26:22Herr Helmich sagt...
26:24Ja, ich weiß schon, was er sagt, ja.
26:25Nur weil ich Schluss gemacht habe, behauptet er jetzt, dass ich Pierre erschlagen hab.
26:28Das ist ein beschissener, kranker Blödsinn.
26:31Merken Sie nicht, dass er Sie benutzt?
26:33Was machen Sie denn da?
26:34Ah, ich ruhe ein bisschen.
26:37Herr Helmich fühlt sich von Ihnen benutzt.
26:38Er hat damals die Schuld auf sich genommen, weil er Sie und das Kind schützen wollte.
26:43So ein Bullshit.
26:47Es tut mir sehr leid, dass Sie das Kind verloren haben.
26:51Ja, ist schon gut.
26:53Wollte sowieso nie Kinder.
26:56Frau Schneider, könnten Sie mir nochmal ganz genau erklären, wie das war mit dem Vergewaltigungsversuch?
27:01Soll ich Ihnen jetzt erklären, was eine Vergewaltigung ist?
27:04Nein, natürlich nicht.
27:09Oder wollen Sie jetzt behaupten, dass es gar keinen Vergewaltigungsversuch gab?
27:12Was soll denn der Scheiß?
27:14Ich bin hier das Opfer.
27:15Was machen Sie mit meinen Unterlagen?
27:17Wir haben eine Vollmacht von Herrn Helmich.
27:19Moment mal, von mir haben Sie aber keine Vollmacht.
27:22Dankeschön.
27:22Sie vertreten den Falschen, ja?
27:24Raik lügt.
27:25Das ist ein verdammter Scheiß.
27:26Lügt da!
27:28Das ist doch nicht so blöd, Mann.
27:30Sie haben ja richtig Talent für sowas.
27:32Dankeschön.
27:51Moment.
27:58Frau Schneider hat Herrn Helmich zwischen 22.45 Uhr und 23.00 Uhr siebenmal angerufen.
28:05Sie haben sich die Verbindungsnachweise besorgt. Ich frage jetzt einfach nicht, wie.
28:12Laut Abduktionsbericht war Herr Lucke zu diesem Zeitpunkt schon tot.
28:15Warum haben diese Anrufe im Verfahren damals keine Rolle gespielt?
28:18Weil weder Frau Schneider noch Herr Helmich diese Anrufe erwähnt haben.
28:21Weil sie nicht zu der Geschichte gepasst haben, die die beiden damals erzählt haben.
28:25Denn wie soll Frau Schneider Herrn Helmich siebenmal angerufen haben, während Herr Lucke gerade versucht hat, sie zu vergewaltigen?
28:33Dünnes Eis, Frau Heilert. Sehr dünnes Eis.
28:37Ein Vergewaltigungsversuch, mit ein paar Telefonanrufen widerlegen zu wollen.
28:41Das reicht nicht für eine Wiederaufnahme.
28:44Was ist mit den Zeugen? Hat jemand gesehen, dass Herr Helmich erst zur zweiten Halbzeit gegangen ist?
28:50Schwierig.
28:55Ich sag's Ihnen nochmal. Es ist besser, Vergangenes ruhen zu lassen.
29:01Aber Herr Helmich, ich befürchte, dass in der Vergangenheit nicht gründlich ermittelt wurde.
29:07Was ist mit dem Motiv?
29:09Da bin ich dran.
29:20Herr Helmich, wir sehen uns.
29:23Frau Heiland, brauchen Sie Hilfe?
29:27Nein, danke. Ich finde alleine raus.
29:28Frau Schneider.
29:29Das ist besser.
29:35Herr Helmich, ich komme.
29:36Aber Herr Helmich, ich bin froh, bisschen was in der Vergangenheit.
29:37Ich bin froh.
29:48Frau Schneider.
29:51Ich bin froh.
29:55Ich bin froh.
29:58Ich bin froh.
30:00Hey Max, ich freue mich auch, dass es klappt.
30:03Ich brauche nur noch einen neuen Bikini.
30:13Ringo?
30:22Was passiert?
30:27Der Tipp war scheiße. Teilboxen meine ich.
30:32Hast du verloren?
30:35Alles. Unsere ganze Kohle.
30:42Unsere Kohle?
30:44Na ja, also alles, was in der Schublade war.
30:48Das waren 900 Tacken! Das war meine Kohle!
30:52Das ist der Stundensatz von Max, oder?
30:54Ey, was? Max verdient jetzt sowas von scheißegal!
30:57Denn das ist nicht mein Stundensatz!
30:59Ich hab wochenlang für die Kohle gearbeitet!
31:05Du Ada, ich hab mir das Geld nur geborgt, okay?
31:07Es tut mir leid, ich zahl's dir wieder zurück.
31:10Ey, du bist echt ne Arschloch, Mann.
31:12Es war mein Geld für meinen Urlaub.
31:25Scheiße!
31:26Ich hab mich nicht da.
31:33Ich hab dich.
31:43Wenn ich dich nicht zuwachen,
31:53dann würde ich mich wiederholen.
31:53Ja, ich hab dich nicht geholfen.
31:53Ich hab dich geholfen.
31:54Ich hab dich nicht geholfen.
31:55Und ich hab dich letztendnach.
32:01Na, jetzt frei. Wo seid ihr denn? Na, wo seid ihr denn? Na, wo seid ihr denn? Keine Nummer? Juri.
32:15Dünnes Eis. So ein Kotzbrocken.
32:20Pierre war unser Mitarbeiter im Tattoo-Studio. Die wollten die Abrechnung machen. Wir gerne anderen.
32:40Nee, Frau Heiland. Jetzt nicht.
33:02Wo benden Sie mich jetzt zum... Hallo?
33:35Ja!
33:46Frau Anwältin, Sie sehen etwas blass aus. Guten Abend, Frau Pfeiffer.
33:54Hier. Es stärkt. Geht aufs Haus. Aha.
34:01Ja, gut. Ich muss ja nicht mehr fahren.
34:12Können Sie sich vorstellen, dass Peggy Schneider und Pierre Lucke ein Verhältnis hatten und Raik Helmich eifersüchtig war?
34:19Die Peggy mit dem Pierre im Leben nicht.
34:22Und Theresa, hält du dich doch da raus.
34:24Peggy ist meine Tochter, da halte ich mich nicht raus.
34:27Wieso? Sonst interessiert sie dich ja auch nicht.
34:30Sie sind die Mutter von Peggy Schneider?
34:36Da habe ich doch neulich in Peggys Studio gesehen. Was wollen Sie überhaupt?
34:41Ich bin die Anwältin von Raik Helmich.
34:45Der Raik. Bisschen aufbrausend. Aber eigentlich ein guter. Gibt's ja nicht so oft.
34:57Das muss ja für Sie auch ein ganz schrecklicher Abend gewesen sein. Also, als das alles passiert ist.
35:02Ja, das war in der Tat ein schrecklicher Abend.
35:05Ich lasse mich nicht gern verarschen. Schon gar nicht von der eigenen Tochter.
35:10Warum? Was hat Peggy denn gemacht?
35:12Jeden Dienstag kriege ich von der Peggy 100 Euro zu. Aber an dem Dienstag hatte Madame nur 20 Euro dabei.
35:20Gab's dafür einen besonderen Grund?
35:21Ach, die hat doch immer eine Ausrede.
35:26Viel zu spät war sie außerdem.
35:29Wegen irgendeinem Arzttermin.
35:3220 Euro.
35:34Was meinen Sie, wie schnell die weg waren?
35:36Bei fünf Toren in der ersten Halbzeit und was essen musste ich auch noch.
35:41In der Halbzeitpause bin ich wieder zurück.
35:42Wohin zurück?
35:44Ins Tattoo-Studio. Ich wollte mir den Rest holen.
35:46Aber Madame kam nur zur Türe rausgeschossen, wie von der Tarantze gestochen.
35:53Und Raik Helmich, haben Sie den auch gesehen?
35:55Nee, den nicht.
36:00Haben Sie das alles damals vor Gericht erzählt?
36:02Ach, mich fragt doch keiner.
36:06Würden Sie das denn, wenn es nochmal eine Verhandlung gibt?
36:10Lecker.
36:15Geben Sie mir eine aus.
36:17Ja.
36:18Ja.
36:18Ja.
36:19Bitte.
36:20Mach mal einen Krötzen.
36:23Sie haben eine Zeugin?
36:25Ja.
36:26Und zwar eine, die gesehen hat, dass Frau Schneider das Tattoo-Studio verlassen hat.
36:32Was bei der Geschichte mit dem Vergewaltigungsversuch ja gar nicht gehen würde.
36:36Genau.
36:37Laut der damaligen Aussage hat Herr Lucke Frau Schneider so lange festgehalten, bis sie dazu kamen.
36:44Damit kriegen wir die Wiederaufnahme.
36:47Warum?
36:49Dass ich mal Glück hab.
36:52Das bin Frau Katte.
36:56Das ist richtig gut.
37:03Der Helmich zählt auf Sie, Frau Heiland.
37:06Um überhaupt eine Chance auf den Freispruch zu haben, brauchen wir das Motiv.
37:11Warum hat die Schneider den Lucke erschlagen?
37:18Ich mach doch mal Feierabend.
37:20Mhm.
37:29Ich hab kein Kind.
37:31Viel zu spät war es ja außerdem.
37:34Wegen irgendeinem Arztbesuch.
37:37Ja, schon gut.
37:39Wollte sowieso nie Kinder.
37:41Tschüss, Frau Heiland. Bis morgen.
37:42Stopp.
37:46Können wir irgendwie herausfinden, wen die Schneider vor dem 8. Juli alles so angerufen hat?
37:54Ich kann die Nummern von den Verbindungsnachweisen ins Netz eingeben.
37:58Gut, dann machen Sie das bitte.
38:00Aber doch nicht jetzt.
38:05Da haben Sie Spaß dran, wa?
38:15Freiland?
38:16Hier ist eine Nummer einer gynäkologischen Tagesklinik.
38:20Na bitte.
38:21Geht doch.
38:26Frau Schneider, Sie sagen, Sie selbst seien den ganzen Abend im Studio geblieben.
38:32Stimmt das?
38:32Ja klar, stimmt.
38:34Sie haben das Studio also nicht verlassen?
38:39Auch nicht zwischen 22.45 Uhr und 23 Uhr, als bei dem WM-Spiel gerade Halbzeitpause war.
38:47Nein.
38:49Gut.
38:50Dann würde ich jetzt gerne die Zeugin Theresa Schneider hören.
38:54Schön.
38:55Bitte warten Sie draußen.
38:56Vielleicht brauchen wir Sie noch einmal.
38:58Dankeschön.
38:59Frau Theresa Schneider, kommen Sie bitte.
39:02Funden weg.
39:03Ich kann allein, du Hornochse.
39:05Och nee, die doch nicht.
39:08Äh, wo soll ich?
39:11Bitte, Frau Schneider.
39:12Nehmen Sie Platz.
39:14Die ist total dicht.
39:19Sie ist Ihre Zeuge.
39:21Danke.
39:22An manchen Tagen passiert Unvergessliches, weshalb sich später auch die meisten Menschen daran erinnern können, was sie an diesem Tag
39:29gemacht haben.
39:30Ein solcher Tag war der 8. Juli 2014. Im legendären WM-Halbfinale besiegte Deutschland Brasilien mit 7 zu 1.
39:38Frau Schneider, schildern Sie uns doch bitte, wo Sie an diesem Abend waren.
39:48Frau Schneider?
39:50Na, keine Ahnung, wo ich am, wann war das?
39:54Am Abend des großen Fußballspiels, Brasilien gegen Deutschland.
39:58Ich will Fußball zum Kotzen.
40:06Mir haben Sie erzählt, Sie seien an dem Abend in der Halbzeitpause, kurz vor 23 Uhr, vor dem Tattoo-Studio
40:13Ihrer Stadt.
40:13Sie sind mit meiner Tochter gewesen und haben gesehen, wie diese herauskam und weglief.
40:17Da muss ich wohl besoffen gewesen sein. Ich war nirgends und hab nix gesehen.
40:23Werde uns total verhaftet.
40:25Noch irgendwelche Fragen?
40:28Keine weiteren Fragen.
40:29Dankeschön, Frau Schneider.
40:32Äh, die Aufwandsentschädigung kriege ich...
40:35Ja, kommen Sie hin.
40:38Gibt es weitere Zeugen? Sonst würde ich nämlich die Einstellung der Wiederaufnahme beantragen.
40:42Moment. Wenn ich noch um drei Minuten bitten dürfte, Herr Vorsitzender.
40:46Wer sei?
40:49Frau Schneider.
40:53Mein Mandant hat die Tat damals an Ihrer Stelle gestanden, weil er dachte, dass Sie schwanger seien.
41:00Er wollte Sie schützen.
41:02Das stimmt nicht.
41:03Was, dass Sie schwanger waren?
41:05Na doch, natürlich, ich war schwanger.
41:07Aber Sie haben sich gegen das Kind entschieden, richtig?
41:10Was soll der Scheiß?
41:13Frau Schneider, haben Sie abgetrieben?
41:15Was hat das mit dem Fall zu tun, Frau Heiland?
41:17Kommen Sie bitte zur Sache oder ich breche die Verhandlung ab.
41:21Frau Schneider hat einen Schwangerschaftsabbruch vornehmen lassen.
41:25Meine Mandanten, dem Vater des Kindes, hat sie aber nie davon erzählt.
41:28Natürlich nicht, der wäre doch durchgedreht.
41:31Also haben Sie abgetrieben.
41:35Ja.
41:36Was?
41:37Sie setzen sich sofort wieder hin, Herr Helmich.
41:40Hinsetzen.
41:45Wusste Pierre Lucke von der Abtreibung?
41:50Frau Schneider, bitte beantworten Sie meine Frage.
41:52Oder haben Sie Angst, sich damit selbst zu belasten?
41:54Was?
41:55Nein.
41:56Pierre wusste nichts davon.
41:58Sind Sie sicher?
42:00Vielleicht hat er es ja doch erfahren und wollte es seinem besten Freund erzählen.
42:05Und um das zu verhindern, haben Sie nach dem Pokal gegriffen und zugeschlagen.
42:11Also das wäre auch eine mögliche Version.
42:14Oder?
42:18Frau Schneider, wollen Sie diese Frage beantworten oder nicht?
42:22Nein.
42:23Ich meine, das war es nicht.
42:26Gut.
42:28Frau Verteidigerin, haben Sie Beweise für diesen Tateiger?
42:31Dann würde ich Sie bitten, sie uns offen zu legen.
42:34Nein, Herr Vorsitzender.
42:35Aber ich möchte, dass mein Mandant noch ein paar Fragen beantwortet.
42:39Gut.
42:40Frau Schneider, bitte nehmen Sie da vorne Platz.
42:44Sie setzen sich jetzt dahin und beantworten meine Fragen.
42:49Okay?
42:50Bitte, Herr Helmich.
42:59Herr Helmich, Sie und Herr Lucke waren Freunde, richtig?
43:04Ist doch scheißegal.
43:06Es wäre gut, wenn Sie meine Fragen beantworten würden.
43:10Wenn Pierre Lucke erfahren hätte, dass Ihre Freundin ihr Baby abgetrieben hat,
43:14hätte er es Ihnen erzählt?
43:16Das sind Vermutungen, Frau Anwältin.
43:18Ich frage anders.
43:22Wusste Herr Lucke, wie sehr Sie sich auf das Kind freuen?
43:25Natürlich.
43:28Bitte erzählen Sie uns von Ihrer Beziehung zu Frau Schneider.
43:31Wohin bitte führt das denn?
43:32Es ist doch offensichtlich, dass in dieser Beziehung der Schlüssel für die Tat liegt, oder?
43:36Fahren Sie fort.
43:40Die Wahrheit ist doch, Sie haben Frau Schneider über alles geliebt.
43:45Richtig?
43:51Früher hatte ich diese Wut in mir.
43:55Der kleinste Anlass.
43:57Und ich bin ausgetickt.
44:00Dann habe ich Peggy kennengelernt.
44:03Ich hatte keine einzige Schlägerei mehr.
44:07Ich dachte, Peggy und ich, wir würden uns nie wieder trennen.
44:12Also...
44:15Also, warum keine richtige Familie gründen?
44:17Mit Kind, Haus, Garten, dem ganzen Zeug.
44:21Peggy wollte das nicht.
44:23Und dann ist sie schwanger geworden.
44:26Ich war voll glücklich.
44:29Ich habe mich so gefreut.
44:31Ich bin gleich los und habe so diese Minisocken gekauft.
44:35Und...
44:36Und...
44:36Ich dachte...
44:38Ich dachte, du freust dich auch.
44:43Warum hast du nicht gesagt, dass du Schiss hattest?
44:45Ich dachte, wir können über alles reden.
44:47Warum hast du mir nichts gesagt?
44:50Du hast meinen besten Kumpel umgebracht und unser Baby.
44:56Du hast gesagt, dass du mich liebst.
45:01Freiland.
45:01Frau Schneider weint.
45:05Oder war das etwa auch gelogen?
45:08Sag die Wahrheit.
45:10Sag... Sag wenigstens einmal die Wahrheit.
45:13Oder willst du, dass ich noch mal Jahre für dich im Knast sitze?
45:17Frau Schneider.
45:18Sagen Sie doch endlich, was passiert ist.
45:29Ich hatte Angst, keine gute Mutter zu sein.
45:34Ich dachte, ich schaff das nicht.
45:38Ich wollte nicht so sein wie meine eigene Mutter.
45:42Das wollte ich kein Kind antun.
45:49Pierre kam ins Studio.
45:52Ich war völlig fertig von der Abtreibung.
45:56Er hat es mir einfach angesehen.
46:00Er sagte, ich soll es reich sagen.
46:03Aber ich wollte nicht.
46:07Er sagte, dann tut er es.
46:12Dann habe ich den Pokal gesehen.
46:16Und habe zugeschlagen.
46:33Ich wollte nicht mehr närmsteine.
46:34Ich konnte nicht mehr wie die Nachrichten mit meiner Mutter vorausschauen.
46:35Ich habe keine weiteren Fragen.
46:44Hey Romy.
46:47Ben?
46:48Warst du im Saal?
46:49Ja.
46:50Ja, das war ganz schön gut. Respekt.
46:55Danke.
46:56Frau Heiland, Glückwunsch. Ich wusste gar nicht, dass Sie so draufgängerisch sind.
47:01Naja, ich hatte Glück, dass es funktioniert hat, ne?
47:03Naja, mit Glück hat das nicht so viel zu tun, eher mit guter Menschenkenntnis.
47:06Das hätte aber auch schief gehen können.
47:08Rudi Eiletsch, freut mich.
47:10Ben Ritter.
47:12Ah.
47:14Frau Heiland, wir haben doch gleich den Termin.
47:17Ja, leider.
47:20Bis dann. Wir telefonieren.
47:23Wer?
47:27Wir.
47:29Danke. Sehr angescheinend.
47:32Haben Sie eigentlich ein Tattoo?
47:34Was?
47:36Also ja.
47:38Sie waren jung und es war eine wilde Nacht. Sie waren getrunken.
47:44Okay, ich zeig's Ihnen.
47:46Und wie gefällt's Ihnen?
47:48Ups, Sie sehen ja gar nix.
47:50Ja, dann.
47:52Ich wette, es ist ein Schmetterling.
47:54Falsch.
47:55Ba capturen.
48:03Schuss.
48:13Ja, da gibt es.
48:16Bis zum nächsten Mal.
Kommentare

Empfohlen