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Spaß
Transkript
00:29Untertitelung. BR 2018
00:59Untertitelung. BR 2018
01:16Untertitelung. BR 2018
01:32Nochmal vielen Dank fürs Abholen. Ab morgen ist meine Karre wieder fertig.
01:36Mal sehen, was die Zobel dazu sagt, dass du behördliches Eigentum zerstört hast.
01:40Wie oft soll ich es noch sagen, Mann? Er kam von links, ich kam von rechts. Ich bin unschuldig.
01:44Wie oft ich den Satz schon gehört habe.
01:46Wir müssen unsere Ressourcen künftig besser einteilen.
01:49Wenn es ein Raubüberfall ist, dann können es auch die Kollegen vom Raubdezernat übernehmen.
01:55Moin, worum geht's?
01:58Worum es in dieser Abteilung meistens geht, mangelnde Effizienz.
02:02Sie wollten nicht wegen Ihres Dienstfahrzeuge sprechen?
02:05Nein, nein, das ist Zeit. Dankeschön, danke.
02:11Worum geht's jetzt wirklich? Wer ist das?
02:13Paula Blank, 18 Jahre, Studentin an der Musikakademie. Sie wurde heute Morgen am Bahnhof überfallen.
02:18Taschenraub. Leider stürzte sie beim Gerangel aufs Gleisbett.
02:21Sie von jetzt?
02:22Hat Frau Dr. Zobel nicht eben gesagt, die Kollegen vom Raubdezernat?
02:25Was haben wir gehört?
02:26Sie liegt in der Uniklinik. Laut Notarzt besteht akute Lebensgefahr.
02:29Sehen Sie, also wissen wir nicht, ob aus dem Raub noch ein Raubmord wird.
02:33Was wissen wir mit dem Täter?
02:34Äh, leider nicht viel. Circa 1,85 groß. Kapuzenpullover, Jeans, Turnschuhe.
02:40Das für ein paar Euro und ein Handy vielleicht. Mehr war da da sicher nicht zu erwarten.
02:43Ja, er hat ihre Umhängetasche und einen kleinen Koffer gestohlen. Vermutlich hatte sie ihre Geige dabei.
02:47Laut Augenzeugen hat sie gekämpft wie eine Löwin. Sie hat erst losgelassen, als der Täter sie zurückstieß.
02:52Klappern Sie doch mal alle Kleinhäle ab. Der wird versuchen, das sicher so schnell wie möglich zu Geld zu machen.
02:57Sonst noch was? Dann fahren wir jetzt mal in die Klinik.
03:16Kieße wird auch von der Kripul hier weg. Das ist mein Kollege Lars Englund. Wie geht's dir denn?
03:22Solche Angstmusik.
03:25Die Ärzte mussten sie ins Koma legen. Sie sagen, Einblutungen im Gehirn zu verhindern.
03:29Gibt ihr schon eine Prognose?
03:30Sie haben sie stabilisiert. Alles weitere lässt sich wohl erst in den nächsten Stunden einschätzen.
03:36Sie könnte auch...
03:37Sie müssen jetzt positiv denken.
03:40Dabei hat sie so große Träume.
03:44Professor Stadler sagt, sie ist ein Ausnahmetalent. Sie könnte die ganz großen Bühnen erobern.
03:49Das ist ihr Lehrer an der Musikakademie?
03:51Er ist der Direktor.
03:53Er war so begeistert von Paulas Talent, dass sie ihr ein Stipendium besorgt hat.
03:57Eine Akademie könnte ich hier nie bezahlen.
04:03Schon für die Geigenstunden als Kind mussten wir auf einiges verzichten.
04:07Paula war das egal.
04:09Braucht keine Spielsachen, hat sie immer gesagt.
04:11Spielen will ich sowieso nur auf der Geige.
04:14Wenn Sie uns nicht ganz sicher, ob Paula und der Täter sich kannten oder ob das nur ein einfacher Taschendieb
04:18war...
04:19Schauen Sie doch mal.
04:20Wissen Sie denn, ob sie irgendwas Wertvolles dabei hatte?
04:22Einen teuren Computer, ein Schmuckstück oder ein Geschenk?
04:25Die Geige. Was ist mit der Geige?
04:28500 Euro habe ich dafür bezahlt.
04:30Von meinem Ersparten.
04:34Was meinen Sie?
04:37Wirft man dafür jemanden vor einen Zug?
04:42So, warte mal.
04:44Schwartenbeck hat auch gesagt, das Mädchen hat sich mit allen Kräften gewährt.
04:48Wieso, wenn es nur um ein paar wertlose Dinge ging?
04:50Und warum ist der Täter nicht abgehauen bei so viel Gegenwehr und all den Zeugen?
04:54Na ja, vielleicht steckt doch mehr dahinter als bloß ein simpler Raub.
04:57Wir müssen auf jeden Fall das nähere Umfeld checken.
05:01Was sind wir in Euro?
05:04Westminster.
05:06Liegt da nicht das Parlament?
05:08Ja, ich glaube aber kaum, dass die solche Musik hören.
05:12Oh.
05:12Oh, das ist so geil.
05:15Ah, der junge Mensch.
05:16Oh, Purschburg.
05:19Sagen Sie mal, was soll denn das?
05:21Wollen Sie tausende Fans vernehmen?
05:23Das brauche ich doch gar nicht.
05:25Sehen Sie mal hier.
05:26Den Pullover haben die vor ein paar Jahren verkauft.
05:29Exklusiv und in limitierter Auflage.
05:30Was glauben Sie wohl, wie viele Bestellungen es aus Lübeck gab?
05:43Hallo.
05:46Hier hat sich der Architekt aber mal so richtig ausgezobt.
05:49Bestimmt alles wunderbar subventioniert.
05:51Alles für die schönen Künste.
05:53Dagegen kannst du ja wohl nichts haben, oder?
05:55Nö, hab ich auch nicht.
05:56Ich finde nur, dass Kinder was erleben sollten, statt den ganzen Tag nur Truhleitern zu viel.
06:0037.
06:02Da.
06:07Entschuldigung, Moment, Moment, Moment.
06:09Sie können ja nicht so einfach reinplatzen.
06:11Kripo Lübeck, Kiesewetter mein Name, das ist mein Kollege Lars Englund.
06:14Das ist wirklich wichtig.
06:16Entschuldigen Sie, Anna.
06:17Ich entschuldige mich auch bei Herrn Beto.
06:19Das war ein Schmikowski.
06:21Es geht um eine Schülerin ihres Instituts, Paula Blank.
06:25Sie wurde heute Morgen überfallen, das steht schlecht um sie.
06:29Was ist denn passiert?
06:31Sie wurde von einem offenbar jungen Mann angegriffen.
06:35Das Bild ist leider nicht sehr detailreich.
06:37Können Sie da jemanden erkennen?
06:40Sie glauben doch nicht, es war jemand von der Akademie.
06:43Ausschließen können wir das natürlich nicht.
06:45Das ist ein erstklassiges Institut.
06:47Natürlich gibt es da Konkurrenz und Rivalitäten zwischen den Studierenden.
06:51Aber wie geht es denn, Paula?
06:54Das ist die Kleider im Koma.
06:59Was meinen Sie mit Rivalitäten unter den Studierenden?
07:02Na ja, wir wählen aus, wer an Wettbewerbungen teilnimmt oder besonders wichtige Auftritte bestreiten darf.
07:08Paula sollte morgen Abend beim Festtag deiner Privatbank spielen.
07:12Sehr wichtiger Förderer unserer Studierenden.
07:15Wird es sein, dass da jemand versucht hat?
07:17Die Konkurrenz unter unseren Studierenden wird musikalisch ausgetragen.
07:20Doch nicht mit Gewalt, völlig ausgeschlossen.
07:23Und dieser wichtige Förderer, von dem Sie gerade sprachen, der vergibt Stipendien?
07:27Ja, auch. Oder besondere Instrumente.
07:30Paula zum Beispiel wurde eine wertvolle Albiate-Violine zur Verfügung gestellt.
07:35Wie wertvoll?
07:36Jede Albiate ist mehrere hunderttausend Euro wert, mindestens.
07:43Sie hatte die Albiate bei sich.
07:53Ein wirklich schlimmer Vorfall.
07:56Und das einen Tag vor unserem Festakt zum hundertjährigen Bestehen.
08:00Auch wissen Sie, es wäre auch an jedem anderen Tag für Paula furchtbar gewesen.
08:04Natürlich.
08:05Sie sind hier beschäftigt, Burkhard.
08:07Ja, ich dachte nur, Polizei ist da...
08:09Und wir sprechen nachher.
08:10Ich komme später runter zu dir.
08:12Und ich erwarte, dass du endlich die Aufstellung fertig hast.
08:16Mein Sohn.
08:17Wo waren wir stehen?
08:19Ach so, beim Festakt.
08:20Aus diesem Anlass wollten wir eigentlich unsere drei Albiati-Geigen ausstellen.
08:26Wir hatten das große Glück, sie vor einiger Zeit in Mailand auf einer Auktion zu ersteigern.
08:33Hier.
08:34Das ist Paulas Instrument.
08:36Wir sind natürlich bestens versichert.
08:39Na, dann hält sich hier der Schaden in Grenzen.
08:401,2 Millionen Euro?
08:42Mittlerweile wird man auf einer Versteigerung sicher wesentlich mehr erzielen.
08:46Und die anderen Geigen, wo sind die?
08:48Die sind in den Händen zwei äußerst renommierte Virtuosen.
08:52Ein wunderbares Instrument.
08:54Nur ein Jammer, dass wir beim Festakt darauf verzichten müssen.
09:00Und auf Paula.
09:02Sicher.
09:04Paula.
09:04Ja.
09:11And you're really sure they've been the only buyers from Lübeck?
09:15Ah, I see.
09:16Thank you.
09:17Bye.
09:19Es gab genau zwei Bestellungen aus Lübeck.
09:21Laura Lehmann, 16, Kleidergröße XS und Marco Fischer, 25, wohnhaft bunt bekutzt.
09:27Sie sind aber in Hochform.
09:29Sie wollen nur Fleißkartchen bei der neuen Chefin sammeln.
09:31Ich bin's.
09:32Wir haben möglicherweise einen ersten Tatverdächtigen.
09:34Der Kapuzenpullover des Täters ist ein limitiertes Stück, was ausschließlich übers Internet vertrieben wurde.
09:41Und einer der wenigen Kunden aus Lübeck wohnt in Bunte Kuh.
09:44Gut, dann fahren Sie mit dem Kollegen dorthin, bringen Sie den Manneskommissariat zur Befragung.
09:48Ach so, Vorsicht.
09:50Ist nicht gerade die beste Gegend da.
09:51Keine Sorge.
09:52Ich nehme einen ganz besonders starken Kollegen mit.
09:55Hm?
09:56Fleißkärtchen?
09:57Fleißkärtchen.
09:58Was ist denn los?
09:59Es gibt eine neue Spur.
10:00Das Kapuzen-Shirt des Täters.
10:02Hey, Herr Kiesewetter.
10:04Warten Sie doch einen Moment.
10:05Ähm, Paula liegt im Kumpf?
10:08Ach, Sie wissen Bescheid?
10:09Ja, mein Vater hat mir das gerade gesagt.
10:11Ja, er schien nicht sonderlich betroffen zu sein.
10:14Das täuscht.
10:15Er zeigt nicht so gern Gefühle.
10:17Und Sie?
10:18Kennen Sie Paula persönlich?
10:20Ja, ich hab sie ein paar Mal bei ihren Vorspielen und Konzerten in der Akademie besucht.
10:24War das nicht ziemlich riskant, das Mädchen mit so einer millionenschweren Geige rumlaufen zu lassen?
10:28Ja, es wäre riskant gewesen, wenn es jemand gewusst hätte.
10:32Paulas Schutz war ihr schweigt.
10:33Moment mal, das verstehe ich jetzt nicht.
10:34Was meinen Sie damit?
10:36Ja, es gibt nur drei Leute, die davon wissen.
10:37Das ist mein Vater und ich, sowie Professor Stadler.
10:39Und Paula hat hoch und heilig versprochen, es absolut für sich zu behalten.
10:42Was glauben Sie, warum hat sich Ihr Vater ausgerechnet für Paula entschieden?
10:46Das hat er nicht.
10:48Ähm, mein Vater wären natürlich drei richtige Stargeige am liebsten gewesen.
10:53Wegen der Außenwirkung für die Beine.
10:55Aber Sie konnten ihn umstimmen.
10:56Ich?
10:58Nein, äh, es war Professor Stadler, der sehr nachtrücklich darauf gedrängt hat, dass Paula die Alberti spielte.
11:03Oh.
11:23Herr Fischer, Kripo Lübeck, würden Sie uns bitte reinlassen?
11:43Herr Fischer, Sie bleiben bei der Frau.
11:44Gut, äh, können Sie wieder zurückgehen?
12:01Herr Fischer, hätten Sie vielleicht Lust, uns auf die Wache zu begleiten?
12:12Ja, da bin ich ganz bei dir. Der junge Meininger muss in Grundtabwehr haben, warum?
12:17Was machst du denn hier?
12:21Tja, wenn man nicht informiert wird, muss man eben selbst nachfragen.
12:24Warum auch? Du hast doch Urlaub.
12:25Außerdem haben wir gar keine Leiche und wir hoffen auch, dass das so bleibt.
12:28Dass meine Verbindung zur Akademie bei euren Ermittlungen hilfreich sein könnten, kam euch nicht in den Sinn.
12:34Ich bin im Förderkreis, nicht gewusst?
12:36Ich habe mitentschieden, dass Paula Blank aufgenommen wird.
12:39Als ich sie spielen hörte, war ich sofort versöhnt, dass sie mich damals nicht genommen haben.
12:43Moment mal, du hast dich bei der Akademie beworben?
12:46Ja, ich war 19, also sowieso viel zu alt.
12:49Also gut, du kennst den Stadler. Wie schätzt du den so ein?
12:52Das ist einfach. Stadler ist die Akademie und die Akademie ist sein Leben.
12:57Erstaunlich, dass er dich gleich dort hat.
12:58Jetzt, du kreisst, denkst du, Sam?
13:01Jetzt, lang, den Arsch, ruhig.
13:02Ich bin Müller.
13:03Ja, sieht ganz aus, als hätte die Lütte den Fall im Alleingang gelöst, während die Herren hier schnacken.
13:13Marco, je früher du mit der Wahrheit rausrückst, desto besser ist es für dich.
13:17Bin ich nicht.
13:18Nein?
13:18Nein.
13:20Exakt dieselbe Körpergröße und genau derselbe Kapuzenpillover wie unser Täter.
13:2415 Millionen.
13:25Aber nur zwei in Lübeck, Marco.
13:29Hör mal zu.
13:29Es geht hier nicht mehr nur um Taschendiebstahl.
13:33Das Mädchen liegt im Koma und schwebt in akuter Lebensgefahr.
13:38Hast du alles verstanden?
13:39Mann, ich wollte das überhaupt nicht.
13:41Ey, das war...
13:41Die hat sich so krass gewehrt, dann ist sie da runter.
13:43Mann, das war ein Unfall, Mann.
13:44Wieso bist du nicht einfach abgehauen, wenn ihr sich so gewehrt habt?
13:46Ich sollte dir das Zeug wegnehmen und dann abhauen.
13:48Du solltest.
13:49Hat dir jemand den Auftrag gegeben?
13:50Ja.
13:51Mann, ich habe vor ein paar Tagen Anruf bekommen.
13:52Von wem?
13:53Keine Ahnung.
13:53Und 3000 Euro für den Überfall.
13:54Das war der Deal.
13:55Wir werden deine Telefondaten überprüfen, ob dich jemand angerufen hat.
13:58Und wenn ja, wer?
13:58Mann, das war doch so ein Stimmenverzerr.
13:59Das kann jeder gewesen sein.
14:00Komm, Marco, jetzt hör auf mit dem Blödsinn.
14:02Du willst uns nicht ernsthaft diese Nummer mit dem anonymen Auftraggeber verkaufen.
14:05Es ist aber so.
14:06Ich habe gesagt, mache ich nicht.
14:07Aber am nächsten Tag war dann die Hälfte vom Geld in meinen Briefkassen.
14:09Und dann habe ich es halt doch gemacht.
14:10In deiner Wohnung war weder die Tasche noch die Geige.
14:12Wo hast du sie hingeschmet, Marco?
14:14Ich habe alles in so ein Schließfach gesteckt.
14:15Da war auch der Rest vom Geld drin.
14:16Hier, das ist der Schlüssel.
14:21Angenommen, wir glauben dir.
14:23Wer sollte dir für diese Nummer 3000 Euro bezahlen?
14:28Hast du eine Ahnung, was so eine Geige wert ist?
14:30Ich habe keine Ahnung, 5, 6 Mille?
14:32Ist doch auch scheißegal.
14:33Ey, für so viel Geld muss ich fast 4 Monate arbeiten gehen.
14:36Also du hast einen Job?
14:38Ja, ich bin Hausmeister.
14:40Gehilfe.
14:41Auf Probe.
14:43Wo?
14:44In der Musikakademie.
14:47Ich dachte, ich hätte mich klar ausgedrückt.
14:49Sie sollten den Fall dem Raubdezernat übergeben.
14:52Die Kollegen sind auf solche Fälle spezialisiert.
14:54Ja, der Tathergang deutete aber auf einen gezielten Überfall auf das Opfer hin
14:59und nicht auf einen einfachen Raub.
15:01Und deshalb haben wir die Ermittlungen aufgenommen.
15:03Und zwar mit Erfolg.
15:04Frau Schwartenbeck sagt, Sie haben einen Tatverdächtigen?
15:06Nein.
15:07Wir haben den Täter.
15:08Und der hat gestanden.
15:10Ein Angestellter der Akademie.
15:11Er behauptet allerdings einen anonymen Auftraggeber gehabt zu haben.
15:14Und das glauben Sie?
15:15Das müssen wir ihm glauben.
15:17Borda Skygi ist über eine Million Euro wert.
15:19Das konnte er nicht wissen.
15:20Es gibt nur zwei Parteien, die davon Kenntnis haben.
15:22Das ist die Bank und Professor Stadler.
15:24Und die nehmen wir jetzt genauer unter die Lupe.
15:27Gut.
15:28Dann halten Sie mich auf dem Laufenden.
15:30Schröter, schicken Sie doch mal die Spusi zum Bahnhof.
15:32Die sollen Schließfach 212 untersuchen.
15:34Und Schwartenbeck, wir brauchen die Videoüberwachungsbinder bei den Schließfächern.
15:37Vielleicht haben wir ja Glück und der mysteriöse Auftraggeber ist da auf dem Band.
15:41Schröter?
15:41Schröter?
15:50Ich verlange wirklich nicht mehr als angemessenen Respekt.
15:53Das hat Anna verdient.
15:55Insbesondere im Hinblick auf meine jährlichen Zuwendungen an Ihr Institut.
15:59Natürlich, Herr Christensen.
16:01Anna!
16:02Ich freue mich sehr auf Ihren Auftritt morgen.
16:12Hey, hey, hey, hey.
16:13Das hört sich ja nicht gut an, was?
16:15Olaf Christensen von der Reederei.
16:17Ein sehr großzügiger Mäzen unserer Akademie.
16:21Kommen Sie, meine Herren.
16:22Danke.
16:22Bei den ständigen Mittelkürzungen sind solche Förderer leider unverzichtbar.
16:26Bitte.
16:27Herr Professor Stadler, wir haben gute Nachrichten.
16:29Wir haben den Täter gefasst.
16:31Tatsächlich?
16:32Er heißt Marco Fischer und ist eine Hilfe Ihres Hausmeisters hier an der Akademie.
16:37Fischer?
16:37Ja, allerdings hat er nur die Drecksarbeit gemacht für einen anonymen Auftraggeber.
16:42Wir gehen davon aus, dass dieser aus dem Umfeld des Instituts kommt.
16:45Also jemand, der Marco kannte und den Wert der Geige.
16:48Unmöglich.
16:49Unmöglich.
16:49Keiner wusste davon.
16:50Weder das Kollegium noch irgendeiner der Studenten.
16:54Sind Sie da absolut sicher?
16:55Absolut.
16:57Paula hat eine Vereinbarung mit der Bank unterschrieben.
17:00Hätte sie jemandem vom Wert der Geige erzählt, wäre ihr das Instrument sofort entzogen worden.
17:05Das hätte sie niemals riskiert.
17:08Tja, dann gibt es ja nur noch eine Möglichkeit.
17:13Sie glauben doch nicht, dass ich was damit zu tun habe.
17:16Das ist ja völlig absurd.
17:17Laut Burkhard Meininger haben Sie ziemlich eindrücklich darauf beharrt, dass nicht irgendein Stargeiger die Albiati bekommt, sondern Paula.
17:25Wollten Sie sich dadurch Zugriff auf die Geige verschaffen?
17:27Was soll ich denn damit?
17:28Eine Albiati verkauft sich nicht so einfach wie Schmuck oder irgendein teurer Teppich.
17:33Aber Herr Professor, wenn, dann haben doch sicher Sie die besten Kontakte.
17:37Wenn schon, was soll ich denn mit dem fehlenden Geld?
17:39Ich verbringe 14 Stunden täglich hier in der Akademie.
17:41Ja, die Akademie ist Ihr Leben.
17:43Das haben wir schon verstanden.
17:45Aber Sie sind abhängig von wohlhabenden Gönnern, nicht alle sehr angenehm.
17:49Vielleicht wollten Sie gerade das ändern.
17:50Sie haben das Motiv, Sie haben die Information und Sie haben den geständigen Täter Marco Fischer trotz miesester Zeugnisse hier
17:57eingestellt.
17:58Warum?
17:58Weil jeder eine Chance im Leben verdient hat.
18:00Als junger Mensch hatte ich den gleichen Traum wie Paula.
18:04Leider zwang mich ein Gelenkleid, ihn schon früh aufzugeben.
18:07Also wollte ich diesen Traum für jemand anderen wahr werden lassen.
18:1230 Jahre habe ich auf einen Rohdiamanten gewartet.
18:17Sie kam ganz allein zu uns.
18:19Hat darum gekämpft, vorspielen zu dürfen.
18:31Als ich sie das erste Mal hörte, wusste ich,
18:35ich habe ihn endlich gefunden, meinen Rohdiamanten.
18:50Ihr Spiel war noch unreif, aber der Zauber unverkennbar.
18:57Und dann haben Sie ihr das Stipendium besorgt?
18:59Es gibt kein Stipendium.
19:01Ich überweise ihr monatlich etwas Geld.
19:04Und ja, ich habe auch dafür gesorgt, dass sie die Albiate bekam, weil sie es verdient hat.
19:09Die Christensens können ihrer Anna ein eigenes Konzerthaus bauen.
19:14Paula hat nur mich.
19:15Sie glauben doch nicht im Ernst?
19:18Ich könnte dieses Mädchen irgendeiner Gefahr aussetzen?
19:23Also ich fand Stadler sehr überzeugend.
19:26Das würde aber auch bedeuten, dass uns Marco, was den angeblichen Auftraggeber betrifft, geleimt hat.
19:31Vielleicht wusste doch noch jemand anderes von der Millionengeige.
19:34Aber wenn, dann sicher nicht von Paula.
19:38Schwadenberg, was gibt's?
19:40Die Spusi hat nichts gefunden.
19:41Das Schließfach wurde bereits ausgeräumt, aber das war ja auch irgendwie zu erwarten.
19:44Und was ist mit den Überwachungsvideos?
19:47Tja, genau dieser Teil der Schließfächer liegt im toten Winkel der Kameras.
19:51Dann ist das Ganze ziemlich clever geplant worden.
19:54Ja, wenn Sie mich fragen.
19:55Zu clever für Marco.
19:56Stimmt.
19:58So wie es aussieht, hat uns Marco Bund auch die Wahrheit gesagt.
20:01Wegen Krankheit vertritt Anna Christensen Paula blank.
20:05Das Programm bleibt unverändert.
20:07Bei uns wissen wir doch von Stadler.
20:08Na ja, wir wussten, dass Anna für Paula spielen sollte, aber Anna wusste nicht was.
20:15Verstehst du, Serenade Melancholie, Tchaikovsky.
20:19Genau das Stück, das Anna heute Morgen probiert hat, bevor sie wusste, dass sie für Paula auftreten soll.
20:26Kompliment, du Superwolle.
20:27Tja, das kann doch kein Zufall sein, oder?
20:29Fragt sich bloß, was Anna mit der Geige vorhat.
20:32Was ist, wenn es gar nicht um die Geige ging?
20:41Sorry, wir sind's wieder.
20:43Es tut uns leid, aber wir haben noch ein paar wichtige Fragen an sich.
20:46Muss das jetzt sein?
20:47Ich bin mitten am Üben.
20:48Ach, das ist das Stück, was Sie morgen Abend spielen werden?
20:52Tchaikovsky.
20:53Wunderbar.
20:55Das bedeutet Ihnen doch sicherlich sehr, sehr viel, oder?
20:58Das würde mir etwas bedeuten, wenn man mich gleich gefragt hätte.
21:00Sie meinen, Sie hätten es sowieso mehr verdient gehabt als Paula?
21:04Ja, mein Spiel ist viel klarer.
21:07Wussten Sie eigentlich, dass Paula heute Morgen überfallen wurde und seitdem er im Kummer liegt?
21:14Nein, das wusste ich nicht.
21:16Professor Stadler hat nur gesagt, dass sie krank ist und dass ich für sie einspringe.
21:19Das ist ja ein Ding.
21:20Da haben Sie heute Morgen schon das Stück geprobt, was Sie morgen Abend einspielen müssen,
21:24obwohl Sie gar nicht wussten, dass Sie da auftreten werden.
21:26Ja, und?
21:27Das gehört zum Standardrepertoire.
21:31Ach so, diesen jungen Mann hier, haben Sie den vielleicht schon mal gesehen?
21:37Nee, wer soll das sein?
21:40Sie kennen den Hausmeister der Akademie nicht?
21:43Nein.
21:45Also ich denke, da sollten wir das Gespräch dann morgen im Präsidium fortsetzen.
21:49Ah, hier, die Adresse, 11 Uhr.
21:54Aber das geht nicht, da muss ich proben.
21:55Natürlich geht das, Sie haben doch selber gesagt, dass Ihnen der Auftritt gar nicht so viel bedeutet.
21:59Hat sie gesagt, dann habe ich das falsch verstanden.
22:0211 Uhr?
22:14Und das war alles andere als fair?
22:15Ja, Moment mal, also mein Mitgefühl hört sich da an Grenzen.
22:18Die lügt.
22:19Und das, was mit Paula passiert ist, das lässt die völlig kalt.
22:22Ihre Alten setzen Sie total unter Druck.
22:24Du hast Ihren Vater noch gehört.
22:25Ja, was den Tatverdacht doch nur erhärtet.
22:27Sie muss die Konkurrentin ausschalten, um hier an der Akademie als Starschülerin glänzen zu können.
22:32Ach, das würde ja bedeuten, sie hätte Marco beauftragt, Paula direkt vor den Zug zu werfen.
22:37Ich meine, das für 3.000 Euro macht doch niemand.
22:39Ja, wenn die beide unter einer Decke stecken, dann lügen sie natürlich auch beide.
22:42Ach, du meinst, sie hätte mehr bezahlt?
22:453.000 Euro, das gibt die bei zweimal shoppen aus, maximal.
22:49Das reicht ja längst nicht.
22:51Das machst du.
22:52Ey, ey, du fährst nicht.
22:54Ich mag den Wagen.
23:00Herr Christensen.
23:03Guten Tag.
23:04Was kann ich für Sie tun?
23:07Sie wissen wirklich nicht, warum ich hier bin.
23:09Soweit ich verstanden habe, geht es um Ihre Tochter?
23:11Es geht vor allem um Ihren Kommissar Kiesewetter.
23:14Er hat meine Tochter vorhin allen Ernstes verhört.
23:16Ein 19-jähriges Mädchen.
23:18Wir ermitteln im Fall einer Kommilitonin, Annas.
23:21Da ist es unvermeidlich, dass die Kollegen im Umfeld der Akademie Fragen stellen.
23:24Fragen stellen, er hat sie wie eine Tatverdächtige behandelt.
23:27Ja, Herr Kiesewetter hat manchmal eine etwas zugegeben rupelige Art.
23:31Er hat meine Tochter für morgen früh vorgeladen, wohlwissend, dass sie am Abend einen wichtigen Auftritt hat, auf den sie
23:36sich vorbereiten muss.
23:38Wie es scheint, gibt es Zweifel an Annas Aussagen.
23:44Wofür wollen Sie meine Tochter eigentlich bestrafen?
23:47Dass sie aus reichem Elternhause kommt, dass sie Talent hat?
23:50Sie werden diese Vorladung zurücknehmen.
23:53Sie wissen, ich habe die besten Verbindungen nach ganz oben.
23:56Ja, ich weiß.
24:00Und ich verspreche Ihnen, dass ich mich der Sache ganz persönlich annehmen werde.
24:05Und darauf kann ich mich verlassen?
24:06Absolut.
24:10Herr Christensen.
24:15Schon was über Fischers Job herausgefunden?
24:18Er hat erst knapp drei Monate dort gearbeitet und gestern gekündigt.
24:22Einen Tag vor dem Überfall.
24:24Gibt es Verbindungen zur anderen?
24:25Die Verwaltung meldet mir gleich seine täglichen Arbeitsprotokolle.
24:28Der Berichterspur sieht vom Schließfach.
24:30Drei Dutzend Finger abdrücke, keine andere Datei außer die natürlichen Fischer.
24:33Die sind überall.
24:34Der Junge ist schlau wie drei Meter Feldweg.
24:37Ja.
24:38Ja, die sind da.
24:39Ja.
24:41Frau Dr. Zobel möchte Sie beide gerne sofort in Ihrem Büro sprechen.
24:46Aha.
24:48Sie gehen also von einem persönlichen Motiv von Anna Christensen aus?
24:53Wobei, Ihre Verbindung zu Marco Fischer ist bislang zumindest nicht zu belegen.
24:57Wir arbeiten daran.
25:04Und die Geige, die hat einen immensen Wert.
25:07Es wird nicht so viele potenzielle Abnehmer für so ein Instrument geben.
25:11Kollegen von der Hehlerei, die werden uns da behilflich sein.
25:14Ja, aber niemand, der vom Wert der Geige wusste, hat da ein Motiv.
25:16Es sei denn, Paula hat gegen ihre Verschwiegenheitspflicht verstoßen.
25:20Ja, aber können wir das ausschließen?
25:21Wir wissen so wenig über das Opfer.
25:23Sie sollten übrigens noch einmal in der Klinik Fahre mit der Mutter sprechen.
25:27Aber wenn es da irgendwas gäbe, was für den Fall wichtig ist,
25:30dann nichts, was Töchter ihren Müttern erzählen.
25:33Nicht mal Ihre Mutter wusste, dass sie die Alpiati besaß.
25:35Paulos Leben bestand im Wesentlichen aus der Akademie.
25:39Ich bin mir sicher, dass sie Ihre Mutter ausführlich davon berichtet hat.
25:42Und wenn Sie sie genauso hartnäckig befragen wie Anna Christensen,
25:46werden Sie sicherlich eine Menge erfahren über Paulos Verbindungen innerhalb der Akademie.
25:51Okay, wie Sie meinen.
25:53Herr Englund, Sie brauche ich noch für einen Moment.
25:56Ich denke, es ist effizienter, wenn Sie sich die Aufgaben in Zukunft häufiger teilen.
26:04Okay.
26:12Was war das denn?
26:15Ich habe Anders Wörter versprochen, dass die Vernehmung morgen nicht stattfindet.
26:18Deswegen habe ich Sie vorverlegt, sie wird in 20 Minuten da sein.
26:22In 20?
26:22Ich möchte, dass Sie das übernehmen.
26:24Warum haben Sie das Herrn Kiesewetter nicht ins Gesicht gesagt?
26:27Hören Sie, wir zwei sind Partner. Ich habe keine lose Interessantien.
26:29Ich verstehe das. Ich verstehe das.
26:32Aber Herr Kiesewetter scheint nicht das richtige Händchen dafür zu haben.
26:35Grober Vernehmungston führt bei dem Mädchen offenbar nicht weiter.
26:38Den kennt sie von ihrem Vater schon zur Genüge.
26:40Und ich bin mir sicher,
26:42Sie werden da weiter so mehr Erfolg haben.
26:45Und wir wollen doch alle rasche Ergebnisse, oder?
26:48Natürlich.
26:50Ah ja.
26:52Und vergessen Sie bitte nicht,
26:53die Kollegen von der Hehlerei zu informieren.
26:56Danke.
27:06Strahlemann?
27:08Was machst du denn hier?
27:10Geige?
27:12Wusstest du nicht,
27:13dass Patienten auch im Koma ihre Umwelt wahrnehmen?
27:16Alles, was ihnen vertraut,
27:17was sie lieben,
27:18das fördert ihre Genesung.
27:19Ja, das habe ich schon mal gehört.
27:20Und du glaubst,
27:21dass du jetzt mit deinem virtuosen Gegeige
27:23im Gefeind bist?
27:23Was?
27:24Nee, mein Paradestück.
27:26Wo kommst du es an?
27:27Herr Meininger.
27:28Ich gehe schon mal vor, ne?
27:33Ich musste hier herkommen.
27:34Die Sache hat mir den ganzen Tag
27:35keine Ruhe gelassen.
27:38Das ist eine Tragödie.
27:40Sagen Sie,
27:41wie ist Paula an das Instrument gekommen,
27:42wenn das keiner wissen sollte?
27:44Ich habe es ja persönlich
27:45im Büro von Professor Stadler überreicht.
27:48Deshalb fühle ich mich jetzt irgendwie,
27:50weiß nicht, verpflichtet oder sowas.
27:52Wieso hat das Ihr Vater nicht gemacht?
27:53Weil ich für die Kulturförderung
27:55unseres Hauses verantwortlich bin.
27:57Ich sagte Ihnen ja bereits,
27:58er schätzt mich weit mehr,
27:59als es den Anschein haben mag.
28:01Apropos hier,
28:03für Sie und Ihren Kollegen.
28:07Morgen abends.
28:07Wird mich freuen.
28:09Danke.
28:12Ich muss los.
28:13Viel Erfolg, ne?
28:15Papa, ich bin gerade in der Klinik.
28:18Ja, tut mir leid,
28:18ich bin schon auf dem Weg, ja?
28:23Wie geht es dir denn?
28:25Bin verändert.
28:26Dr. Strasse sagt,
28:27ich soll die Hoffnung nicht aufgeben.
28:30Sehr freundlich,
28:31dass er gekommen ist.
28:32Er saß damals im Gremium,
28:33das Paula in der Akademie aufgenommen hat.
28:36Herr Meininger war auch gerade da.
28:38Ja.
28:39Er hat gesagt,
28:39sie soll alles bekommen,
28:40was nötig ist.
28:42Falls die Versicherung
28:43irgendetwas ablehnt,
28:44würde seine Bank
28:45selbstverständlich dafür aufkommen.
28:47Eigentlich sehr großzügig.
28:49Das erstaunt mich auch.
28:52Aber wenn man den Wert der Geige
28:53für gleich die Paula anvertraut wurde,
28:55dann müsste es...
28:56Was meinen Sie?
28:58Auktionspreis 1,2 Millionen,
29:00hat er Ihnen das nicht gesagt?
29:03Und Sie sind sicher,
29:05dass Paula das niemals erwähnt hat?
29:07Nein.
29:10Deshalb wurde sie überfallen.
29:13Das ist eine Möglichkeit.
29:39Sie ist wunderschön.
29:40Ich traue mich gar nicht,
29:41sie anzufassen.
29:42Es ist nur eine Geige.
29:44Es kommt nur darauf an,
29:46wer sie spielt.
29:47Nicht, wie teuer sie ist.
29:49Na los.
29:51Echt so?
30:08Frau Christensen,
30:09schön, dass Sie es einrichten konnten.
30:11Bitte, setzen Sie sich.
30:12Warum darf mein Vater nicht hier sein?
30:15Nun ja, Sie sind volljährig
30:16und damit voll und ganz verantwortlich
30:18für Ihre Taten.
30:19Sie scheinen ja ein ziemlich gutes
30:20Verhältnis zu Ihren Eltern zu haben.
30:22Sind die mit Ihren Leistungen
30:23eigentlich zufrieden?
30:26Ich mache das für mich.
30:27Ich will das schaffen.
30:29Und ich schaffe das auch.
30:31Und ja, immerhin investieren Ihre Eltern
30:33jede Menge Geld in Ihre Karriere.
30:34Ist doch lächerlich.
30:36Nur mit Geld macht man keine Karriere,
30:37auch wenn Sie das vielleicht denken.
30:38Aber auch nicht ohne Geld.
30:40Ich denke da an die hohen Studiengebühren,
30:42die Reisekosten,
30:43Instrument,
30:44was sicherlich auch nicht billig.
30:44Geht so.
30:4680.000 ungefähr.
30:48Geht so.
30:50Wie finden Sie eigentlich
30:52Paulas Instrument?
30:53Keine Ahnung.
30:54Sie meinte,
30:55sie hat sie von ihrem Großvater geerbt.
30:57Aber die würde auf einer Stradivari
30:58auch nicht anders spielen.
31:00Professor Stahl hat uns gesagt,
31:02dass solche Auftritte
31:03wie morgen Abend
31:04bei den Studenten
31:05sehr begehrt sind.
31:05Ist das so?
31:06Ja, schon.
31:07Da kommen eine Menge Leute
31:09von der Musikbranche.
31:10Also von Plattenlabeln
31:11und Konzertagenturen
31:13und sowas.
31:14Frau Christensen,
31:15Sie sind wegen Ihrer Aussage hier
31:17Marco Fischer
31:18nicht zu kennen.
31:19Obwohl der seit Monaten
31:20in der Akademie arbeitet.
31:21Ja und ich kenne den Typen
31:22trotzdem nicht.
31:23Ach,
31:24das ist ja ein Ding.
31:25Denn wir wissen mittlerweile,
31:26dass Sie ihn dreimal
31:27in Ihren Probenraum bestellt haben.
31:32Ja,
31:33kann schon sein.
31:34Hier,
31:35die Klimaanlage war kaputt.
31:36Es sollte irgendjemand kommen,
31:38um das Scheißteil zu reparieren.
31:39Keine Ahnung,
31:39ob der das war.
31:40Sie bleiben also bei Ihrer Aussage,
31:41Marco Fischer nicht zu kennen?
31:43Ja.
31:44Auch wenn Anna es abstreitet.
31:46Sie steht unter extremen Druck
31:47ihres Vaters.
31:48Das verrät jede ihrer Gesten.
31:50Angespannt kann sie auch
31:51wegen unserer Ermittlungen sein.
31:53Ihr Bruder war vor fünf Jahren
31:54auch noch an der Akademie.
31:56Riesen-Klaviertalent.
31:57Er hat plötzlich alles hingeworfen
31:59und sich bei der Bundeswehr verpflichtet.
32:01Ich denke,
32:01sie will in jedem Fall verhindern,
32:02dass ihr Vater nochmal enttäuscht wird.
32:05Sie trauen ihr also nicht zu,
32:07dass sie Marco damit beauftragt hat,
32:09Paul aus dem Weg zu räumen?
32:10Ich denke nicht,
32:10dass sie die Nerven dazu hat.
32:12Pff,
32:12aber ganz ausschließend
32:13können wir sie nicht.
32:14Nur wenn sie es war,
32:16dann sicherlich nicht anonym.
32:18Dann schlägen beide unter einer Denke.
32:22Dann stellen wir die beiden
32:23doch auf die Probe.
32:31So, Frau Christensen.
32:34Marco Fischer.
32:35Erinnern Sie sich jetzt?
32:37Was soll der Scheiß?
32:39Zum tausendsten Mal
32:40ich kenne diesen Typen nicht.
32:42Ganz sicher?
32:43Nein,
32:44und ich lege auch definitiv
32:45keinen Wert drauf.
32:46Ach nee,
32:46aber zum Ficken hat's gereinigt.
32:47Lass mich einmal deinen Mund halten.
32:50Ach,
32:50Moment mal.
32:52Davon haben Sie uns ja gar nicht erzählt.
32:54Ganz so anonym
32:55scheint Ihr Auftraggeber
32:56doch nicht zu sein, was?
32:57Was denn für ein Auftraggeber?
32:58Sie haben ihn also nicht
32:59mit Ihrem Freude eingewickelt,
33:01damit er sich für Sie
33:01die Finger schmutzig macht
33:02und Ihre Konkurrentin
33:03auf die Gleise stößt?
33:04Jetzt hören Sie doch mal auf!
33:06Mann, ja,
33:06ich hätte alles für Sie gemacht.
33:07Vielleicht auch den E-Mail-Fall,
33:08aber so war's nicht.
33:09Wie war's dann?
33:09Verdammt nochmal!
33:10Glauben Sie wirklich,
33:11dass ich meinen Vater so überzeuge,
33:13dass ich die Beste in der Akademie bin?
33:15Jetzt sagen alle,
33:16Paula war eh viel talentierter.
33:20Ich bin nur ihr Scheißersatz.
33:23Das werde ich jetzt auch immer bleiben.
33:27Du hast echt gut gespielt.
33:29Viel lieber hätte ich Paula
33:30morgen spielen hören.
33:32Gehst du trotzdem hin?
33:34Schön wär's.
33:35Da sind nur die vermögendsten Kunden
33:36und ein paar Promis eingeladen.
33:39Hier.
33:40Wenn wir rein wollen,
33:41reicht uns der Dienstausweis.
33:43Danke!
33:47Sag mal, hast du nicht gesagt,
33:49die wollten da die Albiati-Geigen ausstellen?
33:51Ja, wieso?
33:51Wovon steht hier ja gar nichts.
33:53Naja, vielleicht soll es
33:54eine Überraschung sein.
33:55Nee, nee, nee,
33:56bei der Angeberei des Alten?
33:58Moment mal.
34:03Meinen, ja?
34:05Kripo Lübeck hier,
34:06Kiesewetter.
34:07Ihr Sohn hat uns freundlicherweise
34:08eingeladen für morgen Abend.
34:10Danke.
34:11Aber auf die Ausstellung
34:12der Albiatis verzichten Sie jetzt doch?
34:14Was?
34:16Auf gar keinen Fall.
34:18Mein Motto war schon immer,
34:20tu Gutes
34:21und zeige es allen.
34:23Naja, weil auf den Einladungen
34:24steht gar nichts davon.
34:25Die wurden ja auch schon
34:26vor Wochen gedruckt.
34:27Die Idee mit den Geigen
34:29hatte ich erst vor ein paar Tagen,
34:31obwohl mein Sohn strikt dagegen war.
34:32Er hatte Sicherheitsbedenken.
34:34Aber für Schutz ist gesorgt.
34:36Vor allen Dingen
34:37jetzt, wo Sie mit dabei sind.
34:39Ich freue mich auf Sie.
34:40Ja, danke.
34:42Bis dann.
34:44Auf dem CT könnte man jetzt
34:46die vielen kleinen Rädchen
34:47in deinem Hirn rasen.
34:49Definitiv.
34:53Und, wie ist es gelaufen?
34:55Tja.
34:58Wir werden Sie gehen lassen.
35:00Ah, Ihr Vater hat oben interveniert?
35:02Nein, nein.
35:03Aber sie hätte mit dem Ding
35:04nicht das bekommen,
35:05was sie am meisten will.
35:07Sagen Sie mal,
35:08das mit ihr und Marco Fischer.
35:10Verstehen Sie das?
35:12Naja, er ist nicht die hellste Kerze
35:14auf dem Kuchen,
35:14aber er sieht ganz gut aus
35:16und für eine richtige Beziehung
35:17hat sie keine Zeit.
35:18Das heißt, die beiden waren ganz?
35:20Stress mit Frau Dr. Zogel?
35:22Naja, ich meine ja nur,
35:24weil Herr Englern die Vernehmungen
35:25seit Neuestem alleine durchführt.
35:27Zum Beispiel die kleine Christensen.
35:32Lars!
35:36Der Befehl ist einfach ganz oben.
35:38Und, hast du wenigstens protestiert?
35:40Da war ja klar.
35:41Herr Kieserwetter,
35:42gibt es was Neues, was da klingt?
35:43Ach, Sie haben tatsächlich was erwartet.
35:45Ich hatte eher das Gefühl,
35:46Sie wollen nicht nur loswerden,
35:47damit Sie ganz in Ruhe
35:48Anna Christensen befragen können.
35:49Ich habe Sie gekränkt.
35:50Das tut mir leid.
35:52Aber es geht mir wirklich ausschließlich
35:53um unseren gemeinsamen Ermittlungserfolg.
35:56Indem Sie mutwillig
35:57ein super funktionierendes Team sprengen.
35:59Indem ich dafür gesorgt habe,
36:00dass wir so schnell wie möglich
36:01zu einer belastbaren Aussage
36:02von den Mädchen kommen
36:03und der Mädchen.
36:05Ja, aber die Aussage
36:06gegen Anna Christensen,
36:07die Sie nicht erwärten.
36:08Auch gut.
36:08Bringt uns auch ein Stückchen weiter.
36:10Ich muss jetzt ins Gericht
36:11und Sie beide halten mich
36:12auf den Laufenden, ja?
36:16Na, immer noch sauer?
36:19Kommst du da auf?
36:22Dann ist ja gut.
36:32Die kleine Christensen
36:33ist zwar ein ganz besonderes Mädchen,
36:35aber dieses Ding ist zu fett für sie.
36:37Außerdem würde sie sich damit eingestehen,
36:39dass sie gar nicht genügend Talent hat.
36:43Hallo, hörst du überhaupt zu?
36:45Ey, geklackt, ja.
36:46Ich bin mit dem Kopf noch mal zu anders.
36:48Wie oft müssen Sie mich
36:49an ihr noch entschuldigen?
36:50Na komm, vergiss das doch mal.
36:51Ich glaube einfach,
36:52wir haben bei unseren Ermittlungen
36:54was ganz Entscheidendes übersehen.
36:56Die Meiningers.
36:58Du meinst, die Bank hat was damit zu tun?
37:00Nee, das glaube ich nicht.
37:02Die haben Paula die Geige
37:03zur Verfügung gestellt.
37:04Die können Sie jederzeit zurückfordern,
37:05ohne Überfall.
37:06Nein, nicht, wenn Sie wollen,
37:07dass die Geige ganz offiziell verschwindet.
37:11Um sie dann zu verkaufen.
37:12Ja, und obendrein die Versicherung kassieren.
37:14Ach komm schon.
37:15Solche Leute haben doch genug Geld.
37:17Solche Leute haben erstmal nie genug Geld.
37:19Aber wer weiß,
37:20lass uns mal die Bilanzen checken.
37:21Und zwar jetzt.
37:23Komm, Schluss mit Feierabend.
37:32Meine Skatrunde wartet.
37:33Machen Sie nicht so lange.
37:34Den Fall können wir heute eh nicht mehr lösen.
37:36Da wäre ich mir nicht so sicher.
37:38Versuchen Sie,
37:38immer beim Finanzamt zu erreichen.
37:39Und wenn es der Leiter persönlich ist.
37:42Wir brauchen Zugang
37:42zu den Bilanzen der Meininger Bank.
37:44Aber schnell.
37:44Kommen Sie, Schröter.
37:45Das wird spannender als Skat.
37:51Alles sauber.
37:53Blitzsauber.
37:54Ja, das gesamte kulturelle Engagement
37:57wurde natürlich bis auf den letzten Cent
37:59steuerlich geltend gemacht.
38:01Auch die Versicherungsprämien für die Geigen.
38:03Das ist doch völlig legal.
38:05Die Geschäfte laufen prächtig.
38:07Jedes Quartal satte Gewinne.
38:09Ja, das war auch in den nächsten zwei Jahren so.
38:11Vor drei Jahren.
38:12Da gab es zwischendurch heftige Verluste.
38:14Hier, millionenschwere Verluste im Investgeschäft.
38:19Das ist die Abteilung von Burkhard Meininger.
38:21Das ist aber vermutlich nach der Bankenkrise.
38:22Das hat nichts mit der Bankenkrise zu tun.
38:24Guck doch mal,
38:24er hat hier mit wahnsinnig riskanten Papieren spekuliert
38:27und verloren.
38:28Ah, das ist also der Grund,
38:30warum der Alt ihn so klein hält.
38:32Bei der ganzen Sache gibt es nur ein Problem.
38:35Ich meine, das Ganze ist drei Jahre her.
38:37Warum machen Sie die Geige erst jetzt zu Geld,
38:39wo die Gewinne wieder sprudeln?
38:41Vielleicht hat doch Frau Dr. Zobel doch recht.
38:43Wir sollten uns an die potenziellen Händler halten.
38:45Wenn wir Glück haben,
38:47dann hat sich vielleicht einer bei Ihnen gemeldet.
38:49Gut, ich mache mit den Kollegen vom Dezernatfeld
38:51eine reine Liste.
38:52Aber erst morgen, wenn das okay ist.
38:54Ja, klar.
38:54Einverstanden.
38:55Gute Nacht.
38:56Gute Nacht.
39:10Gute Nacht.
39:38Gute Nacht.
39:48Sie wollen mich sprechen.
39:51Oh, ähm, Dr. Herold.
39:53Ja.
39:53Wie schön, dass Sie die Zeit für uns gefunden haben.
39:56Sie haben die Albiatis für die Meiningers begutachtet.
39:59Und eine dieser Geigen wurde einer Schülerin der hiesigen Musikakademie zur Verfügung gestellt.
40:04Das Mädchen ist gestern überfallen und lebensgefährlich verletzt worden.
40:07Oh, das tut mir leid.
40:09Ja, und was kann ich da für Sie tun?
40:11Es wird sicherlich nicht viele Hehler geben, die so ein wertvolles Instrument diskret an einen Kunden weiterreichen.
40:17Ehrlich gesagt, wir haben gehofft, Sie könnten uns mit ein paar Namen helfen.
40:21Natürlich gibt es einen schwarzen Markt.
40:23Aber selbst wenn ich den einen oder anderen Namen wüsste, müsste ich schon lebensmöglich sein, ihn an die Polizei weiterzugeben.
40:30Es geht gar nicht so sehr um den millionenschwiegern Wert der Geige.
40:33Es geht mehr darum, dass dieses Mädchen ein Recht darauf hat, dass der Täter zur Rechenschaft gezogen wird.
40:39Finden Sie das nicht?
40:39Absolut, aber ich kann Ihnen da wirklich nicht helfen, mit Dauern.
40:44Aber Sie muss schon ein begnadetes Talent sein, wenn Ihnen jemand so einen Schatz anvertraut.
40:51Vielleicht hören wir mal rein.
40:53Möglicherweise stimmt Sie das ja um.
40:54Kommen Sie.
40:55Kommen Sie.
41:02Ja, aber spielt sie nicht, die Albiati?
41:04Doch.
41:05Nein.
41:05Nein, hören Sie.
41:08Hier.
41:09Sehen Sie das.
41:11Korpus und Hals sind typisch für Giuseppe Albiati.
41:15Aber die Schnecke nicht.
41:16Worauf immer das Mädchen das spielt, es ist eine Fälschung.
41:19Und da sind Sie absolut sicher.
41:22Der Kopf ist so etwas wie die Signatur des Geigenbauers.
41:28Albiati lernte in der Werkstatt seines Vaters.
41:31Als er begann, seine eigenen Instrumente zu verkaufen, wählte er auch eine eigene Form der Schnecke.
41:37Aber die Geige, auf der das Mädchen das spielt, hat das falsche Kopfstück.
41:42Ja, glauben Sie mir, das ist nicht das Instrument, das ich für die Bank begutachtet habe.
41:46Aber, bitteschön, das ist doch die Geige aus Ihrer Expertise.
41:53Ja, tatsächlich.
41:55Also, da muss jemand die Bilder vertauscht haben.
42:00Und plötzlich ergibt alles einen Sinn.
42:02Danke für Ihre Hilfe.
42:04Also, Meininger wird sicher entsetzt sein, wenn er das erfährt.
42:08Mehr als das.
42:09Mehr als das.
42:39Mehr als das.
43:37Untertitelung des ZDF, 2020
44:06ZDF, 2020
44:10Herr Meininger, wir sind nicht wegen der Musik hier
44:12Wir haben festgestellt, dass die Geige, die Paula gestohlen wurde, eine Fälschung ist
44:21Das ist unmöglich. Dr. Herold hat die Expertise eigenhändig erarbeitet. Der Mann ehrt sich nie.
44:26Wollen Sie es Ihrem Vater erklären oder sollen wir es tun?
44:28Ich habe keine Ahnung, wovon Sie reden.
44:30Sie haben vor drei Jahren die echte Abiatie bereits illegal verkauft.
44:35Zufällig kurz nachdem Sie mit waghalsigen Spekulationen die Millionen Ihrer Kunden verzockt haben.
44:40Und als Sie erfahren haben, dass Ihr Vater heute die Abiatie-Geige ausstellen will
44:43und Dr. Herold auf der Gästeliste steht, da mussten Sie etwas unternehmen.
44:48Dr. Herold hätte die Fälschung auf jeden Fall erkannt.
44:51Also musste die falsche Geige von Paula verschwinden.
44:54Durch einen von Ihnen inszenierten Raubüberfall.
44:57Haben Sie irgendwelche Beweise für so eine Behauptung?
44:59Ja, die haben wir.
45:00Sie waren der Einzige, die in der Lage war, die Fotos in der Expertise zu tauschen.
45:05Nein, Paulas Geige ist eine echte Abiatie.
45:08Ist sie nicht.
45:12Bleiben Sie weg!
45:16Das hier ist eine echte Abiatie.
45:20Und das hier ist die Geige, die Paula gestohlen wurde.
45:24Keine Abiatie.
45:27Aber eine Geige, wegen der sie heute Abend gestorben ist.
45:39Ich wollte nie Arztes hören, was zerstört.
45:45Niemals.
45:48Das müssen Sie mir glauben.
45:58Das war doch alles nur wegen Geld.
46:00Tja, eine ungewöhnliche Erkenntnis für einen Banker.
46:04Herr Meininger, ich verhafte Sie wegen Anstiftung zum Raubüberfall mit Todesfolge.
46:08Kommen Sie.
46:17Wie konnte Ihnen so etwas Dummes, so etwas Abscheuliches tun?
46:23Ja, wissen Sie, ich glaube, er hätte es nicht getan,
46:26wenn seine riskanten Geschäfte nicht so schiefgelaufen wären.
46:29Aber auch die dienten wohl nur dazu, um seinem Vater zu beweisen,
46:32dass er auch was kann.
46:46Waren Sie klar, Strahl?
46:49Da hat man hunderte von Leichen auf seinem Seziertisch.
46:52Und dann kennt man niemanden persönlich.
47:03Ich glaube, ich muss mal wieder was für mich spielen.
47:22Das war noch sauer.
47:24Ach, Quatsch, Herr Blödsinn.
47:26Nein, nein, nein.
47:29Aber ich würde mich rächen.
47:31Und zwar dann, wenn du es am wenigsten erwartest.
47:38Hast du noch was von dem guten Rotwein?
47:42Na los, wir haben sturmfreie Bude.
48:11Ich bin der
48:14Untertitelung des ZDF, 2020
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