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Transkript
00:02So, dann wollen wir mal sehen.
00:11Sehr laut. Fällt mir gar nicht.
00:14Können Sie was sagen?
00:17Kommt mir sehr laut vor, der Motor.
00:20Das ist ja mehr.
00:31Das riecht ja ekelhaft.
00:33Was ist das denn?
00:35Also, wenn Sie mich fragen, da ist der Motor im Eimer.
00:37Deshalb brummt der auch so.
00:39Und wenn er heiß läuft, ja, dann stinkt es eben.
00:42Komisch. Ist mir doch gar nicht aufgefallen.
00:45Ja, da haben Sie doch Glück, dass ich gerade im richtigen Moment gekommen bin.
00:48Können Sie das denn reparieren?
00:52Wie alt ist der denn?
00:53Der hat doch bestimmt seine zehn Jahre auf dem Buckel.
00:56Nicht ganz.
00:57Aber acht Jahre werde ich ihn schon haben.
01:00Naja, da kann das schon passieren, dass der Motor sauer wird.
01:02Vielleicht haben Sie auch mal was Grobes mit reingesaugt.
01:05Naja, das passiert schon mal.
01:07Ein Knopf oder eine Nadel oder so.
01:10Tja, Frau Schubert.
01:12Eine Reparatur, die ist natürlich nicht ganz billig.
01:15So um die 200 Mark wird das schon kosten.
01:19Ach, je.
01:20Tja, dann ist die Frage, wie lange hält der, bevor er endgültig seinen Geist aufgibt.
01:25Also, wenn ich Ihnen Rat geben darf.
01:27Vernünftiger wäre es in dem gleichen neuen.
01:29Nein.
01:29Um Gottes Willen.
01:32Wie teuer ist der denn?
01:34Ach, das ist gar nicht so schlimm.
01:39264 Mark, das ist nicht viel mehr als die Reparatur.
01:41Und dann haben Sie auch gleich wieder eine neue Garantie für drei Jahre.
01:46Ach so.
01:48Guten Abend, meine Damen und Herren.
01:50Das, was Sie da eben gesehen haben, war bereits die erste Falle unserer heutigen Sendung.
01:55Was meinen Sie, wie sich Frau Schubert verhalten hat?
01:59Tja, genau.
01:59Sie hat natürlich von dem scheinbar günstigen Angebot Gebrauch gemacht, obwohl der Staubsauger überhaupt nicht kaputt war.
02:07Das hat ihr der windige Vertreter nämlich nur vorgegaukelt.
02:10Und zwar so.
02:11Der Vertreter, der unangemeldet zu einer Routineüberprüfung des Staubsaugers ins Haus geschneit war, hat ganz einfach die rotierende Teppichbürste festgehalten.
02:21Dies lässt sich ganz beiläufig, ohne dass es die Hausfrau bemerkt, mit den Fingern bewerkstelligen.
02:28Das Ergebnis haben Sie schon gesehen.
02:31Der Antriebsriemen reibt an der Achse.
02:33Dadurch entsteht in Sekundenschnelle ein Geruch nach verbranntem Gummi.
02:37Und da denkt natürlich jeder Laie, um Gottes Willen, da ist etwas kaputt.
02:42Fast schon eine klassische Masche, dieser Trick, mit dem die schwarzen Schafe unter den Vertretern zu ihren Geschäftsabschlüssen kommen.
02:53Unser nächstes Thema ist sehr viel gewichtiger, meine Damen und Herren.
02:57Da geht es um sehr viel mehr als 200, 300 Mark.
03:00Und die Täter, die da agieren, setzen ein großes Maß an krimineller Energie und betrügerischer Raffinesse ein.
03:08Ihre Zielgruppe? Jene Leute, die in den letzten Jahren mit den Zahlungsverpflichtungen für ein Eigenheim oder eine Eigentumswohnung in die
03:16Klemme gekommen sind und denen deshalb die Zwangsversteigerung droht.
03:21Auf diesem Sektor hat es in den vergangenen Jahren im Zuge der Hochzinsphase und der allgemeinen Geschäftslage eine beachtliche Negativkonjunktur
03:30gegeben.
03:31Die Gesamtzahl aller Zwangsversteigerungsverfahren hat sich in den Jahren zwischen 1979 und 1984 nahezu verdoppelt, von 30.000 auf 60
03:41.000.
03:42Da war es eigentlich nur noch eine Frage der Zeit, bis sich gewiefte Wirtschaftskriminelle auf diese neue Opfergruppe stürzen würden.
03:54Komm, hör auf zu weinen. Es wird schon nicht so schlimm werden. Wir kommen da wieder raus, bestimmt.
04:01Wie denn? Wie denn bloß? Wir haben doch alles versucht.
04:09Wenn wir das Haus verlieren, das stehe ich nicht durch.
04:11Na lass man, wir schaffen das schon. Denk doch mal an früher, als die Kinder noch klein waren. Da hatten
04:17wir auch kein Pfennig Geld.
04:19Also waren wir noch jung, Robert. Aber jetzt?
04:23Na ja, ich weiß, aber ich habe die Hoffnung noch nicht aufgegeben. Vielleicht klappt es doch noch mit einem neuen
04:30Kredit.
04:31Robert und Waltraud Rochlitz aus Soest in Westfalen stecken in der wohl schwierigsten Situation ihres Lebens.
04:37Durch eine drohende Zwangsversteigerung besteht für sie die Gefahr, ihr Haus zu verlieren, das sie unter großen Entbehrungen gebaut haben.
04:45Alles umsonst.
04:47Robert Rochlitz hat aufgrund einer Augenkrankheit 70 Prozent seines Sehvermögens eingebüßt.
04:52Als Kraftfahrer wurde er vorzeitig in den Ruhestand versetzt und muss seitdem von einer unerwartet kleinen Rente leben.
04:58Auch die früher genutzte Möglichkeit, als Taxifahrer etwas dazu zu verdienen, ist fortgefallen.
05:06In der Haushaltskasse der Familie fehlten plötzlich knapp 1000 Mark im Monat.
05:11Und als dann auch noch die Zinsen stiegen und die monatliche Belastung für das Haus um weitere 350 Mark zunahm,
05:16da gerieten Robert und Waltraud Rochlitz mit ihren Zahlungen recht bald ins Hintertreffen.
05:25Das Kreditinstitut, bei dem sie noch rund 120.000 Mark Schulden hatten,
05:29stellte sie nach einiger Zeit wohl die Alternative Zahlen oder Zwangsversteigerung.
05:35Alle bisherigen Versuche, das Zwangsverfahren abzuwenden, schlugen fehl.
05:43Und so wird es dann eines Tages amtlich.
05:46Im Schaukasten des Amtsgerichts erscheint der Termin zur Zwangsversteigerung des Anwesens der Eheleute Rochlitz.
05:54Ah, neue Kandidaten für die Zwangsversteigerung.
05:58Wen haben wir denn da heute?
06:08Eheleute Robert und Waltraud Rochlitz.
06:14Umbeerweg 74.
06:18Ein Wirtschaftsberater namens Witkowski interessiert sich regelmäßig für die ausgehängten Adressen
06:24und er nimmt Kontakt mit den Betroffenen auf.
06:28Für Robert und Waltraud Rochlitz ist es praktisch der letzte Strohhalm,
06:31den ihnen Heinz-Werner Witkowski anbietet.
06:34Sie greifen bereitwillig danach.
06:35Ich bin darauf spezialisiert, Leuten wie Ihnen aus der Patsche zu helfen.
06:39Gibt es ja leider mehr als genug davon heute.
06:40Wir sind ganz unschuldig da reingeraten.
06:43Da kam eins zum anderen.
06:45Wir konnten gar nichts machen.
06:46Natürlich.
06:48Ich sehe da auf den ersten Blick, wie das bei Ihnen gelaufen ist.
06:52Das ist immer dasselbe mit den Banken. Ich kenne das schon.
06:55Erst verkaufen Sie einem die Darlehen mit den tollsten Versprechungen.
06:58Aber wenn man dann wirklich mal in Schwierigkeiten kommt, dann sind die knallhart.
07:02Wer muss sein Leben lang immer alles pünktlich bezahlen?
07:06Jede Rechnung. Jede Rate.
07:08Ich verstehe Sie vollkommen, Frau Rochlitz.
07:11Ich habe früher selbst mal so eine Sache durchgestanden.
07:13Deswegen helfe ich jetzt noch, wo ich kann.
07:15Und Sie glauben wirklich, dass Sie die Zwangsversteigerung noch verhindern können?
07:18Ja, sicher. Das ist gar keine Frage.
07:21Was meinen Sie, wie viele Leute ich da schon rausgepockt habe?
07:24Und was für Leute? Wie tief die drin gesteckt haben?
07:27Da stehen Sie mit Ihren 120.000 Mark Schulden noch geradezu glänzend da.
07:33Ja. Und wie soll das gehen?
07:37Ganz einfach.
07:39Ich besorge Ihnen einen neuen Kredit.
07:41Damit können Sie Ihre Bank erstmal beruhigen.
07:4450.000, 60.000 Mark, schätze ich, würden da schon genügen, damit die stillhalten.
07:48Das heißt Kredit?
07:50Mir gibt doch keiner mehr was bei dem, was ich jetzt verdiene.
07:53Mich stört das nicht.
07:55Ich gebe Ihnen ja das Geld.
07:56Der Kredit läuft auf meinen Namen.
07:59Sie brauchen nur für mich eine Grundschuld eintragen zu lassen.
08:02Das ist eine reine Formsache.
08:04Da gehen wir zum Notar. Das geht ruckzuck.
08:06Das geht so ohne weiteres?
08:08Natürlich. Wir sollen ja was dagegen haben.
08:11Hier habe ich einen Vordruck für unseren Vertrag.
08:16Damit beauftragen Sie mich zur Beschaffung des Darlehens.
08:20Mein Honorar ist übrigens ein reines Erfolgshonorar.
08:22Wenn es nicht klappt, dann brauchen Sie auch nichts zu bezahlen.
08:27So, hier können Sie das schon mal unterschreiben.
08:31Ja.
08:39Und dann habe ich hier, das ist nur formal, eine Schuldanerkennungsurkunde über die 50.000 Mark.
08:48Die brauche ich, damit ich die Grundschuld auf das Haus eintragen lassen kann.
08:52Danach brauchen wir nur noch zum Notar.
08:56Der muss das ja machen.
08:58Verstehen tue ich das ja alles nicht, aber Sie sind unsere letzte Hoffnung, Herr Witkowski.
09:05Wenn wir unser Haus behalten können.
09:07Aber liebe Frau Rochlitz, das ist es doch, was ich für Sie erreichen möchte.
09:12Genau das und nichts anderes.
09:15Robert und Waltraud Rochlitz sind beeindruckt.
09:18In den nächsten Tagen gehen Sie mit Herrn Witkowski zum Notar und lassen zu seinen Gunsten auf Ihr Haus die
09:23gewünschte Grundschuld eintragen.
09:25Der angeblich so hilfsbereite Heinz-Werner Witkowski denkt gar nicht daran, für die Familie Rochlitz einen Kredit zu besorgen.
09:31Der Vertrag, den er dem Ehepaar untergejubelt hat, verpflichtet ihn nämlich zu nichts.
09:41Die notariell und im Grundbuch abgesicherte Schuldurkunde über 50.000 Mark aber kann er zu Geld machen.
09:46Er verkauft sie an eine Kreditbank, die solche Forderungen deutlich unter Kurs übernimmt und lässt sich das Geld gleich auszahlen.
09:54Für Robert und Waltraud Rochlitz war der feine Herr Witkowski dann nicht mehr zu sprechen.
09:59Während er sich angeblich auf einer längeren Geschäftsreise im Ausland aufhielt, ist das Anwesen der Familie Rochlitz dann doch versteigert
10:06worden.
10:15Und wenige Wochen später muss das Ehepaar aus dem Haus ausziehen, für das es lange Jahre gearbeitet und gespart hat.
10:26Ihren Lebensabend werden sie in einer kleinen Mietwohnung zubringen.
10:33Zugegeben, die Zwangsversteigerung wäre vielleicht auch ohne das Auftreten des Betrügers nicht abzuwenden gewesen.
10:40Aber die Familie Rochlitz hätte, wenn sie nicht in ihrer Not dem vermeintlichen Helfer so blindlings vertraut hätte,
10:47vom Versteigerungserlös des Hauses 50.000 Mark mehr übrig behalten, als es jetzt der Fall war.
10:53Denn die Kreditbank, die von dem sauberen Herrn Witkowski die notariell beglaubigte Forderung aufgekauft hat,
11:00ist bei der Versteigerung natürlich auch als Gläubiger zur Stelle gewesen.
11:06Zwei Lehren muss man, wie ich meine, aus diesem Vorgang ziehen.
11:10Erstens, auch oder gerade wenn einem das Wasser bis zum Hals steht, sollte man kühlen Kopf behalten
11:16und bei schwierigen Fragen, wie es etwa eine Grundbuchangelegenheit ist, von denen man selbst nichts versteht,
11:23einen Fachmann zur Rate ziehen.
11:26Und zweitens, auch wenn ein Vertrag vor einem Notar unterschrieben wird,
11:31bedeutet das nicht automatisch, dass man vor unbekannten Risiken geschützt ist.
11:37Warum das so ist, diese Frage geht jetzt an Herrn Dr. Reuss, Sprecher der Bundesnotarkammer in Köln.
11:45Der Notar kann auf die unterschiedlichste Weise in Anspruch genommen werden.
11:49Nicht immer ist ihm der wahre Sachverhalt offenbart worden.
11:53So zum Beispiel, wenn es darum geht, eine Unterschrift zu beglaubigen
11:57oder wenn, wie hier, eine Grundschuld zu beurkunden ist.
12:01Bei dieser kennt der Notar oft nicht das Motiv, aus dem heraus die Grundstücksbelastung vorgenommen wird,
12:07hier wegen eines dahinterstehenden Kreditvertrages.
12:11Ist es demnach also so, dass der Notar einen fertigen Text übernimmt und nur darauf zu achten hat,
12:16dass die Formalien für die Eintragung ins Grundbuch richtig eingehalten werden?
12:20Die Grundschuld ist meist vorformuliert.
12:23Hätte man hier die Schwester der Grundschuld, die Hypothek, gewählt,
12:27so hätte der Notar auch den Hintergrund der Belastung, eben den Darlehensvertrag, mit beurkundet
12:32und damit für das Ehepaar Rochlitz jedes Risiko ausgeschaltet.
12:35Der Betrüger scheint also mit Absicht die Form der Grundschuld gewählt zu haben,
12:40weil er wusste, dass die Prüfungsmöglichkeiten des Notars da erheblich geringer sind.
12:45Das nicht auszuschließen?
12:46Das sind nun natürlich Feinheiten, die den Normalbürger hoffnungslos überfordern.
12:52Das ist richtig.
12:54Daher empfiehlt es sich auch, wenn man von einem Privatmann
12:57und nicht von einer Bank oder einer größeren Firma zum Notar gebeten wird,
13:00dort den vollen Sachverhalt aufzudecken.
13:04Nur so kann sich der Kollege ein richtiges Bild machen
13:06und den für alle Beteiligten risikolosesten Weg vorschlagen.
13:11Also, meine Damen und Herren, ruhig den Mund aufmachen
13:14und vor dem Notar auch Fragen stellen.
13:17Das schützt vor möglichen Risiken.
13:20Vielen Dank, Herr Dr. Reuss.
13:22Unsere nächste Warnung, meine Damen und Herren,
13:24befasst sich wieder einmal mit einer Gefahr, die vornehmlich alten Leuten droht.
13:28Auf Sie haben es nämlich Betrüger abgesehen,
13:31die zurzeit mit einem Rententrick unterwegs sind.
13:33Wie das läuft und um was es dabei geht,
13:36das wollen wir Ihnen in einer kurzen
13:37und nur auf das Wesentliche zugeschnittenen Szene demonstrieren.
13:48Guten Tag, Frau Körner.
13:50Tag, ja, bitte.
13:53Frau Körner, ich komme im Auftrag der Rentenversicherung.
13:56Ich habe eine, naja, leider nicht so erfreuliche Nachricht für Sie.
14:01Rentenversicherung?
14:02Ja, was ist denn? Warum denn?
14:05Sehen Sie, wir überprüfen das ja ständig mit den Renten,
14:07damit keiner zu viel und keiner zu wenig bekommt.
14:10Und bei Ihrer Rentenberechnung ist leider ein Fehler unterlaufen.
14:14Sie bekommen jeden Monat 62,85 Mark zu viel.
14:19Sehen Sie, hier habe ich schwarz auf weiß.
14:21Körner 62,85 Mark.
14:23Nicht so viel Rente?
14:25Bei den paar Mark?
14:27Das darf doch nicht wahr sein.
14:29Tja, Frau Körner, tut mir leid.
14:31Seit wann beziehen Sie denn Rente?
14:32Wo habe ich das denn?
14:34Seit 1972.
14:36Ja, da haben Sie ja noch mal Glück gehabt.
14:38Bis 1980 ist alles verjährt.
14:41Die letzten fünf Jahre müssen Sie leider zurückzahlen.
14:44Ich habe hier meine Tabelle.
14:46Na ja, da kommen doch leider über 3.000 Mark zusammen.
14:49Ach, das gibt es doch nicht.
14:50So viel Geld.
14:51Ja, wo soll ich das denn hernehmen?
14:53Na ja, Sie brauchen das ja nicht auf einmal zu bezahlen.
14:56Keine Angst.
14:57Wenn Sie mir jetzt eine Anzahlung geben,
14:59dann sorge ich dafür, dass Sie sich für den Rest Zeit lassen können.
15:01Was?
15:03Anzahlung?
15:04Jetzt gleich?
15:05Ja, damit die auf dem Amt ihren guten Willen sehen.
15:09Später wird es leider teurer.
15:10Da kann ich nichts mehr für Sie tun.
15:11Ja, aber ich habe doch nur 500 Mark im Haus.
15:14500?
15:15Na ja, das reicht für einen Anfang, damit ich mich für Sie verwenden kann.
15:19Ja, Moment bitte.
15:20Ich muss es ja erst holen, das Geld.
15:23Ist recht.
15:25Leider keine erfundene Geschichte, meine Damen und Herren.
15:29Und leider kommen die Betrüger mit dieser geradezu unglaublichen Masche öfter ans Ziel, als man meinen möchte.
15:36Die alten Leute sind oft sehr unsicher, möchten nichts falsch machen und bezahlen.
15:41In den Polizeiakten finden sich Fälle, in denen solche Betrüger sogar in Altenheimen mit Erfolg aufgetreten sind.
15:49Wichtigster Ratschlag also in diesem Fall.
15:52Rentenangelegenheiten werden niemals an der Wohnungstür erledigt und schon gar nicht in Bach.
16:01Bei unserer aktuellen Kurzwarnung geht es noch einmal um eine Kreditmasche.
16:05Genauer gesagt um sogenannte Auslandskredite.
16:10Bis zu 15.000 Mark soll man auch in schwierigsten Fällen bekommen können von einem in Spanien ansässigen Finanzberater.
16:17Und zwar, wie ebenfalls in dem Inserat steht, nach fundierter Beratung.
16:22Zu wenden hat man sich an die Anschrift einer deutschen sogenannten Kreditkontaktagentur.
16:28Wer sich auf dieses Inserat meldet, erhält recht bald die erfreuliche Nachricht, dass die Finanzierung des Kredits möglich sei und
16:36dass von der spanischen Firma, es folgt die Adresse, in den nächsten Tagen die nötigen Unterlagen ankommen würden.
16:44Ungeduldig wartet der Interessent dann in den folgenden Tagen auf den Briefträger.
16:49Und der bringt auch prompt einen Brief aus Spanien von der angegebenen Firma.
16:55Allerdings per Nachnahme.
16:58185 Mark sind zu bezahlen, wenn man diesen Brief ausgehändigt bekommen will.
17:03Was tut ein Mensch, der seine ganze Hoffnung auf einen dringend benötigten Kredit setzt?
17:07Er kratzt die letzten Mark zusammen, um diesen Brief einzulösen.
17:13Die Ernüchterung folgt dann allerdings auf dem Fuß.
17:17In dem Brief befinden sich nicht etwa ein Scheck oder zumindest die versprochenen Unterlagen,
17:22sondern lediglich ein paar Blatt hektografiertes Papier mit mehr oder weniger wertlosen Ratschlägen.
17:31Hochtrabend Finanzierungskonzept genannt.
17:35Erst jetzt wird deutlich, was mit dem Begriff fundierte Beratung in dem Inserat gemeint war.
17:41Dass er nämlich lediglich der rechtlichen Absicherung des Schwindels dienen soll.
17:46Die Geschichte geht allerdings noch weiter.
17:49Geschädigte, die sich bei dem Finanzberater in Spanien beschwert und dabei auch den Begriff Betrug verwendet haben,
17:55erhielten als Antwort die Aufforderung, für diese üble Beleidigung ein Schmerzensgeld in Höhe von 300 Mark zu entrichten.
18:04Die bereits bezahlten 185 Mark sollten dabei großzügigerweise angerechnet werden.
18:10Falls sie nicht bereit wären zu zahlen, die Drohung mit dem Staatsanwalt.
18:15Nun, von dieser Dreistigkeit braucht man sich nicht ins Boxhorn jagen zu lassen.
18:20Denn inzwischen ermittelt die Staatsanwaltschaft ihrerseits gegen den dubiosen Finanzmakler mit der spanischen Adresse.
18:31Nächstes Thema, Partnersuche heißt das Stichwort.
18:34Es geht dabei um eine Sorte von Gaunern, die es versteht mit einem Einsatz von rund 150 Mark,
18:39sehr schnell einen betrügerischen Gewinn von vermutlich mehreren tausend Mark zu machen.
18:44Dass sie dabei mit den Gefühlen ihrer Mitmenschen Schindluder treiben, stört sie wenig.
18:49Die ersten Kosten für die Betrüger, deren Namen wie immer in dieser Sendung geändert sind, eine Heiratsannonce.
18:56In einer bundesweit erscheinenden Wochenzeitschrift, Preis 76 Mark und 90.
19:02In der Anzeige sucht eine gutaussehende Frau Mitte 30 aus Norddeutschland von Berufsschneiderin einen lieben, einfachen Mann,
19:09dem sie eine treue Frau sein möchte.
19:11Zu denen, die sich von diesem Inserat angesprochen fühlen, gehört auch der 43-jährige Kurt Baumann.
19:16Er wohnt im Schwäbischen und ist des Alleinseinsmüde.
19:20Sein Geld verdient Kurt Baumann als Bauarbeiter.
19:23Schreiben ist nicht seine starke Seite.
19:32Nach mehreren Anläufen aber wird der Brief an den Verlag, der die Zuschriften auf das Inserat weiterleitet, dann doch fertig.
19:48Rund 80 heiratswillige Männer antworten auf das Chiffre-Inserat, das beim Verlag unter dem Namen Cornelia Neumeister aufgegeben worden ist.
19:58Als Adresse der Inserentin wurde ein größeres Mietshaus in einem kleinen Ort bei Hamburg angegeben.
20:06Der Briefkasten mit dem Namen Cornelia Neumeister hängt allerdings erst seit wenigen Tagen im Hausflur.
20:16Nachdem die Antworten auf das Inserat eingetrudelt sind, wird für die Täter Investition Nummer zwei fällig.
20:22Guten Tag, bitte.
20:24Guten Tag, die Bilder sollten heute fertig sein.
20:27Moment, bitte.
20:31Ah, da sind sie schon.
20:3260 Abzüge, schwarz-weiß zu je 70 Pfennig.
20:35Das macht genau 42 Mark.
20:37Bitte.
20:38Danke.
20:39Danke.
20:54Und 8 Mark zurück.
20:57Vielen Dank.
20:57Auf Wiedersehen.
20:58Kann ich Ihnen helfen?
20:59Ich möchte bitte die Bilder abholen.
21:01Ja.
21:09Investition Nummer drei für die Täter, knapp 50 Mark für Briefporto.
21:13Denn die Heiratskandidaten sollen nicht lange auf Antwort warten.
21:21Auch Kurt Baumann bekommt einen Brief von der angeblichen Cornelia Neumeister.
21:41Ihn bestärkt das Foto der jungen, hübschen Frau in seiner Absicht, sie kennenzulernen.
21:56Und auch Kurt Baumann hat natürlich Verständnis dafür, dass Cornelia darum bittet, ihr das Fahrgeld
22:01für die weite Reise zum ersten Rendezvous vorzulegen.
22:12Soll es einfach in den Brief stecken, damit sie zum Abholen nicht extra zur Post laufen muss.
22:35Und so landen in den nächsten Tagen zahlreiche Briefe im Kasten mit dem Namensschild Cornelia Neumeister.
22:42Briefe, denen der erfahrene Zusteller anmerkt, dass sie einige Banknoten enthalten.
22:58Sie können sich denken, meine Damen und Herren, Kurt Baumann hat umsonst gewartet.
23:04Genauso wie alle anderen Männer, die dem raffinierten Betrüger auf den Leim gegangen sind.
23:10Wenn nur 50 von ihnen für das vermeintliche Reisegeld einen durchschnittlichen Betrag von 200 Mark geschickt haben,
23:17dann hat der Gauner mit diesem Manöver also nicht weniger als 10.000 Mark erbeutet.
23:23Die Nachforschungen der Polizei haben dann im Übrigen ergeben, dass der Briefkasten der angeblichen Cornelia Neumeister
23:30kurz nach dieser Aktion wieder verschwunden war.
23:33Vermutlich war er bereits wieder woanders anmontiert, um erneut als Geldsammelstelle zu dienen.
23:43Nun als letztes Thema wieder ein Experiment.
23:46Es geht diesmal um Ladendiebstahl.
23:48Unsere Mitarbeiter sind in die Rolle von Profis geschlüpft, die mit einer besonders frechen Masche unterwegs sind.
23:54Ihr Motto, nicht kleckern, sondern klotzen.
23:58Wir hatten einen Lieferwagen gemietet und firmierten als eine Art Kurierdienst.
24:03Bernd Schröder hatte diesmal auch einen Helfer dabei, denn es galt ja, Schwerarbeit zu verrichten.
24:08Wir wollten, so wie die Profis aus Geschäften und Supermärkten, die Ware gleich Kisten- und Kartonweise herausholen.
24:14Angeblich, um sie im Auftrag der Zentrale zu anderen Filialen zu bringen.
24:40In netter Form wird sogar die erstaunte Kassiererin informiert.
24:47Genau das aber haben unsere Männer natürlich nicht vor.
24:55Mit der Beute fahren sie davon.
25:06Der nächste Fall.
25:08Zunächst wird eine in der Tasche versteckte Kamera in einem Einkaufswagen in Position gebracht.
25:12Erst dann treten unsere Spezialabholer wieder in Aktion.
25:23Der Weg durch die Absperrung ist mit der Beute zwar ein bisschen umständlich, aber es geht.
25:28Zum nächsten Versuch.
25:30Ist das der neue Kaffee, ja?
25:31Ja, ja.
25:33Wir brauchen vier, aber das müsste so auch gehen.
25:34Kannst du vielleicht einen Grad noch drauf geben?
25:36Da haben wir nämlich vier erst mal.
25:40Dankeschön.
25:41Wir kommen gleich noch mal.
25:43Wir kommen gleich noch mal.
25:44Ja.
25:45Sechs Stück müssen wir haben.
25:47So, pack einen ab.
25:48Auch hier keinerlei Probleme.
25:50Genauso wie im nächsten Fall, in dem das Personal ebenfalls keine Notiz nimmt.
25:56Ja, ich glaube schon, ne?
25:57Ja.
25:57Ja, stimmt.
26:01Darf ich gerade mal durch da hin?
26:04Lieferanten ist es zwar, wie das Schild deutlich zeigt, untersagt Waren aus der Filiale mitzunehmen,
26:08aber niemand kümmert sich um das Verbot.
26:19Auch bei einem weiteren Fall läuft alles wie geschmiert.
26:29Schließlich spielt sogar der Zufall mit.
26:31Vor einem Supermarkt ist gerade eine neue Lieferung angekommen.
26:35Während die Angestellten fleißig einräumen, fassen auch unsere beiden Kuriere kräftig zu.
26:44Das sind sechs zu viel, sagen wir, wenn jemand fragt.
26:48Mal gucken, dass wir es nicht runterschmeißen hier.
26:55So, noch einen, dann fahren wir fort.
27:12Und weil es so gut geklappt hat, setzt Bernd Schröder sogar noch einen drauf.
27:16Er sagt ganz offiziell im Laden Bescheid.
27:18Das waren sechs zu viel, die kommen in die Klopstockstraße.
27:27Schließlich, beim letzten Fall, geht es um Blumenkohl.
27:31Völlig unbeanstandet wird das vor dem Geschäft aufgebaute Grünzeug gleich kistenweise abtransportiert.
27:49Sie haben es gesehen, meine Damen und Herren, die vorsorglich zurechtgelegte Begründung,
27:53dass er von der Zentrale komme und die Ware für eine andere Filiale abholen solle,
27:58hat Bernd Schröder praktisch gar nicht gebraucht.
28:00Das Experiment macht, glaube ich, recht gut deutlich,
28:04dass Diebstähle in Geschäften und Supermärkten durchaus nicht nur auf das Konto von Kundschaft oder Personal gehen.
28:11Die Profis mischen inzwischen ganz gut mit.
28:15Das war's für heute bei Vorsicht Falle.
28:17Guten Abend und auf Wiedersehen.
28:19Guten Abend und auf Wiedersehen.

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