- vor 14 Stunden
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00:00Guten Abend, meine Damen und Herren.
00:03Jetzt müssen wir uns leider wieder eine halbe Stunde mit Zeitgenossen beschäftigen,
00:08die es völlig unberechtigterweise auf ihr Geld abgesehen haben und die dabei alles andere als zimperlich sind.
00:15Ob sie nun zu jenen gehören, die sich beruflich verändern wollen,
00:19oder zu denen, die schon voller Vorfreude auf den kommenden Urlaub warten,
00:24in jeder Situation kann man, wie Sie gleich sehen werden, in eine Falle stolpern.
00:29Das gilt natürlich auch, wenn Sie vielleicht gerade ein Geschäft planen,
00:33wenn Sie etwa Ihr Auto verkaufen wollen, so wie zum Beispiel Herr Purzer,
00:37ein Handelsvertreter, der demnächst einen Firmenwagen bekommt
00:40und deshalb in der Zeitung inseriert hat, um seinen Privatwagen zu verkaufen.
00:46Entschuldigen Sie, Herr Purzer?
00:49Ja, Sie kommen sicher wegen dem Auto.
00:52Genau. Wir haben von Ihnen miteinander telefoniert. Ist das das gute Stück?
00:56Tja, ich habe ihn gerade noch ein bisschen aufprobiert.
00:59Ich sehe schon. Steht da wie aus dem Ei gepellt.
01:03Da müssen Sie sich erst mal den Motor angucken.
01:15Sehr gepflegt. Kein bisschen Rost, kein Öl.
01:19Tja, ich habe auch keine Inspektion ausgelassen.
01:23Hier. Sehen Sie.
01:30Prima. Kann ich denn mal die Papiere sehen?
01:33Natürlich.
01:35Die Anhängerkupplung ist doch eingetragen, oder?
01:38Klar. Hat alles seine Ordnung.
01:44Ah ja, die Anhängerlast reicht aus.
01:46Wissen Sie, ich brauche den Wagen vor allem für den Urlaub.
01:49Ich habe einen Wohnwagen.
01:51Okay. Können wir denn gleich eine Probefahrt machen?
01:53Natürlich.
01:56Wollen Sie fahren?
01:57Gerne.
02:02Wollen Sie fahren?
02:29Ja, fährt sich recht gut.
02:32Aber sagen Sie, da klappert doch was.
02:37Was?
02:38Ich höre nichts.
02:40Immer wenn ich Gas gebe.
02:42Also ich höre wirklich...
02:43Wahrscheinlich haben Sie sich schon so daran gewöhnt, dass Sie es gar nicht mehr hören.
02:50Scheint der Auspuff zu sein.
02:52Verstehe ich nicht.
02:53Ich habe doch gerade vor 14 Tagen die letzte Inspektion machen lassen.
02:56Wir können ja mal nachsehen.
03:09Also ich höre nichts.
03:10Doch, doch. Ganz deutlich.
03:12Gehen Sie doch mal nach hinten zum Auspuff.
03:13Dann hören Sie es auch, wenn ich Gas gebe.
03:20Halt hin!
03:23Was soll denn das?
03:26Tja, so schnell kann es gehen.
03:28Das Auto ist weg und dazu noch alle Wagenpapiere.
03:31Der vermeintliche Käufer, der mit dieser simplen Methode auf den Diebstahl gebrauchter Fahrzeuge spezialisiert ist, hat es mit dem Fahrzeugbrief
03:40relativ leicht, den Wagen zu Geld zu machen.
03:45Schon in der Fahrschule lernt man, dass der Fahrzeugbrief als Eigentumsnachweis gilt und deshalb nicht im Wagen mitgeführt werden soll.
03:53Beim Verkauf sollte man also darauf achten, dass man ihn erst aushändigt, wenn der Kaufpreis voll bezahlt ist.
04:02Zum nächsten Beispiel.
04:04Es befasst sich wieder einmal mit einer Masche, die sich ganz speziell gegen ältere Menschen richtet, Senioren, wie man heute
04:11allgemein sagt.
04:12Zunächst einmal müssen die Täter, die mit dieser Masche arbeiten, Informationen über ihre Opfer sammeln.
04:18Sie tun das meist dort, wo es am leichtesten ist.
04:21Bei speziellen Veranstaltungen für ältere Menschen oder in Seniorenclubs zum Beispiel.
04:27So jedenfalls hat es kürzlich ein etwa 25-jähriger Mann angestellt, der als angeblicher Student bei einem Seniorentreffen aufgetaucht ist
04:36und vorgegeben hat,
04:37für eine Seminararbeit Informationen über die Lebensumstände der älteren Mitbürger zu sammeln.
04:44Keinsam.
04:44Nee.
04:45Ich habe immer was zu tun.
04:47Ja, solange man gut beieinander ist.
04:50Wenn man sich aber dann selber nicht mehr helfen kann, dann wird es kritisch.
04:54Ja, ja.
04:55Dann ist es schon besser, man wohnt im Altenheim.
04:58Haben Sie denn zum Beispiel schon einen Platz?
05:00Bei mir ist das nicht so schlimm.
05:02Ich habe ja meine Kinder.
05:04Die versorgen mich schon, wenn es nötig ist.
05:07Ich bin im Sophienstift angemeldet.
05:09Da ist die Warteliste auch recht lang.
05:12Aber mir macht das nichts aus.
05:14Ich komme ja auch gut zurecht in meiner Wohnung.
05:18Und die anderen, die auf der Warteliste stehen.
05:21Ja, da kenne ich ein paar, für die ist das schlimm, wenn sie warten müssen.
05:25Alles alleine machen, jede Mahlzeit oder die Wäsche.
05:29Das wird einem schon zur Qual.
05:31Und manchmal noch das Treppensteigen, so wie bei der Frau Buchholz.
05:35Ah, wo wohnt die denn?
05:36Steht die auch auf der Warteliste?
05:38Ja, ja.
05:39Aber im städtischen Altersheim.
05:41Das ist genauso voll.
05:43Ich kann mich ja mal mit ihr unterhalten.
05:45Oh, da freut sie sich bestimmt.
05:46Die kriegt nämlich nicht viel Besuch.
05:49In der Berliner Straße wollen sie.
05:51In so einem alten Mietshaus.
05:53Im dritten Stock.
05:54Ich glaube, Nummer 22 ist das.
06:14Guten Tag, Frau Buchholz.
06:15Ich komme vom städtischen Altersheim.
06:18Ja, was?
06:19Vom städtischen Altersheim.
06:21Ja, ich habe eine gute Nachricht für Sie.
06:23Ach so, vom Altersheim.
06:26Ja, kann ich mal reinkommen, Frau Buchholz?
06:28Ja, kommen Sie rein, bitte.
06:35Sie stehen doch schon lange bei uns auf der Warteliste, Frau Buchholz.
06:38Das schon.
06:40Aber es ist immer noch nicht frei für mich.
06:42Das ist ja gerade die gute Nachricht, die ich für Sie habe.
06:45Hier, schauen Sie her.
06:48Das sind die Schlüssel für Ihr Appartement in unserem Heim.
06:52Ich habe mich extra für Sie eingesetzt, damit Sie endlich drankommen.
06:55Es fällt Ihnen doch so schwer, hier alles alleine zu machen.
06:58Ja, da haben Sie recht.
06:59Das ist aber lieb von Ihnen.
07:01Sie können in der nächsten Woche schon einziehen.
07:03Nächste Woche schon?
07:05Ja, mein Gott.
07:06Wie mache ich denn das alles mit dem Umzug?
07:08Da helfen wir Ihnen doch.
07:10Da müssen Sie sich keine Sorgen machen.
07:12Ich brauche jetzt von Ihnen nur noch eine Unterschrift
07:15und dann die Kaution für die Schlüssel.
07:17Kaution?
07:19Sie meinen Geld?
07:20Ja.
07:21Das ist wegen der Sicherheit.
07:23Das müssen alle unsere Heimbewohner zahlen,
07:25damit Sie auch gut aufpassen auf Ihre Schlüssel.
07:28Und Sie müssen sich verpflichten,
07:29dass Sie sie nicht an Fremde weitergeben.
07:31Nein, nein, das tue ich nicht.
07:34Wie viel ist denn das, was Sie da kriegen?
07:36300 Mark, Frau Buchholz.
07:38300?
07:40Na ja, das geht ja noch.
07:42Ach, da bin ich aber froh, dass es endlich soweit ist
07:49und dass Sie mir beim Umzug helfen wollen.
08:12Wieder einmal hat ein gerissener Betrüger sein Opfer eingefangen.
08:15Wenig später ist er vermutlich schon beim nächsten.
08:18Das Schlimme an diesen Fällen ist,
08:20dass gute Ratschläge bei älteren Menschen
08:22oft nicht die gewünschte Wirkung haben.
08:25Trotzdem muss man sie natürlich immer wieder geben.
08:29Erstens, wenn in einem Altenheim ein Platz frei wird,
08:32kommt mit Sicherheit zunächst einmal eine schriftliche Nachricht.
08:35Zweitens, ein echter Beauftragter eines solchen Heimes
08:38kann sich entsprechend ausweisen
08:40und er wird niemals bei einem Besuch Geld verlangen.
08:44Und drittens, in Zweifelsfällen empfiehlt es sich immer,
08:48einen Nachbarn oder eine andere Vertrauensperson zu Rate zu ziehen.
08:54Und jetzt, meine Damen und Herren,
08:56ein Vorgang, der die Polizei erst seit wenigen Wochen beschäftigt,
09:00obwohl es im Grunde genommen um eine alte Masche geht,
09:02die allerdings mit Abwandlungen immer wieder neu aufgelegt wird.
09:06Die Gauner versuchen dabei, an andere Leute Geld zu kommen,
09:09indem sie amtlich wirkende Zahlungsaufforderungen verschicken.
09:14In Schleswig-Holstein und in Baden-Württemberg
09:16haben mehrere tausend Geschäftsleute
09:17diesmal einen solchen Zahlungsbescheid bekommen,
09:21und zwar von einer Finanzverwaltung, Existenzförderung in Bonn.
09:27165 Mark sollen überwiesen werden,
09:29als sogenannte Existenzförderungsabgabe.
09:32Als Rechtsgrundlage sind auf der Rückseite
09:36eine Reihe von Paragrafen aufgeführt,
09:39mit denen zwar niemand etwas anfangen konnte,
09:41die ihre Wirkung aber nicht verfehlten.
09:44Um das Ganze leichter zu machen,
09:46waren auch gleich entsprechend ausgefüllte Überweisungsformulare dabei.
09:51Um es kurz zu machen,
09:53von einer Finanzbehörde stammen diese Zahlungsaufforderungen nicht.
09:56Und die angebliche Rechtsgrundlage ist ein reines Fantasieprodukt.
10:01Die Rechnungen wurden von zwei Männern verschickt,
10:04die einen Verein mit dem schönen Namen Existenzförderung gegründet haben
10:08und ihn, nicht ohne Hintersinn,
10:10ausgerechnet in Bonn ins Vereinsregister eintragen ließen.
10:14Und ein solcher Verein hat natürlich auch eine Finanzverwaltung.
10:19Das tausendfache, sicher nicht ungewollte Missverständnis
10:22war also von langer Hand vorbereitet
10:24und auch recht raffiniert eingefädelt.
10:27Zahlreiche Geschäftsleute haben prompt bezahlt.
10:32In die gleiche Kategorie gehört dieses Papier,
10:37das an die Inhaber von Fernschreibanschlüssen verschickt wird.
10:40Es macht den Eindruck einer Rechnung der Bundespost
10:44und zwar für die Eintragung in das Telexverzeichnis.
10:48298 Mark sollen bezahlt werden.
10:51In einem Büro, in dem jeden Tag Rechnungen routinemäßig bearbeitet werden,
10:56kann so ein Papier dann schon schneller mal durchrutschen.
10:59Es wird abgezeichnet und zur Zahlung angewiesen.
11:01Völlig unberechtigt, denn die Eintragung in das amtliche Telexverzeichnis
11:05der Deutschen Bundespost ist kostenlos.
11:09Hinter solchen Pseudorechnungen stecken in der Regel Verlage,
11:12die angeblich private Telexverzeichnisse herausgeben,
11:16in Wirklichkeit sich aber nur die Unachtsamkeiten in den Büros zunutze machen wollen.
11:22Die Sache hat noch einen ganz dummen Haken.
11:24Manche Firmen machen nämlich ihre Mitarbeiter für Schäden dieser Art haftbar.
11:30Im Übrigen, damit ich es nicht vergesse,
11:32unsere Warnungen richten sich nie gegen eine ganze Branche oder bestimmte Firmen.
11:37Es geht uns hier immer nur um die Tricks und Maschen einzelner schwarzer Schafe.
11:42Und nun, meine Damen und Herren, zu einem Thema,
11:45das in diesen Wochen besonders aktuell ist.
11:48Urlaub.
11:49Auch in dieser schönsten Zeit des Jahres
11:51sollte man seine kritische Wachsamkeit nicht zu Hause lassen.
11:55Wir machen sie deshalb jetzt mit der ganz speziellen Arbeitsweise eines Gaunerpaares bekannt.
12:00Es lebte davon, dass man im Ausland besonders schnell bereit ist,
12:04mit Landsleuten Bekanntschaften zu schließen.
12:22Ich sage ja immer, wenn Engel reisen.
12:26Darf ich nachschicken, Herr Braun, oder?
12:28Natürlich, ganz hervorragend, Herr Wein.
12:30Aber die Förmlichkeiten sollten wir ein wenig ablegen, glaube ich.
12:33Ich heiße Willi und das ist die Elter.
12:36Okay, wenn es so einen netten Platznachbarn hat, warum nicht?
12:38Wir sind der Manfred und die Helga.
12:40Das müssen wir aber auch besiegen.
12:50Das Ehepaar Fischer aus Gelsenkirchen
12:53ist zum ersten Mal mit dem neuen Wohnwagen nach Spanien gefahren.
12:56Bereits nach wenigen Tagen schließen die Fischers Freundschaft mit Else und Willi Braun,
13:01die mit ihrem Wohnmobil auf dem Nachbarplatz stehen.
13:03Mein Mann wollte ja auch zuerst so ein Wohnmobil, aber ich war dagegen.
13:09Den Anhänger kann man auf dem Platz stehen lassen und mit dem Auto wegfahren.
13:12Das können wir mit unserem auch.
13:14Und wir haben dann immer gleich alles dabei.
13:15Und die Wohnmobile sind in den letzten Jahren ja immer besser geworden.
13:19Man wundert sich, was da alles drin ist.
13:21Sogar eine Dusche.
13:22Wollt ihr nicht mal mitfahren morgen?
13:24Wir kennen da ein schickes kleines Restaurant, 20 Kilometer von hier.
13:27Die Fischers nehmen die Einladung gern an,
13:45zumal sie sich in Spanien noch etwas unsicher bewegen.
14:11Auch in anderer Hinsicht fallen deshalb die Ratschläge der neuen Freunde auf fruchtbarem Boden.
14:19Das hätte ich nicht gedacht, dass es in dem Wohnmobil hinten so bequem ist.
14:25Und den Clou habt ihr ja noch gar nicht gesehen.
14:32Den Tresor hat er sich nach dem letzten Spanienurlaub einbauen lassen.
14:35Da haben sie mir nämlich die Handtasche im Lokal geklaut.
14:39Schecks, Papiere, alles weg.
14:41Ja, ja, hier muss man auf seine Sachen aufpassen wie ein Luchs.
14:44Ja, das kannst du laut sagen. Deshalb haben wir auch unsere ganzen Wertsachen und Pässe da drin.
14:48Ist das denn sicher?
14:50Rumbensicher. Ich meine, ich will euch ja keine Angst machen,
14:52aber wenn ihr Geld oder Schecks dabei habt, könnt ihr das alles hier reinlegen für heute Abend.
14:56Damit es euch nicht so geht wie uns im vorigen Jahr.
14:59Gar keine schlechte Idee. Ist für nett von euch.
15:01Nachher ist nämlich noch Tanz da drin.
15:03Da wollt ihr sicher nicht sitzen bleiben und ständig auf eure Sachen aufpassen.
15:06Ja, da hast du recht. Die Helga schleppt sowieso immer unsere ganze Reisekasse mit sich rum.
15:09Geld brauchst du heute Abend sowieso nicht. Ihr seid ja eingeladen.
15:12Gut, dann lassen wir die Schecks und das Geld hier.
15:21Sag mal, geht die auch noch rein? Die waren nämlich ziemlich teuer.
15:23Na klar, da ist noch jede Menge Platz drin.
15:27Noch was? Noch ist offen.
15:29Dann gehen wir doch schon los.
15:33Also ihr werdet sehen, es ist gut gemütlich und es gibt eine ganz leckere Teil.
15:38Aha.
15:46Hallo.
15:55Hallo.
15:58Vielen Dank.
16:31Kuh, jetzt bin ich aber ins Schwitzen gekommen. Entschuldigt ihr mich einen Augenblick?
16:36So schön war mir schon lange nicht mehr aus. War eine prima Idee.
16:39Freut mich, dass es euch gefehlt.
16:44Wollen wir doch mal die?
16:45Oh nee, ich glaube, ich muss meine Runde aussetzen.
16:48Komm, mein Fett, da musst du mir eilen.
16:50Komm, wachst du was mit? Keine vier Minuten Ruhe im Urlaub.
17:08Das Ehepaar Fischer genießt den Abend.
17:16Zu spät fällt ihm auf, dass die Gastgeber das Lokal verlassen haben.
17:33Vier Jahre lang arbeitete das Gaunerpaar mit dieser Masche.
17:37Nicht nur in Spanien nahm es kontaktfreudige deutsche Urlauber aus, sondern auch in Italien, Frankreich und in Österreich.
17:43Die Schadenzimmer wird von der Polizei auf über eine halbe Million Mark geschätzt.
17:49Wenn Sie also in den nächsten Tagen in den Urlaub starten, so sind Sie hoffentlich gefeit gegen die hinterlistige Gastfreundschaft
17:55solcher Betrüger.
17:59Ferne Länder, meine Damen und Herren, haben nicht nur für Urlauber ihren Reiz.
18:03Auch im Berufsleben sind sie für viele Menschen, insbesondere für Jüngere, sehr verlockend.
18:08Man kann dabei gewissermaßen das Angenehme mit dem Nützlichen verbinden.
18:13Man sieht was vor der Welt und man bekommt sogar noch Geld dafür.
18:17Und das ist dann genau die Wundvorstellung, an der auch manche Betrüger den Hebel ansetzen.
18:32Also, als die sich da gestern Abend wieder zusammengespielt haben, ich habe gedacht, ich kriege einen Herzinfarkt.
18:38Ich habe auf das andere Feuerheim umgestaltet. Also Fußball kannst du wirklich bald vergessen.
18:43Mensch, ich habe doch nichts anderes im Kopf. Hier, das wäre doch was. Zur Montage ins Ausland.
18:49Unser Kleiner hat Fernweh.
18:50Ach Quatsch. Aber gut wäre es doch. Hier, guck mal. Auslandsmontage.
18:55Fachkräfte für Montagearbeiten in Ägypten gesucht. Installateure, Maler, Rohrleger, Maurer.
19:02Ach ja? Die wollen ja wohl ihre Pyramiden verbritzen, ne?
19:07Ich war da schon mal im Urlaub. Da habe ich schon vom Nichts nun geschwitzt.
19:11Nee, das wäre nichts für mich. Was meinst du, was meine Alte dazu sagen würde?
19:16Also mich würde das schon reizen. Außerdem wird das ganz gut bezahlt.
19:20Ja, da hat er recht. Ich war mal bei einer Firma, da waren wir alle paar Wochen woanders auf Montage.
19:26Mal in Südfrankreich, mal in Union. Also ich fand das richtig toll.
19:30Ist doch kalter Kaffee, Junge.
19:32Mich würde es auch mal interessieren.
19:33Nein, lass mich doch in Ruhe damit.
19:37Ein vielversprechendes Stellenangebot, das in mehreren Zeitungen erschienen ist, liefert Gesprächsstoff und weckt Wünsche.
19:49Der junge Heizungsbauer Günter Becker bewirbt sich noch am selben Tag bei der angegebenen Adresse einer Postfachadresse in Hamburg.
20:00Becker ist unverheiratet und muss damit nicht, wie die meisten seiner Kollegen, auf eine Familie Rücksicht nehmen.
20:14Schon wenige Tage später sieht es so aus, als ob seine Bewerbung Erfolg hätte.
20:20Hier ist der Brief von der Firma in Cairo, von Steelworks Company.
20:25Ist aber schnell gegangen. Ist dort, das ist jetzt eine Ewigkeit, ein Brief aus dem Ausland.
20:30Nee, nee, nee. Der kommt aus Hamburg, der Brief. Die haben da ein Einstellungsbüro.
20:35Und was schreiben Sie?
20:36Na, dass ich einen Fragerkummer für die Stelle.
20:38Die suchen scheinbar eine ganze Menge Leute für die Baustellen in Nord- und Westafrika.
20:42Und? Die nehmen die Leute einfach so, ohne sie gesehen zu haben?
20:46Nee.
20:47Die müssen natürlich nach Hamburg fahren und dich vorstellen.
20:50Die untersuchen dich dann auf Tropentauglichkeit und impfen tun sie dich auch gleich.
20:54Und wann kannst du anfangen?
20:56Zwei Monate.
20:58Ist ja irre, was die alles bieten.
21:0140 Stunden Woche, ein Haufen extra Vergütung zum Lohnen,
21:05nach drei Monaten Heimaturlaub, 14 Tage und voll klimatisierte Unterkünfte.
21:11Ja. Steht auch drin, was die da eigentlich machen.
21:13Klar. Dasselbe wie hier. Wohnanlagen, Industriebauten.
21:17Für junge Leute nicht schlecht. Und bei Bewerbungen sieht es auch ganz gut aus,
21:20wenn man Auslandserfahrung hat.
21:22Ja, da musst du aber rechtzeitig kündigen, du.
21:24Jetzt müssen mal alle Formalitäten erledigt werden.
21:26Aber das machen die alles. Untersuchungen, Impfen, Visum und so.
21:31Aber jetzt muss ich erst mal 68 Mark hinschicken.
21:35Wofür denn das?
21:36Für die Visa-Voranfrage 18 Mark und für das Impf-Seroen 50 Mark.
21:40Visa-Voranfrage? Nie gehört.
21:43Und das Serum? Das kannst du doch bei der Impfung bezahlen.
21:45Nee, die müssen das doch schon vorher bestellen.
21:47Und wenn ich da nicht hinkomme, dann haben sie die 50 Mark zum Fenster rausgeschmissen.
21:51Hält nämlich bloß einen Tag. Steht hier.
21:53Naja, die müssen sich ja auch irgendwie absichern.
21:57So ein ausgefülltes Ding für die Post haben sie auch gleich mitgeschickt.
22:04Der junge Installateur zahlt dann tatsächlich den geförderten Betrag ein.
22:08Und zwar an dieselbe Postfachadresse in Hamburg, an die er auch seine Bewerbung geschickt hatte.
22:1468 Mark.
22:16Fünf Mark Gebühren bitte noch.
22:20In den folgenden Wochen hat Günter Becker dann vergeblich auf weitere Nachrichten gewartet.
22:25Der Traum vom Auslandshop hat sich als trügerisch erwiesen.
22:29Auch alle Anfragen blieben unbeantwortet, denn die Firma verschwand genauso schnell, wie sie aufgetaucht war.
22:34Nachdem 150 Arbeitssuchende von ihr aufs Kreuz gelegt worden sind.
22:40In Zeiten hoher Arbeitslosigkeit versuchen sich immer mehr Gauner auf diesem Feld zu betätigen.
22:46Immer öfter tauchen Anzeigen wie diese in den Stellenangeboten der Zeitungen auf.
22:51Hier bietet ein ominöser Mr. Edwards 200 Dollar täglich für einen Bauarbeiterjob im Ausland.
22:58Wer sich meldet, soll zunächst einmal eine Sicherheitsleistung von 100 Mark zahlen.
23:03Postlagernd versteht sich.
23:04Überflüssig zu erwähnen, dass Mr. Edwards nach Eingang des Geldes nichts mehr von sich hören lässt.
23:11Man kann deshalb allen, die sich für eine Beschäftigung im Ausland interessieren, nur empfehlen,
23:16etwa beim Arbeitsamt die Seriosität solcher Angebote überprüfen zu lassen.
23:21Keinesfalls sollte man auf Inserate hin finanzielle Vorleistungen erbringen.
23:25Und schon gar nicht an eine Postfach- oder Postlageradresse.
23:32Und nun, meine Damen und Herren, wieder ein Experiment.
23:35Diesmal haben unsere Mitarbeiter eine Falle besonderer Acht ausprobiert.
23:39Eine Falle nämlich, von der die meisten von uns, sicher unbewusst, gefährdet sind.
23:45Gemeint sind ungenügend gesicherte Wohnungstüren.
23:48Sehen Sie selbst, wie schnell Einbrecher in fremde Wohnungen gelangen?
23:52Wir haben es ausprobiert mit einem Mann, der auf das Aufmachen von Türen spezialisiert ist.
23:59Herr Jakob, Sie sind ständig unterwegs als Einbrecher und haben dennoch keine Schwierigkeiten mit der Polizei.
24:03Wieso eigentlich nicht?
24:04Herr Schöller, ich habe eine offizielle Lizenz als Aufsperr- und Schlüsseldienst.
24:08Das ist die Erklärung. Rettender Engel also, wenn die Tür zufällt, wenn der Schlüssel verloren geht.
24:12So ist es.
24:13Geschlossene Türen gibt es viele.
24:15Die Frage ist nur, sind sie auch verschlossen?
24:18Aber selbst wenn, ist das Öffnen für einen Fachmann kein Kunststück,
24:21wenn die Tür nur mit einem alten Schubschloss ausgestattet ist.
24:30Als Werkzeug genügt ein einfacher Dietrich.
24:37Sicherheitsschlösser schön und gut, aber sie nutzen leider gar nichts, wenn die Tür nur zugeklappt wurde.
24:46Wie lange hat es gedauert?
24:48Noch nicht mal eine Sekunde.
24:50Einbrecher können das übrigens genauso schnell und sie freuen sich natürlich,
24:54wenn dann hinter der Tür gleich sämtliche Schlüssel hängen.
24:59Im nächsten Fall eine sichtlich verblüffte Mieterin, die es vorher nicht glauben wollte.
25:04Jetzt bin ich aber überrascht. So schnell geht das.
25:09Türen, die nicht ordentlich verschlossen sind, stellen Einbrecher auch nicht vor Probleme.
25:14Also haben wir beim nächsten Versuch zugeschlossen.
25:20Sicherheitsschloss, zweimal abgeschlossen.
25:22Wie lange wird es dauern, Jakobs?
25:2315 bis 20 Sekunden.
25:25Okay, Uhr läuft.
25:30Man traut seinen Augen kaum.
25:32So schnell ist die Blende beseitigt.
25:37Und in Sekundenschnelle wird auch der Zylinder geknackt.
25:41Und genau wie vorher angekündigt, die Tür ist offen.
25:45Und die Uhr wird bei 17 Sekunden gestoppt.
25:48Das Schloss ist zwar hin, aber der Einbrecher wäre drin.
25:55Nun, meine Damen und Herren, wir wollen Sie natürlich nicht nur schocken,
25:58sondern wir wollen Ihnen auch zeigen, wie Sie Ihre Tür besser sichern können.
26:02Herr Jakobs sagt Ihnen im Einzelnen, worauf es ankommt.
26:05Vor allen Dingen auf diesem Zylinder, der nicht mehr vorstehen darf.
26:09Das erreicht man am ehesten mit einem Sicherheitsbeschlag, der von innen verschraubt ist.
26:15Damit ist also der Zylinder selbst nicht mehr angreifbar, kann nicht mehr abgebrochen werden.
26:20Genügt denn das aber nun?
26:21Leider nicht, Herr Zimmermann.
26:22Der nächste Schwachpunkt ist das Schließblech.
26:25Das sind die normalen Schließbleche, die in fast allen Wohnungen in Deutschland zu finden sind.
26:30Nichts wert.
26:31Es sollte schon so ein Schließblech sein, mit möglichst langen Schrauben,
26:35die, wenn möglich, auch in der Wand verdübelt verankert sind.
26:40Und das dann auch so lang ist, dass sich der Druck ganz und gar darauf verteilt?
26:43Man sollte 50 Zentimeter lange Schließbleche nehmen.
26:46Nun kann man natürlich auch eine Tür von unten her aufhebeln, also gewissermaßen aus den Angeln heben.
26:53Tja, leider ist das auch möglich.
26:54Aber dagegen gibt es die sogenannte Hinterbackensicherung.
26:58Das sind Stifte und Buchsen, die sich ineinander fest verankern, wenn man diese Tür schließt.
27:05Und dann ist es fast unmöglich, diese Tür auszuhebeln.
27:11Nun, es ist natürlich nicht jedermanns Sache, im vielfältigen Angebot der Sicherheitsindustrie das richtige Produkt auszusuchen.
27:18Es gibt da nämlich auch eine ganze Menge Schund.
27:20Da kann man sich aber beraten lassen von den kriminalpolizeilichen Beratungsstellen, die es in allen größeren Orten gibt.
27:27Und in diesem Zusammenhang vielleicht noch ein Tipp.
27:30Die Stiftung Warentest hat in diesem Monat ein Sonderheft zu diesem Thema herausgegeben.
27:35Es enthält unter anderem auch Testberichte über Türbeschläge und dergleichen.
27:40Man kann dieses Sonderheft im Zeitschriftenhandel kaufen.
27:44Ich darf mich bei Ihnen, Herr Jacobs, für das Mitmachen bedanken.
27:47Und bei Ihnen, meine Damen und Herren, für Ihre Aufmerksamkeit.
27:51Guten Abend.