- vor 5 Monaten
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00:00Guten Tag, meine Damen und Herren. Sie haben es an den kurzen Ausschnitten eben gesehen.
00:05Die Palette der Tricks und Maschen, die wir Ihnen heute zeigen werden, ist wieder besonders bunt.
00:10Denn Schwindler und Betrüger legen es nun einmal darauf an, in möglichst vielen Bereichen unseres Lebens ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.
00:18Der Kreis der betroffenen Opfer reicht von einer Rentnerin über ein junges Mädchen, das sich eine Wohnung zulegen möchte,
00:24bis zu einem Geschäftsmann, der ein bisschen zu viel an den Umsatz und zu wenig an das Risiko denkt.
00:31Die bitteren Erfahrungen, die die Betroffenen in unseren Filmberichten machen, sind wie immer exemplarisch für viele andere ähnlich abgelaufene Fälle.
00:39Als erstes Beispiel die Erlebnisse einer Rentnerin, die wir Lina Schulte nennen wollen.
00:46Schade, dass du schon gehen willst. Du bist doch gerade erst gekommen.
00:49Nach zwei Stunden bin ich jetzt bestimmt schon hier.
00:52Wenn ich länger bleibe, dann werden meine Männer zu Hause ungeduldig. Die wollen doch was zu essen haben.
00:57Schön, dass du vorbeigekommen bist. Aber warte mal, ich hab noch was für dich.
01:10So, hier, was nimmst du bitte für Klaus mit?
01:14Ach Mutti, das sollst du doch nicht. Der Junge bekommt genug Taschengeld von uns. Schon viel zu viel eigentlich.
01:19Nimm's nur. Mich macht's ja nicht arm. Und der Klaus spart auch für den Mufa.
01:25Na schön. Dafür muss er dir aber wieder beim Einkaufen helfen.
01:29Ich schick ihn gleich morgen vorbei.
01:31Lina Schulte wohnt seit mehreren Jahren allein in einer Zwei-Zimmer-Wohnung.
01:35Die Tochter, die mit ihrer Familie in einem benachbarten Stadtteil wohnt, schaut dort regelmäßig vorbei und kümmert sich um das Wohlergehen der alten Dame.
01:46Wiedersehen, mein Kind. Und grüß deine Männer schön.
01:49Werde dich ausrichten. Also tschüss Mutti, bis bald.
01:51Ja, bis bald. Komm mal bald.
01:52Frau Schulte hängt mit besonderer Liebe an ihrem Enkel Klaus.
01:57Sie lässt es sich nicht nehmen, dem Jungen von Zeit zu Zeit von ihren Ersparnissen, die sie zu Hause aufbewahrt, ein paar Mark zuzustecken.
02:05Zwei junge Männer, die die 70-jährige Frau eines Tages aufsuchen, wissen natürlich, dass ältere Leute dazu neigen, ihr Geld nicht zur Bank zu bringen, sondern zu Hause aufzuheben.
02:29Aus diesem Grunde haben sie sich in der Nachbarschaft nach den Wohnungen alleinstehender Rentner erkundigt.
02:35Die beiden Besucher wachten bei Frau Schulte zunächst mit einer erfreulichen Mitteilung auf.
02:54Na nun, wer kann denn das sein?
03:05Ja, bitte?
03:07Guten Tag, Frau Schulte.
03:08Guten Tag.
03:09Guten Tag.
03:10Wir kommen von den Stadtwerken und müssten bei Ihnen mal die Stromleitungen überprüfen.
03:13Wieso?
03:17Ist denn was nicht in Ordnung?
03:19Uns ist aufgefallen, dass Sie im letzten Vierteljahr ziemlich viel Strom verbraucht haben.
03:23Haben Sie sich nicht gewundert, dass die Rechnung so hoch ist?
03:26Tja, eigentlich schon.
03:29Wissen Sie, Sie haben da nämlich zu viel bezahlt und bekommen jetzt wahrscheinlich Geld zurück.
03:33Was?
03:34Wenn wir da mal nachsehen dürfen.
03:35Ja, bitte, kommen Sie doch herein.
03:37Dankeschön.
03:42Wo ist denn hier der Stromzähler?
03:45Der Stromzähler?
03:46Ja.
03:47Ach, der ist hier bei den Sicherern.
03:49So, gucken Sie doch mal.
03:50Danke.
03:51Danke.
03:51Danke.
03:51Danke.
03:59Frau Schulte freut sich natürlich über die unerwartete Rückzahlung.
04:19Bisher hatte sie nach der jährlichen Stromabrechnung meistens draufzahlen müssen.
04:24Nein, das reicht nicht.
04:26Ah, Moment.
04:32Arglos holt sie das Wechselgeld und bemerkt nicht, dass sie dabei beobachtet wird.
04:56So, hier sind 75 Mark.
05:05Der Rest ist für Sie beiden.
05:06Vielen Dank, Frau Schulte.
05:08Also, ich kann keinen Fehler finden.
05:10Die Werte sind alle in Ordnung.
05:11Dann hat wahrscheinlich unser Computer wieder mal gesponnen.
05:14Ja, jetzt müssten wir eben nochmal schnell die Wasserleitung überprüfen.
05:16Aber dazu müssten wir auch in den Keller, in den Haupttahn.
05:18Wozu das denn?
05:19Och, reine Routinesache, damit da nicht auch noch ein Fehler in der Abrechnung passiert.
05:23Könnten Sie dann eben mal den Keller aufschließen?
05:25Mein Kollege überprüft inzwischen hier schon mal die Leitungen in Küche und Bad.
05:30Na ja, dann muss ich die Schlüssel holen.
05:32So, wissen Sie denn, wo hier der Haupttahn ist?
06:01Ich habe keine Ahnung, ich komme ja so Sächen hier runter.
06:04Macht nichts, wir werden ihn schon finden.
06:06Aber ich glaube, da hinten sind so ein paar dicke Rohre und da sind so Hähne dran.
06:10Na sehen Sie, das wird es schon sein.
06:12Während Frau Schulte zusammen mit dem angeblichen Kontrolleur im Keller nach dem Haupthahn sucht,
06:17geht in der Wohnung der zweite Mann ebenfalls auf die Suche.
06:20Allerdings nicht nach einem Fehler in der Installation,
06:23sondern nach dem Geld der alten Frau, das er auch sehr schnell findet.
06:31Fast 3000 Mark.
06:32Ist das Wasser jetzt schwächer?
06:46Ja, jetzt ist es ganz weg.
06:49Dann ist alles in Ordnung.
06:50Drehen Sie den Wasserhahn bitte wieder zu.
06:53Frau Schulte merkt nicht, dass der Mann, der angeblich von den Stadtwerken kommt,
06:56sie lediglich in den Keller gelockt hat,
07:00damit sein Komplize oben in der Wohnung freie Bahn hat.
07:03Er begnügt sich nicht nur mit den Ersparnissen, die er im Wohnzimmer findet,
07:07er nimmt auch noch das Portemonnaie aus der Handtasche mit.
07:09Hier ist alles klar.
07:17Keine Beanstammung.
07:18Dann können wir nach oben gehen.
07:24Im Treppenhaus haben es die beiden Männer dann plötzlich sehr eilig,
07:28sich von Frau Schulte zu verabschieden.
07:31So, oben ist alles okay.
07:33Es ging doch schneller, als ich dachte.
07:35Na prima, so sind wir ja schon bei Ihnen fertig, Frau Schulte.
07:38Muss ich denn gar nichts unterschreiben?
07:39Nein, nein, das ist schon in Ordnung so.
07:41Wir müssen jetzt weiter.
07:42Wir haben noch ein ziemliches Programm vor uns.
07:43Also, vieler sehen, Frau Schulte.
07:44Vieler sehen, vielen Dank.
07:47Noch bevor Lina Schulte den Diebstahl entdeckt,
07:50sind die Männer verschwunden.
07:53Auf dem Weg zum nächsten Opfer.
08:00Ja, wo gehen wir jetzt hin?
08:01Zwei Straßen weiter.
08:02Da wohnt so ein Opa, den habe ich noch mal einkaufen gesehen,
08:04und er erzählt, dass er allein wohnt.
08:06Sie werden es gemerkt haben, meine Damen und Herren,
08:08wo Lina Schulte den entscheidenden Fehler gemacht hat.
08:11Es war der Augenblick, als sie zwar einen kleinen Moment zögerte,
08:14sich aber dann doch genierte, den Männern klipp und klar zu sagen,
08:17dass sie ihre Wohnung lieber nicht unbeaufsichtigt lassen wolle.
08:21Deshalb sei allen, die vielleicht einmal in eine ähnliche Situation kommen,
08:24der Rat gegeben,
08:26sagen sie einem Fremden frank und frei,
08:28dass sie ihre Wohnung nicht allein lassen können.
08:30Im Übrigen ist zu diesem Fall vielleicht noch anzumerken,
08:35dass Rückzahlungen der Stadtwerke auf schriftliche Ankündigung
08:38und in aller Regel bargeldlos erfolgen.
08:40Hier hat diese angebliche Rückzahlung ja, wie Sie gesehen haben,
08:44nur den Zweck gehabt, das Geldversteck ausfindig zu machen.
08:47In unserem nächsten Fall geht es um Betrügereien auf dem Wohnungsmarkt
08:54und Sie alle kennen den Mangel an preisgünstigen Mietwohnungen in den Großstädten.
08:59Wer also heutzutage eine preiswerte Wohnung anzubieten hat,
09:02der kann sicher sein, dass ihm diese Mangelware förmlich aus der Hand gerissen wird.
09:07Es war fast abzusehen,
09:08dass sich Betrüger die zum Teil katastrophale Situation auf dem Wohnungsmarkt zunutze machen würden.
09:13In jüngerer Zeit häufen sich die Fälle, in denen Wohnungssuchende,
09:17besonders oft sind es junge Leute,
09:19von Betrügern, die als Wohnungsvermieter auftreten, hereingelegt werden.
09:23Einmalige Gelegenheit, vermiete sofort ein Zimmerappartement,
09:2640 Quadratmeter mit Balkon neu möbliert,
09:29Schrankbettmiete inklusive Heizung, 500 Mark.
09:32Telefon.
09:34Also bei dem Preis können Sie sich eigentlich die erste Zeile einmalige Gelegenheit sparen.
09:37Die werden in die Bude einrennen.
09:39Meinen Sie wirklich?
09:40Na, Sie sind gut.
09:41Wissen Sie nicht, was auf dem Wohnungsmarkt los ist?
09:43Natürlich, das wissen wir schon.
09:45Aber wir müssen überraschend umziehen.
09:47Ich bin versetzt worden, wissen Sie,
09:49und das muss jetzt sehr schnell gehen mit dem Vermieten.
09:51Das wird es auch, da machen Sie sich mal keine Sorgen.
09:53Was kostet denn die Anzeige?
09:55Ungefähr 50 Mark.
09:56Moment, ich habe das ja schon ausgerechnet.
09:5851 Mark 80, genau.
10:00Mit der Mittelausgabe, das klappt aber nicht.
10:01Ja, das schaffen wir prima.
10:03Das ist Ihr Beleg?
10:03Ja, danke.
10:05Rainer und Beate Roloff gehören zu denen,
10:07die in Sachen Wohnung ein attraktives Angebot machen können.
10:10Sie wissen ganz genau, dass die verlangten 500 Mark Miete für Stuttgarter Verhältnisse
10:15ausgesprochen günstig sind.
10:17Ja, bitte.
10:18Wiedersehen.
10:18Wiedersehen.
10:19Wiedersehen.
10:20Auf eine solche Gelegenheit wartet zum Beispiel die 20-jährige Anita Bahl schon seit geraumer Zeit.
10:30Sie wohnt noch zu Hause bei ihren Eltern in Backnang-an-der-Murr,
10:3435 Kilometer nordöstlich von Stuttgart.
10:37Die junge Frau, die als medizinisch-technische Assistentin arbeitet,
10:41hat die Chance, sich in Stuttgart beruflich zu verbessern.
10:44Also, dann lass das schmecken, Mädels.
10:49Sieht ja richtig lecker aus.
10:53Übrigens, heute stand wieder nichts Gescheites in der Zeitung.
10:56Dein Vater hat den Anzeigenteil ganz genau studiert.
11:00Das wundert mich nicht.
11:02Dienstag ist nie viel drin.
11:04Aber morgen, in der Mittwochausgabe, die muss ich mir schnellstens besorgen.
11:09Vielleicht fahre ich heute Abend schon rein.
11:10Heute Abend? Warum denn?
11:15Die Zeitungen werden doch am Abend schon für den nächsten Tag gedruckt.
11:18Dann kann man das schon gleich kriegen.
11:20Die anderen machen das auch alle so.
11:21Wenn ich morgen erst komme, sind die guten Sachen wieder alle weg.
11:25Naja, dann fährst du halt.
11:28Anita Bahl setzt wieder einmal ihre Hoffnung,
11:31eine günstige Wohnung zu finden,
11:33auf die Mittwochausgabe der Tageszeitung.
11:35In dieser Ausgabe wird auch das möblierte Ein-Zimmer-Apartment mit Balkon angeboten werden,
11:43das Beate und Rainer Roloff für 500 Mark inklusive Heizung vermieten wollen.
11:49Hey, wach auf!
11:51Was ist denn los?
11:55Also, langsam kannst du ja wirklich aufstehen.
11:58Weißt du eigentlich, wie spät es ist?
11:59Keine Ahnung.
12:01Schon gleich zwei.
12:02Wir haben ja wohl noch einiges vorzubereiten.
12:04Genau.
12:06Es wird Zeit, dass du die Bude aufräumst.
12:09So können wir hier niemanden reinlassen.
12:11Die fallen uns ja rückwärts wieder raus.
12:12Keine Angst, das mache ich schon.
12:17Bereite du liebe die Mietverträge vor.
12:19Das ist ja wohl wichtiger.
12:21Sag mal, was glaubst du denn, wann die Ersten anrufen werden?
12:25Puh, das wird wohl heute Abend schon losgehen.
12:29Rainer Roloff schätzt die Situation richtig ein.
12:32Schon am späten Dienstagabend werden den Zeitungsverkäufern
12:35die noch druckfrischen Exemplare der Mittwochausgabe förmlich aus den Händen gerissen.
12:40Und wie geplant hat sich auch Anita Bahl die Zeitung mit dem großen Wohnungsmarkt besorgt
12:45und einen Platz in der nahegelegenen Telefonzelle ergattert.
12:53Sie ist auf die von Beate und Rainer Roloff annoncierte günstige Einzimmerwohnung gestoßen.
13:03Guten Abend, hier ist Bahl.
13:05Ich rufe wegen der Wohnung an.
13:06Da sind Sie nicht die Erste, Frau Bahl.
13:08Das habe ich schon gemerkt. Ich bin erst gar nicht durchgekommen.
13:11Ist denn die Wohnung noch zu haben?
13:13Im Moment schon noch. Aber wenn Sie wirklich interessiert sind, müssten Sie sich schnell entscheiden.
13:17Am besten, Sie kommen morgen früh vorbei und bringen auch gleich die Kaution mit.
13:20Morgen früh? Das ginge schon.
13:23Aber wegen der Kaution.
13:25Wie viel ist denn das?
13:26Das sind drei Monatsmieten, also 1500 Mark.
13:33Am besten, Sie kommen gleich um 11. Da sind Sie auf alle Fälle die Erste.
13:36Die Adresse ist Lange Straße 23, dritter Stock, bei Roloff.
13:4123, ganz richtig. Wiederhören.
13:46Das Gespräch, das Rainer Roloff mit Anita Bahl führt, wiederholt sich in ähnlicher Form mit anderen Interessenten an diesem Abend und am nächsten Morgen noch mehrere Male.
13:56Allen Anrufern wird der Eindruck vermittelt, dass sie gute Aussichten hätten, die Wohnung zu bekommen.
14:03Roloff?
14:07Später an diesem Abend erfahren die Eltern von Anita Bahl, dass die Fahrt der Tochter nach Stuttgart vermutlich Erfolg gehabt hat.
14:14Gott sei Dank, da kommt sie ja endlich.
14:20Guten Abend.
14:21Guten Abend.
14:22Guten Abend.
14:24Puh, bin ich K.O.
14:27Aber drückt mir die Daumen, ich glaube, diesmal klappt's.
14:30Eine ganz tolle Sache. Ein Einzimmerapartment für 500 Mark und da ist die Heizung schon dabei.
14:35Ja, mal 500 Mark, das ist doch eine Menge Geld für dich.
14:38Ja, schon.
14:39Ja, aber du musst es im Verhältnis sehen.
14:41Alles, was sonst angeboten wird, ist noch viel teurer.
14:44Hast du denn die Wohnung schon gesehen?
14:46Nein, dafür war es ja zu spät heute Abend. Ich habe nur angerufen.
14:51Morgen früh um elf soll ich hinkommen. Da bin ich die Erste, hat mir der Mann gesagt.
14:55Aber dann schau dir alles genau an.
14:58Ja, aber da ist noch etwas.
15:01Was denn?
15:02Naja, der will die Kaution gleich haben, wenn ich die Wohnung nehme.
15:05Wie will ich denn das?
15:07Drei Monatsmieten.
15:09Also 1500 Mark.
15:10Und die will ich jetzt von uns haben, oder?
15:13Naja, du weißt. So viel habe ich zur Zeit nicht auf dem Konto.
15:17Wäre schon klasse, wenn ihr mir helfen könntet.
15:20Vater, da sollst du doch nicht dran scheitern.
15:25Prima.
15:26Ist ja auch nur für den Fall, dass ich die Wohnung wirklich nehme.
15:29Die medizinisch-technische Assistentin aus Baktangandamur wird nicht die Erste sein, die am Mittwochmorgen in dem kleinen Apartment erscheint, um es zu besichtigen und eventuell zu mieten.
15:40Alle Wohnungssuchenden, die an diesem Tag mit den Rolofs verhandeln, gehen natürlich davon aus, dass sie es mit den rechtmäßigen Vermietern zu tun haben.
15:56Zwischenwändern vorbeikommen.
15:58Mhm.
15:59Ja gut, dann bis gleich.
16:01Danke.
16:02Wiederhören.
16:05Langsam macht mich das Geklingel verrückt.
16:07Es geht uns schon seit gestern Abend so.
16:09Heute Nacht mussten wir sogar den Hörer aushängen.
16:12Will ich mal gleich unterschreiben.
16:16Bitte.
16:16Hier.
16:18Mhm, danke.
16:18Damit haben Sie das Rennen gewonnen, Herr Lautenschläger.
16:25Aber bevor ich unterschreibe, darf ich erst mal Ihre Kaution sehen, weil ich Ihnen die gleich mitquittiere.
16:30Ja, richtig.
16:44Danke.
16:48Wenige Minuten vor 11 Uhr kommt Anita Bahl, wie vereinbart, zum Haus Lange Straße 23.
17:00Weder Sie noch der junge Mann, der sie freundlicherweise ins Haus lässt,
17:04Sie rein?
17:05Ja, gerne. Danke.
17:07Denken im Entferntesten daran, dass die Wohnung im dritten Stock Schauplatz eines raffiniert eingefädelten Täuschungsmanövers ist.
17:15Bahl, Bahl.
17:16War das jetzt ein Mann oder eine Frau?
17:20Ist doch egal. Das werden wir ja gleich sehen.
17:24Aha.
17:26Geh ans Telefon.
17:27Ich bin bald schon.
17:34Guten Tag, Bahl. Ich komme wegen der Wohnung.
17:36Guten Tag. Kommen Sie doch bitte rein.
17:38Sie haben es tatsächlich geschafft. Sie sind die Erste.
17:40Nein, nein, noch nicht. Aber es ist gerade eine Interessentin da.
17:43Wenn Sie vielleicht später nochmal anrufen, dann kann ich Ihnen sagen, ob die Wohnung noch frei ist.
17:48Gut, danke.
17:49Wiederhören.
17:51Guten Tag, Beate Rollhoff.
17:52Guten Tag, Bahl.
17:53Prima, dass Sie so pünktlich sind.
17:56Ich sage Ihnen, bei uns ist der Teufel los. Ich komme gar nicht mehr weg vom Telefon.
18:00Na?
18:02Und der erste Eindruck?
18:03Doch, sehr schön. Gefällt mir.
18:05Schauen Sie, hier ist das Schrankbett drinnen.
18:08Ah, ja.
18:13Und da geht's ins Bad und in die Toilette.
18:22Und hier ist die Küche.
18:28Und sehen Sie, hier auf dem Balkon.
18:30Da haben Sie auch am späten Nachmittag noch Sonne.
18:32Sagen Sie mal, habe ich das richtig verstanden in dem Inserat?
18:39Die 500 Mark sind mit Heizkosten.
18:41Genau so ist es.
18:42Ich kann Ihnen das schwarz auf weiß zeigen.
18:44Ich habe den Vertrag ja schon vorbereitet.
18:46Wann könnte ich denn frühestens einziehen?
18:48Übernächste Woche am Ersten.
18:50Die Möbel bleiben ja drin.
18:51Na ja, wir vermieten möbliert.
18:54Und mit den Schlüsseln, wie machen wir das?
18:55Ich würde vorschlagen, wir vereinbaren eine Übergabe.
19:00Freitag nächste Woche, wieder um elf. Passt Ihnen das?
19:03Ja, das lässt sich einrichten.
19:05Prima, dann brauchen Sie jetzt nur noch zu unterschreiben und Ihre Adresse einzusetzen.
19:09Anita Bahl weiß, dass sie nicht zögern darf.
19:12So unterschreibt sie den Mietvertrag, obwohl sie die Wohnung nur sehr flüchtig gesehen hat
19:16und eigentlich noch eine ganze Reihe wichtiger Fragen zu klären wären.
19:20Jetzt noch meine Unterschrift und dann bekomme ich von Ihnen nur noch die Kaution.
19:25Ja, das wäre es dann wohl.
19:39Bis nächsten Freitag zur Schlüsselübergabe.
19:41Wenn noch Fragen sind, können wir das dann noch besprechen.
19:45Ja, also dann, auf Wiedersehen.
19:48Auf Wiedersehen.
19:48Auf Wiedersehen, ich bringe Sie zum Tür.
19:55Ja, und was machen wir jetzt mit den Verträgen?
20:0625 Mal vermietete das Gauner Pärchen die Wohnung und kassierte in knapp zwei Tagen 15.000 Mark.
20:13Beate und Rainer Roloff hatten das Apartment selbst nur angemietet.
20:16Eine Weitervermietung war schon allein aus diesem Grunde nicht stadthaft.
20:21Nach dem kurzen Aufenthalt in der Wohnung verschwand das Pärchen dann.
20:24Da die Wohnungsnot weiter anhält und Betrüger mit gleicher und ähnlicher Maschen in verschiedenen Städten auftreten,
20:31empfiehlt es sich, bei sogenannten kurzfristigen Vermietungen wegen plötzlichem Wohnungswechsel
20:36oder angeblicher beruflicher Veränderung besonders vorsichtig zu sein.
20:40Ratsam ist es auch, eventuell beim Verwalter oder Hausmeister zusätzliche Informationen einzuholen.
20:47So, und nun zu ein paar aktuellen Kurzwarnungen.
20:50Bleiben wir gleich beim Thema.
20:52Nicht nur bei der Wohnungssuche, auch nach dem Einzug lauern spezifische Gefahren.
20:58In einem Münchner Stadtteil, in dem relativ viel gebaut wird,
21:01fanden die Bewohner vor ein paar Wochen in ihren Briefkästen zum Beispiel einen solchen Werbezettel,
21:06auf dem eine Fensterputzkolonne ihre Dienste anbot.
21:09Als Kontaktadresse war lediglich eine Telefonnummer angegeben.
21:14Viele Wohnungsinhaber, die neu zugezogen waren, aber auch andere, die mit ihrer Hausarbeit nicht zurecht kamen,
21:19griffen das Angebot auf und ließen die Fensterputzer kommen.
21:24Sie kamen nur ein oder zwei Mal und die Arbeit, die sie leisteten, war nicht besonders gut,
21:28so dass die meisten Wohnungsinhaber nicht böse waren, als sie ausblieben.
21:33Ein paar Wochen später häuften sich dann aber gerade in diesem Stadtteil die Einbrüche.
21:41Auffälligerweise vor allem in den Häusern, in denen vorher die oberflächlichen Fensterputzer tätig waren.
21:47Schlussfolgerung der Polizei.
21:50Die Tipps zu den Einbrüchen stammten von den fliegenden Fensterputzern.
21:54Man sollte sich deshalb Leute, die man in die Wohnung lässt, immer etwas genauer ansehen
21:59und bei Firmen auch darauf achten, dass sie eine überprüfbare Adresse haben
22:03und einen ordentlichen Geschäftsbetrieb unterhalten.
22:07In Mainz residiert, jedenfalls auf dem Papier, eine Firma,
22:12die dieser Tage in einer großen Rundfunkzeitung inserierte und ein Preisrätsel veranstaltete.
22:17Es war so einfach, dass man die Lösung kaum verfehlen konnte.
22:22Und noch eins war verblüffend an diesem Preisrätsel.
22:24Praktisch alle Teilnehmer erhielten einen Brief, in dem ihnen mitgeteilt wurde,
22:30dass sie ein Grundstück in Spanien gewonnen hätten im Wert von 7.700 Mark.
22:36Einziger Haken an der Geschichte, die Gewinner sollten zur Fertigstellung der Grundstücksverträge
22:40und Zwecksüberschreibung auf ihren Namen 77 Mark überweisen,
22:45bevor die Besitzurkunde ausgestellt werden würde.
22:48Dass die Grundstücke in Spanien nur eine Erfindung des Briefschreibers waren,
22:52versteht sich beinahe schon von selbst.
22:55Fazit.
22:57Unverhofftes und übermäßiges Glück sollte immer Anlass zur Vorsicht und etwas Misstrauen sein.
23:03Ehe man in so einem Fall einer unbekannten Firma Geld schickt,
23:06empfiehlt sich eine Anfrage bei der örtlichen Verbraucherzentrale, der Handelskammer oder natürlich auch bei der Polizei.
23:15Das Polizeipräsidium Oberfranken im Bayreuth macht hier auf eine neue Betrugsvariante durch Zeitschriftenwerber aufmerksam,
23:22die sich des sogenannten Taubstummen-Tricks bedienen.
23:26Die Masche funktioniert folgendermaßen.
23:30Ein junger Mann oder ein junges Mädchen klingelt dann der Haustür
23:33und zeigt wortlos einen solchen Zettel vor.
23:38Darauf steht,
23:39Guten Tag, entschuldigen Sie die Störung,
23:41mein Name ist so und so,
23:43bitte kein Geld,
23:44da Bettelnd an der Haustür verboten ist.
23:46Ich bin seit dem 10. Lebensjahr Taubstum,
23:48bitte helfen Sie mir,
23:49eine Firma bietet mir eine Leerstelle,
23:52wenn ich 250 Zeitschriften verkauft habe.
23:55Natürlich sind diese Werber nicht Taubstum.
23:58Sie werden von zwielichtigen Vertriebsfirmen
23:59Vertriebsfirmen mit dem Versprechen eines guten und leichten Verdienstes angeworben.
24:04Das sollten Sie wissen,
24:05wenn es auch bei Ihnen an der Tür klingelt
24:07und Ihnen ein solcher Zettel vorgehalten wird.
24:13Und nun zu einem Trick,
24:14den wir wieder anhand eines kurzen Filmbeispiels deutlich machen.
24:18Er wird von Leuten praktiziert,
24:20die sich den Umstand zunutze machen,
24:22dass wir heute zwar alle mit technischen Geräten umgehen,
24:24aber doch meistens recht hilflos sind,
24:26wenn die Technik einmal versagt.
24:29Wenn zum Beispiel der Toaster qualmt,
24:32das Fernsehgerät seinen Geist aufgibt
24:33oder wenn die Waschmaschine streikt.
24:38Siehst du, wie ich dir gesagt habe,
24:41die tut's nicht mehr.
24:43Da kann ich dir auch nicht helfen.
24:45Du weißt ja,
24:46Technik war noch nie meine starke Seite.
24:49Vielleicht ist es nur eine Kleinigkeit.
24:51Ja, aber gewusst, oh.
24:52Das Beste wird sein,
24:55ich rufe da so einen Kundendienst an.
24:57Da insolieren ja immer welche in der Zeit.
24:59Kurt und Anne-Marie Altmann aus Hannover
25:02leben in einer Mietwohnung
25:03und benutzen mit großer Selbstverständlichkeit
25:05auch diverse elektrische Geräte.
25:08Sie können, wie die meisten Menschen,
25:10zwar auf Knöpfe drücken,
25:11wenn aber eines der Haushaltsgeräte defekt ist,
25:14sind sie auf fachmännische Hilfe angewiesen.
25:20Elektroschnelldienst Pfeiffer, guten Tag.
25:22Guten Tag, Herr Pfeiffer, hier ist Altmann.
25:25Unsere Waschmaschine ist kaputt.
25:27Könnten Sie da mal jemanden vorbeischicken?
25:29Vielleicht noch heute, wenn's geht.
25:30Aber sicher doch, Herr Altmann.
25:31Wenn Sie mir sagen, wo Sie wohnen?
25:33Schumannstraße 3, 2. Stock.
25:36Aber bitte nicht vor 3 heute Nachmittag.
25:38Wir müssen noch einkommen.
25:39In Ordnung, Herr Altmann.
25:40Das lässt sich einrichten.
25:41Ich schicke jemanden vorbei.
25:43Vielen Dank für Ihren Anruf.
25:44Auf Wiederhören.
25:46Ja, war es?
25:48Ja, Schumannstraße.
25:49Aber erst ab 15 Uhr.
25:52Die Elektrofirma Pfeiffer bietet per Inserat schnelle und zuverlässige Waschmaschinenreparaturen an.
25:58Der Inhaber und sein Außendienstmitarbeiter achten darauf, dass Termine rasch und pünktlich wahrgenommen werden.
26:04Auf solche schnelle Hilfe wird an diesem Tag noch eine weitere Hausfrau hoffen, Margot Zinger, die mit ihrer Familie in einem Reihenhaus im Westen der Stadt wohnt.
26:17Sie hat alle Hände voll zu tun, weil der startenden Urlaub unmittelbar bevorsteht.
26:22Ihr seid schon da?
26:39Wie spät ist es denn?
26:40Es wird gleich zwölf.
26:41Wir hatten heute eher Schluss.
26:42So kurz vor den Ferien, da läuft in der Schule sowieso nichts mehr.
26:45Gott sei Dank, bei uns ist heute der letzte Weihnachtszeit.
26:47Na prima, da könnt ihr mir ja gleich ein bisschen helfen.
26:50Du Thomas, deckst du bitte mal den Tisch und du Sabine, sei so lieb und steck die Wäsche in die Waschmaschine.
26:55Angefangen habe ich schon.
26:56Wirst du schon sehen.
26:57Also ich freue mich schon auf das Hotel.
26:59Dann werden wir endlich mal verwöhnen.
27:01Was glaubst du wohl, wie ich mich freue?
27:03Ich weiß noch gar nicht, wie ich alles schaffen soll.
27:05Nur keine Hektik, Mami.
27:07Das schaffen wir schon.
27:07Die Familie Singer will in zwei Tagen für drei Wochen nach Mallorca fliegen.
27:23Margot Singer ist recht dankbar dafür, dass ihr die Kinder Thomas und Sabine bei der Hausarbeit und den Reisevorbereitungen, wenn auch gelegentlich etwas murrend, hilfreich zur Hand gehen.
27:37Auch für die 15-jährige Tochter Sabine sind die modernen Maschinen und Geräte längst zu einer Selbstverständlichkeit geworden.
27:50Geschickt und routiniert bedient das Mädchen die Waschmaschine, die seit knapp sechs Jahren ohne nennenswerte Störungen im Haushalt der Familie Singer läuft.
28:07Gibt mal.
28:14Mami, kriegen wir auf Mallorca ganz anderes Geld in Pesiten?
28:17Nee, Kleiner, wenn dann schon in Pesitas.
28:19Ach, falsch, Pesiten heißt das.
28:22Ich kann es euch gleich sagen.
28:23Ich war nämlich auf der Bank und habe schon Geld gewechselt.
28:26Da bin ich aber mal gespannt.
28:33Hier.
28:33Siehste, Kleiner, hier steht's doch.
28:37Pesitas, kannst deiner großen Schwester ruhig glauben.
28:40Also, wenn ihr jetzt den Abwasch macht, dann dürft ihr das Geld gleich behalten.
28:44Abgemacht, Mami.
28:45Das ist ein Wort.
28:46Komm, Schwester, pack mir das an.
28:48Ja, prima.
28:49Dann werde ich mich jetzt um die übrige Wäsche kümmern.
28:51Trotz aller Hilfsbereitschaft von Seiten ihrer Kinder gerät der sorgfältig geplante Ablauf der Urlaubsvorbereitungen erheblich in Stocken.
29:01Denn als Frau Singer in die Waschküche kommt, muss sie feststellen, dass die moderne Technik ihre Tücken haben kann.
29:07Sabine?
29:09Sabine?
29:10Ja?
29:10Komm doch mal runter.
29:12Was gibt's denn?
29:15Sag mal, hast du die Maschine angestellt?
29:17Da rührt sich nichts.
29:18Und fertig sein kann die doch auch noch nicht.
29:21Komisch, ich hab ganz nah mal eingeschaltet.
29:23Programm, Wasser, Start.
29:25Aber da rührt sich überhaupt nichts.
29:28Na, schau mal.
29:29Das Waschpulver ist noch da.
29:32Wird doch nicht kaputt sein.
29:35Ausgerechnet jetzt vorm Urlaub, wo ich Vatis Hemden noch waschen muss.
29:43Die böse Ahnung bestätigt sich leider.
29:46Und so landet auch Frau Singer an diesem Nachmittag bei der Elektrofirma, die gute und schnelle Reparaturen verspricht.
30:00Elektroschnelldienst Pfeiffer, guten Tag.
30:02Ja, guten Tag, hier ist Frau Singer.
30:03Sagen Sie, könnten Sie mir ganz schnell jemanden vorbeischicken?
30:06Meine Waschmaschine ist kaputt.
30:07Ich brauch Sie ganz dringend, wir fahren nämlich übermorgen in Urlaub.
30:10Natürlich, dafür sind wir doch da.
30:12Wenn Sie mir sagen, wo Sie wohnen, ist unser Monteur schon so gut wie unterwegs.
30:15Ach, da bin ich aber froh, dass das so schnell klappt.
30:18Langenau Straße 43, Singer, ist ein Reihenhaus.
30:22Langenau Straße, das passt ganz gut.
30:24Unser Monteur muss in die Schumannstraße, der kann dann vorher noch bei Ihnen vorbeikommen.
30:27Der Monteur ist pünktlich bei Frau Singer eingetroffen.
30:33Aber statt die Maschine zu reparieren oder auch nur einen Versuch zu unternehmen, stellt er eine völlig unerwartete Diagnose.
30:42Also beim besten Willen, da ist nichts mehr dran zu machen.
30:46Was?
30:47Sie wollen doch nicht etwa sagen, dass die Maschine nicht mehr repariert werden kann?
30:50Doch, genau das.
30:53Naja, ist ja wohl auch schon ein bisschen älteres Monteur.
30:55Wie viele Jahre hat die denn auf dem Buckel?
31:00Ja, wie lange haben wir die schon?
31:02Fünf Jahre ungefähr.
31:04Das sehen Sie.
31:05Das ist ja kein Wunder, dass die ihren Geist aufgibt.
31:08Ich will Ihnen empfehlen,
31:09schaffen Sie sich was Neues an.
31:11An der haben Sie keine Freude mehr.
31:14Da würden Sie sich von hauter Reparaturen dusselig zahlen.
31:16Aber das gibt's doch nicht.
31:18Die ist doch nur vorige Woche einwandfrei gelaufen.
31:20Das kann schon sein, Frau Singer, aber
31:21irgendwann ist halt Schluss.
31:23Sehen Sie, die Heizanlage ist völlig durchgeschmort
31:27und hat die Pumpe in Mitleidenschaft gezogen.
31:29Dadurch ist der Programmspeicher völlig blockiert.
31:32Da muss eine ganz neue Elektronik aufgebaut werden.
31:35Das rentiert sich nicht.
31:37Sehen Sie mal.
31:39Das Beste wäre wirklich eine neue Maschine.
31:42Die hier.
31:44Die kann ich Ihnen empfehlen.
31:46Die ist wirklich zuverlässig und sparsam.
31:49Also das kann ich nicht machen.
31:50Ich kann doch nicht einfach eine neue Waschmaschine kaufen.
31:53Wir wollen nämlich übermorgen in Urlaub fahren.
31:56Das geht nicht.
31:56Ja, aber was wollen Sie denn machen?
31:58Die ist nicht nur zu reparieren.
32:00Sie brauchen eine neue Waschmaschine.
32:03Ja, vielleicht, aber
32:04so schnell kann ich das nicht entscheiden.
32:07Es geht einfach nicht.
32:09Bitte?
32:10Wie Sie wollen.
32:11Dann bekomme ich jetzt von Ihnen 113 Mark.
32:14Wie bitte?
32:16113 Mark?
32:17Ja, wofür denn?
32:18Denken Sie, ich fahre zum Spaß in der Gegend rum?
32:20Sie haben mich fast zwei Stunden gekostet.
32:2260 Mark für die Anfahrt.
32:2540 Mark für die Überprüfung.
32:28Plus Mehrwertsteuer macht 113 Mark.
32:32Also das ist ja ein Ding.
32:34Davon haben Sie früher aber nichts gesagt.
32:36Das brauche ich doch nicht.
32:37Wenn Sie uns anrufen und mich herbestellen,
32:39ist es doch wohl klar, dass das nicht umsonst ist.
32:41Aber Sie haben doch gar nichts gemacht an der Maschine.
32:44Ja, da ist ja auch nichts mehr dran zu machen.
32:46Also was ist?
32:47Zahlen Sie jetzt?
32:48Oder soll ich so in die Firma zurückfahren?
32:50Dann übergibt das mein Chef dem Anwalt.
32:52Und dann wird es teuer.
32:53Naja, das hat ja wohl keinen Zweck.
32:55Bitte kommen Sie mit, ich habe das Geld oben.
32:58Margot Singer versteht nichts von den technischen Details einer Waschmaschine.
33:01Deshalb nimmt sie das Urteil des vermeintlichen Experten hin
33:05und bezahlt schließlich, wenn auch widerwillig, die Rechnung, die er präsentiert.
33:10Sie lässt sich aber nicht von dem plötzlichen Kaufangebot überrumpeln.
33:15Eine halbe Stunde später versucht der Monteur beim Ehepaar Altmann sein Glück.
33:20Auch hier kommt der Hinblick auf die defekte Maschine sehr schnell zu einem vernichtenden Urteil.
33:25Das ist nur noch eine Frage der Zeit, wie lange das noch gut geht.
33:30Programmspeicher ist völlig blockiert.
33:32Da müsste eigentlich eine neue Elektronik rein.
33:35Aber das ist ja gerade das Teure auch heutzutage an diesen Maschinen.
33:40Das lohnt sich bei der nicht mehr.
33:43Schauen Sie mal.
33:44Hier.
33:45Die.
33:46Die könnte ich Ihnen empfehlen.
33:49Meinen Sie wirklich?
33:50Wenn ich es Ihnen sage,
33:51dann können Sie sich schon darauf verlassen.
33:53Na, mit der Alten hier haben Sie keine Freude mehr.
33:55Ja, vielleicht haben Sie recht.
33:59Wäre die denn vollautomatisch, die Sie da empfehlen?
34:01Na klar.
34:02Die hat alle Waschprogramme drin.
34:04Und das Ganze einfach zu bedienen.
34:05Und, ähm,
34:08was würde die kosten?
34:10Naja,
34:12als Gründe unseres Reparaturdienstes.
34:15Da kann ich Ihnen natürlich einen Sonderrapport einräumen.
34:18Da kostet Sie die Maschine dann
34:201.340 D-Mark.
34:25Na, also,
34:26preiswider kriegen Sie die nirgendwo.
34:28Na, ist aber trotzdem noch eine Menge Geld, nicht?
34:30Ja, aber wenn wir für die Alte ständig teure Reparaturen bezahlen müssen,
34:36wann könnten Sie die Maschine denn liefern?
34:37Die hier haben wir im Lager.
34:40Und wenn wir uns ein bisschen beeilen,
34:43dann kann ich die heute Abend noch vorbeibringen.
34:45Und die Alte nehme ich gleich mit.
34:46Man braucht sich gar nicht mehr drum zu kümmern.
34:49Tja, was meinst du, Kurt?
34:51Schlecht wär's nicht.
34:52Naja, wenn du meinst, dann
34:55will ich da nicht im Wege stehen.
34:58Zeigen Sie doch mal hier.
35:00Wenige Wochen nachdem die Altmanns die Waschmaschine tatsächlich gekauft haben,
35:04haben sie das gleiche Modell im Schaufenster eines anderen Geschäftes gesehen
35:08und dabei festgestellt,
35:09dass ihnen ein weit überteuertes Auslaufmodell angedreht worden ist.
35:14Da hatte sich Frau Singer erheblich klüger verhalten,
35:17als sie sich nicht unter Zeitdruck setzen ließ.
35:19Gewiss, auch sie ist im Grunde genommen betrogen worden,
35:22aber bei ihr war dann der Schaden doch nicht so groß.
35:25Denn nach dem Urlaub hat eine seriöse Firma die Reparatur für 150 Mark durchgeführt
35:29und die Maschine läuft heute noch.
35:33Zur Praxis der dubiosen Reparaturdienste gehört es übrigens auch
35:36aus den angeblich nicht mehr reparaturfähigen Maschinen
35:39einen erheblichen Profit zu schlagen.
35:42Oft fehlt an diesen gebrauchten Maschinen,
35:44die von den Monteuren mitgenommen werden,
35:45nämlich nur eine Kleinigkeit, um sie wieder in Gang zu setzen.
35:49Und wenn sie erst wieder laufen,
35:51dann lassen sie sich natürlich auch ganz gut zu Geld machen.
35:56Und nun, meine Damen und Herren,
35:58zum Schluss unserer Sendung wieder ein Experiment.
36:01Es geht heute um eine neue kriminelle Variante
36:04einer alten Gepflogenheit unter Geschäftspartnern,
36:06und zwar darum, bei einem Kauf ein Pfand zu hinterlegen,
36:10wenn eine Ware nicht gleich bezahlt werden kann.
36:13Unseren Mitarbeitern, die die Masche getestet haben,
36:16diente diesmal ein Kraftfahrzeugbrief als Pfand.
36:19Tja, also für 300 Mark machen wir das Geschäft, ne?
36:21Ja.
36:23Hier ist der Brief.
36:24Jo, danke.
36:24Ganze 300 Mark investiert Bernd Schröder,
36:28um über ein Schrottfahrzeug an sein wichtigstes Requisit zu kommen,
36:31einen Kraftfahrzeugbrief.
36:33Eine Visitenkarte, lautend auf die Personalien im Kfz-Brief,
36:37ergänzt die Ausstattung für dieses Betrugsmanöver.
36:42Die Opfer, die sich unser Mann aussucht, wissen natürlich nicht,
36:46dass zu dem Fahrzeugpapier nur eine nahezu wertlose
36:49und völlig fahruntüchtige Rostlaube gehört.
36:51Wo ist das jeder?
36:52Der erste Einkaufsversuch auf Pfand,
36:58in einem Lederwarengeschäft.
37:01Ich hätte gerne ein Geschenk mich mal erkundigt,
37:03und zwar für einen Aktenkoffer oder einen Bordkäse,
37:05sowas in der Art.
37:05Ich habe im Fenster was gesehen.
37:07Der kostet so knapp an die 1.000, glaube ich.
37:14Ja, herrliche Einzahlung.
37:17Ja, ein Dreisverschluss, das ist prima.
37:19Das kurze Verkaufsgespräch nimmt zunächst noch
37:22einen durchaus gewohnten Verlauf.
37:33Nach der Entscheidung für die teure Tasche
37:37kommt für unseren Mann dann die kritische Phase.
37:39So, ich darf Ihnen einen Scheck geben, gell?
37:43Sie sagt, bloß habe ich mir einen Scheck, ich habe nicht dabei.
37:49Habe ich nicht dabei.
37:50Ich mache den jetzt.
37:52Achtung je.
37:55Das ist so, das ist für ein Geschäftsfonds.
37:56Wir haben jetzt ein Essen um 12.
37:58Da wollte ich Ihnen das überreichen.
38:00Das bräuchte ich jetzt im Prinzip schon.
38:01Ich könnte Folgendes machen.
38:04Ich habe meinen Kraftfahrzeugbrief dabei, zufällig,
38:06wenn ich das Auto noch ummelden musste.
38:08Wenn ich Ihnen den als Pfand da lasse, ging das.
38:10Vom Auto, das ist ein Mercedes.
38:12Ich würde nachmittags vorbei, ging zwei.
38:15Das ist natürlich blöd.
38:16Für einen Moment hängt alles am seidenen Faden.
38:19Doch dann stimmt die Chefin zu,
38:21der Kfz-Brief wird als Pfand akzeptiert.
38:23Es hat tatsächlich geklappt.
38:30Für ein praktisch wertloses Fahrzeugpapier
38:32wurde eine knapp 1000 Mark teure Reisetasche ergaunert.
38:37Der nächste Fall.
38:39Ich brauche nämlich ein Geschenk für einen Geschäftspartner.
38:41Das Feuerzeug, um das es hier geht, kostet weit über 1000 Mark.
38:45Was ist das für Material hier?
38:46Das ist vergoldet, das ist versilbert.
38:4814,50.
38:49Ja, dann nehme ich, glaube ich, das sowas mit.
38:51Auch hier tritt das Gespräch dann sehr schnell
38:53in die entscheidende Phase,
38:55als unser Mann, scheinbar verblüfft,
38:58wieder behauptet, dass er sein Scheckheft vergessen habe.
39:01Oh Gott, oh Gott, jetzt habe ich meinen Scheck nicht dabei, oder?
39:03Wie sieht das hier aus?
39:06Oh, nee, habe ich nicht dabei.
39:08Was macht man jetzt?
39:09Ich habe zufällig meinen Kraftfahrzeugbrief dabei.
39:11Dürfte ich Ihnen den ans Pfand lassen?
39:13Bis heute Mittag oder so.
39:14Wir haben nämlich eine Sitzung und
39:16das ist mir jetzt natürlich sehr peinlich.
39:19Ich kann Ihnen meine Karte auch schnell da lassen.
39:21Das ist nämlich um 11, das ist...
39:22Oh Gott, wo kommt denn das?
39:24Das ist ja merkwürdig.
39:25Ja, ginge das?
39:26Das wäre sehr lieb.
39:27Ja.
39:28Der Geschäftsmann lässt sich blöffen.
39:31Mit Kfz-Brief und Visitenkarte als Sicherheit
39:33gibt er sich zufrieden.
39:36Gut, ich lasse das alles hier, Herr Stern,
39:39und Sie kommen automatisch.
39:40Ja, nach dem Essen.
39:41Dankeschön, Wiederschauen.
39:42Der dritte Versuch läuft ähnlich.
39:47Das Geschenk, um das es diesmal geht,
39:49eine große Porzellanfigur
39:50im Wert von über 800 Mark.
39:53So, ich darf Ihnen einen Scheck geben, ne?
39:54Ja, okay.
39:56Das gibt's ja, aber nicht.
39:57Jetzt habe ich meinen Scheck-Heft nicht dabei.
40:00Das darf ja nicht wahr sein.
40:05Was machen wir denn jetzt?
40:06Das habe ich in der Tat meinen Scheck-Heft nicht dabei.
40:08Was war das, 840?
40:11Guck, da habe ich auch nicht wahr in der Tasche, natürlich.
40:14Ähm, können wir den da machen?
40:17Ähm, ich habe meinen Kraftfahrzeugbrief hier,
40:20weil ich das Auto mal ummelde.
40:21Dürfen Sie das als Pfand da lassen, vielleicht?
40:23Und gegen Mittag vorbeikommen?
40:24Das ist mir jetzt sehr peinlich,
40:25weil wir haben nachher um 11 nämlich das Meeting,
40:27da wollte ich es nur mal reichen.
40:29Wäre sehr lieb, wenn das mal gegen Ausnahmesweise.
40:30Also gegen zwei spätestens könnte ich da sein.
40:32Ja?
40:33Das wäre prima.
40:34Die Verkäuferinnen lassen unseren Mann ziehen.
40:36Sie haben ja den Kfz-Brief als Sicherheit, wie Sie glauben.
40:40Herzlichen Dank.
40:40Widerschauen.
40:42Dirk 14 Uhr, ne?
40:43Danke.
40:45Schließlich wagt sich Bernd Schröder sogar an einen richtig dicken Brocken.
40:49An eine Perserbrücke im Wert von 2800 Mark.
40:53Und der Preis, sagten Sie, zu 2800 Mark.
40:58Da beißt ihr mal keinen Faden ab, oder?
40:59Da machen wir nur Schicks-Konto.
41:01Ja?
41:02Sabine, der hat kein Checkheft dabei, aber ich habe meinen Kraftfahrzeugbrief,
41:05weil ich mein Auto noch ummelden wollte für München.
41:07Darf ich Ihnen den als Pfand da lassen, vielleicht?
41:09Wir haben um drei ein Meeting, das wird so bis fünf dauern.
41:12Ja.
41:12Dann haben Sie auf alle Fälle eine Sicherheit.
41:14Ich bedanke mich herzlich.
41:16Kurz nachfolgt bin ich wieder da.
41:17Ist in Ordnung.
41:17Dankeschön, Herr Svater.
41:18Widerschauen.
41:21In allen gezeigten Fällen hätten die Geschäftsleute das Nachsehen gehabt.
41:25Denn die Betrüger, die diesen Trick praktizieren, kommen natürlich nicht zurück.
41:29Und der zurückgelassenen Kfz-Brief gehört, wie gesagt, zu einem praktisch wertlosen Vehikel auf dem Schrottplatz.
41:37Dabei kann man sich, und das gilt ganz generell, beim Annehmen eines Pfandes relativ einfach gegen eine solche Masche schützen,
41:44indem man sich nämlich Pass oder Ausweis desjenigen zeigen lässt,
41:47der ein Pfand in Zahlung geben will.
41:51In unserem Fall hätte sich dann nämlich ergeben, dass der Name im Pass nicht mit dem im Kfz-Brief übereinstimmt.
41:58So viel für heute von Neppern, Schleppern und Bauernfängern.
42:03Bis zum nächsten Mal. Auf Wiedersehen.