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  • vor 2 Tagen
Wenn Deine Loks alle mal eine Vor-Zugs-Behandlung bekommen sollen, ist es Zeit für einen Lokwechsel. Warum würde das Vorbild einen machen, und wie bildet man das am einfachsten nach? Klingt banal, wenn man nur an das Ranfahren denkt. Aber dann bleibt die Frage, warum so viele Lokwechsel auf der Modellbahn mit dem Daumenkran gemacht werden. Also der Reihe nach.

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Transkript
00:00Wenn deine Loks allemal eine Vorzugsbehandlung bekommen sollen, ist es Zeit für einen Lokwechsel.
00:07Warum würde das Vorbild einen machen und wie bildet man das am einfachsten nach?
00:12Klingt banal, wenn man nur an das Ranfahren denkt.
00:16Aber dann bleibt die Frage, warum so viele Lokwechsel auf der Modellbahn mit dem Daumenkran gemacht werden, also der Reihe
00:24nach.
00:24Heutige Wendezuggarnituren brauchen nur selten mal einen Lokwechsel, speziell bei elektrisch betriebenen Zügen.
00:33Da bleibt dann die ganze Garnitur beisammen und funktioniert in der Praxis wie ein Triebzug.
00:38Das war früher ganz anders. Dampfloks konnten zwar unterwegs Wasser fassen, aber für Bekohlung und Entschlackung mussten sie nach eher
00:47kurzer Fahrt wieder in die Lokbehandlung im Betriebswerk oder irgendeine Außenstelle.
00:53Weshalb übrigens damals die Kopfbahnhöfe auch ihre Vorteile hatten.
00:57Während nämlich vorn die eine Lok abgekuppelt wurde, setzte man hinten schon die frisch aufgerüstete Lok für die Gegenrichtung dran.
01:06Übrigens gern mit dem einen oder anderen Kurswagen, während auf der anderen Seite auch mal Wagen stehen blieben.
01:13Dampfloks sind hoch spezialisiert. Sie haben nicht nur eine spezifische Leistung, sondern weisen dabei auch immer eine spezielle Kombination aus
01:23Geschwindigkeit und Zugkraft aus.
01:25Das heißt, dass es Sinn macht, sie auszutauschen, wenn sich unterwegs die Merkmale der Strecke ändern.
01:32Hier wird gerade eine BR-23 gegen eine BR-42 getauscht. Also gehobene Geschwindigkeit gegen gehobene Zugkraft.
01:42Sieht so aus, als ob der Eilzug den bergigeren Teil der Strecke jetzt vor sich hat.
01:48Und manchmal reicht da eine einzelne Lok nicht aus.
01:52Doppeltraktion heißt, dass beide Loks von einem Führerstand aus bedient werden.
01:57Bei Dampfloks ist das ein wenig schwierig. Da hat jede Lok eigenes Personal, man spricht dann von Vorspann.
02:05Ist die Steigung nur kurz, macht es auch Sinn nachzuschieben.
02:09Da braucht man zum Ankuppeln keinen Richtungswechsel und wenn man auf das Ankuppeln ganz verzichtet, kann man oben am Berg
02:16einfach zurückbleiben und den Zug samt dem gewonnenen Schwung weiterfahren lassen.
02:20Klingt super. Ist mir auf der Modellbahn auch schon gelungen.
02:24Hat aber ein hohes Risiko, dass die beiden Loks nicht wirklich synchron laufen.
02:29Dann wird der Zug in der Kurve nach außen gedrückt oder nach innen gezogen, was weder dem Zug noch der
02:35Landschaft bekommt.
02:36Ich würde das nur unter gut kontrollierten Umständen riskieren und nicht im Schattenbahnhof.
02:42Da sind wir dann allmählich bei der Frage, wie kommt die Lok vor den Zug und wie kommt sie da
02:48wieder weg?
02:48Ja, einfach am Bahnsteig davor hängen. Das macht die Illusion vom Bahnbetrieb immer so kaputt.
02:54Und wenn du Oberleitung drüber hast, geht leicht auch noch mehr kaputt.
02:58Ich bin deshalb dafür, die Lok richtig vor den Zug zu fahren.
03:03Leider dauert das vom Lokschuppen aus.
03:05Ja, manchmal würde ich mir echt wünschen, die Drehscheibe hätte einen Schleudergang mit hoher Drehzahl.
03:11Und dann müssen die beiden Loks ja auch noch aneinander vorbei.
03:15Hier habe ich das mit einem Gleisstummel geregelt, der für mich außerhalb des Modellteils war.
03:21Nicht vergessen bei E-Loks, die müssen dann auch noch unter den Fahrdraht geleitet werden.
03:27Aber wenn du wie so viele gern ein Betriebswerk nachbildest, versteck deine Loks nicht.
03:33Habe ich extra ein Video dazu hier in der Infokarte.
03:37Weil die Loks ja aneinander vorbei müssen und man nur zwei Hände hat und weil auf der Anlage ja auch
03:43sonst noch Betrieb ist,
03:45lohnt es sich, wenn man im Bahnhofsvorfeld ein Stück Gleis einplant, das als Lokwartegleis dienen kann.
03:52Gern auch zugleich Kurswagengleis oder Bahnsteiggleis für Triebwagen.
03:57Wichtig ist, dass man da schon mal vorplanen kann.
04:01Aber wieso eigentlich immer Bahnhof?
04:03Ein paar Jahre lang wechselten die Güterzüge zwischen Ruhrgebiet und Emden in Münster am nördlichen Stadtrand die Lok,
04:09wo die Oberleitung endete.
04:11Da wartete dann schon eine Dampflok.
04:13Wenn ich mich recht erinnere, waren dafür extra zwei Gleisstummel, etwa wo heute der Bahnhof Münster-Nord ist.
04:20Die Dampfloks mussten dann zum Drehen in den Hauptbahnhof fahren und wieder zurück,
04:26was nicht nur die Strecke zusätzlich belastete, sondern auch den Bahnübergang,
04:30den es längst nicht mehr gibt, aber weshalb ich dann zu spät zur Schule kam.
04:35Zumindest waren so die langen Güterzüge aus dem Personenbahnhof rausgehalten.
04:39Kann man auch drüber nachdenken.
04:42Und wie lange rangiert bei dir eigentlich immer schon dieselbe Lok?
04:46Von denen hast du bestimmt mehr, als du brauchst.
04:48Vielleicht auch mal Zeit für einen Wechsel.
04:50Und gern darfst du auch noch zu weiteren Gleisplanungs- und Betriebsvideos auf diesem Kanal wechseln.
04:57Viel Spaß!
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