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Ein Fährbahnhof beziehungsweise die Fähre als Schattenbahnhof? Ich finde, das ist eine sehr platzsparende Idee. Denn der Witz bei einer Fähre ist, dass sie Fahrzeuge ins Spiel bringt und aus dem Spiel nimmt. Und anders als beim Aufgleisen auf der Anlage ist das dann Teil des Spiels. Aber – passen Fähren wirklich auf eine normale Anlage? Und wie macht man dazu Betrieb?

Schiffe sind meist ziemlich groß und neigen dazu, ein Modellbahnmotiv stark zu dominieren. Das wollen wir hier aber nicht. Der Fährbetrieb soll die Anlage ja nur ergänzen. Wir fragen also, wie klein eine Eisenbahnfähre wohl sinnvoll sein kann. Und wie man den Betrieb in das Motiv der Anlage einpasst.

Fotos von diversen Autoren über Pixabay und Wikimedia (Jangtse-Brücke, Bodensee-Alpen, Fähre Skane, mehrgleisige Fähre). Kleinfähre und Fähre Fehmarn als Modelle auf den Märklin-Tagen 2025. Eigene Motive und Aufnahmen unter Verwendung von Ankersteinen.

Hier ist der Link über den Film "Zugvögel":
https://de.wikipedia.org/wiki/Zugv%C3%B6gel_%E2%80%A6_Einmal_nach_Inari

PS: Meine Videos sind aufwändig. Daher freue ich mich über eine Kaffeespende auf https://buymeacoffee.com/martinsiemv. Dort gibt es auch den hier verwendeten Hintergrund von Brunel DeBost Faris als Download. Besten Dank an Wolfram, Torsten und Jan!

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Transkript
00:00Ein Fährbahnhof bzw. die Fähre als Schattenbahnhof?
00:05Ich finde, das ist eine sehr platzsparende Idee.
00:09Denn der Witz bei einer Fähre ist, dass sie Fahrzeuge ins Spiel bringt und aus dem Spiel nimmt.
00:15Und anders als beim Aufgleisen auf der Anlage ist das dann Teil des Spiels.
00:21Aber passen Fähren wirklich auf eine normale Anlage?
00:25Und wie macht man dazu Betrieb?
00:27Schiffe sind meist ziemlich groß und neigen dazu, ein Modellbahnmotiv stark zu dominieren.
00:34Das wollen wir hier aber nicht.
00:36Wir fragen also, wie klein eine Eisenbahnfähre wohl sinnvoll sein kann.
00:40Das hängt natürlich von der Menge des gewollten Betriebs ab.
00:44Aber zu unserem Vorteil noch mehr von der Länge der Fährstrecke.
00:48Je länger die Strecke, desto größer das Schiff.
00:50Weil dann das Stunden- oder gar tagelange Warten auf den Verkehr keine so große Rolle spielt.
00:57Während es auf Kurzstrecke auf den schnellen Wechsel und hohe Frequenz ankommt.
01:02Wie bei Eisenbahnen und Flugzeugen ja auch.
01:05Also eher kleine Fähren.
01:06Wie hier beim inzwischen eingestellten Trajekt über den Bosporus.
01:11Dabei geht es nicht mal immer übers Meer.
01:13Auch Binnenseen haben in der Vergangenheit Eisenbahnfähren gehabt.
01:18Fünf Staats- und Länderbahnen grenzten an den Bodensee.
01:21Und jeder hatte zwei Gegenüber, die sich übers Meer ohne Transit durch das Gebiet einer Nachbarbahn direkt erreichen ließen.
01:29Die Eisenbahnfähre Friedrichshafen-Romanshorn fuhr noch bis in die 70er Jahre.
01:35Meistens wurden auf solchen Trajekten Güterwagen umgesetzt.
01:39Öfter auch Fernverkehrszüge bis heute nach Sizilien.
01:43Selten Nahverkehrszüge.
01:45Typischerweise blieb der Speisewagen zurück und die Lok auch.
01:49Praktisch war die Verwendung von in der Länge passenden Triebwagen.
01:53Die dänische Variante des VTL 5 war deshalb teilbar.
01:58Massengut wurde meist nicht übergesetzt, sondern möglichst Langstrecke verschifft.
02:03Aber grundsätzlich konnten alle Fahrzeuge zum Einsatz und zur Wartung mal über die Fähre müssen.
02:09Ich habe bei diesem Thema meistens die Irresund-Fähren im Kopf, denn wenn im Staate Dänemark etwas faul war, die fleißigen Fähren bestimmt nicht.
02:19Die konnten nach meiner Erinnerung drei Wagen aufnehmen, längere Züge wurden aufgeteilt und oft blieben auch etliche Wagen des Binnenverkehrs zurück.
02:29Für Modellbahner würde ich sagen, zwei maximale Wagenlängen reichen.
02:34Hier kommt der Kern des Tagzugs und hier des Nachtzugs.
02:37Hier wird an den Binnenverkehr angedockt.
02:40Der Fähranleger braucht nur zwei Gleise für raus und rein und eine Verbindung zu möglichst zwei Bahnsteiggleisen sowie mindestens einem Gütergleis.
02:49Und die Möglichkeit, Loks und ergänzende Wagen bereitzustellen, zum Beispiel auch Speisewagen.
02:55Was sonst noch in deinem Bahnhof geschieht und wie groß er ist, ist davon ziemlich unabhängig.
02:59Hier habe ich es klein gehalten.
03:01Vom Bahnhofsgebäude geht der Überweg auf die Fähre.
03:04Ob du Zoll und Autoverkehr nachbilden willst, ist deine Sache.
03:07Und auch wenn Eisenbahnfähren meist mehrere Gleise haben, überfordere dich nicht.
03:1310 bis 14 D-Zugwagen auf einen Schlag verkraftet kaum eine Anlage und die Fähre soll ja den Betrieb nur ergänzen.
03:21Der Trick besteht jetzt darin, dass du die Wagen durch die Fähre hindurch schieben kannst.
03:26So hast du ein möglichst unauffälliges Gleis als Teil des Spiels.
03:30Vielleicht machst du es abnehmbar, dann kann die Fähre zwecks der Optik ihr Maul auch mal schließen und die Wagen rollen nicht unnötig ins Meer.
03:38Und wenn du beschließt, die Fähre ist zwar real nur zwei Wagen lang, du willst aber drei Wagen rausziehen, weil der D-Zug eben drei Fährwagen hat, dann ist das optisch auch recht einfach möglich.
03:51Wenn kein Schnellzug fährt, dann sind die Güterwagen dran und sonst eben Autos.
03:56Und falls du dich jetzt fragst, wie das Schiff optisch zu deinem Gebirge passt, sogar der alte Fährhafen in Sassnitz war direkt unterhalb einer Höhenstufe und hinter dem Bodensee dreuen die Alpen.
04:07Du merkst, ich rede hier nicht über eine Nebenstrecke wie die innerrügende Wittehoer Fähre, die bis in die 60er Jahre Schmalspurwagen übergesetzt hat,
04:17sondern auch über eine einigermaßen bedeutende Hauptstrecke, wenn sie zu deinem Thema passt.
04:22Bis in die 90er Jahre wurden Schnellzüge in China über den Yangtzee gesetzt und sehr große Fähren pendeln mit Güterwagen zwischen Seattle und Alaska.
04:33Und wenn du dir ein Bild vom Fährverkehr machen willst, die Verladung eines Schlafwagens auf der Vogelfluglinie wird im Film Zugvögel eindrucksvoll dargestellt.
04:43Ja, da fährt Joachim Kroll zu den Kursbuchleseweltmeisterschaften nach Inawi und am Ende kommt es auch zu einer Fährenhandlung.
04:51Und egal was die Fähre bringt, ganz muss sie ja deinen Schattenbahnhof nicht ersetzen, nur lebendig ergänzen.
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