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  • vor 2 Tagen
Meistens steht ein Bahnhof im Mittelpunkt einer Modellbahn – zumindest in Europa. Aber zu allem, was typisch ist, gibt es auch eine Gegenbewegung. Deshalb fragen wir uns heute: Geht es eigentlich auch ohne? Und was bedeutet das für den Gleisplan?

Warum sollte man überhaupt ohne Bahnhof auskommen können? Dafür gibt es zwei Gründe, die eng zusammenhängen. Der erste ist: Ich brauche ihn nicht. Ich will einfach nur fahren. Der zweite Grund ist: Die langen Bahnsteige sind echte Platzfresser.

Weshalb wir im ersten Schritt nicht gleich den ganzen Bahnhof abschaffen, sondern die Dominanz der Bahnsteige. Generell muss der Bahnhof ja auch nicht jeden Schnellzug aufnehmen können – der hängt vielleicht hinten über, was durchaus regulär vorgekommen ist. Oder er fährt einfach durch. Oder wir reduzieren das auf einen Haltepunkt.

Okay, wenn das noch zu viel ist, lassen wir halt den Personenbahnhof ganz weg. Und die Gütergleise ja wohl sowieso, wenn man nicht rangieren will. Außer sie machen sich gut als Fahrzeugparade. Oder als Hintergrund. Stattdessen kann man ja immer noch irgendwo einen Gleisanschluss bauen, der so von der Strecke abzweigt, dass er optisch nicht an der Länge nagt.
Aber für den Fahrbetrieb ist sicher hilfreich, wenn es irgendwo einen Betriebsbahnhof für Überholungen und Zugkreuzungen gibt. Weil die ja immer mal wieder möglich sein müssen, ob da nun ein Dorf in der Nähe ist oder nicht. Kommt auch auf ansonsten freier Strecke vor.

Und was ist mit der Strecke selbst? Wenn Du den Bahnhof opferst, willst Du dafür wahrscheinlich ordentlich Länge. Das geht mit dem Spaghetti. Aber auf Kosten des Realismus. Weshalb ich für eine einfache Streckenführung plädiere, und eher für eingeschobene Kulissen, damit man den Zug nur einmal sieht. Mehr darüber im Video!

Eigene Motive und Aufnahmen unter Verwendung von Ankersteinen. Aber auch viele Aufnahmen fremder Arbeit, darunter die Anlagen von Georg in Kornwestheim, Jacques "Dr. Eisenbahn" (BR 44 mit Schwerölzug), Märklin World Titisee, Modell-Eisenbahn-Gruppe Ostfildern e. V. (Rhätische Bahn), Anlage Dieter und Joachim (RhB, Einfahrt nach Scuol), Modulgruppe Mist7 (Karwendelbahn), Märklintage Göppingen (Rußwolke mit zwei Dampfloks drunter), Emojis und Signale via Pixabay, und Hape Kerkeling ist mal weg.

PS: Meine Videos sind aufwändig. Daher freue ich mich über eine Kaffeespende auf https://buymeacoffee.com/martinsiemv.

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Transkript
00:00Geht's eigentlich auch ohne Bahnhof?
00:03Meistens steht ein Bahnhof im Mittelpunkt einer Modellbahn, zumindest in Europa.
00:09Aber zu allem, was typisch ist, gibt es auch eine Gegenbewegung.
00:13Deshalb fragen wir uns heute, geht es eigentlich auch ohne und was bedeutet das für den Gleisplan?
00:20Warum sollte man überhaupt ohne Bahnhof auskommen können?
00:24Dafür gibt es zwei Gründe, die eng zusammenhängen.
00:27Der erste ist, ich brauche ihn nicht, ich will einfach nur fahren,
00:32vielleicht mal unterwegs an einem roten Signal halten, aber mehr auch nicht und den rollenden Zügen zu sehen.
00:38Der zweite Grund ist, schon allein die Bahnsteige.
00:43Wenn da ein Fernzug halten können soll, dann sind sie als Gestaltungselement in H0 schnell mal zwei Meter lang
00:50und da kommt dann an beiden Enden noch der Bahnhofskopf mit seinen Weichen dazu.
00:54Wenn man kein Bahnhofsfan ist, sieht das aus wie Norwegen.
00:59Ganz, ganz lang und schrecklich weilig.
01:02Ist nicht von mir, denn außer HP0 und HP1 gibt es ja noch HP Kerkeling.
01:08Weshalb wir im ersten Schritt nicht gleich den ganzen Bahnhof abschaffen,
01:12sondern die Dominanz der Bahnsteige.
01:15Hier gucken sie nur symbolisch unter der Brücke hervor.
01:17Hat noch den schönen Vorteil, dass man im verdeckten Teil gar nicht alle Gleise in voller Länge ausführen muss.
01:25Hallenbahnhöfe wie Hamburg und Köln sind da gute Vorbilder.
01:28Aber dann Vorsicht beim Durchfahren und beim Belegen mit kurzen und langen Zügen.
01:35Generell muss der Bahnhof ja auch nicht jeden Schnellzug aufnehmen können.
01:39Der hängt vielleicht hinten über, was durchaus regulär vorgekommen ist.
01:44Oder er fährt einfach durch.
01:46Oder wir reduzieren das auf einen Haltepunkt.
01:49Die sind oft sehr einfach gestrickt.
01:51So wie hier in Estland, wo an kleinen Orten oft nur eine kleine Plattform da ist,
01:57die man durch die Tür C erreicht.
01:59Okay, wenn das noch zu viel ist, lassen wir halt den Personenbahnhof ganz weg.
02:04Und die Gütergleise ja sowieso, wenn man nicht rangieren will.
02:08Außer sie machen sich gut als Fahrzeugparade.
02:10Oder als Hintergrund.
02:12Stattdessen kann man ja immer noch irgendwo einen Gleisanschluss bauen,
02:16der so von der Strecke abzweigt, dass er optisch nicht an der Länge nagt.
02:20Aber für den Fahrbetrieb ist sicher hilfreich,
02:22wenn es irgendwo einen Betriebsbahnhof für Überholungen und Zugkreuzungen gibt.
02:28Weil die ja immer mal wieder möglich sein müssen,
02:30ob da nun ein Dorf in der Nähe ist oder nicht.
02:33Kommt auch auf ansonsten freier Strecke vor.
02:36So wie hier die Betriebsausweiche Martinswand auf dem Modell der Karwendelbahn.
02:42Das sieht schon fast wie ein Bahnhof aus,
02:44lässt sich aber auch wie ein zweigleisiges Teilstück
02:47einer ansonsten eingleisigen Strecke in die Anlage integrieren.
02:51Passt auch gut zu einer abzweigenden Strecke.
02:54So erinnere ich die Hamburger Güterumgehung mit dem Abzweig nach Lübeck,
02:58bevor das alles zweigleisig wurde.
03:01Im Einschnitt gelegen hatte das Modellbahn betriebliche Bahnhofsfunktion
03:05und sah echt aus wie Strecke.
03:07Und was ist mit der Strecke selbst?
03:09Wenn du den Bahnhof opferst,
03:11wirst du dafür wahrscheinlich ordentlich Länge haben wollen.
03:14Das geht mit dem Spaghetti.
03:16Aber auf Kosten des Realismus.
03:19Außer du willst vielleicht zum Beispiel den Gotthard nachbilden mit seinen Kehrtunneln.
03:24Aber selbst da wirkt ein ordentliches Stück Strecke ästhetisch.
03:27Weshalb ich für eine einfache Streckenführung plädiere
03:30und eher für eingeschobene Kulissen, damit man den Zug nur einmal sieht.
03:36Der Trick ist dann, was ich hier bei einer ganz kleinen Anlage mal gemacht habe,
03:41die Szene um die Kulisse herumzuführen, statt durch sie hindurch.
03:44Damit wird die Strecke nochmal länger am Stück.
03:47Mit Baum und Gebäude geht das sogar beidseitig.
03:50Das musste ich natürlich nicht davon abhalten,
03:52die Strecke auch mal hinter den Häusern lang zu führen,
03:55wo niemand einen größeren Bahnhof erwartet.
03:58Und selbstverständlich kann man Haupt- und Nebenstrecke parallel führen,
04:02auch ohne, dass sie sich in einem sichtbaren Bahnhof berühren müssen.
04:06Ein bisschen schade fände ich es allerdings,
04:08wenn die Strecken ganz unabhängig geführt würden,
04:11wie das, der eigentlich auf Schauanlagen geschieht.
04:14Du musst die Verbindung ja nicht nutzen,
04:16aber das System Eisenbahn wird einfach deutlicher,
04:19wenn sie irgendwo sichtbar ist.
04:21Letztens, auch wenn du keinen sichtbaren Bahnhof hast,
04:25ob es noch einen Schattenbahnhof gibt oder nicht,
04:28denk dran, dass die Züge irgendwo auf die Anlage gestellt
04:31und gelegentlich auch wieder runtergenommen werden müssen.
04:34Das Aufgleisgleis ist besonders wichtig,
04:37wenn die Hauptstrecke elektrifiziert ist,
04:39wodurch das Aufgleisen immer deutlich fummeliger wird.
04:42Es reicht dann schon,
04:44irgends eine Nebenstrecke kommen zu lassen,
04:46die ein einigermaßen langes, gerades Teilstück hat
04:49und die sowohl für dich,
04:51als auch für die fahrenden Züge leicht zu erreichen ist.
04:54Über ein Abo und ein Like würde ich mich freuen
04:56und jetzt viel Spaß beim Fahrer.
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