00:00Wir kennen den Schienenbus als Vorbild und als Modell.
00:04Aber wie bereichert er das Spiel?
00:07Die Bundesbahn hatte nach dem Krieg bereits hunderte von Nahverkehrstriebwagen der unterschiedlichsten Bauarten übernommen.
00:15Die waren an sich auch schon recht ausgereift, wenn auch durch die Kriegsjahre verschlissen.
00:21So wie dieses Tricks-Modell, dessen Hülle ich als Jugendlicher geschenkt bekam und auf ein abgesägtes Märklin-Schienenbus-Untergestell gesetzt habe.
00:32Wobei ich rasch gelernt habe, dass man gut daran tut, einen metallenen Wagenkasten zu isolieren, bevor man ihn auf einen Motorblock setzt.
00:41Aber die DB brauchte jetzt statt einem robusten und aufwendigen Fahrzeug ein billiges Gerät für große Stückzahlen,
00:49das man immer noch durch was Besseres ersetzen konnte, wenn die Not vorbei war.
00:54Deswegen war der VT95 komplett untermotorisiert und im Modell nicht der Typ für deine Steilstrecken,
01:03sondern Ersatz für unterausgelastete Dampfzüge.
01:07Der Anhänger war kein Steuerwagen, es gab noch genug Umfahrgleise und Zeit zum Umsetzen.
01:13Dafür war der Hänger kurz genug, um mit auf die Drehscheibe zu passen,
01:18was Abstellen im und am Lockschuppen ermöglichte.
01:22Immerhin konnte man auch zwei Motorwagen kuppeln, mit ein oder zwei Beiwagen dazwischen,
01:28dann war die Kapazität größer und es ging in beide Richtungen.
01:32Schüler und Arbeiter hatten Monatskarten, da musste der Schaffner nicht dauernd kontrollieren,
01:38wodurch man die Übergänge einsparte.
01:41Der Motorwagen hatte kein Gepäckabteil, das war im Beiwagen.
01:45Man hat als Ersatz etliche Einachsanhänger gebaut.
01:50Die waren offenbar auch zum Schieben gedacht, wie aktuell noch in Stuttgart.
01:55Solche Einsätze habe ich aber nicht dokumentiert gefunden.
02:00Jedenfalls waren diese Hänger unpraktisch und sind bald wieder verschwunden.
02:04Über 500 Motorwagen und fast ebenso viele Beiwagen zeigen,
02:09welcher Aufwand bis dahin mit Dampfzügen für wenige Passagiere betrieben worden war.
02:15Als das ausgereizt war, ging der VT 98 mit zwei Motoren bei und Steuerwagen
02:22an die Verdieselung steilerer oder stärker frequentierter Strecken.
02:27Das waren auch nochmal über 300 Einheiten, die meistens, aber bei weitem nicht immer zu dritt unterwegs waren.
02:35Man hat damals die Kapazität der Nachfrage angepasst, weil der Fahrzeugeinsatz teuer war
02:42und das Rangierpersonal eh vorhanden.
02:45Mit Standardkupplung und Puffern war noch mehr möglich.
02:49Beiwagen mit erster Klasse, die man sich sonst gespart hatte.
02:53Kurswagen, Gepäckwagen, mal ein Güterwagen.
02:59Sogar das hier ist dokumentiert.
03:02Oder Dienstfahrten.
03:03Ich erinnere mich an Harburg-Maschen zum Schichtwechsel.
03:07Die feste Verbindung und die niedrigere Höhe der Kupplung bei Märklin
03:11machen solche abwechslungsreichen Fahrten zwar möglich,
03:15es gibt ein passendes Verbindungsteil als Ersatzteil.
03:19Aber realistisches Rangieren nervt damit leider etwas und stromführend ist es auch nicht.
03:25Die Züge waren bis sechsteilig, bis 90 kmh und somit in den damaligen Grenzen Hauptstreckentauglich.
03:33Und ich hab mal dem Fahrer über die Schulter geguckt und fand die Nadel auf 107.
03:38Oha!
03:39Aber das Märklin-Modell hat ja auch jeden ICE abgehängt.
03:44Auf Hauptstrecken macht sich der Schienenbus gut als Fahrzeug für Nebenverkehrszeiten,
03:49auf Nebenstrecken als Standardfahrzeug.
03:52Da fuhr dann oft außerdem noch der längere Schülerzug Lok betrieben,
03:56der nahm auch gleich den Gepäckwagen und vielleicht den Postwagen mit.
04:01Und hatte nicht die neuesten Fahrzeuge, weil er ja doch meistens bloß herumstand.
04:06Aber so gibt's Abwechslung auf deiner Strecke.
04:08Die Privatbahnen haben sich selten für den Uerdinger entschieden,
04:12sondern öfter für den robusten MAN-Schienenbus
04:15oder gleich für hochmotorisierte Schlepptriebwagen als Universalfahrzeuge.
04:21Der hier hat ein paar Passagiere mitgenommen und wurde über den Berg sogar nachgeschoben.
04:26Mit dem Schienenbus undenkbar.
04:28Die letzten 98er haben es noch röhrend und brummelnd bis in dieses Jahrhundert geschafft.
04:34Die Türen öffnete man, indem man mit dem Daumen eine Klinke herunterdrückte.
04:39Heute vergessen, was zu Problemen geführt hat.
04:43Alle Varianten, auch im Ausland und die Einsatzkonzepte füllen ein Buch.
04:48Aber das hier reicht bestimmt erstmal zum Nachspielen.
04:51Und dann gab's ja noch die Ferkeltaxe der Reichsbahn.
04:54Viel Spaß und über ein Like und ein Abo würde ich mich freuen.
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