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  • vor 19 Stunden
Wieviel spart man eigentlich in der Praxis, wenn man beim Autofahren die eigene Höchstgeschwindigkeit radikal kappt? Wenn man bedenkt, dass ja wohl die meisten Fahrten innerstädtisch und regional gemacht werden, ist die Frage ja sehr berechtigt. Aus aktiellem Anlass grabe ich hier mal ein Video aus, das ich vor langer Zeit gemacht habe, als dieser Kanal noch nicht auf Modellbahnen spezialisiert war.

Da zeigte sich, dass der zusätzliche Zeitaufwand durch den gesparten Sprit durchaus einen nennenswerten Stundenlohn bringt - so lange man alleine unterwegs ist. Und das gilt auch, wenn man so fährt, dass man die anderen nicht behindert, also zum Beispiel trotzdem noch zügig überholt und darauf achtet, keine Schlange hinter sich her zu ziehen. Geteilt durch vier Insassen kommt natürlich finanziell nicht viel Lohnendes dabei heraus. Aber immerhin, und seht selbst.

Kategorie

🚗
Motor
Transkript
00:00Du willst Sprit sparen, aber dabei nicht die Autobahn blockieren? Wenn ich den anderen ihre Freiheit möglichst lassen will, wie
00:07kann ich dann fahren und was bringt das noch? Ich habe das mal ausprobiert. Mit einem Peugeot 307 Benziner mit
00:15110 PS. Damit pendle ich normalerweise so zwischen 130 und 160, manchmal auch mehr.
00:24Mit meiner Art auf freier Strecke vielleicht 150 zu fahren, überhole ich viel mehr PKW, als dass ich überholt werde.
00:32Die meisten fahren nämlich wohl so zwischen 120 und 140. Ich bin da gar nicht so untypisch für flottes Fahren,
00:39auch wenn manche Leute noch deutlich schneller unterwegs sind.
00:42Und ich fahre ein paar Mal im Jahr von Stuttgart nach Münster und wieder zurück. Für Deutschland wohl eine ziemlich
00:48typische Langstrecke. Mit Bergen und Flachland und Baustellen und staugefährdeten Ecken.
00:53Insgesamt fast genau 1000 Kilometer. Gibt einen viel realistischeren Vergleich, als wenn ich einfach nur sage, bei 100 verbrauche ich
01:01so viel und bei 150 so viel.
01:04Denn oft geht nur 120 oder 100 in Baustellen auch 80 oder 60. Auch wenn wir das oft ein bisschen
01:12großzügig auslegen, ist es doch was anderes als das freie Pendeln zwischen 130 und 160.
01:18Und oft zwingt der Verkehr uns das Tempo auf, weil vorn auch die Leute von der rechten Spur am LKW
01:24vorbei müssen und dadurch wird es dann mal kilometerlang zäh und langsam.
01:28Außerdem habe ich an beiden Enden einige Kilometer Landstraße und Stadtfahrt. Dazu kommen die Pausen.
01:35Deswegen ist meine Durchschnittsgeschwindigkeit viel geringer.
01:40Mit 100 an einem LKW vorbei, der 80 darf und 90 fährt, das gibt auf zweispurigen Autobahnen einen ordentlichen Rückstau.
01:48Ein gedeihliches Zusammenleben stelle ich mir anders vor.
01:51Also habe ich da etwas mehr Gas gegeben und auch da, wo schnell und dicht gefahren wird.
01:58Was bleibt denn da noch?
02:00Erstaunlich viel. Bei 140 muss ich zwar dauernd überholen, kann mich aber sowohl der rechten als auch der linken Spur
02:07rasch anpassen.
02:08Bei 100 muss ich ganz anders beschleunigen und bleibe auch mal hinter einem LKW hängen.
02:14Das Problem hatte ich sonst nie.
02:16Am besten klappt es hinter einem Reisebus.
02:19Der fährt auch 100 und wenn der überholt, dann kommt man auch gut auf die linke Spur.
02:25Und ich bin die 500 Kilometer pro Richtung normal in viereinhalb bis sechs Stunden gefahren, je nach Verkehrsaufkommen.
02:34Mit Pausen und mit Stadtverkehr an beiden Enden.
02:37Jetzt waren es ohne größere Staus fast sieben Stunden, also wohl eine gute Stunde mehr.
02:43Bin allerdings wegen der Brückensperrung bei Lüdenscheid über Leverkusen gefahren, ein kleiner Umweg.
02:50Im Ergebnis knapp sechseinhalb statt gut acht Liter.
02:54Also insgesamt fast zwei Eimer Sprit gespart.
02:57Ein knappes Viertel des vorher typischen Verbrauchs.
03:00Genauer kann man es nicht sagen, weil es ja jede Fahrt anders ist.
03:04Spart zur Zeit immerhin fast 40 Euro auf 1000 Kilometer.
03:09Pro zusätzlich aufgewendeter Stunde also fast 20 Euro gespart.
03:14Nicht schlecht.
03:16Kleines Problem.
03:17Ich habe oft vergessen, welche Höchstgeschwindigkeit gerade gilt.
03:20Bei schnellerem Fahren denke ich das natürlich immer mit, weshalb langsam fahren nicht unbedingt zu geringerem Blitzrisiko führt.
03:29Mittlerweile habe ich die Fahrt sogar bei idealen Bedingungen wiederholt.
03:33Ganz ohne Stau und mit viel Platz für alle zum Überholen.
03:36Also durchweg tachomäßig 100 bis 110, außer in Baustellen.
03:41Bergauf und bergab hat für 500 Kilometer keine sechs Stunden gedauert, einschließlich zwei Pausen.
03:47Und war sehr entspannend.
03:48Am Ende sogar nur 5 Dreiviertel Liter auf 100 Kilometer.
03:53Aber das ist wohl ein Ausnahmewert.
03:55Meistens erlaubt der Verkehr das nicht.
03:58Auf 1000 Kilometer habe ich im Normalfall etwa 40 Kilo CO2 vermieden.
04:04Das ist der darin gebundene Sauerstoff, der da so viel mehr wiegt als das verbrannte Benzin.
04:10Und typischerweise immer noch 65 Liter Super durch den Auspuff gejagt,
04:14sowie gut 150 Kilo CO2 erzeugt.
04:18Das ist auf 1000 Kilometer immer noch etwa das Volumen eines typischen Wohnzimmers voll CO2.
04:25Und andererseits fast das Volumen eines kleinen Gästezimmers gespart,
04:29sowie, wie gesagt, fast 40 Euro.
04:32Aber ist das nun viel oder wenig?
04:35Mit dieser offenen Frage verabschiede ich mich.
04:38Bis zum nächsten Mal.
04:48Ich bin noch ein Verband.
04:49Bis zum nächsten Mal.
04:50Tschüss.
04:52Untertitelung des ZDF, 2020
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