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Transkript
00:00:00XY Ungelöst. Live aus München mit Rudi Zerke.
00:00:10Guten Abend und herzlich willkommen bei Aktenzeichen XY Ungelöst.
00:00:14Mit einem solchen Kernbohrer, einem Werkzeug aus dem Hoch- und Tiefbau,
00:00:18haben unbekannte Täter in Gelsenkirchen ein Loch in den Tresorraum einer Bank gebohrt.
00:00:24Ein Einbruch von historischem Ausmaß.
00:00:26Sie wissen, um was es geht. Am 27. Dezember drangen unbekannte Täter über ein Parkhaus
00:00:34durch eine Wand in den Tresorraum der Sparkasse Gelsenkirchen-Bur ein.
00:00:38Dort knackten sie über 3000 Schließfächer. Vermutete Beute bis zu 100 Millionen Euro.
00:00:46Überwachungskameras zeigen drei maskierte Männer.
00:00:48Der erste trägt ein graues Sweatshirt der Marke Essex mit der Aufschrift Fujitrail.
00:00:54und gelbe Arbeitshandschuhe.
00:00:58Der zweite Tatverdächtige trägt eine dunkle Steppjacke und auffällige rote Handschuhe.
00:01:03Der dritte Tatverdächtige hat einen schwarzen Anorak an und eine schwarze Kappe mit weißem Logo.
00:01:14Und hier sind die Fahrzeuge, mit denen sie unterwegs waren.
00:01:16Dieser schwarze Audi RS6 mit dem gestohlenen Kennzeichen H für Hannover, Trennung W2242.
00:01:26Und dieser weiße Mercedes-Kleintransporter mit Kennzeichen BE für Beckum, Trennung W2302.
00:01:35Auch diese Kennzeichen wurden gestohlen.
00:01:37Wenn Sie Hinweise geben können, dann rufen Sie bitte an.
00:01:41Hier im Studio geht das unter der 089 95 0195 oder bei der Kripo Gelsenkirchen unter dieser Telefonnummer.
00:01:49Das ist dann die 0800 110 3650.
00:01:55Alle Hinweise werden mit äußerster Vertraulichkeit behandelt.
00:01:58Und das sind die weiteren Fälle unserer Sendung heute.
00:02:06Ein Ehestreit.
00:02:08Gebt mir jetzt den Schlüssel, sonst gehe ich ohne.
00:02:11Und eine Entscheidung mit fatalen Folgen.
00:02:16Ein Überfall.
00:02:20Mit überraschendem Ausgang.
00:02:22Wie viel Leid musste dieses Mädchen ertragen?
00:02:30Diese Frage stellt sich unweigerlich, wenn man sich mit dem Schicksal von Sonja Hurler beschäftigt.
00:02:36Die 13-Jährige aus Kempten im Allgäu wuchs in schwierigen Verhältnissen auf und war oft auf sich allein gestellt.
00:02:42So auch in jener schicksalshaften Nacht, als sie Opfer eines schrecklichen Verbrechens wurde.
00:02:471981, Kempten im Allgäu.
00:02:55Sonja Hurler ist 13 Jahre alt.
00:03:02Langsam immer.
00:03:04Du kleckerst gleich um.
00:03:06Schon passiert.
00:03:07Nachdem sich ihre Eltern schon vor ihrer Geburt getrennt hatten, verbrachte sie einen Großteil ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter, die nun im Sterben liegt.
00:03:22Wie läuft es in der Schule?
00:03:24Ja, geht schon.
00:03:27Und Jungs? Ist das schon einer?
00:03:29Nee, die sind doch alle blöd und Nerven.
00:03:31Ist dann das zu fassen. Von Hinz zur Kunst bin ich gerannt, aber in diesem ganzen Krankenhaus gibt es keine einzige Vase.
00:03:39Vera, das macht doch nichts.
00:03:42Ja doch, die Blumen haben ja Geld gekostet.
00:03:46Sag mal, Mama, geben die euch nicht genug zu essen? Du bist so schmal geworden.
00:03:49Wieso denn? Oma sieht doch gut aus.
00:03:51Ich meine ja bloß.
00:03:54Sonja, wir müssen auch gleich, ne?
00:03:56Aber wir sind doch eben erst gekommen.
00:03:58Heinz holt uns mit dem Auto ab.
00:04:01Ja, was soll ich machen?
00:04:16Sonja und ihre Mutter leben seit knapp zwei Jahren bei dem Lebensgefährten von Vera Hohler.
00:04:23Saufen, saufen, saufen.
00:04:26Sag mal, kannst du eigentlich noch was anderes?
00:04:29Ich trinke ja gerne mal ein Glas. Warum machst du so einen Aufstand?
00:04:31Verdammt nochmal, wir wollen Leute tanzen gehen!
00:04:35Aber du kannst ja jetzt schon nicht mehr richtig stehen.
00:04:37Das ist faktisch der Richtige.
00:04:39Du weißt, wie hattest du denn schon, ne? Das ist auch schon das Fünfte.
00:04:41Der Herr Gendarm.
00:04:43Was hast du gesehen?
00:04:45Heinz Braun ist Kriminalbeamter.
00:04:47Zwischen ihm und Vera Hohler kommt es immer wieder zum Streit.
00:04:50Meist ist Alkohol der Auslöser.
00:04:55Weißt du was?
00:04:55Im Gegensatz zu dir habe ich es im Griff.
00:05:01Ja.
00:05:02Und wenn es dir nicht passt, dann hau doch einfach ab!
00:05:06Das hat doch echt keinen Sinn mehr hier.
00:05:23Sonja, komm.
00:05:24Zieh dich an, wir gehen.
00:05:25Wollen dann.
00:05:26Jetzt, komm!
00:05:26Mama, wo gehen wir denn hin?
00:05:39Wo sollen wir heute schlafen?
00:05:41Im Haus von der Oma.
00:05:42Ich habe einen Schlüssel.
00:05:43Weißt du doch.
00:05:48Jetzt brauche ich erst mal was zum Runterkommen.
00:05:50Hm.
00:05:51Bitteschön.
00:06:17Servus.
00:06:18Komm gut heim.
00:06:21Entschuldige?
00:06:24Du, Entschuldige.
00:06:26Hm?
00:06:27Sag mal, ich frage mich die ganze Zeit, wir kennen uns doch.
00:06:31Und woher?
00:06:32Du bist doch die Vera.
00:06:34Wir waren mal zusammen im Kino.
00:06:37Was?
00:06:38Echt?
00:06:40Ja, so vor 15 Jahren.
00:06:42Ich habe dich zu Hause abgeholt mit dem Fahrrad.
00:06:44Stefan.
00:06:46Stefan.
00:06:47Stefan, ja.
00:06:49Das gibst du nicht.
00:06:51Ja, doch.
00:06:52So was gibt's.
00:06:56Also, das hätte ich jetzt echt nicht gedacht.
00:06:59Erzähl mal, wie bist du hier gelandet?
00:07:01Oh.
00:07:01Mama, kommst, Taxi ist da.
00:07:14Ja.
00:07:14Na dann.
00:07:25Du, danke.
00:07:27Ich habe mich schon lange nicht mehr so unterhalten.
00:07:29Ehrlich.
00:07:30Nee, ehrlich.
00:07:34Ich möchte noch nicht heim.
00:07:36Aber Mama, wir wollten zu Omas Haus fahren.
00:07:38Das können wir doch später auch noch.
00:07:40Jetzt habe ich einmal Spaß.
00:07:41Möchte ich auch hierbleiben.
00:07:46Gut.
00:07:49Komm.
00:07:49Jetzt sag noch mal, wie lange bist denn du schon verhandelt?
00:08:03Mama, gib mir den Schlüssel.
00:08:05Welchen Schlüssel?
00:08:07Den von Omas Haus.
00:08:08Ich lauf jetzt.
00:08:10Laufen?
00:08:11Ist ja viel zu weit.
00:08:12Es ist mir egal.
00:08:13Ich habe keinen Bock, mehr hier zu sein.
00:08:15Jetzt führe dich doch nicht so auf.
00:08:17Du kannst einfach noch eine Cola trinken.
00:08:18Gib mir jetzt den Schlüssel, sonst gehe ich ohne.
00:08:28Da.
00:08:30Mach mir nachher auf, wenn ich komme, ja?
00:08:35Schwere dich nicht, wenn dir morgen die Füße wehtun.
00:08:37An diesem Wochenende finden in Kempten das Stadtfest und noch weitere Feierlichkeiten statt.
00:08:55Auch zu später Stunde sind deshalb noch einige Menschen auf den Straßen unterwegs.
00:09:02Das Haus von Sonjas Oma liegt in dem Dorf Heiligkreuz.
00:09:05Bis dorthin sind es rund sechs Kilometer.
00:09:07Sonja?
00:09:16Sonja, bist du da?
00:09:18Ist sie heimgekommen?
00:09:20Wie, heimgekommen?
00:09:21Ja, heim.
00:09:22Ihr wolltet doch bei deiner Mutter übernachten.
00:09:24Wollten wir auch, aber Sonja war dann weg und ich will sie nirgends.
00:09:27Was heißt denn weg?
00:09:28Was hast du wieder gemacht gestern Abend?
00:09:47Allein!
00:09:48In der Kneipe!
00:09:49Du sollst dir einen ab und lässt 13-jährige Schützen allein in der Kneipe.
00:09:53Sie ist zu 13, wie du sagst!
00:09:54Sie kann doch einfach auf Geld waren!
00:09:55Es ist aber...
00:09:56Ach, du hast dich doch nicht.
00:09:58Ich baue unseren Augen kaputt!
00:09:59Als Sonja nicht wieder auftaucht, erstattet ihre Mutter eine Vermissenanzeige.
00:10:04Doch die Polizei findet die 13-Jährige nicht.
00:10:07Es wird vermutet, dass Sonja abgehauen ist, weil sie es zu Hause nicht mehr ausgehalten hat.
00:10:12Das hatte sie in der Vergangenheit mehrfach angedroht.
00:10:15Mit dem verdammten Eindruck!
00:10:16Du zerstörst!
00:10:16Du zerstörst!
00:10:17Du hast es doch weggeschickt!
00:10:19Mit dir bin ich ab!
00:10:21Drei Monate später, 14. Oktober 1981.
00:10:25Die Landstraße, die von Kempten zu dem Dorf Heiligkreuz führt.
00:10:29Ich muss dermaßen pinkeln.
00:10:31Äh, warte kurz!
00:10:32Denn Dear hoor!
00:10:33Ja, ich muss genau das.
00:10:34guitar-
00:10:50Wir müssen sofort zur Polizei fahren.
00:11:20Ich habe was gefunden.
00:11:22Die Leiche von Sonja Hurler ist nackt.
00:11:25Ihre Kleidung wurde neben der 13-Jährigen abgelegt.
00:11:29Nach den Erkenntnissen der Polizei wurde das Mädchen vergewaltigt und dann ermordet.
00:11:34Schon bald hat die Kripo einen ersten Verdacht.
00:11:37Ich habe keine Ahnung, warum ich hier bin und was ist eigentlich alles toll.
00:11:41Sie haben also Sonja Hurler noch nie in Ihrem Leben gesehen?
00:11:45Nee, ganz bestimmt nicht.
00:11:47Ich weiß auch gar nicht, wie Sie auf mich kommen.
00:11:51Sonja Hurler wollte an dem Abend, als sie getötet wurde, zum Haus ihrer Großmutter gehen.
00:11:56Der schnellste Weg von Kempten dorthin führt, hier lang.
00:12:00Und dabei wäre sie genau an dem Haus vorbeigekommen, in dem Sie und Ihre Motorradfreundin dieser Nacht gefeiert haben.
00:12:05Sogar ziemlich wild, wie man so hört.
00:12:07Ja und?
00:12:08Das heißt doch nicht, dass ich oder meine Kumpels...
00:12:10Wir vergehen uns nicht an Frauen oder kleinen Mädchen.
00:12:16Das haben wir gar nicht nötig.
00:12:18Sind Sie da ganz sicher?
00:12:20Aktuell laufen drei Anzeigen gegen Sie wegen Vergewaltigung und versuchter Vergewaltigung.
00:12:26Eine ganz konkret gegen Ihre Person.
00:12:28Noch ein weiterer Mann gerät in den Fokus der Ermittlungen.
00:12:39Kollegen, ich weiß echt nicht, warum ihr eure Zeit hiermit vergeudet.
00:12:41Ich habe euch doch alles von dem Abend erzählt.
00:12:46Mehrfach schon.
00:12:48Du hast gesagt, dass Vera mit dir gestritten hat.
00:12:51Die beiden sind weg und dann hast du dir irgendwann Sorgen gemacht.
00:12:54Um wieviel Uhr nochmal?
00:12:56Um zwölf halb eins.
00:12:57Und weil du schon was getrunken hattest, hast du dir ein Taxi bestellt und bist damit zum Haus von Sonjas Oma gefahren.
00:13:03Ganz genau.
00:13:05In Heiligkreuz bin ich dann zweimal ums Haus rum, habe geklopft, hat aber niemand aufgemacht.
00:13:10Und ich habe mich wieder heimfahren lassen.
00:13:14Der Taxifahrer kann das mit Sicherheit bestätigen.
00:13:17Das ist das Problem.
00:13:19Wieso?
00:13:21Du hast gesagt, das Taxi war weiß und hatte vorne rechts einen schwarzen Kotflügel.
00:13:25Ganz genau.
00:13:25Wir haben sämtliche Taxiunternehmen abgeklappert.
00:13:28In der ganzen Region gibt es kein einziges Taxi, das auf diese Beschreibung passt.
00:13:32Wir glauben, du hast uns hier eine Geschichte aufgetischt.
00:13:36Aus welchen Gründen auch immer.
00:13:41Doch auch dieser Verdacht lässt sich nicht erhärten.
00:13:471982, fast ein Jahr, ist seit dem Mord an Sonja Hohler vergangen.
00:13:52Die Polizei verfolgt nun eine neue Spur.
00:13:54Mehrere Zeugen glauben, Sonja in der Tatnacht abseits ihrer vermuteten Route gesehen zu haben.
00:14:00Im Kempner Stadtteil Tingers.
00:14:02Hallo.
00:14:09Kommen Sie rein.
00:14:09Danke.
00:14:11Guten Tag.
00:14:11Guten Tag.
00:14:19Hallo.
00:14:21Hallo.
00:14:22Und Sie sind damals hier gewesen, als Sie das Mädchen gehört haben?
00:14:25Ja, wir haben geschlafen.
00:14:27Hört auf.
00:14:28Wir tun dir doch nichts.
00:14:30Hört auf.
00:14:31Weg weg, ich will nichts.
00:14:33Hört auf.
00:14:34Hört auf.
00:14:34Vergreif mich doch so.
00:14:36Hilfe.
00:14:37Geh herein nach Hause.
00:14:40Hört auf.
00:14:42Hört auf.
00:14:42Weg weg.
00:14:44Hört auf.
00:14:46Wir machen doch gar nichts.
00:14:47Lass mich Hilfe.
00:14:49Wir tun dir nichts.
00:14:50Hört auf.
00:14:52Hört auf.
00:14:53Was, dieses Mädchen hier?
00:15:00Das weiß ich nicht.
00:15:01Die waren viel zu weit weg.
00:15:03Wissen Sie, was sie anhatte?
00:15:05Eine Jacke, äh, gelb, glaube ich.
00:15:10Eher beige.
00:15:12Und die Männer, die bei ihr waren?
00:15:14Das waren keine Männer.
00:15:16Das waren Jugendliche.
00:15:17Jugendliche?
00:15:18Ja, Jungs halt.
00:15:20Nicht älter als 14 bis 16.
00:15:21Und dann?
00:15:25Ja, das Mädchen wurde bis ans Ende der Straße gezerrt.
00:15:29Und dann ist Dunkle.
00:15:33Und dann war Stille.
00:15:37Hört auf.
00:15:41Schnapp nicht.
00:15:42Hilfe!
00:15:46Hilfe!
00:15:47Ah!
00:15:49Dieser Schrei, der letzte Schrei, das war entsetzlich.
00:15:53Wie ein Todesschrei.
00:15:54Aber warum haben Sie nicht die Polizei angerufen?
00:15:58Wir haben kein Telefon.
00:16:01Wir gehen da nicht nachts raus.
00:16:03Das ist keine gute Gegend hier.
00:16:04Wie sich herausstellt, haben rund 15 Anwohner in der Mordnacht mitbekommen,
00:16:21wie ein verängstigtes Mädchen durch den Kemptener Stadtteil Tingers gezerrt wurde.
00:16:26Doch niemand hat eingegriffen.
00:16:28War das Mädchen wirklich Sonja?
00:16:45Hilfe!
00:16:46Hilfe!
00:16:48Hilfe!
00:16:50Hilfe!
00:16:51Nach beinahe 45 Jahren gibt es im Mordfall Sonja Hohler nun plötzlich eine ganz neue, wichtige Spur.
00:17:09Ja und auf diese Spur wollen wir gleich in dem nächsten Gespräch auch nochmal intensiv eingehen.
00:17:14Aber zuerst möchte ich nochmal erwähnen, das ist schon eine schreckliche Vorstellung.
00:17:17Viele haben da diese Schreie gehört und keiner hat was unternommen.
00:17:21Machen wir weiter mit zwei Herren, die sich mit diesem Fall intensiv beschäftigen.
00:17:24Norbert Bernhard, erster Kriminalhauptkommissar der Kripo Kempten und Oberstaatsanwalt Thomas Hörmann, auch aus Kempten.
00:17:31Also viele Jahre war man ja davon ausgegangen, dass Sonja nachts auf dem Heimweg einer Gruppe von Jugendlichen begegnet ist,
00:17:39dass sie dann mitgezehrt wurde und dass es dann zum Mord kam.
00:17:43Sie haben sogar eine DNA-Reihenuntersuchung veranlasst, um diese Gruppe von Jugendlichen zu finden.
00:17:47Was ist dabei rausgekommen?
00:17:48Ja, es konnten vor ein paar Jahren zwei DNA-Spuren extrahiert werden.
00:17:54Es wurden 250 Männer abgeglichen, die heute circa 60 Jahre alt sind und zur Tatzeit mit Erst- oder Zweitwohnsitz im Stadtteil Tingers gemeldet waren.
00:18:05Leider verlief diese Reihenuntersuchung negativ.
00:18:09Dies könnte bedeuten, dass die damaligen Jugendlichen dort nicht gewohnt haben oder umgezogen sind.
00:18:16Nicht ausgeschlossen ist aufgrund neuer Erkenntnisse auch, dass es sich bei dem Täter oder den Tätern damals um junge Erwachsene handelte.
00:18:25Jetzt kommen wir mal zur neuen Spur.
00:18:28Die haben Sie seit dem vergangenen Oktober.
00:18:30Die konnten Sie einen DNA-Treffer extrahieren mit neuster DNA-Technik.
00:18:36Diese Spur stammt von einem Mord aus dem Jahr 1973, also acht Jahre früher.
00:18:42Da gab es jetzt einen ganz klaren Zusammenhang mit dem Mord an Sonja Hurler.
00:18:46Um was ging es da?
00:18:46Genau.
00:18:48Es geht um den Mord an der damals zwölfjährigen Marion Bayer in Oberasbach bei Zirndorf im Landkreis Fürth.
00:18:55Die beiden Taten sind etwa acht Jahre auseinander und zwischen dem Landkreis Fürth und Kempten liegen etwa 250 Kilometer.
00:19:05Und trotzdem gibt es zwischen beiden Taten Parallelen.
00:19:10Die Marion wurde am 1. Juli-Wochenende 1973 nach dem Besuch des dortigen Stadtfestes in Zirndorf, dem Fischerfest, ermordet.
00:19:21Und die Sonja wurde am 1. Juli-Wochenende 1981 nach dem Besuch des Stadtfestes in Kempten ermordet.
00:19:29Welche neuen Ermittlungsanfragen oder Fragen ergeben sich jetzt daraus?
00:19:33Was schließen Sie daraus?
00:19:34Wir arbeiten ganz eng zusammen mit den Kollegen in Fürth und der operativen Fallanalyse in München.
00:19:40Wir wollen wissen, welche Zusammenhänge gibt es zwischen den beiden Taten.
00:19:46Welche Personen hatten einen Bezug 1973 nach Zirndorf und 1981 nach Kempten?
00:19:55Und dabei können wir nicht ausschließen, dass es sich bei den Personen 1973 in Zirndorf um Jugendliche gehandelt hat.
00:20:01Und dann haben Sie auch noch etwas, das vom unbekannten Täter offensichtlich stammt.
00:20:06Für Sie ein sehr wichtiger Ansatzpunkt.
00:20:08Um was geht es da?
00:20:08Genau.
00:20:09Bei der Tat in Zirndorf hat die Marion offensichtlich dem Täter ein Medaillon entrissen.
00:20:15Es handelt sich hierbei um ein Medaillon, um ein Medaillon des heiligen Christophorus, dem Schutzheiligen, der Autofahrer und der Reisenden.
00:20:21Mit der Aufschrift auf der Rückseite, Gott schütze dich.
00:20:26Wir gehen davon aus, dass dieses Medaillon dem Täter gehört.
00:20:29Konzentrieren wir uns jetzt wieder auf den Mord an Sonja Hurler.
00:20:32Nach wie vor, Herr Hörmann, suchen Sie ja Personen, die in jener Tatnacht in Kempten ein schreiendes Mädchen hinter sich hergezerrt haben.
00:20:40Und Sie gehen immer noch davon aus, dass das Sonja war.
00:20:43Trotz dieser neuen Erkenntnisse, nicht?
00:20:44Ja, das ist richtig.
00:20:46Trotz der neuen Erkenntnisse gehen wir davon aus, dass das Mädchen, dessen Schrei von Zeugen geschildert wurden, die Sonja Hurler war.
00:20:55Zumal eine Zeugin schilderte, sie habe ein Auto wegfahren gehört.
00:21:00Möglicherweise wurde mit diesem Pkw das Opfer vom Tatort zum späteren Ablageort verbracht.
00:21:07Wie alles zusammenhängt, können wir nur beurteilen, wenn wir Zeugen finden, die uns Hinweise zur Tat geben können.
00:21:17Um das jetzt alles besser zuordnen zu können, ein Blick auf die Karte mit den wichtigsten Örtlichkeiten.
00:21:23Die Gastwirtschaft, von der Sonja Hurler in dieser Nacht zum 5. Juli 1981 losgelaufen ist, befand sich im Zentrum der Stadt Kempten.
00:21:31Ihr Ziel war das Dorf Heiligkreuz, wo sie im Haus ihrer Großmutter übernachten wollte, etwa 6 Kilometer entfernt.
00:21:39Auf dem Weg dorthin muss Sonja auch am Stadtteil Tingers vorbeigekommen sein.
00:21:44In Tingers haben Zeugen dann wahrgenommen, dass mehrere jüngere Personen ein Mädchen in Richtung des Waldgebiets Schwabelsberger Weiher zerrten.
00:21:52Sonjas Leiche wurde drei Monate später gefunden, versteckt hinter einem Heuschober an der Heiligkreuzer Straße.
00:22:01Von dort bis zum Haus ihrer Großmutter wären es nur noch knapp 200 Meter gewesen.
00:22:06Letzter Punkt jetzt, Herr Hörmann, Sie suchen Zeugen, die in der Tatnacht im Stadtteil Tingers wichtige Beobachtung gemacht haben.
00:22:13Konkret geht es da um den Besuch dieses Schulfests.
00:22:16Ja, am Abend des 4. Juli 1981 fand im Stadtteil Tingers auf dem Sportplatz der heutigen Tom-Mutters-Schule ein Schulfest statt.
00:22:25An diesem Schulfest nahmen mehrere Schulen teil, unter anderem drei Kemptner Gymnasien und eine uns bislang unbekannte Schule.
00:22:36Es gibt von dieser Veranstaltung auch ein Foto, auf dem sieht man unter anderem eine Musikkapelle sowie zwei Zelte, ein Bundeswehrzelt und ein Zelt der Malteser.
00:22:46Wir gehen davon aus, dass sich in der Tatnacht an dieser Örtlichkeit Personen aufgehalten haben, die möglicherweise tatrelevante Wahrnehmungen gemacht haben.
00:22:58Deshalb wollen wir wissen, wer hat als Schüler, Elternteil oder Lehrkraft an diesem Fest teilgenommen?
00:23:05Wer hat noch Fotos oder kann sich an teilnehmende Personen erinnern?
00:23:11Außerdem, wer hat 1973 Fotos vom Fischerfest in Zirndorf gemacht?
00:23:17Jede Information kann für die Aufklärung des Falls von Bedeutung sein.
00:23:23Alle Informationen zu dem Mord an Sonja Hurler finden Sie auch im Internet bei uns unter fälle-aktenzeichen-xy.de.
00:23:29Bleibt jetzt noch die Frage nach der Belohnung.
00:23:31Herr Bernhard, die fällt beachtlich aus.
00:23:33Ja, das ist richtig. Das Bayerische Landeskriminalamt hat eine hohe Belohnung ausgesetzt.
00:23:38Jeweils 10.000 Euro, also insgesamt 20.000 Euro für die Aufklärung der beiden Mordfälle.
00:23:43Dann hoffe ich doch sehr, dass sich heute Abend viele Menschen melden mit guten Hinweisen.
00:23:48Rufen Sie bitte an, hier im Studio oder bei der Kripo Kempten unter dieser Telefonnummer.
00:23:53Das ist die 0831 9909 1991.
00:23:59Sie können uns auch eine Mail schreiben, dann bitte an xy.zf.de.
00:24:03Die Hinweise leiten wir natürlich sofort an die Polizei weiter.
00:24:06Sie bleiben ja noch bis zum Ende der Sendung logischerweise hier.
00:24:09Das war Norbert Bernhard, erster Kriminalhauptkommissar der Kripo Kempten.
00:24:13Und Thomas Hörmann, Oberstaatsanwalt aus Kempten zum Mord an einem 13-jährigen Mädchen,
00:24:18Sonderhoherland, das geschah im Sommer 1981.
00:24:22Vielen Dank für Ihren Auftritt und ich hoffe, Sie kriegen gute Hinweise.
00:24:25Vielen Dank, danke.
00:24:29Nun zu einem Fall, der in Lübeck begann und in der Wüste Dubais abgeschlossen wurde.
00:24:34Und das durch entscheidende Hinweise durch Sie aus dem XY-Republikum.
00:24:38Ja, Sie wissen, dass immer mehr Deutsche zieht es nach Dubai, wie auch den Täter in unserem nächsten Fall.
00:24:47Wegen mehrfachen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes wurde Christo S. im Jahr 2023 zu einer fünfjährigen Haftstrafe verurteilt.
00:24:58Er hatte seine Stellung als ehrenamtlicher Betreuer von Kindern in Lübeck mehrfach dafür genutzt, sich an einem der Kinder zu vergreifen.
00:25:05Vor der Verurteilung tauchte Christo S. unter und die Spur führte nach Dubai.
00:25:11In der XY-Sendung vom 8. Oktober des vergangenen Jahres baten wir um ihre Mithilfe.
00:25:17Und tatsächlich, XY-Zuschauer in Dubai konnten uns Hinweise über den Aufenthaltsort von Christo S. geben.
00:25:25Anfang November wurde er dann in Dubai festgenommen und inzwischen nach Deutschland ausgeliefert.
00:25:30Alle zwei Sekunden geht in Deutschland ein Notruf ein.
00:25:38Nicht jeder davon erfordert akutes Handeln.
00:25:41Aber wenn, dann ist die Polizei für gewöhnlich in etwa zehn Minuten vor Ort.
00:25:45So auch in unserem nächsten Fall.
00:25:47Doch da hat die Polizei ganz schön bestaunt, wer sie da angerufen hat.
00:25:51Sag mal, Winkler, denkst du trittst du heute noch Türen ein, oder was?
00:26:12Udo.
00:26:13Der DGL tritt bei dir gleich was ein, wenn du da nicht bald mal rangehst.
00:26:16Polizei Hamburg, Notruf.
00:26:22Ja, was ist denn passiert?
00:26:25Hören Sie, wir sind hier in der Notrufzentrale, ja? Dann legen Sie jetzt bitte auf.
00:26:29Polizei Hamburg, Notruf.
00:26:32Ja, guten Tag, in der Siegstraße.
00:26:35Haus Nummer 11C.
00:26:37Ja, Sie legen jetzt auf. Dankeschön.
00:26:39Wiederhören.
00:26:39Auf Wiedersehen.
00:26:42Hallo?
00:26:44Bleiben Sie bitte an Ort und Stelle.
00:26:48Das ist ja ein Ding.
00:26:51Schon wieder so ein seltsamer Anruf.
00:26:53Von so einem Notruftelefon, aber einem ganz anderen.
00:26:56Am anderen Ende der Stadt.
00:26:58Was? Schon wieder?
00:27:00Wegen dem Fall vom Kollegen aus der 26?
00:27:04Ja.
00:27:06Was ist denn da bitte los am Diekweg?
00:27:08Was ist denn da bitte Schluss also?
00:27:12Oh, come on.
00:27:42Ursula, du hast wieder mal gewonnen.
00:27:48Was?
00:27:48Die hatten keine Linderkartoffeln da.
00:27:51Du hast schon wieder mal eine Wette gewonnen.
00:27:54Ich schulde dir eine Flasche Shampoos.
00:27:56Ah.
00:27:58Naja, ich glaube, es wird dann inzwischen eine ganze Kiste Champagner.
00:28:05Mein Lieber, das wird teuer.
00:28:08Aber die Kiste schleppe ich nicht allein.
00:28:12Kiste, Kiste.
00:28:24Wo warst du, Heinrich?
00:28:28Nirgends.
00:28:31Ich war immer bei dir.
00:28:33Ich war immer bei dir.
00:28:39So, dann erzählen Sie mal, Herr Hügel.
00:28:42Äh, ja, also, dann hat es an der Tür geklingelt.
00:28:56Und es war halb zehn oder so und dann habe ich halt aufgemacht.
00:29:01Ich meine, das kann ja der Getränkemann sein oder die Post.
00:29:04Ja, und dann standen die halt da.
00:29:09Ja.
00:29:10Okay.
00:29:11Jetzt lassen Sie uns das mal Schritt für Schritt durchgehen.
00:29:13Was ist dann passiert?
00:29:15Ja, also, dann haben die mich...
00:29:17Oben ist nix.
00:29:19Mir oben ist nix.
00:29:20Wie geleckt.
00:29:21Schubläden und Schränke alle zu.
00:29:23Denk nicht, dass die oben noch was mitgenommen haben.
00:29:25Also, entweder die Täter haben danach noch einen schönen Frühjahrsputz gemacht, oder...
00:29:30Oder was?
00:29:35Das ergibt doch alles gar keinen Sinn.
00:29:37Und da habe ich meine, meine Pantoffeln verloren.
00:29:42Ist gut, Ursula, das habe ich denen schon gesagt.
00:29:45Was für Pantoffeln?
00:29:46Ja, meine Pantoffeln.
00:29:50Als die uns in den Keller gezerrt haben, dann...
00:29:54Moment.
00:29:55Alles derweil nach.
00:29:57Also, Sie öffnen die Tür.
00:29:59Ja.
00:30:00Und dann sind die rein.
00:30:02Hör!
00:30:03Bitte!
00:30:03Oh Gott, siehst du schon.
00:30:04Gott!
00:30:05Lass mich los!
00:30:07Hörf mich!
00:30:09Ah!
00:30:10Wir haben doch nichts Geld.
00:30:12Wir haben kein Geld.
00:30:13Bitte nicht.
00:30:18Es ist kein Geld.
00:30:23Wir kriegen doch kaum Rente.
00:30:28Das war denen völlig egal.
00:30:31Die haben mit uns überhaupt nicht geredet.
00:30:33Und dann ging es erst richtig los.
00:30:35Nein.
00:30:37Nein, nein.
00:30:39Wir sind Sie.
00:30:42Ursula, alles gut.
00:30:43Alles gut.
00:30:45Das ist die Polizei.
00:30:47Ja?
00:30:49Ist gut.
00:30:49Entspann dich.
00:30:52Tja, ich würde sagen, wir machen eine kleine Pause.
00:30:55Geben wir den beiden mal einen Moment.
00:30:58Bitte?
00:30:59Kommst du kurz mit raus?
00:31:00Ja.
00:31:04Ist alles gut.
00:31:05Merkst du das?
00:31:16Ja.
00:31:17Ja.
00:31:17Macht alles nicht so Sinn, ne?
00:31:19Guck mal, hier ist richtig was los.
00:31:21Direkt gegenüber einem Supermarkt mit einem großen Parkplatz.
00:31:24Was ist das da hinten?
00:31:25Drogerie, Blumenladen.
00:31:27Ja.
00:31:27Eine Apotheke, ein Bäcker.
00:31:29Also, unbelebt sieht anders aus.
00:31:32Schau mal hier.
00:31:34Kurz nach neun.
00:31:35Ja, wie zur Tagzeit.
00:31:36Ja.
00:31:37Der steigt dir um die Uhrzeit in eine Bude ein.
00:31:39Aber weißt du was?
00:31:40Mich fast noch mehr verwirrt.
00:31:41Guck mal.
00:31:42Hier, guck dir mal das Haus an.
00:31:45Sieht uns nicht gerade nach Beute aus, oder?
00:31:47Weißt du nicht, das kann man ja manchmal so von außen nicht so wirklich sagen, ne?
00:31:50Du weißt, was ich meine.
00:31:51Also, wenn ich das Risiko auf mich nehme, an einer belebten Einkaufsstraße werktags
00:31:55morgens um neun eine Bude zu überfallen, dann muss es doch irgendwas geben.
00:31:59Ja.
00:32:00Ja, eben.
00:32:01Ich meine, das Warum ist ja hier die Frage.
00:32:02Und das ist ja nicht die einzige Frage.
00:32:03Es ist ja auch die Art und Weise, wie Sie das Ganze abgewickelt haben.
00:32:06Ja, das ergibt ja mal überhaupt keinen Sinn.
00:32:07Und dann diese seltsamen Notrufe.
00:32:09Ich meine, ich verstehe...
00:32:09Schau mir damit auf.
00:32:10Eins nach dem anderen.
00:32:11Wir müssen doch wieder...
00:32:13Ich muss es nochmal vom Opfer genau hören.
00:32:15So wie das hier abgelaufen ist.
00:32:18Aber genau so war es.
00:32:19Ja, wir glauben Ihnen natürlich.
00:32:21Wir versuchen das alles nur zu verstehen.
00:32:23Sie müssen doch zugeben, es ist seltsam.
00:32:26Ja.
00:32:27Das ist es.
00:32:29Machen wir einfach da weiter, wo wir vorhin aufgehört haben.
00:32:31Im Flur.
00:32:34Die haben uns beide durch den Flur gezerrt Richtung Kellertreppe.
00:32:39Und meine...
00:32:40Meine Pantoffeln...
00:32:41Meine Pantoffeln...
00:32:42Die ist...
00:32:43Ja, genau.
00:32:44Deine Pantoffeln.
00:32:46Die haben es so eilig gehabt, dass meine Frau den Pantoffel verloren hat.
00:32:50Ich bin so gut.
00:32:52Das ist gut.
00:32:52Ich bin so gut.
00:32:54Ich bin so gut.
00:32:56Ich bin so gut.
00:32:57Was? Was? Was?
00:33:00Was?
00:33:16Ursula, wir schaffen das. Bleib ganz ruhig. Ganz ruhig.
00:33:25Das heißt, Sie haben den Täter gesehen?
00:33:27Nein, nicht richtig. Das habe ich alles schon gesagt.
00:33:31Schon gut, schon gut. Wie ging es weiter?
00:33:35Das war seltsam. Die sind dann einfach... Halt, da ist noch eine andere Sache.
00:33:46Die haben den gesamten Keller durchwühlt. Aber wir haben ja nichts.
00:33:51Das habe ich versucht, denen zu sagen. Aber die haben uns einfach die Münder zugeklebt.
00:33:57Und dann sind Sie rüber zum Telefon und haben das Kabel rausgezerrt. Das Ding ist jetzt hin.
00:34:03Mit den Profis, ne?
00:34:19Und dann?
00:34:20Dann.
00:34:22So sinnlos es klingen mag, dann sind Sie einfach...
00:34:25Also, hier ist nichts Nennenswertes. Ich weiß auch nicht, wie weit die Kollegen bei den Notruftelefonen sind.
00:34:31Notruf-was?
00:34:34Notruftelefon oder Notrufsäule. Diese münzfreien Telefonzellen für Notfälle. Sie kennen doch diese...
00:34:39Ich glaube...
00:34:41Entschuldige.
00:34:42Ja, zu den Notrufdingern kommen wir gleich. Sie können schon mal gehen.
00:34:45Wir rufen die Kollegen da gleich an.
00:34:48So, Herr Hügel, weiter im Text. Also, Sie waren an den Stuhlgefäßen?
00:34:52Ja.
00:34:52Die beiden Täter reißen das Telefonkabel raus.
00:34:54Ja, und dann?
00:34:54Dann waren Sie einfach weg.
00:34:57Sind abgehauen.
00:34:58Ohne Beute.
00:35:05Was soll ich Ihnen sagen? Es fehlt nichts.
00:35:08Sie waren nur im Keller, sonst nirgends im Haus.
00:35:10Sie haben doch Ihren Kollegen im Imkerkostüm gerade gehört. Wie geleckt. Erinnern Sie sich?
00:35:17Heinrich.
00:35:19Ja, ist gut. Sie können dann... Also, ich meine, was war da noch alles, Herr Hügel? Vielen Dank.
00:35:24So, Böttcher, ruf mal die Spuse bei den Notruftelefonen an. Da fahren wir jetzt hin.
00:35:30Die Dinger müssen uns genauer angucken.
00:35:33Jo, okay. Äh...
00:35:35Wiedersehen, Herr Hügel. Alles Gute.
00:35:50Du fährst jetzt zu dem Telefon da oben, wenn es schnell ist. Und genauso, wie wir es gesprochen haben, ja?
00:35:54Na ja.
00:35:58Dann würde ich sagen, ist der andere oder die anderen weggefahren.
00:36:02Ich glaube, zum nächsten Notruftelefon sozusagen.
00:36:05Ja.
00:36:07Und du glaubst also, die haben sich die beiden Dinge extra ausgesucht?
00:36:09Puh, keine Ahnung.
00:36:11Schön weit weg vom Tatort sind sie ja.
00:36:14Also, wieder komplett in der Öffentlichkeit hier, ne?
00:36:16Ja, in diesem Fall ist alles seltsam.
00:36:17Dann fahren die ganz gemächlich bis zu diesem Notruftelefon ans andere Ende der Stadt
00:36:22und rufen dann beide auch noch selbst den Notruf.
00:36:25Ich meine, deine Theorie macht auf jeden Fall mehr Sinn als die Fakten hier.
00:36:28Oder für mehr das Fehlen von Fakten, sag ich mal.
00:36:33Sag mal, hast du eigentlich in die Tonaufnahmen von den Notrufen mal reingehört?
00:36:36Ja, das war ein Ding.
00:36:41Warum rufen die die Polizei?
00:36:44Gibt es der Hamburg-Notruf?
00:36:55Fahren Sie mal in Hamburg-Diegweg, Nummer 11c, zu Heinrich, in Hamburg-Ostdorf.
00:37:01Da sind Leute im Keller eingesperrt.
00:37:03Ciao.
00:37:09Vielleicht haben sie ja auch ein schlechtes Gewissen, ne?
00:37:11Ich meine, die haben immerhin zwei alte Leute gefesselt im Keller zurückgelassen.
00:37:13Dachte ich auch, als ich die erste Aufnahme gehört habe.
00:37:17Aber bei der zweiten, der zweite Anruf klingt so abgebrüht.
00:37:21Polizei Hamburg-Notruf.
00:37:23Ja, guten Tag, in der Dickstraße.
00:37:25Ja.
00:37:25Haus Nummer 11c liegen zwei alte Leute geschnürt und gefesselt im Keller.
00:37:32Wollte ich nur Bescheid sagen.
00:37:33Bitte.
00:37:33Auf Wiedersehen.
00:37:35Bleiben Sie an Ort und Stelle.
00:37:38Was ist denn da bitte los am Diegweg?
00:37:4014 Jahre lang bleibt dieser seltsame Fall nun schon ungelöst.
00:37:43Eine Tat ohne Beute und ohne ersichtliches Motiv.
00:37:56Viele Fragezeichen.
00:37:58Was ist nun wirklich passiert in diesem sehr merkwürdigen Fall?
00:38:01Das wollen wir wissen, wie auch die zuständige Mittlerin, Miriam Di Stefano, Kriminaloberkommissarin im LKA in Hamburg.
00:38:08Frau Di Stefano, willkommen.
00:38:11Also ein Raubüberfall ohne Beute und die Räuber rufen anschließend auch noch selbst die Polizei an.
00:38:16Das ist eine sehr ungewöhnliche Geschichte.
00:38:18Was schließen Sie daraus?
00:38:19Wie sehen Sie das?
00:38:20Ja, das ist in der Tat sehr ungewöhnlich.
00:38:22Und das bereitet uns auch großes Kopfzerbrechen in diesem Fall.
00:38:26Wir fragen uns, warum haben sich die Täter genau dieses Haus ausgesucht?
00:38:30Wie man im Film ja auch gut erkennen kann, lädt das Haus jetzt nicht unbedingt zu einem Raubüberfall ein.
00:38:36Deswegen bleibt für uns die Frage nach dem Motiv.
00:38:39Wir wissen nicht viel über die Opfer.
00:38:41Sie haben sehr zurückgezogen gelebt.
00:38:43Wir wissen nichts über eventuelle Verwandte, die mit Ihnen in Kontakt standen.
00:38:47Auch Freunde oder Bekannte konnten von uns bisher nicht ermittelt werden.
00:38:51Das Ehepaar ist ja leider inzwischen auch verstorben.
00:38:54Aber Sie wollen unbedingt mehr über diese beiden Personen herausfinden.
00:38:58Auch in Bezug auf das Motiv, nicht?
00:39:01Genau, richtig.
00:39:02Wir haben immer noch kein Motiv und fragen uns, warum wurde ausgerechnet das Ehepaar Hügel Opfer eines Raubüberfalls.
00:39:08Folgende Informationen sind daher für uns besonders interessant.
00:39:11Wir fragen uns, ob das Ehepaar Hügel irgendwelche Wertgegenstände besessen hat,
00:39:15die die Räuber dazu geführt haben könnte, genau das Ehepaar zu überfallen,
00:39:21wie zum Beispiel eine Münzsammlung oder ähnliches.
00:39:23Wir wollen alle die ansprechen, die uns vielleicht etwas mehr über die Hügels erzählen können.
00:39:28Es geht um Heinrich und um Ursula Hügel.
00:39:31Beide wurden 1922 geboren und waren zum Zeitpunkt der Tat 88 Jahre alt.
00:39:36Frau Hügel war zu diesem Zeitpunkt schon stark dement und ihr Mann hat sich um sie gekümmert.
00:39:42Beide sind auch kurz nach der Tat schon verstorben.
00:39:44Die große Frage ist nach wie vor also die nach dem Motiv.
00:39:48Und der Raub wirkte jetzt nicht gerade wie eine spontane Tat,
00:39:51sondern es schien von langer Hand vorbereitet gewesen zu sein.
00:39:54Woran machen Sie das jetzt fest?
00:39:56Ja, da gibt es mehrere Punkte.
00:39:57Also wir finden, dass die Täter sehr professionell gehandelt haben.
00:40:02Sie waren nicht übermäßig gewalttätig und haben zum Beispiel das Telefonkabel herausgerissen.
00:40:07Die Vermutung ist auch, dass das Haus eventuell vor der Tat ausgespäht worden ist.
00:40:12Daher fragen wir uns, ist jemanden in den Tagen vor dem 11. Mai 2011 oder in den Morgenstunden des Tages rund um den Diekweg in Hamburg-Ostdorf
00:40:21irgendetwas Ungewöhnliches aufgefallen, wie zum Beispiel fremde Fahrzeuge oder Personen?
00:40:27Nehmen wir uns jetzt die Täter nochmal genau vor und ihren wichtigsten Ansatzpunkt in diesem Fall.
00:40:33Sie haben nämlich, wir haben das ja schon gehört, die originalen Stimmen der Täter.
00:40:36Ja, doch fangen wir zunächst mal mit den Eckdaten zu ihrem Aussehen an. Was können Sie uns sagen?
00:40:41Beide Täter werden recht ähnlich beschrieben.
00:40:44Beide sollen zwischen 35 und 45 Jahren alt gewesen sein und circa 1,75 bis 1,80 groß.
00:40:51Sollen eine stämmige Figur gehabt haben und dunkel bekleidet gewesen sein.
00:40:55Beide sprachen Deutsch ohne einen erkennbaren Akzent.
00:40:58Die beiden Täter haben ja auch nach der Tat selbst den Notruf gewählt und zwar von solchen sogenannten Notruftelefonen aus,
00:41:05also münzfreien Telefonen, die seit den frühen 2000er Jahren in Städten verbreitet waren.
00:41:10Mittlerweile sind sie, wie die meisten Münztelefone, abgebaut worden.
00:41:15Aufzeichnungen der Täter gibt es aber doch und deswegen werden wir die logischerweise abspielen
00:41:20und ich bitte Sie, genau zuzuhören.
00:41:26Ja, guten Tag.
00:41:27In der Dickstraße, Hausnummer 11c, liegen zwei alte Leute geschnürt und gefesselt im Keller.
00:41:36Wollte ich nur Bescheid sagen.
00:41:37Auf Wiedersehen.
00:41:37Ja, guten Tag.
00:41:41In der Dickstraße, Hausnummer 11c, liegen zwei alte Leute geschnürt und gefesselt im Keller.
00:41:49Wollte ich nur Bescheid sagen.
00:41:50Auf Wiedersehen.
00:41:55Frau, fahren Sie mal in den Hamburg-Dickweg, Nummer 11c, zu Heinrich, in Hamburg-Ostdorf.
00:42:01Da sind Leute in den Keller eingesperrt.
00:42:03Ciao.
00:42:04Ciao.
00:42:07Das sind jetzt wertvolle Tondokumente, müssen wir festhalten.
00:42:19Was können Sie jetzt mit diesen Aufnahmen anfangen?
00:42:21Wie machen Sie weiter?
00:42:23Also wir haben bereits durch das BKA eine sogenannte Sprecheranalyse durchführen lassen.
00:42:28Da die Nachrichten aber so kurz sind, sind da nicht viele Ergebnisse herausgekommen.
00:42:33Wir können vom Dialekt her vermuten, dass die beiden Sprecher eher aus der nord- oder niederdeutschen Region stammen und dass sie Deutsch auf einem muttersprachlichen Niveau sprechen.
00:42:44Wir gehen aktuell davon aus, dass es sich sehr wahrscheinlich um zwei unterschiedliche Personen handelt.
00:42:48Ja, die große Hoffnung, die wir, die Sie haben, ist, dass vielleicht jemand diese Stimmen erkennt und etwas darüber sagen kann.
00:42:56Also wenn das der Fall ist, dann bitte sofort im Studio bei uns anrufen unter der 089 95 01 95.
00:43:04Das ist jetzt aber nicht die einzige Spur, die diese Notrufe liefern können.
00:43:08Sie wissen auch, von wo aus sie getätigt wurden.
00:43:11Also sagen Sie, von wo aus wurde angerufen?
00:43:13Ja, die Notrufe kamen aus zwei unterschiedlichen Orten in der Stadt, die beide ziemlich weit vom Tatort in Hamburg-Ostdorf entfernt liegen.
00:43:21Der erste kam aus dem rund neun Kilometer entfernten Stadtteil Georgswerda um 10.45 Uhr, dort vom Niedergeorgswerder Deich 57, unweit der Bushaltestelle Rahmwerder Straße.
00:43:33Der zweite Anruf kam vom ca. 13 Kilometer entfernten Stadtteil Hamburg-Schnelsen um 12.20 Uhr in der Straße Burgwedel 67, unweit der Bushaltestelle Burgwedelkamp.
00:43:49Was hier noch hinzukommt, ist, dass auch beide Notruftelefone ziemlich weit voneinander entfernt sind.
00:43:55Was denken Sie jetzt, um weiterführend zu fragen, warum wählten die Täter diese Orte?
00:44:01War es ein Manöver, um eine falsche Fährte zu legen?
00:44:04Das ist durchaus möglich und es bleibt auch für uns nach wie vor die große Frage.
00:44:08Wir wissen aktuell nicht, warum die Täter genau diese Orte ausgewählt haben.
00:44:13Für uns wäre daher noch einmal wichtig zu wissen, ob jemand am 11. Mai 2011 in der Nähe dieser beiden Notruftelefone Beobachtungen gemacht hat.
00:44:21Alle Informationen zum Raubüberfall finden Sie auch im Internet bei uns unter fälle-aktenzeichen-xy.de.
00:44:28Bleibt auch hier abschließend noch die Frage nach der Belohnung. Die ist wie hoch?
00:44:32Die Belohnung beträgt 3000 Euro.
00:44:34Also, Sie sind gefragt, wenn Sie etwas wissen, das helfen könnte, den Fall zu klären.
00:44:38Die Ermittler, Ermittlerinnen des LKA Hamburg erreichen Sie jetzt unter dieser Nummer, das ist die 040-4286-56789.
00:44:50Oder Sie rufen bei uns im Studio an.
00:44:52Kriminaloberkommissarin Miriam Di Stefano vom LKA Hamburg freut sich über jeden Hinweis, der dazu führt,
00:44:58diesen schweren Raubüberfall auf ein älteres Ehepaar aus dem Jahr 2011 aufzuklären.
00:45:03Drück Ihnen die Daumen.
00:45:04Vielen Dank.
00:45:05So, kurze Zäsur jetzt, denn auch in den nächsten Fällen, im zweiten Teil unserer Sendung,
00:45:13setzt die Polizei ganz auf ihre Aufmerksamkeit.
00:45:15Ein gemütlicher Abend findet ein jähes Ende.
00:45:29Das dubiose Angebot eines Fremden.
00:45:32Wo fahren wir denn hin?
00:45:33Zur Sparkasse.
00:45:34Nee, nee, nee.
00:45:38Frau Lange?
00:45:39Doch sie entkommt nicht.
00:45:45In unserem nächsten Fall geht es um einen 84-jährigen Mann, der sein halbes Leben lang gespart hat.
00:45:52Weil er der Bank nicht vertraute, bewahrte er sein Hab und Gut in einem selbstgebauten Versteck in seiner Wohnung auf.
00:45:58Doch auch dort war es nicht sicher.
00:45:59Guten Tag, Herr Ramold.
00:46:07Guten Tag, Frau Volz.
00:46:08Kann ich Ihnen helfen?
00:46:10Ja, ich möchte Geld vom Sparkonto abheben.
00:46:13Okay, dann gucken wir mal.
00:46:15Kommen Sie mal bitte mit zum Schalter.
00:46:17Mache ich.
00:46:17Der Bochumer Rentner Karl-Heinz Ramold überweist seit vielen Jahrzehnten monatlich 50 Euro auf ein Sparkonto.
00:46:25Sein Sohn, für den das Konto ursprünglich mal gedacht war, ist schon lange erwachsen.
00:46:30Doch die 50 Euro werden nach wie vor zurückgelegt.
00:46:33Immer im November hebt der 84-Jährige das angesparte Geld ab.
00:46:37Und sonst?
00:46:39Alles in Ordnung?
00:46:40Gesundheitlich?
00:46:42Ich habe die Höhegeräte vergessen.
00:46:44Alles in Ordnung?
00:46:46Gesundheitlich?
00:46:47Ja, ja.
00:46:49Bis auf die Ohren halt.
00:46:51Gut, dann verrate ich Ihnen jetzt den Kontostand.
00:46:55Müssten wieder 600 draufgekommen sein.
00:46:58Genau.
00:46:59Und, ja, und Zinsen.
00:47:01Halt nicht mehr so viel wie früher.
00:47:03Kleinvieh macht auch Mist.
00:47:06So, und dann hebe ich mal die 600 ab.
00:47:09Okay.
00:47:09Wie immer.
00:47:11Dann bräuchte ich bitte hier noch eine Unterschrift.
00:47:17Eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs.
00:47:21Soll ich das Geld in ein Kuvert stecken?
00:47:24Das ist nicht nötig.
00:47:25Okay.
00:47:25Kann ich sonst noch was für Sie tun?
00:47:27Also dann bis zum nächsten Mal.
00:47:29Ja.
00:47:29Wiedersehen, Herr Ramold.
00:47:31Wiedersehen.
00:47:31Wiedersehen.
00:47:41Hallo, Herr Ramold.
00:47:44Guten Tag, Herr Fuchs.
00:47:45Ich bin gespannt, wann das Gerüst endlich wegkommt.
00:47:47Das nervt langsam.
00:47:48Die sind doch lange nicht fertig.
00:47:51Als nächstes kommen die Fenster dran.
00:47:53Toll.
00:47:54Ausgerechnet im Winter.
00:47:56Das dauert ja nicht lang.
00:47:57Alte raus, neue rein.
00:47:59Na, hoffentlich.
00:48:01Schönen Tag noch.
00:48:02Danke.
00:48:03Ihnen auch.
00:48:03Im Lauf der Jahre hat Karl-Heinz Ramold rund 25.000 Euro angespart und mit nach Hause genommen.
00:48:30Das Geld hat er in seinem Schlafzimmer deponiert.
00:48:34Dafür hat sich Karl-Heinz Ramold im Boden seines Kleiderschranks ein Versteck gebastelt, das außer ihm niemand kennt.
00:48:52Samstagabend, 24. Februar 2024.
00:48:55Karl-Heinz Ramold ist schwerhörig.
00:49:02Nachdem sich die Nachbarn immer wieder über die Lautstärke des Fernsehers beschwert hatten, hat ihm sein Sohn Günther Kopfhörer besorgt.
00:49:10Wenn er diese trägt, bekommt er von seiner Umgebung praktisch nichts mehr mit.
00:49:16Ich leite das Marketing.
00:49:18Daher merkt er zunächst auch nicht, dass sich später am Abend drei Männer draußen am Haus zu schaffen machen.
00:49:28Noch immer ist das Mietshaus eingerüstet.
00:49:31Das erleichtert das Vorhaben der Männer.
00:49:33Die drei Männer machen sich an den Fenstern der Hochparterre-Wohnung zu schaffen, die erst kürzlich neu eingesetzt worden sind.
00:50:03Das ist eine gute Nachricht für Sie. Wir wissen jetzt, wie Sie heißen.
00:50:23Es scheint Ihnen hier schon wieder ganz gut zu gehen.
00:50:36Günther?
00:50:37Es tut mir übrigens leid, dass ihm noch...
00:50:39Was kommst du denn noch so spät?
00:50:41Es tut mir übrigens leid, dass ihm noch so spät?
00:51:11Wo hast du Geld?
00:51:24Ich bin ein armer Rentner.
00:51:27Ich habe kein Geld.
00:51:29Lüge nicht. Jeder hat Geld.
00:51:31Ja, jeder. Ein bisschen was.
00:51:35Guckt im Schlafzimmer.
00:51:36Was ist das?
00:51:53Meine Münzsammlung.
00:51:56Nochmal, wo ist mehr Geld?
00:51:57Ich brauche Wasser.
00:52:11Nichts trinken. Sag mir, wo mehr Geld ist.
00:52:13angles nicht mehr Geld für das?
00:52:27Was ist dieserollar?
00:52:32аны?
00:52:33Funny.
00:52:35Mayren.
00:52:36Haben Sie nicht?
00:52:37Nein, ich bin der Mann.
00:52:38Ich bin der Mann, das letzte Herr Schlafzimmer.
00:52:40Nach einer Dreiviertelstunde verlassen zwei der Täter die Wohnung auf demselben Weg, auf dem sie gekommen waren.
00:52:52Der dritte Mann bleibt noch ein paar Minuten.
00:53:04Ein junges Paar, das vom Kinobesuch nach Hause geht, bemerkt die beiden Täter.
00:53:08Polizei, Notruf.
00:53:10Ein Notruf.
00:53:11Wenige Minuten später flüchtet auch der letzte Täter aus der Wohnung, während sich Karl-Heinz Ramold recht schnell von seinen Fesseln befreien kann.
00:53:38Die sich bereits nähernde Polizei und das wartende Pärchen zwingen den Täter, einen anderen Fluchtweg zu nehmen.
00:53:46In einer Parallelstraße flieht er in eine U-Bahn-Station.
00:53:58Doch auch hier wird er beobachtet, von Überwachungskameras.
00:54:17Können diese Bilder helfen, die Täter zu identifizieren?
00:54:21Ja, die Hoffnung ist, dass das vielleicht heute schon in der Sendung gelingt.
00:54:29Die Bilder sind nicht schlecht.
00:54:30Begrüßen wir Kriminalhauptkommissar Marcel Zilonka von der Kripo Bochum.
00:54:35Er kennt alle Einzelheiten zu diesem Fall.
00:54:38Herr Zilonka, einen der Tatverdächtigen sieht man auf den Überwachungsvideos einer U-Bahn-Station.
00:54:43Das ist aber nicht die einzige Spur.
00:54:44Schon davor wurden die Tatverdächtigen auf der Flucht gesehen.
00:54:47Was konnten Sie dazu herausfinden?
00:54:49Ja, genau. Es war zur Tatzeit natürlich schon dunkel.
00:54:51Wir haben aber einige übereinstimmende Angaben von dem Geschädigten und den Zeugen.
00:54:55Je nachher waren zwei Täter relativ jung, circa 18 bis 20 Jahre alt.
00:55:00Beide waren etwa 1,70 Meter groß und sehr schlank.
00:55:02Darunter der im Beitrag gesehene Wortführer.
00:55:05Dieser war bekleidet mit einer schwarzen Jacke, trug darunter ein Rudi mit einer schwarzen Kapuze,
00:55:11schwarze Jogginghose mit weißen Streifen an den Seiten und maskiert war er mit einer Sturmhaube.
00:55:15Ein dritter Täter konnte auf der Flucht durch Zeugen unmaskiert beobachtet werden.
00:55:21Er wird auf etwa Ende 20 bis Anfang 30 geschätzt.
00:55:24War circa 1,80 bis 1,90 groß, hatte eine kräftige Statur und ein südländisches Erscheinungsbild.
00:55:30Glatze und Vollbart.
00:55:31Zur Tatzeit trug er eine schwarze Lederjacke.
00:55:33Die Täter haben ja auch nicht lange gebraucht, das Geldversteck des Mannes zu finden.
00:55:38Das deutet ja nur darauf hin, dass sie genauere Informationen, also Insider-Informationen hatten.
00:55:44Was meinen Sie, woher sind diese Informationen gekommen?
00:55:46Ja, nach derzeitigem Ermittlungsstand gehen wir tatsächlich von Täterwissen aus.
00:55:51Zum einen sind die Täter in die Wohnung eingedrungen mit dem Wissen, dass sie auf den Geschädigten treffen würden.
00:55:56Sie haben hauptsächlich das Schlafzimmer durchsucht, in dem ja auch das Geldversteck war.
00:56:01Von wem die Täter die Hinweise bekommen haben, das können wir derzeit nur vermuten.
00:56:05Wir wissen, dass eine langjährige Bekannte des Geschädigten sowie eine Haushaltshilfe regelmäßig Zugang zu Wohnungen hatten.
00:56:11Außerdem war das Gebäude zur Tatzeit eingerüstet, sodass wir auch nicht ausschließen können, dass der Geschädigte in seiner Wohnung von außen beobachtet wurde.
00:56:22Die Täter haben das über viele Jahre angesparte Geld sowie einige Sammlermünzen erbeutet.
00:56:28Und es gab auch ein paar andere sehr markante Gegenstände.
00:56:31Vielleicht sind die aufgefallen, also nach dem 24. Februar 2024.
00:56:36Das kommt ja öfter vor, wenn solche Beutestücke angeboten werden.
00:56:39Hier sind jetzt einige Vergleichsstücke und Sie starten mal mit der Uhr.
00:56:43Genau, wir sehen hier zunächst eine Herrenarmbanduhr der Marke Lacher.
00:56:48Hierbei handelt es sich um ein Geschenk der Gewerkschaft IG Metall für die 50-jährige Mitgliedschaft des Geschädigten.
00:56:53Sie zeichnet sich aus durch ein braunes Lederarmband, ein weißes Zifferblatt mit römischen Zahlen.
00:56:58Auf der Rückseite befindet sich eine entsprechende Danksagung sowie das Wappen der IG Metall eingraviert.
00:57:03Zu Beutest gehören aber auch solche kleinen Taschenmesser in verschiedenen Farben.
00:57:12Die haben auch einen besonderen Auftrag. Erzählen Sie.
00:57:14Ja genau, wir sehen hier ein Taschenmesser mit der Skyline der Stadt Bochum.
00:57:20Es ist in den Farben des VfL in blau und weiß gehalten.
00:57:23Ja, dann kommen wir jetzt zu den eingangs erwähnten Videoaufnahmen von der Flucht eines der Tatverdächtigen.
00:57:30Die Aufnahmen sind hier entstanden und zwar im Stadtteil Mitte in Bochum in der U-Bahn-Station Bochumer Verein, Jahrhunderthalle Bochum.
00:57:38Sie befinden sich in der Allee-Straße-Ecke Bessmerstraße, Entschuldigung.
00:57:45Hier sind die Aufnahmen. So verlief die Flucht, Herr Zilonker.
00:57:48Genau, wir sehen hier jetzt einen Tatverdächtigen, der die Treppe in die U-Bahn-Station hinunterläuft auf die Gleisebene.
00:57:55Wir können diese Person der Tat zuordnen, weil er in der rechten Hand die Kulturtasche des Geschädigten hält.
00:58:02Auf der Gleisebene angekommen, quert er diese und läuft auf der anderen Seite wieder hinauf zum Ausgang Allee-Straße in Höhe der Metzstraße.
00:58:10Wir gehen davon aus, dass hier die drei Täter wieder zusammengefunden haben und es ist anzunehmen, dass diese hier ein Fahrzeug für die weitere Flucht abgestellt hatten.
00:58:20Aufgrund des Zeitstempels der Überwachungskamera können wir sagen, dass es am 24. Februar 2024 ziemlich genau um 22.45 Uhr der Fall gewesen sein muss.
00:58:30Wer zu diesem Zeitpunkt im Bereich der Metzstraße etwas Verdächtiges beobachtet hat, kann das gerne der Polizei melden.
00:58:35Darüber hinaus müssen wir auch davon ausgehen, dass sich einer der Täter gegebenenfalls nach der Tat einem Dritten gegenüber geöffnet hat.
00:58:44Dann wäre ein Mitwisser, der ins Spiel kommen könnte.
00:58:46Ganz genau.
00:58:47Wenn Sie der Kripo Bochum mit entsprechenden Hinweisen zu den Tätern oder zu den Beutestücken unterstützen können, rufen Sie bitte in Bochum an unter der 0234 909 8877.
00:59:00Sie können natürlich sich auch hier bei uns im Studio melden, sowie bei einer beliebigen Polizeidienststelle.
00:59:07Auch hier gibt es eine Belohnung in diesem Fall.
00:59:10Sagen Sie, wie hoch ist die?
00:59:11Genau.
00:59:12Die Staatsanwaltschaft Bochum hat eine Belohnung für Hinweise ausgelobt in Höhe von 3.000 Euro, die zur Ergreifung oder Identifizierung der Täter führen.
00:59:20Ja.
00:59:20Auch Ihnen wünsche ich natürlich die besten sachdienlichen Hinweise.
00:59:23Es ist eine Menge los, wie wir hören, dort oben im Panel.
00:59:26Das war Kriminalhauptkommissar Marcel Zilonka von der Kripo in Bochum.
00:59:30Danke Ihnen.
00:59:31Sehr gerne.
00:59:32Jetzt ein Mord im Rockermilieu.
00:59:38Ich lese Ihnen jetzt mal eine SMS vor.
00:59:42Dein Kumpel Bartels hängt wieder mit den Banditen ab.
00:59:45Der fährt sogar mit denen rum.
00:59:48Verfasst wurde diese SMS vermutlich am 6. August 2009.
00:59:51Von wem ist bis heute unklar.
00:59:53Fakt ist, eine Woche später war der Kumpel Bartels tot, ermordet.
00:59:58Diesen Fall bespreche ich jetzt mit Kriminalhauptkommissarin Tanja Grünwald vom LKA Berlin.
01:00:05Frau Grünwald, was hat diese verwirrende SMS genau zu bedeuten?
01:00:10Ja, diese SMS kursierte 2009 sowohl im Rockermilieu in Berlin als auch später in den Medien.
01:00:17Und selbst liegt diese SMS im Original leider nicht vor.
01:00:20Das Rockermilieu ist der organisierten Kriminalität zuzuordnen.
01:00:24Und die beiden wohl bekanntesten Gruppierungen sind auf der einen Seite die Hells Angels und auf der anderen Seite die Bandidos,
01:00:30die umgangssprachlich auch Banditen genannt werden und um die es in dieser SMS geht.
01:00:35Beide Rockerclubs sind miteinander verfeindet, damals stärker als heute.
01:00:41Und diese Feindschaft mündet oft in Gewalttaten und endet manchmal auch tödlich.
01:00:45So auch in dem Fall des 33-jährigen Michael Bartelt.
01:00:50Erzählen Sie, was ist da genau passiert?
01:00:51Genau, Michael Bartelt war am Abend des 13. August 2009 noch mit seiner besten Freundin auf dem Motorrad unterwegs,
01:00:59hat diese nach Hause gebracht und hat sich dann an einer Tankstelle noch etwas zu essen und zu trinken gekauft.
01:01:05Danach packte er kurz vor Mitternacht sein Motorrad in der Nähe seiner Wohnung in Berlin-Hohenschönhausen.
01:01:11Auf dem ca. 150 Meter langen Fußweg vom Abstellort seines Motorrads bis zu seiner Wohnung kam es dann an der Kreuzung Ernst-Barlach-Straße,
01:01:20Ecke Warnemünder-Straße, zu einem sogenannten Drive-By-Shooting.
01:01:24Das heißt, aus einem fahrenden Kleinbus heraus wurden mehrere Schüsse auf Herrn Bartelt abgegeben, wovon ihn auch zwei trafen.
01:01:32Jeder der Schüsse war für sich genommen aufgrund der inneren Verletzungen tödlich.
01:01:36Und entgegen der bisherigen Berichterstattung gab es auch keinen finalen Messerstich.
01:01:41Denn weder die Obduktionsergebnisse noch die Zeugenaussagen konnten diese Behauptung belegen.
01:01:48Genau, trotz der Verletzungen konnte sich Herr Bartelt noch ca. 100 Meter weit in eine Nebenstraße schleppen,
01:01:54hat auch noch versucht, seine beste Freundin anzurufen, konnte jedoch nur noch Schmerzensschreie von sich geben.
01:01:59Und er lag dann im hinzugerufenen Notarztwagen seinen Verletzungen.
01:02:03Der helle Wahnsinn, ein brutaler Mord auf offener Straße, das wirkt jetzt auf mich wie eine Hinrichtung und da liege ich auch gar nicht so falsch mit, oder?
01:02:10Genau, also weit hergeholt ist das Wort Hinrichtung auf jeden Fall nicht, denn Herr Bartelt war im Rockermilieu aktiv.
01:02:17Er war zunächst mehrere Jahre Mitglied bei den Hells Angels, bevor er dann aufgrund interner Streitigkeiten aus dem Club geworfen wurde.
01:02:25Er kehrte jedoch in das Rockermilieu und in das Hells Angels-Milieu sozusagen zurück und half beim Aufbau einer Supportergruppierung,
01:02:32das heißt einer Unterstützergruppierung namens Brigade 81.
01:02:36Ja, doch dann, das haben Sie recherchiert und ermittelt, hat er offenbar aus Sicht der Rocker eine absolute Grenze überschritten.
01:02:43Und das lässt sich auch anhand dieser SMS ablesen. Erklären Sie mal.
01:02:48Genau. Michael Bartelt näherte sich nämlich den Bandidos an.
01:02:52Das heißt, aus der SMS geht das auch hervor. Er hing mit den sogenannten Banditen ab.
01:02:58Dabei handelt es sich, wie gesagt, um eine rivalisierende Gruppierung.
01:03:03Doch nicht nur die SMS deutet auf einen potenziellen Clubwechsel hin, sondern auch unsere Ermittlungen.
01:03:08Das heißt, wir wissen, Herr Bartelt hatte auf jeden Fall Kontakt zu dem damaligen Präsidenten der Bandidos,
01:03:14hielt sich auch mehrfach in deren Clubhaus auf,
01:03:16trug auch Supporterbekleidung und auf seinem Motorrad befand sich ein Aufkleber der Bandidos.
01:03:22Damals galt ein Wechsel zu einem rivalisierenden Motorradclub als Hochverrat.
01:03:28Und das ist auch unsere Theorie. Das stellt das Mordmotiv dar.
01:03:32Und wir vermuten, Herr Bartelt wurde eben für seine Entscheidung quasi bestraft.
01:03:37Brandgefährlich, das klingt alles nicht nur Brand, sondern auch mordsgefährlich.
01:03:41Was denken Sie, was hat Michael Bartelt bewogen, ein solch hohes Risiko einzugehen?
01:03:47Das war eine Provokation und sehr riskant.
01:03:49Genau. Ausschlaggebend ist hier, dass es mehrere Wochen vor der Ermordung eine gewaltsame Auseinandersetzung
01:03:56zwischen den Hells Angels und den Bandidos im brandenburgischen Finofort gab.
01:04:01Und somit galten die Bandidos zu diesem Zeitpunkt als stärkere Gruppierung.
01:04:06Michael Bartelt hatte, wie schon erwähnt, auch bereits eine gute Beziehung zu dem damaligen Präsidenten der Bandidos aufgebaut
01:04:12und sah laut Zeugenaussagen sogar zu diesem hinauf.
01:04:16Er war auch selbst sehr kräftig, kampfsportaffin und hatte keine Angst vor Repressalien.
01:04:21Aber vielleicht hat er auch einfach nicht gerechnet, dass seine Entscheidung direkt mit dem Leben tödlich endete.
01:04:28Ja, dieser Mord liegt nun 16 Jahre zurück. Wir wissen, Mord verjährt nie.
01:04:31Was lässt Sie hoffen, dem Täter jetzt doch noch nach dieser Zeit auf die Spur zu kommen?
01:04:35Genau. Also nach all den Jahren hat sich die Rocker-Szene natürlich verändert und wir hoffen,
01:04:41dass nun endlich jemand sein Schweigen bricht und eventuell auch sein Gewissen erleichtern möchte.
01:04:46Deswegen haben wir ein paar Fragen.
01:04:49Wer kann Hinweise zum Tatgeschehen geben?
01:04:52Wer kann Angaben zu beteiligten Personen machen oder Zeugen benennen, die sachdienliche Hinweise geben können?
01:04:58Eventuell hat sich jemand jemandem anvertraut?
01:05:00Wer hat im Zusammenhang mit der Tat Video- oder Bildaufnahmen gefertigt?
01:05:05Und wer hatte am Abend oder am Tag des 13. August 2009 noch Kontakt zu Michael Bartelt?
01:05:12Ja, das sind die entscheidenden Fragen.
01:05:15Wir hoffen dazu auf Antworten.
01:05:16Vielleicht kommt es am Abend noch etwas rein.
01:05:18Wenn Sie Frau Grünwald in diesem Fall weiterhelfen können, dann melden Sie sich bitte beim LKA Berlin unter dieser Telefonnummer.
01:05:24Das ist die 030-4664-941-203 oder gerne auch bei uns im Aufnahmestudio.
01:05:33Alle Hinweise, alle Informationen werden mit äußerster Vertraulichkeit behandelt.
01:05:38Ich danke für Ihren Besuch und bin gespannt, was wir am Ende der Sendung erfahren, was an Hinweisen reingekommen ist.
01:05:43Das war Tanja Grünwald, Kriminalhauptkommissarin vom LKA Berlin.
01:05:47Danke Ihnen.
01:05:47Danke.
01:05:51Wieder ein Mord jetzt.
01:05:53Das Opfer, diese Frau, die 78-jährige Cecilia Lange.
01:05:57Die Ermittlungen lieferten nach und nach alle möglichen Ansatzpunkte.
01:06:01Zeugen, Aussagen, Spuren und Tatverdächtige.
01:06:04Was am Ende aber fehlte, war der alles entscheidende Beweis.
01:06:0730. September 2003.
01:06:18Zehn Tage vor dem Mord an Cecilia Lange.
01:06:22In Kastrop-Rauxel kommt es zu einem Vorfall, der einige Wochen später in die Akten der Essener Mordkommission eingehen wird.
01:06:28Hallo, Frau Sommer.
01:06:50Wie geht's Ihnen?
01:06:51Ich bin gerade hier auf dem Weg und ich wollte Sie fragen, ob Sie vielleicht 50 Euro wechseln können.
01:06:5650 Euro?
01:06:57Ja.
01:06:58Aber wieso?
01:07:00Der Automat nimmt den Geldschein nicht an. Es wäre sehr freundlich von Ihnen.
01:07:05Warten Sie.
01:07:06Danke.
01:07:18Die alte Dame ist sicher, den Mann noch nie gesehen zu haben.
01:07:22Aber sie möchte helfen und holt ihr gesamtes Erspartes aus ihrem Schlafzimmerschrank.
01:07:27Und sie damit angestattet ist.
01:07:50Vielen Dank, sehr herzlich von Ihnen.
01:08:03Ah!
01:08:06Mika!
01:08:10Der Täter erbeutet rund 3.000 Euro.
01:08:16Doch eine stutzig gewordene Nachbarin notiert sich das Kennzeichen.
01:08:21TUT steht für Tuttlingen in Baden-Württemberg, über 500 Kilometer entfernt.
01:08:32Neun Tage später in Essen-Holsterhausen.
01:08:36Silly!
01:08:38Hallo, Silly!
01:08:42Morgen!
01:08:43Komm rein. Ich mach die Tür auf.
01:08:46Alles klar.
01:08:50Komm rein.
01:08:58Na, wie hast du geschlafen?
01:09:00Es geht. Wenn du kommst, muss ich ja mal früher raus.
01:09:03Ist doch nur einmal die Woche.
01:09:05Außerdem kann ich nichts dafür.
01:09:06Mein Putzplan macht der Pflegedienst.
01:09:07Das weiß ich doch immer.
01:09:09Was liegt denn an heute?
01:09:11Die Fußböden.
01:09:13Die Vorhänge sind auch ziemlich schmutzig.
01:09:15Ja, für die Vorhänge brauche ich mehr Zeit.
01:09:18Ähm, das muss ja nicht heute sein.
01:09:20Vielleicht nächste Woche.
01:09:21Gut.
01:09:22Dann fange ich mal an.
01:09:23Die Putzfrau gehört in diesem Fall zu den Zeugen, die später bei der Polizei die wichtigsten
01:09:28Aussagen machen.
01:09:29Ich bin immer Donnerstag zwischen 8.30 Uhr und 10.30 Uhr bei Frau Lange.
01:09:35Ich mach die Wohnung sauber, geh ab zu einkaufen.
01:09:39Tragen Sie beim Putzen Handschuhe?
01:09:42Nein.
01:09:44Nie.
01:09:45Dafür gab es keinen Grund.
01:09:48Die Wohnung war auch immer ziemlich sauber.
01:09:49War Frau Lange ein vorsichtiger Mensch?
01:09:52Och, überhaupt nicht.
01:09:54Dazu war sie viel zu selbstbewusst.
01:09:57Ja, ich meine, hatte sie so eine leichte Behinderung am Arm?
01:10:02Ja, der Trümmerbruch am Handgelenk.
01:10:05Der ist wohl nie richtig verheilt.
01:10:07Aber deswegen Angst hatte sie nicht.
01:10:11Ist dir an diesem Donnerstag irgendwas Besonderes vorgefallen?
01:10:14Ja, eigentlich schon.
01:10:22Wissen Sie, Frau Lange ist ein sehr redseliger, offener Typ.
01:10:27Ich mochte ihre Art sehr.
01:10:29An dem Tag hat sie mich ausdrücklich in die Küche gebeten.
01:10:36Emma, setz dich.
01:10:40Ich muss dir was erzählen.
01:10:42Dann mal los.
01:10:42Gestern hatte ich Besuch von einem Mann, der was verkaufen wollte.
01:10:48Hast du ihn dafür reingelassen?
01:10:49Aber ja, warum nicht?
01:10:51Der war höflich und harmlos.
01:10:54Wir haben geplaudert.
01:10:56Da hat er gesessen.
01:10:58Wirklich.
01:10:59Es ist das Beste, was man bekommen kann.
01:11:01Und Sie brauchen die Bettwäsche ja nicht einmal mehr zu waschen.
01:11:04Nie.
01:11:06Superqualität.
01:11:07Aber sie kostet im Original rund um die 1000 Euro.
01:11:11Tausend?
01:11:15Ja, sehr teuer.
01:11:18Euro, nicht die Mark.
01:11:20Aber ich bekomme sie viel billiger.
01:11:24Wo ist sie denn?
01:11:26Die Wäsche.
01:11:28Die ist im Auto.
01:11:28Ich könnte sie Ihnen für 500 Euro verkaufen.
01:11:37So viel habe ich gar nicht.
01:11:41Wie wäre es mit deiner Anzahlung?
01:11:43Emma, woher wusste der, wo meine Geldbörse ist?
01:12:02Das hat mich ganz verwirrt.
01:12:04Hat er Geld rausgenommen?
01:12:05Nein.
01:12:07Wir sind dann zu seinem Auto gegangen.
01:12:13Kommen Sie, Frau Lange.
01:12:18Hallo.
01:12:19Ach, mit dem brauchen Sie gar nicht reden.
01:12:20Er spricht kein Deutsch.
01:12:23Wo fahren wir denn hin?
01:12:24Zur Sparkasse.
01:12:26Ach, zur Sparkasse.
01:12:27Ja.
01:12:28Kommen Sie.
01:12:29Zur Sparkasse?
01:12:30Nee.
01:12:32Nee, nee.
01:12:34Nee.
01:12:36Frau Lange.
01:12:41Das war, als bin ich plötzlich wach geworden.
01:12:44Ich bin ganz schnell in die Wohnung gelaufen.
01:12:47Und er ist weggefahren?
01:12:48Ach ja, natürlich.
01:12:51Wie dumm kann man bloß sein?
01:12:55Stell dir mal vor, meine Nachbarn hätten was davon mitbekommen.
01:12:58Das wäre vielleicht gar nicht so schlecht gewesen, ehrlich gesagt.
01:13:02See, die Lange ist jetzt völlig plemplem.
01:13:04Das hätten Sie alle gedacht.
01:13:07Hat Frau Lange das Fahrzeug beschrieben, in das sie steigen sollte?
01:13:11Ja.
01:13:12Sie hat sogar das Kennzeichen gesehen.
01:13:15Am Anfang waren drei Buchstaben.
01:13:18T-U-T.
01:13:21Vertüttlingen?
01:13:23Keine Ahnung.
01:13:24Frau Lange ist zwischen dem 10. und 12. Oktober ermordet worden.
01:13:28Haben Sie in dieser Zeit noch Kontakt mit ihr gehabt?
01:13:32Ich war, wie gesagt, am Donnerstag, am 9. Oktober bei ihr.
01:13:37Haben Sie einen Schlüssel für die Wohnung?
01:13:39Frau Lange war da sehr eigen.
01:13:41Niemand hat einen Schlüssel bekommen.
01:13:43Ich nicht.
01:13:43Auch der Pflegedienst nicht.
01:13:45Und der kam jeden Tag.
01:13:47Sie hat also immer selbst geöffnet?
01:13:49Wenn sie zu Hause war, ja.
01:13:51Ansonsten musste man warten.
01:13:52Aber das Küchenfenster stand immer offen.
01:13:56Tagsüber.
01:13:58Weil sie hat stark geraucht.
01:14:00Zezilia Lange lebt von Sozialhilfe.
01:14:08Sie verfügt über 317 Euro im Monat.
01:14:10Na, Frau Lange?
01:14:18Ich habe vorhin Schnittblumen bei Ihnen gekauft
01:14:20Kann das sein, dass ich dabei zwei
01:14:22Plastiktüten vergessen habe?
01:14:25Ja
01:14:25Ich habe sie doch schon erwartet
01:14:28Ach, das ist ja verrückt
01:14:30Jetzt habe ich alles doppelt
01:14:33Werden Sie bloß nicht älter, Frau Müller
01:14:36Ich helfe Ihnen beim Kragen
01:14:37Ich schaffe das schon
01:14:40Nein, kein Problem, ich habe noch Mittagspause
01:14:42Nochmals vielen Dank
01:14:46Tschüss
01:14:46Was am nächsten Tag in Cecilia Langes Wohnung passiert, kann nur vermutet werden
01:14:55Von großer Bedeutung ist aber die Aussage einer Nachbarin
01:15:00Ich war schon die ganze Woche krank und deswegen auch am Freitag zu Hause
01:15:06Freitag, den 10. Oktober?
01:15:09Ja
01:15:09Ok
01:15:10Sie wohnen direkt neben Cecilia Lange?
01:15:13Ja, und die Wände sind ziemlich dünn
01:15:16Was haben Sie denn gehört am Freitag?
01:15:20Ich war in der Küche und habe die Fensterbank geputzt
01:15:23Das Fenster geht direkt zur Straße raus
01:15:25Wann war das?
01:15:27Um 13.30 Uhr vielleicht
01:15:30Hallo
01:15:41Hallo
01:15:41Wir kennen uns doch
01:15:44Sie schon wieder?
01:15:49Ja, ich dachte, ich schau mal bei Ihnen vorbei
01:15:51Warum denn?
01:15:55Ich möchte Ihnen was zeigen
01:15:57Das war ich aber, ich habe jetzt die Fensterbank geputzt, können Sie da rauskennen Sie zu Hause?
01:16:03Ja
01:16:04Oh, ich habe die Fenster vor ich mir wieder zu tun
01:16:05Ich bin halt am besten
01:16:06Ungefähr eine Viertelstunde später hörte ich eine weibliche Stimme und zwar aus der Wohnung von Frau Lange.
01:16:37Aua, Aua, das muss Zilli gewesen sein.
01:16:42Fanden Sie das nicht seltsam?
01:16:45Überhaupt nicht. Zilli hatte ja oft Schmerzen.
01:16:50Haben Sie noch irgendwelche andere Stimmen gehört?
01:16:53Ja, aber ich habe nichts verstehen können.
01:16:57Weibliche oder männliche Stimmen?
01:16:59Das kann ich nicht sagen. Ich dachte ja auch, dass inzwischen jemand vom Pflegedienst gekommen sei.
01:17:05Aus welchem Zimmer bei Frau Lange kamen denn die Stimmen und Rufe?
01:17:10Aus der Küche.
01:17:11Zwei Tage später. Sonntag, 12. Oktober 2003.
01:17:22Hallo, Frau Lange!
01:17:23Die Mitarbeiterin des Pflegedienstes kommt an diesem Tag bereits zum zweiten Mal zu Cecilia Lange.
01:17:30Frau Lange?
01:17:32Wie schon am Vormittag ist das Küchenfenster geöffnet, aber die alte Dame reagiert nicht.
01:17:38Frau Lange?
01:17:49Nach Rücksprache mit dem Pflegedienst klettert die Mitarbeiterin kurzerhand in die Küche.
01:17:54Einen Haus- und Wohnungsschlüssel hat sie nicht.
01:17:56Frau Lange?
01:18:00Frau Lange, bitte nicht erschrecken! Pflegedienst! Ich komme jetzt in die Wohnung!
01:18:04Ich komme jetzt in die Wohnung!
01:18:34Die Wohnung wurde nur oberflächlich durchsucht.
01:18:51Cecilia Lange besaß keine Gegenstände von Wert.
01:18:55Geraubt wurde nur der Inhalt ihrer Geldbörse. Ein paar hundert Euro.
01:19:01An einem Implantationsausweis von Cecilia Lange und unter einem ihrer Fingernägel sichert die Polizei männliche DNA-Spuren.
01:19:08Einen Monat später nimmt die Polizei den Mann fest, der in Kastrop-Rauxel eine Frau beraubt hat und auch im Mordfall Lange aufgrund von Zeugenaussagen tatverdächtig ist.
01:19:25Jetzt bitte um 90 Grad nach links drehen.
01:19:29Wegen des Raubes wird er später verurteilt.
01:19:34Den Mord kann ihm die Kripo Essen aber nicht nachweisen.
01:19:38Warum wurde Cecilia Lange so brutal ermordet? Das alles ist völlig sinnlos.
01:19:50Die Ermittlerin ist jetzt hier zum Gespräch.
01:19:53Kriminaloberkommissarin Fischer von der Kripo Essen.
01:19:56Sie kennt alle Details zu diesem Fall.
01:19:58Frau Fischer, Sie hatten damals ja schon einen Tatverdächtigen.
01:20:02Der ist als Verdächtiger auch noch nicht gänzlich ausgeschlossen.
01:20:04Jetzt gibt es aber einen Hinweis und da rückt eine Frau in den Fokus.
01:20:08Die Frau des Trios, die wir gerade am Ende des Films noch mal gesehen haben.
01:20:11Sie soll den Mord begangen haben. Was halten Sie davon?
01:20:14Genau, es war und ist auf jeden Fall ernst zu nehmen.
01:20:16Die Kollegen haben damals auch schon entsprechend ermittelt.
01:20:19Das Problem ist nur, dass wir damals keine passende weibliche DNA gefunden haben.
01:20:23Trotzdem schließen Sie eine Frau als Täterin nicht aus.
01:20:26Ohne DNA von ihr. Wieso?
01:20:27Ja, genau. Als Täter muss man nicht zwangsläufig eine DNA am Tatort hinterlassen.
01:20:32Es spricht daher nicht gegen eine Frau als Täterin.
01:20:35Der Hinweis kam von einer unbekannten Person.
01:20:37Er ist aber trotzdem ernst zu nehmen.
01:20:39Wir schließen niemanden als Täter aus.
01:20:41Es kann sowohl ein Mann, aber auch eine Frau gewesen sein.
01:20:44Auch in diesem Fall, wie ja fast in allen Kapitaldelikten,
01:20:47gehen Sie davon aus, dass es Mitwisser der Tat gibt.
01:20:50Wie kommen Sie jetzt dazu?
01:20:52Genau, es ist nach wie vor wahrscheinlich,
01:20:53dass Cicilia Lange im Zusammenhang einer Serie von Raubfällen
01:20:56beziehungsweise Diebstählen aus Wohnungen getötet wurde.
01:21:00Es gibt einen Zusammenhang mit weiteren Delikten aus Castro Brauxel, Gelsenkirchen und Haltern.
01:21:05Einige Täter sind damals auch festgenommen und verurteilt worden.
01:21:09Es dürfte daher eine Reihe von unbekannten Personen geben,
01:21:12die wissen, wer Frau Lange getötet hat.
01:21:14Und wir denken daher, dass es auch Mitwisser gibt,
01:21:16die heute ein Interesse haben, der Polizei Hinweise zu geben.
01:21:19Was könnte das für ein Interesse sein?
01:21:21Zum einen, dass Sie auf jeden Fall Ihr Gewissen erleichtern möchten,
01:21:23aber dass Sie auch mittlerweile vielleicht einfach in einem anderen Umfeld sind
01:21:26und demnach einfach keinen Kontakt mehr zu den Personen von damals haben.
01:21:29Vielleicht könnte der Grund auch Hafterleichterung sein,
01:21:31also wenn jemand bereits in der JVA sitzt?
01:21:34Dazu können wir natürlich keine Angaben machen.
01:21:36Okay.
01:21:37Fassen wir die wichtigsten Fakten zu diesem Fall nochmal zusammen.
01:21:40Cicilia Lange lebte in Essen, im Herzen des Ruhrgebiets.
01:21:44Die Tätergruppe, um die es hier geht, ist auch im Raum Castro Brauxel aktiv gewesen.
01:21:49Der Tatort liegt im Essener Stadtteil Holsterhausen,
01:21:53und zwar in einer Wohnung in der Führigstraße.
01:21:55Die Tatzeit war zwischen dem 10. und 12. Oktober 2003.
01:22:00Eine Rolle in diesem Fall spielt auch ein PKW.
01:22:03Frau Fischer, was ist über diesen Wagen bekannt?
01:22:06Das war ein Opel Kadett E-Kombi.
01:22:08Dieses Bild zeigt ein vergleichbares Fahrzeug.
01:22:11Bei unserer Tat wurde ein Fragmentkennzeichen abgelesen,
01:22:13eben mit der Städtekennung für Tuttlingen.
01:22:15In den anderen Raubfällen wurde ebenfalls ein solcher Opel gesehen,
01:22:19auch mit dem vollständigen Kennzeichen,
01:22:21auch mit der Städtekennung für Tuttlingen und weiter AX503.
01:22:24Es besteht daher die Vermutung, dass die Fälle im Zusammenhang stehen.
01:22:28Und für uns stellt sich die Frage,
01:22:30wer weiß, von wem der PKW um das Jahr 2003 benutzt wurde.
01:22:35Also nochmal, um das zu verdeutlichen,
01:22:36dieser Wagen wurde unbekannt verkauft
01:22:39und könnte dann von dem Mörder benutzt worden sein.
01:22:42Genau.
01:22:42Ja, es bleibt schwierig, den Fall zu klären.
01:22:45Viel Arbeit für Sie.
01:22:46Aber Sie lassen nicht locker.
01:22:47Gut so.
01:22:48Es gibt eine Belohnung?
01:22:49Genau.
01:22:50Die Staatsanwaltschaft Essen hat für die Hinweise,
01:22:52die zur Aufklärung des Mordes an Sizilia Lange führen,
01:22:55eine Belohnung von bis zu 5.000 Euro ausgesetzt.
01:22:58Hinweise bitte dann auch an die Kripo Essen unter dieser Nummer.
01:23:02Das ist die 0201 820.
01:23:06Oder an die Beamtinnen und Beamten hier im Studio
01:23:08unter der bekannten Studionummer in München 089 95 0195.
01:23:14Eine Möglichkeit ist auch,
01:23:15Sie schreiben uns eine Mail dann an xyzf.de.
01:23:19Logisch, wir leiten die Hinweise an Sie und alle in Ihrem Team weiter.
01:23:25Wenn Sie denn welche haben, wäre schön,
01:23:26wenn Sie Kriminaloberkommissarin Fischer von der Kripo Essen helfen könnten.
01:23:30Danke Ihnen.
01:23:31Danke auch.
01:23:36Jetzt ein Raubüberfall im Saarland.
01:23:38Auf den 1. Blick könnte man denken, hier kommt die Polizei.
01:23:42Doch es sind nur verkleidete Täter auf dem Weg zu einem brutalen Verbrechen.
01:23:48Mittwoch, 21. Juni 2023.
01:23:52Ein Wohnhaus im saarländischen Nalbach.
01:23:55Drei Männer, verkleidet als Polizisten, klingeln an der Tür.
01:24:00Als die 50-jährige Bewohnerin öffnet, dringen die Täter in das Haus.
01:24:07Im Innern schlagen die Männer einen der beiden Söhne nieder.
01:24:11Den anderen bedrohen sie mit einem Schlagstock.
01:24:14Die Hilferufe sind draußen zu hören.
01:24:17Kurz darauf erscheint ein weiterer Mann.
01:24:19Vermutlich der Fluchtwagenfahrer, der seine Komplizen warnt.
01:24:23Ja, und genau mit diesem Fluchtwagen konnten die Täter dann unerkannt entkommen.
01:24:30Was nicht unerkannt blieb, war das Auto.
01:24:33Ein blauer Ford Fiesta mit dem französischen Kennzeichen EV, Trennung 144, Trennung QQ.
01:24:41Dieses Kennzeichen ist allerdings nicht auf das Auto registriert.
01:24:45Die Fragen dazu, wem ist der Wagen am 21. Juni 2023 in Nalbach und Umgebung aufgefallen?
01:24:53Wer weiß, wo sich die Täter heute aufhalten?
01:24:56Und wer weiß, wo sich dieser Mann aufhält?
01:24:59Einen der Männer konnte die Polizei nämlich bereits identifizieren, Skelsen Guri.
01:25:07Der wird jetzt per Haftbefehl besucht.
01:25:10Der 40-Jährige ist gebürtiger Albaner.
01:25:12Die Polizei konnte ermitteln, dass er vor der Tat im Jahr 2023 in Italien lebte.
01:25:19Von den drei anderen Tätern glaubt die Polizei, dass sie sich vor der Tat,
01:25:23zumindest zeitweise, in einer Wohnung in Nalbach in der Saarwellinger Straße aufgehalten haben.
01:25:29Und mehrfach in einer Espressobar in der Johannesstraße im Nachbarort Dillingen.
01:25:35Wer hat an diesen Orten verdächtige Beobachtungen gemacht?
01:25:38Für sachdienliche Hinweise gibt es auch eine Belohnung.
01:25:41Von privater Seite wurden 10.000 Euro zur Verfügung gestellt.
01:25:46Darüber hinaus werden von der Staatsanwaltschaft Saarbrücken 2.000 Euro ausgelobt für Hinweise,
01:25:51die zur Ergreifung von Skelsen Guri führen.
01:25:55Und weitere 2.000 Euro für Hinweise zu den Mittätern.
01:25:59Also, wenn Sie etwas wissen, rufen Sie an.
01:26:02Sie erreichen die zuständigen Ermittlerinnen und Ermittler unter der 0681 962 2323.
01:26:10Oder Sie rufen bei uns hier im Studio an unter 089 95 01 95.
01:26:16Kann man gar nicht oft genug sagen.
01:26:17Und da wir schon bei Anrufen sind, jetzt die Abfrage mit Fabian Puchelt.
01:26:25Ja, Fabian ist bereits auf dem Weg, saß bis vorhin am Telefon, Kriminaloberkommissar des LKA Bayern.
01:26:32Ich hatte das Gefühl, da war eine Menge los heute.
01:26:35Waren auch gute Hinweise dabei?
01:26:37Definitiv.
01:26:38Also, mein Team und ich, wir waren heute wirklich mehr als gut beschäftigt.
01:26:40Wir haben allein bis jetzt rund 200 Hinweise.
01:26:42Und das geht definitiv noch weiter.
01:26:44Was auch wir ein bisschen unterschätzt haben, wirklich die meisten Hinweise, die bisher eingegangen sind,
01:26:48beschäftigen sich mit dem Fall der ermordeten Sonja Hurler aus Kempten.
01:26:51Und allein die Kollegen in Kempten haben aktuell fünf Telefonleitungen geschaltet, die komplett überlastet sind.
01:26:57Es kommen wahnsinnig viele Hinweise rein, gerade aus dem Bereich der Schausteller, aus dem Schaustellergewerbe.
01:27:03Auch diese Christophorus-Medaille spielt bei den ganzen Hinweisen heute eine ganz wesentliche Rolle.
01:27:08Und was jetzt noch zum Schluss recht interessant war, dass wir Namen bekommen haben,
01:27:12beziehungsweise die Kollegen in Kempten Namen übermittelt bekommen haben von Personen,
01:27:15die Beziehungspunkte nach Kempten und gleichzeitig auch nach Fürth hatten zu der gleichen Zeit.
01:27:19Und da laufen bereits jetzt gerade mal die Abklärungen, wer ist das, wo halten die sich aktuell auf
01:27:24und vielleicht können wir damit weiterhören.
01:27:25Ein Mord aus dem Jahr 1981, also vor 45 Jahren geschehen.
01:27:30Und dann gab es ja noch einen aus dem Jahr 1973, acht Jahre zuvor.
01:27:35Da gab es eine übereinstimmende DNA-Spur, einen Spur-Spur-Treffer sozusagen.
01:27:38Sie sagen Namen wurden genannt.
01:27:40Das heißt, wie gehen die Kolleginnen und Kollegen jetzt weiter vor?
01:27:43Ja, Namen ist für uns natürlich immer interessant.
01:27:44Die können wir einmal in unseren polizeilichen Daten mal, wir nennen das durchspülen.
01:27:48Also sprich, wir schauen, haben wir da etwas vorliegen oder nicht?
01:27:50Und natürlich auch, wo halten sich die Personen vielleicht aktuell auf?
01:27:53Leben sie noch? Wer sind sie? Wo sind sie aktuell? Und das läuft jetzt gerade aktuell.
01:27:57Also erstmal wird nur durchgespült und angerufen, also es ist noch kein Einsatzwagen unterwegs?
01:28:01Nein, so schnell geht es dann doch nicht. Wir brauchen ein bisschen Vorlaufzeit, aber die nehmen wir uns jetzt.
01:28:05Alles klar. Lassen Sie sich alle Zeit und finden Sie den Täter.
01:28:09Das werden wir auf jeden Fall.
01:28:10Fabian Puchelt war das, LKA Bayern. Wir haben ja noch was, genau.
01:28:13Einen Ding hätten wir noch. Wir haben nämlich zu dem Überfall auf dem Ehepaar in Hamburg, da hatten wir in der Sendung jetzt diese Tonspur eingeblendet gehabt.
01:28:21Und da haben Sie erstaunlicherweise Leute gemeldet, die gesagt haben, sie glauben da, diese Sprachstörung, das klassische Stottern erkannt zu haben.
01:28:28Und dass derjenige, der da spricht, ganz bewusst eine Technik einsetzt, damit das nicht auffällt.
01:28:32Und genau diesen Hinweisen gehen wir natürlich jetzt auch nochmal nach.
01:28:35Gut, dass wir das auch noch genannt haben, das Ehepaar, damals 88-jährig, inzwischen verstorben.
01:28:40Und man versucht ja auch noch zu den beiden was herauszufinden, um ein Motiv zu finden.
01:28:44Richtig.
01:28:45Vielen, vielen Dank, Fabian Puchelt. Jetzt sind wir durch.
01:28:47Jetzt sind wir durch.
01:28:48Alles klar.
01:28:49Ja, das war's für heute.
01:28:51Die Infos zu den Fällen finden Sie wie gewohnt im Internet unter fälle-aktenzeichen.xy.de.
01:28:56Dort können Sie ab 23 Uhr auch nachlesen, ob und was sich noch an Hinweisen getan hat.
01:29:02Gerne empfehle ich Ihnen an dieser Stelle noch unseren Podcast, Aktenzeichen XY, Unvergessene Verbrechen.
01:29:09Unsere nächste XY-Ungelöst-Sendung findet am 25. Februar statt.
01:29:14Bis dahin wünsche ich Ihnen eine gute Zeit und bleiben Sie sicher.

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