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  • há 2 dias
Presented to users as confidential and anonymous, data collected by smartphone apps are in reality sold on by traders in a vast global marketplace. The Data Broker Files investigation by a team of German journalists reveals a highly lucrative and unregulated system that is an infringment on our privacy and a clear and present danger.
Transcrição
00:05This research begins in Berlin and will lead to the whole world.
00:12It begins with two journalists who can't even understand what they got in the hands.
00:18It feels like you would be at the secret service, because you get really intimate
00:23in the lives of people.
00:26Milliarden Standortdaten von ahnungslosen Handynutzern.
00:29Wir kennen das ja aus so Agentenfilmen, dass jemand einen GPS-Peilsender in die Tasche gesteckt
00:35bekommt.
00:36Aber die schockierende Realität ist, wir alle haben einen solchen Peilsender in der Tasche
00:40in Form von unseren Smartphones.
00:43Wer diese Daten hat, kann Millionen Bewegungsprofile nachvollziehen, von Dissidentinnen.
00:48I have no place to go.
00:50They can find me in any place.
00:52Von Spitzenbeamten und Agenten.
00:57This is potentially a new form of asymmetrics warfare.
01:01Bis hin zu ukrainischen Soldaten an der Front.
01:13Es geht um alle, die ein Smartphone nutzen.
01:15Um exakte Bewegungsprofile aus Daten, die aus den Geräten abfließen.
01:20Aus Apps, die jeder kennt.
01:22Zum Wetter checken, shoppen oder zocken.
01:40Das ist ein sehr schweres Moment.
01:45Das ist ein Schmerz.
01:46Das ist ein Schmerz.
01:47Das ist ein Schmerz.
01:48Das ist ein Schmerz.
01:54Das ist ein Schmerz.
01:56Die Schmerz.
01:56Das ist eine Schmerz.
01:58Das ist eine Schmerz.
02:11In general, without fear there is no way to do it, if you are accustomed to what is happening there,
02:18then it becomes very dangerous.
02:25When we used the housing fund, I realized that this is a crazy war,
02:32what is it in the real sense to feel in the role of this tree.
02:38We were always living in the garden, I lived in a garbage bag,
02:43but there was no other options there.
02:58Dimitro and his comrades have experienced the whole nightmare of the war,
03:02in Kherson, in Solidar, in the Schützengräben in the West of Ukraine.
03:08On the front was their handy for them a last piece of normalcy,
03:12a last connection at home.
03:15Well, yes, so that you could be able to get rid of them.
03:22War is always a competition of wills.
03:25And in this regard, you need things that strengthen the moral of the will of the soldiers.
03:33And there I have to tell you,
03:35that the handy is perhaps one of the most important elements in this war in Ukraine,
03:39to strengthen the moral of the troops,
03:40to have a connection with the home, with the family,
03:44with the previous civil life,
03:46to be able to get rid of them.
03:47Therefore, it is very difficult to get rid of them,
03:50these handles completely empty.
03:53But how dangerous is that?
03:56What if you can be able to get rid of soldiers like Dimitro
03:59just like the internet?
04:00Let's go.
04:06Let's go.
04:09Let's go.
04:11Let's go.
04:16Let's go.
04:18as he had to make the date on, so big were the date.
04:22Every tabelle contains a place with length and breadth.
04:27We had 3,6 Mrd. Ortungen.
04:30That means you could zoom in every corner and found there.
04:37As they put the data on a card, the whole amount was clear.
04:42We were so sure that you didn't see someone in the building,
04:45but also in the corner of the room of a building,
04:49a Handy was built.
04:51It's millions of people who don't know how they're tracked by their phones.
04:58Journalists get data from other customers.
05:02More than 10 Mrd. Handyortungen.
05:05First glance, the data are anonymous.
05:08Instead of names, they have IDs.
05:11We learned quickly,
05:12that these data are all different than anonymous.
05:16It starts with 2 places.
05:19Wohnort and Arbeitsplatz.
05:20Only these 2 criteria make us different.
05:24Could you like this ID?
05:2886A 5059B.
05:31The person behind her spends their nights here,
05:33also their house?
05:36Das sind deutliche Häufungen von Standortdaten.
05:38Das sieht dann aus wie so ein Konfetti-Haufen auf der Karte,
05:41weil immer wieder auf dem gleichen Gebäude ein Handy geordnet wurde.
05:45Tagsüber hält sie sich mehrere Stunden in einer Schule auf.
05:48Und tatsächlich, diese beiden Informationen allein führen ...
05:57zu ihr.
06:00Emma, alias 86A 5059B.
06:05Emma ist 18.
06:07Bis vor kurzem nahm sie jeden Morgen den Schulbus.
06:11Was sie nicht wusste, jede ihrer Bewegungen wird getrackt.
06:16Das hier, das ist jetzt direkt die Schulrunde,
06:20also die mein Bus damals gefahren ist.
06:23Ja, das ist krass.
06:26Dass man das so richtig genau nachverfolgen kann.
06:32In den Daten findet sich ihr Schulweg, ihr ganzer Alltag.
06:38Wann sie im Supermarkt war.
06:41Ja, wir fahren da regelmäßig einkaufen.
06:43Meistens beim Lidl und das sieht man auch.
06:47Wo sie ihre Freunde traf.
06:50Ah, das ist McDonalds.
06:53Da war ich auch ein paar Mal.
06:55Das sieht man auch auf dem Parkplatz außen.
06:59Ich finde das relativ krass, wie viele einzelne Punkte da sind,
07:02also in wie vielen Momenten da tatsächlich Daten genommen wurden,
07:06dass die das alles einfach von mir haben,
07:08von so einer normalen Person.
07:12Emma nutzt zahlreiche Apps auf ihrem Handy.
07:15Viele davon erfassen Standortdaten.
07:17Wer beim Installieren Standortdaten aktiviert,
07:20kann in Datensätzen wie dem des Händlers aus Florida enden.
07:24So wie Emma.
07:28Zu sehen ist die genaue Route, die Emma nimmt,
07:31wenn sie mit ihrem Hund spazieren geht.
07:33Ich gehe meistens den selben Weg, weil das ist relativ nah.
07:39Dann bin ich direkt auf einem Feldweg eigentlich.
07:41Anfangs sind noch ein paar Häuser da.
07:43Und dann, wenn man weitergeht, eigentlich nur Felder, Bäume, Bänke.
07:53Also wenn ich spazieren gehe und dann, vor allem abends,
07:57und dann, wenn irgendein Mann diese Daten hätte und dann so Stalking-mäßig,
08:03das wäre natürlich sehr unvorteilhaft.
08:07Weiß man ja dann auch nicht, wie weit das geht.
08:11Das war uns eigentlich von Anfang an klar,
08:13dass es hier nicht nur ein Datenschutzproblem
08:16für Millionen Menschen gibt,
08:17sondern dass es auch ein gravierendes Sicherheitsproblem gibt,
08:19weil diese Daten natürlich missbraucht werden können
08:22auf unterschiedlichste Arten und Weisen.
08:31Was bedeutet all das zum Beispiel für Menschen,
08:33die sich bedroht fühlen?
08:39Wohin Basma Mustafa in Berlin auch geht,
08:42sicher fühlt sie sich nie.
08:54Basma Mustafa ist Journalistin.
08:56In Ägypten wurde sie mehrfach festgenommen.
08:59Sie sei sogar gefoltert worden, erzählt sie.
09:02Aber auch in Berlin werde sie von ägyptischen Agenten
09:05verfolgt, bedrängt, bedroht.
09:21Basma Mustafa fotografiert die Männer, die sie verfolgen.
09:24So wie diesen hier.
09:29Sie erinnert sich an einen besonders dreisten Vorfall.
09:33Hier am Brandenburger Tor.
09:37Und ich habe einen Mann gesehen.
09:41Ich habe ihn vorher gesehen.
09:43Und ich habe angefangen, wie ich ihn gesehen habe.
09:46Und ich habe angefangen, wie das, in einem Zirkel.
09:49Und dann habe ich ihn zu sehen.
09:52Und ich habe ihn in einem Zirkel wie ich.
09:55Ich habe ihn in einem Zirkel wie ich.
09:57Und es bleibt nicht bei beobachten, auflauern, verfolgen.
10:01Was Mama Mustafa berichtet,
10:03wie sie auf einer Demo gegen den Staatsbesuch
10:06des ägyptischen Machthabers Alsisi in Berlin geschlagen wurde.
10:10Sie wendet sich an die Polizei.
10:12Das LKA Berlin empfiehlt ihr in einem Schreiben,
10:14den Wohnort zu wechseln.
10:21Ich habe ihn in einem Zirkel.
10:21Vielleicht werden sie wieder auf der Straße geschlagen,
10:23oder sie werden mich aus hierher verletzt.
10:26Es ist sehr schwer, aber ich war mir.
10:32Ich war mir das.
10:41Und ich frage mich, wie sie wissen,
10:46wie sie mich über meine Location wissen,
10:47über die Straße, über wo ich bin.
10:55In Ägypten war Basma Mustafa eine Reporterin,
10:59die sich mit den Mächtigen anlegte.
11:01Sie erlebte das Ende der Mubarak-Diktatur.
11:05Die Herrschaft der Muslimbrüder.
11:07Die Machtübernahme durch die Alsisi-Regierung.
11:12Die Journalistin berichtet kritisch über den Mord
11:15an einem italienischen Studenten in Kairo.
11:18Über Polizeigewalt.
11:19Über die Politik in Ägypten.
11:25Der Fall war ich in den Mord.
11:28Sie kamen an eine Mädelspräzion.
11:31Ich dachte, ich werde hier für etwa zwei Jahre bleiben.
11:35Und ich werde mein Baby in die Nähe verlieben.
11:40Es ist ein Knopf auf Ihrem Neck.
11:44Basma Mustafa und ihrer Familie gelingt die Flucht.
11:47Über den Libanon und Kenia nach Berlin.
11:50Hier versucht sie sich ein neues Leben aufzubauen.
11:53Und fragt sich immer wieder,
11:55wie kann es sein, dass ihre Verfolger in Berlin wissen,
11:58wo sie sich aufhält?
12:00Kann es sein, dass ihr Handy sie verrät?
12:03In den Daten stecken Bewegungsmuster einer Person,
12:06die offenbar in ihrem Wohnhaus lebt.
12:08Wie sie hier zum ersten Mal sieht.
12:11Von Basma Mustafas Haus führen Handyortungen
12:14zu anderen Adressen.
12:15Ich glaube, ich war in dieser Adresse.
12:18Das ist auch der Spielplatz, wo wir spielen.
12:22Ich ziehe meine Kinder dort.
12:25Zu einer Klinik.
12:28Ich ging in diesem Hospital
12:30in Malten oft.
12:33Einer Kita.
12:34We apply for this Kita
12:36and we got accepted in the Kita.
12:39Yeah, I think all of this address related to me.
12:43How does it feel like?
12:46Like hacked.
12:51Wasma Mustafas nutzt viele Apps, die Standortdaten erheben.
12:55Wetter, Shopping, News.
12:58Kann es sein, dass der ägyptische Geheimdienst
13:00solche Daten kauft, um Dissidentinnen wie sie zu verfolgen?
13:04Die ägyptische Botschaft in Berlin beantwortet diese Frage nicht.
13:10Geheimdienstexperten aber halten das durchaus für plausibel.
13:15Zweitrangige Nachrichtendienste unter Anführungszeichen,
13:18die normalerweise nicht mit den großen Geheimdiensten
13:20in den USA, in Russland, in Großbritannien, in Frankreich
13:24oder in China mithalten können,
13:26haben immer mehr Zugang zu Daten,
13:28die sie wahrscheinlich vor einigen Jahren noch nicht gehabt hätten.
13:33Aber warum werden solche Daten überhaupt gesammelt?
13:37Wer hat ein Interesse,
13:38die Standorte von Millionen Menschen zu erfassen?
13:43Willkommen zurück aus der Kaffeepause.
13:45Da sind wir wieder.
13:46Und ihr seht, die Stühle sind aufgebaut.
13:48Es ist Panelzeit.
13:49Jetzt wird's spannend.
13:54Alles hat irgendwie mit Bewegungsdaten zu tun.
13:56Die Bewegungsdaten helfen, um zu verstehen,
13:58wer hatte Werbemittelkontakt.
13:59Gleichzeitig können wir mit den Bewegungsdaten messen,
14:02wer in der Filiale war.
14:04Also, welche Person hat die Werbung gesehen
14:07und ist dann auch tatsächlich in den Store gekommen.
14:10Die Werbemanager auf der Messe D3Con
14:13sehen in den Standortdaten großes Potenzial.
14:16Weil man damit zum Beispiel erkennt,
14:19wer wann in welchem Laden war.
14:23Und dann entsprechende Anzeigen schalten kann.
14:30Creative, creative, creative.
14:31Und wenn man das smart mit Daten verbinden kann,
14:34dann hat man, glaube ich, die absolute Winning-Formel.
14:40Standortdaten sind sehr, sehr wichtig,
14:41gerade für kleine und mittelständische Werbetreibende.
14:44Weil der Florist in München möchte keine Werbung schalten
14:46für Konsumenten, die in Hamburg wohnen oder die in Berlin wohnen.
14:49Sondern dadurch, dass es Standortdaten gibt,
14:52ist es auch für Kleinstunternehmen und kleine Unternehmen möglich,
14:55auf großen Portalen Werbung für sich zu machen.
14:58Laut dem Bundesverband Digitale Wirtschaft
15:00werden dafür aber nur unpräzise Daten genutzt.
15:03Keine exakten, metagenauen Standorte.
15:06Das wird in der Werbeindustrie eigentlich nicht verwendet.
15:09Weil dem Werbetreibenden geht es ja nicht um die Einzelperson,
15:13die irgendwo wohnt, sondern es geht immer um Gruppen von Menschen,
15:16die ich erreichen will.
15:18Ein Blick auf die Websites von Online-Werbefirmen zeigt allerdings,
15:22sie geben offen an, genau zu wissen,
15:24wo Millionen Menschen wohnen, arbeiten und ihre Freizeit verbringen.
15:31Und wer will, kann ganz einfach an solche Daten rankommen.
15:34Sie werden auf Plattformen gehandelt.
15:37Die Daten, die wir erhalten haben,
15:39die haben wir nicht auf geheimen Wegen erhalten
15:42oder indem wir besonders viel Geld geboten hätten.
15:44Sondern das sind Probedatensätze,
15:46die wir ganz einfach bekommen haben,
15:48weil wir danach gefragt haben,
15:49weil wir ein paar E-Mails ausgetauscht haben.
15:51Das Ganze lief über eine Firma namens Data Raid
15:54mit Sitz in diesem Berliner Hochhaus.
15:57Der Handel mit Standortdaten ohne Zustimmung der Nutzer
16:00ist in Deutschland verboten.
16:02Aber Geschäfte mit ausländischen Datenhändlern zu vermitteln,
16:05ist erlaubt.
16:06Und genau das macht Data Raid.
16:09So nahmen die Journalisten Kontakt mit mehreren Händlern auf.
16:12Man muss es wirklich so sagen,
16:14die Datenhändler werfen potenziellen KäuferInnen
16:17diese Daten ganz einfach hinterher.
16:28Potenzielle Abnehmer gibt es genügend.
16:31Die Werbeindustrie will die richtigen Kunden
16:34im richtigen Moment erreichen.
16:38Dazu braucht es riesige Datenmengen.
16:41GPS-Standorte zum Beispiel,
16:43die von Smartphone-Apps erfasst werden.
16:51Das Daten hat den gesamten Modell verändert.
16:54Es war nicht mehr über die Publikation,
16:57die sie lesen oder was auch.
16:59Die Promete dieser Daten war,
17:03dass man das nicht überrascht hat.
17:05Man wird jemanden,
17:08jemanden interessiert,
17:09jemanden interessiert,
17:10in der richtigen Moment,
17:11in der richtigen Platz,
17:12in der richtigen Zeit.
17:16Ariel Garcia war Teil des Systems,
17:19durch das solche Daten in die Hände
17:20von jedem Geheimdienst,
17:22jedem Unternehmen,
17:23aber auch jedem Kriminellen gelangen können.
17:25Mehr als zehn Jahre machte sie in New York
17:29in der Werbeindustrie Karriere.
17:31Heute deckt sie als Aktivistin
17:33die Abgründe der Branche auf.
17:35So, the thing that I find interesting about the industry
17:40is how nose blind it is to the sensitivity of this data.
17:47It's very easy to have tunnel vision.
17:50Hey, we just want to reach people that might want our product.
17:54But are you realizing that the byproduct of that
17:59is that there is now this mass trade
18:01in very sensitive consumer information
18:03that can end up in the hands of governments
18:06or people that want to do bad things, right?
18:11And simply, most people in the industry
18:14don't think about that.
18:16Ist der Missbrauch der Daten
18:18durch Geheimdienste oder Kriminelle
18:20also eine Art Kollateralschaden?
18:23Nicht gewollt von der Werbeindustrie,
18:26aber in Kauf genommen?
18:28Auf jeden Fall häufen sich die Fälle,
18:31in denen Menschen genau das zum Verhängnis wird.
18:38Zum Beispiel einem hochrangigen katholischen Geistlichen in den USA.
18:44Monsignore Jeffrey Burrell wurde gegen seinen Willen als homosexuell geoutet,
18:49nachdem Reporter des katholischen Online-Mediums The Pillar
18:52Standortdaten seines Handys erworben hatten.
18:55Darunter Daten aus einer Dating-App für schwule Männer.
19:00Der Geistliche musste zurücktreten.
19:04Noch dramatischer, das Sinaloa Drogenkartell,
19:08in ganz Mexiko gefürchtet wegen brutaler Bandenmorde,
19:11analysierte die Handystandortdaten eines FBI-Agenten,
19:15um herauszufinden, mit wem er Kontakt hatte.
19:18Der Kartell wurde dann entzündet
19:20und in einigen Fällen die Menschen töten.
19:24Möglicherweise nutzte das Kartell ähnliche Daten wie jene,
19:27die die beiden Journalisten von einem Datenhändler aus Florida bekommen hatten.
19:31Daten von Millionen Nutzern, vor allem aus Deutschland.
19:35Daraus lassen sich Bewegungsprofile von einzelnen Menschen erstellen.
19:39Darunter ein Fall, der hohe Wellen schlägt,
19:42bis ins politische Washington.
19:44Das ist wirklich heikel, das ist sehr brisant, was wir hier sehen.
19:47Eine Person, die auf einem Gelände des Bundesnachrichtendienstes
19:51in Bad Aibling zu arbeiten scheint.
19:53Jedenfalls geht sie dort morgens jeden Morgen hin.
19:56Und was wir festgestellt haben ist,
19:57die arbeitet nicht an irgendeinem Ort auf dieser Station in Bad Aibling,
20:01sondern an einem Gebäude mit einem Wellblechdach,
20:03der sogenannten Blechdose.
20:09Das ist ein Gebäude mit einem gewissen Bekanntheitsgrad,
20:11weil an dieser Stelle der US-Geheimdienst, die NSA,
20:15zusammenarbeitet mit dem Bundesnachrichtendienst.
20:18Und genau in dieses Gebäude ist diese Person gegangen.
20:21Möglicherweise jemand, der für den US-Auslandsgeheimdienst NSA arbeitet?
20:26Ein Agent?
20:28Mit den Standortdaten lassen sich die Bewegungen genau verfolgen.
20:32Private Details, Sporthalle, Biergarten, Supermarkt.
20:38Aber auch Fahrten zu Standorten des US-Militärs in Deutschland.
20:43Ein Flug in die Niederlande zur US-Botschaft.
20:46Also all das sind Indizien,
20:48dass wir hier offenbar einer Person auf die Spur gekommen sind,
20:51die wirklich in einer wichtigen Funktion arbeitet
20:53und mit ziemlicher Sicherheit nicht genau getrackt werden möchte.
21:07John Bolton saß jahrelang an den Schnittstellen der Macht in Washington.
21:12Er war einer der wichtigsten Berater von Präsident George W. Bush.
21:24Vertrat die USA als Botschafter bei den Vereinten Nationen.
21:28Heute ist er ein scharfer Kritiker von Donald Trump.
21:32In dessen erster Amtszeit war er noch sein nationaler Sicherheitsberater.
21:36Ich möchte Herrn Ambassador John Bolton bedanken.
21:41Ihr werdet einen fantastischen Job machen.
21:43Ich freue mich.
21:44Danke. Es ist ein Ehre, hier zu sein.
21:47Eines der sensibelsten Ämter in den USA,
21:50das Zugang zu Staatsgeheimnissen und Nachrichtendiensten gewährt.
21:54Nicht nur der Fall des mutmaßlichen NSA-Agenten
21:57ist für ihn ein echtes Sicherheitsrisiko.
21:59In den Daten finden sich auch detaillierte Informationen
22:02über tausende Soldaten der Bundeswehr und des US-Militärs in Deutschland.
22:07Wohnorte, tägliche Routinen.
22:12Oft, wenn kriminelle Gruppen, Intelligenz-Services
22:17oder Terrorist-Organisationen
22:20wollen, jemanden zu assassinen, sie zu kümmern.
22:23Sie bilden, was sie nennen, ein Pattern des Lebens.
22:27Sie schauen, was die potenziellen Targets-Habit sind.
22:31Sie verlassen sein Haus für Arbeit,
22:33die gleiche Zeit am Tag.
22:34Sie fahren auf der gleiche Straße.
22:36Sie fahren auf der gleiche Straße.
22:38Sie nehmen die gleiche Straße.
22:39Und das hilft ihnen,
22:40die Informationen zu ermöglichen,
22:42um eine Planung,
22:43eine Kidnappe oder eine Assassination.
22:45Und auch, wie sie schnell wegkommen.
22:47So, diese Information
22:49kann wirklich sehr gefährlich sein.
22:54Von der amerikanischen National-Security-Perspektive
22:57wollen wir keine anderen Länder
22:58über unsere Männer und Frauen im Militär.
23:00Sie über unsere National-Security-Asset.
23:03Das ist sehr schrecklich.
23:04Und ich denke,
23:05es hat eine sehr wichtige National-Security-Threise.
23:08Die Enthüllungen des Bayerischen Rundfunks
23:11und von Netzpolitik
23:12beschäftigen 2024 das politische Washington.
23:16Datenschützer machen sich Hoffnung,
23:18dass die US-Regierung durchgreift.
23:20Und dann geschieht das.
23:24Ladies and gentlemen,
23:26please welcome
23:27President-Elect Donald J. Trump.
23:34Thank you very much. Wow.
23:37Look what happened.
23:38Is this crazy?
23:40This will truly be
23:43the golden age of America.
23:45That's what we have to know.
23:54Anstatt den Datenhandel stärker zu regulieren,
23:57lässt die neue Regierung
23:59in Sachen Datenschutz alle Dämme brechen.
24:04They are handing over our data
24:06and private information to people,
24:08who should not not have access to it.
24:11I don't feel the Trump administration
24:13is focused on this issue at all.
24:16I don't think the Trump administration
24:18is focused on protecting the American people.
24:21And so I don't feel like
24:22they're standing up for this in any way.
24:25I think in America generally
24:26there's less concern about
24:28the threats to privacy
24:30from personal data breaches
24:32than there is in Europe.
24:33At the moment,
24:34I don't see any significant interest
24:37for example in Congress
24:39in the problem
24:40or in legislation to fix the problem.
24:43That may change,
24:44but right now the focus is elsewhere.
24:47Many data handler have their seat in the United States.
24:50And it doesn't look like
24:51that they have a necessary regulation
24:53to call them.
24:57And in Germany?
24:59Here there is the attempt
25:01to control at least certain apps
25:02at least stronger.
25:04And this has a lot to do with the data
25:06of the United States
25:07that the two journalists
25:08from Netpolitik
25:09have received as a free trial.
25:11They had to deal with the data
25:12by the analysis
25:12by the analysis
25:12they have been able to find
25:16at least four states
25:19that they have found
25:21by the data
25:21that they have to find
25:22that one of the apps
25:23on my phone
25:24must have been
25:25told by the data
25:28that they land
25:29at least
25:30and they have passed
25:31and we had relatively
25:31a couple of days
25:32that is a lot
25:33of the research. That's my Wetter-online app.
25:40It's the only app that he activated at the time.
25:46One of the thousands of apps in a database of Florida.
25:51There are also the German app Kleinanzeigen, the French Pendant Le Bon Croix,
25:57the Flightradar24, and many games and dating apps.
26:02Dabei gibt es große Unterschiede. Manche Apps erfassen nur sehr grobe Standortdaten, etwa den Stadtteil.
26:09Andere sind so genau, dass sich Bereiche innerhalb eines Gebäudes zuordnen lassen.
26:15Manche teilen Daten nur mit wenigen Werbepartnern. Andere mit unzähligen Firmen weltweit.
26:23Unter all den Apps sticht Wetter-online hervor.
26:27Die App teilte zwischenzeitlich Nutzerdaten mit mehr als 800 Firmen.
26:32Darunter auch präzise Standortdaten, die zeigen, wo Menschen leben, arbeiten, ihre Zeit verbringen.
26:40Die Aufsicht über Wetter-online liegt bei der Datenschutzbehörde Nordrhein-Westfalen.
26:46Und ihrer Leiterin Bettina Geig.
26:50Seit wir erfahren haben, dass Standortdaten, die Wetter-online zuzuordnen waren, gehandelt werden von Datenmaklern, waren wir natürlich alarmiert.
27:02Im Frühjahr 2025 macht die Behörde ernst, taucht unangemeldet am Sitz von Wetter-online auf.
27:09Wir haben ein Team von vier Leuten dahin geschickt.
27:14Das Unternehmen hatte behauptet, keine genauen Standortdaten weiterzugeben.
27:21Man hat uns mitgeteilt, dass Standortdaten nur für eigene Zwecke, nämlich zum Ausspielen dieses Wetterdienstes genutzt werden.
27:31Vor Ort erhalten die Ermittler Zugang zu den Rechnern von Wetter-online.
27:36Über Stunden suchen sie nach verdächtigen Datenabflüssen und werden fündig.
27:42Und in den Systemen haben wir dann tatsächlich eine Schnittstelle gefunden, über die Standortdaten mit Amazon ausgetauscht werden.
27:50Und man hat uns auch mitgeteilt, dass es eine weitere Schnittstelle zum Google-Dienst gibt.
27:57Amazon bestreitet auf Anfrage, sensible Standortdaten mit anderen zu teilen.
28:02Google antwortet nicht.
28:04Ob es noch mehr solcher Schnittstellen gab, kann die Behörde nicht sagen.
28:08Und Wetter-online?
28:11Mittlerweile gibt Wetter-online an, keine Standortdaten zu Werbezwecken zu erheben.
28:15Den Abfluss von Daten habe man gestoppt.
28:18Bis dahin scheinen präzise Standortdaten von Wetter-online aber durchaus in den weltweiten Datenhandel gelangt zu sein.
28:26Auch an den Händler in Florida.
28:29Ja, irgendwoher müssen die Daten ja kommen, wenn sie im Handel sind.
28:33Und grundsätzlich sehe ich ein großes Problem darin, dass Daten so leicht gehandelt werden können,
28:40dass ich Standortdaten als Ware benutze und nicht nur, um eine Dienstleistung anzubieten.
28:49Die Standortdaten aus Handy-Apps landen also nicht nur bei den App-Betreibern.
28:54Sie werden weitergegeben an Firmen, die damit zielgerichtet Werbung schalten.
29:01Und diese sind dann wieder verflochten mit anderen Firmen.
29:04Durch dieses Geflecht entsteht ein völlig neuer Markt.
29:10Händler, die nichts mehr mit den Apps oder mit Werbung zu tun haben, sammeln enorme Mengen an hochsensiblen Standortdaten.
29:18Und verkaufen sie an jeden, der bereit ist, dafür zu bezahlen.
29:33Auf Dmitros Hof in Konzeba, nördlich von Odessa, erinnern sich Swatislav und er, wie wichtig das Handy an der Front
29:41war.
29:41Als einzige Verbindung nach Hause.
30:06Swatislav, Dmitro und ihre Kameraden hielten ihre Erlebnisse an der Front fest.
30:11Wie halten sie mit Familien und Freunden daheim?
30:18Es wird ein bisschen schmerzt.
30:34Es ist sehr wichtig, weil es unterstützt.
30:36Es ist wichtig, weil es unterstützt.
30:37Man kann sich selbst fühlen, seinen близigen Mann oder seine Freundin zu kennenlernen.
30:54Das Handy als moralische Stütze, aber auch als Verräter.
31:01Im Sommer 2023 war ich mit meinem Team auf einem Brigadegefechtsstand in der Region Saborisha und habe dort mit dem
31:10gesamten Brigadestab gesprochen.
31:13Ich kann mich noch sehr gut erinnern, dass hier Soldaten ein- und ausgingen während der Besprechung, die alle am
31:17Handy waren, die alle irgendwelche Nachrichten weitergeleitet haben.
31:22Ich habe mich schon gefragt, warum diese Handys hier überall verwendet werden, so nah an der Front.
31:29Und was tatsächlich dann passiert ist, ist dann, dass ein paar Tage später eben eine ballistische Rakete, eine russische, dort
31:35auf dem Gefechtsstand eingeschlagen hat.
31:37Könnte es sein, dass die russischen Angreifer das Ziel mit Hilfe von Standortdaten identifizieren konnten?
31:46Lässt sich verhindern, dass auch Putins Militärgeheimdienst Datensätze mit Handybewegungsprofilen ankauft?
31:52Die Branche der Unternehmen in der Werbeindustrie ist ein Sumpf. Es gibt keinen Überblick, welche Unternehmen da alle mitmischen.
32:02Das liegt auch daran, dass die sich ständig umbenennen oder fusionieren.
32:05Und niemand kann mir sagen, dass Datenschutzbehörden da irgendeinen sinnvollen Zugriff zu hätten.
32:19Das ist eine Beste von Kontrolle.
32:21Das ist eine Beste von Kontrolle.
32:23Das ist eine Beste von Kontrolle der Handwerker,
32:25die keine Verkaufungen der eigenen Informationen sind.
32:30Das ist eine Beste von Kontrolle der Unternehmen, der öffentlichen Autorität.
32:34Und das ist, ich habe auch, eine Beste von Kontrolle,
32:37von dieser Industrie.
32:41Martin Untersinger ist Investigativjournalist bei Le Monde.
32:46Gemeinsam mit Netzpolitik und dem Bayerischen Rundfunk
32:49hat er Standortdaten aus französischen Apps ausgewertet.
32:55Was haben wir herausgefunden, ist, dass der öffentliche Ökosystem auf mobile
33:00stattfindet für eine Kollektion von Daten und eine gigantische Exploitation von Daten.
33:05Es gibt eine App in der France, die viel öffentliche Daten gibt.
33:08Das ist die App von Boncoin, die Millionen von Français installierten.
33:13Wir hatten auch viele Applikation von Spielern.
33:15Wir hatten eine Applikation von Tradition.
33:17Wir hatten sehr unterschiedliche Applikationen.
33:22Neben all diesen Firmen stieß er auf einen App-Anbieter, mit dem er nicht gerechnet hatte.
33:49Le Monde erfasst keine präzisen Standortdaten seiner Nutzer.
33:53Der Fall ist also anders als Wetter online.
33:56Die Daten sind weniger sensibel.
33:58Für den Journalisten trotz allem ein verstörender Fund.
34:02Und ein Glücksfall.
34:04Denn wenn die eigene App im Datensatz ist, würden Martin Untersinger und sein Team herausfinden können,
34:10wie die Daten dort gelandet sind, dachte er.
34:13Nein, unsere Technik- und Marketing- und juridische Firmen.
34:18Wir hatten keine Ahnung, wie die Daten gekommen sind.
34:23Die Daten waren in dieser Daten.
34:24Wir hätten gerne gerne auf die Daten zu gehen.
34:27Aber das war unmöglich.
34:30Das war unmöglich.
34:31Das war beeindruckend.
34:31Aber es war auch eine perfekte illustration von dieser Industrie.
34:35Das ist unmöglich, unmöglich, unmöglich, unmöglich, zu decrypter.
34:38Die Aktivitäten sind so viele, so imbriquate, und die sich immer wieder verändern.
34:41Ich habe keine Ahnung, was es tun könnte.
34:44Ich habe die Gefühl, dass es eine Situation ein bisschen insoluble ist.
34:53Wie drastisch die Folgen für jeden Einzelnen sein können, hat der Journalist Byron Tau in den USA recherchiert.
35:01Er ist bestens vernetzt im politischen Washington.
35:04Er hat ein Buch über die Risiken durch öffentlich zugängliche Daten geschrieben.
35:08Bei seinen Recherchen ist er auf ein besonders dramatisches Beispiel gestoßen.
35:13Die Software LocateX der Firma Babelstreet.
35:38Byron Tau erkannte sofort, dass diese Daten eine echte Bedrohung für Millionen Amerikaner darstellen.
35:45Genauer, für Millionen Amerikanerinnen.
35:49Denn mit der Software LocateX lässt sich nachverfolgen, welche Handybesitzerinnen Abtreibungskliniken aufsuchen.
35:57We watched a phone drive across the state line from a state where the procedure is completely outlawed.
36:06So that certainly looked like the pattern of somebody at the very least seeking out a medical opinion on abortion.
36:13Babelstreet, dessen Software schon heute von den US Behörden zur Strafverfolgung genutzt wird, äußert sich dazu nicht.
36:23Seit der US Supreme Court entschieden hat, dass Bundesstaaten Abtreibungen verbieten können,
36:29drohen Ärzten und Frauen in vielen republikanisch regierten Staaten Strafen.
36:34So auch in Texas, dem Bundesstaat von Julie Johnson.
36:39Abortion access care in Texas is terrible.
36:43The Republican-led legislature have virtually shut down access for women to have freedom of reproductive care and abortion access
36:53in the state.
36:53And so women are forced to leave.
36:57Ob-Gens are leaving.
36:59Providers are leaving.
37:00Clinics are closing.
37:01Women are not getting access to critical care that they need.
37:10Who is this?
37:12Who is that?
37:13Who is that?
37:15Mommy.
37:16Mommy. And who is with mommy?
37:18Henry.
37:19Henry, that's right.
37:21Henry ist heute zwei Jahre alt.
37:23Und er lebt.
37:24Um ein Haar wäre alles anders gekommen.
37:27Als Lauren Miller schwanger war und zum ersten Mal zur Kontrolle zu ihrer Ärztin ging,
37:31war im Ultraschall eine Überraschung zu sehen.
37:35And she comes in to give the results.
37:37And she was like, yes.
37:39So you do have this severe form of morning sickness called hyperamesis gravidarum.
37:44And that's more common when you have multiples.
37:46And then she just paused and my husband and I just, our jaws dropped.
37:50And she goes, cause you're having twins.
37:54Aber die Freude währte nur kurz.
37:57Nach wenigen Wochen ist klar, nur eines der beiden Embryos ist überlebensfähig.
38:03The results showed tries me 18, which we knew was not good.
38:08There was fluid where half of his brain should have been, was just fluid.
38:12And the doctor was so frustrated.
38:15You know, he finally just took off his gloves, threw them at the trash and said,
38:20this baby is not going to make it to birth.
38:21You need to leave the state.
38:24Die Ärzte sagen ihr, die einzige Chance, ihr gesundes Baby zu retten, ist eine Teilabtreibung,
38:30die die Schwangerschaft mit Henrys Zwillingsbruder beendet.
38:33Doch Lauren Miller lebt in Dallas, im tiefkonservativen Texas.
38:54Hier hat Lauren Miller keine Chance, so einen Eingriff durchzuführen.
38:59Abtreibungen sind illegal, auch in Situationen wie ihre.
39:05Sie entschließt sich zu einer Abtreibung im Nachbarbundesstaat Colorado.
39:10Lauren Miller und ihr Mann erzählen niemandem von dem Plan.
39:14Ich erinnere mich, durch den Flugzeug, durch die Sicherheit zu gehen,
39:18und ich habe mir die ganze Zeit gehalten,
39:20dass ich diesen sehr übernommen war,
39:23weil es eine zweite Pregnanzierung war, es war eine zweites Pregnanzierung.
39:25Also ich war schon so, ich war schon visibly pregnant,
39:28und ich versuchte, den Bumpen zu schützen,
39:31weil ich Angst habe, dass ich aus der Sicherheit getroffen werde.
39:36Das ist einfach eine sehr bizarre Situation.
39:39Wir versuchen nicht, jemanden zu töten oder ein Körper zu schützen,
39:42sondern wir versuchen, meine Leben zu schützen,
39:45und die unserer weiblichen Schwangerschaft zu schützen.
39:49Wir diskutierten wirklich, ob wir unsere Telefonen zu Hause verlassen haben.
39:53Der Fall Babel Street zeigt, Frauen in ihrer Situation
39:57haben in den USA guten Grund, ihrem Handy zu misstrauen.
40:02Vor allem, wenn sie wie Lauren Miller Apps mit Standortdaten nutzen.
40:19Wahrscheinlich befinden sich auch ihre Daten irgendwo in einem Datensatz.
40:24Wahrscheinlich könnten Behörden, genau wie radikale Abtreibungsgegner,
40:29ihre Reise zur Abtreibungsklinik in Colorado nachvollziehen.
40:35Lauren Miller hat sich entschieden, offen über ihre Geschichte zu sprechen.
40:39Viele Frauen in ihrer Lage aber wollen unter keinen Umständen,
40:44dass ihre Abtreibung bekannt wird.
40:47Und so, das ist woher das könnte so gefährlich sein.
40:49Es ist such ein nebulouses Konzept,
40:51dass jemand meine Daten hat.
40:53Es ist einfach...
40:54Was ist das?
40:55Wer geht?
40:56Aber wenn man beginnt, was das bedeutet,
40:58und wie das kann das gefährlich sein für dich,
41:00besonders in den Kontext der Regeln zu schützen,
41:05dann wird das ein Problem sein.
41:06Und das ist woher das sollte sein.
41:08Wir sollten nicht einfach nur beherrscht,
41:10weil das eine Sicherheit ist.
41:12Es ist verrückt.
41:13Mit so einer Invasion der persönlichen Privatsphäre,
41:17besonders wenn die Staatssekretärin und die Regeln
41:20wählen, um ihre eigenen Bürger zu spieren.
41:22Wenn wir diese persönlichen Daten
41:24in so einem detaillierten und unregulierten
41:27Weise haben,
41:28dann wird es wirklich Menschen
41:30für Retribution, für Retaliation,
41:33für Punitive Acts
41:34und es ist unacceptabel in den USA.
41:40Könnten Behörden solche Daten am Ende
41:43auch für ganz andere Zwecke verwenden?
41:47Wie US-Medien berichten,
41:49könnten Standortdaten auch dazu genutzt werden,
41:52Immigranten und illegale Einwanderer zu tracken
41:55und massenhafte Verhaftungen
41:58sowie Abschiebungen durchzuführen?
42:04Wenn die US-amerikanische Politik also nichts unternimmt,
42:08könnte dem Geschäftsmodell der Datenhändler
42:10dann zumindest in Europa Einhalt geboten werden?
42:13Die EU-Kommission könnte die entscheidende Regulierungsbehörde sein.
42:18Doch in dieser Geschichte ist sie zunächst selbst betroffen.
42:22Wir sehen in den Daten sehr viele Menschen,
42:25die bei EU-Institutionen arbeiten,
42:27die dann beispielsweise in Vororte fahren von Brüssel.
42:31Leute, die beim Europäischen Parlament arbeiten,
42:33auch zu Sicherheitsthemen.
42:34Leute, die bei der Europäischen Kommission arbeiten.
42:38Zum Beispiel eine Person,
42:40die offensichtlich im Berlament ihr Büro hat,
42:43dem Gebäude der EU-Kommission.
42:45Die Daten zeigen,
42:47wo genau sie tagsüber die meiste Zeit verbringt.
42:50Jeden Abend fährt sie die gleiche Strecke.
42:53Vorbei an Restaurants, Bürotürmen,
42:57bis zu einem Haus in einem wohlhabenden Brüsseler Vorort.
43:01Auf dem Klingelschild steht der Name einer hochrangigen Person,
43:05die für die Präsidentin der EU-Kommission,
43:08Ursula von der Leyen, arbeitet
43:10und bei wichtigen Treffen dabei ist.
43:14Auch bei geheimen Treffen.
43:16Sie hat Einblick in wahnsinnig viele Prozesse
43:18und ist deshalb auch ein potenzielles Ziel.
43:21Ein Ziel für Spionage?
43:24Die EU-Kommission schreibt auf Anfrage,
43:27man sei besorgt über den Handel mit Standortdaten
43:31von Bürgern und Kommissionsmitarbeitern.
43:33Alle Firmen, die in der EU aktiv sind,
43:37müssten sich aber an geltende Gesetze
43:39wie die Datenschutz-Grundverordnung halten.
43:42In dieser Verordnung ist ganz klar geregelt,
43:45dass präzise Standortdaten in Europa
43:47nur zweckgebunden erhoben werden dürfen.
43:51Der Handel mit Standortdaten ist eigentlich verboten.
43:54Aber wie kann es dann sein,
43:59dass er trotzdem stattfindet?
44:02Marktinsiderin Arielle Garcia
44:04kennt die Tricks der Branche.
44:06Die Industrie hat einen magischen Weg zu machen,
44:11was die mentalen Gymnastik braucht,
44:14um nichts über ihre grundlegenden Praktiken zu ändern.
44:18Es gibt also keine Angst.
44:19Jeder hat einfach angefangen,
44:21Worte wie Privacy safe,
44:23oder Privacy compliant,
44:24oder consented,
44:26oder opted in,
44:27und auf alles.
44:29Und jeder hat einfach
44:31persistiert, was sie vorher gemacht haben.
44:34Wir müssen dieses totale Staatsversagen
44:37beim Datenschutz, das uns alle gefährdet, abschaffen.
44:40Und zwar, indem wir weitreichende Regulierungen erlassen.
44:43Der einfachste, der weitreichendste Schritt wäre zu sagen,
44:46das Ökosystem der Online-Werbung ist so kaputt,
44:48wir verbieten das Targeted Advertising.
44:51Keine Firma sollte komplette Bewegungsabläufe
44:54und Persönlichkeitsprofile über Menschen sammeln dürfen,
44:57um Werbung zu schalten.
44:59Nach allem, was er gesehen hat,
45:01hat Ingo Dachwitz inzwischen eine klare Meinung.
45:04Und die wird von immer mehr Expertinnen und Experten geteilt.
45:09Ist ein Verbot von personalisierter Werbung also der einzige Weg?
45:13Die EU-Kommission äußert sich nicht zu dieser Frage
45:17und verweist stattdessen auf geltende Gesetze.
45:29Der Handel mit derart sensiblen Daten
45:32gefährdet die Privatsphäre von Menschen weltweit.
45:35Aber auch ihr Leben?
45:38In den Daten finden sich mehrere Orte in der Ukraine,
45:52die ganz nah an der Front liegen.
45:55Zum Beispiel hier, in der Nähe eines stark umkämpften Frontabschnitts.
46:00Oder hier, in einem Industriegebiet bei Soledar.
46:04Dasselbe Haus sieht man hier auch auf Aufnahmen der Gefechte.
46:08Genau zu der Zeit, als Dimitro und seine Einheit dort kämpfen.
46:12Das Verräterische, die Daten geben nicht nur den Standortpreis,
46:16sondern auch, dass User über Starlink verbunden sind.
46:19Das Satelliteninternet, das vor allem von ukrainischen Truppen benutzt wird.
46:30Handelt es sich bei den Punkten wirklich um ukrainische Stellungen?
46:35Erkennen die Soldaten darin ihre Einsatzorte an der Front wieder?
46:42Erkennen die
46:44Ja, ja, ja, ja
47:00Sollidar
47:03Well, here we took a few minutes, as a point of evacuation, in the middle of the field, close to
47:11Prudyvich.
47:12Well, these two Prudy, as a guarantee.
47:15It's bad, of course.
47:17I wanted it to be possible.
47:20But it's already there, and we need to hope that we will be better than we are.
47:29Absolutely.
47:32Absolutely.
47:34If I had a Russian commandant, there would be a war, so quickly as possible, this war.
47:41The war is basically the heads of the units, they coordinate the attacks.
47:49And not only the front.
47:50And also the commandant, the commandant, Waffenlager, Transportwege and Truppenrotation could the Russian army so outspionieren.
48:01Wann werden Truppen durchrotiert?
48:03Das ist eigentlich immer der Zeitpunkt, wo die Frontlinie am verwundbarsten ist.
48:07Es wäre ein zusätzlicher Datenpunkt, um eben herauszufinden, wann eine nächste Rotation stattfindet.
48:13Und dann eben anzugreifen, während diese Rotation stattfindet.
48:18Standortdaten als Teil der modernen Kriegsführung.
48:22Das Handy als letzte Verbindung der Soldaten nach Hause.
48:25Und zugleich als tödliche Gefahr.
48:41Wer aber verdient letztlich am Handel mit solchen Daten?
48:45Und wo sitzen die Broker?
48:51Die Datenhändler sind weit weg vom Sterben an der Front.
48:58Ein Team des Bayerischen Rundfunks fährt zu einem Haus in einem luxuriösen Badeort in West Florida.
49:07Hier lebt der Mann, von dem der Datensatz stammt, der die Recherche ins Rollen brachte.
49:13Was sagt er zu den Gefahren, die von solchen Daten ausgehen?
49:19Tatsächlich öffnet er selbst die Tür.
49:22Ob er zu einem Interview bereit ist?
49:24Guten Tag, wir hatten Sie angeschrieben wegen eines Interviews zum Thema Datenhandel.
49:29Verlassen Sie mein Grundstück. Sofort.
49:40Einige Zeit später meldet sich ein Anwalt des Datenhändlers und weist jegliche Kritik zurück.
49:46Alle Daten seien anonym und mit Zustimmung der Nutzer erhoben worden.
49:51Man habe sie nie wissentlich an Regierungen oder Geheimdienste weitergegeben.
49:57Und was sagt die Berliner Firma, über die die Daten aus Florida bei den Journalisten von Netzpolitik landeten?
50:03Das Unternehmen fungiert als Vermittler, bringt Datenhändler und Käufer zusammen.
50:09Auch DataRate ist zu keinem Interview bereit.
50:12Beruft sich schriftlich darauf, nur ein Verzeichnis für Datenhändler zu sein und selbst keine Daten anzubieten.
50:18Man verurteile jedweden illegalen Datenhandel aufs Schärfste.
50:24Und so floriert der Datenhandel immer weiter.
50:28Allein auf der Plattform DataRate tummeln sich mehrere Datenhändler wie der Mann aus Florida.
50:33Und DataRate ist wiederum nur eine von mehreren solcher Plattformen weltweit.
50:45Dabei könnte jeder einzelne das Teilen von Standortdaten deaktivieren.
50:50Aber das bedeutet, dass viele Apps nicht mehr richtig funktionieren.
50:54Das heißt, man hat eigentlich keine Auswahlmöglichkeiten.
50:57Man kann sich so ein Handy vorstellen wie ein Boot mit potenziell hunderten Löchern. Überall tröpfeln Daten raus.
51:03Für politisch Verfolgte wie Basma Mustafa. Für Soldaten wie Dmitro und Swatislav.
51:10Und potenziell alle Handynutzer heißt das, wer möchte, kann all ihre Bewegungen, Aufenthaltsorte und Gewohnheiten ausspionieren.
51:20Ist es wert? Die Antwort ist nein. Die Antwort ist nein für Menschen. Die Antwort ist nein für die Gesellschaft.
51:27Die Antwort ist nein für die Demokratie.
51:29Die Antwort ist nein für die Demokratie.
51:33Die Antwort ist nein für die Freiheit.
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