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#GanzerFilm #deutsch
Das letzte Mahl ist ein historischer Spielfilm von Florian Frerichs aus dem Jahr 2017. Der Film thematisiert das Schicksal der jüdischen Familie Glickstein am 30. Januar 1933, dem Tag der Machtergreifung durch Adolf Hitler.

Seine Weltpremiere feierte Das letzte Mahl am 30. April 2018 im Rahmen des 13. Los Angeles Jewish Film Festivals 2018 unter der Schirmherrschaft des Deutschen Generalkonsulats in Los Angeles und des Los Angeles Museum of the Holocaust.[2]

Auf dem 15. Festival Internacional de Cinema Social de Catalunya wurde der Film mit dem „Sonderpreis der Jury“ ausgezeichnet. Es folgten internationale Screenings auf dem 28. Washington Jewish Film Festival, dem 24. Jüdischen Filmfestival Berlin & Brandenburg in Berlin, dem 28. JIFF in Sydney & Melbourne, sowie dem 16. Warschau Jewish Film Festival. Zuletzt gewann der Film im Dezember 2018 den Publikumspreis auf dem 7. Budapest Jewish and Israeli Film Festival 2018.[3]

Der bundesweite Event-Kinostart ist am 30. Januar 2019 – dem 86. Jahrestag der Machtergreifung Adolf Hitlers.

Handlung
Am Tag der Machtergreifung Hitlers kommt die jüdische Familie Glickstein in Berlin zum gemeinsamen Abendessen zusammen. Dabei tun sich überraschende Gräben auf: Während die neunzehnjährige Leah ihren Eltern eröffnet, dass sie nach Palästina gehen wird, möchte ihr achtzehnjähriger Bruder Michael mit seinen Freunden zum Fackelzug der Nazis, um der neuen Zeit zu huldigen.

Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:00Musik
00:00:39Musik
00:01:08Musik
00:01:42Sehr geehrte Hörerinnen und Hörer an den Rundfunkempfängern im ganzen Reich, es ist 9 Uhr.
00:01:47Wir unterbrechen unsere Übertragung für einen kurzen Bericht über den neuesten Stand der Regierungsbildung in der Reichshauptstadt.
00:01:53Die Zeichen verdichten sich, dass heute Vormittag nach zähen Ringen der beteiligten Kreise der Abschluss einer Regierungskoalition gelungen ist.
00:02:00Der Herr Reichspräsident lässt die Ernennung eines neuen Reichshauptstags für heute Vormittag, das heißt um 11 Uhr, avisieren.
00:02:06Ausdrückliche Verlautwahrungen fehlen noch.
00:02:08Gut unterrichtete Kreise gehen jedoch von einer Regierung unter der Führung des Herrn Franz von Pafen aus.
00:02:13Über die genaue Zusammensetzung des Kabinetts ist noch nichts Näheres verlautwahrt.
00:02:17Eine prominente Regierungsverteilung der NSDAP als größter Fraktionsgüter mittlerweile gesichert.
00:02:23Mehrere Ministerfonds, darunter auch für den Vorgütteln der Partei...
00:02:26Bitte sehr, lieber Mann. Schwarzmütze.
00:02:29Dankeschön.
00:02:31Ach bitte.
00:02:33Gibt es mal so gut und machen das aus, ja.
00:02:36Selbstverständlich.
00:02:38Kann ich nicht mehr hören.
00:02:43Unten hieß es, der Herr Liebermann nehme im Radiozimmer sein Frühstück zu sich.
00:02:47Au, und mein Junge.
00:02:51Kaffee wie üblich.
00:02:53Ja, ich bin schon fertig.
00:02:56Eben Kaffee noch und dann geht's wieder weiter im Trott.
00:02:58Setz da doch zu mir.
00:03:00Sie haben sich hier im Club ja lange nicht sehen lassen.
00:03:05Wie hielt er denn dem alten Herr?
00:03:08Na, ganz gut.
00:03:10Er war natürlich traurig, dass Sie nicht zum Festkommen konnten.
00:03:14Über das Bild hat er sich riesig gefreut.
00:03:18Heute Abend kommt übrigens der engste Familienkreis zusammen und macht sich über die Reste vom Wochenende her.
00:03:23Vielleicht wollen Sie ja kommen.
00:03:25Nee, mein Lieber.
00:03:27Lass mal.
00:03:28Wenn sowieso, wenn ich mir die politische Großwetterlage so ansehe, kann ich auch nicht so viel fressen, wie ich kotzen
00:03:38möchte.
00:03:42Was, wenn ich sage, dass wir zum Fest sogar den guten Cognac aus dem Keller geholt haben?
00:03:47Der starb noch von Vaters alten Herrn.
00:03:50Es sind nicht mehr so viele Flaschen da.
00:03:53Ah, und du alter Verführer.
00:03:58Kognac von deinem Großvater.
00:04:00Mann, Mann, Mann, Mann.
00:04:02Dein Großvater.
00:04:04Wenn ich mal früher ins Kontor geschlichen habe.
00:04:07Um Stifte zu klauen.
00:04:10Da habe ich mir aber was eingefangen.
00:04:13Ja.
00:04:14Er war ein harter Knochen.
00:04:17Trotzdem hätte ich ihn lieber als Vater ja wie mein eine.
00:04:25Vater sagt immer, Großvater habe sie wie einen Sohn gesehen.
00:04:28Umso mehr nach dem Ongel Losor gestopft.
00:04:35Und wie geht's Käthe?
00:04:37Ganz gut.
00:04:39Der Herr Schwiegersohn ist ja mittlerweile der Philosophie-Professor in Frankfurt.
00:04:43Leitet da das Kuratorium.
00:04:45Da haben sie es nicht recht.
00:04:46Ich hatte ja gedacht, dass der Ritzlar politisch Karriere machen würde.
00:04:49Nee, nee, nee.
00:04:51Dem Kurt haben sie immer den Krieg angehängt.
00:04:54Betmann-Holwig und ihm.
00:04:57Das ist ja nie losgeholen.
00:05:00Stattdessen nun ständig wechselnde Regierungen.
00:05:03Ich bin mal gespannt, ob die sich heute einig werden.
00:05:06Ich fürchte schon.
00:05:08Denkst du denn, was der Kurt davon hält?
00:05:10Mit denen ist doch die ganze Bagage ein Witz-Video im Kabinett.
00:05:15Ich weiß nicht, Herr Liebermann.
00:05:16Hier im Club sind Sie geteilter Meinung, was das angeht.
00:05:19So, sind Sie das?
00:05:23Deswegen war ich auch schon lange nicht mehr hier.
00:05:26Die Schwadronnöre da unten sind mir ja eigentlich ziemlich wurscht.
00:05:28Aber was hältst du denn selber von dem Trommler?
00:05:33Findest du den etwa gut?
00:05:35Ja, Gott bewahre, nein.
00:05:40Aber ich glaube, es gibt jedenfalls genug Menschen, denen er aus der Seele spricht.
00:05:46Ich hoffe ja immer noch, dass der Herr Reichspräsident ja keinen neuen Kanzler ernennt.
00:05:51Das wär was.
00:05:53Das wird er auch.
00:05:55Das weiß ich auch.
00:05:58Da hab ich immer so große Stücke auf ihn gehalten.
00:06:01Oh, Hindenburg.
00:06:03Weißt du noch, wie ich ihn porträtiert habe?
00:06:05Da hat so ein Blatt geschrieben, dass wer unerhört, dass ein Jude einen Reichspräsidenten malt.
00:06:12Und über so was kann ich nur lachen.
00:06:14Und ich bin immer noch überzeugt, dass Hindenburg hochgelacht hat.
00:06:18Ich bin da bloß ein Maler.
00:06:20Was hat die Malerei mit dem Judentum zu tun?
00:06:25Kürzlich hat mir Mittenschmitt Postkarten gezeigt, die Hitler wohl früher in Wien gemalt hat.
00:06:30Grauenvoll.
00:06:34Ihr Bild von Vater ist jedenfalls wirklich ganz großartig.
00:06:38Und er hat sich maßlos darüber gefreut.
00:06:41Na, lass mal. Ich wollte ihn ja immer schon mal malen.
00:06:45Ihr könntet euch ja in der Wohnung hängen, damit ihr nicht vergisst, wer der eigentliche Herr Glickstein ist.
00:06:54So, jetzt machen wir mal voran.
00:06:57Jetzt kommst du doch noch zu spät ins Büro.
00:07:01Hab ich auch alles?
00:07:04Oh, danke.
00:07:06Ich helfe Ihnen.
00:07:09Danke, mein Junge.
00:07:11Herr Liebermann, kommen Sie doch heute Abend vorbei.
00:07:14Vater wird ohnehin enttäuscht sein, wenn ich ihm erzähle, dass wir uns hier im Club getroffen haben.
00:07:19Und er nicht dabei war.
00:07:21Das will ich mal schwer hoffen.
00:07:23Aber ich sag dir was.
00:07:24Ich rufe ihn nachher an und dann sehen wir.
00:07:27Und jetzt.
00:07:29Ich rufe eine ganze Familie.
00:07:32Ich mach mal vom Acker.
00:07:58Eine Nachricht aus dem Büro.
00:08:06Mein Mantel, bitte.
00:08:08Selbstverständlich, Aaron.
00:08:11Ich rufe.
00:08:26Ich rufe.
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00:10:53Komm schon!
00:10:54Moe Wille!
00:10:55Komm, Stuhl!
00:11:37Untertitelung des ZDF, 2020
00:11:41Brauchst du noch Hilfe, Mama?
00:11:43Nein, danke, mein Junge. Geh ruhig schon rein.
00:11:52Ich bin wirklich entschlossen, Mama.
00:11:54Ich weiß, mein Schatz. Ich kann das ja sogar verstehen. Aber du musst auch uns verstehen.
00:11:58Wir sind deine Eltern und wir machen uns Sorgen.
00:12:00Papa hat keine Ahnung.
00:12:04Das stimmt doch aber nicht.
00:12:06Hast du es ihm denn gesagt?
00:12:08Das noch nicht.
00:12:10Ich wollte erst... Das muss man behutsam mit deinem Vater.
00:12:14Aber es kann nicht mehr warten.
00:12:17Morgen rede ich mit ihm.
00:12:19Aber einfach etwas Geduld.
00:12:20Geduld?
00:12:21Ja.
00:12:22Wenn wir noch lange warten, dann wacht Papa in einem Monat auf und dann ist nichts mehr, wie es mal
00:12:26war.
00:12:29Dann ist nichts mehr zu retten.
00:12:30Leo.
00:12:34Leo.
00:12:37Leo.
00:12:47Leo.
00:12:50Leo.
00:12:52Leo.
00:13:18Eine Spende für die Versiagd. Danke sehr. Gott sei mit dir.
00:13:22Stell dir vor, dass alles zurücklassen.
00:13:24Armut gibt es überall.
00:13:26Aber wir könnten nach Kalifornien gehen oder nach New York.
00:13:29Ja, da bin ich bestimmt der einzige jüdische Arzt weiterhin.
00:13:32Die warten sicher schon Hennering noch nicht.
00:13:35Sie warten aber vielleicht auf mich, mein Chef.
00:13:38Das ist eine Riesenchance.
00:13:40Wenn Lemley Junior meine Romane kauft...
00:13:42Wenn er deine Romane kauft.
00:13:43Die Welt gehört den guten Gedanken.
00:13:46Ja, nur der Gedanke, meine Heimat zu verlassen und all das, was meine Eltern aufgebaut haben.
00:13:51Alles wackelig genug.
00:13:53Und deine Stelle im Ministerium?
00:13:56Fang bitte nicht wieder davon an.
00:13:58Meine Eltern werden vom Glauben abfallen.
00:14:00Junge, deine schöne Stelle an der Charité.
00:14:02Das ist die Wendung.
00:14:05Anstrengend.
00:14:05Die Wendung der Polizei ist gestellten und verhaftet.
00:14:09Hier einmal.
00:14:17Guck mal, warum meine Schwester?
00:14:18Hallo Sarah!
00:14:20Hallo.
00:14:20Hallo.
00:14:26Und? Gibt's schon was Neues aus Hollywood?
00:14:28Wir haben gerade darüber gesprochen.
00:14:31Wirkliche Neuigkeiten gibt's noch nicht.
00:14:33Die Uhren ticken da alle langsamer.
00:14:35Es dauert ewig.
00:14:36Aber wenn's klappt?
00:14:39Dann werden wir wohl in die Staaten gehen.
00:14:42Alle Achtung, Bruderherz.
00:14:44Ich hätte nicht gedacht, dass du über deinen Patriarchen-Schatten springen kannst.
00:14:49Die Welt gehört den Mutigen.
00:14:52Ich drück euch wirklich die Daumen.
00:14:55Und wer weiß, wenn wir demnächst ohnehin alle emigrieren müssen,
00:14:58dann kann's doch nur für ein Vorteil sein, wenn schon Familie drüben ist.
00:15:03Ich dachte immer, Moskau sei der Traum.
00:15:06Träume haben heutzutage keine lange Lebensspanne.
00:15:08Wir müssen das aber heute nicht groß vor den Eltern besprechen, oder?
00:15:14Ja.
00:15:15Na los, gehen wir hoch, hm?
00:15:16Wie ich meine Schwägerin kenne, wird mit preußischer Pünktlichkeit aufgetischt.
00:15:20Und ich habe Hunger!
00:15:41Das kann doch nicht sein.
00:15:45Moment, Sie gehen.
00:15:54Soll ich noch warten?
00:16:01Na, wir fangen jetzt an.
00:16:03Er wird schon kommen, wenn er so weit ist.
00:16:05Benjamin, wärst du so gut für uns zu bändchen?
00:16:08Großvater Jakob, das Tischgebet kommt nach dem Essen.
00:16:11Den Segen, mein Junge, den Segen.
00:16:13Weißt du, was ich meine?
00:16:23Amen.
00:16:37Danke, Gabi.
00:16:59Sarah?
00:17:09Michael, warte.
00:17:18Papa?
00:17:20Papa?
00:17:35Papa?
00:17:37Papa?
00:17:50Bezeiht bitte, es ging leider nicht schneller.
00:17:54War wohl viel los heute, was?
00:17:57Salirefeld ist heute Nacht gestorben.
00:18:00Ah.
00:18:05Ein Freund, Aaron?
00:18:07Einer unserer wichtigsten Geschäftspartner.
00:18:12Und der Auftrag, Junge?
00:18:16Ich habe den ganzen Tag versucht, das festzumachen.
00:18:19Aber da ging nichts.
00:18:22Und was nun?
00:18:23Das wird sich schon finden.
00:18:25Ist ja auch verständlich, dass man im Hause Rehfeld weiter anders im Kopf hat, ja nicht wahr?
00:18:35Danke.
00:18:37Jetzt macht euch erstmal keine Gedanken.
00:18:39Morgen früh gleich mache ich den Vertrag mit seinem Kompagnon.
00:18:42Hast du einen Termin mit dem Mann?
00:18:44Ja, Papa.
00:18:45Sie wird auch nur erklären, warum ich heute spät dran bin.
00:18:48Und jetzt, lasst uns essen.
00:18:50Aber Puppele, du musst dich doch nicht entschuldigen, dass du deine Arbeit machst.
00:18:58Also dann, möge es allen gut schmecken.
00:19:02Sehr gut.
00:19:03Danke.
00:19:03Guten Appetit.
00:19:04Guten Appetit.
00:19:17Das war wohl ein sehr wichtiger Auftrag, ja?
00:19:21Es wäre jedenfalls ungünstig, wenn er nicht zustande gegeben hat.
00:19:25Wie ungünstig dann?
00:19:29Was denn?
00:19:30Ist die Frage so unberechtigt?
00:19:34So berechtigt wie eine Frage nach einem Kunstfehler, Herr Doktor.
00:19:39Ist schon gut, Papa.
00:19:41Daniel hat ja recht.
00:19:44Es wäre schon ein Riesenschlamassel, wenn es mit dem Vertrag nicht klappt.
00:19:49Dabei hat es Halli ausgerechnet heute unterschreiben wollen.
00:19:51Kann er aber nun leider nicht mehr.
00:19:53Und was heißt das?
00:19:54Sind wir pleite?
00:19:56Nein, mein Stern.
00:19:57So schnell schießen die Preußen nun auch wieder nicht.
00:20:00Aber weil wir eine Menge Außenstände haben, kann es jedenfalls eng werden mit dem Bar.
00:20:06Sagt denen, dass wir hier praktisch schon einen mündlichen Vertrag gehabt haben.
00:20:10Und lasst dich nicht abschütteln.
00:20:12Wie gesagt, ich habe morgen einen Termin, Warte.
00:20:16So, dass ihr mir nicht auch noch das Essen vergesst.
00:20:20Richtig, genug mit den Geschäften.
00:20:22Danke.
00:20:23Herr Becker, das schmeckt sehr gut.
00:20:27Ja, das ist wirklich köstlich.
00:20:29Das meiste ist halt noch vom Fest.
00:20:32Da war es ja eben auch schon köstlich.
00:20:34Du Chameur.
00:20:37Nein, nein, der Doktor hat völlig recht.
00:20:41Lasst uns jetzt auf meine wunderbare Schwiegertochter anstoßen,
00:20:45die mir mit all meinen Kindern so einen schönen 80. ausgerichtet hat.
00:20:52Auf, Rebecca.
00:20:53Auf, Rebecca.
00:20:54Auf, Rebecca.
00:20:55Auf, dich mein Schatz.
00:21:00Also heute ist insgesamt ein wilder Tag.
00:21:02Cousin David wird wohl heute im Ulsteinhaus Überstunden schieben müssen.
00:21:05War denn was Besonderes?
00:21:08Aber Aaron, hast du denn gar nichts gehört?
00:21:10Nein, wieso?
00:21:12Sie haben die BVG-Räuber gefasst.
00:21:15Na, Gott sei Dank.
00:21:16Man ist ja in Berlin kaum noch seines Lebens sicher.
00:21:20Und Hitler ist Reichskanzler.
00:21:25Großartig.
00:21:26Das fehlt ja noch.
00:21:27Dieser furchtbare Mensch.
00:21:29Ja, schrecklich.
00:21:30Die Leute scheinen verrückt geworden zu sein.
00:21:33Also das mit Hitler.
00:21:34Eine richtige Überraschung ist das nun auch nicht mehr, oder?
00:21:37Es war abzusehen, dass von Pappen die Nazis nutzen würde, um seine Mehrheit zu bekommen.
00:21:42Ich hätte nur nicht gedacht,
00:21:44dass sich der Generalfeldmarschall tatsächlich auf diesen Trommler einlässt.
00:21:49Der Alte, der hat doch auch von Pappen gehört.
00:21:53Manarchisten, Faschisten, selbst die SPD.
00:21:56Das ist doch alles Teil eines großen Unterdrückapparates.
00:21:59Sarah, das ist jetzt nicht der geeignete Zeitpunkt.
00:22:02Wann ist er das denn je?
00:22:03Na, für euch Sozi ist jedenfalls nie.
00:22:07In diesem Ton sprichst du nicht mit deiner Tante.
00:22:12Aber du sagst doch selbst immer, wie gefährlich der Kommunismus ist.
00:22:16Also die Nazis sind ja nun kein Stück besser, Michael.
00:22:19Ach was?
00:22:21Die NSDAP ist ja wohl die einzige Partei,
00:22:23die heute wirklich frei ausspricht, was in Deutschland nicht stimmt, oder?
00:22:26Du und deine Nazi-Freunde?
00:22:29Das sind Antisemiten.
00:22:30Wenn es nach denen ginge, würden die uns des Landes verweisen.
00:22:33Oder Schlimmeres.
00:22:36Naja, man darf das alles nicht so schwarz sehen.
00:22:39Die Nazis machen eben viel Lärm, allen voran Hitler.
00:22:41Wer weiß schon, was er sagen muss, um die ganzen Enttäuschten hinter sich zu bringen.
00:22:46Aber am Ende wird eben nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird.
00:22:50Ach nein?
00:22:51Nein.
00:22:51Und hast du den Putschversuch vergessen?
00:22:53Die Straßenschlachten mit der SA?
00:22:55Lecker.
00:22:56Ach, das sind Schläger und Mörder.
00:22:59Und deine Rotfront?
00:23:00Alles Pazifisten, was?
00:23:03Das ist ein Kampf um das Überleben dieser Nation.
00:23:06Da fließt halt auch Blut.
00:23:08Sei nicht leichtfertig mit Blut vergießen.
00:23:11Der hat uns den Frieden geboten.
00:23:13Ach, du meinst den Herr, der seinen Engel schickte, um die Erstgeborenen der Ägypter zu töten?
00:23:20Michael!
00:23:23Junge, das reicht jetzt.
00:23:27Aber Papa, gerade du musst das doch verstehen.
00:23:30Du hast doch selbst für unser Vaterland gekämpft.
00:23:32Du hast in den Gräben gelegen.
00:23:33Du hast das eiserne Kreuz.
00:23:35Wie Hitler.
00:23:36Wir haben Deutschland gegen unsere Feinde verteidigt.
00:23:39Und die kamen aus Frankreich, England und Russland.
00:23:42Herr Hitler scheint die Feinde mehr im eigenen Land zu suchen.
00:23:47Na ja, Michael hat nicht ganz Unrecht.
00:23:50Im Außenministerium sprechen auch viele davon, dass Hitlers Positionen zum Diktatfrieden und zu den verlorenen Gebieten längst überfällig sind.
00:23:57Der scheut sich jedenfalls nicht mal klare Worte Richtung London und Paris zu schicken.
00:24:01Mein Jakob und ich haben immerhin vier Söhne in den großen Krieg geschickt.
00:24:07Zwei hat uns der liebe Gott Halt zurückgegeben.
00:24:11Und zwei sind im Feld geblieben.
00:24:17Gefallen für das Vaterland.
00:24:19Aber meine liebe Monika, Sie sind für ein anderes Deutschland gestorben.
00:24:26Das Deutschland, wie es sich dieser Österreicher vorstellt, war es jedenfalls nicht.
00:24:31Aber so hat das doch Monika nicht gemeint, Papa.
00:24:36Aber Opa hat doch recht.
00:24:37Das ist nicht mehr, dass Deutschland für das Vater in den Krieg gezogen ist.
00:24:40Oder, Papa?
00:24:44Wenn es danach geht, könnte ich dir nicht einmal sagen, ob es das Deutschland überhaupt jemals gab, für das ich
00:24:50in den Krieg gezogen bin.
00:24:51Der Kaiser hat uns aber letztlich die volle Gleichstellung gegeben.
00:24:55Vergiss das mal nicht.
00:24:58Nur während Hitler heute Reichskanzler geworden ist, hockt der Kaiser irgendwo in Holland und hackt Brennholz.
00:25:03Na, ob das so einfach ist mit nur einem Arm?
00:25:10Das stimmt.
00:25:13Manche sagen, dass Hitler den Kaiser zurückholen wird.
00:25:16Unsinn.
00:25:17Solange der alte Präsident ist, steht ohnehin ein Sachwalter des Kaisers an der Spitze.
00:25:21Na, ist der olle Hindenburg sogar noch sechs Jahre älter als ich.
00:25:24Der wird es dann auch nicht mehr so lange machen.
00:25:29Als ob der Kaiser, der Stahlhelm, der Hindenburg oder sonst wer irgendwas Gutes wären.
00:25:33Mit solchen Männern an der Spitze wird es für uns wohl kaum eine Zukunft geben in Deutschland.
00:25:40Da hat sie recht.
00:25:44Wie meinst du das, mein Herz?
00:25:51Ich meine damit, dass ich nicht in Deutschland bleiben werde.
00:25:56Wie bitte?
00:26:01Ich werde mit Hannah und Samuel nach Palästina gehen.
00:26:04Lea, hättest du denn damit nicht ein bisschen warten können?
00:26:10Du wusstest davon.
00:26:14Ein Bäcker.
00:26:15Das ist meine Schuld, Aaron.
00:26:18Lea hat mich gefragt und...
00:26:19Hast du davon gewusst?
00:26:22Ja.
00:26:34Hannah und Samuel genießen Monat.
00:26:39Aaron, reg dich doch nicht auf.
00:26:41Mein Junge, es ist doch eine wunderbare Sache, wenn Lea ins Land der Väter möchte.
00:26:48Eretz Israel.
00:26:49Mutter.
00:26:51Vater.
00:26:53Meine 19-jährige Tochter will mit ihrer Cousine nach Palästina auswandern
00:26:57und niemand hier hält es für notwendig, mit mir darüber zu sprechen.
00:27:02Ihr habt recht.
00:27:03Das ist nicht das Deutschland, für das ich im Graben lag.
00:27:06In meinem Deutschland hatte man noch Ehrfurcht vor dem Vater.
00:27:11Nun, lass dich nicht so auf, Junge, als ob du mich immer geehrt hättest.
00:27:16Außerdem...
00:27:17...habe ich auch von Lehrchens Wünschen gewusst.
00:27:21Und ich habe Rebekka gesagt, sie soll es...
00:27:24...noch nicht mit dir besprechen.
00:27:27Aber wie kommst du denn dazu?
00:27:30Lass uns das vielleicht nicht vor der ganzen Bespore besprechen.
00:27:35...mit dem ganzen Druck im Geschäft in letzter Zeit und so weiter und so weiter.
00:27:39Rebekka, lass uns den Rest holen.
00:27:43Nein.
00:27:44Lass mich das machen.
00:27:45...
00:27:45...
00:27:52...
00:27:54...
00:27:54...
00:28:19Wie kannst du mir so etwas verheimlichen?
00:28:22Es tut mir leid.
00:28:23Es tut dir leid.
00:28:27Wir wollten es ja mit dir besprechen. Später.
00:28:29Wie viel später? Wenn ich eine Postkarte bekomme aus Palästina?
00:28:33Liebe Grüße, Lea?
00:28:35Es ist ja nicht so, als ob du gerade offen wärst für solche Unterhaltungen.
00:28:39Nein, bin ich auch nicht. Weil sie ganz und gar abwegig sind.
00:28:43Aber wieso?
00:28:44Weil Lea noch nicht mal ganz 19 ist.
00:28:46Und weil ich verdammt sein werde, bevor ich sie mit einem Koffer zu den Muslimen schicke.
00:28:51Sie will sich dort ein Leben aufbauen. Ein Koffer wird wohl kaum reichen.
00:28:55Findest du das komisch?
00:29:01Vorgeführt habt ihr mich. Du und deine Tochter.
00:29:05Unsere Tochter?
00:29:07Vor der ganzen Gesproche.
00:29:11Aaron weiß nicht mal, was in seinem Hause vor sich geht, werden Sie sagen.
00:29:15Darum geht es dir?
00:29:17Dass dein Ansehen Schaden nehmen könnte?
00:29:19Es geht darum, dass unsere Tochter ihr Leben wegwerfen möchte.
00:29:22Und das werde ich nicht zulassen.
00:29:24Ach, Aaron.
00:29:28Hast du auch nur die geringste Vorstellung davon, wie es in Palästina aussieht?
00:29:32Welche Inbehrungen und Gefahren dort auf sie warten würden?
00:29:35Größere als hier?
00:29:36Ja, natürlich.
00:29:39Wovon redest du überhaupt?
00:29:41Aaron, Lea wurde bereits zweimal von Braunhemden bedroht.
00:29:45Und beim letzten Mal gab es eine richtige Prügelei.
00:29:47Wann?
00:29:47Letzten Donnerstag.
00:29:49Samuel Herlitz und dieser Silberstein-Junger haben ihr geholfen.
00:29:52Warum weiß ich nichts davon?
00:29:55Weil du nicht da warst, wie so oft.
00:29:58Da gab es diese Gespräche mit den Franzosen aus Marseille und du hattest doch überhaupt gar keine Zeit.
00:30:05Wenn es um den Schutz meiner Familie geht, dann habe ich immer Zeit, das weißt du ganz genau.
00:30:08Ja, sicher.
00:30:10Dann hättest du ja schlicht verboten, nach sechs Uhr noch das Haus zu verlassen.
00:30:14Das schickt sich auch nicht.
00:30:16Aaron, was spielst du dich denn so auf? So bist du doch gar nicht.
00:30:21Vielleicht war das schon immer mein Fehler.
00:30:24Zu weich, zu nachgiebig, zu großzügig.
00:30:26Ja, mit Michael, aber nie mit Lea.
00:30:29Michael ist ein Junge, der muss sich ausprobieren.
00:30:31Lea ist eine junge Frau.
00:30:33Ihr größtes Kapital ist ihr Ansehen.
00:30:36Das muss gelütet werden.
00:30:39Ich glaube kaum, dass es ihr Ruf ist, um den wir uns sorgen müssen.
00:30:42Aber dass sie sich, egal zu welcher Tageszeit, nicht mehr sicher sein kann,
00:30:46ob sie als Jüdin noch unbehelligt durch Berlin kommt, das sollte uns Sorgen machen.
00:30:50Aaron.
00:30:51Du übertreibst maßlos.
00:30:52Sag mal, hast du mir nicht zugehört?
00:30:54Letzten Donnerstag haben sich die Jungs geprügelt, um sie zu schützen.
00:30:58Und warum besprecht ihr das nicht mit mir?
00:31:01Weil sie da schon längst über die Auswanderung nachgedacht hatte.
00:31:04Sie hat sich Sorgen gemacht.
00:31:06Sie hatte Angst, was du dazu sagen würdest.
00:31:07Deshalb wollte sie das eben noch nicht mit dir besprechen müssen.
00:31:15Und nun?
00:31:19Lea ist fest entschlossen, mit Hannah und Samuel nach Israel auszuwandern.
00:31:23In das Land der Väter.
00:31:24Das kommt überhaupt nicht in Frage.
00:31:27Deutschland ist das Land meines Vaters und seines Vaters.
00:31:31Diese blödsinnige Idee eines jüdischen Staates.
00:31:34Wie kannst du das denn so einfach sagen?
00:31:37Weil ich unsere Tochter nicht irgendwo ins Osmanische Reich ziehen lasse, damit sie da von Berbern in die Sklaverei verschleppt
00:31:43wird.
00:31:43Stattdessen soll sie sich hier von Nazis zusammenschlagen lassen.
00:31:46Hier herrscht jedenfalls noch Recht und Ordnung.
00:31:49Das ist Preußen und nicht Arabien.
00:31:51Hitler und Konsorten sind mir völlig egal.
00:31:53Der Spuk geht auch wieder vorüber.
00:31:55Aber wer schützt Lea im Osten vor irgendeinem Krummdolch?
00:31:59Die Zionisten-Polizei?
00:32:01Die Briten?
00:32:02Ha, die Tommys. Das ist ja noch schöner.
00:32:04Es ist sicher dort. Und das weißt du sehr wohl.
00:32:07Glaubst du denn, dass Benjamin sein verhätscheltes Töchterlein dorthin ziehen lassen würde, wenn er sich nicht über alles informiert hätte?
00:32:12Du willst mir ausgerechnet den Rabbiner als Leumund für die Sicherheit unserer Tochter verkaufen?
00:32:18Benjamin ist ein großartiger Mann und ein kluger Mann.
00:32:21Aber das scheint bei dir ja nicht zu zählen.
00:32:24Er kennt seine Tore.
00:32:26Keine Ahnung von der Welt.
00:32:28Gott bewahre, dass irgendjemand außer Aaron Glückstein etwas von der Welt versteht.
00:32:33Sei nicht alt.
00:32:34Und du sei mal offen für das, was andere zu sagen haben.
00:32:36Ich bin offen.
00:32:38Ja. Vielleicht für deine Geschäfte.
00:32:40Aber schon längst nicht mehr für deine Familie oder für mich.
00:32:46Keine Sorge, ich werde dir keine Szene machen.
00:32:49Aber Aaron, du bist es, der keine Ahnung mehr von der Welt hat.
00:32:53Die Welt verändert sich.
00:32:54Lea wird jedenfalls nicht nach Palästina gehen.
00:32:58Wir sollten das nicht weiter zum Thema machen.
00:33:01Das ist mein letztes Wort.
00:33:02Ja.
00:33:02Aber nicht meines.
00:33:04Wir haben Gäste.
00:33:06Lass uns später darüber reden.
00:33:11Rebecca.
00:33:12Rebecca.
00:33:14Rebecca.
00:33:40Monika raucht gar nicht mehr, oder?
00:33:43Nein.
00:33:44Ist auch eigentlich besser.
00:33:47Aaron ist ein ziemlicher Sturkopf.
00:33:49Na ja.
00:33:51Lea ist ja auch ein bisschen jung dafür, oder?
00:33:56Palästina.
00:33:58Früher oder später müssen wir alle darüber nachdenken.
00:34:01Über Palästina?
00:34:02Über das Auswandern.
00:34:04Tut ihr doch auch.
00:34:06Na ja.
00:34:08Monika hört halt den Lockruf der Ferne und des Erfolgs.
00:34:12Ich will, dass sie glücklich ist.
00:34:14Aber das ist doch gut so.
00:34:16Ich finde, das ist wirklich großartig.
00:34:17Hoffentlich klappt alles.
00:34:20Sagst du was?
00:34:23Du willst eigentlich nicht.
00:34:26Was soll ich machen?
00:34:27Ich liebe meine Heimat.
00:34:28Nach allem, was passiert ist.
00:34:30Der Krieg.
00:34:32Die Republik.
00:34:33Was ist damit?
00:34:34Jetzt stelle ich nicht so dumm, Bruder.
00:34:36Du weißt, was ich meine.
00:34:37Ach, Sarah.
00:34:39Wenn du gesehen hättest, was ich bei Verdot gesehen habe.
00:34:42All die Kameraden, die im Glauben an die gute Sache
00:34:44ihr Leben fürs Vaterland gegeben haben.
00:34:46Und deine Briefe?
00:34:47Ihr habt doch gelitten wie Vieh.
00:34:49Eben.
00:34:49Und wir hätten das nie durchgehalten ohne die Liebe zum Vaterland.
00:34:51Aber das meine ich doch gerade.
00:34:54Gut.
00:34:54Ich bin selbst nicht dabei gewesen.
00:34:56Aber ich weiß auch so, was den Soldaten angetan wurde.
00:34:59Auf allen Seiten.
00:35:00Immer im Namen des Vaterlandes.
00:35:03Und wie hat man es euch gedankt?
00:35:04Aber das waren doch deine Leute.
00:35:06Die Sozis und die Bolschewisten.
00:35:07Kommunisten.
00:35:08Von mir aus Kommunisten.
00:35:09Das wart doch ihr.
00:35:10War eure Revolution, oder?
00:35:11Du fällst doch nicht wirklich auf diesen Durchstoßquatsch rein.
00:35:14Unbesiegt im Feld, Verraten in der Heimat.
00:35:16All das.
00:35:19Nein, sie nun auch wieder nicht.
00:35:20Aber wir haben alles gegeben.
00:35:23Vielleicht.
00:35:26Vielleicht sollten wir das immer noch machen.
00:35:28Nein.
00:35:30Ihr hättet im Gegenteil, wie vor ihr damit aufhören sollen.
00:35:33Die Revolution kam eher noch zu spät.
00:35:37Ach, Schwesterchen.
00:35:38Ich will mich doch nicht auf irgendeinen Streit mit dir einlassen.
00:35:42Was ich eigentlich sagen will, ist, Aaron und ich, Männer wie unsere Kameraden, wir können doch gar nicht anders.
00:35:48Wir sind deutsche Patrioten.
00:35:50Willst du ihn denn tot?
00:35:50Ja.
00:35:52Genau da verfüllte ich mich.
00:35:56Aaron.
00:35:58Wir haben uns hier zurückgezogen in den Hof zum Rauchen.
00:36:00Ah, hier.
00:36:02Ja, damit der Becker und du euch in Ruhr aussperren kannst.
00:36:05Danke.
00:36:06Willst du auch ein Rauchen?
00:36:07Nein, danke.
00:36:09Ich gehe noch schnell zu Kaisers ein paar Bier holen.
00:36:11Ich brauche so einen kleinen Gang jetzt.
00:36:14Möchtest du meine Meinung hören, Aaron?
00:36:18Natürlich.
00:36:19Und du weißt, die Zionisten sind mir genauso fremd wie dir.
00:36:23Aber du solltest Lea ziehen lassen.
00:36:24Es ist wichtig, ihre Entscheidung zu akzeptieren.
00:36:27Damit sie sieht, dass ihr Vater sie als emanzipierte und selbstständige Frau gelten lässt.
00:36:31Ich denke drüber nach.
00:36:33Ich muss los.
00:36:34Kaisers schließt um 19 Uhr.
00:36:41Tatsachen schafft man nicht dadurch aus der Welt, dass man sie ignoriert.
00:36:44Rosa Luxemburg.
00:36:45Nein, Aldous Huxley.
00:36:48Wer?
00:36:49Frag mal Monika.
00:36:50Die kennt vielleicht was von ihm.
00:36:54Gehen wir wieder nach oben?
00:36:58Ich habe schon wieder Hunger.
00:37:27Ich weiß, dass es nicht so leicht ist, Rebecca.
00:37:33Was meinst du?
00:37:35Das Leben mit Aaron.
00:37:38Ist das nicht so?
00:37:42Wir haben es gut miteinander.
00:37:46Weißt du, ich liebe meine Söhne.
00:37:49Aber ich kenne sie auch.
00:37:52Und deshalb glaube ich, nein, deshalb weiß ich, dass es nicht so leicht ist mit Aaron.
00:38:00Na, wenn es danach geht, glaube ich, dass es das mit keinem Mann ist.
00:38:07Mein Jakob und ich hatten ein gutes Leben.
00:38:14Aber deshalb musst du nicht denken, er hätte sich auch immer gut verhalten.
00:38:18Da gab es so manches.
00:38:20Und einiges davon bleibt besser für schön.
00:38:26Er war mir immer ein guter Ehemann.
00:38:33Das ist Aaron ja auch.
00:38:35Aber es ist eben ermüdend in letzter Zeit.
00:38:39Das Geschäft, die Kinder, so ein tagtäglicher Kampf.
00:38:45Das ist es tatsächlich.
00:38:48Männer leben ihr Leben im Kampf.
00:38:52Der Krieg ist nur eine Form davon.
00:38:54Die Arbeit eine andere.
00:38:57Tag um Tag.
00:38:58Auch die Versuchung gehört dazu.
00:39:07Es ist an uns Frauen, unsere Männer in ihrem Kampf zu stärken.
00:39:11Und wenn nötig, zu leiten.
00:39:17Wenn Aaron sich doch nur leiten ließe.
00:39:20Aber dennoch, ich bin hier, nicht wahr?
00:39:24Ich dachte auch mal an Trennung.
00:39:29Ja.
00:39:32Und ich bin dir dankbar, dass du meinem Sohn so eine gute Frau bist.
00:39:38Ich liebe ihn.
00:39:41Und älte ich?
00:39:44Ich weiß.
00:39:46Und deshalb werdet ihr auch diese Zeit überstehen.
00:39:49Solche Kämpfe sind Herausforderungen, die eine Ehe stärken.
00:39:55Naja.
00:39:56Warte ab, bis wir die Diskussion um Lea weiterführen.
00:40:00Ich bin sicher, du wirst den richtigen Weg finden.
00:40:32Das hilft, es heilt die Trennung.
00:40:55Radio Aktiengesellschaft, David und Sigmund Löwe, Büro Dr. Sigmund Löwe, Fräulein Schneider am Apparat. Was kann ich für Sie tun?
00:41:00Hallo Karin, Aaron hier. Kann ich mal mit Sigmund sprechen?
00:41:05Was gibt es denn?
00:41:06Ich habe dringend was geschäftliches mit ihm zu klären.
00:41:10Du meldest dich aber auch nur, wenn dir irgendwo der Schuh drückt was. Oder drückt es den werten Herrn noch
00:41:15anderswo?
00:41:16Karin, ich kann jetzt wirklich nicht mit dir diskutieren. Ich habe mich bei dir entschuldigt und...
00:41:21Ich bin keines von deinen Flittchen, weißt du.
00:41:24Bitte stell mich jetzt zu Sigmund durch. Wir können uns gern nochmal in der nächsten Woche treffen und alles in
00:41:31Ruhe bewegen.
00:41:32Na, das könnte dir so passen. Aber wie auch immer. Herr Dr. Löwe ist sowieso nicht mehr in seinem Büro.
00:41:39Wenn du Glück hast, ist er vielleicht noch bei Herrn von Adeln in der Werkstatt. Ich versuche dich durchzustellen.
00:41:45Danke.
00:41:54Herr Löwe?
00:41:56Sigmund, Gott sei Dank. Aaron Klickstein hier.
00:42:00Aaron, grüß dich mal lieber. Wie geht's dir?
00:42:03Es gab schon bessere Tage.
00:42:05Wem sagst du das? Mein Bruder David will sogar nach Amerika auswandern.
00:42:08Was?
00:42:10Warum das denn?
00:42:11Du hast schon mitbekommen, dass wir eine neue Regierung haben, oder?
00:42:14Naja. Aber darum gleich nach Amerika?
00:42:17Warum?
00:42:18Die fordern seit Jahren die Entjudung von Unternehmen. Arisierung nennen sie das.
00:42:24Du musst dich auf was gefasst machen.
00:42:26Ja.
00:42:27Wenn du meinst...
00:42:28Ja, Albert ist ja schon seit ein paar Jahren drüben. Jetzt will er sogar seinen deutschen Pass abgeben. Und auch
00:42:33aus der Akademie austreten.
00:42:35Du Sigmund, wir können das doch alles mal in den nächsten Tagen im Club diskutieren. Aber jetzt... Ich rufe dich
00:42:41gerade aus einer Telefonzelle an.
00:42:43Ist dein Telefon kaputt?
00:42:45Nein, nein. Ich brauche deine Hilfe.
00:42:49Ja. Um was geht's denn?
00:42:52Ganz ohne Umschweife. Mir steht das Wasser bis zum Hals.
00:42:56Oh. Das tut mir leid.
00:42:59Ja, ein paar unglückliche Entwicklungen in letzter Zeit. Und dann ist heute auch noch einer meiner wichtigsten Geschäftspartner verstorben.
00:43:06Etwas an der Rehfeld?
00:43:07Ja. Kanntest du ihn?
00:43:10Flüchtig. Manfred ist mal mit einer der Rehfeldtöchter ausgegangen.
00:43:14Er hat mir heute Morgen davon erzählt.
00:43:17Ach so.
00:43:18Wo?
00:43:19Weißt du was? Komm doch einfach mal die Tage in Steglitz vorbei.
00:43:22Manfred kann dir ein paar tolle neue Sachen zeigen. Wir können jetzt Filme über Antennen an Bildröhren schicken und darstellen.
00:43:29Das ist die Zukunft, sag ich dir.
00:43:32Sigmund, ich brauche einen Privatkredit. Und zwar so schnell wie möglich.
00:43:40Ist das so schlimm? Das wusste ich nicht.
00:43:43Das darf auch keiner wissen. Selbst Rebecca hat keine Ahnung.
00:43:47Ich brauche dringend Liquidität in der Firma, sonst verlieren wir alles.
00:43:53Gut, Aaron.
00:43:54Ich weiß nicht, was möglich sein wird. Ich will dir auch nichts Falsches versprechen.
00:43:58Aber komm morgen einfach um 10 in meinem Büro vorbei.
00:44:01Mein Buchhalter wird auch da sein. Und wir werden eine Lösung finden.
00:44:06Danke, Sieg.
00:44:08Aaron, grüß mir die Familie.
00:44:11Du auch.
00:44:34Geh.
00:44:35Geh.
00:44:36Geh.
00:44:46Guten Abend, Herr Glickstein.
00:44:49Guten Abend.
00:44:55Utilia Cohen, Peter Stock?
00:44:59Nein.
00:45:01Du bist aber groß geworden. Ich hab dich ja ewig nicht gesehen.
00:45:05Ja, das mag auch darin liegen, dass Sie nie zu Hause sind, sagt Lea.
00:45:09Ja, das mag stehen.
00:45:18Also dann noch einen schönen Abend und grüßen Sie Ihre Frau ganz herzlich von mir.
00:45:24Danke. Das werde ich ausrichten.
00:45:29Vielleicht sieht man sich ja dann nochmal.
00:45:35Danke.
00:45:45Danke.
00:45:46Danke.
00:45:55Danke.
00:46:12Alles gut, mein Junge.
00:46:26Aaron, wir haben uns nochmal über die BVG-Räuber unterhalten.
00:46:28Mich wundert, dass du das überhaupt gar nicht mitbekommen hast.
00:46:31Die haben doch damals euer Lohnbüro überfallen.
00:46:34Nicht unser Lohndüro. Die Sparkasse, wo wir unsere Lohnkonten verwalten, die wurde überfallen.
00:46:39Mhm. Und da wurdest du nicht gleich informiert?
00:46:43Es war halt einiges los und dann hatten wir heute auch viele Krankmeldungen.
00:46:47Es geht ja wohl eine Grippe um.
00:46:49Oh ja, es sind sogar Schulklassen deshalb geschlossen worden.
00:46:52Ah, das wusste ich nicht.
00:46:54Bei dir auch, Michael?
00:46:55Mhm.
00:46:56Leider nicht.
00:47:02Wurde denn Geld sichergestellt?
00:47:04Bei wem?
00:47:05Bei den BVG-Räubern.
00:47:07Ach so.
00:47:07Nicht, dass ich wüsste.
00:47:09Aber es war ein ziemlich großer Einsatz.
00:47:11130 Mann.
00:47:13Gott sei Dank ist es ohne Blutvergießen abgegangen.
00:47:17Hohe Eisen und Achtnagen heißen die Kanalien.
00:47:19Was glaubst du, was sie kriegen werden, Onkel Daniel?
00:47:22Den Strang, da bin ich mir ziemlich sicher.
00:47:24Klar.
00:47:25Die beiden Kerle wird man hängen, weil sie einen Stadtinspektor erschossen haben.
00:47:29Aber Massenmörder wie Hindenburg, die ganze Armeen in ihr Verderben geführt haben,
00:47:33die machen wir noch zu Präsidenten.
00:47:35Sarah, es ist nicht recht, dass du so vom Herrn Reichspräsidenten sprichst.
00:47:41Wäre das nicht ein Stoff für einen deiner neuen Romane, Moni?
00:47:45Die BVG-Räuber?
00:47:46Mhm.
00:47:47Ja, ich habe tatsächlich auch schon daran gedacht.
00:47:49Man müsste das natürlich noch ein wenig ausschmücken.
00:47:52Daniel kann dich doch bei den medizinischen Details beraten.
00:47:56Mhm.
00:47:57Meine Herzensdame hat sich noch nie gerne beraten lassen. Stimmt's, Moni?
00:48:01Wer hört denn schon gerne auf seinen Mann?
00:48:08Schmeckt es denn auch allen?
00:48:10Mhm.
00:48:14Nein wirklich, Becky, es schmeckt ganz fabelhaft.
00:48:18Danke.
00:48:18Und alles ganz koscher, nicht wahr?
00:48:20Natürlich.
00:48:24Ein Rabbi geht zu einem Metzger und sagt, ich hätte gern den Fisch da.
00:48:30Nein, dem gesagt, das ist kein Fisch, das ist ein Schinken.
00:48:33Ich will gar nicht wissen, wie der Fisch heißt.
00:48:40Da kenne ich auch einen.
00:48:44Ein katholischer Priester, ein evangelischer Pastor und ein Röwe treffen sich und unterhalten sich über ihre Gemeinden und deren Opfergaben.
00:48:54Sagt der Priester, also ich nehme nur ein Zehntel der Kollekte für die Kirchenausgaben und den Rest tue ich in
00:49:02den Fürsorgebeute.
00:49:03Fällt aber immer was raus, dann nehme ich es für mich selbst.
00:49:07Meint der Pastor, ja, ich mache es so ähnlich.
00:49:12Ein Zehntel Kirche, acht Zehntel Fürsorge, ein Zehntel für mich selbst.
00:49:17Sagt der Rabbi, ach, was seid ihr Christen doch für Heuchler.
00:49:22Die ganzen Gaben sind doch für Gott.
00:49:24Deswegen mache ich es ganz anders.
00:49:27Ich werfe die ganze Marie in die Luft und sage, Herr, behalt bei dir, was du davon haben möchtest.
00:49:35Wie soll man als Rabbi sonst seinen Kindern die Reise nach Palästina bezahlen?
00:49:42Dann ist das ja gut, dass das alles nur ein Witz ist.
00:49:45R.S. Israel ist kein Witz, Vater.
00:49:48Unsere Leute setzen ihr Leib und Leben dafür aufs Spiel.
00:49:51Und ihr macht hier dumme Scherze.
00:49:53Setz dich wieder hin.
00:49:55Wir reden später mit deinem Vater noch darüber.
00:50:00Können wir jetzt bitte über etwas anderes sprechen?
00:50:09Na, dann lasst uns diesen furchtbaren neuen Kanzler besprechen.
00:50:13Ich kann den Mann nicht ausstehen.
00:50:16Wie kann so ein Schreihals-Reiskanzler werden?
00:50:21Max hat vorhin angerufen und gemeint, er könne gar nicht so viel essen, wie er kotzen möchte.
00:50:27Also ich glaube, wir nehmen diesen ganzen Nazi-Spuk viel zu ernst.
00:50:31Die wirkliche Macht liegt doch bei von Papen und Humberg.
00:50:34Und Hindenburg. Und Hindenburg.
00:50:37Ich bin mir nicht so sicher, ob sich die Herren da nicht verrechnen.
00:50:40Dieser Hitler ist ein verschlagener Mann.
00:50:43Ich habe ja viel mit der amerikanischen Botschaft zu tun.
00:50:46Und da haben es die meisten schon kommen sehen.
00:50:48Aber keiner traut den Nationalsozialisten die Regierung wirklich zu.
00:50:52Das ist einfach nur eine Phase, wie die vielen anderen Regierungen, die kamen und wieder gingen.
00:50:55Aber irgendwann muss sich Deutschland ja mal stabilisieren, nicht wahr?
00:50:58Und dann sehen wir schön blöd aus, wenn das gerade mit Hitler passiert.
00:51:01Also ich glaube nicht, dass die Nazis am Ende die Politik bestimmen werden.
00:51:05Von Papen und Humberg schlagen das in realpolitisches Backpapier ein.
00:51:09Das sind doch gestandene Politiker.
00:51:12Konservativ ja, aber eben keine Nazis.
00:51:14Die brauchen halt eine Mehrheit.
00:51:16Und da kann der Schwung, den Hitler mit sich grün, vielleicht sogar Positives bewirken.
00:51:20Ich kann gar nichts Positives an diesem Schwung erkennen.
00:51:23Nur Bösartigkeit, Niedrigkeit und Gewalt.
00:51:27Ich denke, Onkel Daniel hat recht.
00:51:30Die NSDAP und Hitler nehmen kein Blatt vor den Mund.
00:51:33Sie sagen endlich auch auf höchstem Parkett, was die meisten Deutschen zu Hause ohnehin denken.
00:51:38Das Schantiktat muss weg.
00:51:40Und Gesellschaft und Wirtschaft müssen sich von Grund auf erneuern.
00:51:43Was den Versailler Vertrag angeht, sind wir uns doch alle einig.
00:51:46Der ist auch ohne Hitler schon Makulatur.
00:51:49Im Prinzip hat Stresemann die Kuh doch längst vom Eis geholt.
00:51:52Ja. Und Hitler wird alle Glauben machen, er sei es gewesen.
00:51:57Der Versailler Vertrag gilt noch immer.
00:51:59Aber Hitler wird ihn aufkündigen.
00:52:01Das wird er nur können, wenn die Siegermächt es zulassen.
00:52:04Und?
00:52:07Was und?
00:52:08Werden sie es zulassen.
00:52:10Ich bin ja nur nicht unmittelbar im diplomatischen Chor.
00:52:13Aber ja, ich denke schon.
00:52:15Und schon das allein ist ein Verdienst von Hitler.
00:52:18Weil er eben nicht rumlaviert, sondern ganz klar sagt, so geht's nicht.
00:52:23Es hat ja keiner gesagt, dass es nicht auch Punkte gibt, wo man der NSDAP zustimmen könnte.
00:52:29Sprich bitte nur für dich, Bruderherz.
00:52:31Für mich ist es eine einzige große Verbrecherbande.
00:52:34Aber dann nehmen sich die Herrschaften der DNVP und des Zentrums auch nicht viel.
00:52:37Wie habe ich es eigentlich hingekriegt, dass meine jüngste Tochter sich in eine Bolschewistin verwandelt hat?
00:52:44Mach dir keine Vorwürfe, Papa. Das war's nicht du.
00:52:47Ich habe einfach aus der Geschichte gelernt.
00:52:49Mein Bruder hingegen sollte sich lieber fragen, wie es sein kann, dass er einen kleinen Nazi zum Sohn hat.
00:52:53Was, Sarah? Was erlaubst du dir?
00:52:56Zu sagen, was ist, bleibt immer noch die revolutionärste Tat.
00:53:02Sie hat ja recht.
00:53:05Ich bekenne mich ganz offen zu Hitler.
00:53:07Jetzt ist es aber genug.
00:53:08Ich hoffe, wir sind hier bald durch.
00:53:10Ich will nämlich auf den großen Fackelzug gehen.
00:53:14Fackelzug?
00:53:16Die Nazis haben kurzfristig einen Siegesmarsch vom Brandenburger Tor aus angekündigt.
00:53:21Mit Fackeln natürlich. Was sonst?
00:53:23Sie werden auch hier durch die Wilhelmstraße ziehen.
00:53:25Und ich werde dabei sein.
00:53:27Nichts wirst du.
00:53:29Kein Mitglied meiner Familie wird an der Seite dieser Schläger marschieren und einer Witzfigur wie Hitler holen.
00:53:34Das werden wir ja sehen.
00:53:36Michael, wie sprichst du denn?
00:53:39Na, heute kommt ja dann wohl alles auf den Tisch. Was?
00:53:42Michael, ihr mein Arbeitszimmer.
00:53:45Warum?
00:53:46Weil ich ein ernstes Wort mit dir zu reden habe.
00:53:49Papa, ich bin kein Kind mehr.
00:53:50Dann verhalte ich auch nicht wie eins.
00:53:54Ihr entschuldigt uns bitte.
00:53:58Mein Junge, du machst das sicher richtig.
00:54:00Aber denk auch daran, dass du nicht gleich zwei Kinder an einem Tag verlierst.
00:54:04Und Kinder sind sie alle beide noch.
00:54:13Auf die Familie.
00:54:16Das größte Schlachtfeld, auf dem sich ein Mann beweisen kann.
00:54:22Stimmt.
00:54:47Gib mir einen guten Grund, warum ich dir jetzt keine Trachtprügel verabreichen und dich bis zur Matura unter Hausarrest stellen
00:54:54soll.
00:55:01Es tut mir leid.
00:55:03Was tut dir leid?
00:55:05Mein Ton.
00:55:06Das war nicht richtig von mir.
00:55:09Immerhin.
00:55:12Ich bitte dich dafür um Entschuldigung.
00:55:17Das nehme ich zur Kenntnis.
00:55:19Und sonst?
00:55:22Was sonst?
00:55:24Der hanebüchene Unfug, den du da eben am Tisch erzählt hast.
00:55:32Nun, das habe ich alles so gemeint.
00:55:36Das kann doch nicht dein Ernst sein.
00:55:38Du sprichst von einer Partei, die uns Juden die Schuld gibt für sämtlichen Scheiß, der hier zueinander nicht klappt.
00:55:44Nicht für alles.
00:55:45Nicht für alles?
00:55:47Weißt du überhaupt, wie viele Juden es in Deutschland gibt?
00:55:50Zwei von hundert Deutschen sind vielleicht Juden, wenn's hochkommt.
00:55:54Und du glaubst, diese zwei Prozent sind verantwortlich für die Lage aller anderen?
00:55:58Wenn das die zwei Prozent Finanz- und Wirtschaftsjudentum sind. Warum denn nicht?
00:56:03Die Weltwirtschaftskrise haben doch die Rothschilds und Guggenheims dieser Welt zu verantworten.
00:56:06Nicht die Müllers und Lehmanns.
00:56:08Das Finanzjudentum?
00:56:10Sag mal, hat man die ins Hirn gespuckt?
00:56:12Die Rothschilds und die Guggenheims?
00:56:14Und was mit den Klicksteins?
00:56:16Was mit uns?
00:56:19Gehören wir auch zu deinem Finanzjudentum?
00:56:23Ich hab ja nicht gesagt, dass jeder Händler und Unternehmer gleich schuld ist an der internationalen Unterdrückung der deutschen Volksgemeinschaft.
00:56:30Woher hast du das mal alles?
00:56:32Macht ihr so etwas entweder in der Schule?
00:56:36Ja.
00:56:37Zum Teil schon.
00:56:39Herr Grote, unser Geschichtslehrer, hat zum Beispiel ausführlich mit uns über meinen Kampf und die Protokolle der Weisen von Zion
00:56:45gesprochen.
00:56:47Hat er das?
00:56:47Ja.
00:56:49Herr Grote macht wenigstens Unterricht, mit dem man was anfangen kann.
00:56:52Bei Herrn Pieper ging es ja immer nur um Perikles oder Karl den Großen.
00:56:56Aber wen interessiert das?
00:56:59Und was meint Herr Grote zu Hitler?
00:57:03Gar nichts.
00:57:04Er hat uns nicht indoktriniert, falls du das meinst.
00:57:09Wir haben halt erarbeitet, was in der Republik alles im Argen liegt.
00:57:12Und dann haben wir verglichen, was Hitler dazu sagt.
00:57:15Und da kam dann heraus, dass die Juden an einem schuld sind.
00:57:22Du nimmst mich nicht ernst.
00:57:24Ich hasse das!
00:57:25Wie kann ich dich denn ernst nehmen, wenn du solch einem Schwachsinn aufsitzt und den auch noch an meinem Esstisch
00:57:30verbreitest?
00:57:31Mein Kampf und die Weisen von Zion.
00:57:33So ein Quatsch!
00:57:34Hast du sie denn gelesen?
00:57:36Ich bitte dich, ein Besseres zu tun, als jeden Hirnschiss zu lesen, den irgendein Verrückter auf Papier bricht.
00:57:41Meinen Kampf habe ich auch nicht gelesen. Muss ich auch gar nicht.
00:57:44Ich weiß auch so, dass da nur Dreck drin steht.
00:57:49Du musst es ja wissen.
00:57:50Ja, weiß ich auch.
00:57:51Ich habe deinen Herrn Hitler reden hören.
00:57:53Das hat an Deutlichkeit nichts zu wünschen übrig gelassen.
00:57:56Ich habe seine Schläger-Trupps grölen hören.
00:57:59Ich kenne Leute wie die.
00:58:02Mein Leben lang schon.
00:58:06Gut, manches ist ein bisschen hart, das gebe ich zu.
00:58:08Aber wenn du sein Buch nicht liest oder die Weisen von Zion, dann weißt du eben nicht, was gerade in
00:58:13Deutschland, was gerade in der ganzen Welt passiert.
00:58:16Die Protokolle sind der schlagende Beweis dafür, dass es unter den Juden eine Art Weltverschwörung gibt.
00:58:21Unfug. Wer weiß, wer sich diesen Schwachsinn ausgedacht hat.
00:58:25Bestimmt die Russen oder Franzosen.
00:58:28Du willst es nur nicht akzeptieren, weil es dir nicht gefällt.
00:58:32Aber ich sage dir was.
00:58:34Deutschland muss sich vor solchen Umtrieben schützen.
00:58:37Vor solchen Umtrieben?
00:58:39Junge!
00:58:41Du sprichst von deinen eigenen Leuten.
00:58:44Du sprichst von uns. Du sprichst von dir und mir.
00:58:48Ich bin zuerst Deutscher.
00:58:51Und dann erst Jude.
00:58:53Du hättest doch selbst nichts von den Zionisten. Das hast du so oft gesagt.
00:58:56Weil sie dem falschen Ideal anhängen.
00:58:59Aber das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
00:59:01Doch, genau darum geht's.
00:59:04Tempel Salomons.
00:59:06Um der Sache willen.
00:59:07Wenn dem also so sei, er ist Deutscher, dann Jude.
00:59:12Wie entscheidest du, wann du das eine und wann du das andere bist?
00:59:15Wie kannst du das trennen?
00:59:18Papa, was...
00:59:19Nichts ist mit Papa. Nicht jetzt.
00:59:20Du willst ein Mann sein? Dann stell dich dem Ding auch wie ein Mann.
00:59:23Was meinst du denn damit?
00:59:24Ich meine, dass du meiner eigentlichen Frage ausweichst.
00:59:28Du traust dich nicht mir zu sagen, was du wirklich denkst.
00:59:32Du willst nicht zugeben, dass du gar kein Jude sein willst.
00:59:35Du willst lieber richtig deutsch sein.
00:59:37Aber ich sage dir eins, da gibt es gar keinen Unterschied.
00:59:41Ach nein? Sag mal, bist du Mischugge?
00:59:43Was erlaubst du dir?
00:59:45Du kannst doch nur nicht ertragen, dass ich meinen eigenen Kopf habe.
00:59:47Alles, was in dieser Familie passiert, muss immer so gehen, wie es dir passt.
00:59:52Ich kann Lea ja verstehen, dass sie weg will.
00:59:59Das wird ja immer schöner.
01:00:04Glaubst du wirklich, Lea will nur wegen Hitler nach Palästina?
01:00:09Papa, sie will studieren und du legst ihr Stein in den Weg.
01:00:13Deshalb will sie weg.
01:00:14Palästina ist nur die einzige Chance, die sie hat.
01:00:18Als ob ich dir oder deiner Schwester jemals verboten hätte, eure Wünsche zu erfüllen.
01:00:22Papa, Lea flieht nicht vor Deutschland. Lea flieht vor dir!
01:00:26Du wachst es, mich in meinem eigenen Hause so zu beleidigen?
01:00:30Sag mir, dass du es nicht schon längst selbst weißt.
01:00:32Sieh mir in die Augen und sag mir das!
01:00:34Ich bin dir keine Rechenschaft schuldig.
01:00:43Du willst, dass ich mich wie ein Mann verhalte?
01:00:46Gut.
01:00:47Das tue ich gerade.
01:00:49Ich bin nämlich bereit, Rechenschaft abzulegen.
01:00:51Und das nicht nur vor dir, sondern vor unserem ganzen Volk.
01:00:55Und das ist nicht das jüdische, sondern das deutsche Volk.
01:00:58Was redest du da?
01:01:00Jüdisch oder deutsch, das ist wie frisisch oder deutsch oder bayerisch oder deutsch.
01:01:05Ich glaube an die nationale Bewegung.
01:01:07Ich glaube, dass Deutschland mit Hitler wieder zu der Macht aufsteigen kann, die ihm zusteht.
01:01:11Und das zu unser aller Wohl.
01:01:13Dabei kann das Vaterland doch auf niemanden verzichten.
01:01:16Schon gar nicht auf uns Juden.
01:01:17Wir müssen uns nur mehr um die Sache verdient machen.
01:01:20Damit wir nicht mit den Zionisten und Weltverschwörern verwechselt werden.
01:01:24Die hängen sich das Judentum doch sowieso nur als Deckmantel um.
01:01:27Das sind in Wahrheit Terroristen und Vaterlandsverräter!
01:01:29Ja, genau!
01:01:32Vaterlandsverräter, danke, Herr Hitler, dass Sie mich aufgeklärt haben.
01:01:35Aber ich dachte, Sie wollten die Juden loswerden.
01:01:37Was spricht denn da gegen Palästina?
01:01:40Nicht, dass ich viel dafür übrig hätte.
01:01:42Aber wenn die Juden das Unglück Deutschland sind,
01:01:45warum sollten Sie da nicht nach Palästina gehen?
01:01:49Das habe ich doch so gar nicht gesagt.
01:01:51Ach nein!
01:01:52Aber dein Herr Hitler sagt das.
01:01:55Lebt der Jude im Land, vergiftet er die Brunnen.
01:01:57Geht der Jude weg, verrät er das Vaterland.
01:02:00Das ist die jüdische Weltverschwörung.
01:02:05Du verdrehst alles.
01:02:06Ich meine doch nur, dass man sich heute
01:02:08der nationalen Verantwortung nicht entziehen darf.
01:02:10Gerade heute.
01:02:11Das kann jetzt der Anfang von etwas ganz Großem sein.
01:02:14Oder sein Ende.
01:02:15Jeder Anfang von etwas Neuem bedeutet doch das Ende von etwas Alpen.
01:02:18Das muss so sein und das ist gut so.
01:02:21Papa, die Welt verändert sich.
01:02:24Du bist nicht der Erste, der mir das heute sagt.
01:02:29Nun, vielleicht solltest du es dann an mir nicht einsehen.
01:02:32Und mitmachen.
01:02:33Denn von heute an ist der Nationalsozialismus in Deutschland
01:02:36nicht mehr aufzuhalten.
01:02:39Und wie soll das jetzt mit dir weitergehen?
01:02:43Muss ich damit rechnen, wenn ich morgen aus dem Büro komme,
01:02:46dass du hier in einem braunen Hemd rumstehst?
01:02:54Warum nicht?
01:02:56Weil ich dich dann vor die Tür setze, du Schmock.
01:03:00Und kannst ja sehen, ob dir deine Nazi-Freunde auch nur einen Löffel Suppe geben werden.
01:03:05Na ja.
01:03:07Weißt du was?
01:03:08Du brauchst mich gar nicht rauszuwerfen.
01:03:10Ich gehe selbst.
01:03:12Wenn du durch diese Tür gehst, dann brauchst du gar nicht mehr wieder zu kommen.
01:03:17Gut.
01:03:19Dann soll's so sein.
01:03:46Michael!
01:03:47Warte!
01:03:48Was machst du denn?
01:03:50Lass mich!
01:03:50Du kannst doch nicht einfach gehen!
01:03:52Ach nein.
01:03:52Tu ich gerade.
01:03:53Aber wohin denn?
01:03:54Zum Fackelzug, hab ich doch gesagt.
01:03:55Und dann?
01:04:01Weiß noch nicht.
01:04:04Du kommst aber wieder.
01:04:09Wenn's auf Vater geht, dann nicht.
01:04:12Hat er das gesagt?
01:04:14Ja, hat er.
01:04:15Und auch andere Dinge.
01:04:19Du kennst ihn.
01:04:21Es wird schon wieder.
01:04:23Mama wird das schon regeln.
01:04:25Wie immer.
01:04:26Hm.
01:04:27Das will ich aber gar nicht.
01:04:29Ich bin kein Muttersöhnchen mehr.
01:04:31Es ist Zeit, dass ich meine Sachen selber regle.
01:04:33Wie denn?
01:04:34Wo willst du denn bleiben?
01:04:39Kann man raten?
01:04:42Aber...
01:04:43Aber wann kommst du denn zurück?
01:04:46Gar nicht.
01:04:48Er will mich ja nicht.
01:04:51Und was ist mit Mama?
01:04:53Und mit mir?
01:04:57Du gehst doch auch...
01:05:00Was ist denn da mit Mama, hm?
01:05:02Oder mit mir?
01:05:03Dann komm mit.
01:05:04Nach Palästina.
01:05:07Nie im Leben.
01:05:08Das wird ein ganz neuer Anfang.
01:05:13Lea.
01:05:14Den haben wir hier jetzt auch.
01:05:17Michael, die Nazis wollen uns aber nicht.
01:05:20Die hassen uns.
01:05:22Palästina hingegen braucht uns.
01:05:26Und?
01:05:28Dich vielleicht.
01:05:30Der Nazianisten.
01:05:33Bei mir ist das aber was anderes.
01:05:35Ach ja?
01:05:36Wieso denn?
01:05:37Das sind meine Kameraden.
01:05:38Wir haben ein gemeinsames Ziel.
01:05:40Welches denn?
01:05:42Ein starkes Deutschland.
01:05:43Ein Leben, was uns zusteht.
01:05:45Und was steht uns Juden zu?
01:05:47Demütigung und Schläge etwa?
01:05:50Es ist das, was deiner Schwester zusteht.
01:05:57Wir wollen ein sicheres Land.
01:06:00Ein eigenes Land.
01:06:03Wir wollen ein sicheres Land.
01:06:12Ein eigenes Land.
01:06:18Vielleicht auch nur, weil man mich hier nicht sein lässt, wer ich sein könnte.
01:06:21Da draußen sieht die Sache aber anders aus.
01:06:24Bitte geh nicht.
01:06:25Was sind Sie?
01:06:37Können Sie?
01:07:07Untertitelung des ZDF, 2020
01:07:34ZDF, 2020
01:07:58Ich gehe mal an die frische Luft
01:08:01Mach mein Bubeli
01:08:06Ich begleite dich, Aaron
01:08:13Ich hole dir deinen Mantel
01:08:32Die ganze Straße ist schon voll
01:08:35Man will später von sich sagen können, man sei dabei gewesen
01:08:40Michael gehört dazu
01:08:42Aaron
01:08:44Michael ist ein junger Mann
01:08:45Er will aufbegehren
01:08:47Aber er stand aus gutem Hause
01:08:50Er wird geliebt
01:08:51Er ist gekommen
01:08:52Das wird ihm auch noch einfallen
01:08:54Und dann kommt er zurück
01:08:55Du wirst sehen
01:08:57Und Lia?
01:08:58Kommt sie auch zurück aus Palästina?
01:09:01Das ist eine andere Sache
01:09:02Aber wenn du willst
01:09:03Weißt du was?
01:09:04Ich habe genug
01:09:05Das war ihm wirklich schlechter
01:09:06Lass uns ein anderes wandern
01:09:09Wann denn?
01:09:12Keine Ahnung
01:09:13In ein paar Jahren vielleicht
01:09:17Ich weiß
01:09:18So viel Zeit habe ich nicht
01:09:21Opa Jakobs Geburtstag
01:09:22War wahrscheinlich auf lange Zeit das letzte Mal
01:09:24Dass die Familie so zusammenkommt
01:09:26Hanna und Samuel gehen in zwei Wochen
01:09:31Und Lia geht mit
01:09:35Ich habe sogar versucht es ihr auszureden
01:09:37Das musst du mir glauben
01:09:38Ach, wenn ja nicht
01:09:40Der Einzige dem ich Vorwürfe mache
01:09:42Bin ich selbst
01:09:44Ich habe das alles nicht kommuniziert
01:09:52Robby
01:09:53Ist das denn koscher?
01:09:58Ein Talmudschüler fragt seinen Robby
01:10:00Robby
01:10:00Darf nun mein Beten rauchen?
01:10:03Nein
01:10:03Antwortet der Robby entsetzt
01:10:05Der Kamerad hat das gehört
01:10:07Und sagt zu seinem Freund
01:10:09Völlig falsch
01:10:10Das musst du ganz anders machen
01:10:12Ich zeige dir wie es geht
01:10:13Weil du ein bisschen Zeit vergangen bist
01:10:15Zwei Wochen später
01:10:16Zwinkert der Kamerad seinem Freund zu
01:10:18Geht dann zum Robby
01:10:20Und fragt ihn
01:10:21Robby
01:10:21Darf ich denn auch beten
01:10:23Wenn ich gerade eine Zigarette rauche?
01:10:25Oh ja
01:10:26Einfach, dass der Robby ja freut
01:10:44Hast du eigentlich mal
01:10:45Mein Kampf gelesen?
01:10:46Um Gottes Willen
01:10:48Da scheint er am wenigsten gelesen
01:10:52Der Verkaufsschlager aller Zeiten zu sein
01:10:54Wenn es keiner liest, dann kann es kein Unall anrufen
01:10:59Ich habe es gelesen
01:11:00Wenn die das alles machen, was da drin steht
01:11:02Dann Gnade uns Gott
01:11:06Es ist letztlich nur ein
01:11:07Das ist der Talbot auch
01:11:09Robby
01:11:11Du weißt schon, was ich meine
01:11:13Unterschätzt das hier nicht, Aaron
01:11:14Wir leben immer noch in Deutschland
01:11:16Und Kultur eine große Geschichte
01:11:18Es ist nicht die Geschichte
01:11:20Es ist nicht die Geschichte, um die ich sage
01:11:21Sondern die Zukunft
01:11:25Michael hat ein Plakat von Metropolis auf seinem Dachboden
01:11:31Den Film damals am neuen Dachplatz gesehen
01:11:33Er und ich
01:11:36Stell dir diese Zukunft vor
01:11:38Aber multipliziert mal 100
01:11:40Dann hast du vermutlich immer noch nicht das, was Deutschland hier blüht
01:11:43Das ist doch Fantasie
01:11:46Metropolis ist ein Film
01:11:47Und ich weigere mich zu glauben, nur weil wir einen neuen Reichskanzler haben
01:11:50Dass ich alles zum Schlimmsten bin
01:11:51In dem Buch steht, er will eine arische Herrenrasse züchten
01:11:55Andere Rassen versklaven oder abschaffen
01:11:58In einem großen Krieg neuen Lebensraum schaffen im Osten
01:12:03Die Ratio, die Vernunft kommt aus Deutschland
01:12:06Goethe kann Schiller
01:12:08Was du da sagst, hört sich an, als stünden plötzlich alle unter Drogen
01:12:11Die zwei deutschen Drogen sind Bier und Wagner
01:12:15Nietzsche hat das gesagt, glaube ich
01:12:18Naja
01:12:19Die Nazis scheinen mir jedenfalls von beiden genug zu konsumieren
01:12:24Na, dann sagst du was
01:12:25Aber Wagner, den lassen wir jetzt mal weg
01:12:27Ich hab uns zwei Kindle-Karten gestellt
01:12:30100% Kuschel
01:12:40Da kommen sie
01:12:46Lass uns reingehen
01:12:47Der wird auch nicht mehr
01:12:48Das kann es
01:12:54Lass uns reingehen
01:13:08Lass uns reingehen
01:13:37Untertitelung des ZDF, 2020
01:13:41ZDF, 2020
01:14:22ZDF, 2020
01:15:05ZDF, 2020
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