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  • vor 17 Stunden

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Kurzfilme
Transkript
00:28Untertitelung. BR 2018
00:42Sie waren glücklich an diesem Tag, an diesem 4. April. Das haben wir Ihre Mitschüler angesehen.
00:49Das ist seine DNA! Der hat keine Chance!
00:51Sie hätte sich für Sie hübsch gemacht. Warum schauen Sie sich das nicht an?
00:57Na, aber das war. Sie sind mit ihr auf die Baustelle raus. Es war dunkel, aber sie hat Ihnen ja
01:05vertraut.
01:06Sie hatten den Eisenkant neben dem Sitz liegen und kaum, dass sie ausgestiegen ist, haben sie von hinten zugeschlagen.
01:13Zweimal. Hier und hier. Aber Jana konnte sich nur umdrehen. Hat sie sie angesehen?
01:21Ich möchte jetzt meinen anderen sprechen. Sie sollen sich diese Bilder anschauen.
01:27Hau mich mal auf die Fresse!
01:28Mensch, Max!
01:29Ja.
01:32Hat sie sie angesehen?
01:37Haben Sie noch mal gezögert, Herr Werker? Bevor Sie wieder zugeschlagen haben?
01:44Und wieder. Und wieder. Und wieder. Und wieder!
01:50Schauen Sie diese Bilder an!
01:52Ich will jetzt meinen Anwalt!
01:54Sie war 15 Jahre alt, Werker. Sie war noch ein Kind! Verdammt noch mal!
02:14Ja?
02:15Ich weiß, dass es schon spät ist, aber ich leg mich jetzt alleine in die Badewanne, hab mir das Bett
02:21und werde von einer Flasche Rotwein mit zwei Gläsern bedroht.
02:25Ich rette dich.
02:29Beeil dich!
03:07Ich weiß, nicht viel, dass ich aus
03:38Die beiden Jungs haben ihn gefunden und wollten schwimmen gehen heute Morgen.
03:41Es handelt sich um Klaus Tensfeld, 43 Jahre, Versicherungskaufmann bei der Cura Conti.
03:48Brieftasche, Autoschlüssel, Handy, alles noch da.
03:51Der lag noch nicht lange im Wasser. Todeszeitpunkt gestern zwischen 21.30 Uhr und Mitternacht.
04:19Derselbe Friseur. Wie Sie, meine ich.
04:25Frau Rubens. Hallo.
04:26Ich dachte, wir treffen Sie im Büro.
04:30Das ist...
04:31Wir haben es schon vorgestellt.
04:33Ah ja. Willkommen im Team.
04:35Danke.
04:37Sieht nach großkalibriger Munition aus.
04:39Geschosshülsen haben wir nicht gefunden.
04:41Theoretisch kann er auch woanders in der Stadt erschossen worden sein.
04:44Wurde dann hier nur hingebracht zum Entsorgen.
04:48Ich habe ihn gestern Abend hier gesehen.
04:50So, gegen halb zehn.
04:52Ach, du warst hier am See gestern Abend?
04:56Ja.
04:57Was haben Sie denn hier gemacht?
05:18Ich würde jetzt nicht noch eine nehmen.
05:24Ich bin in einer Stunde wieder da. Ist das okay?
05:27Ja.
05:42Ich habe im Büro angerufen.
05:45Da war mir schon klar, dass was passiert ist.
05:52Das war bestimmt ein Irrtum.
05:54Wie meinst du das?
05:57Ermordet.
05:59Das kann nicht sein.
06:01Meinen Sie, es kann nicht sein, dass jemand Ihren Mann töten wollte?
06:05Ja, genau.
06:08Können Sie sich vorstellen, was er an der Krummelanke wollte?
06:11Nein.
06:17Kam das öfter vor?
06:18Also, dass er am Abend nach der Arbeit nicht gleich nach Hause kann?
06:25Mittwochs, ja.
06:29Gestern war Mittwoch.
06:52Was hat Ihr Mann denn an seinen freien Abenden so gemacht?
06:57Hat er Ihnen das erzählt, oder?
07:01Ich habe ihn auch nicht danach gefragt.
07:05Er hat gearbeitet und er hat sich um mich gekümmert.
07:09Und das war sein einziger freier Abend.
07:14Ich habe ihn nicht gefragt, was er da gemacht hat.
07:17Und Sie haben keine Idee, ob oder mit wem er gestern Abend verabredet gewesen sein könnte?
07:26Verabredet?
07:28Da gab es doch niemanden.
07:30Er hatte nur mich.
07:33Er kam noch nie raus.
07:36Nur am Mittwochabend.
07:51Tensfeld hat acht Jahre für die Cura-Quanti-Versicherung gearbeitet.
07:54Wir haben uns sein Handy mal angeguckt.
07:57Gestern zwei Telefonate mit Kunden und ein Anruf bei seiner Frau.
08:00In seinem Adressbuch sind nur neun Einträge.
08:03Seine Frau, eine Susanne...
08:05Das ist die Pflegehilfe.
08:07Der Rest sind Cura-Quanti-Mitarbeiter.
08:09Der Mann war ziemlich reduziert.
08:11Die Ballistiker haben was.
08:13Die Projektile wurden aus einem Präzisionsgewehr abgefeuert.
08:16Die tippen auf THG 22.
08:19Flacher Winkel, circa 300 Meter Entfernung.
08:23Präzisionsgewehr.
08:23Überprüft Sie bitte mal, ob und wo der Typ hier in Berlin registriert ist?
08:26Mach ich.
08:27Uno, die neue Kollegin ist...
08:30Möchte, dass du noch mal zum See kommst.
08:31Sie hat was entdeckt.
08:32Wie?
08:33Die ist immer noch da draußen?
08:34Sie sagt, sie hat den Tatort.
08:37Hier.
08:39Er hat auf der Bank gesessen, als er erschossen wurde.
08:43Ist offenbar zur Seite gesackt und hat die Bank voll geblutet.
08:47Jemand hat das schlampig abgewischt.
08:51Und dann Tenswells Leiche die Böschung hinunter ins Wasser geschleift.
08:58Blut, Schleifspuren bis runter zum See.
09:10Guter Einstand.
09:14Hier sind Zigaretten, Tenswells Sorte.
09:16Und jemand hat mit beiden Händen so die Kante umklammert.
09:19Wir müssen das noch mit Tenswells Abdrücken vergleichen.
09:22Die stammen wohl von mir.
09:24Was?
09:25Wie?
09:26Sie haben gestern Abend hier auf der Bank gesessen?
09:28Ja.
09:29Die Schüsse kamen aus einem Präzisionsgewehr, ungefähr 300 Meter Entfernung, flacher Winkel.
09:34Also wahrscheinlich vom gegenüberliegenden Ufer.
09:47Sehen Sie mich?
09:49Ja.
09:50Also ungefähr von hier aus.
09:52Wäre eine ziemlich direkte Schusslinie.
09:55Wobei es war ja dunkel.
09:57Selbst wenn er nachts sich gerät hatte, der muss gewusst haben, wer da auf der Bank sitzt.
10:02Tenswell muss verabredet gewesen sein.
10:04Ja, aber warum ist er rüber?
10:06Ich meine, er schießt mit einer Distanzwaffe auf 300 Meter und hebt dann genau diese Distanz wieder auf.
10:11Läuft um den halben See, kommt zur Leiche und schleift sie ins Wasser.
10:15Also den Weg hätte er sich auch sparen können.
10:17Warum hat er ihn nicht direkt an der Bank erschossen?
10:21Warum verabredet sich ein kontaktarmer Versicherungsvertreter nachts auf einer Bank am See?
10:26Vielleicht wollte er auch ganz sicher sein, dass Tenswell wirklich tot ist.
10:30Oder ob er den richtigen erwischt hat.
10:35Bleiben Sie auf der Opferseite oder kommen Sie auch mal rüber zum Täter.
10:46Ist da hinter Ihnen ein Grundstückszaun?
10:49Weiter oben, rechts.
11:10Tatsächlich, hier oben ist ein Haus.
11:28Hallo, ich bin der Bruno Schumann.
11:30Sind deine Eltern zu Hause?
11:31Sie sind hier hoch.
11:36Guten Tag.
11:37Guten Tag.
11:37Schumann, LK.
11:42Gestern Abend?
11:43Ja, so zwischen 21.30 Uhr und 1.05 Uhr.
11:46Nee, also ich war gestern lange unterwegs und ihr auch, hm?
11:50Timo, du warst mit Papa doch im Kino, richtig?
11:53Wann seid ihr denn zurückgekommen?
11:5511.
11:56Und habt ihr nichts gehört?
11:57Keine Schüsse?
11:58Kein Knallen?
12:00Nee.
12:01Das hätte man ja eigentlich hören müssen.
12:02Wir schlafen bei dieser Jahreszeit alle bei geöffneten Fenster.
12:05Ähm, so, ich muss aber wirklich jetzt los.
12:09Du kannst den Papa ja einfach nachher nochmal fragen.
12:11Nimm, wenn er kommt.
12:12Ah ja, das wäre gut.
12:13Ihm, was aufgefallen ist, soll er mich bitte anlegen.
12:15Ja?
12:21Mein Mann.
12:22Er ist Politiker?
12:23Nein, eigentlich Bauunternehmer, aber er kandidiert bei den Wahlen für die LVP.
12:28Tensfeld kam gegen halb zehn.
12:31Wenn er verabredet war, warum sollte er viel früher kommen?
12:34Es muss also zwischen halb zehn und zehn passiert sein.
12:39Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass Sie gemeint waren?
12:42Bitte?
12:43Sie haben doch da bis kurz vor halb zehn auf der Bank gesessen.
12:45Also kurz vor Tensfeld, Ihrer Zeitanschätzung nach.
12:49Hier.
12:50Es war dunkel, er ist kahlrasiert wie Sie und hat da auch so einen Humphrey Bogart, aber bitte Metalliemantel an.
12:58Also ich würde mir das schon mal durch den Kopf gehen lassen.
13:02Achso, Sie meinen, dass ich das Opfer...
13:05Wer sollte denn mich warum ermorden wollen?
13:07Keine Ahnung, weiß ich doch nicht.
13:10Kennen Sie ja noch gar nicht.
13:15Neue Kollegin in der vierten Mordkommission.
13:18Auch im LKA 1 gibt es einen Personalwechsel zu vermitteln.
13:22Esther Rubens.
13:24Fünf Jahre Kripo, Studium der Psychologie.
13:27Operative Fallanaly...
13:28Profiler.
13:29Wer hat Bruno die denn auferlegt?
13:31Nee, nee, er hat Ihre Bewerbung favorisiert.
13:34Aha.
13:35Bruno, THG 22 Präzisionsgewehre sind zwei Stück registriert.
13:41Beide beim Sportschützenverein Spandau.
13:44Ich habe gerade mit dem Vereinsflitze telefoniert.
13:46Der schwirrt Stein und Bein, dass diese Gewehre nur an Mitglieder und nur bei Turnieren auf dem Gelände ausgegeben werden.
13:53Und wenn du noch irgendwelche Fragen hast, sollst du dich direkt an ihn wenden.
13:56Mord mit einer registrierten Waffe?
13:59Nervst du bitte mal die Pathologie, ob die den Todeszeitpunkt ein bisschen genauer kriegen?
14:02Ich weiß, der Tote war im Wasser, aber...
14:04Wenn die Tendenz vor zehn ist, dann könnte der Schütze auch Schumann gemeint haben.
14:07Wie bitte?
14:09Ja, so abwegig ist das gar nicht.
14:11Er hat bis kurz vor halb zehn auf der gleichen Bank gesessen.
14:15Unser Opfer heißt Klaus Tensfeld, Frau Rubens.
14:18Und unsere dringendste Frage ist, was hat er gestern Abend an der Krummelanke gemacht?
14:28Ja, unser Büro.
14:35Das ist schon komisch.
14:38Drei Jahre hat er da gesessen.
14:40Drei Jahre?
14:41Da müssten Sie ihn aber ganz gut gekannt haben.
14:43Klaus, ja.
14:45Klaus war so ein Stiller.
14:49Ja, für meinen Geschmack hat er sich, sagen wir mal, ein bisschen zu viel in die Arbeit gestürzt, aber...
14:57Und, äh, nach Feierabend öfter mal ein Bierchen trinken gewesen, oder?
15:02Nee, nee, der ist immer gleich nach Hause.
15:06Der hatte ja die Frau...
15:07Ist ja nicht mal auf unsere Weihnachtsfeiern gekommen.
15:12Und, äh, gestern war der irgendwie anders als sonst, oder?
15:17Gestern, nee.
15:19Er hat am sechs Feierabend gemacht, wie immer.
15:22Nee.
15:23Ja, er hatte irgendwas gesagt, ob er verabredet war, oder...
15:28Verabredet?
15:29Nee, der hatte doch die Frau.
15:33Sagen Sie mal, kennen Sie sein Passwort?
15:40Kolibri 3.
15:43Ich bin Kolibri 4, er war Kolibri 3.
15:51Jetzt guckt euch mal seinen Schreibtisch an.
15:53Nur ein Foto von seiner Frau.
15:54Ansonsten vollkommen unpersönlich.
15:56Keine Notizen, nichts.
15:58Nicht mal ein Kafferand.
15:59Völlig aseptisch.
16:00Und dann der da?
16:01Der sitzt ihm seit drei Jahren gegenüber und weiß nicht mehr zu sagen als...
16:05Jo, das war ein Stiller.
16:07Und dann das alles vernichtende Urteil.
16:09Der kam ja noch nicht mal zur Weihnachtsfeier.
16:11Was mit seinem Rechner?
16:13Seine Mails beziehen sich nur auf Versicherungsvorgänge.
16:17Internetchronik?
16:18Wetterdienst, Börsenkurse.
16:19Habt ihr eigentlich schon seinen Wagen gefunden?
16:21Am Neulendorfplatz.
16:23Das ist ein Opel Omega BI 6909.
16:27Neulendorfplatz?
16:28Das ist ja über 20 Kilometer vom Tatort entfernt.
16:31Das ist ja über 20 Kilometer vom Tatort entfernt.
17:02Tensfeld oder Schumann?
17:04Schumann.
17:05Ja, nur weil du es weißt.
17:07Am 4.6.16 Uhr.
17:16Jetzt mal ehrlich.
17:18Wo assoziiert man Ehrentötungsmotiv?
17:20Bei einem extrem häuslichen Versicherungsvertreter oder bei einem LKA-Mann, der sich nachts am See rumtreibt?
17:25Sie haben den Anschluss der neurologischen Praxis Dr. Rode gewählt.
17:29Leider rufen Sie außerhalb der Sprech...
17:31Rumtreibt?
17:32Was soll das denn heißen?
17:34Was assoziierst du denn da?
17:36Vielleicht hat sich Schumann mit den falschen Leuten angelegt.
17:38Oder eingelassen.
17:40Sich mit den falschen Leuten anlegen.
17:42Das tun wir hier jeden Tag.
17:43Und wenn du meinst, Bruno würde sich mit den falschen Leuten einlassen,
17:46dann bist du aber auf einem völlig falschen Dampfer.
17:48Mann, er hat da direkt vor Tänzwelt gesessen.
17:52Warum lehnt ihr alle jede Überlegung dazu so kategorisch ab?
17:55Weil es Blödsinn ist.
17:56Und wenn nicht, das komplett auszuschließen, das ist leichtfertig.
18:02Wenn jemand schon mal umbringen will, dann versuch das vielleicht wieder.
18:08Eben.
18:40Hallo.
18:44Den schon mal gesehen?
18:46Bei der gestern Abend hier?
18:48Ina!
18:49Ja?
18:49Kommst du mal?
18:50Ja.
18:51Ist doch dein Mittwochsklaus, oder?
18:58Kam er jeden Mittwoch?
19:00Ja, so zwischen sieben und neunhalb zehn.
19:05Saß immer da, hat zwei, drei Bier getrunken, was gegessen.
19:08Zeitung gelesen.
19:09Kam er immer allein?
19:11Ja.
19:12Hatte er Kontakt zu anderen Gästen?
19:15Nein, er hat Zeitung gelesen.
19:17Aber Sie haben mit ihm geredet.
19:19Kaum.
19:20Wieso?
19:22Naja, Ihr Kollege sprach doch von Ihrem Mittwochsklaus.
19:25Ja, weil er mein Gast war.
19:27Er saß immer da, gegenüber, vom Kücheneingang.
19:31Mit dem Rücken zur Bar.
19:32Ich hab gar keine Zeit, mich groß zu unterhalten.
19:35Zwischen sieben und zehn ist hier meistens die Hölle los.
19:37Ich mein, klar, ab und zu haben wir ein paar Worte miteinander gewechselt.
19:40Also, er war ein guter Typ.
19:44Höflich, unaufdringlich.
19:46Ich wusste, dass er Klaus heißt, für eine Versicherung gearbeitet, eine Frau hat im Rollstuhl sitzt, mehr aber auch nicht.
19:51Und gestern Abend, da ist er auch wie immer so gegen neunhalb zehn gegangen?
19:56Ja.
20:00Allein?
20:01Ja.
20:03Er hat nichts gesagt.
20:05Angedeutet, was er vorhat oder ob er verabredet war.
20:08Ich dachte, er ist nach Haus, zu seiner Frau.
20:13Danke.
20:14Also, falls Ihnen noch irgendwas einfällt, zu Ihnen.
20:19Sie erinnern mich irgendwie an ihn.
20:25Derselbe, Friseur.
20:49Derselbe, Friseur.
21:19Oh, scheiße, okay.
21:28Am Mittwoch macht er Feierabend wie immer.
21:30Er verlässt sein Büro wie jeden Abend um 18 Uhr.
21:33Und tschüss.
21:37Fährt zum Neuendorfplatz, parkt seinen Wagen vor dem Deiner,
21:41trinkt ein paar Bier, liest seine Zeitung und geht gegen neun, halb zehn.
21:45Wie jeden Mittwochabend.
21:48Wiedersehen.
21:49Wiedersehen.
21:51Da lässt er den Wagen stehen,
21:54fährt mit der U-Bahn 24 Minuten vom Neuendorfplatz zum U-Bahnhof Krummelanke,
22:00zehn, zwölf Minuten Fußweg, das kommt hin.
22:03Vielleicht hat er jemanden in der U-Bahn getroffen.
22:05Er kam allein.
22:09Ich komm nicht an ihn ran.
22:11Er hinterlässt keine Spuren, als ob er was zu verbergen hat.
22:13Der lässt nicht einfach mich an sich ran.
22:16Sagt dir der Name Roditsch was?
22:19Roditsch, Roditsch.
22:19Duran Roditsch, Albaner Mafia?
22:22Der hat illegale an Großbaustellen verhökert.
22:24Und du hast ihm vor vier Jahren nachgewiesen, dass er schuld ist am Tod von so einem Arbeiter.
22:28Der musste wegen Totschlag ins Gefängnis.
22:29Ja, und?
22:31Er hat gesagt, es steht hier in den Akten, dass er sich bei dir persönlich bedanken möchte, wenn er wieder
22:35frei kommt.
22:36Und seit einem Monat ist er wieder frei.
22:39Das ist auf ihren Mist gewachsen, oder?
22:42Ja, aber sie hat doch auch recht. Es geht doch nur darum, eine Gefährdung für dich auszuschließen.
22:46Sie haben doch gerade gesagt, sie kommen nicht an Tensfeld ran.
22:49Vielleicht, weil er nicht das Opfer war.
22:51Also vielleicht gar nicht das Opfer sein sollte.
22:53Warum saß denn du auf der Bank?
22:57Ja.
22:58Warum? Warum saß ich da auf der Bank? Warum?
23:01Weil ich da mal spazieren gehe?
23:03Weil ich vielleicht mal ein bisschen frische Luft schnappe? Einfach so?
23:05Ja, aber sitzen Sie dann immer auf der Bank?
23:08Und wenn?
23:11Weiß doch keiner vorher.
23:12Weiß ich ja selber nicht vorher.
23:15Aber wenn er Ihnen gefolgt ist. Läuft um den halben See. Derweil verschwinden Sie von der Bank.
23:19Tensfeld kommt. Bäumchen, wechsel dich. Er kriegt's nicht mit und er schießt den Falschen.
23:24Das war alles an Haaren herbeigezogen, weil wir mit Tensfeld nicht weiterkommen.
23:29Siehst du das reinig? Die ganze Tiefelung, die X.
23:34Ja, habe ich doch gesagt. Muss ein Irrtum sein.
23:37Ist völlig lächerlich. Wer sollte denn Klaus ermorden?
23:40Wo und wann hätte er sich Feinde machen sollen?
23:43Mittwoch abends. Warum haben Sie ihn nie gefragt, was er Mittwoch abends macht?
23:48Weil ich ihm seinen Freiraum lassen wollte.
23:49Freiraum? Wofür?
23:51Gott, ist das so schwer vorstellbar.
23:53Ich bin ein schmerzmittelbetäubter Krüppel.
23:55Klaus ist ein attraktiver Mann im besten Alter.
23:57Ja, klar bin ich davon ausgegangen, dass er sich mit Frauen trifft.
23:59Ich habe ihn sogar dazu ermutigt.
24:03Er hat sich mit Frauen getroffen?
24:05Ich habe ihn nicht gefragt.
24:10Aber ich habe ihm vorgeschlagen, dass er Datingseiten im Internet besucht.
24:15Ich meine, kennt man doch aus dem Fernsehen.
24:18Sie regelt sich auf der Couch, er verabschiedet sich, sie weiß noch nicht mal seinen Namen.
24:22Sie findet es auch noch toll.
24:23Hat er Datingseiten besucht?
24:31Ah, Moment, das Zweite ist Klaus 14, nicht?
24:34Mhm.
24:36Oh, das ist aber kleingeschrieben.
24:42Danke.
24:46Meine Frau sitzt im Rollstuhl und kann nicht mehr mit mir schlafen.
24:50Ich will sie auf keinen Fall verlassen, aber ich bin ein Mann und habe Bedürfnisse.
24:54Welche zärtliche, lustvolle Frau kann mir da helfen?
24:57Bitte keine Profis, kein finanzielles Interesse.
25:02Gut geschrieben.
25:0531 Antworten.
25:08Haben Sie die gelesen?
25:09Man braucht mal ein Passwort, um sich anzuloggen.
25:13Das hat er ja sicher irgendwo abgespeichert.
25:16Nein, das ist mein Computer.
25:18Ich habe halt Dating-Annonsen durchgeschaut.
25:21Ich wollte wissen,
25:24ja, ob er meinem Vorschlag folgt.
25:26Ich war neugierig.
25:28Ja.
25:31Darf ich mal?
25:32Ja.
26:07KTXL?
26:10Sie hatten Mittwochabend eine Verabredung mit Klaus 14. Können wir hier irgendwo reden?
26:17Ich wollte ihn mir erst mal an einem sicheren Ort anschauen.
26:20Deshalb habe ich ihm geschrieben, er soll mich hier von der Arbeit abholen, dann war man kennenlernen, Kaffee trinken.
26:25Mittwochabend, wann?
26:27Na, kurz nach sechs. Er hat von seiner Arbeit erzählt, von seiner Frau.
26:32Ja, ich fand das toll, dass er sich so um sie kümmert.
26:36Aber dann hat er es plötzlich eilig wegzukommen.
26:39Ja, nach zehn Minuten schon.
26:40Warum?
26:44Hatte angeblich vergessen, ein Medikament für seine Frau zu besorgen, aber ich mache das ja nicht zum ersten Mal.
26:51Ich war nicht sein Typ.
26:53Bei KTXL denken manche nur an Riesenmöpse und Klaus 14, der hat die ja freie Auswahl.
27:0131 Antworten.
27:04Hammer.
27:10Vonne Proppen.
27:12Vonne Proppen schreibt, hey du Ärmster, wenn du nicht fett bist oder Bart trägst, kann ich dir aber sowas von
27:18helfen.
27:19Gott, Mitleidsex oder wie?
27:20Na ja, dass er seine Frau nicht verlassen will, baut Vertrauen auf. Er adelt unverbindlichen Sex durch das Gefühl, was
27:26Soziales zu leisten. Eigentlich ganz schlau.
27:29Tja, Versicherungsvertreter.
27:31Ach, Sie glauben, er war nach KTXL noch mit so einem Wonne Proppen an der Krummelanke? Auf der Bank am
27:37See?
27:37Aber von seinem Firmenrechner hat er diese Dating-Site nie aufgemacht, oder?
27:42Na, braucht er ja nicht. Kann er in jedem Internetkaffee machen.
27:45Warum war er dann vorher in diesem Diner? Er war ja da. Bis neuneinhalb, zehn. Wie jeden Mittwochabend.
27:51Ist eine Kleinigkeit. Trink ein paar Bierchen, um locker zu werden und dann geht's los.
27:56Neue Nachricht für Klaus-14.
28:01Hm, Wünschel-Ruth. Wünschel-Ruth schreibt, können wir vorgestern Abend wiederholen? Hätte heute Zeit. Wieder auf 664. Meld' dich bald.
28:11Vorgestern Abend?
28:12Ja, Mittwochabend.
28:14Und was heißt auf 664?
28:16Dankeschön. Also, bei Fast Date ist sie unter ruth.wünschel-at-sofortmail.de gemeldet.
28:24Ja, das ist ne Wegwerf-Adresse. Kannst an jedem Computer völlig anonym erstellen.
28:28Zweifellos. Allerdings haben die mir die IP-Adresse des Computers gegeben.
28:32Und der steht nicht in irgendeinem Internet-Café, sondern im Mojo-Hotel. Im Friedrichshain.
28:37Dann ist es Zimmer 664.
29:07Ja, bitte?
29:08Wünschel-Ruth?
29:12Ich hab mich vorgestern Abend mit Klaus getroffen. Ja, und?
29:15Direkt hier oben?
29:16Nein, in der Hotelbar unten.
29:18Und wie viel Uhr war das?
29:19Halb sieben.
29:20Halb sieben. Und dann?
29:23Wir haben was getrunken, er hat mir gefallen und sind wir rauf.
29:26Rauf?
29:28Ja, aufs Zimmer.
29:31Und wie lange haben Sie bis wann sind Sie geblieben?
29:36Sie wollen es ja genau wissen.
29:38Ich muss früh um sechs raus.
29:40Er ist um halb zehn gegangen.
29:42Wir waren auch, ja, wie soll ich sagen, schon zufrieden?
29:51Hat er gesagt, was er noch vorhat?
29:53Ja, er musste heim zu seiner Frau.
29:57Hat er was angestellt?
29:59Er ist tot.
30:01Er wurde Mittwochnacht ermordet.
30:04Wollen Sie mich verarschen?
30:06Klaus?
30:10Klaus, kommst du mal?
30:21Ach, nee.
30:23Der Herr Kollege.
30:26Was gibt's denn da zu grinsen?
30:31Hab ich irgendwas Verbotenes gemacht?
30:33Sie haben wichtige Informationen verschwiegen und eine laufende Mordermittlung behindert.
30:38Oh, er stinkig.
30:40Ja, weil er in einer Sackgasse steckt.
30:42Was hab ich denn denn verschwiegen?
30:44Sie haben mich doch nie nach meinem Sexuallleben gefragt.
30:46Ich frag sie jetzt.
30:48Also der Typ wird uns nicht um Täter wetten?
30:50Es geht jetzt auch erst mal ums Opfer.
30:52Vor ein paar Monaten hab ich den Klausel mal gefragt, wie er so klarkommt.
30:57Frau im Wollstuhl gelähmt und so, ja, ist ja klar, dass da nicht viel abgeht.
31:01Und seine Frau, die hat ihm vorgeschlagen, sich auf so einer Website anzumelden.
31:05Und er hatte keinen Bock.
31:07Aber Sie.
31:09Sie haben seinen Namen und seine Story benutzt, um sich auf den Sexmarkt zu begeben.
31:13Ja, das war ja sein Vorschlag.
31:16Wie bitte?
31:20Ich hab Klaus mal gesagt, dass ich selber gern öfter mal zum Schuss käme und dass ich auch schon an
31:25so Kontaktanzeigen und sowas gedacht hab, aber ich hätt gar nicht gewusst, was man da schreiben soll.
31:30Moment mal, äh, Tensfeld hat Ihnen vorgeschlagen, seine Geschichte zu benutzen als, äh, als Aufreißer?
31:37Ja.
31:39Was?
31:40Wie schreck ist das denn?
31:42Er hat mir ja den Text praktisch diktiert.
31:45Und das war ein Volltreffer.
31:48Sie glauben gar nicht, wie die Nummer abgegangen ist.
31:51Ich hatte noch nie so viel zu guten Sex.
31:55Und Tensfeld hat Klaus 14 nie benutzt?
31:58Nee, ich bin Klaus 14.
32:05Das ist völlig absurd.
32:13Danke. Sie können gehen. Wiedersehen.
32:16Wiedersehen.
32:17Warum macht Tensfeld seinem Kollegen so einen Vorschlag?
32:20Zumal dann auch noch prompt seine Frau die Website besucht und denkt, denken muss, Klaus 14 ist ihr Mann.
32:26Ja, aber vielleicht hat er genau das bezweckt.
32:28Aber warum?
32:29Sie soll glauben, er trifft sich Mittwochabends mit Frauen aus dem Internet.
32:32Aber er hat was ganz anderes am Laufen.
32:35Wir sind wieder bei Null.
32:36Nein, nein, nein. Wir wissen jetzt, er hatte was zu verbergen.
32:39Er hat eine falsche Mittwochabendpferde gelegt. Und zwar dezidiert für seine Frau.
32:43Rudon.
32:45Du kannst den Dr. Rode in einer Stunde telefonisch in der Neurologie der Uniklinik erreichen.
32:50Das ist die Durchwahl.
32:51Okay, danke.
32:52Du, Lara, es wird spät heute.
32:54Ich muss noch zur Witwe unseres Opfers nach Hause.
32:57Wir sehen uns morgen Mittag.
33:17Herr Schumann.
33:19Hallo.
33:21Hallo.
33:22Maren hat sich gerade hingelegt.
33:24Ach so.
33:26Können wir mal reden?
33:27Ja.
33:29Kann ich so irgendwo hinfahren?
33:31Das ist nett, ja.
33:32Zur U-Bahn.
33:34Bitte.
33:38Wie lange kennen Sie die Tensfelds?
33:40Drei Jahre.
33:42Ich habe heute mit Dr. Rode telefoniert, dem Neurologen von Frau Tensfeld.
33:46Haben Sie Kontakt mit ihm?
33:48Ja.
33:49Dann wissen Sie ja vermutlich, weshalb Frau Tensfeld im Rollstuhl sitzt.
33:52Ja, sie ist vor drei Jahren aus dem Fenster gesprungen.
33:55Sie ist schwer depressiv, hat aber trotzdem schon vor zwei Jahren ihre Psychotherapie abgebrochen.
34:00Deswegen hat der Neurologe auch damit gedroht, die Behandlung zu beenden.
34:03Das geht Ihnen einen Scheiß an.
34:07Was hat denn Ihr Mann gesagt?
34:09Maren ist nicht einfach depressiv erkrankt.
34:13Klaus und Maren hatten einen kleinen Sohn erst ums Leben gekommen.
34:18Hat Ihnen das der Neurologe nicht gesagt?
34:21Nein.
34:24Maren hat das nicht verarbeiten können.
34:27Nach dem missglückten Suizidversuch fing sie an zu verdrängen.
34:31Das Thema durfte nicht angesprochen werden.
34:34Klaus hatte einfach nur wahnsinnige Angst, dass sich Maren wieder was antut.
34:38Er wollte weiterleben, aber nur mit Maren.
34:42Und für sie ging das eben nur mit Verdrängen.
34:45Kein sehr günstiger Therapieansatz.
34:47Sie schluckt Schmerzmittel und Antidepressiva.
34:51Grenzwertig.
34:52Und er?
34:54Klaus, Therapie?
34:55Nee.
34:56Das war doch auch sein Kind.
34:58Er durfte überhaupt nicht mit ihr darüber reden?
35:01Wie hat er das gemacht? Hat er auch verdrängt.
35:03Er hat sich in die Arbeit gestürzt und sich um Maren gekümmert.
35:07Aufgepasst, wie ein Schießhund, das sie vergessen kann.
35:10Das war sein Lebensinhalt.
35:12Ja, das war eben der Weg der beiden, um zu überleben.
35:16Da kam er eine Meinung zu haben.
35:17Aber ich wüsste nicht, was ich tun würde, wenn meine Tochter stirbt.
35:21Sie?
35:29Bitte.
35:31Bitte.
35:32Danke.
35:38Moment mal.
35:43Hey!
35:44Hey!
35:46Hey!
35:49Hey!
35:57Ich bin sofort fertig.
35:59Ja, ja. Danke.
36:10Morgen!
36:11Guten Morgen.
36:12Morgen.
36:12Morgen.
36:14Kann ich mal die Akta Ruditsch haben?
36:16Die Akta Ruditsch?
36:17Ah, die ist bei den Kollegen drüben.
36:21Und?
36:22Hat sich erledigt.
36:23Der ist vor drei Wochen mit seiner Maschine gegen den Baum gefahren.
36:28Doch nachdenklich geworden?
36:30Ich meine, Ruditsch und das berufliche Umfeld sind ja nicht die einzige Option.
36:34Was ist denn privat?
36:36Jemand, der Ihnen Geld schuldet?
36:37Oder eine Frauengeschichte vielleicht?
36:40Eine Frauengeschichte?
36:42Frau Rubens?
36:44Ja, ich weiß.
36:45Die eigentliche Fragestellung lautet, mit wem war Tensfeld an der Krummelanke verabredet?
36:51Vielleicht war er ja auch einfach nur frische Luft schnappen.
36:53Genau wie Sie.
36:54Mittwochabend war seine einzige Chance.
36:56Seine einzige Chance zu vögeln?
36:58Ja, äh, nee.
36:59Der brauchte jemanden zum Reden.
37:01Der Druck muss viel größer gewesen sein.
37:02Reden.
37:03Trauern.
37:04Die Erinnerung an seinen Sohn.
37:05Lebendig halten.
37:06Das war mit seiner Frau nicht möglich.
37:07Das war tabu.
37:08Wie soll denn das gehen?
37:09Der muss jemanden dafür gehabt haben.
37:11Ich würde auch erklären, warum er die falsche Mittwochabend-Ferte legt.
37:13Wenn er jemanden gefunden hat, wenn er Mittwochabends Trauerarbeit geleistet hat, dann durfte seine Frau nichts davon wissen.
37:19Er bricht damit das Tabu.
37:21Wow.
37:22Und das führt uns jetzt auch direkt zum Täter.
37:26Oh nö, Frau Rubens.
37:27Also jetzt reicht's.
37:28Auch als Fallanalytikerin müssen Sie sich hier ein Stück weit für das Leben des Opfers interessieren.
37:32Ja, aber welches Opfer denn?
37:34Also Entschuldigung, ich meine, Sie sind Victimologe.
37:36Aber kein Stück bereitet sich selbst zu Victimilomologonis.
37:40Victimilomologonis.
37:40Sie wissen schon, was ich meine.
37:46Ist sie stur oder was?
37:48Hm.
37:49Frech.
37:50Rotzfrech.
37:51Klingt frisch.
37:52Du, wenn der Tensfeld wirklich eine feste Mittwochsbeziehung hatte, dann gab es vielleicht doch jemanden, der tödlich eifersüchtig war.
38:00So wie dein Ex früher.
38:02Habt ihr eigentlich noch Kontakt?
38:04Hm, ab und zu.
38:06Er fragt immer, was mein Bulle macht.
38:08Ich kann mir nicht helfen.
38:09Bei ihm klingt das irgendwie so wie draufsteigen und schnaufen.
38:19Jetzt sind wir seit fünf Jahren geschieden und er ist immer noch eifersüchtig.
38:24Sag mal, hat der eigentlich immer noch seinen Jagdgewinn?
38:27Ach, das war doch mal so eine Marotte von dem.
38:29Der sitzt jetzt bei der WHO in Genf und ist mit einer Schwedin verheiratet.
38:34Wieso fragst du?
38:36Reine Neugier.
38:37Mhm.
38:38Okay.
38:40Tisch fünf.
38:48Guten Tag.
38:49Hallo.
38:50Bitte.
38:51Ich hab Ihnen doch schon alles gesagt, was ich weiß.
38:54Klaus Tensfeld hatte nur diesen einen freien Abend in der Woche.
38:58Es macht keinen Sinn, dass er jedes Mal hier drei Stunden sitzt, dass er dann hat, auf sie gewartet.
39:04Auf mich?
39:05Auf eine Frau, die nicht nur sehr attraktiv ist, sondern mit der man auch gut reden kann.
39:10Eine Frau, die sensibel ist und klug und bei der man das alles auch sofort spürt.
39:17Spürt, dass man ihr vertraut.
39:21Das sind Sie.
39:23Wer sagt denn sowas?
39:25Sie hatten eine Mittwochsbeziehung.
39:27Nein.
39:30Ich kann noch seinen Wagen nach Ihrem Fingerabdrücken untersuchen lassen.
39:33Kommen Sie, bitte.
39:38Vor ungefähr zwei Monaten.
39:41Er wollte so gegen halb zehn gehen, wie immer.
39:44Aber da gab es diesen unwetterartigen Regen.
39:47Also ist er geblieben.
39:49Und als ich den Feierabend hatte, ist immer noch geregnet.
39:52Da habe ich mich dann zu ihm gesetzt, auf ein Bier.
39:55Hier, wo wir jetzt sitzen.
39:57Ja.
39:59Es wurden dann ein paar mehr Bier draus.
40:01Und wir haben geredet und geredet.
40:04Über seinen Sohn?
40:05Der hat den Sohn?
40:06Hat er nie was davon erzählt?
40:08Nein.
40:09Von seiner Frau und von seiner Kindheit in Berlin.
40:13Wir haben viel geredet.
40:16Und viel getrunken.
40:19Irgendwann war dann hier Schluss und dann sind wir in seinem Auto zu mir gefahren.
40:23Er hat mir vorher gesagt, dass er später nach Hause muss.
40:26Zu seiner Frau.
40:27Und er hat mir auch gesagt, dass das einmalig sein wird.
40:31Dass er keine Beziehung will.
40:33Hat er gesagt, warum?
40:35Er hat seine Frau geliebt.
40:39Ich habe das alles vorher gewusst.
40:43Es war trotzdem schön.
40:46Sehr schön.
40:49Er hat mir all das gegeben, was er seiner Frau nicht mehr geben konnte.
40:55Sie finden es wahrscheinlich pervers oder traurig, aber...
41:01Das war das Bemerkenswerteste, was ich mit einem Mann im Bett je erlebt habe.
41:13Nächsten Mittwochabend ist er dann wiedergekommen.
41:17Von halb sieben bis halb zehn.
41:20Mehr war nicht.
41:31Hat Ihnen meine intime Beichte bei Ihren Mordermittlungen weitergeholfen?
41:35Ja.
41:38Vielleicht gab es gar keinen Grund.
41:41Kein Motiv, Tensfeld zu ermorden.
41:45Es muss ein Irrtum gewesen sein.
41:53Es ist gar nicht, dass Sie ihn ähnlich sehen.
41:57Aber Sie erinnern mich trotzdem an ihn.
42:15Max, sag mal, ist Schumann, jetzt stinke ich auf mich.
42:17Wenn du stur bist?
42:18Er ist auch stur.
42:20Und dass du so ein bisschen gegenhältst, ich glaube, das gefällt ihm.
42:23Du musst es ja nicht übertreiben.
42:24Tschüss.
42:25Max, warte mal.
42:28Kennst du ihn eigentlich gut?
42:30Ich weiß nur, dass er auch nie zur Weihnachtsfeier kommt.
42:34Hat er eine Frau, Familie?
42:36Er ist geschieden.
42:37Vor ein paar Jahren ist seine Tochter an Leukämie gestorben.
42:40Aber darüber redet er nicht.
42:41Oh.
42:46Falls du dich fragst, warum er sich da an dem See rumgetrieben hat.
42:50Am Mittwoch hat er einen Mann überführt,
42:52der brutal ein 15-jähriges Mädchen ermordet hat.
42:56Das hat ihn schwer mitgenommen.
42:58Hat er bestimmt an seine Tochter gedacht.
43:00Frische Luft schnappen heißt,
43:01er möchte allein sein und an seine Tochter denken.
43:04Hat aber keinen Bock, drüber zu reden.
43:05Okay?
43:06Okay.
43:10Wie bei Tensfeld.
43:11Also ich meine, der hat auch sein Kind verloren.
43:14Ja, merkwürdiger Zufall.
43:21Hättest du eventuell Lust, noch ein Bier trinken zu gehen?
43:25Nee.
43:25Also ich meine, mein Freund holt mich gleich auf.
43:29Ja.
43:30Okay.
43:31Entschuldigung, gleich mal.
43:32Okay.
43:34Tschüss.
43:35Ja, tschüss.
43:46Tschüss.
43:47Und tschüss.
43:50Wiedersehen.
43:50Und tschüss.
43:59Und tschüss.
44:25Untertitelung. BR 2018
44:56Untertitelung. BR 2018
45:28Oh, scheiße.
45:35Hallo? Warten Sie mal.
45:41Halt! Polizei!
45:51Ich kenne dich doch noch mal.
46:04Roland Schrewe. Private Ermittlungen. Roland Schrewe. Woher kenne ich Sie?
46:13Natürlich! Sie haben mich auf der U-Bahn-Treppe angerempelt. Neumdorfplatz!
46:27Gibt's ja gar nicht. Sie haben mich überwacht. Professionell observiert.
46:33Das ist mein Job und nicht strafbar.
46:34Versuchen Sie's gar nicht erst. Sie haben ein LKA-Beamten bei seinen Ermittlungen überwacht,
46:38verwarnt und täglich angegriffen. Also, wer hat Sie auf mich angesetzt?
46:42Das werden Sie nie von mir erfahren. Was wollen wir wetten?
46:46Wenn Sie das mit dem tätlichen Angriff vergessen.
46:48Oh, im Gegenteil! Jetzt kommt auch noch versuchte Nötigung dazu. Machen Sie den Mund auf Schrewe.
46:58Einen Bauunternehmer.
46:59Hä? Name!
47:01Perkiewicz. Uwe Perkiewicz.
47:05Perkiewicz?
47:07Ist das dieser Grinsemann von den Plakaten?
47:09Die Currywurst aus Istanbul? Was will der von mir?
47:13Weiß ich nicht.
47:14Er hat Ihnen doch einen Auftrag gegeben.
47:16Was sollten Sie über mich rausfinden?
47:18Schwachstellen.
47:18Schwachstellen?
47:21Schulden, Unregelmäßigkeiten, Frauengeschichten.
47:23Ob man sich unter Druck setzen kann.
47:26Oder ob Sie für Zuwendungen empfänglich sind.
47:30Bestechung?
47:32Wozu? Wofür?
47:33Ich weiß es nicht.
47:34Was will der Mann von mir?
47:36Ich weiß es nicht. Das sagen mir meine Kunden nichts.
47:46Sie rufen den jetzt an.
47:48Sagen Sie ihm,
47:50Sie hätten was rausgefunden.
47:51Ich
47:54habe mich mit einer Eigentumswohnung übernommen
47:57und habe Rückzahlungsschwierigkeiten.
48:01Los, anrufen.
48:03Los, anrufen, habe ich gesagt.
48:14Herr Perkewitsch, ich bin's.
48:17Ja, gute Neuigkeiten.
48:20Ich habe da was in Sachen Schumann.
48:23Ja, ja.
48:24Es geht da um einen Kredit.
48:27Uwe Perkewitsch, 47, Bauunternehmer.
48:30Stellvertretender Generalsekretär der LVP.
48:33Gilt der Partei als Hoffnungsträger bei den kommenden Wahlen.
48:36Perkewitsch, Perkewitsch, den Namen kenne ich doch.
48:38Ach, der Steuer ist bei uns zu teuer.
48:41Heini klebt in der ganzen Stadt.
48:42Er ist geschieden.
48:44Er lebt mit seiner zweiten Frau und dem Sohn aus erster Ehe in Zehlendorf.
48:48Direkt an der Kommelanke.
48:49Tensfeld war nie Mitglied der LVP.
48:52Und Perkewitsch hat nichts mit der Cura Conti zu tun.
48:56Perkewitsch ist in Vereinen organisiert
48:59und arbeitet in diversen Präsidien von Sportverbänden.
49:02Ja, hier.
49:03Da erkenne ich den Namen.
49:06Sportschützenverband Spandau.
49:08Ich habe dir doch erzählt,
49:09du sollst den Verbandsvize anrufen,
49:10falls du Fragen zu diesem Präzisionsgewehr hast.
49:13Perkewitsch.
49:14Der Verbandsvize ist Perkewitsch.
49:19Sportschützenverband.
49:22Das ist doch ein Volltreffer.
49:24Und er versucht dich zu bestechen,
49:26weil du ermittelst im Mordfall Tensfeld.
49:29Es gibt gar keinen Mordfall Tensfeld.
49:32Was?
49:35Tensfeld saß nur zufällig auf der Bank am See.
49:40Er wollte...
49:48frische Luft schnappen.
49:54Es gibt gar kein Motiv für einen Mord an Tensfeld,
49:56genauso wenig wie für einen Mord an Schumann.
49:58Als potenzielles Opfer kann ich euch versichern,
49:59das ist und bleibt Käse.
50:02Was allerdings stimmt, ist,
50:06wenn ich da ein bisschen länger gesessen hätte auf der Bank.
50:15Ja?
50:16Wir haben jetzt schon Nummer vier.
50:18Bei den beiden tödlichen Projektilen
50:19und dem, dass Sie gefunden haben,
50:20kommen wir auf sieben.
50:22Hier hat jemand wild rumgeballert.
50:25Okay, danke.
50:32Herr Schumann, richtig?
50:36Gehst du mal nach oben, Timo?
50:37Okay.
50:40Ja, kommen Sie bitte rein.
50:46Kann ich Ihnen was zu trinken anbieten?
50:48Ja, danke.
51:01Als der Tote aus dem See gezogen wurde,
51:03war klar, dass sie
51:04früher oder später zu mir kommen.
51:07Ich dachte,
51:09dass sein Körper im See versinkt,
51:11aber na ja,
51:13ich habe halt noch nie eine Leiche verschwinden lassen.
51:17Naja, und die registrierte Waffe,
51:19die konnte ich nicht verschwinden lassen.
51:21Es gab Zeugen, dass ich sie mitgeführt hatte.
51:25Ein Jagdausflug unter Parteifreunden,
51:28das wussten zu viele.
51:31Ich, ich kenne den Toten nicht.
51:34Ich weiß nicht mal seinen Namen.
51:38Das war ein Unfall,
51:39das ist Ihnen hoffentlich klar.
51:43Ja.
51:48Ich habe die Waffe draußen gereinigt,
51:50dabei lösten sich zwei Schüsse.
51:56Das war ein entsetzlicher Unfall.
52:03Ihre Frau war Mittwochabend unterwegs.
52:05Ihr Sohn hat gesagt,
52:07Sie wären mit ihm im Kino gewesen,
52:08bis um elf.
52:09Ja, ich habe Ihnen gebeten, das zu sagen.
52:13Ich bin sicher,
52:15Sie wissen, wie vernichtend dieser Unfall
52:17für meine politische Karriere sein kann.
52:19Vernichtend.
52:22Vernichtend war vor allem für Klaus Tensfeld.
52:25So hieß der Tote.
52:26Er hinterlässt eine Frau im Rollstuhl.
52:30Furchtbar.
52:33Aber gut, dass ich das jetzt weiß.
52:34Ich werde mich natürlich kümmern.
52:36Finanziell und...
52:37Furchtbar.
52:39Ganz kurz nur, ja?
52:41Hallo.
52:42Du, ganz kurz.
52:43Ich habe die Jacke doch dem Kleinen gekauft.
52:45Ich habe mir überlegt, wenn er nämlich...
52:46Ja, gut. Lass mal.
52:47Geh mal zu Timo rein, bitte.
52:49Ja?
52:50Okay.
52:55Herr Schumann, es ist alles eine Frage der Verhältnismäßigkeit.
52:58Ein Mann ist tot.
53:00Es war ein schrecklicher Unfall.
53:01Niemand wollte das.
53:02Trotzdem ist es geschehen.
53:04Und jetzt?
53:05Wenn wir das vor den Wahlen an die große Glocke,
53:07dann ist es kein Unfall mehr, sondern Willkür.
53:10Bleiben wir mal beim Mittwochabend.
53:12Wir beide wissen,
53:14dass sich beim Waffenreinigen nicht einfach so zwei Schüsse lösen.
53:16Außerdem waren es mehr als zwei.
53:17Wir haben fünf weitere Projektile gefunden,
53:20um den halben See verteilt.
53:22Jemand hat hier von etwas weiter unten aus
53:24mindestens sieben Schüsse abgefeuert.
53:26Einfach wild rumgeballert.
53:28Warum sollten Sie sowas tun, Herr Perkewitsch?
53:30Sie kennen die Waffe, Sie kennen Ihre Reichweite.
53:33Es gibt nur eine vernünftige Erklärung.
53:36Sie haben die Waffe für Ihren Jagdtrip mit nach Hause gebracht.
53:41Ihre Frau war unterwegs, Sie auch.
53:42Ihr Sohn war allein zu Hause
53:44und Sie hatten vergessen, die Waffe wegzuschließen.
53:47Er wollte sie einfach nur ausprobieren.
53:49Einmal aussehen wie der Papa.
53:52Er hatte ja keine Ahnung von der Reichweite.
53:56Als Sie nach Hause kamen,
53:57als Sie begriffen haben, was passiert ist,
53:59da sind Sie um den See gelaufen
54:00und haben Tensfeld auf der Bank gefunden.
54:03Das war ein furchtbarer Schock.
54:05Glauben Sie mir das?
54:07Und dann haben Sie ihn einfach ins Wasser geschleift.
54:10Herr Schumann, Sie sind ein überaus fähiger Beamter.
54:14Und ich hoffe, dass Sie menschlich genügend Erfahrung
54:18und Weitblick mitbringen,
54:20um jetzt eine tragfähige Lösung zu finden.
54:24Eine tragfähige Lösung?
54:26Die gibt es immer.
54:27Glauben Sie mir.
54:28Sie zum Beispiel haben vielleicht Schwierigkeiten
54:30mit der Kredit-Tilgung Ihrer Wohnung.
54:33Und glauben Sie mir,
54:35auch dafür gibt es eine mehr als tragfähige Lösung.
54:42Sie wollen mich tatsächlich bestechen?
54:46Bestechen?
54:46Na, ich bitte Sie.
54:47Ich will doch nur...
54:48Timo, kommst du mal her?
54:50Timo!
54:51Du bleibst da!
54:52Herr Schumann, bleiben Sie bitte vernünftig jetzt.
54:55Haben Sie eigentlich begriffen, was passiert ist,
54:56oder war das alles nur Rhetorik?
54:58Ihr Sohn hat einen Menschen getötet.
55:00Haben Sie mal darüber nachgedacht,
55:02was das für ihn bedeutet?
55:03Mein Sohn ist zehn Jahre alt.
55:04Der ist ein Kind.
55:05Glauben Sie, er wird damit fertig,
55:06wenn sein Vater ihm die Verantwortung wegkauft.
55:08Nee, das glauben Sie gar nicht.
55:10Sie glauben nur an Ihre Karriere.
55:12Timo, du bleibst da!
55:13Jetzt ist Schluss.
55:21Herr Gott, nochmal!
55:31Ich habe es doch nicht gewollt!
55:33Ich habe es doch nicht gewollt!
55:38Ich habe es doch nicht gewollt!
56:02Ich habe es doch nicht gewollt!
56:02Der arme Junge.
56:04Also war es ein Irrtum.
56:07Es war ein Unfall.
56:11Haben Sie herausgefunden,
56:13was Klaus da an der Krummlanke wollte?
56:20Es ist sehr schön da abends.
56:26Ich war da oft spazieren mit meiner Tochter. Früher.
56:40Klaus hat sich doch mit einer dieser Frauen aus dem Internet getroffen.
57:10Ja?
57:12Hi, Esther hier. Ich hab noch was rausgefunden. Also es spielt jetzt zwar keine Rolle mehr,
57:19aber trotzdem.
57:20Was denn?
57:20Ja, also...
57:22August 2009 ist ein Schüler ertrunken.
57:26Ein kleiner Junge.
57:29Neun Jahre alt.
57:31Niklas.
57:32Tensfelds Sohn.
57:35Beim Baden in der Krummelanke.
57:37Dann war Tensfelds ja doch hier verabredet.
57:39In gewisser Weise.
57:41Ja.
57:44Ich dachte nur, dass...
57:46Naja, dass das schon noch wichtig ist.
57:48Ja.
57:51Danke, Frau Hobens.
57:53Calma!
57:54Calma!
57:55Calma!
58:02Calma!
58:03cracked C材
58:04Kaiser!
58:08Bolli!
58:09Bolli!
58:12Bolli!
58:17Bolli!
58:19Bolli!
58:20Bolli!
58:34Buggie, go!
58:37Buggie!
58:39Buggie!
58:41Buggie!
58:47Buggie!
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