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Europe’s Unique Water Landscapes | The Spree Forest (Der Spreewald)
2023 | Επ. 5/5 | HD
Φαράγγια, λίμνες, ποτάμια και γεωμορφές που κόβουν την ανάσα με σαγηνευτική πανίδα και χλωρίδα: από τα Όρη Τάτρα, στον Ντορντόν και έως το Δέλτα του Δούναβη, αυτή η σειρά ντοκιμαντέρ εξερευνά εξαιρετικές, ακόμα παρθένες γωνιές της Ευρώπης. Λόγω της βιοποικιλότητάς τους, πολλές προστατεύονται ήδη ως εθνικά πάρκα ή Μνημεία Παγκόσμιας Κληρονομιάς της UNESCO.
Ένα δίκτυο ποτάμιων κλάδων και καναλιών, με συνολικό μήκος σχεδόν 1.000 χιλιομέτρων: το Σπρέεβαλντ. Τροφοδοτούμενο από τον ποταμό Σπρέε, ένα εξαιρετικό φυσικό και πολιτιστικό υδάτινο τοπίο με λιβάδια και δάση έχει αναδυθεί στο νοτιοανατολικό Βρανδεμβούργο. Πώς μπορεί να διατηρηθεί η ανέγγιχτη φύση;
2023 | Επ. 5/5 | HD
Φαράγγια, λίμνες, ποτάμια και γεωμορφές που κόβουν την ανάσα με σαγηνευτική πανίδα και χλωρίδα: από τα Όρη Τάτρα, στον Ντορντόν και έως το Δέλτα του Δούναβη, αυτή η σειρά ντοκιμαντέρ εξερευνά εξαιρετικές, ακόμα παρθένες γωνιές της Ευρώπης. Λόγω της βιοποικιλότητάς τους, πολλές προστατεύονται ήδη ως εθνικά πάρκα ή Μνημεία Παγκόσμιας Κληρονομιάς της UNESCO.
Ένα δίκτυο ποτάμιων κλάδων και καναλιών, με συνολικό μήκος σχεδόν 1.000 χιλιομέτρων: το Σπρέεβαλντ. Τροφοδοτούμενο από τον ποταμό Σπρέε, ένα εξαιρετικό φυσικό και πολιτιστικό υδάτινο τοπίο με λιβάδια και δάση έχει αναδυθεί στο νοτιοανατολικό Βρανδεμβούργο. Πώς μπορεί να διατηρηθεί η ανέγγιχτη φύση;
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00:03Σεμφαλόνι
00:04Σεμφαλόνι μη μέτρα μη μέρες από την παρουσία,
00:06σημαίνει μη μέρες από την κυριασμό Ισάρια.
00:17Σεμφαλόνι και πανέλε μεγες και αρκετές αρχές.
00:22Σεμφαλόνι μη μέρες και αρχές.
00:28Υπότιτλοι AUTHORWAVE
01:10Alles Wasser im Spreewald kommt aus der Spree.
01:15Nach der letzten Eiszeit hat sich der Fluss in der flachen Landschaft ausgebreitet.
01:19Es bildete sich ein weit verzweigtes Binnendelta mit unzähligen Wasserarmen, fruchtbaren Feuchtwiesen und Auenwäldern, die mehrmals im Jahr überflutet wurden.
01:36Heute fließt das Wasser nicht mehr frei. Es wird kontrolliert angestaut oder abgelassen.
01:43Denn die Menschen gruben noch ein ganzes Geflecht aus Verbindungskanälen und Entwässerungsgräben.
01:50Rund 200 Wehre regulieren deren unterschiedlich hohen Wasserstände.
01:59Wer im Spreewald unterwegs ist, muss deshalb immer wieder in eine Schleuse, um den Höhenunterschied zu überwinden.
02:09Hier sind es rund 40 Zentimeter.
02:15Das langsam fließende Gewässer gibt das Tempo vor.
02:19Die Menschen folgen.
02:26Im Spreewald bewegen sich die Bewohner seit Generationen vorrangig auf dem Wasser.
02:32Ihre Straßen sind Wasserstraßen.
02:35Natürliche Fliese und künstlich angelegte Kanäle bilden zusammen ein Wassernetz von fast 1000 Kilometer Länge.
02:46Der flache Kahn ist das traditionelle Fortbewegungsmittel.
02:50Denn der Wasserstand beträgt an manchen Stellen weniger als einen halben Meter.
02:57Mit einem langen Eschenholzstab, dem Rudel, kann deshalb der Kahn durch die schmalen Gewässer gestarkt werden.
03:05Carolin von Bronzinski beginnt so ihren Arbeitstag.
03:10Es ist halt einfach schön. Man kommt halt hier immer raus und es ist einfach schön.
03:20Dieser Teil, der zum inneren Spreewald gehört, steht als Biosphärenreservat unter besonderem Schutz.
03:27Carolin von Bronzinski kümmert sich als Rangerin genau darum.
03:33Ich mag an meiner Arbeit besonders gerne, dass die so schön abwechslungsreich ist.
03:37Man ist viel draußen unterwegs, in der Natur, kann morgens und abends die Ruhe genießen und entdeckt ganz viel.
03:46Hat aber zeitgleich auch mit Menschen ganz, ganz viel zu tun.
03:51Wenn die Führungen haben zum Beispiel oder mit Kita-Gruppen und Schulklassen unterwegs sind.
03:59Außerdem kartiere ich auch sehr, sehr gerne und gucke, was hier im Spreewald mit der Tier- und Pflanzenwelt los
04:05ist.
04:06Lange Zeit war die ursprüngliche Auenlandschaft bedroht.
04:11Im vergangenen Jahrhundert wurden immer mehr Flächen trockengelegt, um sie landwirtschaftlich zu nutzen.
04:16Seit den 1990er Jahren werden sie nach und nach renaturiert.
04:22Das Wasser kehrte zurück und mit ihm seltene Tiere und Pflanzen.
04:31Ihr Lebensraum wird heute besonders geschützt und darf nicht mehr verändert werden.
04:39Seerosen und gelbe Teichrosen, im Spreewald Mummeln genannt, sind Teil einer empfindlichen Wasserwelt zwischen Fluss und Ufer.
04:57Bei Sonne ist das der bevorzugte Platz der Prachtlibellen.
05:02Sie leben nur an sauberen, fließenden Gewässern mit reicher Ufervegetation.
05:20Ideale Bedingungen auch für Mücken, die im Spreewald oft schon tagsüber unterwegs sind.
05:30Und ansonsten habt ihr hier die Erlen, die vorherrschende Baum hat, sozusagen im Spreewald, weil die nasse Füße verträgt.
05:38Die kann halt auch mal länger im Nassen stehen, ohne dass sie gleich eingeht.
05:44Und dann da hinten auch die Eschen.
06:02In den Gewässern finden Eisvögel ausreichend Wasserinsekten, Kleinkrebse und Kaulquappen.
06:11Hier unten in dieser Uferböschung, da sieht man diese Röhre und da ist der Eisvogel drin.
06:16Die graben ja mit ihren Schnäbeln Brutröhren, 50 Zentimeter lang ungefähr und hinten haben die dann so einen Brutkessel.
06:22Und da ziehen die dann ihre Jungen groß. Genau, da brüten die drin.
06:32Auch Nagetiere, wie die neu hinzugekommenen Nutrias und die alteingesessenen Biber, sind Teil der weit verzweigten Wasserwelt.
06:42Hier hinten ist eine Biberburg, die man jetzt gerade nicht so gut hielt, weil die Vegetation so hoch ist.
06:51Und wenn man hier jetzt guckt, die ganzen abgeschnittenen Äste hier vorne liegen angeknabbert, sieht man auch die Fraschspuren.
06:57Da unten drunter ist der Biber drin.
07:20Die Natur hat sich in den vergangenen Jahrzehnten von den Eingriffen der Menschen gut erholt.
07:26Doch die Lebensbedingungen für Pflanzen und Tiere müssen ständig beobachtet und kontrolliert werden,
07:32damit dieser Teil des Spreewalds Biosphärenreservat bleibt.
07:38Caroline von Pronzinski und ihre Kollegen arbeiten täglich daran, diese außergewöhnliche Wasserwelt zu bewahren.
07:46Die professionellen Naturschützer sind dabei auch auf die Mithilfe der Bewohner angewiesen.
08:06Hier ist die typische Spreewaldlandschaft weit und offen.
08:12Sie wurde so seit Hunderten von Jahren immer wieder von Menschen gestaltet.
08:16Doch auch sie ist bedroht, denn es erfordert großen Aufwand, diese Landschaft so zu erhalten.
08:24Die kleinen Wiesen und Felder haben zwar früher ihre Besitzer ernährt, doch sie lassen sich heute nicht mehr effektiv bewirtschaften.
08:32Oft sind sie von Fließen oder Kanälen umgeben, dann muss alles über das Wasser transportiert werden.
08:45Landwirt Sebastian Kilka hat sich für seinen Traktor einen speziellen Kahn anfertigen lassen.
08:51So kann er das Heu ernten und alles zusammen auf dem Wasserweg nach Hause transportieren.
09:03Für das Fahren mit Motor hat er eine Sondergenehmigung, denn das ist auf den Spreewaldgewässern eigentlich verboten.
09:11Doch der Landwirt braucht das Gras.
09:26Über den Ledergraben, parallel zur Hauptspree, geht es nach Hause.
09:39Viele der Höfe hier stehen auf Kaupen, Talsandinseln.
09:44Sie entstanden aus Schwemmsand, der am Ende der Eiszeit vom abfließenden Schmelzwasser abgelagert wurde.
09:50So bildete sich das weit verzweigte Netz aus Wasseradern.
09:57Die sorgsam bewahrte Kulturlandschaft zieht viele Besucher an, besonders aus dem nahen Berlin und Dresden.
10:05Die meisten wollen den Spreewald vom Wasser aus erkunden.
10:10Viele Einheimische verdienen sich deshalb als Kahnfährmänner und Frauen ihren Lebensunterhalt.
10:22Das lautlose Gleiten über das Wasser hat hier eine lange Tradition.
10:28Kahnfährmann Sebastian Sporn fährt seine Gäste noch in alten Holzkähnen, wie sie schon vor Generationen im Einsatz waren, um Lasten
10:35und Besucher zu transportieren.
10:43Dieser Kahn besteht aus Notfedersystem und aus Kiefernholz.
10:47Und das Besondere ist, dass der Kahn mittlerweile 37 Jahre alt ist und dass so eine große Holzkähne leider wenig
10:54noch in Spreewald existieren.
10:56Oder gebaut werden sowieso nicht mehr in der Größe.
10:59Ein Holzkahn macht viel Arbeit. Er kann bei Frost nicht im Wasser bleiben und muss nach jedem Winter mehrere Wochen
11:06gewässert werden, damit er wieder dicht ist.
11:12Die Postfrau benutzt deshalb wie die meisten Einheimischen einen Kahn aus Aluminium.
11:18Der ist pflegeleicht und immer einsatzbereit.
11:22Von Mai bis Oktober starkt sie täglich in Lede von Haus zu Haus.
11:30In den letzten Jahren wurden zwar viele neue Straßen und befahrbare Brücken gebaut,
11:35trotzdem sind manche Höfe im ursprünglichen Spreewalddorf nur über das Wasser zu erreichen.
11:47Auch der Mutschenhof von Sebastian Kilka und seiner Familie.
11:52Seine Eltern hatten die Landwirtschaft aufgegeben. Er züchtet jetzt wieder Rinder.
12:03Die meiste Arbeit wird noch von Hand erledigt.
12:07Wie viele Spreewaldbewohner gehört auch Familie Kilka zur Minderheit der Sorben.
12:17Sie pflegten schon immer das traditionelle Leben und Arbeiten nah an der Natur und am Wasser.
12:28Auch die Störche schätzen die vielen Gewässer.
12:32Sie kommen nur für ein paar Monate in den Spreewald.
12:36Mitte August geht es wieder zum Überwintern Richtung Süden.
12:41Dann müssen die Jungvögel bereit sein für den ersten langen Flug.
12:56Normalerweise gibt es hier gute Aufzuchtbedingungen.
12:59In den vergangenen Jahrzehnten kamen immer mehr Störche zum Brüten in den Spreewald.
13:05Aber das bedeutet nicht, dass das so bleibt.
13:09Man sieht viele Störche, aber wenn man sich so den allgemeinen Trend anguckt der letzten Jahre, dann wird es tatsächlich
13:14immer weniger.
13:15Und wir sind jetzt noch nicht fertig mit der Auswertung von diesem Jahr.
13:19Aber man kann schon so grob absehen, dass nicht genug Jungstörche hochkommen.
13:23Also man braucht immer so ungefähr zwei Junge pro Brutpaar, was angekommen ist, versucht hat zu brüten.
13:28Und das erfüllen wir tatsächlich aktuell nicht.
13:31Gründe dafür sind unter anderem halt der Futtermangel.
13:35Also da hatten wir dieses Jahr auch schon ein paar Anrufe, dass Störche aus dem Nest geworfen wurden,
13:39dass sie eben hier ankommen und es zu trocken ist, keine Amphibien auf den Wiesen sind
13:43und sie dann eben nicht genug Nahrung für ihre Jungen finden.
13:51Der Wiesenteich wird jedes Jahr künstlich angestaut und mit Fischen besetzt.
13:56Das machen sich auch die Wasservögel zunutze.
14:05Das ist ganz, ganz selten. Das guckt mal, ein Schwarz-Torch.
14:12Ich bin mega aufgeregt. Der ist ganz, ganz selten hier bei uns im Spreewald.
14:16Wir hatten da auch mal Brutpaare, aber nachweislich haben wir jetzt in den letzten Jahren keins mehr gehabt.
14:20Und ich weiß jetzt von zwei Sichtungen dieses Jahr bisher das.
14:23Und von daher habe ich echt großes Glück, dass wir den überhaupt gesehen haben.
14:41Das kilometerweite Netzwerk aus natürlichen Wasserarmen, künstlichen Kanälen und den Wiesen dazwischen
14:48ist für die Vögel nur attraktiv, wenn die Landschaft so bleibt, wie sie ist.
14:54Doch das bedarf kontinuierlicher Pflege.
15:00Werden die Flächen im Sommer nicht regelmäßig gemäht und freigeschnitten,
15:04besteht die Gefahr, dass auch die angrenzenden Uferbereiche zuwuchern.
15:09Die Landschaft droht, sich mit der Zeit stark zu verändern.
15:17Sebastian Kilker versucht, das zu verhindern.
15:19Wir sind ja im Kernspreewald, wo die Flächen alles Inseln sind.
15:24Und dadurch, dass man alles mit dem Kran machen muss,
15:26ist es viel Logistik, die man einplanen muss.
15:30Und das ist ein bisschen zeitaufwendiger.
15:59Und das ist ein bisschen zeitaufwendiger.
16:02Ich mache das aus Heimatliebe.
16:04Meine Urgroßeltern, meine Großeltern, mein Vater hat die Landwirtschaft betrieben.
16:09Und ich habe vor 20 Jahren gesagt, ich mache das weiter.
16:14Es ist auch schön zu sehen, dass die Flächen nicht alle verbuschen,
16:17dass sie weiter frei bleiben, was den Spreewald auch ausmacht.
16:28Sebastian Kilker fährt täglich mehr Kilometer mit dem Kahn als mit dem Auto.
16:35Bis nach Hause sind es noch rund 20 Minuten.
17:02Obwohl Hauptverkehrsweg ist der Ledergraben hier an einigen Stellen zu kurvig und eng,
17:06um mit Motorkraft schnell hindurchzufahren.
17:09Dann muss Sebastian Kilker wie alle anderen starken.
17:19Die Familie nimmt sich die Zeit, jeden Tag zusammen Mittag zu essen.
17:28Das Leben auf dem Spreewaldhof ist so, wie es sich heute wieder viele Menschen wünschen.
17:34Guten Appetit.
17:35Doch es hat auch seinen Preis.
17:37Die Arbeit ist oft sehr hart, das Einkommen unsicher.
17:41Aber das nehmen Anja und Sebastian Kilker in Kauf.
17:45Wir machen das aus Überzeugung.
17:47Einfach, weil das auch der Kreislauf ist für den Spreewald, für die Natur- und Kulturlandschaft.
17:55Wenn wir die Rinder nicht haben, werden keine Wiesen gemäht.
17:58Wozu soll ich eine Wiese mähen, wenn ich das Heu nicht brauche?
18:01Das sind einfach diese runden Kreisläufe.
18:04Und ich kann ein Stück Heimat meinen Kindern nachher vererben,
18:07dass die noch einen Teil des Spreewaldes so kennen, wie er die letzten Jahrhunderte existiert hat.
18:38Die verwunschen wirkende Wasserlandschaft lockt auch viele Besucher,
18:43in diesen besonderen Teil der Lausitz zwischen Brandenburg und Sachsen.
18:49Manche erkunden das verzweigte Wasserlabyrinth auf eigene Faust.
18:55Andere lassen sich von einheimischen Fährleuten im Kahn durch die Fliese und Kanäle starken.
19:05Die Touren von Sebastian Sporn starten in Burg Kauper am Nakegraben.
19:13In seinem historischen Holzkahn haben mehr als 30 Personen Platz.
19:18In den letzten 15 bis 20 Jahren hat der Tourismus sich extrem verändert.
19:22Mittlerweile kommen auch viele junge Familien ins Spreewald, was natürlich toll ist.
19:25Das Besondere ist immer, dass man immer wieder neue Leute hat,
19:27dass die Touren auch immer wieder unterschiedlich sind und natürlich die Jahreszeiten.
19:34So meine Hübschen, da möchte ich erst mal ganz recht herzlich begrüßen hier zur Kahnfahrt.
19:37Das Schöne ist hier draußen, wir sind rucki-zucki in der unberührten Natur und wir brauchen nicht weit fahren.
19:45Obwohl in diesem Sommer der Wasserstand wegen großer Trockenheit sehr niedrig ist,
19:50an manchen Stellen sind es nur 30 Zentimeter, kommen die flachen Kähne gut voran.
19:56Das wenige Wasser wird über die Wehranlagen so reguliert,
20:00dass die meisten Fliese und Kanäle befahrbar bleiben.
20:22Ein paar Wochen später bringt der September überraschend viel Regen.
20:27Die Spreewaldbewohner atmen auf.
20:49Im Herbst beherrschen wieder große Wasserflächen die Landschaft.
20:55Jetzt ist die Zeit der Morgennebel.
21:03Jahrhundertelang waren Wassermühlen im Spreewald lebenswichtig.
21:07Hier malten die Bauern ihr Korn.
21:11Jetzt ist die Kanumühle stillgelegt und das Wasser aus dem Mühlenteich wird nicht mehr gebraucht.
21:17Es muss abgelassen werden, wenn er zu voll ist.
21:21Die ehemalige Müllerin Christina Behrend und ihr Mann entfernen zwei Bohlen am Wehr.
21:27Routine für Spreewaldbewohner.
21:41Das Wasser fließt in den kleinen Fluss Dahme am Rand des Spreewalds.
21:47Der kräftige Schwall erzeugt Schaum.
21:50Das wirkt auf den ersten Blick wie eine Verunreinigung, wird aber durch abgestorbene Algen verursacht.
21:56Bald ist der Schaum wieder verschwunden.
22:05Die Wassermühle ist zwar außer Betrieb, doch Christina Behrend startet noch ab und zu die alte Anlage,
22:11damit die antike Technik nicht einrostet und funktionsfähig bleibt.
22:22Wird das Wehr unter dem Gebäude hochgekurbelt, flutet das Wasser aus dem Mühlteich die Turbine.
22:31Die Turbine ist ein Wasserrad aus Eisen.
22:34Das liegt im Wasser horizontal und dreht sich dann so, wenn das Wasser durchströmt.
22:51und die Turbine dreht sich dann so, wenn die Turbine dreht, dann drehen sich auch alle Räder.
23:02Die Räder sind mit Riemen verbunden.
23:05So wird die Wasserkraft innerhalb der Mühle übertragen, bis zu den Mahlsteinen im ersten Stock.
23:17Das ist das Herzstück der Mühle, in der Büt, das ist die Büt, die Runde, da sind die Steine drin.
23:23Der untere Stein, der ist fest und der obere Stein, der dreht sich.
23:27Und hier oben wird es reingeschüttet, das Korn, und das fällt dann hier runter.
23:32Hier auf diesen Rüttelschuh, so heißt das.
23:34Der arbeitet so, ruckartig.
23:36Und dadurch wird immer nur eine Handvoll Körner runtergelassen.
23:40Das ist das Klappern der Mühle am rauschenden Bach.
23:45Ein Klang, der hier heute noch einmal zu hören ist.
24:03Auf ganz andere Töne hofft Rangerin Carolin von Bronzinski morgens um sieben im Hirschmoor am Dubko-Kanal.
24:14Hier ist nur selten jemand unterwegs.
24:17Und die Tiere haben die Wiesen und den Wald für sich.
24:22Das Rotwild ist seit Wochen in der Brunft.
24:25Gleich beginnt ein wildes Naturkonzert.
24:37Da kommen dann die Hirsche und die Hirschkühe zusammen.
24:40Einmal im Jahr für ungefähr 5-6 Wochen, ab Anfang September bis Mitte Oktober ungefähr,
24:46wenn es ein bisschen kälter ist, und paaren sich sozusagen.
24:50Und das ist ein riesengroßes Ereignis, wenn man so will.
24:53Also ganz spektakulär, weil die Hirsche halt wirklich dieses...
25:07Es gibt halt den einen Platzhirsch, der sich gegen alle anderen behaupten muss, um seine Hirschkühe da für sich zu
25:13behalten.
25:14Und wenn man das beobachten kann, das ist schon sehr eindrucksvoll.
25:18Denn der hat wirklich diese 5-6 Wochen zu tun, seine Weibchen dort für sich zu behalten und gegen andere
25:24zu verteidigen.
25:24Und die verlieren da halt auch einen Großteil ihres Körpergewichts, sind wirklich nur damit beschäftigt,
25:29hormongeladen eben ihrer Sache nachzugehen.
25:53Hirsche bevorzugen offene Landschaften wie diese.
25:56Erst als die Menschen begannen, sie zu jagen, zogen sie sich in die Tiefe der Wälder zurück.
26:03Im Biosphärenreservat streifen sie jetzt wieder weitgehend ungestört durch Moore und entlang der Fliese.
26:21Große Teile der Wasserlandschaft haben Menschen nach den Vorstellungen ihrer jeweiligen Zeit gestaltet.
26:27An dieser Stelle wurde die Hauptspree in der Stadt Burg begradigt, die Wildnis eingehegt.
26:34Trotzdem ist das Gewässer ein intakter Lebensraum geblieben.
26:41Den ganzen Sommer über haben sich die Fische vermehrt und sind gewachsen.
26:46Jetzt im Herbst beginnt die Fischereisaison.
26:53Sigmund Lehmann und Klaus Heinrich suchen die Reusen, die sie am Morgen ausgelegt haben.
27:04Ich sehe sie. Ja. Hier liegt sie.
27:09Warte. Ja, er ziehe ich sie auch.
27:21Oh, Gucke.
27:22Das ist ein Barsch hier.
27:23Nimm mal so raus.
27:27Nimm mal sie mit.
27:41Fische sind schon da, aber die gehen auch nicht immer in die Räuse.
27:47Der Fischbestand ist seit vielen Jahren stabil.
27:51Auch unter Wasser profitieren Pflanzen und Tiere vom strengen Naturschutz.
27:58Das Fischen mit Netzen und Reusen ist allerdings nur Einheimischen erlaubt.
28:03Das hatte ich ja eben nicht gemacht, aber.
28:20Ein Schleier.
28:26Ja, Fische kann man fangen so gut wie alle Süßwasserfische.
28:29Nicht bis auf wenige Ausnahmen.
28:30Eine Ausnahme ist die Forelle.
28:32Die haben wir hier nicht vorhin.
28:34Aber Sie haben gesehen, ein schöner Hecht.
28:36Jetzt eine schöne Schleie.
28:38Ist schon eine Portion fast fertig.
28:45Wir sagen dazu, eine Kochtopffischerei.
28:48Also nur zum eigenen Verzehr.
28:50Wir sind ein gemeinnütziger Verein.
28:52Wir dürfen auch keine Geschäfte machen.
28:53Wir dürfen keine verkaufen.
28:54Also ist nur für einen persönlichen Verzehr.
28:57Das war kein Brausch.
28:58Das ist ein kleines Sander.
29:00Nicht?
29:00Ja.
29:01Was?
29:01Hast du mir gedacht?
29:02Nee.
29:20Zu Hause kommt der Fang aber nicht gleich in den Kochtopf,
29:24sondern erst einmal wieder ins Wasser.
29:27Im Spreewald hat jedes Haus am Vlies einen Fischkasten.
29:31So gibt es frischen Fisch auch noch für die nächsten Tage.
29:56Jetzt im Herbst, wenn es kühler wird,
29:59zeigt sich der Spreewald jeden Morgen von seiner mystischen Seite.
30:12Die Fahrt zur Arbeit wird dann zum Naturerlebnis.
30:21Alle vier Jahreszeiten ist das Schönste, was man im Spreewald erleben kann.
30:27Das Farmfrohe im Herbst, die Blätter fallen, der Nebel.
30:32Also schöner geht es kaum.
30:41Ich würde niemals in einem Büro arbeiten wollen.
30:45Mein Leben ist die Natur, für mich das Allerschönste.
30:54Frank Pöckschick ist Wasserwart und kontrolliert regelmäßig die Wasserwege und Wehre im inneren Spreewald.
31:06Irgendwas passiert ja immer und das ist nun mal Natur und die Pflege von dem Spreewald.
31:11Da müssen wir eigentlich jeden Tag unterwegs sein.
31:16Ich war vorher im Wald und habe da als Forstwirt gearbeitet.
31:20Und jetzt bin ich hier beim Wasserbodenverband und ist ein Traum geworden.
31:24Der Pegelstand an diesem Wehr beträgt heute 47 Zentimeter.
31:32Auf der Fallstufe hat sich Laub angesammelt und verstopft den Abfluss.
31:37Die Arbeiten müssen bei jedem Wetter erledigt werden, auch wenn es stürmt oder regnet.
31:53Doch heute ist alles perfekt für eine Frühstückspause im Naturparadies.
32:15Zum Frühstück im Spreewald gehören natürlich die Gurken, die schmecken und essen wir am liebsten.
32:22Und ich besonders bevorzuge die Gewürzgurike.
32:27Jeder Biss ein Genuss.
32:36Bis zum Feierabend muss Frank Pöckschick noch rund 15 Stauwehre abfahren.
32:54Seine Kollegen sind mit Krautern unterwegs.
33:02Weil das Wasser nur langsam fließt und viele Nährstoffe enthält, wachsen die Wasserstraßen im Sommer schnell zu.
33:09Damit sie gut befahrbar bleiben, werden sie jeden Herbst freigeschnitten.
33:28Die alten Auenwälder bleiben unberührt. Sie sind ein seltener Naturschatz.
33:40Manche Wildnis konnte sich bis heute weitgehend ohne menschlichen Einfluss entfalten.
33:51Im Spreewald kann man noch an einigen Stellen sehen, wie Flusslandschaften in vergangenen Zeiten aussahen.
34:06Die Erlenwälder am Laipa-Weggraben dagegen wurden angepflanzt.
34:11Sie lieferten lange Zeit Nutzholz und werden erst seit kurzem sich selbst überlassen.
34:17Alles darf jetzt liegen bleiben und langsam verwildern.
34:34Die vielen flachen Gewässer mit geschützten Uferbereichen sind im Herbst ein idealer Rastplatz für Zugvögel.
34:46Seitdem sich die Natur erholt hat, kommen sie wieder vermehrt in den Spreewald.
34:52Rangerin Caroline von Bronzinski weiß, wo man sie am besten beobachten kann.
34:57Sie kennt die begehrtesten Schlafplätze am Wasser.
35:05Den ganzen Tag herrschte am Fischteich Pettkampsberg Ruhe.
35:10Kurz nach Sonnenuntergang ändert sich das.
35:31Die sind tagsüber auf den Flächen, um zu äsen.
35:34Die Kraniche sind auf den Maisstoppel-Ackerfeldern und fressen sich da satt.
35:39Und die Gänse, die nordischen, die sind eher so auf den Wiesenflächen und essen sich dort satt.
35:44Und dann kommen die abends hierher, sammeln sich hier alle zum Schlafen.
35:47Ihr seht ja, hier ist ziemlich wasserreich und dort sind sie halt besser vor feinem Öl schützt.
36:00Die Kraniche und Wildgänse kommen aus Osteuropa oder Skandinavien und sind auf dem Weg nach Frankreich und Spanien.
36:09Weil die Winter immer milder werden, fliegen manche gar nicht mehr weiter und bleiben bis zum Frühling im Spreewald.
36:17Die allabendliche Flugshow dauert rund eine halbe Stunde bis zum Einbruch der Dunkelheit.
36:31Und jeder, der ankommt, wird registriert.
36:38Also Kraniche haben wir bis jetzt 288 und da hinten kommen jetzt nochmal Gänse.
36:51Auch nochmal 63 Gänse, die kommen jetzt hier gleich runter und rasten dann, verbringen hier die Nacht, also schlafen hier.
37:00Da sind Blässgänse bei, Graugänse und Saatgänse.
37:14Ziemlich cool, weil man wird wirklich belohnt mit wunderschönen Sonnenuntergängen.
37:19Wenn die Gänse hier zu Tausenden einfliegen und die Kraniche dazu, ist einfach ein wunderschönes Spektakel.
37:24Der Mond vielleicht auf der anderen Seite noch dazu aufgeht. Super. Besser als Fernsehgucken, würde ich sagen.
37:53Die Zugvögel treffen sich hier noch bis Ende Oktober.
37:56Dann verwandelt sich die Wasserlandschaft erneut.
38:04Der erste Frost hält Einzug im Spreewald.
38:09Wer am Wasser wohnt, muss jetzt für den nahenden Winter Vorkehrungen treffen.
38:24Die Paddelboote und Kanus werden schon lange nicht mehr benutzt.
38:30Und auf den Fließen sind immer weniger Kähne unterwegs.
38:49Doch Fährmann Sebastian Sporn hat noch eine wichtige Aufgabe zu erledigen, bevor die Winterruhe einkehrt.
38:57Schöne, leichte Prise Wind. Wunderbar.
39:03Hast du, Thomas?
39:05Schön vorsichtig mit den schönen alten gedrechselten Holzbänken.
39:07Ja.
39:09Und die letzten haben wir es auch geschafft.
39:12Wunderbar.
39:15Wir sind ein bisschen überrascht.
39:16Es ist schon leicht gefroren.
39:17Also es ist allerhöchste Eisenbahn, dass die Holzkähne aus dem Wasser kommen.
39:20Wenn Wasser friert, wird es größer.
39:22Es dehnt sich.
39:23Und deswegen muss der Holzkahn raus.
39:24Sonst kann die Bordwand reißen.
39:26Die werden rausgezogen über große Rollen.
39:27Dann drehen wir sie um.
39:28Leichte Schräglage.
39:30Und dann werden die Winterfest gemacht.
39:32So.
39:34Wollen wir schon mal ein bisschen rausziehen?
39:35Ja, wa?
39:37Meine Kumpels kommen jedes Jahr.
39:38Und das ist schon Tradition bei uns.
39:40Im Frühjahr wieder umdrehen und zu Wasser lassen.
39:42Da findet man immer noch genug Nachbarn, Freunde.
39:45Schön langsam.
39:47Gut, weiter, weiter, weiter.
39:48Stopp, stopp, stopp.
39:49Noch mal hochheben.
39:50Ja.
39:51Und gut.
39:52Und los.
39:54Super.
39:57Die tonnenschweren Fichtenholzkähne
39:59haben die Prozedur schon viele Male überstanden.
40:06Wieder runter.
40:07Gut, wunderbar.
40:08Und runter, schön vorsichtig.
40:09Die Arbeit ist mühsam.
40:11Aber sie schweißt die Einheimischen auch zusammen.
40:17Eins, zwei und drei.
40:19Für Sebastian Sporn lohnt sich der Aufwand.
40:22Denn wenn die alten Kähne gut gepflegt werden,
40:25können sie noch viele Jahre halten.
40:27und er muss keine modernen Aluminiumkähne anschaffen.
40:30Weiter, weiter, weiter.
40:32Gut, lass den kommen.
40:33Schön, ruhig, langsam.
40:35Wunderbar.
40:39Der Fährmann will die Wasserwelt möglichst lange so erhalten,
40:43wie sie bei seinen Vorfahren war.
40:46Ich bin gebürtiger Spreewälder.
40:48Meine Oma schon, mein Opa schon.
40:50Viele Jugendliche ziehen natürlich hier aus dem Spreewald weg,
40:52in die große Stadt studieren.
40:54Aber ich kann es mir nicht vorstellen.
40:55Ich brauche die Natur und die Umgebung hier.
41:05Dazu gehört auch das stille Vlies gleich vor seiner Haustür.
41:35GINNICHE
41:39Υπότιτλοι AUTHORWAVE
42:06Bei diesem Wasserschlag entstehen große Wasserflächen.
42:11Bleibt der Frost länger, werden sie zur Eisbahnen.
42:21Das Gewässernetz im Spreewald zeigt sich zu jeder Jahreszeit von einer anderen Seite.
42:29Eine ungewöhnliche Natur- und Kulturlandschaft, die an vielen Stellen noch immer so aussieht wie in alten Zeiten.
42:36Weil die Menschen, die hier leben, achtsam mit dir umgehen.
43:04Untertitelung des ZDF für funk, 2017
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