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  • vor 3 Monaten

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Kurzfilme
Transkript
00:01Was bisher geschah
00:02Wir gründen ein John-Venture. Wir können es schaffen.
00:07Willst du?
00:08Ja.
00:09Aber Castellafoptik ist ein hochspezialisiertes Unternehmen.
00:12Und ihr wollt ernsthaft diesen Glas-Klimbim herstellen?
00:15Meine Meinung zu euren Plänen kennt ihr ja.
00:18Aber ich akzeptiere.
00:19Zum Wohl der Firma bin ich bereit, die Umstrukturierung zu unterstützen.
00:25Du hast etwas, was mir gehört.
00:26Ich weiß nicht, was du meinst.
00:27Ich meine, die 50.000 Euro, die du aus meinem Büro gestohlen hast, Bernhard.
00:32Ich hab vorhin übrigens Jonas getroffen.
00:35Ja, wo treibt er sich denn rum?
00:36Im Country Club.
00:38Haben die ihn wieder eingestellt?
00:39Nein, er ist jetzt Gast.
00:41Gast?
00:43Und hat ihm die 50.000 Euro Schmerzensgeld für den Unfall gezahlt.
00:46Und davon könnte er sich ein bisschen entspannen.
00:49Ich könnte nach dem Abi in die Staaten. Nach Berkeley.
00:51Ja, und was ist schlimm daran?
00:53Braunschweig.
00:55Das wäre, dass ich nach Braunschweig komme.
00:57Oh.
00:58Albern ist nur, dass du dich nicht rausklachst, endlich die Wahrheit zu sagen und dass du dann plötzlich in Braunschweig landest.
01:03Warte mal, mir geht's nicht gut.
01:05Dann kann doch ein Mathe-Genie wie du so oft rechnen, wie ich es will. Das Ergebnis steht fest.
01:09Hm.
01:10Ich hab einmal vergessen, die Pille zu nehmen.
01:12Ich bin schwanger.
01:13Ich bin schwanger.
01:14Ich bin schwanger.
01:15Ich bin schwanger.
01:16Ich bin schwanger.
01:17Ich bin schwanger.
01:18Ich bin schwanger.
01:19Ich bin schwanger.
01:20Ich bin schwanger.
01:21Ich bin schwanger.
01:22Ich bin schwanger.
01:23Ich bin schwanger.
01:24Ich bin schwanger.
01:25Ich bin schwanger.
01:26Ich bin schwanger.
01:26Moments where there's no mistaking
01:31And I'm a million miles from you
01:37But if we stay strong
01:40I know we'll make it through
01:45Das kann nicht sein.
01:52Herzlichen Glückwunsch.
01:58Los, weil ich einmal die Pille vergessen habe.
02:01Das hat offensichtlich gelangt.
02:04Das ist alles, was dir dazu einfällt, Caro?
02:07Was soll ich denn jetzt machen?
02:10Ich kann alles knicken, was ich mir vorgenommen habe.
02:13Mein Studium in den USA, meine ganze Karriere.
02:15Stattdessen hocke ich in Braunschweig und wechsle Windeln.
02:18Es ist schon klar, dass dich das umhaut.
02:20Aber hey, ein Baby, das kann doch ganz schön sein.
02:25Ja, okay, dass das jetzt nicht ganz deinen Vorstellungen entspricht.
02:28Aber du musst das erst mal sacken lassen.
02:31Morgen sieht die Welt schon ganz anders aus.
02:32So ein Quatsch, ich bin morgen genauso schwanger wie heute.
02:35Mann, jetzt beruhig dich doch mal.
02:36Vielleicht machst du dich ganz umsonst verrückt.
02:39Ich mache mich umsonst verrückt?
02:40Caro, hörst du dir eigentlich manchmal selber zu?
02:42Ich meine damit doch nur, dass du ein Test manchmal nicht hundertprozentig richtig bist.
02:45Robert, Sojamilch steht seit Wochen auf der Speisekarte.
03:13Wo ist das Problem?
03:14Dass du mir nichts davon gesagt hast.
03:21Das ist doch schamlos.
03:23Als ob ihr nicht schon den ganzen Tag zusammengearbeitet hättet.
03:26Man sollte meinen, da seid ihr froh, wenn ihr mal ein paar Minuten Ruhe voneinander habt.
03:30Hatten wir, im Auto.
03:31Da musste Christian sich auf die Straße konzentrieren.
03:34Wollt ihr was trinken?
03:35Wir haben neuerdings sogar Sojamilch im Angebot.
03:38Wieso neuerdings?
03:39Die steht doch schon seit Wochen auf der Karte.
03:40Vier Prosecco, wir möchten mit euch anstoßen.
03:44Worauf denn?
03:44Haben wir irgendwas verpasst?
03:46Alisas Himmelreich hat gerade einen mega Auftrag an Land gezogen.
03:48Wie er auch Castell auf Optik völlig neue Perspektiven eröffnet.
03:52Wie heißt das, eure beiden Firmen arbeiten jetzt zusammen?
03:55Genau.
03:56Christian leitet ab sofort die Sparte Kristallschmuck.
03:58Wobei Alisa mich kräftig unterstützt.
04:00Ja, wow, gratuliere.
04:03Und wer gehört sonst noch zu dieser neuen Sparte?
04:05Na, Mitarbeiter von Castell auf Optik, die wir vom freien Optiker zum Kristallschleifer umschulen werden.
04:09Ja, ist das so einfach?
04:11Ja, ich hab's ja auch gelernt.
04:13Und morgen auf der Betriebsversammlung wird Christian die Belegschaft davon informieren.
04:16Und wenn das bei genügend Mitarbeitern auch nur halb so gut klappt wie bei dir,
04:19dann ist Castell auf Optik aus den grübsten finanziellen Nöten raus.
04:22Was ist denn das für ein neuer Auftrag?
04:24Ich stelle Kettenanhänger her für Café Bellhofen.
04:28Das heißt, ich mache die Entwürfe, die dann von Castell auf Mitarbeitern umgesetzt werden.
04:31Dann müssen wir auf euch und auf diesen großen Auftrag anstoßen.
04:38Guten Abend.
04:39Hallo.
04:39Drei, wie immer.
04:40Eins, zwei, drei.
04:43Dankeschön.
04:44Danke auch.
04:44So.
04:45Tschüss.
04:45Tschüss.
04:47Aha.
04:49Das müsst ihr lesen.
04:54Das darfst du nicht wahrsehen.
05:06Sag, wann müssen wir der Bank eigentlich die Raten zurückzahlen?
05:11Was soll Raten?
05:13Von der Hypothek auf unser Haus.
05:15Mit der du das Schmerzensgeld für Jonas Lenz bezahlt hast.
05:19Ja, natürlich.
05:21Du, weißt ja nicht.
05:22Müsst ihr nachsehen.
05:22Ich mache mir nur Gedanken, ob nicht vielleicht die monatliche Belastung für uns zu hoch ist.
05:25Wir haben doch sonst keine Rücklage, Bernhard.
05:27Siehst du, Conny, genau darum wollte ich dir nichts von der Hypothek erzählen.
05:31Ich wollte nicht, dass du dir unnötig Sorgen...
05:32Ach, Bernhard.
05:35Wenn Jonas mich auf Schmerzensgeld verklagt hätte, dann wäre ich bestimmt nicht mit 50.000 Euro davon gekommen.
05:40Ja, natürlich.
05:41Schon allein wegen der Gerichtskosten und dem Geld für die Anwälte.
05:44Es ist nur so, Bernhard, ich hätte mir gewünscht, dass du mit mir redest.
05:47Ach, Conny, ich...
05:48Du hast schon so viel durchgemacht mit mir in der letzten Zeit.
05:51Und da wollte ich nicht noch, dass du dir finanzielle Sorgen machst.
05:54Das verstehe ich.
05:55Aber bitte, ich möchte, dass du mir in Zukunft die Wahrheit sagst.
06:00Es hat in der Vergangenheit schon genug Lügen zwischen uns gegeben.
06:02Ich verstehe nicht, warum du nicht zum Arzt gehen kannst.
06:17Weil ich noch minderjährig bin und über meine Mutter privat versichert bin.
06:20Jede einzelne Rechnung vom Arzt geht direkt an sie.
06:24Mit allen Details.
06:26Und da steht dann wirklich Schwangerschaftstest drauf.
06:28Sogar mit Gebührenziffer.
06:30Aber ewig kannst du es für deine Mutter auch nicht geheim halten.
06:35Es sind Schwierigkeiten, Tamara.
06:37Nein, wieso?
06:37Es ist alles prima.
06:40So siehst du aber gar nicht aus.
06:41Sag mal, hast du geweint?
06:42Nein, das ist...
06:44Harspray.
06:45Sie hat sich gerade oben Harspray in die Augen gesprüht.
06:48Oh Gott, ist mir auch schon mal passiert.
06:49Sehr unangenehm.
06:50Ich habe oben Augentropfen, wenn du magst.
06:52Nee, danke, das geht schon.
06:54Okay.
07:00Zum Glück hat sie nichts mitgekriegt.
07:02Die hat es doch gleich an Oskar weitergetratscht.
07:04Und der hat es Liliana spätestens morgen zum Frühstück serviert.
07:06Vielleicht kann Dana mir ja einen tollen Arzt empfehlen.
07:09Die ist ja auch schwanger.
07:10Oder du fragst Paul, der ist doch auch Arzt.
07:16Da hast du Angst, dass der pitzt.
07:17Nee.
07:19Aber der muss einen Bluttest machen.
07:21Und weil er seine Zulassung noch nicht zurück hat,
07:23kann er den im Labor nicht auswerten lassen.
07:25Aber vielleicht kennt Paul ja einen Arzt,
07:27der dich einfach so untersucht,
07:28ohne dass deine Mutter was mitkriegt.
07:30Komm.
07:31Wir gehen morgen früh in den Country Club und fragen ihn.
07:34Dann haben wir Gewissheit, hm?
07:36Wie aus gut informierten Kreisen berichtet wird,
07:51sei die gesamte Geschäftsleitung sich einig,
07:53dass ein Arbeitsplatzabbau bei Castell of Optic unvermeidlich ist.
07:56Na, diese Kreise würde ich gerne kennen.
07:58Da hat sich wohl irgendjemand mit Gerüchten
07:59sein Gehaltmüssen aufpoliert.
08:02Und du wusstest wirklich nichts davon?
08:03Glaubst du etwa, diese Schmierfinken fragen mich
08:06vor eurem Erlaubnis?
08:07Ich bin doch nicht der Chefredakteur.
08:09Sonst würde ich diese Reihen da mal ganz ordentlich ausführen.
08:11Das kannst du mir glauben.
08:12Anscheinend sind bei der Harzer Posten
08:14bei Entlassungen mehr als überfällig.
08:16Haben Sie denn eine Ahnung,
08:17wo die undichte Stelle in der Firma sein könnte?
08:19Darüber denke ich auch schon die ganze Zeit nach.
08:21Aber man kann ja nicht jeden Praktikanten kontrollieren.
08:25Offenbar wusste derjenige keine Details.
08:27Das wäre der Artikel nicht so negativ geworden.
08:29Das haben wir endlich zu einer einheitlichen Linie gefunden
08:32und dann sowas.
08:34Morgen ist Betriebsversammlung,
08:35da können wir uns keine schlechte Presse erlauben.
08:38Wird in diesem Mist überhaupt geschrieben?
08:40Tatjana Geratz.
08:42Na, die knöpfe ich mir morgen mal vor.
08:44Wir verlangen eine Gegendarstellung.
08:46Vielleicht können wir aber doch noch
08:48einen kleinen Nutzen aus dem Skandal ziehen,
08:49indem wir einfach eine Pressekonferenz einberufen.
08:52Das ist eine sehr gute Idee.
08:54Jetzt, wo die Sache mit der Kristallproduktion
08:55sowieso raus ist,
08:57können wir den Rummeln ja auch nutzen
08:58und die Werbetrommeln ein bisschen für uns rühren.
08:59Aber vorher überlegen wir uns
09:00für die Betriebsversammlung morgen eine Strategie.
09:03Ich sehe nach Liliana.
09:04Ich denke,
09:04sie sollte bei der Besprechung dabei sein.
09:06Sie haben vollkommen recht, Alisa.
09:08Außerdem möchte ich nicht,
09:09dass Liliana diesen Mist auch aus der Zeitung entführt.
09:11Alisa meinte,
09:27Bernhard Hund hat Jonas das Schmerzensgeld
09:28anstandslos gezahlt.
09:30In bar.
09:31Was, die 50.000 Euro?
09:36Die Hunds haben doch gar nicht so viel Geld.
09:39Es sei denn,
09:39sie haben einen Kredit aufgenommen.
09:40Ah ja.
09:42Also, wenn die Sache vor Gericht gegangen wäre,
09:44dann hätte man Jonas wahrscheinlich
09:45noch mehr Geld zugesprochen.
09:47Bei der Schwere seines Unfalls.
09:48Und jetzt,
09:49jetzt hat er nichts Besseres zu tun,
09:50als das Geld im Country Club
09:51aus dem Fenster zu werfen.
09:54Es ist erst mal recht und billig,
09:56dass er das Schmerzensgeld bekommt.
09:58Aber natürlich sollte er
09:59etwas Vernünftiges damit anfangen.
10:01Jonas hat sich nach dem Unfall verändert.
10:02Ich mache mir wirklich Sorgen, Karl.
10:04Er hat auch viel durchgemacht, Gudrun.
10:07Tagelang in dem Bewusstsein gelebt,
10:08dass er bald sterben muss.
10:09Und dann wacht er aus dem Koma wieder auf
10:12und wir präsentieren ihm
10:13seine leibliche Mutter.
10:14Irgendwie kann ich schon verstehen,
10:15dass er mal Dampf ablassen muss.
10:19Vielleicht war ja diese Feier im Country Club
10:21ein einmaliger Hausrutscher.
10:23Hoffentlich.
10:25Sonst wäre es wirklich schäbig,
10:26dass die Hunds sich verschulden,
10:27nur damit Jonas Geld verprassen kann.
10:2950.000 Euro.
10:3250.000.
10:35Damit könnte er sich seine Zukunft aufbauen.
10:38So ist es.
10:38Gernhardt, die Neue Zeitung ist gerade gekommen.
10:50Guck mal die Schlagzeile.
10:52Krise bei Kastellhoff-Optik,
10:54Arbeitsplätze in Gefahr.
10:55Die Wirtschaft ist gesagt,
10:57nicht so schön,
10:58oder?
10:58Das kann ja wohl nicht wahr sein.
11:02Und deshalb wird man ausgerechnet aus der Zeitung.
11:05Dass es so schlimm steht.
11:08Hast du das gewusst?
11:10Naja, dass die Firma in einer Krise steckt,
11:11das war kein Geheimnis.
11:13Aber von der Entlassung hatte ich keine Ahnung.
11:14Ich verstehe das gar nicht.
11:19Diese Schmuckrissalle,
11:20ja, die sollen doch zusätzlich
11:21zur normalen Produktpalette produziert werden.
11:23Wie kann das denn an Arbeitsplätze gefährden?
11:26Überleg doch mal,
11:27wie viel Geld in diese Umstrategierung
11:28gesteckt werden muss, Conny.
11:29Das muss doch irgendwo herkommen.
11:31Und anstatt selbst den Gürtel enger zu schnallen,
11:33kürzen sie die Löhne und entlassen Leute.
11:35Unglaublich ist das.
11:36Ausgerechnet jetzt,
11:37wo wir die Hypothek zurückzahlen müssen.
11:39Ja, aber da ist das letzte Wort noch nicht gesprochen.
11:42Morgen auf der Betriebsversammlung
11:43werde ich kein Blatt vor den Mund nehmen.
11:44Das kann ich dir sagen.
11:45Ja, aber was willst du denn jetzt machen?
11:46Ich bin Vorsitzender des Betriebsrats.
11:48Ich trage Verantwortung für die Mitarbeiter.
11:51Irgendjemand muss sich jetzt
11:51für die Belegschaft stark machen, Conny.
11:53Ja, und was bitte willst du der Geschäftsführung sagen?
11:56Dass wir uns die Umstellung
11:56auf Kristallschmuck nicht leisten können.
11:59Es kann ja wohl nicht angehen,
11:59dass Leute ihren Job verlieren,
12:01weil der Juniorchef seiner Freundin
12:02einen Job verschaffen will.
12:04Glaubst du, dass das dahinter steckt?
12:06Ja, was denn sonst?
12:08Aber nicht mit uns.
12:09Und das werde ich den Herrschaften
12:10morgen auch genau so sagen.
12:11Vor ein paar Wochen
12:14hättest du noch auf der Seite
12:15der Geschäftsführung gestanden.
12:18Bernhard, du kannst stolz auf dich sein.
12:19Eine Katastrophe.
12:32Und das einen Tag
12:33vor der Betriebsversammlung.
12:35Den Termin hat dieser Verräter
12:36doch mit Absicht gewählt.
12:37Wenn ich jemals erfahre,
12:38wer dahinter steckt.
12:39Die Mitarbeiter werden glauben,
12:41dass wir die Betriebsversammlung
12:42nur einberufen haben,
12:43um Massenentlassungen zu rechtfertigen.
12:45Die Leute werden vor allem
12:46stark verunsichert sein.
12:47Deshalb müssen wir offen und ehrlich
12:49alle Fakten auf den Tisch legen.
12:51Ich hoffe nur,
12:52dass die Mitarbeiter uns jetzt noch glauben,
12:53dass wir nur das Beste für die Firma wollen.
12:55Das werden sie.
12:56Schließlich geben wir das Kerngeschäft ja nicht auf.
12:59Wir expandieren nur,
13:00weil die Auftragslage
13:01auf dem feinoptischen Markt
13:02gerade nicht sehr gut ist.
13:05Ohne den Kristall-Großauftrag
13:07müsste die Firma spätestens
13:08am Jahresende Konkurs anmelden.
13:10Und deshalb werden wir den Leuten
13:11das alles auch genau so sagen.
13:13Damit sie uns bei der kommenden
13:14Umstrukturierung unterstützen.
13:15Wir brauchen jeden Einzelnen.
13:17Alles hängt davon ab,
13:18dass wir genügend Mitarbeiter
13:19von einer Umschulung überzeugen können.
13:23Wir arbeiten vielleicht im Gehalt.
13:24Es wird schwierig sein,
13:25die Leute zu überzeugen.
13:27Aber hey,
13:27mich habt ihr auch überzeugt.
13:29Also sollte das
13:29bei der Belegschaft
13:30erst recht möglich sein.
13:32Ich bin mir sicher,
13:33du wirst morgen
13:34die richtigen Worte finden.
13:36Eben.
13:37Und weil Alisa
13:38während der Ansprache
13:38an meiner Seite sein wird,
13:40kann überhaupt nichts schief gehen.
13:41Ich weiß nicht,
13:42ob das so eine gute Idee ist,
13:43wenn eine Betriebsfremde
13:44sich in dieser Situation
13:45an die Belegschaft wendet.
13:49Wahrscheinlich ist es wirklich besser,
13:50wenn ich dich einfach nur
13:51durch meine Anwesenheit unterstütze.
13:55Wahrscheinlich.
13:55Ich weiß nicht,
14:25Ach Tamara, wie geht's deinen Kopfschmerzen?
14:37Gut.
14:39Die Tabletten, haben sie geholfen?
14:43Du siehst flass aus, mein Schatz.
14:46Fühlst du dich wirklich gut?
14:48Alles bestens.
14:49Erzähl mir lieber, wie's dir geht.
14:51Um mich brauchst du dir keine Sorgen machen.
14:53Ich hab gerade ein bisschen viel zu tun in der Firma.
14:58Das heißt, du denkst im Moment nicht darüber nach, mit den Hypnosesitzungen weiterzumachen?
15:04Also, wenn ich ehrlich bin, ich weiß es nicht.
15:09Weil du Angst davor hast, zu erfahren, was damit wirklich passiert ist.
15:13Tamara, ich hab meinen Mann verlassen, obwohl ich zwei kleine Kinder hatte.
15:18Ich hab Alisa und Jonas im Stich gelassen.
15:20Aber du weißt nicht, warum du es getan hast.
15:22Dafür gibt es keine Erklärung.
15:25Und auch keine Entschuldigung.
15:26Mama, du kannst nicht ewig im Dunkeln tappen.
15:29Du musst die Wahrheit herausfinden, das bist du dir schuldig.
15:32Und Alisa und Jonas auch.
15:36Ich werd darüber nachdenken.
15:40Interessante Zusammenstellung.
15:45Gute Nacht, Liebes.
15:46Gute Nacht.
15:46Gute Nacht.
15:46Gute Nacht.
15:46Gute Nacht.
15:46Gute Nacht.
15:52Gute Nacht.
16:22Die Sonne geht schon auf.
16:33Du solltest besser versuchen, noch ein bisschen zu schlafen, Alisa.
16:35Das wird ein anstrengender Tag.
16:38Möglicherweise entscheidet sich jetzt, ob Alisas Himmelreich überhaupt eine Zukunft hat.
16:42Der Auftrag von Bellhoven ist eine Riesenchance.
16:45Aber wenn die Mitarbeiter von Kastelhoff Optik verunsichert sind und nicht mitziehen,
16:49werden wir ihn nicht erfüllen können. Und dann?
16:50Vielleicht war es doch ein Fehler, so einen Großauftrag überhaupt anzunehmen.
16:55Ich hätte weitermachen können wie bisher.
16:57Bräuchte die Zusammenarbeit mit Kastelhoff Optik nicht.
16:59Würde mich von einer kleinen Serie zur nächsten hangeln und wäre entweder links pleite oder vor Langeweile gestorben.
17:07Außerdem würde ich dann nicht so unmittelbar mit Christian zusammenarbeiten.
17:11Das allein ist das Risiko schon wert.
17:13Es macht einfach Spaß, ihn zu beobachten.
17:16Wie klar und auch entschieden er seine Position vertritt.
17:18Aber auch vermittelt oder einlenkt, wenn es nötig ist.
17:21Und wir beide verstehen uns einfach ohne viele Worte.
17:25Das perfekte Paar eben.
17:26Auch im Beruf.
17:28Und da sollten wir am Bellhoven-Auftrag scheitern?
17:31Bis jetzt läuft es doch überraschend gut.
17:33Wenn nur nicht dieser dumme Zeitungsartikel erschienen wäre.
17:37Ob Oscar dahinter steckt?
17:39Das macht eigentlich keinen Sinn.
17:41Kastelhoff Optik braucht den Auftrag mindestens genauso dringend.
17:44Aber wer sonst?
17:45Das sollten wir morgen als erstes herausbekommen.
17:49Für die Pressekonferenz wäre es gut zu wissen, wer hinter dieser Attacke steckt.
17:53Ich werde gleich mal mit Liliana telefonieren.
17:56Aber nicht so früh am Morgen.
17:58Da solltest du besser noch so viel Kraft tanken wie möglich, Alisa.
18:01Und Christian nicht länger allein lassen.
18:02Oskar, hier steht ein Leiterartikel über Kastelhoff Optik drin.
18:11Das Geschmiere kenne ich schon seit gestern.
18:12Da steht, die Firma ist in Gefahr und dass ihr Leute entlassen müsst.
18:16Ja, wahrscheinlich bleibt uns nichts anderes übrig.
18:18Morgen.
18:19Guten Morgen.
18:20Wenn Liliana und ihre Tochter Alisa die Zukunft unserer Firma unbedingt von Glasenten abhängig machen wollen.
18:24Also ich finde die Idee mit Kristallschmuck gar nicht so schlecht.
18:27Dana, wir sind ein fein optischer Traditionsbetrieb und keine Kristallklitsche.
18:31Ist ungefähr so, als würdest du aus dem Kanti-Club eine Imbissbude machen wollen.
18:35Außerdem ist die Firma für so eine Umstrukturierung überhaupt nicht ausgestattet.
18:39Hast du nicht gestern noch gesagt, dass du Christian und Liliana unterstützen willst?
18:46Du hast dafür gesorgt, dass das hier erscheint.
18:48Was?
18:49Du schadest der eigenen Firma?
18:51Ich rette sie.
18:52Und zwar auch für euch.
18:53Ach, mit schlechter Presse. Und du glaubst, dass das funktioniert?
18:57Dana.
18:58Diese Firma ist mein Lebenswerk.
19:02Seitdem Ludwig Liliana als Alleinerbin eingesetzt hat, kann ich zusehen, wie sie langsam in den Bach runtergeht.
19:06Aber du sitzt doch auch mit in der Geschäftsleitung.
19:08Ja, und lang das? Nein.
19:10Weil ich immer noch jedes Detail mit Liliana und Christian abstimmen muss.
19:13Und jetzt mischt diese kleine Lenster auch noch mit.
19:16Meine einzige Chance ist, Liliana aus der Geschäftsleitung zu drängen.
19:19Und es wird ein leichtes sein, sobald sie mit dieser Schnapsidee bagen geht.
19:22Aber dann ist Kastellow ruiniert.
19:23Glaubst du, ich hätte mich nicht schon längst um potenzielle Auftraggeber gekümmert?
19:28Dieser ganze Zirkus wird auch nur wegen dieser Alisa Lenz veranstaltet.
19:31Immerhin ist sie Lilianas Tochter.
19:33Eben.
19:34Und wenn Liliana jetzt abtritt, muss ich zusehen, wie die Firma zwischen dieser Lenz-Brut, Tamara und Christian aufgeteilt wird.
19:40Und unser kleiner geht leer aus.
19:42Und Caro natürlich auch.
19:43Und deswegen mindest du solche Methoden an?
19:46Liebling, glaubst du, mir fällt das leicht?
19:48Aber für meine Familie bin ich zu jedem Opfer bereit.
19:51Ich glaube nicht, dass der gesamte Produktionsprozess eingestellt wird.
20:07Die Kristalle werden zusätzlich geschliffen.
20:09Ja, und sie reagieren.
20:11Genau.
20:17Und wer macht das?
20:18Sind Sie vielleicht Kristallschleiferin?
20:23Es wird Umschulungen geben, Herr Hund.
20:26Und haben Sie sich vielleicht mal Gedanken darüber gemacht, an welche Maschinen?
20:31Das muss alles angeschafft werden.
20:32Und die Finanzierung läuft dann über die Kürzung unserer Gehälter.
20:36Aber das ist doch noch gar nicht gesagt, Herr Hund.
20:38Wie soll es denn sonst laufen?
20:40Und wer nicht zustimmt, kann seinen Hut nehmen.
20:42Steht doch hier, schwarz auf weiß.
20:45Seit wann glauben Sie denn alles, was in der Zeitung steht?
20:47Ich schlage vor, wir warten die nächste Betriebsversammlung ab, dann werden uns die Kastellos schon alles in allen Einzelheiten erklären.
20:53Das Blaue vom Himmel werden die runterlügen, damit wir schön still sind und uns alles gefallen lassen.
20:58Da haben wir als Betriebsrat aber auch noch ein Wörtchen mitzureden.
21:01Wir müssen doch der Firmenleitung die Möglichkeit geben, sich zu äußern.
21:04Ich kann Ihnen genau sagen, wie das laufen wird.
21:06Umstrukturierung und Sanierung heißt im Klartext.
21:10Entlassungen, Lohnkürzungen und Umschulungen.
21:12Und wer nicht spurt, der kann gehen.
21:14Herr Hund, nun regen Sie sich doch nicht so auf.
21:16Ich rege mich nicht auf, ich will einfach nur meinen Job machen.
21:18Das können Sie doch auch, Herr Hund.
21:20Kastellof Optik wird auch weiterhin Linsen herstellen.
21:23Das will ich hoffen.
21:25Wir sind Feinoptiker.
21:26Und nicht Hersteller von irgendwelchen Kristallklimbeln.
21:29Oder was steht in euren Arbeitsverträgen?
21:36Und was haben Sie wirklich so gehört?
21:37Ganz sicher, Herr Kastellof.
21:40Herr Christian, gut, dass du kommst.
21:41Frau Krüger-Schult hat mir gerade bestätigt, dass die Stimmung in der Belegschaft sehr angespannt ist.
21:45Ja, kein Wunder.
21:49Alice und Liliana nehmen gerade diese Reporterin von der Hansa Post in die Mangel.
21:52Tatjana Geratz?
21:53Genau.
21:54Aber um die wollte ich mich doch kümmern.
21:55Liliana ist sehr versiert im Umgang mit den Kasserleuten.
21:57Und ich bin mir sicher, sie wird den Informanten ermitteln.
21:59Christian, wir sollten Liliana so viel Aufregung wie möglich ersparen.
22:03Alice ist doch bei ihr.
22:04Außerdem war es Lilianas ausdrücklicher Wunsch, sich darum zu kümmern.
22:07Achso, und ich habe gesehen, du hast die Pressekonferenz erst in ein paar Tagen angesetzt.
22:11Ist es nicht etwas spät?
22:12Du musst etwas für gut vorbereitet sein.
22:14Aber wenn du willst, kommen wir vorab schon mal die Stellungnahme veröffentlichen.
22:17Caro soll gleich einen Text aufsetzen.
22:18Also Caro ist im Engagement allen Ehren, aber wir sollten lieber jemanden anheuern, der sich wirklich damit auskennt.
22:24Und der Profi?
22:25Also wenn wir aus dieser Krise herauskommen wollen, dann brauchen wir dringend professionelle PR-Arbeit.
22:29Bei allem Respekt, Frau Kastellow.
22:40Aber wenn ich Ihnen meine Informanten nenne, könnte ich meinen Job gleich an den Nagel hängen.
22:43Wenn Sie weiterhin falsche Informationen drucken, dann auch.
22:47Darüber hinaus könnten wir Ihre Zeitung auf Schadensersatz verklagen.
22:50Aber wir haben gar kein Interesse daran, Sie in Schwierigkeiten zu bringen.
22:54Sie konnten ja nicht wissen, dass Ihr Informant Ihnen eine Ente auftischt.
22:56Nein, allerdings nicht.
22:58Damit hat er allerdings nicht nur uns geschadet, sondern auch Ihnen.
23:02Denn als Journalistin müssen Sie sich doch auf Ihren Informanten verlassen können.
23:05Jeder Fehler kann Ihre Zeitung teuer zu stehen kommen.
23:08Und Sie Ihre Karriere kosten.
23:09Dabei wollen doch auch Sie nur gute und seriöse Arbeit leisten, nicht wahr?
23:13Natürlich.
23:14Ich bin davon ausgegangen, dass meine Informationen richtig sind.
23:16Dann könnte man also sagen, der Informant hat auch Ihnen absichtlich Schaden zugefühlen.
23:20Es gibt also gar keinen Grund mehr, Ihren Informanten zu schützen, oder?
23:25Also gut.
23:27Der Mann, mit dem ich geredet habe, sagt, er ist jetzt im Betriebsrat.
23:30So ein dunkelhaariger, schlank, vielleicht Mitte 40.
23:36Sie sah ganz so aus, als ob der zum Lachen im Keller geht.
23:38Danke.
24:01Ich hätte nicht gedacht, dass du dich nach deinem Auftritt gestern so schnell wieder hier blicken lässt.
24:07Ich wollte dir keine Schwierigkeiten machen.
24:09Die Gäste konnte ich noch beruhigen.
24:11Aber die Sitzpolster musste ich nach eurer Cocktail-Orgie neu beziehen lassen.
24:16Wir haben es ein bisschen übertrieben.
24:19Ich werde dir den Schaden selbstverständlich ersetzen.
24:22Reicht das?
24:23Nein, ich würde dir lieber eine Rechnung schreiben.
24:24Das ist auch zu viel.
24:28Trinkgeld würdest du von mir wahrscheinlich sowieso nicht nehmen.
24:32Jonas, ich wollte nicht, dass das alles so kommt.
24:35Hey, yo Leute.
24:37Was geht?
24:38Ich habe mir schon gedacht, dass du hier steckst.
24:40Und?
24:41Machen wir da weiter, wo wir gestern aufgehört haben?
24:44Klar, ich habe schon auf dich gewartet.
24:46Cool.
24:47Und heute passe ich auf ihre Sitzgruppe auf, Frau Chefin.
24:51Jonas, bitte, sei nicht so kindisch.
24:53Wenn du erlaubst, dann würden mein Freund und ich jetzt gerne bestellen.
24:58Ihr werdet schon sehen, was kommt.
25:14Leere Versprechungen.
25:16Aber wir sollen Zugeständnisse machen.
25:17Und das alles, damit die Freunde vom Junior ihr Hobby pflegen kann.
25:20Moment, Herr Hund.
25:21Alisa und Christian versuchen die Firma zu retten.
25:24Ohne den Auftrag von Bellhofen können wir hier alles dicht machen.
25:28Dass Sie so reden, ist kein Wunder.
25:29Sie sind ja schon im Kunsthandwerk tätig.
25:31Ich habe das Kristallschleifen gerade erst gelernt.
25:33Und ihr könnt das auch, da bin ich ganz sicher.
25:35Nehmen Sie es mir nicht übel, Herr Lenz, aber Ihr Job steht nicht zur Disposition.
25:38Sie arbeiten ja bei Ihrer Tochter.
25:41Ja, und?
25:42Für uns ist der Auftrag genauso wichtig wie für Kastell auf Optik.
25:46Aber wenn hier alles den Bach runtergeht, suchen Sie sich einfach den nächsten Auftraggeber.
25:49Und wir stehen alle auf der Straße.
25:51Ja, wir sind auf unsere Jobs angewiesen.
25:53Gerade jetzt, wo wir es nicht so leicht haben.
25:56Frau Hund, das weiß ich.
25:58Ich kann ja verstehen, dass Sie ein persönliches Interesse an diesem Auftrag haben.
26:01Aber ich mache mir Sorgen um unsere Zukunft.
26:04Und wer weiß, was als nächstes passiert.
26:05Vielleicht werden wir ja auf die Herstellung von Glasnudeln umgeschuert.
26:18Ich finde es toll, wie klar du deine Meinung sagst.
26:20Ohne Rücksicht darauf zu nehmen, was die Chefetage über dich denken könnte.
26:25Die Belegschaft kann stolz auf dich sein, dass du dich so für sie einsetzt.
26:35Frau Sander, heute sind Sie aber besonders früh dran.
26:41Ach, ihr seid das.
26:42Wenn ihr eine Massage wollt, dann müsst ihr euch aber vorher anmelden.
26:45Nein, nein, nein. Wir wollten dich nur was fragen.
26:47Ja, genau, privat.
26:50Schieß los.
26:51Eine Freundin von mir hat ein Problem.
26:58Eine Freundin.
27:03Ja, gut.
27:05Sag es ihm, es geht um mich.
27:08Weil es ist so, ich bin schwanger.
27:11Das vermuten wir zumindest.
27:16Ja, ich habe so einen Test gemacht, du weißt schon, und da waren plötzlich zwei Streifen.
27:21Oder waren es drei?
27:22Nein, zwei.
27:24Und jedenfalls hieß das schwanger.
27:28Ja, jedenfalls stimmen ja diese Tests auch nicht immer.
27:30Und da dachten wir, es wäre das Beste, wenn sich Caro untersuchen lässt bei einem Arzt.
27:34Das klingt doch nach einem Plan.
27:37Ja, aber da gibt es ein Problem, wegen der Versicherung.
27:41Privat.
27:41Ja, genau.
27:42Und Liliana bekommt ja da die Rechnung, und wir wollen ja nicht, dass sie es rausbekommt.
27:47Und was hat denn Liliana mit deiner Arztrechnung zu tun?
27:51Oskar.
27:51Ich meine Oskar.
27:55Es geht ja um dich, oder?
27:57Ich denke, du solltest die Versammlung eröffnen, Christian.
28:05Wenn es an die Fakten geht, übernehme ich dann.
28:08Dann könnte ja nichts mehr schief gehen.
28:11Hey.
28:13Und, lebt die Journalistin noch?
28:15Liliana hält sie bei Wasser und Brot in Schach, bis sie die Gegnerstellung auch zurückgegeben hat.
28:19Ich hoffe, Sie sind das taktisch klug angegangen.
28:21Können Sie im Moment nicht noch mehr schlechte Presse erlauben.
28:23Wir haben uns sehr friedlich geeinigt.
28:27Ich unterbreche ja nur ungern, aber dürfte ich endlich erfahren, wer der verdammte Informant ist?
28:34Bernhard Hund.
28:36Was?
28:37Und das hat die Ihnen einfach so verraten?
28:40Liliana hat ihr klargemacht, dass ein unzuverlässiger Informant eine ziemlich teure Angelegenheit werden kann.
28:45Und das Argument hat sie dann überzeugt.
28:48Ausgerechnet Bernhard Hund.
28:50Dass ein Mensch sich so ändern kann.
28:52Also eigentlich hat Bernhard Hund noch nie etwas getan, ohne dafür eine direkte Anweisung von dir bekommen zu haben.
28:58Tja, die Zeiten sind vorbei.
29:01Er kann es aber nicht verbinden, dass ich der Vater von Caro bin.
29:04Wie?
29:04Du glaubst, das Ganze war eine Racheaktion?
29:07Hast du die Verwüstung in meinem Büro vergessen?
29:09Oder seinen Ausreister bei der Trauerfeier von Ludwig?
29:12Oder Alisas Bruder, den er mit meinem Wagen über den Haufen gefahren hat?
29:16Nein, nein, der hasst mich.
29:17Und doch, es macht ja kein Geheimnis.
29:21Ja, wir müssen mit ihm reden.
29:22Allerdings.
29:23Ich hatte für viel Verständnis, aber jetzt ist er eindeutig zu weit gegangen.
29:29Frau Krüger-Schulze, Bernhard Hund soll in mein Büro kommen.
29:31Und zwar sofort.
29:43Es ist kein Wunder, dass der Artikel die Leute aus der Fassung gebracht hat.
29:47Wenn Alisa und ich noch bei Kastelhoff angestellt wären, würde es uns genauso gehen.
29:50Aber es stimmt doch alles gar nicht, was die geschrieben haben.
29:52Gut, und das Entscheidende ist, dass die Leute verunsichert sind.
29:55Na ja, vielleicht fühlen Sie sich überfordert, Karl.
29:58Ja, aber wir sind auf die Unterstützung der Belegschaft angewiesen.
30:01Wenn nicht genügend zu den Umschulungen kommen, können wir den Auftrag nicht erfüllen.
30:05Glaubst du, Sie können das so schnell lernen?
30:07Das ist doch keine Geheimwissenschaft.
30:09Und Alisa achtet doch bei Ihren Entwürfen darauf, dass die Herstellung nicht zu kompliziert ist.
30:13Ihr werdet es den Leuten auf der Betriebsversammlung schon klar machen.
30:16Ja, wenn Sie zuhören.
30:19Bernhard Hund wiegt gerade alle auf.
30:21Es ist total panisch, dass er seinen Job verliert.
30:24Na ja, kein Wunder, nachdem er Jonas' Schmerzensgeld gezahlt hat, 50.000 Euro in bar.
30:29Ja, aber er ist keinem rationalen Argument mehr zugänglich.
30:32Und wenn sich das auf die Mitarbeiter überträgt, können wir einen packen.
30:35Alisa und Christian müssen den Leuten klar machen, was von dem Auftrag abhängt.
30:42Sonst ist alles aus.
30:47Jetzt ist mal.
30:49Ja, aus, der heiß, der Tee.
30:53Was für ein Glück, dass Sie zwei nicht Schauspieler werden wollen.
30:55Na gut, du kommst dann jetzt ohne mich, klar?
31:01Ja, danke, Caro.
31:03Gerne.
31:05Aber wenn, dann werde ich Patentante, ne?
31:07Das kommt mir vor wie ein schlechter Traum.
31:13Ich bin noch nicht mal 18, Paul.
31:15Wie soll denn das jetzt weitergehen?
31:16Als erstes machst du den Schwangerschaftstest nochmal.
31:19Zu welchem Frauenarzt gehst du normalerweise?
31:21Dr. Berger, aber die reichen...
31:22Die kenne ich gut.
31:23Ich rufe sie gleich an und sorge dafür, dass sie den Fall ganz diskret behandelt.
31:28Danke, Paul.
31:29Du weißt nicht, was du mir damit ferngefallen tust.
31:32Weiß Lars schon Bescheid?
31:34Der hat heute Training in Braunschweig.
31:36Ich hole ihn nachher vom Bus ab.
31:38Tamara, hör zu.
31:40Egal, was bei dem Test rauskommt.
31:42Du bist nicht allein.
31:44Du hast eine Familie.
31:45Und du hast Freunde, die für dich da sind.
31:48Okay?
31:51Okay.
31:52Hast du Lars denn wenigstens schon erzählt, dass du nicht nach Braunschweig willst?
31:57Nein.
31:59Die Schwangerschaft macht es jetzt auch nicht leichter.
32:02Jetzt warte zuerst mal ab.
32:03Vielleicht ist das für ihn ja genauso ein Schock wie für dich.
32:05Und wenn er total begeistert ist?
32:07Erst im Vertrag bei den Braunschweiger Kickers, jetzt seine Familie.
32:10Das passt doch alles gut zusammen.
32:11Egal, wie er das findet.
32:12Du musst ihm klar machen, dass dein Traum von einer Zukunft anders aussieht.
32:15Nein, er wird so verletzt sein, Paul.
32:17Vielleicht im ersten Moment.
32:20Oder aber er reagiert ganz anders, als du es jetzt hast.
32:22Und wenn nicht?
32:24Jetzt mach dir nicht so viele Sorgen.
32:26Lars liebt dich.
32:28Und das bedeutet vor allem eins.
32:30Dass er will, dass du glücklich bist.
32:32Soweit mit sprechen?
32:45Sie sind gefeuert.
32:48Was?
32:48Wir wissen, dass das ihr Werk ist.
32:50Leutnant ist zwecklos.
32:51Dann haben Sie gleich die nächste Schlagzeile am Hals.
32:58Wenn Sie mich feuern, sag ich denen von der Zeitung, wie man bei Kastelhoff Optik mit kritischen Mitarbeitern verfährt.
33:02Ich warne Sie, ein Wort.
33:05Und was?
33:07Führen Sie dann die Prügelstrafe wieder ein?
33:09Oskar, das bringt doch nichts.
33:12Wir hätten uns gewünscht, dass Sie damit zu uns kommen, anstatt sich an die Presse zu wenden.
33:15Aber ich kann auch verstehen, dass Sie sich Sorgen für den Arbeitsplatz machen.
33:18Und das ist völlig unbegründet.
33:20Um das zu erklären, haben wir die Betriebsversammlung einberufen.
33:22Wissen Sie was?
33:25Ihre schönen Reden können Sie alleine schwingen.
33:27Ich bin ja gefeuert.
33:28Absolut richtig.
33:30Nein, das sind Sie nicht.
33:32Wir wissen, dass Sie alle Angst um Ihre Jobs haben.
33:36Und da Sie schon so lange bei uns sind, werden wir uns für dieses Mal bei einer Abmahnung belassen.
33:40Aber noch ein Ton und Sie sind hier rauskapiert?
33:42Wenn die Firma bis dahin nicht in den Bach runtergeht.
33:45Aber Sie werden uns ja gleich sagen, wie Sie das machen wollen.
33:48Genau.
33:49Und ich hoffe, wir können auch Sie von unserem Konzept überzeugen.
33:52Ich habe mir überlegt, dass wir vielleicht ein bisschen mehr Kunst hier reinbringen.
34:11Irgendwie finde ich, die Wende ist zu kahl.
34:13Ich habe hier ein paar Galerien...
34:14Übrigens, die eine von gestern hat nach dir gefragt.
34:17Susi, du weißt schon...
34:20Hä?
34:20Ich glaube, die würde ich echt gern wiedersehen.
34:23Ich meine, ich kann sie ja mal anrufen oder so.
34:26Ist mir egal.
34:27Können Sie das machen?
34:28Ja, na klar.
34:28Okay.
34:29Oh, Jonas, es ist mit dir los.
34:31Keine Ahnung, Mann, ich habe den Laden echt satt.
34:33Du hast den Laden satt?
34:34Was soll denn das heißen?
34:35Du bist ja der Juniorchef.
34:37Kannst du den Scheiß mal lassen jetzt?
34:39Wieso denn?
34:39Der Laden gehört doch deiner Mutter.
34:41Meiner Erzeugerin.
34:42Und mit dieser Person will ich nichts zu tun haben.
34:44Kapierst du das?
34:44Hey, du wirst zum Kronprinz und lässt es dir nicht mehr vergolden.
34:48Du hast echt ein Problem, Jonas Lenz.
34:51Nicht nur eins.
34:57Mensch, Jonas.
34:58Der Trops ist gelutscht.
34:59Dana will nichts von dir.
35:00Find dich damit ab.
35:02Ich weiß nicht, wovon du redest, Timmy.
35:05Ey, Alter, jetzt zeig mal ein bisschen Stolz.
35:07Es ist schlimm genug, dass sie dir dein Herz gebrochen hat.
35:10Du musst es ihr nicht auch noch zeigen?
35:11So, bitteschön.
35:22Danke.
35:25So, 1845.
35:30Hallo, Conny.
35:31Hallo, Gudrun.
35:33Was machst denn du hier?
35:34Ich war mit Karl zum Mittagessen verabredet.
35:37Und sag mal, bist du auch so angespannt wegen der bevorstehenden Betriebsversammlung?
35:42Ja, das sind wir doch alle.
35:44Ja, ich weiß.
35:45Ich habe schon gehört, dass dein Mann sich sehr für die Mitarbeiter ins Zeug legt.
35:50Er nimmt es sehr ernst.
35:51Schließlich geht es um unsere Jobs.
35:53Conny, leider hat er deine Hypothek auf unser Haus aufgenommen.
35:56Sonst hätten wir die Summe gar nicht aufbringen können.
35:58Ja, ich weiß.
35:59Und ausgerechnet jetzt will Kastell auf Optik Gehälter kürzen und Leute entlassen.
36:02Aber Conny, das habe ich ganz anders verstanden.
36:05Wenn Kastell auf Optik sich mit Alisa zusammentut, ins Kristallgeschäft einsteigt,
36:10dann sind eure Arbeitsplätze doch gesichert.
36:13Und wie kommt dann dieses Gerücht in die Zeitung?
36:15Was weiß denn ich?
36:16Also, vielleicht hatte irgendjemand kleine Informationen und hat einfach noch was dazu gedichtet.
36:21Vielleicht hat er sich sogar eine goldene Nase damit verdient.
36:25Ich wünsche, ich könnte das so positiv wie du sehen, Gudrun.
36:27Versteh mich bitte nicht falsch, aber im Gegensatz zu Bernhard und mir stehen Alisa und Karl auf der sicheren Seite.
36:32Warte doch erstmal die Betriebsversammlung ab und mach dir nicht zu große Sorgen, Conny.
36:39Na, vielleicht hast du recht.
36:40Vielen Dank für deine Unterstützung, Oskar.
36:51Du hättest mich eben eiskalt über die Klinge springen lassen.
36:54Kann ich ahnen, dass du der Journalistin gleich deine Visitenkarte gibst, Bernhard?
36:57Die hätte ich verpfiffen, ist doch nicht meine Schuld.
36:59Ich wiegel die Belegschaft für dich auf und zum Dank dafür willst du mich feuern?
37:03Jetzt träg dich ab.
37:04Es war doch von vornherein klar, dass diese beiden Weicheier sofort für dich in die Bresche springen.
37:08Und deine Abmahnung ist wirklich dein geringstes Problem.
37:11Bei allem, was du auf dem Kerbholz hörst.
37:13Dann willst du mich weiter erpressen.
37:14Im Gegenteil.
37:16Ich sorge großzügigerweise dafür, dass du nicht in den Knast musst.
37:1950.000 Euro zu klauen ist schließlich kein Packenstiel.
37:23Also, schön weiter den Aufstand proben.
37:26Christian und Alisa dürfen die Kollegen auf keinen Fall für ihre Umschulungsmaßnahmen gewinnen.
37:29Ehrlich gesagt gehen wir langsam die Argumente aus.
37:33Zumal ich den Plan mit den Schmuckkristallen gar nicht so schlecht finde.
37:35Aha.
37:37Dann wechsel auf der Betriebsversammlung ruhig die Seiten, Bernhard.
37:40Es ist schließlich deine Entscheidung, wie viel dir deine Freiheit wert ist.
37:43Christian, du erklärst den Leuten einfach, was Sache ist.
38:09Und wer damit Probleme hat, bitte, kann ja seine Sachen packen.
38:12Oskar, wir wollen die Leute nicht unter Druck setzen, sondern ihnen ihre Sorgen nehmen.
38:16Sorgen? Wir sind doch kein Therapiezentrum.
38:18Die sollen ihre Arbeitsverträge erfüllen.
38:20Und daran steht, dass sie als Feinoptiker angestellt sind.
38:24Okay, wir gehen da jetzt raus.
38:26Die Leute werden dir zuhören, das weiß ich.
38:28Ich will es dir nicht doch ein paar Worte sagen.
38:29Immerhin bist du der einzige Kristallprofi unter uns.
38:31Genau, Alisa.
38:32Du kannst die Leute bestimmt am besten begeistern.
38:35Auf gar keinen Fall.
38:36Also, wir hatten doch besprochen, dass ich mich als Betriebsfremde besser im Hintergrund halte.
38:40Man könnte fast denken, dass sie plötzlich kalte Füße kriegen.
38:44Dabei waren sie es doch, die die ganze Sache hier mit ins Rollen gebracht hat.
38:49Und?
38:50Wie sieht es draußen aus?
38:51Könnte heiß hergehen.
38:53Beim Atom hat mich die Stimmung gegen uns gemacht.
38:56Ja, das ist doch mal eine echte Herausforderung.
38:58Wollen wir mal.
38:59Ich hab dich vermisst.
39:19Jeder Tag ohne dich ist nämlich ein Verlorener.
39:22Ich hab dich auch vermisst.
39:23Ich muss dir was erzählen.
39:25Ich dir auch.
39:26Es war total klasse im Braunschweig.
39:28Die Jungs aus der Mannschaft sind total cool.
39:29Und der Trainer erst.
39:30Wenn ich so weitermache, kann ich bald mein erstes Spiel machen.
39:33Schön.
39:34Sofort nach der letzten Abi-Klausur packen wir unsere Sachen.
39:37Ich kann es kaum erwarten, in Braunschweig anzufangen.
39:40Tamara, wir beide in Braunschweig.
39:42Das ist der Hammer.
39:44Ja.
39:45Sorry, ich quatsch in einer Tour.
39:47Jetzt bist du dran.
39:48Also, was wolltest du mir sagen?
40:05Ich weiß, dass Sie verunsichert sind.
40:07Die Firma macht gerade eine schwere Zeit durch.
40:10Aber solange es uns möglich ist, werden wir keine Mitarbeiter kündigen.
40:15Darauf gebe ich Ihnen mein Wort.
40:16Und jetzt sollen Linsen und Kristallschmuck parallel produziert werden?
40:20Genau.
40:21Es wird umfangreiche Umschulungen geben, die von Alisa und Karl Lenz durchgeführt werden.
40:25Die sind beide auf diesem Gebiet sehr basiert.
40:30Natürlich müssen wir alle an einem Strang ziehen.
40:32Es wird Überstunden geben.
40:33Und eventuell müssen wir auch Löhne kürzen.
40:38Längerfristig.
40:39Dann wird also wieder alles auf unserem Rücken ausgetragen.
40:42Wir sollen mehr arbeiten für weniger Geld.
40:46Sie sollen mithelfen, ihre Jobs zu erhalten.
40:49Die Kooperation von Alisas Himmelreich und der Großauftrag des Kaffeeproduzenten Bellhofen können die Firma retten.
40:57Aber ohne ihre Hilfe werden wir das nicht schaffen.
41:00Wir brauchen sie.
41:01Jeden Einzelnen.
41:03Und wenn wir die erwartete Qualität nicht erreichen?
41:05Richtig.
41:07Wenn Bellhofen die Arbeit nicht gefällt, dann ist die Firma pleite und wir haben umsonst über Stunden geschoben.
41:12Moment mal, nur damit wir uns hier nicht mehr zu verstehen.
41:15Das ist keine demokratische Veranstaltung hier.
41:17Sie haben Arbeitsverträge unterschrieben, die werden eingehalten.
41:20Wem das nicht passt, der kann gehen.
41:22Und das die richtige Strategie ist?
41:23Passen Sie auf, was Sie sagen.
41:26Sonst sitzen Sie morgen allein in Ihrer Fabrik und können jeden laufenden Auftrag vergessen.
41:29Sie haben einen Arbeitsvertrag unterschrieben, den Sie erfüllen müssen.
41:32Da steht aber nichts von Kristallschmuck drin.
41:35Und wenn Sie auf die Einhaltung des Vertrages pochen, dann tun wir das auch.
41:39Und ich bin mir sicher, die Gewerkschaft wird uns gern dabei unterstützen.
41:42Moment mal.
41:43Wollen Sie uns das verdrohen?
41:44Allerdings, wenn Sie uns zwingen, diese Umstrukturierung mitzutragen, dann treten wir in den Streit.
41:56Streit.
41:59In der ganzen Aufregung habe ich einmal vergessen, die Pille zu nehmen.
42:02Ist das schlimm?
42:03Da kommt der Ehemann von deiner Herzdame.
42:06Jetzt wird's ja doch noch spannend.
42:07Gar nichts wird spannend.
42:08Komm, wir gehen.
42:09Hey, hey, hey, gehen.
42:11Wie willst du sie denn erobern, wenn du in einem Scheibenmoment kneifst?
42:13Wir sind Feinoptiker und wir bleiben es auch.
42:17Ganz großes Kino.
42:19Um ein Unternehmen zu führen, braucht man im wahren Leben eine starke Hand.
42:22Niemand wird zu den Umschulungen gezogen.
42:24Dann könnt ihr einpacken.
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