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  • 10 months ago
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Transcript
00:00If you could have asked me if I could have lived completely in the chair,
00:11I would probably have thought, oh god, so will I not live.
00:20Good?
00:30Is that not too deep?
00:37I have my methods.
00:42I think that's good.
00:47Good?
00:49Yeah.
00:55Good?
00:58Okay.
01:07Seit über 20 Jahren ist diese Prozedur für Maria-Christina Hallwachs Alltag.
01:12Krankenpflegerin Annette holt sie aus dem Bett, zieht sie an und macht sie fertig für den Tag.
01:21So wird Maria-Christina rund um die Uhr betreut.
01:24Ein Unfall brachte sie im Alter von 18 Jahren in diese Lage.
01:28Das war kurz nach meinem Abitur.
01:31Da habe ich von meinen Eltern eine Reise nach Kreta geschenkt gekriegt.
01:36Wir sind Gott sei Dank zusammen dort hingefahren und ich bin aus Übermut, Schnelligkeit,
01:43habe mich hingeguckt, auf der Nichtschwimmerseite in ein Schwimmbecken gesprungen und mit dem Kopf auf den Boden aufgekommen.
01:51Und wie gesagt, meine Eltern waren Gott sei Dank dabei und haben das beobachtet und konnten mich dann gleich aus dem Wasser ziehen, beatmen, Rettungskräfte rufen.
02:01Aber da habe ich keinerlei Erinnerung dran.
02:04Es sieht aus, als ob es drückt hier oben. Das tut es vielleicht nicht.
02:09So ein bisschen Raum geben, oder?
02:11So hier.
02:12Okay.
02:14Gut.
02:16Maria-Christina kommt in die Unfallklinik nach Tübingen.
02:20Die Diagnose? Sie ist querschnittsgelähmt und wird nie wieder aus eigener Kraft atmen können.
02:26Meine Mutter erzählt, die damals tagsüber viel bei mir war.
02:32Ich hätte immer wieder, immer wieder gefragt, ja, kann ich mich wirklich nicht bewegen?
02:36Warum kann ich mich nicht bewegen? Kann ich nicht vielleicht meine Beine bewegen?
02:40Und jeden Tag, jeden Tag und irgendwann war es dann halt so.
02:48Die Ärzte sind sich nicht sicher, ob sich ihr Leben noch lohnt.
02:52Aber Maria-Christina gibt nicht auf. Nach 15 Monaten wird sie aus der Klinik entlassen.
02:59Natürlich verstanden, was das wirklich bedeutet. Das hat natürlich sehr lange gedauert.
03:08Für mich war die schwierige Phase des Begreifens erst in dem Moment, wo ich in den Alltag, in die Realität zurückgekommen bin.
03:17Und auch den Vergleich zu früher sehr viel mehr hatte, Mensch, das kann ich jetzt nicht mehr.
03:22Das habe ich doch früher selber aufgemacht. Diese Tür habe ich angefasst.
03:26Und das geht jetzt nicht mehr. Diese Sachen, da fängt das Realisieren erst so richtig an.
03:31Selbst wenn man es nicht selber macht, macht man mit der Zunge mit.
03:43Das ist furchtbar.
03:46Ich kann im Grunde nicht selber atmen und mein Zwerchfell-Stimulator atmet für mich.
04:05Das heißt, das Zwerchfell wird durch elektrische Impulse aktiviert und auf den Zwerchfellnerven wird Strom gebracht.
04:18Und dadurch zieht sich das Zwerchfell zusammen und ich bekomme Luft, bekomme Atemzug.
04:24Das ist meistens etwas zu wenig Luft, weil auch die Muskulatur am Bauch und am Brustkorb, die die Atmung unterstützt, fehlt.
04:33Und deswegen müssen wir immer nachmessen, ob ich genug Luft bekomme.
04:36Ich habe einen Gurt und einen Bauch, zeige ihn doch mal, der ganz festgezogen ist und das unterstützt meine Atmung.
04:48Dadurch wird das Zwerchfell nach oben gedrückt und das ersetzt praktisch die Bauchmuskulatur und dann bekomme ich genug Luft.
04:57Aber deswegen müssen wir immer nachmessen, 500 Milliliter ist super.
05:01Damit kann ich den Tag über leben und gut sprechen.
05:05Und wie fühlt es sich an, die künstliche Beatmung?
05:09Also ich merke sie nicht mehr. Ich habe mich daran gewöhnt.
05:12Was ich merke, ist, dass die Luft nicht dann kommt, wenn ich sie brauche, also am Ende des Satzes,
05:18sondern in einem ganz regelmäßigen Rhythmus, also im Moment 15 Mal pro Minute.
05:24Und ich muss meine Sprache praktisch auf meine Atmung einstellen und nicht wie normalerweise die Atmung,
05:32die sich mehr oder weniger automatisch um die Sprache drum herum legt.
05:36Deswegen spreche ich manchmal bei der Einatmung, manchmal bei der Ausatmung, manchmal mache ich ganz lange Pausen
05:43oder manchmal geht mir auch einfach die Luft zum Sprechen am Ende vom Satz aus.
05:48So, gut so, können der Tag losgehen.
06:03Mein Vater war derjenige, der mich nach dem Unfall aus dem Wasser gezogen hat und ist dann später auch mit der Rettungsflugwacht mit nach Deutschland geflogen.
06:17Und der sagt immer, dass er einen kurzen Moment hatte, wo er dachte, Mensch, hoffentlich stürzt das Flugzeug jetzt einfach ab,
06:28dann wären irgendwie alle Probleme gelöst, fertig.
06:32Und sagt im Nachhinein selber, das war natürlich in dem Moment auch ein egoistischer Gedanke, aber vielleicht ein ganz normaler Gedanke.
06:39Und Gott sei Dank war es dann ja auch nicht so und hat mich dann auch weiterhin bestärkt in meinem Leben.
06:47Aber klar, so Momente haben wir sicher alle gehabt und vielleicht auch jetzt immer wieder noch, wo man sagt, Mensch, warum muss das eigentlich alles sein?
06:58Und muss man wirklich diese zusätzlichen Sorgen, Probleme, Nöte, müssen die jetzt auch noch sein?
07:06Es ist ja nicht nur die Tatsache, dass ich jetzt im Rollstuhl sitze, da kommen ja immer ganz viele andere Dinge dazu.
07:12Das ist das, wo man dann oft so verzweifelt und sagt, eigentlich, das brauche ich jetzt nicht oder das will ich nicht.
07:19Und dann muss man eben die Kurve wieder kriegen und sagen, doch, natürlich, so ist es jetzt einfach.
07:24Und dann geht es morgen weiter.
07:27Neuer Weg, neues Ziel, neue Aufgabe, die ich anpacken will.
07:36Mit der Zeit hat Maria-Christina gelernt, sich mit Hilfe von Technik eigenständig zu bewegen.
07:41Wenn ich da drauf drücke, kann ich einmal den Rollstuhl aus- und wieder anmachen.
07:48Und eine Umweltsteuerung, also darüber bediene ich, darüber und über diesen Böbel bediene ich sowohl den Rollstuhl als auch Rollläden.
08:01Oder mache ich hier Licht an oder Türen auf.
08:08Und dann gehe ich auf Licht, drücke wieder nach rechts und dann geht hier das Licht an.
08:18Also man sieht, wie praktisch das manchmal auch ist, wenn ich fünf Stationen weitergeklickt habe, könnte ich Licht anmachen.
08:24Naja.
08:26Wenn ich auf der Straße fahre, jemand kommt mir entgegen, muss ich sagen, Moment, einen kleinen Moment, brauche ich eine halbe Stunde.
08:31Und dann kann ich ihn anhupen, auch sehr praktisch.
08:33Das Laufen ist das, was ich am wenigsten vermisse, weil ich kann mich ja genau sofort bewegen.
08:44Was man nicht so sieht, sind Probleme, die oft den Alltag doch sehr prägen.
08:50Also das heißt einmal zum Beispiel, ich sitze den ganzen Tag auf der gleichen Stelle.
08:57Also ich muss zwischendurch entlasten.
09:00Das heißt, mich mal im Rollstuhl bewegen lassen oder auch richtig mich ins Bett legen und auf die Seite legen, Hintern in die Luft strecken.
09:09Da muss man manchmal so zurückstecken in dem, was man unternimmt.
09:14Also das finde ich oft hart, dass man ja nicht so kann, wie man gerne würde.
09:21Dichter.
09:27Wenn ich sauge oder blase, ist ein Rechts- oder Links-Klick.
09:35Ich mache das schon so automatisch, dass ich gar nicht mehr weiß, was rechts und links ist.
09:39Links ist Blasen und Saugen.
09:41Ne, andersrum.
09:42Rechts ist Blasen und Saugen ist Links.
09:47Dann gucke ich erstmal nach meinen E-Mails.
09:52Okay.
09:56Und dann ein Blick auf das Handy.
10:12Wenn ich schreibe, bin ich inzwischen recht schnell.
10:23Ich könnte auch was diktieren, also über Spracherkennung.
10:27Allerdings ist Selbstschreiben ein ganz anderes Gefühl.
10:30Ich schreibe ganz andere Dinge und formuliere anders.
10:33Also mit der Technik, das ist natürlich insofern toll.
10:37Da bin ich in ganz vielen Bereichen wirklich total unabhängig.
10:42Telefonieren.
10:43Wenn man mir ein Kopfhörer einmal aufgesetzt hat, kann ich über diese Tastatur telefonieren.
10:48Am Arm meines Rollstuhls habe ich einen Knopf, den ich mit der Zug erreiche.
10:58Dann kann ich das Telefon abnehmen und wieder auflegen.
11:00Dann kann ich entweder da ein Kopfhörer einstecken.
11:05Ah, so.
11:07Oder, jetzt klingelt's.
11:08Oh.
11:09Soll ich dich jetzt draufstellen?
11:10Ja.
11:11Petro.
11:21Oh, ja.
11:23Maria Christina Halwachs.
11:26Hallo?
11:30Für Maria Christina ist ihre Behinderung zur Normalität geworden.
11:33Es sind oft die anderen, die mit ihrer Situation nicht umgehen können.
11:38Also ich habe natürlich auch Begegnungen mit Menschen, die negativ sind.
11:44Es fängt an, wenn ich in der Stadt bin, natürlich falle ich auf und natürlich gucken die Menschen.
11:53Da habe ich vollstes Verständnis für.
11:56Es gibt aber auch Menschen, die einfach nur blöd anstarren.
11:59Das ist natürlich unangenehm.
12:02Die an mir vorbeigehen, sich umdrehen.
12:04So gucken.
12:06Ich habe schon Geld in die Hand gedrückt, gekriegt.
12:1120 Euro fürs arme Mädchen.
12:14Ich habe aber auch schon richtig böse und unangenehme Kommentare gekriegt.
12:20Sich zu verstecken, kommt für Maria Christina nicht in Frage.
12:32Sie schämt sich nicht für ihren Körper.
12:34Auch Unangenehmes wie das Absaugen von Schleim aus der Luftröhre gehört für sie eben dazu.
12:40Das sind natürlich Dinge, die man insbesondere am Anfang sehr anzweifelt.
12:44Ist mein Körper überhaupt noch was wert?
12:47Hängt doch da so unbeteiligt rum.
12:50Und da sich auch wieder das Selbstbewusstsein zu entwickeln.
12:56Mensch, er ist was wert.
12:57Er ist schön.
12:58Er darf angeschaut werden.
13:01Ich darf mich so zeigen, ohne dass ich nicht sagen würde.
13:06Im Gegenteil ist es wichtig.
13:08Das hat lange gedauert.
13:11Habe ich viel auch bewusst und unbewusst an mir arbeiten müssen.
13:14Mh, mh, mh.
13:29Okay.
13:30Schön.
13:31Und ein Handy noch mit einmachen.
13:32Ja, genau.
13:40Was ist das für dich für ein Aufwand, so ein Ausflug, den wir heute machen?
13:44Ja, also bei so Temperaturen ist schon ein großer Aufwand.
13:47Einfach deswegen mal anziehen, einpacken.
13:51Dann wäre ich trotzdem kalt.
13:53Es kostet Zeit.
13:55Es kostet mich auch viel Kraft.
13:57Die ist kalt und warm und kalt und warm.
13:59Weil mein Körper die Temperaturunterschiede einfach nicht so ausgleichen kann.
14:03Also, der kostet sich halt jetzt der Temperatur an im Zweifel.
14:07Und das ist dann ja genau so.
14:09Und dann muss ich einfach mächtig einpacken und trotzdem lange draußen ist einfach nicht.
14:15Gut, und es dauert, weil man sieht ja, es geht schon schnell, aber es dauert fünf Minuten länger.
14:20Und das summiert sich dann in der Lauf der Zeit.
14:23Fahren wir rein?
14:24Sonne rein?
14:25Jut!
14:26Mio!
14:27Ja!
14:28Mmain.
14:29Mama!
14:30Schnell?
14:45Ja!
14:46I think this is a ramp for the seatbelt, that goes down below.
15:12Yes, that's yours.
15:14Oh, good. Okay.
15:16Oder is there a treppe?
15:18Aha, aha, aha. Siehst du, was ich sehe?
15:22Ja, ich sehe Treppen.
15:24Dann müssen wir nämlich jetzt hier eher links.
15:26Wir müssen hier hin, glaube ich. Hier ist Rampe.
15:28Ja, ja, da rechts geht es dann runter.
15:30Alles klar.
15:32Man muss immer zweimal überlegen, welchen Weg man nimmt, oder?
15:35Oft sieht man es halt erst, wenn man vor der Treppe steht.
15:38Und manchmal hat man Glück.
15:40Meistens gibt es auf jeden, oder es gibt immer einen Weg.
15:42Manchmal läuft man dreimal im Kreis oder einen riesen Umweg, ja.
15:48Sag es noch mal, es gibt immer einen Weg.
15:51Es gibt immer einen Weg.
15:52Und jetzt hätte ich gern so einen kleinen, wo ich draufstehen könnte,
15:56hier hinten eine kleine Klappe, eine Kinderklappe, weißt du?
15:58Wie an den Kinderwagen.
15:59Ja, Kinderwagen.
16:00Ja, da hinten diese Rollboards für die zweiten Kinder.
16:03Und dann geht es los.
16:04Und juhu, los geht's.
16:06Tschum, tschum, tschum, tschum, tschum, tschum, tschum, tschum.
16:12Als ich nach der Intensivstation das erste Mal im Park raus bin, das war auch eine Farbenexplosion.
16:28Das war echt beeindruckend.
16:30Das habe ich nie wieder danach verspürt.
16:32Aber so nach vier Wochen Intensivstation und nur weiß und grau, das war beeindruckend.
16:39Das denke ich immer so, wenn ich so im Park bin.
16:42Der Unfall hat Maria-Christina gezwungen, das Leben mit neuen Augen zu sehen.
16:47Also ich hätte natürlich, wäre ich gerne, hätte ich gerne Familie, also eigene Familie, ein Mann und Kinder.
16:54Ich glaube, dass das einfach nicht realisierbar ist.
16:58Ein Mann natürlich, ja.
17:00Aber Kinder, das ist einfach, bin ich inzwischen auch zu alt dafür, abgesehen davon mal.
17:05Aber das ist auch nicht realisierbar.
17:07Vielleicht hat mein Unfall einen Zweck, ein Ziel, was ich gar nicht so sehr erfassen kann.
17:16Oder was für mich natürlich am Anfang schwierig zu sehen war.
17:20Was ich jetzt ein bisschen klarer sehe.
17:22Auch anderen Menschen Mut zu geben.
17:24Vielleicht ist das meine Aufgabe im Leben.
17:35Ich brauche ich ein Stück tiefer noch mal.
17:37So.
17:38Noch ein bisschen.
17:39Noch ein bisschen.
17:40Noch ein bisschen.
17:41Seit einigen Jahren berät Maria-Christina Menschen, die durch einen Schicksalsschlag in eine ähnliche Lage geraten wie sie.
17:54Heute steht ein ganz besonderer Besuch an.
17:58Wir sind hier in Kusterding, in der Arche.
18:05Das ist ein Haus, in dem Kinder leben, die irgendwie intensiv medizinisch betreut werden müssen.
18:14Ich glaube, es sind alle beatmet.
18:16Und mich interessiert einfach, wie die dort leben, wie das hier aussieht.
18:21Und ich bin verabredet mit der Elternbeauftragten.
18:25Und mal gucken, vielleicht kann ich sie unterstützen in der Betreuung der Eltern.
18:30Wenn Eltern Fragen haben, wie man leben kann mit Beatmung.
18:34Vielleicht kann ich da irgendwie was helfen, was sie zu tun.
18:37Jetzt bin ich sehr gespannt.
18:39Gucken wir mal.
18:47Ja, Hallwachs.
18:49Dankeschön.
19:07Mit mir gemeinsam, jawoll.
19:29Zeigst du mir hier.
19:32Die Pflegerinnen der Arche sind überrascht, wie normal Maria-Christina ihr Leben lebt.
19:51Und die Kinder sind neugierig.
19:56Noch nie in ihrem Leben haben sie einen Erwachsenen gesehen, der in der gleichen Situation ist, wie sie selber.
20:03Das macht Mut.
20:05Ja, eben.
20:06Guck mal meinen Kinn an.
20:08Ich den berühre.
20:09Und von der Seite.
20:11Und von der Seite.
20:14Und dann fach ich.
20:17Warum das passiert ist, vielleicht erfahre ich es irgendwann.
20:30Aber diese Frage stelle ich mir eigentlich gar nicht.
20:32Es ist passiert.
20:33Fertig.
20:34Ich führe ein Leben, in dem ich glücklich bin und ich bin froh, dieses Leben zu haben.
20:48Dass ich nicht die 40-Jährige bin, die jetzt ihre fünf Kinder um sich rum hat, die alle ganz besonders toll sind.
20:57Ist deswegen mein Leben schlecht?
21:00Oder einfach nur anders?
21:02Dass ich noch nicht��.
21:13will es 大
21:17Auch wenn du sinnvoll bist,bieg und schwelgstd.
21:22Jetzt kommt klar.
21:24Oder noch nicht med.
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