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🎈
Spaß
Transkript
00:00Und jetzt will ich sie genießen, diese unmögliche Situation.
00:16Wenn du nichts zu verbergen hast, dann kannst du mir doch erklären, wo die halbleere Champagnerflasche herkommt.
00:23Und das nasse Handtuch.
00:25Wir gehen jetzt.
00:27Du warst in der Wohnung und du warst nicht alleine.
00:29Ich meine, ich weiß es.
00:31Ich habe ihr Parfum gerochen.
00:33Du hast wirklich eine blühende Fantasie.
00:38Wenn du wenigstens den Mut hättest, es zuzugeben.
00:42Was?
00:42Dass du es mit Kathi Neubauer auf unserem Sofa getrieben hast.
01:09I'm a true believer.
01:24Bist du getrunken?
01:25Du weißt nicht mehr, was du sagst.
01:27Und ob ich das weiß.
01:28Du und Kathi.
01:29Das ist eine vollkommen absurde Idee.
01:32Ich hätte doch gedacht, dass du ein bisschen mehr Verstand hast.
01:36Du machst dich lächerlich.
01:37Wer von uns macht sich hier lächerlich?
01:39Ich?
01:40Oder du?
01:41Alter Bock, der sich nicht unter Kontrolle hat.
01:43Du reißt dich zusammen.
01:45Seit zehn Jahren warte ich auf dich.
01:48Richte mein gesamtes Leben nach deinen wenigen Freistunden ein.
01:51Und jetzt hintergehst du mich mit so einem Flittchen.
01:54Ist das der Dank?
01:55Du bist verrückt.
02:00Du bist wirklich das Allerletzte.
02:03Es ist das Beste, wenn du jetzt gehst.
02:11Du machst es dir wieder mal sehr einfach.
02:47Dann ist es eigentlich sinnvoll, dass Bianca wieder bei euch arbeitet?
02:51Sie arbeitet wieder bei uns, weil...
02:53Jetzt bin ich auf deine Antwort gespannt.
02:55Na?
02:55Ja? Weil?
02:57Weil es ziemlich schwierig ist, einen Job zu finden, wenn man vorbestraft ist.
03:01Ah ja, das ist also der Grund.
03:04Außerdem braucht sie ein stabiles Umfeld.
03:06Besonders jetzt, wo es ihrer Großmutter schlecht geht.
03:09Biancas Großmutter geht es schlecht?
03:10Das wusste ich nicht.
03:12Was Ernstes?
03:14Keine Ahnung.
03:15Sie behauptet, es sei der Kreislauf.
03:16Bianca befürchtet Schlimmeres.
03:18Ich finde auch, dass sie nicht besonders gesund aussieht.
03:21Das hast du also gesehen.
03:26Warum macht Bianca sich mit Vermutungen verrückt?
03:28Sie soll doch einfach mit ihr zum Arzt gehen.
03:34Frau Berger will sich partout nicht durchchecken lassen.
03:36Kann ich ehrlich gesagt auch verstehen.
03:38Wer geht schon gerne zum Arzt?
03:40Bedauerlicherweise ist sie in einem Alter, in dem sich das nicht vermeiden lässt.
03:45Also, der Großmutter ist schlecht geworden und du bist jetzt sowas wie Biancas Bewährungshelfer.
03:51Bewährungshelfer?
03:51Ich will nicht, dass du dir was vormachst, Oliver.
03:53Da läuft nichts mehr zwischen uns.
03:54Wir berühren uns nicht mal mehr.
03:56Macht euch doch beide was vor.
03:57Das lasst mal meine Sorge sein.
03:59Ich muss jetzt los.
04:01Ich habe Judith versprochen, sie zur Bank zu bringen.
04:04Oliver, schau bloß zu, dass du am Ende nicht zwei Menschen verletzt.
04:08Oder vielleicht sogar drei.
04:20Da bist du ja.
04:21Ich wollte mich nur einen Augenblick ausruhen.
04:23Ich hoffe, du bist wieder fit.
04:25Ich wollte dir nämlich helfen, die Adressen der Sponsorin einzutippen.
04:28Das ist lieb von dir, aber das ist nicht so eilig.
04:32Vorhin hast du es gar nicht erwarten können, mich einzuspannen.
04:35Jetzt bin ich aber müde.
04:36Na komm, wir machen das ganz schnell.
04:37Ich habe totalen Bock drauf.
04:40Was machst du eigentlich hier?
04:41Ich dachte, du wolltest im Garten arbeiten.
04:45Das war mir plötzlich zu kalt.
04:48Zu viel frische Luft eben.
04:53Hattest du Ärger mit Sven?
04:57Nein.
05:00Ich habe ihm den Rechen auf den Fuß geknallt.
05:05Ach, Mama, ich kapiere das nicht.
05:07Warum ist das alles so kompliziert?
05:11Ich versuche nett zu sein.
05:13Und die nehmen mich einfach nicht für voll.
05:16Wer sind denn die?
05:19Eddie, Denise, Sven.
05:23Dabei gebe ich mir total viel Mühe mit ihm.
05:26Und Denise und Eddie.
05:29Die behandeln mich, als wäre ich Luft.
05:31Ich kapiere das einfach nicht.
05:33Soll ich mal mit ihnen reden?
05:35Och, bloß nicht.
05:36Dann kann ich mich ja überhaupt nicht mehr zu denen hintrauen.
05:40Ist es dir denn so wichtig, was die anderen über dich denken?
05:44Ich wäre nur einfach gerne mit denen befreundet.
05:49Bin ich denn so schrecklich, dass niemand etwas mit mir zu tun haben will?
05:53Gegenteil.
05:57Vielleicht hast du es nur manchmal zu gut.
05:59So wie ich.
06:09Weißt du,
06:12leider bekommt man im Leben nicht immer alles, was man sich wünscht.
06:18Manchmal wird man enttäuscht
06:20und kann nichts dagegen tun.
06:23Das ist ja schrecklich.
06:27Irgendwann lernt man, damit umzugehen.
06:32Ist wirklich alles okay, Mami?
06:34Ja.
06:35Alles in bester Ordnung.
06:43War dein Vater eigentlich schon immer so?
06:46So was?
06:48So zugeknüpft.
06:49Willst du, dass er hier nackt rumrennt?
06:52Du bist ja ein Komiker.
06:54Nein.
06:55Ich habe das Gefühl,
06:56Privates erzählt Georg immer nur an Weihnachten.
07:00Und auch da nur dem Ochsen und dem Esel.
07:02Ja.
07:04Mit wem ich mich über meine Privatangelegenheiten unterhalte,
07:06entscheidet zum Glück immer noch ich selbst.
07:08In anderer Leuts Privatsphäre einzudringen,
07:10scheint ihnen offensichtlich weniger Probleme zu machen.
07:13Privatsphäre?
07:13Die können sie zu Hause haben, so wie ich.
07:15Ich denke, du hast zu tun.
07:16Oder nicht?
07:18Zu Befehl!
07:25Ist es denn wirklich so schlimm,
07:26wenn man mal einen Blick unter Ihre harte Schale wirft?
07:30Erstens ist meine Schale nicht der Haupt.
07:33Und zweitens ist eine Schale immer dazu da,
07:35das Innere zu schützen.
07:37Ach, wie ist denn Ihr Inneres?
07:39Haben Sie einen harten oder einen weichen Kern?
07:42Danach müssen Sie mich ein andermal fragen.
07:45Zum Beispiel an Weihnachten.
07:48Worauf Sie sich verlassen können.
07:56Willst du auch was?
07:57Jetzt nicht, danke.
08:05Du wolltest mir noch ausführlich
08:06vom Empfang bei Ulrichs erzählen.
08:08Da gibt's nichts zu erzählen.
08:09Die reine Routine.
08:12Wer war alles da?
08:13Die üblichen Verdächtigen.
08:16Vierschrot, Heisel, Dr. Frisch.
08:18Und Kathi.
08:19Kathi hat ihre Sache sehr gut gemacht.
08:23Ich hab auch nichts anderes erwartet.
08:25Du hast einen guten Fang mit ihr gemacht.
08:28Unter all den langweiligen Ehefrauen
08:30sticht sie ziemlich hervor, nicht wahr?
08:32Sie hat eine tolle Art,
08:34offen auf Menschen zuzugehen.
08:36Ja, vor allem auf Männer.
08:38Da seid ihr ja.
08:39Pascal, du kommst wie gerufen.
08:41Ich muss zurück in die Bank.
08:43Vielleicht könntest du Ariane Gesellschaft leisten.
08:45Mit dem allergrößten Vergnügen.
08:47Ihr braucht euch nicht, um mich zu kümmern.
08:49Ich komme schon alleine zurecht.
08:51Das bezweifle ich ja gar nicht.
08:53Trotzdem würde es mir Freude bereiten,
08:54mit ihr hier zu sitzen, zu plaudern,
08:55den Blick zu genießen.
08:56So, dann lass ich euch beide jetzt allein.
09:02Ich hoffe, ich habe euch nicht bei etwas Wichtigem unterbrochen.
09:06Er hat es plötzlich so eilig?
09:07Er hat es immer eilig,
09:09wenn ihm etwas unangenehm ist.
09:13Aha.
09:15Darf ich fragen, worum es ging?
09:19Es ging um Kathi, meine Assistentin.
09:26Sie scheint bei deinen Projekten ja eine ziemlich große Rolle zu spielen.
09:30Ich weiß nicht, was ich ohne sie machen würde.
09:32Darf ich dir einen Rat geben?
09:34Nur zu?
09:35Du hast es nicht nötig,
09:36dich von irgendjemandem abhängig zu machen.
09:40Da bin ich mir manchmal nicht so sicher.
09:49Ich möchte mit dir reden.
09:51Wenn es sein muss, fass dich aber kurz.
09:54Schmolzt du immer noch?
09:55Ich?
09:57Wieso, sollte ich?
09:59Ich wollte dir sagen,
10:00das mit Denise...
10:01Das geht mir nichts an, Sven.
10:03Da ist nichts gelaufen.
10:04Wir waren mit Eddie unterwegs
10:05und hatten einfach einen schönen Abend.
10:06Du musst dich nicht rechtfertigen.
10:08Was du in deiner Freizeit machst,
10:09ist mir vollkommen egal.
10:11Sei doch ehrlich.
10:12Na klar macht es dir was aus.
10:13Mach es nicht.
10:14Und warum hast du mir dann so den Rechnen geknallt?
10:16Tu mir einen Gefallen, Sven.
10:17Lass mich einfach in Ruhe.
10:21Wieso musst du eigentlich immer gleich so zickig sein?
10:23Der Abend war nicht geplant.
10:25Er hat sich einfach so ergeben.
10:27Ich verstehe nur nicht,
10:28warum letztendlich ich immer diejenige bin,
10:30die außen vor bleibt.
10:31Und dann eben nicht.
10:32Ich hab's versucht.
10:44Was gibt's?
10:46Ich wollte dir nur mitteilen,
10:47dass Deider deine Einladung zum Essen angenommen hatte.
10:50Das ist doch endlich mal eine gute Nachricht.
10:52Sehr gut.
10:53Es wäre doch gelacht,
10:54wenn wir ihn nicht umstimmen könnten.
10:56Er wird bei der Wellinghoff-Bank bleiben.
11:02Wie hattest du dir das Essen denn vorgestellt?
11:04So intim wie möglich.
11:06Deider soll merken,
11:07dass wir uns persönlich für ihn ins Zeug legen.
11:10Und welche Aufgabe soll ich dabei übernehmen?
11:13Ehrlich gesagt,
11:14keine.
11:15Er muss spüren,
11:16dass wir uns als Familie um ihn kümmern.
11:18Das scheint ihm sehr wichtig zu sein.
11:21Und dass er einen besonderen Stellenwert für uns hat.
11:28Welchen Stellenwert hab ich?
11:30Für Deider oder für die Bank?
11:32Für dich.
11:33Daran hat sich nichts geändert.
11:35Warum fragst du?
11:36Machst du dir um deine Bedeutung sorgen?
11:38Ich will nicht eines Tages aufwachen
11:40und feststellen,
11:41dass ich durch jemand anderen ersetzt worden bin.
11:43Und wer könnte dich schon ersetzen?
11:45Kathi Neubauer zum Beispiel.
11:47Du hast es dir richtig in den Kopf gesetzt, nicht wahr?
11:50Dass Kathi Neubauer eine Gefahr für dich ist.
11:53Ist dies denn nicht?
11:54Du scheinst es jedenfalls zu glauben.
11:56Da könnte ich jetzt sagen, was ich will.
11:57Oder?
11:59Ich habe eine halbleere Flasche Champagner
12:01in meiner Wohnung gefunden.
12:02Ich habe diese Flasche
12:03weder getrunken noch geöffnet.
12:06Und daraus folgt,
12:08jemand anderes war in meiner Wohnung
12:09und hat eine halbe Flasche Champagner geleert.
12:11An deiner Stelle würde ich mich hüten,
12:13jemanden ohne Grund
12:15und Anhaltspunkt zu verdächtigen.
12:17Anhaltspunkte gibt es genug.
12:18Frag doch lieber mal deine Putzfrau,
12:20ob sie sich nicht vielleicht manchmal
12:21aus deiner Bar bedient.
12:23Den Teufel werde ich tun.
12:25Willst du mich jetzt bitte entschuldigen?
12:26Ich habe zu tun.
12:46Umi, du musst was essen.
12:50Ich habe wirklich keinen Appetit.
12:52Schmeckt es dir nicht?
12:54Was du kochst, schmeckt mir doch immer,
12:56das weißt du, aber
12:58mir ist ein bisschen flau im Magen.
13:01Hallo.
13:02Hallo.
13:06Ihr könnt es euch nicht vorstellen.
13:09In der Stadt war die Hölle los.
13:11Überall Gerangel und Gedränge,
13:12als wenn es morgen nichts mehr zu kaufen gibt.
13:14Hast du Hunger?
13:15Ich habe was gekocht.
13:17Nee, danke.
13:18Vielleicht später.
13:21Jetzt ist mal eine Pause.
13:23Ich bin total erledigt.
13:25Ich kann aber eine Fußmassage gut gebrauchen.
13:28Irgendwie habe ich das Gefühl,
13:29dass mein Essen heute nicht so richtig gut kommt.
13:31Doch, doch.
13:31Das schmeckt wunderbar.
13:32Ja, das sehe ich.
13:34Was ist denn los?
13:36Wo liegt das Problem?
13:39Ich habe einfach keinen Appetit.
13:41Das ist doch kein Grund zur Sorge.
13:43Warst du denn jetzt mal endlich beim Arzt?
13:45Natürlich nicht.
13:46Also danke.
13:47Ich kann sehr gut alleine für mich antworten.
13:49Nein, natürlich nicht.
13:50Ich brauche keinen Arzt.
13:52Mir war nur ein bisschen schwindelig.
13:57Berger?
13:58Hallo, Frau Wellinghoff.
14:00Ja, ich gebe es Ihnen.
14:03Ariane, wie geht es dir?
14:04Gut, danke, Kathi.
14:06Ich wollte nur kurz hören,
14:08wie das Gespräch mit Maren Heimann gelaufen ist.
14:11Das Gespräch war wie Maren Heimann selbst.
14:13Ziemlich langweilig.
14:14Gibt es da irgendetwas, was ich wissen müsste?
14:18Nein, nein.
14:19Wir sind nur noch mal schnell
14:20die Spendenkoordination durchgegangen.
14:22Also wenn du mich fragst,
14:23hätte sie das auch ruhig alleine machen können.
14:25Wieso fragst du?
14:27Nur so.
14:28Ist was passiert?
14:31Nein, kein Grund zu aufreden.
14:33Ich wollte mich nur mal erkundigen.
14:35Nichts weiter.
14:36Na, da bin ich ja beruhigt.
14:38Ich habe schon befürchtet,
14:39wir hätten unsere Schlange
14:40doch noch nicht alle Giftzähne gezogen.
14:42Wer weiß, was die so alles erzählt,
14:43wenn man nicht dabei ist.
14:46Bei Schlangen weiß man nie,
14:47welche Überraschungen
14:48sie noch für einen haben.
14:50Keine Sorge.
14:51Maren Heimann habe ich...
14:54haben wir im Griff.
14:57Eine andere Frage.
14:58Besser eine Bitte.
15:01Könntest du heute noch mal
15:02zu mir aufs Gut kommen?
15:03Jetzt?
15:04Ja.
15:05Ich möchte unbedingt
15:06die Adressdatei fertig bekommen.
15:09Kein Problem.
15:11Ich komme sofort.
15:16Ich wollte dich nicht erschrecken.
15:18Schon gut.
15:21Ist alles in Ordnung?
15:22Du siehst so mitgenommen aus.
15:26Ich bin nur ein wenig müde.
15:28Kann ich dir etwas anbieten?
15:30Einen Sherry.
15:35Es ist nicht komisch.
15:38Was denn?
15:40Das ausgerechnet wir uns so gut verstehen.
15:44Ich finde das schön.
15:51Worauf trinken wir?
15:53Auf uns.
15:55Auf unsere Freundschaft.
15:57Auf die Freundschaft.
16:00Du hast ein sehr schönes Lächeln.
16:02Danke.
16:07Ich hätte nie gedacht,
16:08dass ich irgendwann einmal
16:09mit dir hier so sitze.
16:11Ganz ehrlich,
16:11ich auch nicht.
16:16Es tut mir leid,
16:17was du und deine Mutter
16:19leiden musstet.
16:22Mach dir mal keine Gedanken darüber.
16:24Du kannst ja nichts dafür.
16:26Ich hoffe,
16:27dass Alexander und ich
16:27es wieder gut machen können.
16:29Zumindest einen Teil davon.
16:30Manche Dinge kann man
16:31tatsächlich wieder gut machen.
16:33Wenn ich nur wüsste, wie.
16:40Seid einfach mit zu mir.
16:47Und Bianca und Oliver,
16:48die sehen sich jetzt
16:48wieder jeden Tag?
16:49So sieht es aus.
16:50Ziemlich absurd, was?
16:52Das kannst du laut sagen.
16:53Aber das Beste ist,
16:57das Beste ist,
16:58dass Oliver
16:59seinen eigenen Ausreden glaubt.
17:00Was denn für Ausreden?
17:02Er hat mir gesagt,
17:03Bianca arbeitet nur deshalb
17:04auf dem Gut,
17:05weil sie woanders
17:05keinen Job findet.
17:07Das ist doch Quatsch.
17:08Bianca ist so vielseitig,
17:10die findet sicher was anderes.
17:11Und wenn sie sich ein bisschen reinhängt,
17:13hat sie ihr BWL-Diplom
17:14gleich in der Tasche.
17:15Dann kann sie ganz andere
17:16Arbeiten machen,
17:16als für Oliver,
17:17die Hausangestellte zu spät.
17:18Nicht, wenn jemand erfährt,
17:19dass wir im Knast waren.
17:21Dann ist es vermutlich
17:22wirklich schwierig,
17:22irgendeine Arbeit zu finden.
17:24Wie bitte?
17:27Bianca soll im Gefängnis
17:28gewesen sein?
17:29Sie hat es natürlich nicht
17:30eine große Glocke gehängt.
17:32Das kann ich mir nicht vorstellen.
17:33Was hat sie denn...
17:34Man hat sie beschuldigt,
17:35einen Brand gelegt zu haben.
17:38Ihr Vater ist dabei
17:39ans Leben gekommen.
17:40Das ist ja furchtbar.
17:42Sie war vier Jahre
17:43im Gefängnis.
17:44Bianca soll einen Brand
17:45gelegt haben?
17:47Das glaubst du doch selber nicht,
17:48dass jetzt so was
17:49in der Lage ist.
17:49Das ist sie natürlich nicht.
17:51Irgendjemand hat ihr die Schuld
17:52in die Schuhe geschoben.
17:53Wer kann denn so was
17:54Gemeins tun?
17:55Tja, den haben sie nie erwischt.
17:57Wie gut und tief gemein
17:58muss man sein,
17:58um sowas zu tun?
18:00Ich stelle mir nur vor,
18:01wie es ist jahrelang
18:02unschuldig,
18:03in einer Zelle zu sitzen.
18:04Um dort den Tod
18:05des eigenen Vaters
18:06verarbeiten zu müssen.
18:08Arme Bianca.
18:10Aber anscheinend hat sie
18:11ja die Begabung,
18:12immer wieder auf die Beine
18:13zu kommen.
18:14Ja, man soll so ein Talent
18:15aber nicht überstrapazieren.
18:16Ich weiß nicht,
18:17ob ich solche Tiefschläge
18:18verkraften würde.
18:20Also, ich würde dich
18:21jederzeit wieder aufrechnen.
18:25Ich weiß.
18:27Und wer richtet Bianca auf?
18:37Judith möchte eine Spende
18:38für die Stiftung
18:38meiner Mutter einzahlen.
18:39Können Sie sich drum kümmern?
18:40Natürlich, Oliver.
18:42Setzen Sie sich.
18:44Einen kleinen Moment, bitte.
18:45Ich muss gleich weiter.
18:46Ich will mal sehen,
18:47ob ich nicht noch mehr Informationen
18:48aus Dadas Assistentin rausbekomme.
18:50Mal sehen,
18:50was die Konkurrenz
18:51ihm angeboten hat.
18:52Tschüss, mein Schatz.
18:55Bis nachher.
18:56Ja.
19:00Darf ich Sie etwas fragen?
19:01Was wollen Sie denn wissen?
19:03Könnten Sie sich vorstellen,
19:04sich weiterhin für die Charity-Projekte
19:06unserer Bank zu engagieren?
19:08Sie wissen,
19:09wie sehr wir Ihre Arbeit schätzen
19:10und es gibt da
19:12sehr interessante Projekte,
19:13die ich anschieben will.
19:15Grundsätzlich möchte ich mich
19:16natürlich weiter engagieren.
19:17Mir hat die Zusammenarbeit mit Ihnen
19:19auch immer viel Spaß gemacht.
19:21Das freut mich sehr,
19:21das zu hören.
19:23Aber ich habe zur Zeit
19:25andere Prioritäten.
19:27Schade.
19:29Darf ich erfahren, welche?
19:32Im Moment steht für mich
19:33die Familie ganz im Vordergrund.
19:36Ich bekomme ein Kind.
19:38Ja, ich habe davon gehört.
19:41Herzlichen Glückwunsch.
19:42Dankeschön.
19:43Sie sind zu beneiden.
19:45Ich habe mir auch immer
19:47Kinder gewünscht.
19:48Warum haben Sie nicht?
19:50Naja, wie das eben so passiert.
19:53Ich wollte zuerst Karriere machen
19:55und im Büro vorankommen
19:56und dann habe ich irgendwie
19:58den Zeitpunkt dafür verpasst.
20:01Deswegen ziehe ich mich
20:03jetzt erst einmal zurück
20:04und spende lieber.
20:05Sie hätten auch
20:06bei uns spenden können.
20:09Wo ist der Unterschied?
20:10Wir sind doch alle
20:11eine große Familie.
20:14So, bitte, Herr Salat.
20:16Dankeschön.
20:16Guten Appetit.
20:20Ich glaube,
20:22ich muss dich um Verzerrung
20:23rücken.
20:24Die Vorspeise war gar nicht
20:25so schlecht.
20:26Daran habe ich nicht gedacht.
20:28Ich habe mich immer
20:29für erwachsen gehalten,
20:31für verantwortungsbewusst,
20:32aber vor 30 Jahren
20:34da habe ich...
20:37Vielleicht war es ein Fehler.
20:40Ja.
20:41Als ich damals
20:42deine Mutter und dich
20:43verlassen habe,
20:44da habe ich überhaupt
20:46nicht an euch gedacht.
20:49Ich war so selbstsüchtig.
20:52Du musst dir deshalb
20:53keine Vorwürfe mehr machen,
20:54Vater.
20:54Das ist alles so lange her.
20:56Ich habe als damals
20:57beide sehr wehgetan.
21:02Ich hätte dich
21:02nicht im Stich lassen dürfen.
21:05Umso schöner,
21:06dass wir uns
21:06wiedergefunden haben,
21:07Vater.
21:09Wusstest du eigentlich,
21:10dass Oliver und ich
21:11eine gemeinsame Leidenschaft
21:12teilen?
21:12Lass mich raten,
21:13du schwärmst auch
21:14von Solarstrom?
21:15Nein.
21:16Wir interessieren uns
21:16beide für Ostasien.
21:18Ich habe eine Zeit
21:18in Singapur gearbeitet
21:19und die Gegend dort
21:20lieben gelernt.
21:21In Singapur?
21:22Ich war auch ein paar Mal
21:23da.
21:23Eine schöne Stadt.
21:24Wo hast du gewohnt?
21:25Im Conrad?
21:26Bisher war ich
21:27immer im Goodwood Park.
21:28Auch nicht schlecht.
21:29Der Pool dort
21:30ist bemerkenswert.
21:31Was hast du
21:32in Singapur gemacht?
21:34Ich habe für einen
21:34Börsenmakler gearbeitet.
21:36In West First.
21:37Kenne ich nicht.
21:38Die waren damals
21:39ziemlich gut im Geschäft.
21:40Vor oder nach
21:41deiner Zeit?
21:43Nach den Prämien zu urteilen,
21:44die sie mir gegeben haben,
21:45waren sie sehr zufrieden
21:46mit mir.
21:46Innerhalb eines Jahres
21:47hatte ich eine Abteilung
21:48von 20 Mitarbeitern unter mir.
21:49Das wundert mich nicht.
21:50Du bist ja auch
21:51ein Welling-Off.
21:52Und was hast du
21:53dann gemacht?
21:54Danach bin ich
21:55nach Hongkong gegangen.
21:56Ich wollte sehen,
21:57was ich nach der Rückgabe
21:58Hongkongs an China
21:58für Chancen auftun.
21:59Und?
22:00Haben sie sich aufgetan?
22:02Und wie?
22:03Alle wollten plötzlich
22:03nach China.
22:04Und die meisten
22:05sind über Hongkong gekommen.
22:06Wir haben viel geschuftet,
22:08Massen an Geld verdient
22:09und mindestens
22:10genauso viel gefeiert.
22:11Das war eine
22:12ziemlich wilde Zeit.
22:13Ah, da wäre ich
22:13gern dabei gewesen.
22:14Das Geld stand
22:15gar nicht so sehr
22:16im Vordergrund.
22:16Aber diese Energie,
22:17dieser Thrill.
22:18Das Wasser läuft mir
22:19richtig im Mund zusammen.
22:20Dann wird es ja
22:21Zeit für den nächsten Gang.
22:26Sophia ist ganz schön
22:27ausgerastet,
22:28als sie von unserer Nacht
22:29mit Denise gehört hat.
22:30Ich habe doch
22:30überhaupt nichts erzählt.
22:32Fast nichts.
22:33Jedenfalls nichts Schlimmes.
22:35Na ja, schlimm oder nicht.
22:35Auf jeden Fall war sie
22:36sehr verletzt.
22:37Du weißt doch,
22:38wie schnell sie eingeschnappt ist.
22:39Warum denn?
22:40Nur weil sie einmal
22:40nicht dabei war?
22:41Ich weiß ja auch nicht.
22:42Vielleicht ist sie öfter
22:43nicht dabei und wir
22:44merken es gar nicht.
22:45Ach, Sophia ist eine Mimose.
22:48Mimose?
22:49Die gibt es bei uns
22:50nur als Zimmerpflanzen.
22:51Die vertragen keine Kälte
22:52und sind äußerst empfindlich.
22:56Dann ist mein Vater
22:57die Obermimose.
22:58Nur weil ich euch Fotos
22:59von früher gezeigt habe,
23:00denkt er,
23:01wir hätten uns
23:01ein bisschen lustig gemacht.
23:03Das ist totaler Quatsch.
23:05Na ja, ein bisschen gelacht
23:05haben wir ja schon.
23:07Die sind ja auch schräg,
23:08die Bilder.
23:08Aber trotzdem,
23:09jetzt ist er beleidigt
23:10und macht mir die Hölle heiß.
23:12Bist du eigentlich
23:12auch so empfindlich?
23:14Also ich muss mich ja schon
23:15wundern,
23:15dass du mich sowas
23:16überhaupt fragst.
23:17Also doch.
23:18Nein, natürlich nicht.
23:19Ich bin hart im Nehmen.
23:21Mann, Mann, Mann.
23:22Dann zeig mir,
23:23was deine Kiste drauf hat.
23:30Dann halte schon mal
23:31deine Ohren zu.
23:39Nicht schlecht.
23:44Danke, dass du noch mal
23:45gekommen bist.
23:46Ich hätte dir schon
23:47früher sagen sollen,
23:48dass ich die Adressdatei
23:50so schnell wie möglich
23:50fertig haben will.
23:52Ich hoffe,
23:53ich habe dir deinen Arm
23:54nicht kaputt gemacht.
23:55Das ist doch kein Problem.
23:56Das mache ich doch gerne.
23:59Es wäre natürlich
24:00noch besser gewesen,
24:01wenn du gleich nach dem Treffen
24:02mit Maren Heilmann
24:03zurückgekommen wärst.
24:05Noch besser wäre es gewesen,
24:07Maren Heilmann
24:07überhaupt nicht getroffen zu haben.
24:09Das Einzige,
24:10was sie wirklich interessiert hat,
24:11war mein Parfum.
24:14Hast du denn
24:14so ein besonderes Parfum?
24:16Ach was.
24:17Ich kenne total viele Frauen,
24:18die das tragen.
24:19So.
24:20Ja, eigentlich schon
24:20fast viel zu viele.
24:22Überall treffe ich Frauen,
24:23die diesen Duft verwenden.
24:25Und?
24:25Hat es meinem Mann gefallen?
24:28Ach, so nah sind wir
24:29uns nicht gekommen,
24:30dass er es hätte bemerken können.
24:32Das war sicherlich
24:33ein langweiliger Abend
24:34für dich.
24:36Ich habe mir auf jeden Fall
24:37große Mühe gegeben,
24:38dich so gut wie möglich
24:39zu vertreten.
24:41Ja.
24:43Mein Mann war auch
24:44sehr zufrieden mit dir.
24:46Er meinte,
24:48man hätte das Gefühl gehabt,
24:49du seist schon immer
24:50auf Bankempfänge gegangen.
24:53Er ist eben
24:54ein echter Gentleman.
24:57Du bist wirklich
24:57um dein Glück zu beneiden.
24:59Ihr seid ein tolles Paar.
25:02Er hat gemerkt,
25:03wie anstrengend
25:04der Abend für mich war
25:05und hat mir sogar als Dank
25:06einen Blumenstrauß geschickt.
25:09Wie aufmerksam.
25:10Mhm.
25:12Und gestern Abend
25:13hast du dich dann
25:13um deine Großmutter gekümmert?
25:16Ja.
25:21So für dich.
25:23Das ist aber
25:24eine nette Überraschung.
25:25Na?
25:26Wie geht's dir?
25:27Viel zu tun wie immer.
25:29Und dir?
25:30Och.
25:31Alle wollen,
25:32dass ich mich schone.
25:33Dabei bin ich gerade
25:33voller Energie.
25:35Nutz das aus,
25:36solange du kannst.
25:37Bald wirst du sowieso
25:38kürzer treten müssen.
25:39Ja,
25:40ein bisschen Zeit
25:40habe ich ja noch.
25:44Weißt du,
25:44meine Projekte
25:45fehlen mir jetzt schon.
25:47Ich hätte die Krankenstation
25:48gern weiter betreut.
25:50Ich habe dort
25:50so viel aufgebaut.
25:52Und die Menschen
25:53aus der Umgebung
25:53vertrauen mir.
25:55Krankenstation kann ja
25:56Ariane übernehmen.
25:57Wie meinst du das?
25:59Sie engagiert sich doch
25:59jetzt für Charity-Projekte.
26:02Wenn man so viel Zeit hat
26:03wie sie.
26:04Sie hilft gern anderen
26:05und dabei auch sich selbst.
26:06Ist doch ideal.
26:08Ich finde den Grund,
26:09warum man helfen möchte,
26:10nicht so wichtig.
26:11Ich finde es nur wichtig,
26:12dass man hilft.
26:13Vermutlich hast du recht, ja.
26:16Aber ich glaube,
26:17Afrika wäre zu hart für sie.
26:23Wie wichtig mir hier alle sind.
26:25Es sind die Begegnungen
26:26mit Menschen,
26:27die das Leben
26:28lebenswert machen.
26:54Was kochst du denn da?
26:56Arabische Herbstsuppe.
26:57Und was ist da alles drin?
27:00Mangold,
27:01Blattspinat.
27:03Verdammt gut.
27:06Fehlt nur noch die Würze.
27:08Darf ich dir ein bisschen zugucken?
27:13Ein ganz kleines bisschen.
27:15Naja, warum eigentlich nicht?
27:16Du kannst mir sogar helfen.
27:18Okay.
27:19Ich brauche geriebene Zitronenschale.
27:22Und dafür brauche ich?
27:23Eine Reibe hinten im Regal
27:25und eine Zitrone da vorne entkörbt.
27:30Was machst du denn hier?
27:32Zu Bärbel den Job wegnehmen?
27:34Sophia hilft mir beim Kochen.
27:36Das ist die beste Therapie
27:37gegen schlechte Laune.
27:39Also ich finde,
27:40Kochen hat was von Hausmütterchen.
27:43Hey, junge Frau, Vorsicht.
27:44Oder findest du etwa,
27:45dass ich aussehe wie ein Hausmütterchen?
27:48Na ja, ein bisschen was Hausmütterliches
27:50hast du schon an dir.
27:51Siehst du?
27:53Hey, passt auf, was er sagt.
27:55Sonst gibt es in Zukunft
27:56nur noch rohe Zwiebeln für euch.
28:03Was ist denn los?
28:05Du wirkst so angespannt.
28:11Du hattest etwas mit Alexander,
28:13während ich auf der Messe war.
28:18Das ist jetzt nicht dein Ernst,
28:19dass du das glaubst.
28:20Und ob?
28:23Das enttäuscht mich jetzt sehr.
28:25Ja, und mich erst.
28:27Dass du sowas überhaupt
28:28von mir denken kannst.
28:30Ich arbeite hart für dich.
28:33Ich bin immer für dich da
28:34und du unterstellst mir sowas.
28:36Was machst du da?
28:37Ja, wonach sieht's aus?
28:38Ich packe.
28:39Mehr hast du mir nicht zu sagen?
28:41Was soll ich denn
28:41zu so einer Unterstellung noch sagen?
28:44Ich dachte, wir wären
28:45ein tolles Team.
28:46Ich hab sogar geglaubt,
28:47wir könnten Freundinnen werden.
28:49Aber du machst alles kaputt.
28:51Du kannst du jetzt nicht einfach...
28:53Was kann ich nicht?
28:54Du kannst mich nicht einfach
28:55so stehen lassen.
28:56Und ob ich das kann?
28:57Ich kann sogar noch viel mehr.
28:58Was meinst du?
28:59Das ist doch wohl sonnenklar,
29:00so wie du mich behandelst.
29:02Aber...
29:03Ich kündige.
29:12Dein Verdacht,
29:13dass ich etwas mit Kathi Neubauer hatte,
29:15ist völlig unbegründet.
29:16Du behauptest also,
29:17dass du nicht in der Wohnung warst?
29:19Dann muss ich mir wirklich
29:20die Putzfrau vorknüpfen.
29:22Naja,
29:23immerhin scheint meine Putzfrau
29:25einen ziemlich guten Geschmack zu haben.
29:27Sie öffnet mal eben
29:28eine Flasche von dem teuersten Champagner
29:30und trinkt ihn halb leer.
29:31Maren,
29:32ich war in unserer gemeinsamen Wohnung
29:34und ich habe ein Glas Champagner getrunken
29:37und geduscht.
29:39Aber ich war allein.
29:42Und das soll ich dir glauben?
29:44Die letzten Tage haben mich so
29:46aufgewühlt.
29:47Das plötzliche Auftauchen von Pascal
29:49hat mich um 30 Jahre zurückgeworfen.
29:52Ich musste mich plötzlich fragen,
29:54ob sich mein Leben wiederholt.
29:56Wie meinst du das?
29:58Damals habe ich Constanze
29:59für Ariane verlassen.
30:00und jetzt habe ich dich.
30:03Und jetzt überlegst du...
30:05Bitte nicht.
30:07Ich bin so durcheinander.
30:09Aber...
30:10Ich brauchte einfach einen Ort,
30:12wo ich in Ruhe
30:13über alles nachdenken konnte.
30:15Allein.
30:17Und warum hast du mich
30:18dann ins Hotel bestellt?
30:20Ich wollte dich groß ausführen
30:22und mit dir einen schönen Abend verbringen.
30:24Aber ich habe wohl
30:25etwas zu lange nachgedacht.
30:27Als ich ankam,
30:29warst du schon fort.
30:31Und wieso erzählst du mir
30:32diese dumme Geschichte mit der Putzfrau
30:34und dass du dich mit Pascal getroffen hast?
30:36Ich brauchte einfach eine Ausrede,
30:38weil ich plötzlich so sentimental geworden bin.
30:40Das war mir peinlich.
30:43Aber das hätte ich doch verstanden.
30:46Weißt du das denn nicht?
30:47Ich war mir nicht sicher.
30:49Aber wenn du es verstehst,
30:52ist...
30:53immer noch Zeit dafür.
30:55Jetzt.
30:59Sophia?
31:00Was ist?
31:02Warum glaubst du mir nicht?
31:04Dass ich den Abend mit Eddie und Denise verbracht habe,
31:06war wirklich reiner Zufall.
31:07Kommt leider öfter vor, dein Zufall.
31:10Warum fühlst du dich eigentlich immer so ausgeschlossen?
31:12Weil ich es bin?
31:14Bist du nicht.
31:15Jedenfalls nicht absichtlich.
31:17Es ist schön, dich dabei zu haben.
31:19Vorbei denn.
31:20Na, die Idee, mir mit dem Laub zu helfen,
31:21war doch super.
31:25Ich weiß nicht.
31:27Ich kam mir lächerlich vor,
31:28als ob ich mich aufdringe.
31:29Tust du doch nicht.
31:30Das war total nett von dir.
31:32Hör mal.
31:34Ich muss die vollen Laubsäcke
31:35mit dem Trecker hinsammeln.
31:37Hast du das mitzukommen?
31:40Okay, ich komm mit.
31:41Ich wollte mit dem Ding
31:42schon immer mal rumkurven.
31:44Aber ganz ohne ist das auch nicht.
31:47Dafür bin ich wieder zu jung, was?
31:49Ich will es mich eben doch nicht dabei haben.
31:51Doch, klar.
31:52Komm, ich zeig dir, wie es geht.
31:53Los.
31:54Okay.
31:58Mist.
31:59Na, so fleißig.
32:02Ich gebe nur ein paar Adressen
32:04in den Computer.
32:05Von der Messe.
32:06Was hältst du davon,
32:07wenn ich dir...
32:10Wenn ich dir Gesellschaft leiste?
32:14Vielen Dank.
32:17Gesellschaft kann ich im Moment gut gebrauchen.
32:20Machst du Hilfe damit?
32:21Ich bin ein guter Tipper.
32:23Danke.
32:24Das schaffe ich schon.
32:30Warum lässt du das nicht
32:31deiner Assistentin machen?
32:33Kathi ist schon zu Hause.
32:34Aha.
32:35Wir teilen uns die Arbeit.
32:37Dann geht's schneller.
32:38Sehr gut.
32:40Wie ich schon gesagt habe,
32:41Regel Nummer eins,
32:41man soll sich nie ganz und gar
32:42von jemandem abhängig machen.
32:45Oder sich blind auf andere verlassen.
32:47Regel Nummer zwei.
32:50Auf dich würde ich mich
32:50allerdings jederzeit verlassen.
32:52Aber jede Regel hat ja ihre Ausnahme.
33:00Der orange Hebel ist das Gas.
33:02Und rechts daneben,
33:04ja, rechts daneben ist die Bremse.
33:06Und der Kippschalter hier vorne ist die Hupe.
33:10Am besten du fängst erst mal ganz langsam an,
33:11bis du dich dran gewöhnt hast.
33:12Okay, alles klar.
33:16Das läuft doch schon ganz gut
33:18für den Anfang.
33:19Natürliche Begabung.
33:23Sag mal, wie schnell fährt denn das Teil?
33:25Keine Ahnung.
33:26Aber ich würde auf keinen Fall
33:27damit in den Urlaub fahren.
33:29Hallo, ihr beiden.
33:30Probt ihr für die Formel 1?
33:32Darf ich vorstellen?
33:33Michaela Schumacher.
33:34Na, dann bin ich ja mal gespannt,
33:36ob Michael Eder jetzt
33:37die letzten Pferdestärken
33:38aus seinem Rasenmäher tritt.
33:44Achtung!
33:45Eddie, geh doch weg!
33:46Eddie!
33:47Bremsen!
33:48Recht ist mit deinem Recht!
33:53Alles okay?
33:56Mir geht's prima.
33:58Hör mal nicht mal hier
33:59um Frau Schumacher.
34:04Sophia!
34:08Hallo.
34:09Herr Wellinghoff,
34:09haben Sie kein Zuhause?
34:11Ich wollte nur mal
34:11nach deiner Großmutter sehen.
34:13Wie geht's ihr denn?
34:13Mir geht's prima.
34:15Du hast es ja,
34:16sie meinte, es geht ihr bestens.
34:17Kommen Sie.
34:18Und essen Sie mit uns.
34:20Oh, vielen Dank,
34:20aber ich bin wirklich nur auf dem Sprung.
34:22Ich wollte mich nur kurz erkundigen.
34:23Also, jetzt setzen Sie sich
34:24schon einen Moment zu uns.
34:26So lange dauert es nicht,
34:27einen kleinen Happen zu essen.
34:29Ist ja immer so kompliziert.
34:32Manchmal.
34:34Sie haben mich schon dreimal besucht.
34:36Lassen Sie sich diesmal
34:37wenigstens mit einem Essen belohnen.
34:39Dann kann ich wohl nicht Nein sagen.
34:46Dankeschön.
34:52So gefallen Sie mir schon viel besser.
34:59Pass auf,
35:00ich fahre dich jetzt in die Stadt
35:01und dann bringe ich dich noch nach Hause.
35:03Hört mal,
35:03ich muss wirklich nicht zum Arzt.
35:05Wer muss hier zum Arzt?
35:08Niemand.
35:08Und was ist passiert?
35:11Ach,
35:13der Rasenmäher hat gebockt
35:15und ich bin ausgewichen
35:17und habe mich dummerweise hingelegt.
35:20Seit wann haben Sie Schwierigkeiten,
35:21mit dem Rasenmäher umzugehen?
35:23Meine Stiefel waren nass
35:24und da bin ich abgerutscht
35:25und es tut mir leid.
35:27Ich bin ja selber schuld,
35:28ich hätte da nicht im Weg stehen müssen.
35:30Außerdem hat Sven
35:31bleiben Sie schon längst
35:31bei mir entschuldigt.
35:36Ich gehe einfach nach Hause,
35:37lege mich ein bisschen hin,
35:39morgen bin ich wieder topfit.
35:41Das nächste Mal
35:42passt die aber besser auf.
35:44Jeder von euch.
35:57Sie sehen müde aus.
35:59Willst du dich einen Moment hinlegen?
36:00Ach, ja, ja.
36:02Er wollte mich ja bloß loswerden,
36:04aber ich bin wirklich ziemlich k.o.
36:09Was, ja?
36:11Willst du mich ins Bett bringen?
36:12Ja.
36:14Und dein Besuch
36:15soll hier allein rum sitzen?
36:16Der kommt doch mal
36:17ein paar Sekunden allein zurecht.
36:21Aber
36:23dann musst du mir
36:24auch eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen.
36:41Oh, scheiß Mailbox.
36:45Wie ist es, ihn zu sehen?
36:47Es ist, als ob wir zusammengehören.
36:50Tut ihr aber nicht.
36:52Nur weil Judith schwanger ist,
36:53sonst wären wir schon längst zusammen.
36:56Dann gehen wir schnell wieder zu ihm.
36:59Mach ich.
37:03Erhol dich ein bisschen, ja?
37:08Alexander, hier ist Kathi.
37:10Ruf mich mal zurück.
37:11Es ist dringend.
37:14Sie muss sich unbedingt durchchecken lassen.
37:17Ich arbeite daran.
37:21Wenn es jemand schafft, dann du.
37:31Ich wünschte, wir könnten
37:32jeden Abend so gemeinsam verbringen.
37:37Spät, du musst gehen.
37:39Ja.
37:44Was ist mit dir los?
37:46Frag nicht.
37:48Ist was schiefgegangen?
37:50Das kann man wohl sagen.
37:56Wie es aussieht,
37:57brauchst du deine Energie
37:58heute für die Familie.
38:02Mach's gut.
38:22Wenn er nur bleiben könnte.
38:25Wenn ich mit ihm meine Sorgen teilen könnte.
38:30Wenn Judith nicht schwanger geworden wäre.
38:32Wenn wir uns früher kennengelernt hätten.
38:35Wenn, wenn, wenn.
38:48Guten Morgen, Oliver.
38:50Was machst du denn hier?
38:51Sie ist ja fast noch vor dem Aufstehen.
38:52Ja, guten Morgen.
38:53Ich wollte kurz mit Matthias sprechen.
38:55Er ist unterwegs.
38:56Brauchst du was?
38:58Ach, ich weiß nicht.
39:00Oliver, was ist denn?
39:02Hm, nichts.
39:04Du machst dir Sorgen wegen Bianca, ist es das?
39:07Wie kommst du denn jetzt darauf?
39:10An deiner Stelle,
39:11ich würde mir Sorgen machen.
39:14Jetzt geht sie plötzlich fort,
39:15dann kommt sie noch viel plötzlicher wieder.
39:18Und jetzt machst du auch noch einen
39:19auf Resozialisierung.
39:22Hat Matthias dir erzählt, dass...
39:24Ja.
39:25Dass Bianca im Gefängnis war.
39:27Ja.
39:29Das sollte eigentlich unter uns bleiben.
39:31Es gibt eben Menschen,
39:32die keine Geheimnisse voreinander haben.
39:36Oliver, warum hast du sie zurückgeholt?
39:39Wolltest du dich damit freikaufen?
39:41Was bitte soll denn freikaufen heißen?
39:44Verstehst du wirklich nicht,
39:45was ich damit meine?
39:48Ach, Tina.
39:51Ich...
39:53Ich kann sie doch jetzt nicht einfach alleine lassen.
39:55Du erleichterst damit dein Gewissen.
39:57Und belastest übrigens das Gewissen anderer.
39:59Ich fühle mich jedes Mal furchtbar,
40:01wenn ich Judith gegenüberstehe.
40:03Ich will nicht lügen.
40:05Das musst du auch nicht mehr.
40:06Zwischen Bianca und mir ist doch alles vorbei.
40:10Jetzt guck nicht so betröppelt.
40:13Ich mache uns erst mal einen Kaffee.
40:16Vielleicht haben wir dann einen Geistesblitz.
40:18Ach, schön wär's.
40:22Aber ich glaube nicht mehr dran.
40:26Ich habe so lange nach einer Lösung gesucht.
40:36Ja, bitte?
40:39Möchtest du noch was?
40:40Nein, danke.
40:41Das war wunderbar.
40:45Seit ich schwanger bin, habe ich wenigstens kein schlechtes Gewissen mehr,
40:48wenn ich morgens mal länger schlafe.
40:50Ausschlafen ist toll.
40:51Oliver ist schon vor einer Stunde in die Bank gefahren.
40:53Er scheint ihn richtig zu beflügeln, dass er Vater wird.
40:56Ist schon merkwürdig.
40:58Wie man manchmal Sachen völlig falsch einschätzt.
41:01Ich hätte beinahe einen Riesenfehler gemacht.
41:04Inwiefern?
41:05Als ich Oliver erzählt habe, dass ich schwanger bin, war am Anfang ganz komisch.
41:10Fast ablehnend.
41:12Vielleicht war er überfordert.
41:14Aber ich habe das so gedeutet, als ob er für ein Kind einfach noch nicht bereit wäre.
41:17Ja, es war ja auch nicht geplant, dass ich schwanger werde.
41:21Was ist da ein Fehler?
41:24Ich hatte ein schrecklich schlechtes Gewissen.
41:29Und dann...
41:32Ich habe ihn tatsächlich gefragt, ob ich abtreiben soll.
41:37Und damit habe ich ihn erst richtig schockiert.
41:41Er will das Kind unbedingt.
41:50Ich wäre gestern Nacht so gerne bei dir geblieben.
41:53Weißt du was? Sei einfach still. Ich kann gerade nichts mehr hören.
41:56Hängt er nicht vor einer Aussägen mit Mr. Wellinghoff mal wieder schief?
41:59Du hast wirklich ein unsägliches Talent, mir alles im Leben zunichtet zu machen.
42:03Darf man fragen, was genau du damit meinst?
42:05Verpiss dich.
42:07Überflüssig, das machst du doch gerade.
42:09Ich weiß von Matthias über deine Zeit im Gefängnis.
42:17Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:18Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:18Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:18Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:19Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:19Ich weiß von Gott, wie du doch gerade.
42:19Vielen Dank.