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  • vor 9 Stunden

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🎈
Spaß
Transkript
00:00Musik
00:53Wenn ich mir das recht überlege, dann hätten Sie mich auch eine Stunde später abholen können.
00:59Wenn wir nämlich noch fertig waren mit den Fensterleden.
01:02Das müssten Sie dann im Hebt erklären.
01:05Kein Problem.
01:06Kennen Sie diesen Moosthaler?
01:08Ja, ja. Das ist einer, der gern den ganzen Tag mit dem Charivari rumläuft.
01:16Charivari? Geht es ein bisschen weniger? Kryptisch, bayerisch?
01:20Ein Charivari ist der traditionelle bayerische Männerschmuck.
01:24So eine silberne Brotzketten mit Anhänger am Bauch.
01:26Was ich damit sagen will, ist, dass der Moosthaler ein Großkopfer da ist, der gern mit seinem Diridari angibt.
01:32Mit seinem Geld brotzt.
01:34Na ja, der hat es vom Braumeister zum Brauereibesitzer gebracht.
01:38Und hat sich natürlich gleich ein Schloss kaufen müssen.
01:41Wenn auch ein sehr schönes.
01:44Nur sein Hochmut übertrifft sein Bankunter.
01:48Sein Größenwahn.
01:56Wo bleiben Sie denn?
01:58Nur mit der Ruhe, fräer Doktor. Alles braucht seine Zeit.
02:01Rosenheim ist nicht an einem Tagebauer.
02:04Guten Tag.
02:05Hallo.
02:08Die Verwandten fanden ihn kurz nach dem Sturz. Das war 8.25 Uhr. Todeszeitpunkt 5 Minuten eher.
02:15Selbstbrot?
02:17Abgesehen von den Verletzungen vom Sturz konnte ich keine äußere Gewalteinwirkung feststellen.
02:22Kommt da noch ein Aber?
02:24Warum das Toilettenfenster? Es gibt doch noch so viele andere Fenster.
02:30Stimmt.
02:32Na ja, vielleicht wollte er kurz vor dem Ende seine Ruhe haben.
02:34Es heißt ja nicht umsonst stilles Örtchen.
02:37Da gibt es noch was.
02:40Das hat die Spurensicherung gefunden.
02:43Haare?
02:44Ja.
02:45Keine menschlichen. Sie sind doch in der Kleidung des Toten zu finden.
02:50Ich kümmere mich drum.
02:51Danke, Frau Doktor.
02:53Und wir schauen uns den fürstlichen Lokus an, die Schlosslatrine.
02:58Tschüss.
02:58Au.
03:03Herr Lund?
03:04Ja?
03:04Wann melden Sie sich eigentlich mal um?
03:10Haben Sie das nur immer nicht gemacht.
03:12Nein.
03:25Nein.
03:26So leicht kann man hier niemanden rausschubsen.
03:28Wenn es Mord war, dann müsste die Leiche irgendwelche Spuren äußerer Gewalteinwirkung aufweisen.
03:33Oder wir hätten Kampfspuren, aber danach sieht es wirklich nicht aus.
03:36Vielleicht ist er ja doch freiglich gesprungen.
03:38Das glaube ich nicht.
03:41Frau Kern hat schon recht.
03:42Hier gibt es so viele Fenster.
03:45Warum ausgerechnet das Toilettenfenster?
03:47Ach.
03:48Ist doch irgendwie würdelos.
03:49Wenn er tot ist, ist ihm die Würde wurscht.
03:52Das stimmt schon, aber Selbstmordern legen großen Wert darauf, was die Hinterbliebenen über
03:56sie denken.
03:57Deswegen sind viele Selbstmord so theatralisch.
03:59Denken Sie daran, was sie mir über den Mann erzählt haben, also das mit dem Scharivari
04:02und so, ja?
04:03Er war offenbar ein eitler Protz.
04:06Man sollte die Eitelkeit der Menschen nicht unterschätzen, auch bei ihrem Abgang nicht.
04:09Da haben Sie recht.
04:13Sie sind die Kommissare?
04:14Ja.
04:15Grüß Gott.
04:16Hofer, mein Kollege Lind, Külper Rosenheim.
04:19Ich bin Anna Mostaller, die Schwester des Verstorbenen.
04:23Die anderen warten in der Halle.
04:25Wie komme ich zur Halle?
04:26Durch die Tür, den Gang entlang und dann rechts.
04:31Mein Beileid, Frau Mostaller, ich muss Ihnen leider ein paar Fragen stellen.
04:35Geht das?
04:36Natürlich.
04:37Wann haben Sie Ihren Bruder zum letzten Mal gesehen?
04:40Heute Morgen, als ich ihm sein Frühstück brachte.
04:42Wo war das?
04:43In seinem Arbeitstimmer.
04:45Können Sie uns das mal anschauen?
04:46Bitte?
05:05Ah, guten Abend. Guten Morgen.
05:08Morgen.
05:09Also, folgendes.
05:10Das ist der Sohn vom Toten, der Herr Theo Mostaller.
05:14Das ist die Tochter von Herrn Mostaller, also vom verstorbenen Herrn Mostaller, die Frau Malis Mostaller.
05:21Und die andere Tochter, die Sabine Mostaller, die hat nicht mehr warten können, die ist schon runter zu Ihren Viechern
05:26gegangen, also zu den Tieren.
05:29Und dann gibt es noch eine jüngere Schwester vom verstorbenen Herrn Mostaller, die Frau Anna Mostaller.
05:34Diese Frau Mostaller habe ich schon kennengelernt. Danke, Herr Mostaller.
05:36Ah ja.
05:37Vielen Dank.
05:38Gerne.
05:41Ja, guten Morgen, Lind.
05:43Grüß Sie gutschen.
05:44Mein Beileid zum Tod Ihres Vaters.
05:46Danke.
05:50Ich müsste Ihnen trotzdem ein paar Fragen stellen, also...
05:54Wo waren Sie denn, als sich der Vorfall ereignet hat?
05:59Ja, ich war auf meinem Zimmer.
06:01Und ich war in meinem Trainingsraum, einen Stock höher.
06:05Und wer hat ihn gefunden?
06:09Ich...
06:10Ich habe schreie gehört und bin zur Toilette nachschauen gegangen.
06:14Warum zur Toilette?
06:15Ja, auf dem Gang war niemand.
06:19Da habe ich auf der Toilette nachgeschaut.
06:20Und die Tür war ja nicht verschlossen?
06:23Nein, die war nicht verschlossen.
06:28Und dann?
06:32Ja, ich habe dann mein Fenster rausgeschaut.
06:35Mein Vater hat rund liegen gesehen.
06:38Ja, das war's dann.
06:41Warum haben Sie aus dem Fenster geschaut?
06:43Ja, warum nicht?
06:43Sie sagten, Sie haben Schreie gehört, sind zur Toilette gelaufen.
06:46Da war niemand.
06:47Und Sie vermuten sofort, dass jemand aus dem Fenster gefallen ist?
06:50Sie sind ja ein ganzer Spitzwindiger.
06:53Kriege ich eine Antwort?
06:56Äh...
06:56Ja, ich weiß nicht, warum ich rausgeschaut habe.
06:57Keine Ahnung, nicht?
06:59Ich habe jetzt rausgeschaut und...
07:00ihn rund liegen gesehen.
07:03Ja, dann sind sie dann dazugekommen.
07:06Wir sind runter in den Hof.
07:09Danach hat dann die Polizei gerufen und...
07:11Ja, das war's dann.
07:13Und Sie haben die Schreie auch gehört?
07:15Ja.
07:16Ich bin da gleich runtergekommen.
07:18Was haben Sie im Trainingsraum gemacht?
07:21Na, trainiert.
07:22Ich habe meine Pilatesübungen gemacht.
07:26Äh...
07:26Darf ich Ihnen vielleicht was zum Trinken anbieten?
07:29Nein, danke.
07:32Das wäre sein Arbeitszimmer.
07:34Mhm.
07:35Das war sein Frühstück?
07:37Ja, lauwarme Milch und Kekse.
07:39So Frühstück...
07:40So hat er jeden Tag gefrühstückt.
07:42Mhm.
07:43Was hat er gemacht, wie Sie ihm das Frühstück gebracht haben?
07:45Er hat mit einer seiner Freundinnen telefoniert.
07:49Der hat mehrere gehabt?
07:50Ja.
07:51Alles junge Damen, die bei großzügigen Geschenken gerne darüber hinweg sahen, dass Konrad schon über 60 war.
07:57Mhm.
07:58Und das war der Arbeitsplatz hier.
08:00Von hier aus hat er den Betrieb geleitet?
08:04Ja, mehr oder weniger.
08:05In der Brauerei ließ er sich kaum noch blicken.
08:08Mhm.
08:09Gibt's noch andere Computer im Haus?
08:11Marlies und Theodor haben einen.
08:13Und ich habe einen Laptop.
08:15Was meinst du?
08:17Nein, ausleeren.
08:18Dann warten Sie bitte, bis die Spurensicherung durch ist.
08:22Ja, als Sie ihm das Frühstück gebracht haben, war er irgendwie anders als sonst?
08:26Nein, wie immer.
08:28Mürrisch. Herrisch.
08:30Er hat sich über die Kekse beschwert, weil die nicht seine Marke waren.
08:34Sonst kriegt er Lord Barrymore aber die weinen aus.
08:36Und das ist ihm auch gleich auf die Laune geschlagen.
08:38Aber schlechte Laune war bei ihm sowieso in der heutigen Stadt.
08:42Hat er deshalb diese ganzen Stimmungsaufheller genommen?
08:45Er war depressiv.
08:46Nicht direkt. Er hatte Angst davor, depressiv zu werden.
08:51Wie bitte?
08:52Er hat all das Zeug genommen, weil er Angst hatte, depressiv zu werden.
08:56Das Alter, Herr Kommissar. Er hatte Angst vor dem Alter.
09:00Errektile Dysfunktion.
09:03Und den Folgen.
09:08So.
09:11Ja.
09:14Überprüfen Sie das nochmal.
09:15Danke.
09:17Guten Tag.
09:20Mein Name ist Lind.
09:22Gipo Rosenheim.
09:24Sabine Moosthaler. Tut mir leid, dass ich Ihre Befragung geschwälzt habe.
09:27Aber meine Tiere geben mir nun mal meinen Zeitplan vor.
09:31Und heute Morgen, zwischen 8.15 Uhr und 8.30 Uhr, waren Sie da auch mit Ihren Tieren zugange?
09:37Ich bin ausgeritten.
09:39Allein?
09:41Ja. Sie fragen, als ob ich ein Alibi bräuchte.
09:50War es denn kein Selbstmord?
09:54Wie verstanden Sie sich mit Ihrem Vater?
09:56Ich will es mal so sagen.
09:59Er verstand sich mit keinem von uns.
10:01Am ersten noch mit Theo.
10:03Warum?
10:05Er sah in uns nur Schmarotzer.
10:07Speziell Marlies und mich.
10:09Er hat es uns nie verziehen, dass wir nach Mamas Tod sofort ins Ausland gegangen sind.
10:13Marlies nach Amerika und ich war lange Zeit in Afrika.
10:17Und weshalb sind Sie zurückgekommen?
10:19Ich will ein Tierheim einrichten.
10:24Was hielt Ihr Vater von der Idee?
10:26Gar nichts.
10:27Aber er ließ mich machen.
10:31Sie haben meine Frage noch nicht beantwortet.
10:35Nein, wir glauben nicht an Selbstmord.
10:41Mord?
10:43Wissen Sie, mein Bruder Konrad und ich, wir stammen aus sehr einfachen Verhältnissen.
10:46Unser Vater war Herrenfriseur und die Mami war Hausfrau.
10:50Konrad litt schon seitdem ich denken kann darunter.
10:53Dass mein Vater Friseur war?
10:54Ja.
10:55Er wollte schon immer groß hinaus.
10:57Und er hatte einen guten Riecher.
10:59Fürs Geld und fürs Geschäft.
11:02Bei ihm, da blieb das Geld einfach an den Händen kleben.
11:04Kennen Sie so etwas?
11:06Leider nicht, das eigene Schaum.
11:08Als er dann mit dem Moosthaler Prelatenbier die Millionen scheffelte,
11:12da musste er natürlich gleich ein Schloss kaufen.
11:14Ein Schloss mit einer Bibliothek, Gemälden, Geweihen.
11:18In diesem Flügel hier.
11:21Wie ein Kodako?
11:24Sie spielen Klavier?
11:27Wie verlief ihr die berufliche Karriere?
11:30Wie flacher.
11:31Ich arbeitete als Schuhverkäuferin.
11:35Als Sonja, die Frau von Konrads Stab, holte er mich aufs Schloss.
11:40Naja.
11:42Er brauchte jemand, der die Hausarbeit macht.
11:47Hier ist mein Zimmer.
11:49Kommen Sie.
11:51Danke.
11:55Warum wollt Sie denn eigentlich mein Zimmer durchsuchen?
11:57Ach, das ist reine Routine.
11:58Wir durchsuchen alle Zimmer.
12:04Sie machen mir doch keine Unordnung, hm?
12:06Auf keinen Fall.
12:07Es wird auch kein einziges Ihrer schönen Paar Schuhe fehlen.
12:10Das ist ein Tick von mir.
12:13Brauchen Sie mich noch?
12:15Sonst würde ich Konrads Dahmen informieren.
12:17Sonst tauchen die noch hier auf.
12:18Dann hat es zu.
12:19Kein Problem.
12:20Super, danke.
12:45Und?
12:46Hast du was?
12:48Wie weit ist die Spurensicherung?
12:51Ja, du, das dauert.
12:52Du, sei so gut und veranlasst, dass im ganzen Schloss die Computer zur KTU gebracht werden, ja?
12:56Das kann aber auch dauern.
12:58Das ist ja kein Einfamilienhaus.
13:00Du, hast du das Stiegenhaus gesehen?
13:01Das führt direkt hinauf zu einem Badezimmer und dann zu einer Wendeltreppe in einen Wintergarten.
13:06Jetzt frage ich dich, was machen die den ganzen Tag?
13:08Bist fertig.
13:09Ja.
13:09Ja, dann mach los.
13:15Was halten eigentlich Ihre Geschwister von dem Tierheimprojekt?
13:19Sie sind begeistert.
13:21Marlies möchte das Schloss für ihr Fitnesszentrum und Theodor möchte ein Schlosshotel rausmachen.
13:28Wird spannend.
13:30Gibt es ein Testament?
13:32Sicher.
13:33Auch das wird spannend.
13:36Na komm.
13:37Komm.
13:41No, no, no, there you are on the woodway.
13:43Now the times have changed.
13:46Yes.
13:47Ah.
13:49Sorry, sir, I have to cut.
13:50Yes, we'll see you next week.
13:52Thank you very much.
13:53Bye-bye.
13:55Sauberes Filzenglisch.
13:56Mit Ihrem Woodway haben Sie einen Partner hier ganz schön auf den Holzweg geschickt.
13:59Was?
14:00So was versteht doch ein Engländer nicht.
14:03Das sind Amis.
14:04Die verstehen alles, wenn es ums Geschäft geht.
14:06Das ist natürlich ganz was anderes.
14:09Ein kühles Moosdorfer, Herr Hofer?
14:10Das sag ich nicht nein.
14:14Bitteschön.
14:14Dankeschön.
14:17Prost.
14:18Prost.
14:22Mmh.
14:24Ein feines Bier.
14:26Wahre Braumeisterkunst.
14:28Apropos.
14:29Wie lange arbeiten Sie schon für Ihren Vater als Braumeister?
14:32Hm.
14:33Schon ein Weilchen.
14:35Als ich von der Schule geflogen bin, hat er gemeint, jetzt machst du was Sinnvolles.
14:39Und hat mich gleich leer aufs Auge gedruckt.
14:41Ja.
14:41Das war's dann.
14:42Hätten Sie ursprünglich lieber was anderes gemacht, hm?
14:45Nein, passt schon.
14:47Und?
14:48Wie war die Zusammenarbeit?
14:50Hm.
14:51Zusammenarbeit.
14:55Ich hab mich gekümmert und er hat bestimmt.
14:57Hört sich nach Ärger an.
15:00Ach, wissen Sie, mit dem gab's immer Remedemi.
15:02Er hat gemeint, er hat die bessere Nase fürs Geschäft und meine wird gerade fürs Bier taugen.
15:06Als dann der Absatz von so einem prallerten Bier im Boden geracht ist, da wollte ich, dass
15:10wir den Amelmarkt ins Visier nehmen.
15:11Ah, deshalb das Telefonat gerade eben.
15:13Ja, genau.
15:14Er hielt's für eine ziemliche Schnappsidee.
15:17Wie alles, was von mir gekommen ist.
15:20Na ja, Obersticht unter.
15:21So ist das nun mal.
15:22Jetzt nimmer.
15:23Und Sie haben ja auch schnell gehandelt.
15:25Das Eisen muss geschmiedet werden, solange es noch heiß ist.
15:28Kann man nicht leisten, zu warten, bis mein Vater beerdigt ist.
15:31Ich bin Geschäftsmann.
15:32Jetzt schon.
15:36Jetzt kriege ich es bitte, woraufs Nase wollen.
15:39Sie glauben doch nicht im Ernst, dass Ihnen mein Vater das Anderen hat, nur um ins Geschäft
15:42zu kommen.
15:44Besonders viel Trauer kommt mir bei Ihnen nicht entgegen.
15:47Ich bin kein Heuchler nicht.
15:48Und ich bin auch kein Mörder.
15:50Und stellen Sie sich vor, Herr Hofer, ich bin traurig.
15:54Ich habe meinen Vater nämlich gemacht.
15:57Obwohl er sich immer mehr zum Idioten gemacht hat mit all den Schlampen.
16:01Auf jeden Fall können Sie jetzt in der Firma schalten und walten, wie Sie wollen.
16:06Das glauben auch bloß Sie.
16:08Da wollen meine Schwestern sicher auch noch ein Wörtchen mitreden.
16:11Und die reden laut.
16:12Das können Sie mir glauben.
16:13Verstehen die was von mir?
16:15Ja, freilich.
16:16So viel wie eine Kuh vom Fliegen.
16:22Äh, Frau Mosterle.
16:28Was wollen Sie?
16:29Entschuldigen Sie bitte die Störung, aber ich muss Ihnen kein Bild damit nehmen.
16:32Wieso das?
16:33Schau mal, Anweisung.
16:36Ich benötige ihn aber.
16:38Es tut mir leid, aber das muss sein.
16:48Ich möchte erst mit Ihrem Vorgesetzten reden.
16:51Schauen Sie, Frau Mosterle.
16:55Sie wollen doch keine Angst zu haben.
16:58Ich tue Ihnen schon nichts.
16:59Schauen Sie, Frau Mosterle.
17:01Wenn ich jetzt gehe und einen von meinen Vorgesetzten hole, dann hätten Sie doch rein theoretisch die
17:06Möglichkeit und könnten ganz wichtige Daten aus dem Computer löschen.
17:10Also seien Sie mir nicht böse, aber mein Misstrauen ist rein beruflicher Natur.
17:12Aber ich mache Ihnen einen Vorschlag.
17:15Ich bleibe hier, ich rühre mich nicht vom Fleck und Sie suchen einen von meinen Vorgesetzten.
17:20Den einen erkennen Sie ja eh schon und der andere, der ist, ja, der ist eigentlich nicht zum Übersehen.
17:25Der ist schon, dass wir, so.
17:33Aber nichts anfassen.
17:36Nein.
17:43Warum beschlagnahmen Sie unsere Computer?
17:45Sie gehen von Mord aus, Marius.
17:47Was?
17:48Herr Hofer, haben Sie das mit den Computern veranlasst?
17:52Ja, gibt's ein Problem?
17:53Ich weiß nicht, gibt's ein Problem?
17:55Und ob?
17:56Da sind intime Sachen drauf, die niemandem etwas angehen.
18:00Ja, aber genau die wollen wir wissen?
18:03Sie sind ein ungehobelter Klotz.
18:05Jetzt reiß ich aber zusammen.
18:09Moment.
18:10Moment.
18:12Ich hätte da schon noch ein paar Fragen an Sie.
18:15Und ich habe keine Lust, Ihnen zu antworten.
18:19Gut, machen wir das morgen.
18:20Zehn Uhr auf dem Präsidium, vielleicht haben Sie da mehr Lust.
18:23Rutschen Sie mir den Buckel runter.
18:25Ah, wissen Sie, acht Uhr passt mir eigentlich viel besser.
18:35Grüß Gott, Frau Dr. Kern.
18:36Hallo.
18:37Hallo.
18:39Sagen Sie, es gibt schon was Neues?
18:41Nur die Ruhe, Herr Hofer.
18:43Rosenheim ist auch nicht an einem Tag erbaut worden.
18:46Nicht?
18:46Achso.
18:47Ja, da schau her.
18:49Ja, gibt's da was Neues über die Haare?
18:51Die werden noch im Labor untersucht.
18:53Aber hier ist das Screening vom Blut der Leiche.
18:56Da schau her.
18:57BZP?
18:58Penzykledin, ein Anästhetikum und Energetikum.
19:01Das geht auch weniger wissenschaftlich, oder?
19:04Ein Betäubungs- und Schmerzmittel.
19:06Wird es in höheren als medizinisch benutzten Dosen verwendet, kann es zu Halluzinationen und Desorientierung führen.
19:16Deshalb ist es auch sehr beliebt in der Drogenszene.
19:18Ja, da wird es auch Dust genannt, nicht wahr?
19:20Oder Angel Dust.
19:23Aber Vorsicht auf dem Schwarzmarkt, der wird es Ihnen gerne mal als LSD angeboten.
19:26Gut informiert.
19:29Der Herr Mostaler hatte eine ganz nette Ladung davon im Blut.
19:32Nicht so viel, dass er bewusstlos wurde, aber auch nicht so wenig, dass er keine Halluzinationen hatte.
19:37Und die können wirklich übel sein.
19:40Er ist ja wie beim Drogenrausch aus dem Fenster geküpft.
19:44Das kann ich nicht sagen.
19:46Dazu weiß ich zu wenig von der Psyche des Mannes.
19:49Nein, er war depressiv.
19:52Zumindest hat er das selbst an sich geglaubt.
19:54Er hat alle möglichen Antidepressiv-Abnungen.
19:57Ich spreche am besten mit dem Hausarzt, oder?
19:59Ja.
20:01Vielen Dank, Herr Doktor. Wiederschauen.
20:03Tschüss.
20:06Ja, das ist Gott, Herr Dr. Wasenmeier, Herr Hofer, Kripo Rosenheim.
20:10Ja, ich hätte ein paar Fragen zu den Patienten von Ihnen.
20:13Kripo Rosenheim. Konrad Moosthaler.
20:18Selbst gut, ich warte.
20:22Ah, Herr Lind, das soll ich Ihnen vom Herrn Dr. Heppt geben.
20:27Kraft-Z-Ummeldeformular.
20:28Er hat das für Sie besorgt, weil Sie sind ja so im Stress, gell?
20:32Und ich habe es schon mal ausgefüllt, und jetzt müssten Sie nur noch unterschreiben.
20:36Ah, ich unterschreibe dann mit meinem eigenen Stift.
20:41Ah, Sie wollte ich sehen, mein Lieber.
20:45Was wissen Sie schon?
20:47Ja, wir glauben, dass es Mord war.
20:50Warum?
20:50Also, der Herr Moosthaler stand unter Drogeneinfluss.
20:53Angel Dust.
20:53Ach, du lieber Gott.
20:55Ein Bierbrauer der Angel Dust konsumiert.
20:58Was für eine Presse.
20:59Grüß Gott, Herr Dr. Heppt.
21:04Wussten Sie, dass ich hier bin?
21:06Herr Dr. Heppt, ich bin sensibel.
21:08Ihre starke Präsenz spüre ich durch die Tür.
21:11Was sagt der Hausarzt?
21:13Ähm, der Moosthaler hat unter hochgradigen Phobien gelitten.
21:17Speziell vor Spinnen, Schlangen und Kröten hat es ihm gegraut.
21:19Aber dass er Angel Dust genommen hat, das hält der Dr. Wasenmeier für unwahrscheinlich.
21:24Er meint, wer verstärkt schon freiwillig seine Ängste durch die Einnahme von halazinogenen Drogen?
21:29Und da hat er wohl recht.
21:31Ja, und zu diesem Thema habe ich bitte auch noch etwas, und zwar vom Labor.
21:34Die haben in einem Milchglas Spuren gefunden, und zwar vom PCP.
21:38Ach was.
21:39Also, da steckt leider mehr dahinter.
21:42Naja, ich sehe schon, Sie denken ans Ummelden.
21:47Naja, zum Glück denken ja andere für mich.
21:55Ah, schön.
21:59Du sag einmal, du hast doch öfters die Ausstellungen im Schloss von Moosthaler organisiert.
22:04Mhm.
22:06Und hast du da eins von den Moosthaler Kinderkinder gelernt?
22:08Nein, nur die Anna, die Schwester ein bisschen.
22:11Letztes Jahr, als der Laden, der jetzt das Times Square ist leer stand,
22:13und da hat sie mit dem Gedanken gespult, dort einen Schuhladen aufzumachen.
22:17Dann hätte sie ja Platz gehabt für ihre Schuhe.
22:19Mhm.
22:19Das ganze Zimmer steht voll damit.
22:21Wieso ist denn nichts, was es war?
22:23Keine Ahnung.
22:24Die Arme hat sich total aufgeregt für ein Großkorzek, Bruder.
22:27Sag einmal, würdest du mich auch so behandeln, wenn du plötzlich reich wärst?
22:31Na, ich würde dich behandeln wie immer.
22:34Ich dürfte also weiter in den Steuern ausmisten.
22:36Ja, weil du das immer allein machen musst.
22:55Frau Doktor, was verschafft mir die späte Ehre?
22:59Das Ergebnis der haarigen Geschichte.
23:02Und?
23:03Es sind Spinnenhaare.
23:05Ach.
23:06Von Vogelspinnen.
23:10Jetzt verarschen Sie mich aber.
23:13Vogelspinnen gibt es in unseren Breiten noch gar nicht.
23:15Nicht mal in Bayern.
23:19Laut Spurensicherung müssen es aber ganz schön viele Haare gewesen sein.
23:23Es können ja auch viele Tiere gewesen sein.
23:28Ähm.
23:34Und?
23:35Was rausgefunden, was ich noch nicht weiß?
23:37Über die Drogen, ja, ja.
23:39Wussten Sie, dass die Nebenwirkungen von PCP so extrem waren, dass es in der Humanmedizin verboten wurde?
23:47Ja.
23:48Was Sie bestimmt nicht wissen ist, in der Veterinärmedizin wird es weiterhin eingesetzt.
23:52Und zwar hauptsächlich bei Schweinen und Hunden.
23:56Und bevor es in der Drogenszene überhaupt so richtig aktuell wurde, nannte man es nämlich deshalb Hock.
24:03Hock?
24:04Mhm.
24:04Hock.
24:09High as a dog.
24:11Hm.
24:13Danke, dass Sie Zeit gefunden haben für die.
24:16Ach, um die Zeit habe ich viel Zeit.
24:18Und wie schaut Ihr Feierabend so aus?
24:23Pizza holen.
24:26Nach Hause fahren.
24:28Bier aufmachen.
24:30Vielleicht ein bisschen Snooker schauen.
24:32Und Sie?
24:34Sushi holen.
24:35Nach Hause fahren.
24:37Wein aufmachen.
24:39Und Programme seppen.
24:46Wir Singles sind eben...
24:49Ja.
24:52Ausgemachte Individualisten.
24:56Haben Sie Sushi gesagt?
24:59Ja.
25:02Vielleicht nehme ich ein Stück mit.
25:10Ich geh jetzt.
25:11Ich hab viel Teufel, da die aus dem Klofenster springen.
25:14Nein, das tätst du nicht.
25:16Was du nicht sagst.
25:17Ja.
25:18Ach, Herr Lind.
25:20Ich weiß jetzt, warum die Spurensicherung so viele Haare gefunden hat.
25:23Ja.
25:24Weil wenn sich nämlich die Viecher bedroht fühlen, dann streifen sie mit ihren Hinterbeinen vom Hinterleib Haare ab.
25:29Und die haben wieder Haken.
25:34Und wenn sich die dann in den Schleimhäuten vom Feind festsetzen...
25:37Ich sag's Ihnen, das brennt und juckt wie zau.
25:42Wie zau?
25:44Ja.
25:46Aber hallo.
25:49Hallo.
25:54Morgen, Frau Mostaler.
25:56Morgen.
25:57Was wollen Sie sonst so früh bei uns?
25:59Man hat mich für 8 Uhr bestellt.
26:03Ja, dann nimmst du doch bitte Platz.
26:04Man wird sich gleich um Sie kümmern.
26:06Danke.
26:12Das ist aber ein erfreulicher Anblick.
26:148 Uhr früh.
26:16Ein volles Haus.
26:17Jetzt fehlt nur noch der Herr Hofer.
26:19Und dann wären Sie Platz.
26:21Ja, Donnerkeil.
26:22Es geschehen ja noch Zeichen und Wunder.
26:24Eigentlich wollte ich ja nur ein Tässchen Kaffee trinken.
26:26Ja, für sowas haben wir jetzt keine Zeit.
26:28Schließlich sollen wir jetzt doch in die Arbeit stürzen.
26:30Hm, verstehe ich.
26:31Ich will auch der Letzte sein, der Sie in Ihrem Enlaran bremsen will.
26:34Ah, könnten Sie mir kurzfristig einen Termin mit dem Staatsanwalt verschaffen?
26:38Wir brauchen einen Durchsuchungsbefehl für das Schloss.
26:40Warum?
26:41Das erzähle ich Ihnen unterwegs.
26:42Übrigens, draußen ladet die junge Frau Mostaler auf Sie.
26:45Aha.
26:48Frau Mostaler.
26:50Hm, sehr brav.
26:51Sie wollten mich nicht sprechen.
26:52Das macht der ungehobelte Klotz.
26:55Was ist denn das für ein Ton?
26:56Ich habe ihn nicht angeschlagen, den Ton.
26:58Komm, Sie sagen Sie, Frau Mostaler.
27:00Grüß Gott.
27:01Grüß Gott.
27:01Grüß Gott.
27:02Darf ich jetzt durch, bitte?
27:09Wieder haken.
27:14Es tut mir übrigens leid, was ich gestern gesagt habe.
27:17Das muss ich Ihnen nicht leid tun.
27:19Ich nehme jetzt erst einmal Platz hier, bitte.
27:21Sie haben ja schließlich was zum Verbergen gehabt.
27:24Die interessanten Dateien im Computer sind so gelöscht worden, aber unsere Techniker haben es geschafft, sie wieder sichtbar zu machen.
27:30Von was reden Sie?
27:32Ich spreche von den Spinnen, die Sie im Internet bestellt haben.
27:35Ein wirklich perfider Plan.
27:37Erst schütten Sie Ihren Vater einige Löffel PCP in die Milch, damit er nicht mehr weiß, wo oben und unten
27:42ist.
27:44Und dann setzen Sie einige Vogelspinnen auf der Toilette aus, um in der Art in Angst zu versetzen, dass für
27:50ihn das Fenster als einziger Ausweg bleibt.
27:53Ja, ich habe die Spinnen bestellt.
27:56Aber ich habe es nicht getan.
27:57Wo sind die Viecher jetzt?
27:58Ich habe sie wieder laufen lassen.
28:01Laufen lassen?
28:02Hier in Bayern?
28:03Dann schaden haben Sie schon, oder?
28:04Ich habe mit der Sache nichts zu tun.
28:07Jetzt passen Sie mal auf, liebe Frau.
28:09So, wenn man mal tachet ist.
28:11Sie wollten an das Geld Ihres Vaters, bevor er es mit seinen vielen Freundinnen durchbringt.
28:15Und Sie wollten an das Schloss, um dort ein Fitnesszentrum einzurichten.
28:18Ja, das wollte ich.
28:19Sie geben es also zu?
28:23Ich hatte den Plan, ja.
28:24Habe ihn dann aber fallen lassen.
28:26Einfach so.
28:27Mir nix, dir nix.
28:30Wenn Sie das Testament meines Vaters einsehen, werden Sie wissen, warum.
28:34Sie kennen das Testament Ihres Vaters?
28:36Ja.
28:38Was steht drin?
28:39Dass ich keinen Cent bekomme.
28:42Und was das Schloss betrifft, da kann ich froh sein, wenn ich in der Dachkammer wohnen darf.
28:47Alles bekommt nämlich mein feiner Bruder.
29:14Das wird Sabine aber gar nicht freuen.
29:25Mich dafür umso mehr.
29:33Was machen Sie denn hier?
29:34Ach, ich habe nur ein wenig in Ihrem Arzneimittelschrank gestöbert.
29:36Sie wissen, was es ist?
29:38Ein Schmerzmittel.
29:40PCP.
29:42Jungt.
29:43Phenylzyklidin, Piperidin.
29:44Oder sagen wir einfach Angel Dust.
29:47Wollen Sie mir unterstellen, dass ich mit Drogen deale?
29:52Ich behandle damit meine Tiere.
29:54Und Ihren Vater.
29:56Was reden Sie da für einen Schmarrn?
29:57In der Milch, die Ihr Vater getrunken hat, war PCP.
30:00Weil ihm übel wurde, ging er zur Toilette.
30:02Und dort erwarteten ihn ein paar Handteller große Vogelspinnen.
30:06Für jemanden, der unter Spinnenphobie leidet und dazu noch unter Drogen halluziniert,
30:09ist das kein besonders aufbauendes Erlebnis.
30:11Wie ist das, Maria?
30:12Was erzählst du denn da?
30:13Die Wahrheit.
30:22Sauber.
30:23Ich habe das Testament überprüfen lassen.
30:25Sie hat recht, keinem Pfennig erbt sie.
30:27Woher wusste sie das?
30:29Von Ihrem Vater behauptet sie.
30:31Was erbt Sabine Moosthaler?
30:33Auch nichts.
30:34Der Theodor ist der Alleinerbe.
30:36Blöd was.
30:37Wir haben Spuren breit wie eine Autobahn, aber kein Motiv.
30:41Ich weiß nicht, vielleicht gibt es ja noch ein anderes Motiv.
30:44Oder sie lügt einfach.
30:46Vielleicht hat sie ja von der Testamentsänderung erst nach dem Mord erfahren.
30:49Von wem?
30:50Von Theodor.
30:52Ich frage ihn mal.
30:54Ob Ihre Schwester mit ihr unter einer Decke steckt?
30:57Kann gut sein.
30:59Was sagt Marlies dazu?
31:00Die habe ich noch nicht gefragt.
31:02Sollten Sie aber.
31:03Wiederhören, Herr Lind.
31:05Herr Lind.
31:06Herr Lind.
31:14Herr Lind, die Frau Moosthaler wäre jetzt da.
31:16Danke, Herr Moosthaler.
31:17Können Sie mich den Theodor Moosthaler auch gleich noch herholen?
31:19Ja, sehr gerne, Herr Lind.
31:20Aber das kann ein bisschen dauern, weil das Schloss, das ist uferlos.
31:25Kein Problem.
31:28Ja, Frau Moosthaler, kennen Sie das Testament Ihres Bruders?
31:34Nein.
31:35Jedenfalls nicht das aktuelle.
31:37Konrad hat sein Testament laufend geändert, je nachdem, wie seine Laune war.
31:43Und da an dem Tisch hat er gefrühstückt, ja?
31:45Ja.
31:46Ja, jeden Morgen.
31:49Wie war das gestern?
31:50Ich meine, als Sie Frühstück gemacht haben.
31:52Ach, Sie wollen den Ablauf?
31:54Ja.
31:56Also, ich setzte die Milch auf den Herd und dann ging ich zum Schrank und wollte die
32:00laut Barrymore Kekse holen.
32:02Es waren aber keine mehr da.
32:04Hat Sie das verwundert?
32:05Ja, sehr, weil am Tag zuvor lag er noch in einer halben Schachtel.
32:10Vielleicht hat sie jemand gegessen.
32:12Nein, das ist völlig ausgeschlossen.
32:14Nur Konrad mochte die Barrymore's und das auch nur zum Frühstück.
32:18Ich ging dann in den Vorratsraum, aber da waren auch keine mehr.
32:21Also ging ich in mein Zimmer und holte meine eigenen Kekse.
32:24Das waren dann aber keine Barrymore's.
32:29Sagen Sie, wie lange dauert es von der Küche in Ihr Zimmer und wieder zurück?
32:33Zwei, drei Minuten höchstens, weil sonst wäre mir ja die Milch übergekocht.
32:42Ah, da, schau hier.
32:46In der untersten Schublade hat er es.
32:48Wie bitte?
32:49Bekstück.
32:56Danke, Frühstück.
32:57Gerne, Herr Hofer.
33:03Die Kollegen in München haben den Verkäufer der Vogelspinnen verhört.
33:07Seine Beschreibung der Käuferin passt genau auf ihre Schwester.
33:11Sie haben also den Mord gemeinsam begangen.
33:14Wir haben ihn geplant, aber nicht begangen.
33:29Herr Lind.
33:30Ja, ja.
33:32Sie wollten mich sprechen?
33:36Sie finden sich raus, Herr Mauer?
33:37Ja, immer besser.
33:43Sie wissen, was im Testament Ihres Vaters steht?
33:50Dann wissen Sie ja auch, dass Sie der Alleinerbe sind.
33:57Und seit wann?
34:01Mein Vater hat es mir vor ein paar Tagen gesagt.
34:06Haben Sie Ihren Schwestern irgendwas davon erzählt?
34:09Nein.
34:10Wirklich nicht?
34:11Nein.
34:12Überlegen Sie genau, das ist sehr wichtig.
34:13Vielleicht haben Sie ja nach dem Tod Ihres Vaters irgendeine Bemerkung fanden lassen.
34:16Ganz sicher nicht.
34:19Ich habe es doch sogar dem Herrn Hofer gegenüber so getan, als ob ich nichts wüsste.
34:24Ich wollte doch nicht als ungeduldiger Alleinerbe verdächtigt werden.
34:28Und Ihre Tante, hat mir Sie es der erzählt?
34:30Nein.
34:33Ich schwöre es.
34:37Tja.
34:41Was werden Sie jetzt tun?
34:45Was meinen Sie mit dem Geld?
34:47Dem Geld, dem Schloss, gehört ja jetzt alles Ihnen.
34:54Wissen Sie, das Wichtigste für mich war immer die Brauerei.
34:58Und dann endlich Frieden mit meinen zänkischen Schwestern.
35:02Soll doch die eine ihr Fitnesscenter reinbauen und die andere die Stallungen zu einem Tierheim machen.
35:08Herrschafts Zeiten.
35:09Das Schloss ist doch groß genug, verdammt noch einmal.
35:13Nur mehr Bier.
35:15Da lass ich mich nicht reinspucken.
35:17Was wird aus Ihrer Tante?
35:22Die soll es endlich besser haben.
35:25Schließlich war es die ganze Zeit für mich da.
35:28Als man untergestorben ist, meine feinen Schwestern das Weite gesucht haben.
35:37Sie lieben Ihre Tante, nicht wahr?
35:40Mehr soll die anderen zahlen.
35:44Also, in der Restmilch, die sich im Kühlschrank befand, war kein PCP.
35:49Das heißt, die Milch ist vergiftet worden, als Anna ihre Kekse geholt hat.
35:52Und vorher müssten die Schwestern die Barrymore-Kekse versteckt haben.
35:55Tja, ist ja verrückt.
35:56Alles passt, bloß ein Motiv habt ihr keins.
35:58Es muss aber eins geben.
36:00Ein Mord ohne Motiv, das ist wie der Schweinsbrauch ohne Knödel.
36:05Da habe ich was Besseres für Sie.
36:07Nein, bitte nicht.
36:11Jetzt ist das schon wurscht.
36:13Chicken Bidalou.
36:15Danke sehr.
36:17Und einmal Muprik Pat.
36:21Ein Thai-Schwein, garantiert ohne Knödel, mit gebratenem Bambus, Sojasprossen, Lauch und Brokkoli.
36:27Wohlbekommt.
36:36Magst du nicht einmal probieren?
36:37Nein.
36:39So, wenn es selten erlebt.
36:42Moment.
36:44Als ich im Arbeitszimmer vom Moosthaler war, wollte die Anna den Mülleimer ausleihen.
36:50Aha, und?
36:51Ja, sie macht den Haushalt.
36:53Putzt, lehrt Mülleimer aus, Papierkörbe, wischt über Schreibtische.
36:58Wir wissen, wie Hausarbeit ausschaut.
36:59Ich weiß, dass Sie das wissen.
37:01Auf was ich hinaus will, ist Folgendes.
37:03Die Schwestern hätten einen Plan aus.
37:06Ja?
37:06Machen sich Notizen, schreiben sich Adressen auf, recherchieren im Internet.
37:11Und die Anna geht in jedes Zimmer, um dort sauber zu machen.
37:15Du meinst, die hat irgendwie mitgekriegt, was die vorhaben?
37:17Genau.
37:18Könne Hypothese.
37:19Tja.
37:20Ja, aber was hätte Sie davon...
37:22Ach so.
37:24Der Theodor hat mir heute erzählt, dass es der Anna viel besser gehen soll, wenn er mal erbt.
37:28Der liebt seine Tante.
37:30Mhm.
37:31Na, und alt.
37:33Aufblick.
37:35Wie Sie den Laden hier übernommen haben.
37:38Hat Ihnen der Vermieter irgendwas bezüglich der Anna Mostaler erzählt?
37:42Dass sie den Laden haben wollte, aber dann abgesprungen sei.
37:46Das wisst man auch.
37:47Hat auch erzählt, warum?
37:50Weil Ihr Bruder abgesprungen ist.
37:51Er soll dir das Geld leihen.
37:53Ja, super, danke.
37:56Alles klar.
37:57Die Anna hat irgendwie erfahren, dass der Theodor der Alleinerbe ist.
38:01Vielleicht, weil sie den Streit zwischen der Malis und dem Vater mitbekommen hat.
38:05Vielleicht, weil sie die Schwestern belauscht hat.
38:06Egal.
38:07Auf jeden Fall hat sie sich ausrechnen können, dass die Schwestern den Plan nicht mehr ausführen, weil nichts mehr zu
38:13holen war.
38:14Aber für Sie wäre was drin, weil der Theodor sie nicht so schnöde im Stich lassen wird wie Ihr Bruder.
38:19Ich meine, das klingt zwar schräg, aber gut, wenn es stimmt.
38:25Also, eine Frage hat mir die ganze Zeit keine Ruhe lassen.
38:28Jetzt hat er eine Spinnenphobie, ja?
38:30Der ist auf Drogen, der halluziniert, geht in das Klo, trifft auf die Vogelspinnen.
38:34Trotz aller Panik, warum geht er nicht einfach wieder raus?
38:38Warum springt er zum Fenster runter?
38:40Der Überlebensinstinkt müsste eigentlich stärker sein.
38:42Allerdings, der hat die Toilettentür nicht aufbekommen.
38:45Der konnte gar nicht aus dem Klo raus, weil die Tür von außen blockiert war.
38:49Mit diesem Stemmeisen hat er sich das Schloss der Toilettentür blockiert.
38:55Kein Mensch hätte die Kraft gehabt, es wieder aufzuschließen.
38:57Und Ihr Bruder unter Drogeneinfluss schon gleich gar nicht.
39:00Das ist ja völlig absurd.
39:01Das Labor hat darauf Metallrüste gefunden, die eindeutig vom Türschluss der Toilettentür stammen.
39:10Auf einem Ihrer Kleidungsstücke haben wir Vogelspinnenhaare gefunden.
39:14Was starren Sie mich denn so an?
39:15Warum hätte ich es denn tun sollen?
39:17Ich erb doch nichts.
39:19Nichts hat er mehr vermacht.
39:20Sie sind nicht so anspruchsvoll wie Ihre Nichten.
39:23Ein kleiner Schulladen, das reicht Ihnen.
39:26Und den hätte Ihr Neffe aus der Portokasse bezahlt.
39:28Ihr Bruder hat sie ausgebeutet.
39:30Er war der Erfolgreiche.
39:32Sie waren die Versagerin, die für ihn putzen hat dürfen.
39:36Er wollte Sie nicht gehen lassen.
39:37Er wollte, dass Sie weiterhin nur für ihn da sind.
39:40Und wie Ihre Nichten, Ihr Vorhaben, Aufgaben, haben Sie die Sache selber in die Hand genommen.
39:46Der Plan war da, die Mittel waren da, der Verdacht war leicht auf andere zu lenken.
39:50Und Ihr lieber Neffe Theodor ist der Leinerbe.
39:54Nach der Tat haben Sie die Vogelspinnen hübsch wieder eingesammelt.
39:58Und schön zurück zum Versteck ihrer Nichten gebracht.
40:01Wie sagen wir den Keksen, war nur eine Finte.
40:03Damit wir auf der falschen Spur bleiben, nicht wahr?
40:08Ja.
40:19Gehen wir.
40:33Wenn man sein ganzes Leben lang gedemütigt wird, dann muss man ja irgendwann zurückschlagen.
40:38Ja.
40:39Den Satz müssen Sie in Ihr Bericht schreiben.
40:42Wieso das?
40:43Damit der Hebtin liest und sich mit Zug auf uns bessert.
40:47Wer sagt, dass ich den Bericht schreibe?
40:48Wenn ich höre, wenn ich höre.
40:57Herr Linz, Sie möchten dringend zu Ihrem Hebt kommen.
41:00Und Sie auch, Herr Hofer.
41:04Geh rein.
41:08Gute Arbeit, meine Herren.
41:09Gute Arbeit.
41:12So liebe ich das.
41:14Sauber, diskret und schneller als die Presse.
41:18Sie schreibt.
41:22Ja.
41:25Entschuldigung, es hat ein bisschen länger gedauert.
41:27Ich habe es erst suchen müssen.
41:29Ach ja.
41:30Da ich zufällig zum Meldeamt muss, dachte ich mir, ich nehme Ihnen ein bisschen Arbeit ab und
41:35reiche es gleich ein.
41:38Ihre Kfz-Zulassung, Herr Lind.
41:47Wirklich sehr aufmerksam von Ihnen.
41:52Da und da bitte unterschreiben und das ist Ihr Stift.
41:55Und da bitte unterschreiben.
41:57Okay.
41:59Hallo.
41:59Vielen Dank.
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