Zum Player springenZum Hauptinhalt springen
  • vor 2 Tagen

Kategorie

📺
TV
Transkript
00:00Musik
00:55Frau Heiland?
00:57Frau Holländer.
00:58Haben Sie schon lange gewartet?
01:00Nein, Sie sind schon wieder pünktlich.
01:02Ja.
01:03So, dann los.
01:08Was ist los?
01:10Augenblick.
01:10Ich muss mal kurz die App checken, wo es lang geht.
01:14Ah, rechts.
01:17Äh.
01:18Sicher?
01:19Äh, nein.
01:22Ah, alles tut die andere Richtung links.
01:24Da lang.
01:27Ja.
01:28Wann latschen wir eigentlich zu den Mandanten?
01:30Frau Casimir ist eine ältere Dame.
01:33Eine Diplomatenwitve.
01:34Und sie sagte, sie sei nicht mehr so gut zu Fuß.
01:37Und was ist Ihr Problem?
01:38Ihr wird vorgeworfen, ein gestohlenes Kunstwerk zu besitzen.
01:42Sie wurde angezeigt, als sie es schätzen lassen wollte.
01:45Der Maler des Gemäldes hieß Frederico Locarno und war ein Schüler von Juan Sanchez Cotan,
01:51dem Erfinder des Stilllebens.
01:53Stillleben?
01:55Nein, Stillleben.
01:56Ach so.
01:57So nennt man die bildliche Darstellung von Gegenständen des Alltags.
02:01Also Sachen.
02:02Hab ich schon gesehen.
02:03Obstschalen und so ein Zeugs.
02:05Ich finde ja Bilder mit Menschen und Tieren schöner.
02:08Es ist auf jeden Fall eins von drei Stillleben, die 2015 aus einem Museum in Toledo in Spanien gestohlen wurden.
02:14Dabei wurde ein Nachtwächter schwer verletzt.
02:16Der Galerist, den Frau Kasi mir das Bild gezeigt hat, hat es sofort erkannt und sie angezeigt.
02:21Nummer 13?
02:22Ja.
02:24Ja, dann wären wir da.
02:25Oh, Achtung, Stolperfalle.
02:28Hier, einmal rum.
02:29Genau.
02:30Super.
02:36So, hier lang.
02:43Ich klingel mal.
02:44Ja.
02:44So.
02:52Frau Heiland?
02:53Frau Kasimir?
02:54Guten Tag.
02:58Faszinierend.
02:58Sie sind ja wirklich blind.
03:00Ja.
03:00Das ist meine Assistentin, Frau Holländer.
03:02Hallo.
03:03Tag.
03:04Bitte kommen Sie rein.
03:05Gehen Sie vor?
03:05Ja.
03:06So.
03:07Kleine Stufe.
03:08Noch große Stufe.
03:09Entschuldigen Sie, das war nicht so gemeint.
03:11Kein Problem.
03:17Ja.
03:23So.
03:26Links bitte.
03:28Links.
03:35Bitte nehmen Sie Platz.
03:37Mhm.
03:38Frau Heiland?
03:39Hier ist eine große Couch.
03:42Ja.
03:43Genau.
03:43Einmal Platz nehmen.
03:45Kaffee?
03:46Gern.
03:54Hör für mich nicht.
03:55Nein, danke.
03:56Nein, danke.
04:03Dann sprechen wir mal über die Anzeige wegen Hehlerei.
04:06Das ist doch unvorstellbar.
04:08Das ist doch unvorstellbar.
04:08Ich bin doch keine Verbrecherin.
04:09Aber Sie waren im Besitz eines gestohlenen Kunstwerks im Wert von 400.000 Euro und wollten
04:15es schätzen lassen.
04:17Ich hab doch nicht gewusst, dass es gestohlen war.
04:19Das Bild hat Wolfgang gekauft, also mein verstorbener Mann.
04:23Die ganzen Gemälde hier.
04:25Das war ein Hobby meines Mannes.
04:28Teures Hobby.
04:30Aufgestanden.
04:31Ich kann damit auch nicht viel anfangen.
04:33Schon gar nicht mit dem langweiligen Gemüse.
04:35Deshalb wollte ich ja das Bild verkaufen.
04:38Hat die Polizei Sie denn schon vernommen?
04:41Nein.
04:42Frau Kasimir, das wundert mich, dass die noch nicht versucht haben Kontakt zu Ihnen aufzunehmen.
04:47Immerhin handelt es sich um Hehlerei.
04:49Das ist kein Kavaliersdelikt.
04:50Darauf stehen bis zu fünf Jahre Haft.
04:52Ich habe Angst vor denen gehabt.
04:55Ich habe ein Schreiben bekommen und dann waren einmal zwei Beamte bei mir.
05:01Ich hab nicht aufgemacht.
05:04Mhm.
05:05Naja.
05:06Ich verstehe, dass man Angst davor hat.
05:08Aber es hilft ja nichts, den Kopf in den Sand zu stecken.
05:11Hehlerei ist eine Straftat, die man nur wissentlich begehen kann.
05:15Das heißt, wir müssen glaubhaft machen, dass Sie nichts von der Herkunft des Gemäldes wussten.
05:20Mein Mann kann es bestimmt auch nicht.
05:22Trotzdem sollten wir versuchen nachzuweisen, dass sich ausschließlich Ihr Mann um den Ankauf von Bildern gekümmert hat.
05:28Wissen Sie denn, wo und wann er dieses Gemälde gekauft hat?
05:32Wie gesagt, das war sein Hobby.
05:35Gut, dann brauche ich Rechnungen und Steuerunterlagen.
05:37Das Gemälde wurde im Oktober 2015 gestohlen, also von da an bis heute.
05:43Jetzt gleich?
05:44Ja.
05:46Wenn Sie warten können?
05:48Natürlich.
05:48Ja.
05:49Ich hol die Ordner.
05:51Mhm.
05:54Die wirkt aber nicht, als wäre sie schlecht zu Fuß.
05:59Ui!
06:00Na, geben Sie mal her.
06:02So.
06:03Haben Sie zufällig eine Tasche, in der wir das transportieren könnten?
06:07Ja.
06:07Ich muss mich genau algorithmisch noch verstehen.
06:10Das war's.
06:39Wahnsinn. Sieht ja schon fast aus wie ein Foto, so realistisch.
06:42Sani, Sani, Sani, Sanitärheizung, Meisterbetrieb, Pau, Pau, Pausen, Rechnung, Nung, Nung, Nung.
06:49Was ist denn jetzt mit dem Computer los?
06:52Nehmen Sie der Kasimir ab, dass sie nicht wusste, wie viel der Schinken wert ist?
06:55Warum hätte sie sonst das Bild nochmal von einem Experten schätzen lassen sollen?
07:01Also soll jetzt die Frau die Suppe auslöpfen, die der alte ihr eingebrockt hat. Unfair.
07:05Dafür sind wir ja da.
07:07La, la, Landschafts- und Gartenbau, Bau, Bau, Rechnung, Nung, Nung.
07:11Also das macht einen ja wahnsinnig.
07:13Soll ich den Computerfuzi holen?
07:15Ich glaube, der hat noch bis Freitag Urlaub.
07:19Oh shit.
07:20Was denn?
07:21Ich habe hier die Rechnung vom Bestattungsunternehmen.
07:23Für die Beerdigung von Wolfgang Kasimir.
07:26Wann ist er denn gestorben?
07:30April 2015.
07:32Leck mich einer.
07:33Ich will nicht sterben, wenn das so teuer ist.
07:35Das kann nicht sein.
07:37Doch, steht hier aber.
07:38Nein, ich meine was anderes.
07:40Der Raub in dem Museum in Toledo, bei dem die Bilder gestohlen worden sind, der war erst im Oktober 2015.
07:45Ja, und der Kasimir ist vorher gestorben.
07:49Ach du Scheiße.
07:51Genau.
07:53Dann kann er das Bild gar nicht gekauft haben.
07:55Weil er schon tot war, bevor es gestohlen wurde.
08:10Wie geht's eigentlich, Papa?
08:12Na, der schreibt in seinem Buch, dem geht's blendend.
08:14Unter Ruhestand hast du dir auch was anderes vorgestellt, oder?
08:17Eigentlich hatte ich befürchtet, dass wir uns ein bisschen auf die Nerven gehen.
08:20Aber ich sehe ihn ja weniger als vorher.
08:25Komm her.
08:25Jetzt hat er uns einen gemeinsamen Wellnessurlaub geschenkt.
08:30Massagen, Schlammpackungen, Gesichtspackungen, drei Tage lang.
08:34Obwohl Papa sowas eigentlich hasst.
08:36Dann bringt er ja ein richtiges Opfer.
08:39Diese Farbe.
08:41Das kann ja nun wirklich nicht jeder tragen.
08:43Finden Sie nicht auch?
08:44Ja.
08:44Ich weiß nicht.
08:46Du siehst unwerfend aus.
08:47Mach nicht so ein Theater.
08:48Da war eins, das hatte ganz viele Pailletten oben und unten ganz feinen Stoff.
08:52Wenn Sie mir das bitte bringen könnten.
08:54Ich seh mal nach.
08:57Sag mal, ist das nicht ein bisschen komisch, wenn du Ben mit dieser Mayong auf dem Juristenball triffst?
09:03Sie heißt Mayong und das ist kein Problem.
09:05Nein?
09:06Nein.
09:07Und wer geht mit dir?
09:09Rudi Illitsch.
09:11Er ist Staatsanwalt.
09:13Das freut mich.
09:17Ist das das?
09:22Genau das.
09:24Danke.
09:25Danke.
09:28Danke.
09:43Danke, dass du das machst.
09:45klar.
09:55Probier mal.
09:58Sanitär Heizung, Meisterbetrieb Paulsen.
10:00Rechnung Nummer 13.
10:02Er stottert nicht mehr.
10:03Vielen Dank, das hat mich wirklich wahnsinnig gemacht.
10:06Das glaube ich dir.
10:07Romy, was ich letztens gesagt habe.
10:09Ja, damit hattest du total recht.
10:11Ich bin es ja wirklich gewöhnt, dass sich alles nur um mich dreht.
10:13Es tut mir leid.
10:15Mir auch.
10:16War ja auch eine komische Idee.
10:17Ja.
10:18Dazu dritt.
10:19Ja.
10:20Ja.
10:22Trink mal noch ein Bier.
10:23Ein Bier?
10:24Ja.
10:34Oh, geil.
10:36Du warst in der Delikatessenabteilung.
10:38Finger weg.
10:39Kannst du gleich wieder zumachen.
10:40Ja, ja, ja, ja.
10:42Alles für den Prinzen.
10:44Ja.
10:45Wohin gehst du?
10:47Na, ich penn bis Montag bei Lars.
10:50Ich will ja auch nicht, dass du hier rumkrauchst, wenn ich mal eine Reisebraut am Start habe.
10:54Danke, ist ja voll lieb.
10:55Ja.
10:56Du, ich hab mal was für dich.
10:58Was ist das?
10:58Oh, ja.
11:02300 Euro.
11:04Anzahlung auf meine Schulden.
11:06Preis kommt später.
11:07Wow.
11:08Na, kiekse, wa?
11:09Ja, da kiekiek.
11:10Die Chefin von der Frittenschmiede hat mir einen Bonus gegeben.
11:14Ich glaube, die steht auf mich.
11:15Natürlich.
11:17So, ich muss mal ins Bad, dann bis mich los.
11:18Nee, das hab ich gerade sauber gemacht.
11:21Ah, und jetzt soll ich vom Balkon pinkeln?
11:24Nee, du kannst ja bei Lars gehen.
11:30Okay.
11:53So, ich gehe jetzt mal rein.
11:58Guten Morgen, Frau Kasimir. Mein Name ist Wagner, Kriminalpolizei.
12:01Das hier ist ein Untersuchungsbeschluss. Würden Sie uns bitte reinlassen?
12:07Dürfen die das denn überhaupt?
12:10Ja, das dürfen die.
12:12Der Staatsanwalt vermutet, dass sich weitere gestohlene Gemälde in ihrem Besitz befinden.
12:16Das, das sie verkaufen wollten, gehört ja auch zu einer Reihe von Dreien, die damals aus dem Museum in Spanien
12:22gestohlen wurden.
12:23Das ist ja absurd. Mein Mann war Kunstliebhaber, kein Verbrecher.
12:27Genau darüber wollte ich mit Ihnen sprechen. Sie sagen, Ihr Mann hat alle Kunstwerke gekauft, die sich in Ihrem Besitz
12:33befinden.
12:34Ja, natürlich.
12:35Wie erklären Sie sich dann, dass das Bild, um das es geht, erst nach dem Tod Ihres Mannes aus dem
12:41Museum gestohlen wurde?
12:43Was? Das kann nicht sein.
12:48Doch. Ihr Mann ist im April 2015 verstorben, richtig?
12:51Aber der Raub fand erst im Oktober statt.
12:55Das gibt's ja nicht.
12:57Hm.
12:58Aber wenn er das Bild nicht gekauft hat, wer soll es denn sonst gewesen sein?
13:03Ja, diese Frage wollte ich Ihnen eigentlich stellen.
13:10Hatte Ihr Mann Freunde, die Bilder für Sie gekauft haben? Gibt es einen Mittelsmann?
13:14Was? Ich meine, woher soll ich denn das wissen?
13:19Sie waren mit ihm verheiratet.
13:21Ja, natürlich.
13:27Also wenn ich keine Erklärung dafür finde, dann wird es mir schwerfallen, den Vorwurf der Hehlerei abzuschmettern.
13:35Der Anwalt.
13:36Ja?
13:37Es gibt da einen Anwalt, mit dem Wolfgang immer wieder zu tun hatte.
13:42Was heißt zu tun hatte?
13:44Das weiß ich nicht. Er hat nicht mit mir darüber gesprochen.
13:47Kennen Sie den Namen des Kollegen?
13:50Roloff.
13:51Dr. Peer Roloff, glaube ich.
13:57Gut.
13:57Ich werde versuchen, mit diesem Dr. Roloff in Kontakt zu treten.
14:01Und Sie denken bitte nochmal darüber nach, ob es eine andere Möglichkeit gibt, wie dieses Gemälde in Ihren Besitz gelangt
14:08sein kann.
14:08Ja, ich versuche es.
14:14Max, ich bin's. Ich wollte eigentlich gar nichts. Ich kann es nur nicht abwarten, dich zu sehen.
14:19Ringo ist ausgelagert, der Kühlschrank ist voll und ich freue mich wahnsinnig.
14:26Habt dich lieb. Bis bald.
14:51Mit einem Mann?
14:52Ja, die haben sich umarmt. War irgendwie total süß.
14:56Also wie in einer Beziehung.
14:58So sah es aus, ja?
15:01Komisch.
15:02Wieso? Ihr Mann ist tot. Warum sollte sie keinen Freund haben?
15:06Danke übrigens, dass ich später kommen durfte. Die Wohnung glänzt wie ein Kinderpupo.
15:10Äh ja. Ich freue mich für Sie, Frau Holländer, dass er Sie jetzt endlich besuchen kommt.
15:15Danke. Ich hoffe, ich erkenne ihn wieder.
15:20Gehen wir irgendwo hin?
15:21Äh, nein. Sie bleiben hier und lernen für Ihren Test.
15:24Woher ist der Test? Wohin gehen Sie denn?
15:25Ich treffe einen Kollegen am Gericht, von dem Frau Kasi mir vorhin erzählt hat.
15:30Vielleicht kann ich ihm etwas entlocken.
15:32Und äh, dann versuche ich noch, Herrn Illitsch abzufangen.
15:35Wäre es nicht besser, wenn ich mitkomme?
15:37Wenn ich mich irgendwo auskenne, dann im Gericht, Frau Holländer.
15:40Sie bleiben hier und lernen für Ihren Test.
15:43Und meinetwegen können Sie dann früher Feierabend machen.
15:46Wo doch Ihr Liebster kommt.
15:47Danke, Frau Heilein.
16:04Sie können Ihren Mandanten dann ausrichten, dass es von mir aus so in Ordnung geht.
16:08Ja, ich bin auf jeden Fall high vor, dass wir das so klären konnten.
16:11Absolut.
16:11Stellen Sie sich mal vor.
16:13Stunden.
16:13Stunden.
16:15Oh, Romy.
16:16Ben.
16:17Na, funktioniert der Rechner wieder?
16:21Ja.
16:22Hallo.
16:23Hallo.
16:26Ich bewundere ja Paare, die nach der Trennung noch Freunde bleiben.
16:30Herr Illitsch.
16:31Ja, das ist schön.
16:33Meine Ex-Freundinnen wollen mich immer umbringen.
16:34Das kann ich mir vorstellen.
16:37Wollten Sie zu mir?
16:38Ja, das wollte ich.
16:39Gut, ich mach mich dann mal los.
16:41Herr Illitsch.
16:42Herr Ritter.
16:44Frau Heiland.
16:49Ups.
16:50Entschuldigung.
16:51Tschö.
16:55Hm.
17:01Hm.
17:02Hm.
17:05Was können Sie mir denn sagen?
17:06Was hat die Hausdurchsuchung ergeben?
17:09Dass wir die beiden anderen Bilder vom Diebstahl nicht gefunden haben.
17:13So viel darf ich Ihnen verraten.
17:15Gut.
17:16Die arme Frau Kasimir.
17:18Die war ganz durcheinander wegen der vielen Polizisten.
17:20Ja, dann darf sie keine gestohlenen Bilder verkaufen.
17:23Ich werde nachweisen, dass sie nicht wissen konnte, dass das Gemälde gestohlen ist.
17:27Ich bin gespannt.
17:30Ich freue mich übrigens sehr auf den Juristen bei.
17:32Ich habe einen extra neuen Anzug für Sie gekauft, Frau Heiland.
17:35Ah, das wäre aber nicht nötig gewesen.
17:37Ich kann ihn ja sowieso nicht sehen.
17:39Aber füllen.
17:41Was haben Sie sich denn Schickes für unseren Abend besorgt?
17:44Ach, nichts.
17:46Es ist ja kein Date.
17:50Herr Ewitsch?
17:52Frau Heiland.
18:12Anruf, Papa.
18:17Hallo, Papa.
18:19Störe ich?
18:19Nein, ich bin im Gericht und warte.
18:21Ich mache es kurz.
18:22Hast du später Zeit?
18:23Ich wollte etwas mit dir besprechen.
18:25Ja, wenn du hier hinkommst, dann können wir zum Italiener um die Ecke gehen.
18:28Okay.
18:29Dann bis 17 Uhr.
18:30Treffen vor dem Gericht.
18:31Frau Heiland?
18:32Passt.
18:33Tschüss.
18:34Herr Dr. Roloff?
18:35Schön, Sie kennenzulernen.
18:36Ich habe schon viel von Ihnen gehört.
18:38Kaffee, den haben Sie ja schon.
18:40Ja, leider habe ich nicht viel Zeit.
18:42Sie sagten, es geht um Heidrun Casimir.
18:44Ja, Sie haben für Ihren Mann gearbeitet, richtig?
18:47Ja, Wolfgang Casimir war mein erster Mandant.
18:50Als junger Referendar war ich mit der Scheidung von seiner ersten Frau betraut.
18:53Seitdem waren wir befreundet.
18:56Begleiten Sie mich zum Saal?
18:57Dann können wir unterwegs reden.
18:58Ja, darf ich mich einhaken?
18:59Ja, natürlich.
19:00Klar.
19:03Sie haben also öfter für ihn gearbeitet?
19:05Ja, wenn Wolfgang mich brauchte.
19:07Haben Sie sich dann auch um seine Kunstgeschäfte um?
19:10Geht's?
19:12Um seine Kunstgeschäfte gekümmert?
19:14Kunstgeschäfte?
19:16Ja, er war ja leidenschaftlicher Kunstsammler.
19:19Nee, war er nicht.
19:21Sagen Sie, worum geht es eigentlich genau, Frau Heiland?
19:24Heidrun Casimir wurde wegen Hehlerei angezeigt.
19:26Sie wollte ein Gemälde schätzen lassen, das gestohlen war.
19:29Heidrun?
19:30Garantiert nicht.
19:31Doch.
19:32Heidrun hat Kunstgeschichte studiert.
19:35Sie hat in einer Galerie gearbeitet, bevor sie Wolfgang kennengelernt hat.
19:38Sie ist die Kunstexpertin.
19:40Sie muss kein Bild schätzen lassen, um den Wert zu kennen.
19:44Das heißt, die Bilder, die in der Villa hängen...
19:46...sind ihre Leidenschaft.
19:48Als gut situierte Diplomatengattin konnte Heidrun ihre Liebe zur Kunst voll ausleben.
19:54Das ist eine absurde Geschichte, die Sie mit der auftischen Freiland.
19:58Heidrun würde nie ein gestohlenes Bild kaufen.
20:00Und wenn doch, wäre sie hinterher nicht so dumm, es von einem Experten schätzen zu lassen.
20:05Wann haben Sie sie denn zuletzt gesehen?
20:08Nach Wolfgangs Tod hat sich Heidrun vollkommen zurückgezogen.
20:12Vor etwa einem halben Jahr wollte sie, dass ich ihr Testament aufsetze.
20:15Da habe ich sie zum letzten Mal gesehen.
20:18Haben Sie ein Foto von Frau Casimir, das Sie mir schicken könnten?
20:21Bestimmt.
20:23Geben Sie mir Ihre Karte?
20:24Da.
20:26Danke.
20:27Grüßen Sie wieder Heidrun von mir her?
20:29Natürlich.
20:30Danke. Ich muss leider zur Verhandlung. Danke.
20:32Danke für Ihre Zeit.
20:33Gerne.
20:38Das Bild hat Wolfgang gekauft, also mein verstorbener Mann.
20:41Die ganzen Gemälde hier.
20:43Das war ein Hobby meines Mannes.
21:00Romy!
21:01Papa?
21:03Sag mal, bist du mit dem Auto da?
21:04Ja.
21:05Warum?
21:06Wir müssen unser Essen verschieben.
21:08Ja?
21:09Wieso?
21:10Erzähle ich dir auf der Fahrt.
21:12Aha.
21:32Juristische Person des öffentlichen Rechts sind Rechtssubjekte,
21:37die auf öffentlich-rechtlichem und privatrechtlichem Gebiet
21:43Rechtsfähigkeit, Kraft, Gesetzes besitzen.
21:49Ja, was denn jetzt?
21:50Person oder Subjekt?
21:52Können wir es bitte noch ein bisschen komplizierter machen?
21:55Es ist ja nicht kompliziert genug.
21:58Oh.
22:00Okay.
22:02Nochmal.
22:07Vielleicht hat Frau Kasi mir ein Persönlichkeitsproblem, oder?
22:10Es könnten zum Beispiel erste Anzeichen von Altersdemenz sein.
22:13Den Eindruck, dass sie verwirrt ist, hatte ich bisher eigentlich nicht.
22:18Dementerschaffende ist oft erstaunlich lange, die Fassade zu wahren.
22:21Was immer es ist, ich werde es jetzt herausbekommen.
22:24Gut. Aber nicht allein.
22:26Papa.
22:27Romy.
22:29Ich werde dich da nicht alleine reingelassen.
22:31Das kannst du vergessen.
22:34Okay?
22:35Ich weiß, dass hier irgendwo ein Katalog von dieser Kunstmesse war,
22:39auf die sie gefahren ist.
22:41Vielleicht hat die Polizei ihn mitgenommen.
22:42Warum sollte sie?
22:44Weil die wissen wollen, wo das Bild herkommt.
22:46Das glaube ich nicht.
22:48Ja, such weiter. Ich muss der Heiland irgendwas auftischen,
22:51wenn sie wiederkommt.
22:52Du hättest dir nichts von diesem Anwalt erzählen sollen.
22:54Ja, was sollte ich ihr denn sonst sagen?
22:56Irgendetwas muss ich hier ja erzählen.
22:59Und wenn wir einfach abhauen und die Bilder irgendwo verkaufen?
23:03Abhauen?
23:04Wohin denn?
23:13Kommen Sie.
23:18Bitte, nehmen Sie Platz.
23:20Danke.
23:24Wo ist denn Ihre reizende Assistentin?
23:26Die hat heute frei.
23:28Das ist mein Vater.
23:29Guten Abend.
23:30Ihr Vater, wie schön.
23:32Was ist hier los?
23:35Was meinen Sie?
23:36Ich habe mit Dr. Roloff gesprochen.
23:39Frau Kasimir hat Kunstgeschichte studiert
23:40und sie hat in einer Galerie gearbeitet.
23:42Sie hätte sich geschickter angestellt,
23:44wenn sie ein gestohlenes Bild hätte verkaufen wollen.
23:46Sie sind nicht Frau Kasimir.
23:50Natürlich bin ich das.
23:52Was reden Sie denn?
23:55Papa, öffnest du bitte das Bild?
23:58Ist das dieselbe Frau?
24:00Nein.
24:03Das ist die echte Heid und Kasimir.
24:19Ich bin Ingrid Schwarzer und das ist mein Mann Jochen Schwarzer.
24:26Ah.
24:33Ich habe 2015 angefangen, für Frau Kasimir zu arbeiten,
24:37kurz nachdem ihr Mann verstorben war.
24:39Als mein Mann Jochen den Blumenladen aufgeben musste,
24:43da hat sie ihn auch angestellt.
24:46Als Gärtner.
24:48Ja, und Fahrer und Handwerker, was eben so anlag.
24:53Ich glaube, sie war einfach einsam und suchte Gesellschaft.
24:56Sie müssen sich der Polizei stellen.
24:59Stellen? Wieso? Ich habe doch nichts getan.
25:01Sie haben sich für jemanden ausgegeben, der Sie nicht sind.
25:05Und die echte Frau Kasimir ist einfach verschwunden?
25:08Damit habe ich ja nichts zu tun.
25:10Sie sind meine Anwältin.
25:12Frau Heiland, Sie müssen mir helfen.
25:14Ich kann Ihnen nur helfen, wenn Sie mir die Wahrheit sagen.
25:16Das tue ich ja.
25:18Sie haben mich unter falschem Namen mit Ihrer Vertretung beauftragt.
25:22Und die entscheidende Frage ist in der Tat,
25:24wo ist die echte Frau Kasimir?
25:29Vor einem halben Jahr, da war sie plötzlich weg.
25:34Was soll das heißen?
25:36Weg?
25:37Verschwunden. Einfach so.
25:39Wir haben Sie überall gesucht.
25:41Alle Krankenhäuser abtelefoniert, aber nichts.
25:45Haben Sie die Polizei benachrichtigt?
25:47Haben Sie eine Vermisstenanzeige aufgegeben?
25:49Nein, wir dachten ja, sie kommt schon wieder zurück.
25:52Ich habe in 30 Jahren als Richter in der Berliner Strafjustiz eine Unmenge Lügengeschichten gehört.
25:59Und jede davon war besser als Ihre.
26:02Also, wo ist sie?
26:04Wenn wir es wüssten, würden wir es Ihnen doch sagen.
26:08Frau Schwarzer, ich kann Sie nur vertreten, wenn Sie mir die Wahrheit sagen.
26:11Ich gebe Ihnen Zeit bis morgen früh um 10.
26:14Und ansonsten lege ich mein Mandat nieder.
26:17Wir gehen, Papa.
26:29Ich weiß nicht, Romy.
26:30Vielleicht solltest du lieber die Polizei verständigen.
26:33Das kann ich nicht und das weißt du.
26:35Paragraf 203 Strafgesetzbuch, Herr Richter im Ruhestand.
26:38Sie ist meine Mandantin. Ich unterlege der Schweigepflicht.
26:41Naja, aber das hat auch gewisse Gänzen, Romy.
26:44Vorsicht, Kernstein.
26:48Die Nichtanzeige bestimmter geplanter Straftaten ist strafbar.
26:52Paragraf 138 Strafgesetzbuch, Frau Rechtsanwältin.
26:57Vielleicht ist ein Verbrechen geschehen.
26:59Stell dir vor, die beiden halten Sie im Keller gefangen.
27:02Das Haus wurde gestern durchsucht.
27:03Da war keine Spur von Frau Kasimir.
27:07Dann bin ich gespannt, wofür sich die Schwarzer morgen entscheidet.
27:11Ja, ich auch. Danke, dass du mich begleitet hast, Papa.
27:13Gern.
27:15Aufregend genug war es ja.
27:29Worüber ich eigentlich mit dir reden wollte.
27:32Ach ja.
27:33Es ist wegen des Wellnesswochenendes.
27:36Ich hänge mit dem Buch noch weit hinterher.
27:39Aber Mama freut sich so darauf.
27:41Und deswegen wollte ich dich fragen, ob du nicht mit dir hinfahren kannst.
27:44Es geht doch darum, dass ihr beide mal Zeit zusammen verbringt.
27:47Ja, sicher.
27:49Aber Romy, du würdest mir wirklich einen großen Gefallen tun.
27:55Na gut.
27:58Aber wenn du mit diesem Buch fertig bist, dann kümmerst du dich aber mal um Mama.
28:01Ja, natürlich.
28:02Sicher.
28:03Ist doch ganz klar.
28:07Hey.
28:22Hey.
28:25I go home in the morning like my mother
28:29Since when you're done, you'll live your life long
28:32Oh, Mama, dear, you'll never feel what you want
28:36But girls, they wanna have fun
28:39Oh, girls, just wanna have fun
28:49Wanna have...
28:52Hi Ada, ich bin's
28:53Also, hör mal, es gibt da leider ein Problem
28:59Ich hab den letzten Flieger verpasst
29:01Ich komm also erst am Freitag an und geh dann direkt zum Juristenball
29:06Am Samstag muss ich auch gleich in aller Frühe zurück
29:10Also, was ich sagen will, wir werden uns leider nicht sehen können
29:14Sorry
29:26Sorry, ich wollte kurz was holen, bin sofort wieder weg
29:31Ist alles okay?
29:33Du kannst hier bleiben, wenn du willst
29:36Er kommt nicht
29:41Wie, wie er kommt nicht?
29:42Er kommt nicht
29:48Scheiße
30:11Guten Morgen
30:13Frau Holländer
30:14Also, jetzt wird's mir langsam unheimlich
30:16Wir haben ja nicht mal acht
30:18Ich dachte, Sie sind zu Hause mit Ihrem Max und Essen vom Fußboden
30:21Können wir diesen Namen bitte nicht erwähnen?
30:25Oh
30:27Wollen Sie darüber sprechen?
30:29Nein
30:31Wie da ist mit der Kasum? Ja, hab ich was verpasst?
30:34Das kann man wohl sagen
30:37Anruf Staatsanwalt Elic
30:40Guten Morgen, Herr Elic
30:41Guten Morgen
30:43Jochen Schwarzer hat gestern Nacht ein Geständnis abgelegt
30:46Heidrun Kasimir ist tot
30:49Wussten Sie davon?
30:50Nein
30:51Aber ich weiß seit gestern, dass meine Mandantin nicht Frau Kasimir ist
30:55Ingrid Schwarzer sagt, Sie seien nach wie vor Ihre Verteidigerin
30:58Wenn das so ist, dann sollten Sie jetzt zur Villa Kasimir kommen
31:01Gut, ich fahr sofort los
31:03Wie jetzt? Frau Kasimir ist gar nicht Frau Kasimir?
31:06Frau Holländer, fragen Sie nicht
31:08Wie jetzt?
31:39Die beiden haben Heidegger und Kasimir unter dem Rudodododo ...
31:49unter dem Scheissgestrüppelgraben, oder?
31:56Jochen Schwarzer behauptet, sie hätten sie vor einem halben Jahr tot im Haus gefunden ...
32:00Hat Herr Schwarzer den rechtlichen Beistand?
32:02Er verzichtet auf einen Anwalt und sie möchte nur mit Ihnen reden.
32:07Ich würde gerne alleine mit meiner Mandantin sprechen. Können wir ins Haus?
32:11Bitte.
32:13Am besten raten Sie ihr zu einem Geständnis, bevor die Leiche obduziert worden ist.
32:17Was ich meiner Mandantin rate oder nicht rate, das überlassen Sie mir, Herr Illich.
32:22Ich führe Sie.
32:26Und ich gebe mal ab.
32:29Wir wollten, dass Frau Kasimir es schön hat.
32:32Und sie hat den Rhododendron immer sehr gemocht.
32:35Wir gehen jetzt mal ins Haus.
32:44So, jetzt erzählen Sie mir ganz genau, was passiert ist.
32:47Sie war tot. Einfach so.
32:52Sie müssen schon ein bisschen genauer werden.
32:55Ja, bitte hier.
32:58Hier.
33:00Ah.
33:03Gut.
33:06Der Tod Ihres Mannes hat Frau Kasimir verändert.
33:10Sie hatte keinen Kontakt mehr zur Außenwelt.
33:13Und vor einem halben Jahr, es war ein Samstag, mein Mann war einkaufen.
33:19Es war Mittag und sie kam nicht runter.
33:22Ich wunderte mich, Frau Kasimir war keine Langschläferin.
33:26Ich ging rauf ins Schlafzimmer.
33:28Sie lag immer noch im Bett.
33:31Da habe ich ihren Puls gefühlt.
33:34Sie hatte keinen.
33:38Sie lag so friedlich da.
33:42So möchte ich auch mal sterben.
33:44Einfach einschlafen und nicht mehr aufstehen.
33:46Haben Sie denn keinen Notarzt gerufen?
33:48Ja, sie war doch tot.
33:49Was solltet ihr denn tun?
33:51Frau Schwarzer.
33:54Ich wollte hier nicht weg.
33:57Was sollte denn aus uns werden, aus Jochen und mir?
34:00Sie kennen doch den Wohnungsmarkt.
34:02In unserem Alter finden wir auch keine neue Arbeit.
34:05Wir haben keine Ersparnisse mehr.
34:07Als der Blumenladen pleite ging, da standen wir vor dem Nichts.
34:10Ohne Frau Kasimir hätten wir auf der Straße gestanden.
34:14Wir haben noch niemanden etwas weggenommen.
34:17Die Rente von Frau Kasimir haben Sie aber schon eingestrichen, oder?
34:21Ja.
34:22Aber sie hatte ja keine Angehörigen mehr.
34:24Und warum wollten Sie das Bild verkaufen?
34:27Wissen Sie, was es kostet, so eine Villa in Schuss zu halten?
34:31Das sind Unsummen.
34:33Wer konnte ahnen, dass Frau Kasimir im Besitz gestohlener Gemälde ist?
34:37Das hier ist so faustdick hinter den Ohren.
34:39Na, das hätte ich ihr nicht zugetraut.
34:43Die Bilder waren die einzige Freude, die sie noch hatte.
34:46Sie war sehr einsam.
34:48Deshalb war es auch so einfach für Sie.
34:50Niemand hat Frau Kasimir vermisst.
34:54Nur Jochen und ich.
34:58Hm.
35:01Also, Herr Inditsch, untersuchungshaft, das ist doch nun wirklich übertrieben.
35:04Frau Heiland, die saßen auf gepackten Koffern
35:07und wollten sich mit den beiden anderen gestohlenen Bildern aus dem Staub machen.
35:10Aber Herr Schwarzer hat doch gestanden.
35:12Meine Mandatin hat damit nichts zu tun.
35:14Na gut.
35:15Dann warten wir mal den Obduktionsbericht ab.
35:19Können Sie wenigstens dafür sorgen, dass das schnell geht?
35:21Sehr gern.
35:23Also wirklich.
35:24Das ist gut.
35:36Beantwortungshaft.
35:38Gratulation.
35:39Von einfacher Hehlerei zu einer bizarren Mordanklage.
35:42Nicht schlecht.
35:43Du warst doch Thema Nummer eins am Gericht.
35:45Den Mord muss die Staatsanwaltschaft erst mal bewiesen.
35:47Ich bin mir sicher, dein Freund Illich wird alles daran setzen, das zu tun.
35:50Der hat Blut geleckt.
35:52Das stimmt.
35:54Aber ich werde versuchen, es ihm so schwer wie möglich zu machen.
35:57Sag mal, ist das nicht ein bisschen komisch?
35:59Mit dem Feind zum Juristenball?
36:02Weiß ich noch nicht.
36:03Hast du ein Problem damit?
36:04Nein, überhaupt nicht.
36:06Ich freue mich wirklich, dass ihr beide euch muckt.
36:08Jetzt wird es mir aber ein bisschen zu intim, Herr Ritter.
36:11Gute Nacht, Rumi.
36:13Gute Nacht, Ben.
36:31Gute Nacht, Rumi.
36:31Hi, Ada.
36:32Hi.
36:33Schau mal, ich wollte die...
36:34Halt die Klappe.
36:35Jetzt rede ich und du hörst mir mal zu.
36:38Ich habe was Besseres verdient, okay?
36:39Ich habe was Besseres verdient, als einen Freund, der keine Zeit hat, mit mir zu telefonieren.
36:43Keine Zeit hat, in einen beschissenen Flieger zu steigen
36:45und garantiert was Besseres, als sein Freund, der mir eine Sprachnachricht schickt,
36:49weil er zu feige ist, mir unangenehme Dinge persönlich zu sagen.
36:52Weißt du was, mein Freundchen?
36:54Das Leben ist zu kurz, um sich zu quälen.
36:59Wow.
37:07Krass.
37:26Ist euch das jetzt zu frisch?
37:29Guten Morgen.
37:31Guten Morgen, Frau Holländer.
37:32Gut gelaunt?
37:33Ja.
37:36Ich habe ihn absolviert.
37:38Wen?
37:39Max.
37:40Und eins sage ich Ihnen.
37:41Nie wieder einen Anwalt.
37:43Also nichts gegen Sie.
37:45Oh, oh.
37:47Kanzlei Heiland?
37:49Ach, Herr Illitsch.
37:51Ja, ich kann Sie gleich mal weitergeben.
37:53Ja.
37:55Guten Morgen, Herr Illitsch.
37:56Guten Morgen, Frau Heiland.
37:57Der Obduktionsbericht ist da.
38:00Frau Kasimir wurde höchstwahrscheinlich vergiftet.
38:02Ah.
38:03Ich mail Ihnen den Bericht gleich zu.
38:04Danke.
38:05Vielen Dank.
38:09Was ist los?
38:10Da kommt jetzt ein Obduktionsbericht per Mail.
38:39Guten Morgen.
38:41Guten Morgen.
38:42Frau Schwarzer?
38:43Ja, hier.
38:50Wie geht's Ihnen?
38:52Ich hätte nicht gedacht, dass ich mal bei der Polizei landen würde.
38:58Frau Schwarzer, die Rechtsmedizin hat eine äußere Leichenschau durchgeführt.
39:04Ja, und?
39:06Am Körper von Frau Kasimir wurden sogenannte Holzerblasen gefunden.
39:10Die drehten auf, wenn jemand vergiftet wurde.
39:13Was?
39:14Das kann nicht sein.
39:17Sie wissen, ich bin Ihre Rechtsanwältin und Sie können mir alles erzählen.
39:20Ich werde Sie vertreten.
39:22Was wollen Sie denn damit sagen, dass ich, ich habe Frau Kasimir nicht vergiftet, um Gottes Willen?
39:29Gut.
39:32Können Sie sich irgendjemanden vorstellen, der das getan haben könnte?
39:36War ja niemand im Haus.
39:37Die Kasimirs haben keine Familie mehr.
39:40Und Freunde?
39:41In dem letzten halben Jahr hatte sie nicht ein einziges Mal Besuch.
39:45Ist sie ausgegangen?
39:46Gar nicht.
39:48Im Winter, kurz vor ihrem Tod, da war sie einmal zur Kur in der Schweiz, aber sonst nur zum Arzt.
39:54So ist das mit alten Leuten.
39:56Erfolg ein Zipperlein dem Nächsten.
40:02Frau Heiler.
40:03Herr Elic, was machen Sie hier?
40:07Frau Schwarz.
40:09Ihr Mann hat gestanden, Frau Kasimir vergiftet zu haben.
40:12Was?
40:13Das kann, das kann nicht sein.
40:16Ach nein.
40:18Weil Sie es waren.
40:19Darauf müssen Sie nicht antworten, Frau Schwarz.
40:21Herr Elic, ich würde gerne draußen mit Ihnen sprechen.
40:25Bin gleich wieder da, Frau Schwarz.
40:27Herr Elic, kommen Sie.
40:42Versuchen Sie das nicht nochmal.
40:44Ich mag das, wenn Sie so energisch sind.
40:46Ich mein's ernst.
40:46Ich auch.
40:48Was sagt Herr Schwarz hat denn?
40:50Dass er die Kasimir ermordet hat, aber ehrlich gesagt glaube ich ihm kein Wort.
40:53Er konnte mir nicht mal sagen, wie er es gemacht hat.
40:55Er will einfach nur seine Frau beschützen.
40:57Was ich verstehe.
40:59Meine Mandantin bestreitet, irgendetwas mit der Sache zu tun zu haben.
41:01Natürlich tut sie das.
41:02Frau Heiland, ihre Mandantin, wollte fliehen.
41:05Sie hat die Kasimir ermordet.
41:07Winden Sie sich damit ab?
41:09Das glaube ich nicht.
41:23Wie war's?
41:25Herr Schwarz hat gestanden, Frau Kasimir vergiftet zu haben.
41:29Oh.
41:30Ist es nicht gut?
41:31Ich meine für unsere Mandantin?
41:33Das weiß ich noch nicht.
41:35Herr Elic glaubt Herrn Schwarz jedenfalls nicht.
41:38Ich habe mich nochmal eingelesen wegen dieser Holzerblasen.
41:41Die nennt man eigentlich Barbituratsblasen, weil sie meistens bei Vergiftungen mit Barbituraten auftreten.
41:46Das sind ähm...
41:47Schlaf mit.
41:48Ich weiß.
41:50Ja.
41:53Ich weiß, was Sie denken.
41:55Ach ja?
41:56Was denn?
41:58Dass die alte Dame sich selbst umgebracht hat, weil sie so einsam war.
42:06Ja.
42:07Wie gesagt, ich habe mich nochmal schlau gemacht.
42:10So starke Barbiturate werden in Deutschland gar nicht mehr verschrieben, weil sie zu schnell abhängig machen und eine Überdosierung zum
42:16Tod führen kann.
42:17In Amerika werden die sogar bei der Todesstrafe durch Injektion genutzt.
42:21An so krasses Fall kann die Kasimir gar nicht rangekommen sein.
42:24Die Schwarzer ist aber auch nicht.
42:27Stimmt auch wieder.
42:31Im Winter, kurz vor ihrem Tod, da war sie einmal zur Kur in der Schweiz, aber sonst nur zum Arzt.
42:38Frau Schwarzer hat erzählt, dass Frau Kasimir zur Kur in der Schweiz war.
42:45Äh...
42:45Ja und?
42:47Wir haben doch noch diesen Ordner mit den Rechnungen und den Steuerunterlagen.
42:52Können Sie da mal nachgucken, ob da eine Hotelrechnung dabei ist?
42:56Urvollsehen aus, Frau Heiland.
43:11Ich habe was gefunden, Frau Heiland.
43:14Ja?
43:15Es ist aber kein Hotel.
43:17Sondern?
43:18Die Rechnung einer Spezialklinik für Krebstherapie.
43:22Ah.
43:22Ja.
43:42Mein Gott.
43:43Sie war sterbenskrank und wir haben es nicht mal gemerkt.
43:47Sie hätte uns doch was sagen können.
43:50Wir hätten uns um sie gekümmert.
43:51Ich bin sicher, das wusstest.
43:53Und du hast wirklich geglaubt, ich hätte sie vergiftet?
43:57Nein.
43:57Die arme Frau Kasimir?
43:59Nein.
44:00Doch, hast du.
44:01Ich weiß nicht mehr, was ich gedacht habe.
44:03Ich wollte einfach nicht, dass du ins Gefängnis kommst.
44:06Dann lieber ich.
44:08Oh.
44:09Sie haben aber einen tollen Mann, Frau Schwarzer.
44:12Nein, habe ich nicht.
44:14Nie?
44:16Was würde ich denn ohne dich tun, du Depp?
44:21Ihre U-Haft wird aufgehoben, wenn der Staatsanwalt dem zustimmt.
44:24Aber Sie werden sich wegen des Identitätenmissbrauchs, der Störung der Totenruhe und wegen Betruges verantworten müssen.
44:32Aber Sie helfen uns doch.
44:34Natürlich.
45:01Ich habe mir erlaubt, in der Rechtsmedizin eine weitere Untersuchung anzureden.
45:05Seit wann fällt das in Ihre Zuständigkeit?
45:09Vielleicht möchten Sie sich das in Ruhe durchlesen.
45:12Na, sagen Sie schon.
45:13Sie können es doch kaum abwarten.
45:16Frau Kasimir war schwer krank.
45:18Ein Tumor am dritten Halswirbel hätte sie innerhalb kürzester Zeit gelähmt.
45:22Das wäre ein langer und qualvoller Tod geworden.
45:25Deswegen ist sie in die Schweiz gefahren.
45:26In eine Spezialklinik.
45:28In Aarau.
45:31Sterbehilfe.
45:33Sie hat sich da die Barbiturate besorgt, mit denen sie sich hier das Leben genommen hat.
45:43Das muss ich natürlich erst mal überprüfen.
45:45Natürlich, Herr Editsch.
45:47Aber meine Mandantin kann schon aus der Untersuchungshaft entlassen werden, richtig?
45:50Na ja.
45:52Wir wissen doch beide, dass Sie jetzt keine Anklage mehr erheben werden.
45:55Ach ja?
45:56Ja.
45:58Wann wollten Sie mich zum Juristenball abholen?
46:03Um acht.
46:05Schaffen Sie es auch um sieben?
46:06Dann könnten wir noch eine Kleinigkeit essen.
46:08Oft einmal gibt es doch ein Buffet.
46:09Sie wollen keine Blinder am Buffet sehen.
46:12Und ich möchte mein neues Kleid nicht bekleckern.
46:16Herr Editsch?
46:18Frau Heiland.
46:35Und dann hat sie mich mitten in der Nacht bis auf die Straße gejagt.
46:38Nacht.
46:38Also, Sie.
46:40Mit einem Messer in der Hand.
46:42Aha.
46:42Sie kennen tolle Frauen.
46:44Ich muss zugeben, es war ein Obstmesse, aber ich weiß immer noch nicht, warum Sie so sauer waren.
46:51Erzählen Sie diese Geschichte jedes Mal beim ersten Date?
46:54Haben wir also doch ein Date.
46:59Sie sehen übrigens bezaubernd aus.
47:02Danke.
47:04Ähm, Frau Heiland?
47:06Ja.
47:08Sie haben da ein wenig Pomodoro auf der Oberlippe.
47:13Okay.
47:14Danke.
47:15Bitte.
47:16Willen Sie mich entschuldigen?
47:18Natürlich.
47:22Ja, du.
47:23Ich habe alles geklärt.
47:26Meine Tochter führt mit Karin zum Wellness.
47:28So, bitte sehr.
47:29Danke, stimmt so.
47:30Dankeschön.
47:31Ja, das heißt, wir haben ein ganzes Wochenende für uns.
47:34Ich kann es auch kaum erwarten, Jessica.
48:02Okay, становiere ich her?
48:33Untertitelung des ZDF, 2020
Kommentare

Empfohlen