- vor 2 Tagen
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00:02Musik
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01:06Ich will meine Akte
01:08Was?
01:11Mein Kind, es wurde hier geboren
01:12Ich will meine Patientenakte
01:14Hören Sie, ich kann Ihnen hier keine Akte geben
01:16Worum geht's denn?
01:17März 2012, Chloe Myra
01:19Da wenden Sie sich besser an die Verwaltung
01:22Ich geh...
01:25Moment!
01:26Sie können hier nicht einfach...
01:28Hallo!
01:29Wir sind die Akte, mach das nochmal!
01:32Geben Sie mir meine Akte!
01:33Mein Kind von hier ist worden!
01:35Ich will meine Akte!
01:37Ja, Sie kriegen ihre Akte, aber nicht hier!
01:38Lassen Sie mich los!
01:39Sie sollen mich loslassen!
01:41Ja!
01:42Lassen Sie mich los!
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02:00Oh, haltet die Klappe!
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02:26Sie ist ja schon da, du meine Güte.
02:30Frau Holländer, mit meinem ersten Ausbildungstag fängt die Ära der Pünktlichkeit an.
02:35Toll, das freut mich. Na dann wollen wir darauf mal anschließen.
02:38Mama? Ja, ich mach schon.
02:53Danke. Auf Ihren ersten Ausbildungstag. Auf ein gutes Gelingen. Auf mich.
03:06Ich muss ja noch zu Nordic Walking. Viel Erfolg beim ersten Arbeitstag, Frau Holländer.
03:12Danke. Ich muss los. Das hier ist Ihr Berichtsheft.
03:17Da müssen Sie regelmäßig eintragen, welche theoretischen Unterweisungen erfolgt sind,
03:22also durch mich nehme ich an, welche Aufgaben Sie erledigt haben
03:27und welcher Lehrstoff in der Berufsschule besprochen wurde.
03:30Lesen Sie sich das am besten nochmal genau durch. Ich glaube, ich muss das dann auch immer abzeichnen.
03:35Ja, okay. Oh, mein erster Mandant als Azubi.
03:40Dann machen Sie mal auf.
03:49Hausfriedensbruch. Was genau haben Sie denn gemacht?
03:51Bitte.
03:53Danke.
03:55Ich wollte meine Akte.
03:57Ihre Patientenakte. Das heißt, Sie sind im Hildegardes Krankenhaus in Behandlung.
04:01War ich vor acht Jahren. Ich habe da mein Kind zur Welt gebracht.
04:05Gut. Ich kann versuchen, mit dem Krankenhaus zu sprechen.
04:09Wahrscheinlich bekommen wir Ihre Akte und vielleicht lässt sich das mit der Anzeige auch so regeln.
04:14Frau Holländer, lassen Sie Frau Mörard doch die Anwaltsform macht unterschreiben.
04:18Schon dabei.
04:20Gut.
04:21Danke, Frau Holländer.
04:23Allerdings brauchen wir auch noch eine Schweigepflichtentbindungserklärung,
04:27damit der Arzt uns die Akte auch aushändigen darf.
04:29Okay.
04:31Dankeschön.
04:32Frau Mörard, verraten Sie mir doch, warum Sie Ihre Akte überhaupt brauchen.
04:49Jemand hat mir diese Karte geschrieben.
04:56Ihr Kind lebt. Sie wurden gelogen.
05:00Steht auf so einer Art Postkarte.
05:02Wollen Sie mal ertasten?
05:04Das sind unsere Werbekarten.
05:06Ich arbeite als Managerin im neuen Moirier Factory Store.
05:09Wir sind ein französisches Modelabel.
05:11Jemand hat mir die Karte in mein Tablet gelegt.
05:14Mhm.
05:16Aber mein Sohn ist bei der Geburt gestorben.
05:19Vor acht Jahren. Am 11. März 2012.
05:22Und jetzt haben Sie diese Nachricht erhalten.
05:26Anonym nehme ich an.
05:28Ich dachte, mein Kind wäre tot.
05:30Obwohl ich immer so ein Gefühl hatte.
05:34Gab es denn keine Beisetzung?
05:37Ich bin sofort nach der Geburt weg aus Deutschland.
05:40Ich war nicht dabei, als er beerdigt wurde.
05:43Und jetzt sind Sie zurück in Berlin.
05:46Nur vorübergehend für zwei Monate, bis der neue Store läuft.
05:50Ich wohne in einem Hotel.
05:53Derjenige, der Ihnen diese Nachricht hat zukommen lassen,
05:57der müsste ja wissen, dass Sie in Berlin sind
05:59und dass Sie ein Kind verloren haben.
06:01Ja.
06:03Es gab ein paar Zeitungsberichte mit Fotos von mir
06:05und Interviews zur Eröffnung.
06:07Waren Sie damit denn bei der Polizei?
06:09Die haben gesagt, die soll das vergessen.
06:10Das wäre bestimmt ein mieser Witz.
06:13Wer solche Witze macht, den sollte man auf die Fresse hauen.
06:17Entschuldigung, Frau Heinlein.
06:18Bitte helfen Sie mir.
06:19Ich muss wissen, ob da was dran ist.
06:21Ich bin Rechtsanwältin.
06:22Keine Privatdetektivin.
06:24Ich weiß nicht, was ich sonst machen soll.
06:27Frau Heinlein, können wir da nicht irgendwas machen?
06:29Also, jetzt werden wir erstmal versuchen, die Akte zu bekommen.
06:32Dann sehen wir weiter.
06:33Danke.
06:35Ich bringe Sie jetzt zur Tür.
06:37Achso, ich brauche hier noch eine Unterschrift.
06:44Er hieß Michel.
06:45Mein Sohn meine ich.
07:11Oh Gott, ist das niedlich.
07:15Oh Gott, ist das niedlich.
07:16Ja, also süße Babyfotos.
07:18Wenn Sie Ihr Kind hier zur Welt bringen, dann können Sie auch so schöne Fotos haben.
07:21Hä?
07:22Wie jetzt?
07:23Siehst du schwanger aus?
07:25Was?
07:25Nein, aber Sie sind doch im besten Alter für ein Kind.
07:28Mein Freund lebt in England und ich wohne mit meinem Bruder zusammen.
07:31Kann noch was dauern, aber wirklich schöne Fotos.
07:34Danke.
07:34Ich mache hier schon ewig die Fotos.
07:35Da kriegt man Übungen.
07:36Also, falls Sie mal soweit sind.
07:39Danke.
07:40Gerne.
07:43Verzeihung, sind Sie die Anwältin, Frau Heiland?
07:47Ja.
07:50Dr. Kramer, ich leite die Geburtsstation.
07:53Romy Heiland, ich bin die Rechtsanwältin von Chloe Mürer.
07:57Ja, die Dame, die Ihre Akte will.
07:59Ada Holländer, die Assistentin. Freut mich.
08:01Freut mich auch. Dann gehen wir doch am besten in mein Büro.
08:05Sehr gerne.
08:08Frau Heiland?
08:17Frau Mürer hätte sich nur an die Verwaltung zu wenden brauchen. Dort hätte sie ihre Akte bekommen.
08:23Das hat man ihr auch gesagt.
08:26Leider hat sie daran halliert.
08:28Das tut meiner Mandantin aufrichtig leid.
08:31Oh.
08:33Das Ganze ist eine sehr emotionale Angelegenheit.
08:36Ja.
08:38Ein Kind zu verlieren, ist ein schweres, traumatisches Erlebnis.
08:42Das wünscht man niemandem.
08:45Was die Akte betrifft.
08:47Die kann Frau Mürer selbstverständlich haben. Ich habe hier bereits eine Kopie.
08:53Ja.
08:54Darf ich fragen, warum Ihre Mandantin die Akte sehen will, nach so vielen Jahren?
08:58Weil es ihr Recht ist.
09:02Wahrscheinlich kämpft sie mit Schuldgefühlen.
09:05Warum sollte sie?
09:08Frau Mürer war während der Schwangerschaft und zum Zeitpunkt der Geburt heroinabhängig.
09:15Ja, das ist auch der Grund, warum das Kind nicht überlebt hat. Das geschieht leider allzu häufig.
09:20Waren Sie bei der Geburt dabei?
09:22Nein, nein.
09:23Mein Kollege.
09:25Ja, ich muss mich jetzt leider verabschieden.
09:29Ein Kind wird zur Welt gebracht werden. Mit Kaiser Schmidt.
09:34Bitte.
09:35Bitte sehr.
09:38Frau Holländer, Sie haben die Akte?
09:40Ja, ich habe die Akte.
09:41Haken Sie sich ein?
09:43Wenn ich noch eins sagen darf.
09:46Für mich klingt das alles so, als hätte Frau Mürer den Tod ihres Kindes noch nicht verarbeitet.
09:51Es gibt sehr gute Selbsthilfegruppen.
09:54Sie können sich gerne am Empfang eine Liste geben lassen.
09:57Danke.
09:59Tschüssi.
09:59Auf Wiedersehen.
10:01Auf Wiedersehen.
10:09Heroinabhängig, das ist so krass.
10:10Solche Babys kommen schon abhängig zur Welt und müssen nach der Geburt als erstes einen Entzug machen.
10:15Das weiß ich noch auf meiner Schwester in Ausbildung. So hart.
10:19Sollen wir uns irgendwo die Akte ansehen?
10:22Ich möchte, dass Frau Mürer da erstmal selber reinguckt.
10:24Was glaubt sie denn, was in der Akte steht? Dass ihr Kind noch lebt, eher unwahrscheinlich, oder?
10:29Irgendwas stimmt da nicht.
10:39Das ist ein verschiedener Farb.
10:45Entschuldigung.
10:53Danke, dass Sie vorbeigekommen sind.
10:56Haben Sie die Akte?
10:57Ja.
11:00Da ist sie.
11:03Lesen Sie sich das ganz in Ruhe durch und dann sprechen wir.
11:08Chloe, hast du einen Moment?
11:10Nicht jetzt.
11:17Sie ist weggegangen?
11:18Ja.
11:19Geben wir ihr ein paar Minuten.
11:20Ja.
11:24Wow.
11:25Sind das schicke Klamotten.
11:27Mhm.
11:29Frau Heiland?
11:30Ja.
11:33Können Sie darauf laufen?
11:36Oh, ganz schön hoch.
11:38Aber ganz schön geil.
11:40Aha.
11:41Ja.
11:42So ein Schwachsinn.
11:44Das stimmt nicht.
11:48Okay, sie ist auf dem Balkon.
11:51Sollen wir rausgehen?
11:52Ja.
11:55Achtung, Stufe.
11:59Frau Mürer?
12:00Michelle ist nicht bei der Geburt gestorben.
12:03Er hat gelebt.
12:04Und in der Akte steht etwas anderes.
12:06Ja, die Lügen.
12:07Hier steht, mein Sohn sei tot zur Welt gekommen, aber das stimmt nicht.
12:10Ich habe ihn schreien gehört.
12:12Ich höre ihn manchmal sogar jetzt noch im Traum und wache davon auf.
12:16Daran können Sie sich erinnern, dass Ihr Sohn geschrien hat.
12:21Das ist ja immerhin ein paar Jahre her.
12:23Und angeblich waren Sie damals heroinabhängig.
12:27Ich bin clean.
12:28Seit acht Jahren.
12:30Seit ich dachte, mein Kind wäre gestorben.
12:33Ja, ich war ein Junkie und ich weiß nicht mehr viel.
12:35Aber dass ich ihn schreien gehört habe, das weiß ich.
12:39War jemand anderes bei der Geburt dabei?
12:41Vielleicht der Vater?
12:43Florian, ja.
12:45Er war dabei.
12:46Wir sind aber sehr damals nicht nur zusammen.
12:49Haben Sie noch Kontakt zu ihm?
12:52Nein.
12:54Ich weiß aber, dass er immer noch in Berlin lebt.
12:56Dann müssen wir mit ihm sprechen.
13:13Hier sind zwei Unterschriften.
13:16Einmal Doktor Alexander M. Rümelin und eine Hebamme Judith Neitzel.
13:22Gut.
13:23Finden Sie heraus, ob die beiden noch im Krankenhaus arbeiten.
13:26Beziehungsweise wie wir mit ihnen in Kontakt treten können.
13:29Okay.
13:30Frau Heiland?
13:32Was denken Sie ist passiert?
13:34Dass jemand das Kind von Frau Myra geklaut hat?
13:38Das glaubt uns doch kein Staatsanwalt.
13:40Für den Staatsanwalt wäre das ein gefundenes Fressen.
13:43Ich glaub's noch nicht so wirklich.
13:49Wir haben diese anonyme Nachricht.
13:52Und wer immer die geschrieben hat, weiß, dass Frau Myra wieder in Berlin ist und dass sie damals ihr Kind
13:57verloren hat.
13:58Das muss also jemand sein, der sie kennt oder der bei der Geburt dabei war.
14:03Also jemand aus dem Krankenhaus?
14:06Das werden aber mehr gewesen sein als nur die Hebamme oder der Arzt.
14:09Wir müssen wissen, wer sonst noch Dienst hat.
14:12Aber im Krankenhaus dürfen wir nicht danach fragen.
14:14Nee.
14:19Ich hätte aber ne Idee.
14:21Äh ja, und welche?
14:24Vertrauen Sie mir?
14:26Natürlich.
14:30Dann belassen wir's dabei.
14:48Weißt du, Max? Ich versuch mir die ganze Zeit vorzustellen, was passiert ist.
14:53Stell dir vor, du denkst, dein Kind ist tot? Und dann das.
14:57Was glaubst du, könnte passiert sein?
15:00In Deutschland verschwinden doch keine Kinder aus Krankenhäusern.
15:04Habt ihr keine richtigen Fälle oder warum verschwendet ihr eure Zeit mit sowas?
15:09Wenn Frau Heiland glaubt, da stimmt was nicht, dann ist das keine Zeitverschwendung.
15:14Ja.
15:15Naja, äh, muss ich selber wissen.
15:20Du, ich hab versucht, meinen Vater anzurufen.
15:23Ah.
15:24Dann hab ich mich aber nicht getraut.
15:31Ich wünschte, ich hätte ihn nie gesehen.
15:34Ich wünschte, wir haben nicht nachgegangen.
15:37Was würdest du an meiner Stelle tun?
15:40Puh, ja, echt schwer zu sagen.
15:45Weißt du, ich muss jetzt leider auch los. Ich bin mit den Kollegen noch auf einem Bier im Papp verabredet.
15:50Na klar. Lass sie nicht warten.
15:53Okay.
15:54Äh, ich meld mich, ne?
15:56Tschüss.
15:57Ich weiß nicht.
16:03Woher...
16:04whipf.
16:06...
16:07...
16:08...
16:08...
16:30Hi.
16:32Hi.
16:33Ich hoffe, ich störe nicht.
16:35Nee.
16:37Okay, kann ich kurz reinkommen?
16:39Klar.
16:42Wie geht's dir?
16:44Gut.
16:45Was gibt's?
16:47Wegen des Juristenballs.
16:49Wir sind da ja immer zusammen hingegangen.
16:51Und ich hab mit Nayon gesprochen und für sie ist das okay, wenn wir zusammen gehen.
16:55Also zu dritt.
16:58Prima.
16:59Dann können wir ja auch noch meine Mutter mitnehmen.
17:01Romy, kannst du bitte aufhören, die Verletzte zu spielen?
17:04Es dreht sich nicht immer alles nur um dich.
17:07Ich habe aber schon eine Begleitung.
17:09Okay, gut.
17:10Ich wollte halt nur nicht so tun, als hätte es uns nie gegeben.
17:12Aber es gibt uns nicht mehr.
17:16Ich dachte, es gibt uns noch als Freunde, aber...
17:18Schönen Abend noch.
17:23Schönen Abend noch.
17:34Schönen Abend noch.
17:59Okay, bitte.
18:01Ich habe meine Mutter.
18:03Ich habe meine Mutter.
18:04Genau deshalb.
18:07Ich habe meine Mutter.
18:19Musik
18:40Guten Morgen. Hartmann mein Name. Ich bin drüben von der Verwaltung.
18:44Ja?
18:45Ich bräuchte mal die Dienstbähne von 2012.
18:48Wieso das?
18:49Ich kann leider momentan selbst nicht darauf zurückgreifen, weil es gibt ein Problem.
18:52Aber Sie wissen ja, wie das ist mit den IT-Fuzzis.
18:55Verraten Sie es noch keinem.
18:56Aber es geht um eine rückwirkende Erhöhung des Überstundenzuschlags.
19:00Aber warum von 2012?
19:02Das könnte ich Ihnen erklären, aber das würde Sie nur verwirren.
19:05Freuen Sie sich einfach über einen kleinen Geldring Ende des Monats.
19:08Vorausgesetzt, ich kriege die Dienstpläne.
19:12Okay.
19:13Okay? Sie sind ein Engel.
19:28Ich weiß nicht.
19:31Ich neige dazu, der Polizei zuzustimmen, dass das ein ganz schlechter Scherz ist.
19:39In der Patientenakte steht, dass das Kind totgeboren wurde.
19:43Aber Frau Myra hat es schreien gehört.
19:45Sie sagten, Frau Myra war ein Junkie.
19:47Ich muss Sie nicht erklären, wie es um deren Unglaubwürdigkeit steht.
19:53Wenn an der Geschichte was dran ist, dann ist das eine Riesensache.
19:58Sie meinen für sich, also für Sie.
20:00Und für die Staatsanwaltschaft, also für Sie, wenn Sie wollen.
20:03Was glauben Sie denn, dass geschehen ist?
20:05Dass jemand das Baby ihrer Mandantin gestohlen hat, dass es vertauscht wurde?
20:08Ich weiß, das klingt extrem.
20:10Na gut, aber nehmen wir mal an, es wurde vertauscht gegen ein Totes.
20:14Das bedeutet, dass jemand aus dem Krankenhaus involviert gewesen sein muss.
20:17Das wäre ein Skandal.
20:19Ein Skandal, den kein Krankenhaus freiwillig zugeben wird, auch nicht nach acht Jahren.
20:25Frau Heiland, Frau Heiland, Frau Heiland.
20:32Sagen Sie, gehen Sie eigentlich allein zum Juristenball oder haben Sie eine Begleitung?
20:35Wieso?
20:37Könnten Sie sich vorstellen, mich zu begleiten?
20:40Nein.
20:42Aber Sie könnten mich begleiten.
20:46Verstehe.
20:49Das müsste ich mir aber erst überlegen.
20:50Ja.
20:51Tun Sie das.
20:58So, bitteschön.
20:59Dankeschön, es ist so lieb, danke.
21:08Tschüssi, machen Sie es gut.
21:22Tschüssi.
21:30Am Tag der Geburt von Frau Muras Kind hatten acht Leute Dienst auf der Station.
21:36Unser Doktor Kramer, dann Doktor Rümmelin und die Hebamme Judith Neitzel.
21:41Bloß drei Schwestern und zwei weitere Hebammen.
21:45Doktor Rümmelin ist vor zwei Jahren verstorben.
21:49Herzkasper, infarkt mein ich.
21:51Und Frau Neitzel arbeitet nicht mehr im Krankenhaus, war aber nicht schwer, sie zu finden.
21:55Sie arbeitet jetzt für ein Entbindungshaus.
21:58Wenn ich Sie jetzt frage, wie Sie an die Dienstpläne gekommen sind,
22:02dann sage ich Ihnen, James Bond ist ein Scheiß gegen mich.
22:06Wir brauchen Schriftproben.
22:10Um Sie mit der Handschrift auf der Postkarte vergleichen zu können?
22:13Mhm.
22:14Okay.
22:16Aber wir kommen ja an die Schriftproben.
22:18Mr. Bond?
22:20Hä?
22:21Ja, der bin ich.
22:37Ja, der bin ich.
23:01Alles okay?
23:03Ich bin damals abgehauen nach Frankreich.
23:06Ich habe Flo einfach sitzen gelassen und mich nie wieder gemeldet.
23:12Frau Steele, lassen Sie sich Zeit.
23:16Ich warte.
23:34Jan?
23:36Hi, Flo.
23:40Chloe.
23:42Hi.
23:45Einfach so, ja?
23:48Hi.
23:50Du hast einen Nervenrecht.
23:52Es tut mir leid, dass ich damals einfach abgehauen bin.
23:54Ja, mir auch.
23:56Ich musste weg, ich wäre sonst kaputt gegangen.
24:01Ich muss mit dir reden.
24:03Nee, gibt's nix zu reden, Chloe.
24:05Flo, bitte.
24:07Es ist was passiert.
24:09Was ist denn passiert?
24:12Ich habe jemanden mitgebracht.
24:14Frau Heiland.
24:15Frau Heiland ist meine Anwältin.
24:18Hallo.
24:19Dürfen wir reinkommen?
24:23Dankeschön.
24:25Dankeschön.
24:34Du machst noch Musik?
24:38Das ist meistens Werbung.
24:39Radio-Jingles und so'n Zeug.
24:42Ab und zu produziere ich auch was für Bands oder Solo-Acts.
24:44Aber ja, nichts Großes.
24:48Legst du noch auf?
24:50Nicht mehr, seit ich hier weg bin.
24:53Chloe war eine heiße Nummer an den Berliner Clubs.
24:56Aha.
24:57Ja, sie hätte eine ganz große werden können.
25:00Ja, aber ich habe es versaut.
25:03Ich habe alles versaut.
25:04Ja, wir haben alle zu viel Drogen genommen.
25:13Vorsicht, es ist heiß.
25:15Danke.
25:21Das ist clean, oder?
25:23Seit acht Jahren.
25:25Das sieht man.
25:28Warum wir hier sind.
25:29Jemand behauptet, dass er lebt.
25:32Was?
25:33Wer?
25:34Unser Sohn, Michaud.
25:37Was?
25:39Wer behauptet das?
25:41Keine Ahnung.
25:42Jemand hat mir eine anonyme Nachricht hinterlassen.
25:45Sie waren ja damals bei der Geburt dabei, richtig?
25:48Na klar.
25:50Haben Sie das Baby gesehen?
25:52Ganz kurz.
25:56Er hat geschrien wie am Spieß, der Kleine.
25:58Die haben ihn dann noch sofort weggebracht, wegen der Drogen.
26:03Und daran können Sie sich ganz genau erinnern.
26:07Also, da sind Sie sich sicher.
26:09Sie meinen, ob ich high war, nicht?
26:11Ja.
26:13An dem Tag nicht.
26:15Ja.
26:17Ich bin sicher. Wieso fragen Sie?
26:19In meiner Krankenakte steht, Michelle sei tot zur Welt gekommen.
26:22Echt?
26:26Nee, aber...
26:27Ja, das war er nicht.
26:28Eben. Und jetzt diese Nachricht.
26:31Und können Sie sich an irgendwas anderes erinnern?
26:33War irgendwas ungewöhnlich?
26:36Nee, ich...
26:38Wieso, was glaubst du denn, was passiert ist?
26:40Das wollen Frau Heiland und ich ja herausfinden.
26:50Ja, dann...
26:54Dann wünsche ich dir viel Glück.
26:57Und Sie interessiert das gar nicht, was mit Ihrem Kind passiert ist?
27:00Der Junge ist tot, was soll denn sonst sein?
27:03Ich bin sorry, ich will damit nichts zu tun haben.
27:06Es war damals schlimm genug.
27:08Ich brauche das nicht.
27:11Ich hab's doch gesagt! Michelle hat gelebt!
27:14Flo hat's bestätigt!
27:17Es war mies von mir, ihn einfach sitzen zu lassen.
27:19Können Sie mir helfen?
27:21Oh, ja.
27:27Können Sie sich vorstellen, dass Herr Runke die Karte geschrieben hat?
27:32Was?
27:33Nein, warum?
27:35Vielleicht, weil Sie ihn damals verlassen haben und einfach weggegangen sind?
27:40Sie meinen, er schreibt mir so eine Karte, um sich zu rächen?
28:07Ich hab Sie, Frau Heiland!
28:10Alle! Außer die vom Kramer natürlich!
28:13Wie haben Sie das gemacht?
28:15Mr. Bond. Warten Sie. Guten Tag. Ich sammle Unterschriften im Rahmen der Petition Bessere Bezahlung für Kranken- und Pflegepersonal,
28:25die wir im Frühjahr beim Bundesgesundheitsministerium einreichen werden.
28:29Würden Sie diese Aktion mit Ihrer Unterschrift unterstützen? Bei Bessere Bezahlung haben die meisten schon unterschrieben.
28:35Also das muss man mal so sagen. Frau Holländer, Sie sind der Hammer. Danke, danke, danke, danke, danke.
28:41So, und jetzt bringen Sie die Unterschriften bitte zum Graphologen. Ich habe gerade mit ihm telefoniert, dann bekommen wir die
28:45Ergebnisse nämlich gleich morgen früh.
28:47Er heißt Weber und steht bei uns im Adressbuch.
28:51Okay, ja.
29:32Vielen Dank, das ist wirklich sehr nett, dass Sie extra hergekommen sind, Herr Weber.
29:35Für Sie doch gerne, Frau Heiland. Es ist immer schön, Sie zu sehen.
29:38Bitte.
29:39Hallo. Wie geht es denn Ihrem Vater? Wir haben viel zu lange nicht gesprochen.
29:46Er schreibt gerade an einem Buch, das nimmt ihn ziemlich in Anspruch.
29:50Ein Buch? Sehr beeindruckend.
29:53Grüßen Sie ihn doch bitte von mir und auch Ihre liebreizende Mutter.
29:59Natürlich. Was haben Sie denn für uns?
30:01Leider nicht viel.
30:05Ich kann keine Ihrer Schriftproben mit Gewissheit der Schrift auf der Postkarte zuordnen.
30:11Das ist weniger als nicht viel.
30:14Ich wünschte, ich hätte bessere Nachrichten.
30:18Allerdings ist mir etwas anderes aufgefallen.
30:22Die Unterschrift der Hebamme Judith Neitzel hier in der Patientenakte und hier auf der Unterschriftenliste sind ähnlich, aber nicht identisch.
30:34Soll heißen?
30:35Dass die Unterschrift in der Patientenakte gefälscht ist, oder?
30:38Das wäre meine Vermutung, ja.
30:45Das kapiere ich nicht.
30:47Warum sollte jemand die Unterschrift in der Patientenakte fälschen?
30:52Weil die betreffende Hebamme Angst hatte, ihre eigene Unterschrift darunter zu setzen.
30:58Weil Sie oder der Arzt oder beide zusammen das Baby von Frau Myra vertauscht haben.
31:04Wenn Sie sagen vertauschen, würde das bedeuten, dass...
31:08Dass am selben Tag ein anderes Kind gestorben sein muss.
31:13Wow. Steile These, ha?
31:15Wir sollten Judith Neitzel anrufen.
31:19Sollen Sie, ist das mal nach Ringe?
31:21Ja.
31:22Ach, Sie wollen ein Stück?
31:24Ja, bitte.
31:26Na, ausnahmsweise, Frau Heiland.
31:29Danke.
31:30Danke.
31:45Vielen Dank, dass Sie zu uns gekommen sind.
31:48Wollen Sie was trinken, Frau Neitzel?
31:50Gern.
31:50Wasser?
31:51Ja.
31:52Ja.
31:53Haben wir Sie schon mal irgendwo gesehen?
31:55Nee.
31:57Setzen Sie sich doch bitte.
31:58Ja.
31:59Frau Neitzel, ich habe Fragen zu einer Geburt, die Sie vor einigen Jahren begleitet haben.
32:05Das hat mir Ihre Mitarbeiterin am Telefon gesagt, aber ob ich mich erinnern kann, das ist sehr lange her.
32:11Ja, Wasser?
32:11Danke.
32:13Frau Neitzel, ist das Ihre Unterschrift?
32:16Ja, sieht so aus.
32:18Wieso?
32:19Das ist die Patientenakte meiner Mandantin, Chloe Murat. Ihr Kind wurde am 11.03.2012 im Hildegardes Krankenhaus geboren. Zum
32:28Zeitpunkt der Geburt war die Mutter drogenabhängig.
32:31Ja, und?
32:33Erinnern Sie sich vielleicht an diese Geburt? Beziehungsweise daran, ob das Kind während oder nach der Geburt gestorben ist?
32:40Oh, nein. Das ist doch so lange her. Was steht denn in der Akte?
32:45Dass es eine Todgeburt war, unterschrieben von Ihnen und Dr. Rümmeling.
32:49Ja, wenn es da steht. Sagen Sie mal, warum wollen Sie das eigentlich wissen?
32:55Frau Holländer, die Karte bitte.
32:57Ja.
32:58Wirklich schön.
33:00Diese anonyme Nachricht hat meine Mandantin erhalten. Jemand behauptet, dass Ihr Kind noch lebt.
33:07Aber das ist doch absurd.
33:09Frau Neitzel, wir vermuten, dass Ihre Unterschrift in der Patientenakte gefälscht ist.
33:14Meine Unterschrift?
33:17Sie sind die Frau, die Unterschriften gesammelt hat.
33:21Ja, wir haben einen Experten befragt und er sagt, dass die Unterschrift in der Patientenakte und Ihre Unterschrift in der
33:29Unterschriftenliste nicht identisch sind.
33:31Wenn das nicht Sie unterschrieben haben in der Akte, wer kann es dann gewesen sein?
33:37Ja, ich weiß nicht. Ich meine, wir arbeiten in Schichten.
33:41Das heißt, es könnte sein, dass Sie die Geburt von Frau Myra nicht bis zum Ende begleitet haben. Also, dass
33:45sie jemand abgelöst hat.
33:47Ja, könnte sein. Das ist die übliche Praxis.
33:50Welche Kolleginnen kämen dafür in Frage?
33:52Um Gottes Willen, das ist doch ewig her. Und ich arbeite schon seit sechs Jahren nicht mehr im Krankenhaus.
34:00Ich weiß nicht, ob ich mit Ihnen reden sollte.
34:02Frau Neitzel, hier wurde sehr wahrscheinlich an Verbrechen begangen.
34:05Und Sie haben damit zu tun, ob Sie wollen oder nicht. Ihr Name steht in der Akte.
34:10Ich gehe jetzt besser.
34:14Aber...
34:16Das war jetzt eher so semi-erfolgreich, oder, Frau Heiland?
34:19Ja.
34:20Wenn die Neitzel sich nicht erinnert oder erinnern will, dann stehen wir mit nichts da.
34:30Ich mache hier schon ewig die Fotos. Da kriegt man Übungen. Also, falls Sie mal so weit sind.
34:35Sagen Sie, haben Sie noch die Karte mit der Adresse von diesem Fotografen?
34:39Hä? Welcher Fotograf?
34:41Na, der aus dem Krankenhaus.
34:42Ach, der? Ja, die Karte habe ich noch.
34:46Vielleicht haben wir ja Glück.
34:48Vielleicht hat er damals schon alle Neugeborenen fotografiert.
34:52Hier ist die Karte.
34:53Prima.
35:04Judith!
35:05Hallo, Sandra.
35:06Ach, Mensch, Judith.
35:08Wir haben uns ja eine Ewigkeit nicht gesehen.
35:11Was machst denn du hier?
35:13Ich muss mit dir reden.
35:15Aha.
35:17Ja.
35:19Ja.
35:50Hi.
35:51Hey.
36:00Hey!
36:01Hey!
36:02Hey!
36:03Das ist doch nicht ernsthaft nach dem Kind, oder?
36:06Doch.
36:11Wieso lachst du?
36:13Es ist doch dein Kind.
36:14Ach ja, jetzt auf einmal, ja?
36:18Und als der Junge gestorben ist?
36:21Hast du dich einfach verpisst?
36:26Hast du dich auch nicht interessiert, wie ich mich fühle?
36:30Ich musste clean werden.
36:33Das konnte ich nur alleine.
36:38Sei froh, dass der Junge tot ist.
36:41Was?
36:42Michelle ist nicht tot.
36:44Ach, Chloe.
36:45Selbst wenn, du willst keine Mutter.
36:49Ich bin auch kein Vater.
36:52Das Schicksal hat uns den Jungen weggenommen,
36:54weil wir ein Kind nicht verdienen.
36:56Hör auf!
37:04Du weißt, dass ich recht hab.
37:14Lass sie mal ziehen.
37:22Irgendwer hat der Frau eine anonyme Nachricht geschrieben,
37:25in der steht, dass das Kind noch leben würde.
37:28Und diese Anwältin glaubt,
37:30dass jemand meine Unterschrift in der Patientenakte gefälscht hat.
37:34Was für eine verrückte Geschichte.
37:36Das ist doch total absurd.
37:38Ich hab nichts getan.
37:39Natürlich nicht.
37:41Judith, die Frau war drogenabhängig.
37:44Die denkt sich das alles aus.
37:45Das sieht ihre Anwältin aber nicht so.
37:48Kannst du dich nicht an damals erinnern?
37:50Nee, das ist doch eine Ewigkeit her.
37:53Du, ich muss wieder.
37:55Aber schön, dass wir uns mal wieder gesehen haben.
37:58Und lass dich nicht so verrückt machen.
38:17Es tut mir leid.
38:19Es tut mir wirklich leid,
38:20aber ich kann Ihnen die Fotos nicht zeigen.
38:22Das verstößt gegen den Datenschutz.
38:25Ich suche dieses Kind,
38:27weil ich vermute,
38:28dass man es seiner Mutter gestohlen hat.
38:34Welches Jahr?
38:352012.
38:36März.
38:3711. März.
38:4411. März.
38:45Sieben Eltern haben ihr Kind fotografieren lassen.
38:48Und hier hab ich meine Notiz gemacht.
38:51Späterer Fototermin gewünscht.
38:538 bis 10 Wochen später.
38:55Ja, das könnte passen.
38:57Weil das Kind in den Entzug musste.
38:58Ja, und das dauert 8 bis 10 Wochen ungefähr.
39:00Ich brauche den Namen der Eltern.
39:07Sophia und Markus Kramer.
39:08Kramer?
39:09Kramer?
39:26Kramer?
39:32Kramer?
39:34Kramer?
39:38Kramer?
39:39Ich habe ihn im Netz gefunden.
39:42Sicher?
39:43Ja, und Markus Kramer postet gerne Fotos.
39:46Aber nicht von seinem Kind, sondern lieber von seinem Bruder.
39:49Alles Gute für meinen großen Bruder Robert, der Superdoktor.
39:52Er ist es wirklich, kein Zweifel.
39:54Gute Arbeit, Frau Holländer, das kann gleich ins Berichtsheft.
39:58Anruf Chloé Mürat.
40:08Das ist der Anschluss von Chloé Mürat. Bitte hinterlassen Sie eine Nachricht.
40:13Rumi Heiland hier. Bitte rufen Sie mich dringend zurück.
40:16Danke.
40:28Kanzlei Heiland?
40:30Frau Holländer?
40:31Ja, Frau Mürat. Ich gebe Sie mal gleich weiter an Frau Heiland.
40:36Frau Mürat.
40:39Hallo. Ich versuche, seit gestern Abend Sie zu erreichen.
40:42Ich glaube, Ihr Kind lebt.
40:44Und ich habe auch eine Vermutung, wo.
40:51Frau Mürat?
40:56Lassen Sie es gut sein.
40:58Was?
41:01Ich will sein Leben nicht kaputt machen.
41:03Ich bin noch nicht wirklich seine Mutter.
41:07Wo sind Sie?
41:20Stufe?
41:35Frau Mürat.
41:38Gehen Sie vor.
41:40Ja.
41:50Wollen Sie sich hinsetzen?
41:51Ja.
41:52Ja?
41:53Dann hier?
41:54Genau.
41:56Ist Herr Ruhmke auch da?
41:58Termin mit einem Musiker.
42:04Wir haben geredet.
42:09Aber Ihr Gefühl hat Sie nicht getäuscht.
42:12Zur gleichen Zeit, als Sie Ihren Sohn zur Welt gebracht haben, hat dieser Dr. Kramer die Entbindung seiner Schwägerin betreut.
42:20Das Kind ist gestorben.
42:23Und Dr. Rümelin, Ihr Arzt, und Dr. Kramer, ja, die haben die Kinder vertauscht.
42:31Ich vermute, Ihr Sohn lebt bei der Familie von Dr. Kramers Bruder.
42:37Das müssen wir natürlich erst beweisen.
42:42Ach, Michelle kennt mich doch gar nicht.
42:46Und wahrscheinlich geht es ihm in dieser anderen Familie viel besser.
42:49Frau Mürat, Ihnen wurde Ihr Kind vorenthalten.
42:51Das ist ein Verbrechen.
43:03Ich habe Michels Leben das erste Mal kaputt gemacht, als ich ihn drogenabhängig zur Welt gebracht habe.
43:11Ich will das nicht nochmal tun.
43:20Ich habe Angst, Frau Heiland.
43:22Okay, das verstehe ich.
43:26Und das wird auch sicher nicht einfach.
43:28Ganz sicher nicht.
43:30Aber es gibt Gesetze.
43:31Sie gehen jetzt zur Polizei und erstatten Anzeige wegen Entziehung Minderjähriger.
43:36Und ich gehe zum Staatsanwalt und lege ihm vor, was wir wissen.
43:42Kanzlei Heiland, guten Tag.
43:45Frau Neitzel.
43:47Natürlich, ich gebe Sie mal weiter.
43:50Hier.
43:51Danke.
43:53Heiland.
43:54Judith Neitzel hier.
43:56Ich habe nachgedacht.
43:57Ich kann mich an Frau Mürats Geburt erinnern.
43:59Und ich weiß auch, wer meine Ablösung war, als sie entpunden hat.
44:03Aha.
44:04Wer denn?
44:05Also, haben Sie einen Namen für mich?
44:07Sandra Berlitz.
44:08Sie arbeitet immer noch im Krankenhaus.
44:17Da ist sie.
44:18Da ist sie.
44:19Die nehmen Sie bitte mit und dann vorne links nochmal zum Ultraschall.
44:22Dankeschön.
44:23Frau Berlitz?
44:26Ja.
44:29Mein Name ist Romy Heiland.
44:30Ich vertrete Frau Mürat.
44:33Sie haben meiner Mandantin eine Nachricht geschrieben und ich würde sehr gerne mit Ihnen darüber sprechen.
44:46Was haben Sie mit meinem Kind gemacht?
44:51Es tut mir so leid.
44:54Ich habe damals wirklich geglaubt, ich tue das Richtige.
45:02Oh, da ist der Kramer.
45:04Wo?
45:05Hinter Ihnen.
45:17Sie haben mir mein Kind gestubbelt.
45:29Wissen Sie, wie viele Junkies bei uns ihre Babys zur Welt kommen?
45:34Babys, die leiden.
45:37Wie am Spieß schreien, weil ihre kleinen Körper das Gift brauchen.
45:42Und wenn sie die qualvolle Entgiftung überleben, wachsen sie bei Eltern auf die,
45:46ja, die sich mehr um den nächsten Schuss kümmern als um das Wohl ihrer Kinder.
45:54Mein Bruder und seine Frau haben dem Jungen die Chance gegeben, ein gutes Leben zu leben.
46:02Meine Schwägerin hatte jahrelang versucht, schwanger zu werden.
46:06Insemination, in vitro, nichts hat funktioniert.
46:10Sie bekam Depressionen.
46:13Die Beziehung war kurz davor, auseinanderzubrechen.
46:17Und dann wurde sie plötzlich schwanger.
46:21Es war wie, als Mediziner sagt man sowas nicht gern, aber es war wie ein Wunder.
46:27Bei der Geburt, ja, es gab Komplikationen.
46:31Das Kind kam tot zur Welt, stranguliert.
46:33Durch die Nabelstur.
46:35Und zur gleichen Zeit hat Dr. Rümelin das Kind von Frau Myrat zur Welt gebracht.
46:40Ja.
46:41Und er hatte die Idee, die Kinder zu vertauschen.
46:45Ich meine, auf der einen Seite ein liebevolles Paar, das darauf brennt, endlich Eltern zu werden.
46:53Und auf der anderen, was für eine Perspektive hat denn das Kind einer Junkie-Mutter?
47:00Sie haben einer Mutter ihr Kind gestohlen.
47:04Dafür gibt es keine Rechtfertigung.
47:25Ich muss zugeben, als sie vor ein paar Tagen bei mir waren, habe ich nicht geglaubt, dass sie mit dieser
47:29Sache weiterkommen.
47:30Ich habe Anklage gegen Dr. Kramer erhoben.
47:34Das wird ein dickes Ding.
47:36Ich habe es Ihnen gesagt.
47:38Haben Sie sich schon mal überlegt, zur Staatsanwaltschaft zu wechseln?
47:41Nein.
47:42Ich bin richtig da, wo ich bin.
47:44Frau Heiland?
47:46Herr Illitsch, wegen des Juristenballs.
47:50Ja?
47:53Wenn wir da zusammen hingehen, dann muss Ihnen klar sein, dann haben Sie mich den ganzen Abend am Hals.
47:59Also Sie können mich nicht einfach in der Ecke abstellen und networken.
48:06Ehrlich gesagt, es gibt niemanden, den ich lieber den ganzen Abend am Hals säte, Frau Heiland.
48:12Sie entschuldigen mich?
48:15Vielen Dank.
48:45Ehrlich gesagt, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!