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Kategorie

🎥
Kurzfilme
Transkript
00:00:06Musik
00:00:40Musik
00:01:07Musik
00:01:38Musik
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00:01:53Musik
00:01:57Musik
00:01:58Pansun Lümann
00:02:00Bitte ich hätte gern einen ihrer Gäste gesprochen
00:02:02Herrn Fahns Wart
00:02:05Ja, ich warte
00:02:07Musik
00:02:09Musik
00:02:10Musik
00:02:11Musik
00:02:15Herr Fahns Wart
00:02:17Kahlenberg hier
00:02:19Hatten Sie eine gute Reise?
00:02:20Schön
00:02:21Ich hätte Sie gern heute noch gesprochen
00:02:23Wenn es Ihnen recht ist in
00:02:27In einer halben Stunde geht das?
00:02:29Gut
00:02:31Sie wissen doch wo das Café Bettina ist
00:02:34Dann also gegen halb fünf
00:02:36Ich danke
00:03:00Es scheint Regen zu geben
00:03:03Sieht so aus, ja
00:03:08Bitte sehr
00:03:09Mocker und einen Düsseldang bitte
00:03:11Das gleiche noch einmal
00:03:12Machen Sie bitte etwas Musik?
00:03:14Gern, etwas Bestimmtes
00:03:17Egal
00:03:21Sie haben was für mich?
00:03:23Ja
00:03:23Schön, dass Sie mich nicht vergessen haben
00:03:25Außerdem
00:03:26Ich kann's brauchen
00:03:28Das trifft sich gut
00:03:29Sind Sie jetzt irgendwo fest engagiert?
00:03:32Nicht fest
00:03:33Gelegentlich für Huivina
00:03:34Auftragsbasis
00:03:35Immer noch Diamanten?
00:03:38Kommt vor, ja
00:03:39Aber auch andere Sachen
00:03:40England
00:03:41A
00:03:42A
00:03:42Nun ja
00:03:44Hauptsache Sie haben Zeit
00:03:46Herr Kahlenberg, Sie können über mich verfügen
00:03:50Danke
00:04:01Aus Berlin wieder?
00:04:07Wann können Sie aufbrechen?
00:04:08Wenn es sein muss heute
00:04:11Sonntag
00:04:12Gut
00:04:13Haben Sie alles bei sich?
00:04:15Ihr Aufenthalt ist bereits beantragt für den Bezirk Potsdam
00:04:18Versuchen Sankso Sie
00:04:20Der Ort heißt Lukenau, Potsdamer Gebiet
00:04:22Die Karte liegt bei
00:04:24Sie können das nachher alles studieren
00:04:26Bevor Sie abreisen, hole ich das Material wieder ab
00:04:28Hm, bitte
00:04:34Doktor Hans Grunert, Lukenau
00:04:37Ziemlich kleiner Ort ist das
00:04:38Lauter Einzelhäuser
00:04:40Sozusagen mitten im Wald
00:05:03Opa, und die Funkfernsteuerung knipst und schaltet auch den Film weiter?
00:05:06Ja, das ist eine ganz einfache Technik
00:05:08Papa sagt, eines Tages ist es bestimmt soweit, dass die Kamera klingelt, wenn ein schönes Motiv kommt
00:05:16Automatisierung von A bis Z
00:05:18Dass keiner mehr zu denken hat
00:05:20Das wär prima, sowas muss man für Mathe haben
00:05:24Und wer erfindet solche Apparate?
00:05:27Und baut sie?
00:05:29Na du, Mann
00:05:29Da muss ich dich enttäuschen
00:05:32Das Denken kann man nicht abschaffen, aber
00:05:35Man kann es mit Computern verstärken
00:05:40Schade
00:05:51Und die Vögel merken gar nichts von wie sie knipsen?
00:05:56Das war's
00:06:09Siehst du?
00:06:10Das war eine Aufnahme
00:06:11Toll, Mann
00:06:13Ist der Film bald voll?
00:06:15Noch nicht
00:06:16Aber den Rest machen wir jetzt und dann entwickeln wir den Film, ja?
00:06:19Da mach ich mit
00:06:20Na klar
00:06:21Du bist doch Fachmann
00:06:30Das war's
00:06:42Das ist ein Film
00:06:43Das ist ein Film
00:06:48Das ist ein Film
00:06:51Das ist ein Film
00:06:57Bei dir in der Dunkelkammer geht alles viel besser als zu Hause
00:07:00Wenn ich die Küche verdunkele, fällt regelmäßig was runter
00:07:04Und dann gibt's Zoff
00:07:05Wer schimpft denn mehr?
00:07:06Vati oder Mutti?
00:07:08Na ja, der Vati
00:07:09Der kümmert sich nicht so um die Küche
00:07:12Der sagt dann höchstens noch zwei Würfe
00:07:14Aber die Mutti, eh?
00:07:16Na ja, die Mutti
00:07:17Die muss sich erst noch zur Technik erziehen
00:07:20Da hat man seinen Ärger dabei
00:07:24Kommt jemand
00:07:26Michael
00:07:28Pass auf das Nest auf
00:07:29Hm?
00:07:31Du siehst ja die Eltern einfliegen
00:07:33Wenn sie füttern, drückst du ab, ja?
00:07:35Mach ich
00:07:36Dauert's lange?
00:07:37Ich weiß nicht
00:07:38Wenn's dir zu lange dauert, gehst du schon runter den Film entwickeln, ja?
00:07:42Geht in Ordnung
00:08:01Herr Doktor Grunert?
00:08:02Ja, bitte?
00:08:04Mein Name ist Juan Zwarte, ich komme aus Holland
00:08:06Oh, von der Akademie?
00:08:08Nein, das nicht, ich bin auf der Durchreise
00:08:10Es handelt sich um eine ganz persönliche Sache
00:08:12Darf ich?
00:08:14Bitte, kommen Sie rein
00:08:15Danke
00:08:29Bitte, nehmen Sie Platz
00:08:30Danke
00:08:37Trinken Sie etwas?
00:08:39Einen kleinen Cognac, wenn's keine Umstände macht
00:08:43Aber nein
00:08:45Der einzige Umstand ist, dass man die Flasche öffnen muss
00:08:53Also aus Holland
00:08:56Geschäfte bei uns?
00:08:58Nun ja
00:09:00Sind Sie Ingenieur bei Philips?
00:09:02Stimmt beinahe
00:09:04Ich arbeite in der holländischen Filiale von General Electric
00:09:07Interessant
00:09:14Haben Sie ein besonderes Anliegen?
00:09:16Kann ich etwas für Sie tun?
00:09:18Herr Doktor Grunert, ich besuche regelmäßig die Leipziger Messe
00:09:21Ich habe dort Ergebnisse Ihrer Arbeit gesehen
00:09:25Elektronische Schaltanlagen, Regler, sehr eindrucksvoll
00:09:28Letzter Stand der Technik
00:09:31Übrigens, ich lese deutsche Fachliteratur
00:09:33Ihre Beiträge gehören zu meiner bevorzugten Lektüre
00:09:36Das freut mich zu hören
00:09:38Arbeiten Sie auf dem gleichen Gebiet?
00:09:41Nicht direkt, ich begann auf diesem Gebiet, aber ich ging dann später in die Verwaltung
00:09:44Ich leite heute ein Personalbüro
00:09:47Das ist auch der Grund meines Besuches
00:09:48Unser Stammbetrieb in Skeneckte, die bat mich Sie aufzusuchen
00:09:51Ich war erst kürzlich in den Staaten und dabei ergab sich das Gespräch über Sie
00:09:56Hochinteressant
00:09:57Ich wusste gar nicht, dass mein Ruhm bis nach Skeneckte, die gedrungen ist
00:10:01Ja, das hängt damit zusammen, dass Sie mal bei der AEG angestellt waren
00:10:04Ein solcher Betrieb verliert seine früheren, begabten Mitarbeiter nie ganz aus den Augen
00:10:09Auch über Grenzen hinweg
00:10:11Ja, das kann durchaus sein
00:10:14Die AEG hängt ja heute wohl so gut wie ganz an, der General Electric, nicht wahr?
00:10:18Naja, und nicht nur die AEG
00:10:19Sie wissen ja selbst, die General Electric ist der weltgrößte Elektrokonzern
00:10:25Hätte sich der alte Morgan nicht träumen lassen, als er damals anfing
00:10:29Und hätte sie ihn schon gar nicht
00:10:30Ja, ein gewaltiges Unternehmen
00:10:34Herr Doktor Grunert, Sie werden sich vorstellen können, dass die General Electric glänzend informiert ist
00:10:39Und eine solche Information ist es, die mich zu Ihnen führt
00:10:45So?
00:10:47Sie waren während des Zweiten Weltkrieges bei einem Zweigwerk der AEG in Posen beschäftigt, nicht wahr?
00:10:55Sicher erinnern Sie sich an eine Episode um 20 sowjetische Kriegsgefangene, die damals auch in diesem Werk arbeiteten
00:11:01Es war wohl ein Fall von Sabotage vorgekommen und die Gestapo konnte ihn nicht aufklären
00:11:05Sicher war nur, dass die Sabotage von den russischen Gefangenen ausging
00:11:08Sie haben damals für die Gestapo 20 Gefangene ausgewählt, die als Täter in Frage kamen
00:11:14Und die Leute wurden zur Vernichtung abtransportiert
00:11:25Das alles liegt lange zurück
00:11:28Man könnte annehmen, dass es vergessen sei
00:11:30Nur, es ist nicht vergessen
00:11:34Auf irgendeine Weise muss einer dieser Gefangenen überlebt haben
00:11:39Waren Sie unlängst in Moskau?
00:11:45Ja
00:11:48Zu einer Konferenz
00:11:50Der Mann muss Sie wiedererkannt haben
00:11:52Ich kenne die einzelnen Vorgänge nicht genau, aber so viel steht fest
00:11:56dass gegen Sie bereits ein Ermittlungsverfahren angelaufen ist
00:11:59Wenn man bis jetzt noch nicht zugegriffen hat
00:12:01Sicher doch nur, weil man noch nicht alles Material gegen Sie zusammen hat
00:12:05So was kann Wochen dauern
00:12:08Mitunter auch nur Tage
00:12:10Offensichtlich hat der amerikanische Geheimdienst unseren Konzern informiert
00:12:14Herr Doktor Grunert
00:12:15Dieser Tipp kann Ihnen das Leben retten
00:12:19Es ist unglaublich
00:12:22Nach so langer Zeit
00:12:26Wer erinnert sich da noch?
00:12:34Werfen Sie mal einen Blick da drauf
00:12:42Da hatten wir schon mal eine Reklamation, Herr Doktor
00:12:45Vier!
00:12:46Das ist die fünfte!
00:12:47Die kommt von der Marine?
00:12:49Natürlich von der Marine
00:12:50Mal nicht von der Panzerwaffe oder der Luftwaffe
00:12:53Torpedolaufwerke, die nicht funktionieren
00:12:56Der Torpedo läuft 100 Meter aufs Ziel
00:12:58Und dann bricht er plötzlich zur Seite aus
00:13:02Können Sie sich vorstellen, wie einem U-Boot-Kommandanten zumute ist, wenn ihm das so ein paar Mal hintereinander passiert?
00:13:08Die Teile laufen in Ihrer Abteilung durch alle Kontrollen!
00:13:12Wie erklären Sie sich das?
00:13:13Ja, das ist vorstellbar
00:13:15Wir können bei der Prüfung die Teile ja nicht voll belasten, nur mit 50 Prozent
00:13:19Sonst sind sie nach einer Minute hinüber
00:13:20Eben!
00:13:22Und das wissen diese Kerle in Ihrer Abteilung auch
00:13:26Die haben genau unsere schwache Stelle herausgefunden
00:13:29Tja!
00:13:31Das ist eine schlimme Sache
00:13:32Das wird eine schlimme Sache gewesen sein
00:13:36Doktor Krunert
00:13:39Das erledigen wir ganz schnell
00:13:57Und Herr Stundhörer, ich glaube Sie machen hier etwas falsch
00:14:00Wie meinen Sie das?
00:14:02Sie glauben immer noch, es hat Sinn den Leuten die Ration auf drei Tage zu entziehen
00:14:05Sie sollen hungern, das wird Sie zur Vernunft bringen
00:14:08Mürbe machen, erprobte Methode
00:14:10Wenn der Hunger groß genug ist, werden Sie uns die Saboteure melden, dann haben wir sie
00:14:14Nein!
00:14:15Damit erreicht man gar nichts
00:14:18Die treten höchstens für eine Woche kurz
00:14:20Dann fängt der Ärger von vorne an
00:14:23Ich bekomme den Ärger unter Sturmführer, mich niest man an
00:14:27Ich bin hier für eine einwandfreie Produktion verantwortlich
00:14:31Früher hatten wir hier Fohlen, war genau dasselbe
00:14:35Bis sich einfach mal zehn Leute an die Wand stellen ließ
00:14:37Da war Ruhe
00:14:39Und wie lange?
00:14:41Lange genug
00:14:43Dann kamen zehn Neue an die Reihe
00:14:45Ja
00:14:46Und das ging so lange, bis Sie keine polnischen Elektriker mehr hatten
00:14:49Dann mussten Sie Russen anbordern
00:14:50Na und?
00:14:52Ich kann so viele Russen anfordern, wie ich will
00:14:55Wie viele waren Sie im Augenblick in Beeren?
00:14:59Zehn Mann
00:15:00Ich brauche nur im Lager anzurufen, in einer Stunde sind zehn Neue da
00:15:04In Ordnung, suchen Sie die Leute aus, ich veranlasse den Rest
00:15:09Na also
00:15:21Ich bin nicht aufgeregt, aber ich habe zu Ende
00:15:23Ich bin nicht aufgeregt, ich bin nicht aufgeregt
00:15:23Ich bin nicht aufgeregt
00:15:25Ich bin nicht aufgeregt
00:15:28Ich bin nicht aufgeregt
00:15:47Herr Hörn, diese zehn Männer werden heute noch standrechtlich erschossen.
00:15:53Bei jeder weiteren Sabotage werden weitere zehn Männer den gleichen Weg gehen.
00:16:00Dr. Gunnar, holen Sie es.
00:16:04Die SS wechselt zehn Mann ihrer Abteilung aus.
00:16:08Auswechsel?
00:16:11Diese fortwährende Sabotage zwingt zu drakonischen Maßnahmen.
00:16:16Erwartet man denn allen Ernstes, dass diese Gefangenen mit Lust und Liebe unsere Waffen produzieren?
00:16:23Die Leute sind gewarnt worden.
00:16:25Wenn sie nicht wollen, dann hat die SS das Wort.
00:16:30Das ist nun mal so.
00:16:31Ich frage mich nur, ob das Sinn hat.
00:16:33Es ist nicht unsere Aufgabe, darüber nachzudenken.
00:16:37In einer Stunde kommen zehn neue Männer.
00:16:39Sie müssen schnellstens eingearbeitet werden.
00:16:42Es darf keine Ausfälle geben.
00:16:44Ich würde es versuchen.
00:16:47Was geschieht mit den zehn ausgewechselten Leuten?
00:16:51Denen können wir nicht mehr helfen, Grunhard.
00:16:54Leider.
00:16:58Ja, es ist schwer.
00:17:00Ich habe alles versucht.
00:17:04Untersturmführer Naumann lässt sich von seinem Vorsatz nicht abbringen.
00:17:09Das ist eine Sauerei.
00:17:10Ja.
00:17:12Das ist es.
00:17:14Sie werden hier noch manches erleben.
00:17:19Aber wir müssen es durchstehen.
00:17:23Übrigens, wenn wieder so etwas vorkommt, und der Sturmführer Naumann hat mir eröffnet,
00:17:27er wird sich dann direkt an Sie wenden.
00:17:30Ich bin ja ohnehin bei solchen Entscheidungen nicht immer greifbar,
00:17:32und Sie können die Leute ja auch am besten beurteilen.
00:17:36Ich bekomme dann von Ihnen eine Liste der Leute, die auszusondern sind.
00:17:40Mit Ihrer Unterschrift, bitte.
00:17:43Die Gestapo verlangt das neuerdings.
00:17:46Also, stellen Sie sich darauf ein.
00:17:54Einstöhnen, das ist gut gesagt.
00:17:58Ich kann es Ihnen leider nicht ersparen.
00:18:01Ist das alles?
00:18:03Ja.
00:18:05Vorläufig.
00:18:11Tja.
00:18:12Es muss niederschmetternd für Sie sein.
00:18:22Nur, schlagen Sie die Warnung nicht in den Wind.
00:18:25Es besteht tatsächlich Gefahr für Ihr Leben.
00:18:30Das ist eine schlimme Sonntagsüberraschung.
00:18:33Herr Dr. Grunert.
00:18:35Ich bin nur ein Außenstehender, der Sie warnen soll.
00:18:39Aber ich habe doch so viel begriffen.
00:18:42Die Sache ist ernst.
00:18:44Herr Doktor, Sie verdanken Ihrem damaligen Vorgesetzten,
00:18:48Herrn Bruckke, diese Warnung.
00:18:51Sie kennen Herrn Bruckke?
00:18:52Er hat mich beauftragt, mit Ihnen zu sprechen.
00:18:54Und es ist sein persönlicher Rat, Sie sollen diese Warnung sehr ernst nehmen.
00:18:57Er schätzt sie sehr.
00:18:58Und deshalb möchte er verhindern, dass Ihnen hier mehr als nur Schwierigkeiten zustoßen könnten.
00:19:02Herr Bruckke.
00:19:06Dass er sich noch an mich erinnert?
00:19:08Wie Sie sehen, ja.
00:19:11Direktor Bruckke.
00:19:13Wer hätte das gedacht?
00:19:15Ich verlor Ihnen völlig aus den Augen.
00:19:20Sie wissen nicht, was Herr Bruckke jetzt macht.
00:19:23Nein, ich wusste nicht, dass es ihn überhaupt noch gibt.
00:19:28Er ist auch bei der General Electric.
00:19:31Herr Bruckke hat eine führende Position im zentralen Entwicklungs- und Forschungswesen ins Genectady.
00:19:36Aha, daher.
00:19:37Herr Bruckke hat beträchtlichen Einfluss im Leitungsgremium des Konzerns.
00:19:41Was er sagt, wird beachtet.
00:19:43Dann ist er also nach dem Krieg gleich in die Vereinigten Staaten gegangen.
00:19:47Herr Doktor, ich bin zu jung, um das genau zu wissen, aber
00:19:50Herr Bruckke hat mir aufgetragen, Ihnen in jeder Form behilflich zu sein.
00:19:53Sie haben da einen mächtigen Schutzengel, Herr Doktor.
00:19:56Der Arm der General Electric reicht weit.
00:19:59Das ist gut zu wissen, lieber Herr Fransward.
00:20:03Herr Bruckke weiß also, dass Sie jetzt bei mir sind.
00:20:06Ja.
00:20:07Ich hätte ihn gern wieder einmal gesehen, nach all den Jahren.
00:20:12Ist er gelegentlich in Deutschland?
00:20:14Er ist sogar gegenwärtig in West-Berlin.
00:20:17Die Firma hat eine Menge Interessen in West-Europa.
00:20:19Ja, natürlich.
00:20:21Schade.
00:20:22Ich hätte gerne mit ihm gesprochen.
00:20:23Herr Doktor, ich komme nicht nur mit der Warnung.
00:20:26Was ich Ihnen jetzt sage, ist von Herrn Bruckke persönlich an Sie gerichtet.
00:20:30Die General Electric ist bereit, Sie sofort, und zwar zu außergewöhnlich guten Bedingungen anzustellen.
00:20:35Man kennt Ihre Fähigkeiten.
00:20:36Ihre Neuentwicklungen auf dem Gebiet der Regelungstechnik sind außerordentlich interessant.
00:20:41Sie könnten in einer unserer Entwicklungsabteilungen einen hervorragenden Platz einnehmen.
00:20:46In Skeneck, Teddy, oder in Kalifornien?
00:20:51Kalifornien.
00:20:53Herr Bruckke schlägt Ihnen im Einvernehmen mit dem Gremium unserer Direktoren vor,
00:20:58leitende Positionen einer Entwicklungsabteilung, ein Eigenheim, Dienstauto und 4000 Dollar im Monat.
00:21:04Dazu ein persönliches Spesenkonto auf Vertrauensbasis.
00:21:07Praktisch unbegrenzt.
00:21:28Dr. Grunert, Sie wohnen nicht weit von Berlin, das vereinfacht alles.
00:21:31Ich kann Ihnen über die Verfahrensweise allerdings nichts sagen, nur so viel.
00:21:34Es gibt die Möglichkeit, Sie ganz unauffällig und ebenso ungefährdet über die Grenze nach West-Berlin zu schleusen.
00:21:39Darauf können Sie vertrauen.
00:21:42Aber kostet es ja etwas nicht eine Menge Geld.
00:21:44Ach, das ist ganz unerheblich.
00:21:45Ich sagte Ihnen ja bereits, die General Electric trägt diese Kosten.
00:21:48Man wird das später, wenn Sie in den Staaten sind, mit Ihnen verrechnen.
00:21:52Aha, das dachte ich mir.
00:21:56Das kommt alles sehr überraschend.
00:21:58Na sicher, Herr Doktor, aber überlegen Sie nicht lange.
00:22:02Sie haben keine Familie?
00:22:06Ich bin Witwer.
00:22:07Meine Tochter ist in Leipzig verheiratet.
00:22:10Da leben Sie also ganz allein hier?
00:22:12Ja.
00:22:13Bis auf die Putzfrau, die zweimal in der Woche kommt.
00:22:18Herr Doktor,
00:22:20jeder Tag zählt.
00:22:21Wer weiß, ob Sie nicht schon unter Beobachtung stehen.
00:22:26Das ist ein Gedanke.
00:22:29Das Geschehen da so merkwürdige Dinge.
00:22:33Anrufe, bei denen sich niemand meldet.
00:22:36Manchmal spätabends und
00:22:39dann
00:22:40unser Gegend hier ist sehr ruhig.
00:22:43Trotzdem
00:22:43ist es nicht so, dass Sie nicht mehr fahren können.
00:22:44Seit einiger Zeit höre ich öfter abends ein Auto vorbeifahren.
00:22:48Langsam.
00:22:50Dann bleib ich stehen.
00:22:53Der Motor läuft weiter.
00:22:56Es ist eigenartig.
00:22:59Das alles erscheint jetzt
00:23:00in einem ganz anderen Licht.
00:23:05Dann ist das doch schon weiter,
00:23:06als ich dachte.
00:23:08Es scheint so, ja.
00:23:10Hoffentlich hat niemand
00:23:11Ihren Wagen gesehen, sonst
00:23:13bekommen Sie noch Schwierigkeiten.
00:23:15Mein Wagen steht
00:23:15in der nächsten
00:23:16Querstraße, keine Sorge.
00:23:17Wirklich gefährdet
00:23:18sind nur Sie.
00:23:21Ich bin Ausländer.
00:23:23Ich habe da gewisse Vorteile.
00:23:59Bis dahin sollten Sie
00:24:00ein paar Vorbereitungen treffen.
00:24:02Empfehlenswert wäre es,
00:24:03einige Dokumentationen zusammenzustellen
00:24:05über Projekte, an denen Sie arbeiten.
00:24:07Ja.
00:24:08Das wäre dann sozusagen
00:24:09eine kleine Abgeltung
00:24:10für das, was die General Electric
00:24:12für mich tun will.
00:24:13So könnte man es bezeichnen.
00:24:15Es müsste natürlich
00:24:15alles sehr schnell gehen.
00:24:17Wissen Sie, Herr Franz Wart,
00:24:19es gibt da eine Sache.
00:24:23Ich müsste Herrn Burke
00:24:24sprechen können.
00:24:26Persönlich, das wäre nötig.
00:24:29Verstehen Sie mich recht.
00:24:30Auch wenn ich das alles
00:24:31mit Ihnen bespreche,
00:24:32es wird dazu nichts führen.
00:24:35Entscheidungen dieser Art
00:24:37können Sie vermutlich
00:24:38doch nicht treffen.
00:24:40Welche Art wären denn
00:24:40diese Entscheidungen, Herr Doktor?
00:24:42Nun ja, ich würde versuchen,
00:24:45es Ihnen zu erklären.
00:24:47Ich habe Einblick
00:24:48mit Ihnen viele Dinge hier.
00:24:50Am Wochenende,
00:24:51um Ihnen ein Beispiel zu nennen,
00:24:54soll ich nach Moskau fliegen.
00:24:56Es geht dort auf höchster Ebene
00:24:58um Entwicklungsprogramme
00:24:59auf dem Gebiet der Elektronik
00:25:01für das nächste Jahrzehnt.
00:25:03Es wird über Einzelheiten
00:25:04verhandelt werden.
00:25:05Wenn ich schon von hier weggehen
00:25:07muss, dann will ich an Wissen
00:25:09mitnehmen, was meiner Firma,
00:25:11der Neuen, eventuell einen
00:25:13Vorsprung verschafft,
00:25:14der sehr entscheidend sein kann.
00:25:17Sie verstehen, in diesem Fall
00:25:18hat er einzig und allein
00:25:19Herr Burke selbst
00:25:20den nötigen Überblick,
00:25:22um mit mir gemeinsam zu entscheiden,
00:25:24was zu tun ist.
00:25:30Das ist allerdings eine Sache,
00:25:31die gut überlegt sein will,
00:25:33Herr Doktor.
00:25:54Sprechen Sie mit Herrn Burke.
00:25:56Sagen Sie ihm einen ausdrücklichen Dank
00:25:58für alles, was er für mich tun will.
00:26:00Nach so langer Zeit.
00:26:02Aber er wird wissen,
00:26:04wie wichtig es ist,
00:26:04was ich mit ihm zu besprechen habe.
00:26:07Er muss sich schnell entscheiden,
00:26:09bevor es für mich zu spät ist.
00:26:11Wir können uns in Berlin treffen.
00:26:14Oder hier.
00:26:15Er kann von West-Berlin aus
00:26:16eine Besichtigungsreise
00:26:17nach Potsdam unternehmen.
00:26:19Das erregt auch kein Aufsehen.
00:26:20Es ist unerlässlich.
00:26:21Bitte sagen Sie ihm das.
00:26:24Er wird sofort begreifen,
00:26:26worum es geht.
00:26:28Sie sind hier
00:26:29nie recht warm geworden, Herr Doktor.
00:26:32Ich habe meine Arbeit gemacht,
00:26:34wie das eben so ist.
00:26:36Also,
00:26:38ich kann Herrn Burke mitteilen,
00:26:40sein Vorschlag
00:26:40findet Ihre volle Zustimmung.
00:26:42Sie möchten nur noch darüber verhandeln,
00:26:44was Sie alles an Wissen
00:26:44mit Ihnen übernehmen.
00:26:45Sie möchten zusammen abwägen,
00:26:47welches Wissen es rechtfertigt,
00:26:49sich der Gefahr hier eventuell
00:26:50noch für eine kurze Zeit auszusetzen.
00:26:52Genau.
00:26:54und ist alt.
00:27:07und ist alt.
00:27:33Film entwickelt und gewässert, ist bald trocken, prima geworden.
00:27:39Na wunderbar.
00:27:41War ein Holländer, was?
00:27:43Ich war mal auf Erkundung, da hab ich den Wagen gesehen.
00:27:46Citroën, NCL 314.
00:27:49Hast du sogar die Nummer gemerkt?
00:27:51Klar, Nordpol Cäsar Ludwig Pi.
00:27:54Was heißt Pi?
00:27:56Na, 3,14. Hast du damals in der Schule gefehlt?
00:28:00Hör mal zu, Michael. Du gehst runter in die Dunkelkammer und machst schon Abzüge, ja?
00:28:05Gut, und du?
00:28:07Ich muss noch einen Weg machen.
00:28:11Bleibst du lange?
00:28:12Nein, nein. Mach die Bilder fertig. Und pass schön auf. Nimm immer das richtige Papier.
00:28:17Na klar.
00:28:31Ich bekomme dann von Ihnen eine Liste der Leute, die auszusondern sind. Mit Ihrer Unterschrift, bitte.
00:28:37Ihre Unterschrift, Ihrer Unterschrift, Ihre Unterschrift.
00:28:53Musik
00:29:13Opa? Ja? Kannst reinkommen. Ich hab Licht.
00:29:22Bist du ja schon fertig? Passt.
00:29:29Das hier, das ist sehr gut. Das sollte man noch größer machen.
00:29:34Und das ist gestoffen scharf. Ja, sehr schön.
00:29:37Wo ist ein bisschen viel drauf? Es geht ja nur um das Nest.
00:29:43Raus vergrößern. Und hier, das ist auch schön, wie die Mutter einfliegt.
00:29:51Ist aber nicht ganz scharf. Bewegungsunschärfe.
00:29:54So was macht dein Bild erst richtig lebendig. Besonders, wenn es groß ist.
00:29:59Wollen wir es gleich machen? Ja. Ich muss noch telefonieren.
00:30:07Hier ist Lukenau 137. Ich möchte ein Gespräch nach Moskau.
00:30:163142311.
00:30:18Ja, danke.
00:30:41Lukenau 137.
00:30:46Hallo, Karkassov.
00:30:48Ah, Wittja, der Musiker. Hier ist Grunert. Ich möchte Alexej, den Physiker.
00:30:54Ja, danke.
00:30:59Sie hatten den Eindruck, er ist ganz froh, dass Herr Brucke, Mr. Bruce, sich an ihn erinnert hat.
00:31:05Absolut.
00:31:06Das ist der Mann, der sich eben dort drüben arrangiert hat.
00:31:09Arrangiert.
00:31:10Nicht engagiert.
00:31:11Meine Meinung.
00:31:12Man braucht ihn nicht davon zu überzeugen, dass in den USA seine Chance liegt.
00:31:15Das begreift er.
00:31:17Ihre Vorarbeit hat gewirkt.
00:31:18Der Mann ist angeschlagen.
00:31:20Nervös.
00:31:23Aber er will trotzdem noch etwas riskieren.
00:31:26In dieser Moskau-Angelegenheit.
00:31:29Er denkt an seine Zukunft.
00:31:31Präzise hat er sich nicht ausgedrückt.
00:31:33Mir gegenüber nicht.
00:31:35Völlig klar, er will sich mit einem Mann vom Fach beraten.
00:31:38Offenbar soll in Moskau einiges für die nächste Zeit festgelegt werden.
00:31:42Nun gut, er weiß, dass es ein Risiko für ihn ist.
00:31:44Aber das ist wohl gerade der Grund, weshalb er Mr. Bruce persönlich sprechen will.
00:31:48Mhm.
00:31:50Sie hatten nicht den Eindruck, dass er ausweichen will.
00:31:53Keinesfalls.
00:31:56Hören Sie sich das Band nochmal in Ruhe an.
00:31:59Werde ich tun.
00:32:00Das Gerät werden Sie wieder brauchen.
00:32:02Mir genügt die Kassette.
00:32:07Gut fürs Erste.
00:32:09Halten Sie sich bereit.
00:32:14Sie erreichen mich in der Pension Luhmann.
00:32:16Ja, gut.
00:32:28Verbinden Sie mich bitte mit Mr. Clark.
00:32:31...verhandeln, was Sie alles am Wissen mit hinübernehmen.
00:32:33Sie wollen zusammen abwägen, welches Wissen es rechtfertigt,
00:32:36sich der Gefahr hier eventuell noch für eine kurze Zeit auszusetzen.
00:32:39Genau.
00:32:41Und es eilt.
00:32:51Nun.
00:32:54Gute Arbeit.
00:32:56Nur...
00:32:58Ja, bitte.
00:33:23Sonst noch wünsche, Mr. Bruce?
00:33:25Nein, danke.
00:33:31Mr. Clark, ich denke, wir müssen umdisponieren.
00:33:34Hier ist eine Lage entstanden, die das volle Engagement des CIA-Apparates erfordert.
00:33:39Wir müssen eine Entscheidung treffen.
00:33:42Sofort.
00:33:44Ich habe eine Frage.
00:33:46Warum sind wir erst jetzt beauftragt worden, den Mann anzugehen?
00:33:49Ich denke, Sie kennen ihn seit 30 Jahren.
00:33:52Das schon.
00:33:52...
00:33:58Nur hatte ich ihn bei Kriegsende aus den Augen verloren.
00:34:01Ich dachte, er hätte nicht überlebt.
00:34:04Bis vor einiger Zeit interessante Publikationen von ihm erschienen.
00:34:09Da wurden wir aufmerksam.
00:34:11Und wir beauftragt, ihn nervös zu machen.
00:34:14Ja.
00:34:15Das war im Prinzip auch richtig.
00:34:17Im Prinzip.
00:34:19Aber wie Sie sehen, in diesem Falle liegen die Dinge anders.
00:34:22Unsere Informationen über Grunert stammen von Ihnen.
00:34:26Wir haben unser Vorhaben mit Ihren Vorgesetzten in den Staaten genau besprochen.
00:34:30Und daraufhin wurden Sie angewiesen, Einzelheiten zu beschaffen.
00:34:33Alles gut und schön, Mr. Bruce.
00:34:35Wir haben aufgeklärt, wo der Mann arbeitet, wie er lebt,
00:34:39dass er eine verheiratete Tochter hat mit einem Kind, deren Mann Mathematiker ist.
00:34:43Sie selbst Historikerin in Leipzig.
00:34:44Wir haben das Gehalt ermittelt und die Telefonnummer.
00:34:47Das ist das Übliche für eine Routineinformation.
00:34:50Seien wir ehrlich.
00:34:52Dass der Mann diese Verbindung nach Moskau hat.
00:34:55Zum RGW und so weiter.
00:34:58Das ist Ihnen doch entgangen, Mr. Clark.
00:35:00Nun gut, Mr. Bruce.
00:35:01Werfen wir uns nicht gegenseitig vor, was wir übersehen haben.
00:35:04Das bringt uns nicht weiter.
00:35:06Die Situation ist,
00:35:08der Mann wäre eine Quelle auf Jahre für uns gewesen.
00:35:11Das ist so gut wie verspielt.
00:35:13Ein Mann, der nervös gemacht wurde und sich bedroht fühlt,
00:35:16taugt als Informant nicht mehr viel.
00:35:18Er will weg.
00:35:19Außerdem, mein Auftrag lautet, Ihre Maßnahmen zu unterstützen und abzusichern.
00:35:25Wenn Ihnen Ausschleusung genügt, okay?
00:35:28Es würde uns genügen.
00:35:30Wenn der Mann nur in den Staaten für General Electric arbeiten soll.
00:35:35Rückgängig machen können wir nicht mehr, was Svart ihm suggeriert hat.
00:35:39Nein, dieser Grunhard ist doch kein Idiot.
00:35:42Also?
00:35:43Was tun?
00:35:46Ihn einfach rüberholen wie geplant oder
00:35:50ein bisschen verzögern?
00:35:52Damit würden wir noch die Beratung in Moskau mitnehmen können.
00:35:56Vielleicht auch etwas mehr.
00:35:58Was halten Sie von dem Versuch?
00:36:01Hm, versuchen?
00:36:03Ja.
00:36:04Wir haben in dieser Kategorie noch keinen Informanten.
00:36:07Also reden wir ihm zu, noch nach Moskau zu reisen.
00:36:10Wir? Nach Lage der Dinge sind Sie der Einzige, der Ihnen wieder etwas sicher machen kann.
00:36:14Sie sind ein Vertrauenspartner für Grunhard, erkennt Sie. Das zählt.
00:36:20Dieser Grunhard sitzt an einem der Hebel, mit denen in den nächsten Jahren die entscheidenden Kooperationsvorhaben
00:36:26auf dem Gebiet der Elektronik zwischen Moskau und Ostberlin geschaltet werden.
00:36:33Was Informationen aus diesem Bereich für uns politisch, ökonomisch und militärisch bedeuten, ist klar.
00:36:44Das rechtfertigt schon ein gewisses Risiko.
00:36:49Und schließlich bin ich amerikanischer Staatsbürger.
00:36:51Da wird man sich drüben zweimal überlegen, ob man mir Schwierigkeiten macht.
00:36:57Ich muss Sie aufmerksam machen. Sie setzen sich da einer nicht zu unterschätzenden Gefahr aus.
00:37:01Nehmen Sie diesen Hinweis bitte sehr ernst.
00:37:03Glauben Sie denn, dass ich diese Reise nach Ostberlin zu meinem Vergnügen machen will?
00:37:08Meinen amerikanischen Pass halte ich für eine Sicherheit.
00:37:12Und welche Sicherheiten können Sie noch garantieren?
00:37:15Ich könnte ermitteln, ob Sie gefährdet sind. Wenn ja, bekämen Sie einen anderen Pass.
00:37:20Der Mann wäre ein solcher Gewinn.
00:37:23Er würde selbst einen höheren und gewagteren Einsatz rechtfertigen.
00:37:26Okay. Also, Ihnen wäre am liebsten der Mann bliebe drüben und würde langfristiger Informant.
00:37:32Wir werden dennoch Vorkehrungen treffen, um das ursprüngliche Vorhaben zu garantieren.
00:37:38Das heißt, Grunert kann im Anschluss an Ihr Gespräch herübergeschleust werden, über die Autobahn.
00:37:43Von Luckenau ist es nicht weit bis zum Berliner Ring. Sie verstehen, was ich meine?
00:37:47Ich glaube schon.
00:37:49Für den Fall, dass der Mann umkippt, nicht mitspielen will, werde ich eine Sicherung vorsehen.
00:37:54Sie wird Ihnen unter allen Umständen die Rückkehr nach Westberlin garantieren.
00:38:00Sollten Sie die Vorsichtsmaßnahmen nicht brauchen,
00:38:05Sie sind erschwinglich für die General Electric.
00:38:08Sie sind zurück.
00:38:30Genosse Leutern Plank ist da.
00:38:37Ja, bitte.
00:38:40Guten Morgen, Genosse Major.
00:38:42Guten Morgen.
00:38:44Nun, was hat die Unterhaltung ergeben?
00:38:47Dr. Grunert ist dem Genossen der Personalabteilung, mit dem ich sprach, persönlich gut bekannt.
00:38:52Witwe, Frau starb 1954, eine Tochter in Leipzig verheiratet, mit einem Kind.
00:38:59Tja, Grunert ist eine wissenschaftliche Spitzenkraft.
00:39:03Arbeitsgebiet, Forschung und Entwicklung.
00:39:06Maßgeblich beteiligt an den neuesten Entwicklungen der Mess- und Reglertechnik.
00:39:10Bearbeitet Projekte, die der Betrieb gemeinsam mit der Sowjetunion vorhat.
00:39:14Wird als Berater bei der Entscheidung internationaler Kooperationsprojekte geschätzt.
00:39:19Mehrfach hoch ausgezeichnet, bannert er Arbeit mit einem Erfinder-Kollektiv.
00:39:23Verfasser einiger Fachbücher, beurteilt grundsätzlich positiv.
00:39:26So, das ist ja schon einiges für den Anfang. Bitte.
00:39:31Ich musste Sie diese Informationen beschaffen lassen, bevor ich Sie über die ganze Sache ins Bild setzen konnte.
00:39:37Holen wir das nach.
00:39:39Also, gestern Mittag 13.30 Uhr reiste über den Ausländerkontrollpunkt der Holländer Hendrik van Zwart zu uns ein.
00:39:47Aufenthalt für die DDR war ordnungsgemäß beantragt.
00:39:50Der Mann fuhr nach Luggenau, war von 16.45 Uhr bis 17.50 Uhr bei Dr. Hans Kronert zu Besuch.
00:39:58Rückfahrt nach Berlin, Grenzübertritt 19.04 Uhr.
00:40:03Hendrik van Zwart, Alter 39, Heimatadresse Amsterdam-Walengracht 7. Verschiedene Vorstrafen in Holland.
00:40:12Van Zwart, van Zwart, da hatten wir doch schon mal was.
00:40:15Eben, deshalb unser Interesse, was er bei uns treibt.
00:40:19Zwart arbeitet in Holland gelegentlich für die Organisation Heuvenaar.
00:40:23Eine lose Vereinigung von Leuten, die sich mit ziemlich allem befassen, was Gesetzeswidrig ist.
00:40:28Von Schmuggel bis Urkundenfälschung und Betrug.
00:40:31Die Organisation Heuvenaar hat eine Vereinbarung mit der Westberliner Menschenhändlergruppe Meridian.
00:40:36Aha.
00:40:37Ja, Meridian verwendet für spezielle Aufträge in der DDR vorzugsweise ausländische Staatsbürger.
00:40:45Man spekuliert dabei darauf, dass wir sie noch nicht erkannt haben und sie sich deshalb hier unbesorgter bewegen können.
00:40:52Meridian arbeitet exklusiv für CIA.
00:40:55Es ist also zu vermuten, dass Franz Zwart von der Gruppe Meridian geschickt wurde
00:41:00und einen direkten oder indirekten Auftrag von CIA ausführt.
00:41:03Ich verstehe.
00:41:06Aber von hier ab wird die Sache unklar.
00:41:11Wir wissen, dieser Franz Zwart hat Dr. Gronert aufgesucht.
00:41:14Nach ihren Informationen ist Dr. Gronert ein loyaler DDR-Bürger.
00:41:18Er gibt sich die Frage, was wollte der Holländer bei ihm?
00:41:23Oder was will die CIA von ihm?
00:41:26Möglich, dass man den Versuch macht, ihn anzuwerben.
00:41:29Oder abzuwerben.
00:41:32Ist ebenfalls möglich.
00:41:34Nach dem, was wir über Dr. Gronert wissen, hätte er sich normalerweise sofort an uns gewandt.
00:41:39Dr. Gronert hat es aber nicht getan.
00:41:42Was würden Sie daraus folgern, Leutnant?
00:41:46Na, Sie können sich nicht entschließen zu sagen, er will wahrscheinlich darauf eingehen, stimmt's?
00:41:52Stimmt, nur...
00:41:53Ja?
00:41:53Ich weiß nicht.
00:41:55Mir erscheint das zu einfach als Folgerung.
00:41:57Ich meine, es gibt Fälle, wo so ein Mann unter Druck gesetzt wird.
00:42:00Die gibt es, ja.
00:42:02Aber womit?
00:42:05Also, Aufgabe für Sie, Genosse, Leutnant.
00:42:08Womit könnte Franz Wart oder die CIA Dr. Gronert unter Druck setzen?
00:42:13Ermitteln Sie, ob es im Leben Dr. Gronerts einen Anlass für eine solche Möglichkeit gibt.
00:42:17Begnügen Sie sich nicht mit allgemeinen Auskünften.
00:42:20Wenn die CIA Dr. Gronert erpresst, haben wir ihn zu schützen.
00:42:23Mit Dr. Gronert selbst offen darüber zu sprechen, halten Sie nicht für angebracht, Genosse Major.
00:42:28Damit möchte ich warten.
00:42:30Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Mann, der auf diese Weise angegangen wird,
00:42:34dem Kurier klipp und klar sagt, verschwinden Sie.
00:42:37Ich betrachte unsere Unterhaltung als nicht stattgefunden.
00:42:39Das ist wahr.
00:42:42Ist das alles, Genosse Major?
00:42:44Vorerst ja. Sie halten mich auf dem Laufenden.
00:42:47Falls sich neue Gesichtspunkte ergeben, sofort Bericht an mich.
00:42:56Da ist es, das Haus dort.
00:43:14Bitte.
00:43:17Das ist aber nett von Ihnen. Was bekommen Sie bitte?
00:43:1914 Mark, meine Dame.
00:43:21Möchten Sie vielleicht denn wieder abgeholt werden?
00:43:23Nein, danke. Ich bleibe ein bisschen. Vielen Dank.
00:43:26Oh, ich danke auch.
00:43:27Schön hier. Den Besitzer kenne ich. Ich habe ihn schon mal gefahren vor kurzem.
00:43:31Netter Herr.
00:43:34Also denn.
00:43:38Mutti!
00:43:41Mischa!
00:43:42Sag mal, hast du Indianer gespielt?
00:43:44Indianer? Ich beobachte Vögel. Wissenschaftlich.
00:43:47Ach du Schreck.
00:43:48Hast du deine Prüfung bestanden?
00:43:50Habe ich mit sehr gut. Was sagst du nun?
00:43:51Ah, da hat mir Opa genaue Anweisungen gegeben.
00:43:54Hm? Na was denn?
00:44:08Was wird denn das?
00:44:10Opa hat gesagt, wenn du dein Diplom mit sehr gut machst, kriegst du einen von seinem Lebensverlänger.
00:44:15Wovon?
00:44:17Lebensverlänger.
00:44:18Und das ist er.
00:44:19Ja, einer, einer. Doch nicht ein Viertel Liter.
00:44:23Opa hat gesagt, einer sind immer 100 Gramm.
00:44:28Prost.
00:44:28Prost.
00:44:33Muss ich jetzt wieder nach Hause?
00:44:35Du möchtest wohl auch nicht.
00:44:36Nö.
00:44:37Opa ist prima. Mit dem habe ich nie Ärger.
00:44:38Das glaube ich. Habt euch immer was zu essen gemacht.
00:44:41Klar. Opa ist doch ein prima Campingkoch.
00:44:47Du, der Garten draußen ist klasse. Lauter Vögel, die es bei uns gar nicht mehr gibt.
00:44:51Aufnahmen haben wir gemacht.
00:44:54Ich habe sie ganz allein entwickelt, als Opa Besuch hatte.
00:44:57Der hat vielleicht hinterher gestaunt.
00:45:00Oh, sehr schön.
00:45:03Oh, das ist aber hübsch.
00:45:05Misha.
00:45:07Schön.
00:45:11Du trinkst ja gar nicht. Schmeckt wohl nicht wie...
00:45:14Doch, doch. Prost.
00:45:21Du und dein Opa.
00:45:23Wer war denn, dass der da zu Besuch kam?
00:45:26Sonntag? Ach so, ein Holländer.
00:45:28Aber ein tolles Auto hatte der.
00:45:32So, so.
00:45:34Na, ein Glück, dass es dir hier gefällt.
00:45:36Hat der Opa viel Arbeit?
00:45:37Na ja, es geht.
00:45:41Wer?
00:45:42Mäldchen.
00:45:44Guten Tag.
00:45:46Gratuliere.
00:45:47Eine 100 Gramm per Zobka habe ich schon weg.
00:45:49Man riecht's.
00:45:50Sie hat aber nur 10 Gramm getrunken.
00:45:52Höchstens nicht.
00:45:54Willst du eigentlich deine Mutter vergiften?
00:45:55Ach, boah.
00:45:57Wann kommt Klaus zurück?
00:45:58Am Wochenende.
00:46:01Na, wie wär's?
00:46:02Machen wir uns erst mal was gegen Hunger, ja?
00:46:04Och, ruf mich, wenn's so weit ist.
00:46:11Du warst so merkwürdig am Telefon.
00:46:14Na also, was ist los?
00:46:18Einen Moment bitte.
00:46:20Vollen Altmann haben Sie das mit dem Wagen erledigt?
00:46:22Ja.
00:46:24Der Lastzug passiert die Grenze bei Warta um 17 Uhr.
00:46:29Wagen und Anhänger Blechkonstruktion, Ladung Textilien.
00:46:32Container unter dem Führerhaus.
00:46:34Läuft mit Firmenaufschrift Scharnageltransport.
00:46:37Gut.
00:46:37Weiß der Fahrer, wo er halten muss?
00:46:39Der Parkplatz ist ihm bekannt.
00:46:41Er hält dort ab 21 Uhr eine halbe Stunde.
00:46:43Das ist bereits nach Eintritt der Dunkelheit.
00:46:45Falls bis 21.30 niemand kommt, fährt er normal weiter nach West-Berlin.
00:46:50Danke, das war's. Sie können dann Schluss machen.
00:46:51Danke.
00:46:55Sagen Sie, Container? Ist das nicht ein bisschen konventionell?
00:46:59Wenn unser Klient freiwillig mitmacht, ja.
00:47:02Und wenn nicht, dann ist der Container das einzig brauchbare Verfahren.
00:47:09Für diesen Fall ist das ein bewährtes Mittel.
00:47:21Opa, ich mach schon die Garage und das Tor auf.
00:47:23Mhm.
00:47:27Ich hätte es dir gerne spart, aber es geht wohl nicht anders, wäre.
00:47:32Na gut.
00:47:34Wann kommt den Progründer Holländer?
00:47:35Am späten Nachmittag.
00:47:41Hast du dir alles gut überlegt?
00:47:42Zum Überlegen blieb nicht viel Zeit, ich musste mich schneller entscheiden.
00:47:47Für dich wird es am schwersten sein.
00:47:53Trotzdem, ich glaube, ich muss das tun.
00:47:55Dass du's tun musst, gut.
00:47:57Aber dass du es so tun willst, bist du sicher, dass dies die richtige Methode ist?
00:48:03Ich glaube, ja.
00:48:04Na, ich bin da nicht so sicher.
00:48:08Also.
00:48:10Deshalb bitte pünktlich 2.30 Uhr in Schönefeld, ja.
00:48:17Meine Damen und Herren.
00:48:19In wenigen Minuten landen wir in Berlin-Schönefeld.
00:48:23Bitte wollen Sie sich anschnallen und das Rauchen einstellen.
00:48:26Wir hoffen, Sie hatten einen angenehmen Flug.
00:48:29Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
00:48:42in die Stadt.
00:48:46in die Stadt.
00:48:49In der Stadt.
00:48:53In Deutschland.
00:48:54Wir sehen uns immer wieder in die Stadt.
00:48:57Die Stadt.
00:48:57Juliette.
00:48:57Das ist schon so schön.
00:48:59Unser Transport.
00:49:04In der Stadt.
00:49:16Haben Sie Grunerts Tätigkeit in Posen während des Zweiten Weltkrieges verfolgen können?
00:49:21Nicht sehr ergiebig. Er hat dort in einem Zweitbetrieb der AEG gearbeitet.
00:49:26Aber etwas anderes. Grunerts Tochter ist nicht seine Tochter.
00:49:32Was heißt das?
00:49:34Sie wurde als Kind von den Grunerts aufgenommen und auf irgendeine Weise von dort mit nach Deutschland gebracht.
00:49:411950 hat es Dr. Grunert mit Einwilligung der polnischen Behörden adoptiert.
00:49:45Es galt als Kriegsweise.
00:49:47Den Namen der wirklichen Eltern und weitere Einzelheiten habe ich bisher noch nicht ermitteln können.
00:49:53Es gibt im Leben mancher Menschen verwirrende Linien.
00:49:57Übrigens, hier ist eine Meldung.
00:49:59Hendrik van Zwart hat für heute eine Einreisegenehmigung nach Potsdam beantragt.
00:50:03Und erhalten?
00:50:04Genosse Major, eine Dame wünscht Sie in der Angelegenheit, Dr. Grunert zu sprechen.
00:50:09Name?
00:50:10Frau Vera Lange.
00:50:12Grunerts Tochter.
00:50:14Führen Sie die Dame ins Besucherzimmer 4.
00:50:44Angelegenheit.
00:51:14Untertitelung des ZDF, 2020
00:51:45Untertitelung des ZDF, 2020
00:52:14Untertitelung des ZDF, 2020
00:52:14Mein kleines technisches Jagdrevier
00:52:17Ich pusche mich gerade an ein elektronisch gesteuertes System zur Bremskraftregelung heran
00:52:25Aha
00:52:27Computer für besseres Bremsen
00:52:32Und hier ist mein Tonstudio
00:52:39Da ist auch das Gespräch mit dem Holländer drauf
00:52:42Kannst es anhören
00:52:43Nein, danke
00:52:45Was du erzählt hast, genug mehr
00:52:48Das war so umsichtig von dir, aber
00:52:53Wie es dir weiter gedacht hast
00:52:55Ist doch nicht ungefährlich
00:52:57Ein Trafen mit Pocke habe ich mir immer gewünscht
00:53:00Ich habe Posen nicht vergessen
00:53:03Er soll das auch nicht
00:53:05Gut
00:53:08Aber was Werder unternimmt
00:53:11Halte ich doch für klüger
00:53:14Ist das nicht ein bisschen viel Aufwand
00:53:16Für solche Figuren
00:53:19Ich sehe schon
00:53:20Du hast vergessen
00:53:21Dass es Leute gibt, die über Leichengehen
00:53:41Entschuldigen Sie, dass wir durch den Garten hier eindringen
00:53:43Wir wollen die anreisenden Herrschaften nicht verscheuchen
00:53:46Diese Art Gäste sind ja nicht unerfahren
00:53:47Sie schalten immer ein paar Sicherungen ein
00:53:49Vater, das ist Major Werner und Leutnant Blanke
00:53:51Guten Tag
00:53:53Guten Tag
00:53:54Alexi Karkasow
00:53:56Und Sie wollten wirklich allein mit Ihren Gästen sprechen?
00:54:01Sie wissen, worum es geht
00:54:03Ja, ich weiß
00:54:06Warum haben Sie uns eigentlich nach dem Besuch des Holländers nicht verständigt?
00:54:11Ich wollte mit Pocke allein fertig werden
00:54:13Hier geht es doch nicht nur um Herrn Bocke
00:54:15Sondern um die General Electric
00:54:17Und das ist ja nicht irgendein Betrieb
00:54:19Weiß Gott
00:54:21Sie bescherte der Welt die erste Atombombe
00:54:23Die wissen, wie man das große Geschäft betreibt
00:54:27Raketenausrüstung, Satelliten, Triebwerke
00:54:29Und da wollten Sie einen Alleingang riskieren?
00:54:33Dass die General Electric Sie gern haben möchte, ist verständlich
00:54:36Und die Kooperationsvorhaben zwischen der DDR und der Sowjetunion auf dem Gebiet der Elektronik
00:54:40sind eine Größe, die der amerikanische Konzern nur zu gern beeinträchtigen würde
00:54:46Zweifellos
00:54:47Haben Sie auch bedacht, dass denen jedes Mittel recht ist?
00:54:50Falls man sie nicht in die USA locken kann, möchte man, dass sie auch nicht hier sind
00:54:55Verstehen Sie?
00:54:57Einfach nicht hier
00:55:09Ich denke, wir werden die Herren einwandfrei überführen können
00:55:12Ich bitte dich nochmals, Vater, sei vorsichtig, unterschätzt diese Leute nicht
00:55:16Und das Kabel?
00:55:17In diesem Haus nicht nötig
00:55:19Arbeitet mit Instruktionsspulen
00:55:21Sie wissen, wo Sie mich finden können
00:55:22Und Ihre Aufgabe kennen Sie
00:55:24In Ordnung, Knosser Major
00:55:25Ich melde mich ab
00:55:27Sollte eine Situation entstehen, die wir von draußen nicht richtig beurteilen können
00:55:32Dann reden Sie Bruckke mit, Herr Direktor
00:56:00Ja, der Platz ist gut
00:56:06Tensioniert
00:56:08Ein kluger Kopf
00:56:09Aber ein sehr harter
00:56:10Für harte Köpfe habe ich was übrig
00:56:12Wenn Sie nicht unbedingt durch die Wand wollen
00:56:15Wir müssen verstehen, Knosser Werner
00:56:19Die Sache, um die es hier geht, ist für Ihnen nicht nur eine Sache des Verstandes
00:56:23Es ist viel Gefühl dabei
00:56:26Im Russischen gibt es ein Sprichwort
00:56:28Wenn das Herz sehr laut klopft, übertont es die Stimme des Verstandes
00:56:58Sie kennen ihn schon lange?
00:57:00Sehr lange
00:57:01Was haben Sie mir voraus?
00:57:06Seit 1943
00:57:09Er war im Konstruktionsbüro der AEG
00:57:13Von Berlin wurde er nach Posen versetzt
00:57:16Als leitender Ingenieur
00:57:18Hier traf er auf uns, auf mich
00:57:21Ich war als Kriegsgefangener aus einem Lager nach Posen transportiert worden
00:57:27Zur Arbeit
00:57:28Ich bin gelernter Elektriker
00:57:32In einem Rüstungsbetrieb kann man so manches tun
00:57:35Dem Gegnerschaden
00:57:39Den Siegbeschleuniger helfen
00:57:41Ich dachte nicht alleine so
00:57:43Aber auf Störaktionen haben die Nazis doch brutal reagiert
00:57:46Sie haben sofort zugeschlagen
00:57:48Sie haben sofort zugeschlagen
00:57:49Aber die Störenfälligkeit der Geräte blieb
00:57:52Wir waren uns einig
00:57:56Auch über Brücke
00:57:57Wenn der kann, dann hießt das der Totwannei
00:58:03Doch eines Tages hatte er sich was Neues ausgedacht
00:58:08Ich denke nicht daran weich zu werden
00:58:13Diese Schweinerei muss aufhören
00:58:16Dann werden eben 20 Mann ausgewechselt
00:58:19Und das erledigen Sie?
00:58:21Ja, nur
00:58:23Wir sollten diesmal klüger sein
00:58:25Wir haben über eine Woche gebraucht, um neue Leute anzulernen
00:58:28Das hat uns eine Menge Verzug gekostet
00:58:31Ich würde vorschlagen
00:58:34Dass wir es diesmal geschickter machen
00:58:36Geschickter?
00:58:37Wie?
00:58:39Wenn Sie mir eine Woche Zeit geben
00:58:43Dass ich die neuen Leute inzwischen anlernen lassen kann
00:58:52Gut
00:58:54Genehmigt
00:58:55Eine Woche
00:58:58Ich gebe Untersturmführer Norman Bescheid
00:59:00Und vergessen Sie nicht die Liste der Auszusondernden mit Ihrer Unterschrift
00:59:03Setzen Sie sich mit dem Lager in Verbindung
00:59:06Man hat mir gesagt, man verfügt dort über Italiener, die arbeitswillig sind
00:59:10Nehmen Sie Italiener statt Russen
00:59:11Und lassen Sie die Leute sofort in den Marsch setzen
00:59:45Kommen Sie mal mit
01:00:06Er hat mich dazu bestimmt, die auszuwählen, die erschossen werden sollen
01:00:10Diesmal sollen es 20 sein
01:00:13Wann?
01:00:14Morgen kommen 20 Italiener
01:00:16Die werden erst eine Woche lang angelahmt
01:00:19Das habe ich rausgeschwunden
01:00:21Das ist wenig Zeit
01:00:26Das polnische Mädchen aus dem Materiallager
01:00:31Hat sie Verbindung zu den Partisanen?
01:00:33Man würde sie sofort aufhängen, wenn man es herausfindet
01:00:37Kann sie eine Verbindung herstellen oder nicht?
01:00:41Sie kann ja nicht aus der Stadt heraus
01:00:43Das übernehme ich
01:00:45Die Posten kennen mich, da passiert nichts
01:00:47Und dann?
01:00:48Sie muss Verbindungen schaffen zu der polnischen Gruppe
01:00:51Die in dieser Gegend operiert
01:00:53Ich verstehe schon, aber
01:00:56Operieren
01:00:57Sie haben Angst
01:00:59Und Sie sind Deutsche
01:01:01Sie werden die 20 Mann in genau einer Woche wegschaffen
01:01:04Die SS erschießt Leute immer in der kleinen Kiesgrube
01:01:07Südlich der Stadt
01:01:08Die Gegend gilt als Partisanen sicher
01:01:11In einer Woche darf sie das nicht mehr sein
01:01:14Das wird das Mädchen verstehen
01:01:16Dann gehe ich jetzt ins Materiallager
01:01:18Gut
01:01:20Sie soll viertel nach sieben in der Kastanienallee warten
01:01:24An dem verfallenen Pavillon
01:01:26Ich hole sie dort an
01:01:32Gehen Sie sofort ins Materiallager
01:01:34Haben Sie verstanden?
01:01:45Versag mir, dass es keine Falle ist
01:01:47Ich habe ein kleines Kind
01:01:51Du kannst ihn vertrauen
01:01:52Aber er ist ein Deutscher
01:01:56Er geht zu uns
01:01:58Ich gehe ihm lieber aus dem Weg
01:01:59Er hat bewiesen, dass er gegen die Nazis ist
01:02:04Und es geht um 20 von uns
01:02:06Ohne ihn sind wir verloren
01:02:09Und sein guter Mensch ist unser Antreiber
01:02:10Du siehst nur schwarz und weiß
01:02:14Ich vertraue einem Mann
01:02:17Der in uns die einzig reale Kraft sieht
01:02:21Den Faschismus zu zerschlagen
01:02:23Er ist kein Heuchler
01:02:25Und wer sorgt für mein Kind
01:02:27Wenn mir was passiert
01:02:39Zeug ihm, dass ich am Pavillon bin
01:02:44Mein Kind ist bei der alten Tziminska
01:02:54Und wie schwer ihr ihn citizens
01:02:57Ich gehe an dem Fest
01:02:59Gegruni
01:02:59Ich gehe an den Fest
01:03:04Ich gehe an den Fest
01:03:05Ich gehe an den Fest
01:03:05Anda
01:03:05Über mehr
01:03:05Ich gehe an den Fest
01:03:06Ich gehe an den Linus
01:03:07Ich gehe an den Fest
01:03:12Ich gehe an und
01:03:39Vergnügten Abend, Herr Doktor.
01:03:40Danke.
01:03:41Halt!
01:03:46Kofferkabe war offen.
01:03:49Dankeschön.
01:04:26Dort ist die Straße.
01:04:28Mhm.
01:04:29Wann soll ich Sie hier wiederholen?
01:04:32Um sechs Uhr früh werde ich hier sein.
01:04:34Gut.
01:04:35Sie haben sich alles gemerkt?
01:04:37Ich denke.
01:04:38Den genauen Termin vom Abtransport erfahre ich wahrscheinlich ein oder zwei Tage vorher.
01:04:43Das sage ich Ihnen noch.
01:04:44Ja.
01:04:46Sie haben doch ein Kind.
01:04:48Wer kümmert sich darum, wenn Sie über Nacht fortbleiben?
01:04:51Es wird schlafen.
01:04:52Aber es wird nichts zu essen haben.
01:04:55Das ist es gewöhnt.
01:04:57Ich kann hinfeiern.
01:04:58Ich kann etwas mitnehmen.
01:05:00Am besten gehen Sie am Abend nicht in eine Gegend, wo nur Pollen wohnen.
01:05:03Aber das ist doch Unsinn.
01:05:04Ich bin doch kein Gestapo-Greifer.
01:05:06Kein Mensch kann es Ihnen ansehen, Herr Doktor.
01:05:18Nein.
01:05:42Ich bin zweifell.
01:05:43Ich bin zweifell.
01:05:44Ich bin zweifell.
01:05:44Und das ist doch eine volle Number.
01:05:44Wartegau werden 20 russische Kriegsgefangene des Betriebsteils Spulenfertigung wegen wiederholter
01:05:51Sabotage an der kriegswichtigen Produktion zum Tode durch Erschießen verurteilt. Die
01:05:58Vollstreckung des Urteils erfolgt noch heute. Jeder, der sich in ähnlicher Weise als Schädling
01:06:04erweist, hat mit der gleichen Strafe zu rechnen. Belegschaft zurück an die Arbeit, Verurteilte
01:06:22Schöpfe.
01:06:54Das war's für heute.
01:07:12Das war's für heute.
01:07:39Was ist denn los?
01:07:41Ach, natürlich, wieder Panne.
01:07:43Es ist gleich behoben.
01:07:46Er wird schon noch zurechtkommen.
01:07:55Aufsetzen!
01:08:20Das war's für heute.
01:08:52Das war's für heute.
01:08:55Das war's für heute.
01:08:56Das war's für heute.
01:08:57Das war's für heute.
01:09:40Das war's für heute.
01:10:16Und was wurde aus Irena?
01:10:21Sie war meine Mutter.
01:10:24Das war's für heute.
01:10:25Man stellte sie in der Fabrik, als sie Nachrichten von Radio Moskau an die sowjetischen Gefangenen weitergab.
01:10:30Sie wurde gehängt.
01:10:37Sie kommen.
01:10:40Guten Tag.
01:10:41Guten Tag.
01:11:08Guten Tag.
01:11:09Tag.
01:11:09Sie war's für heute.
01:11:37Sie war's für heute.
01:11:48Das war's für heute.
01:12:10Sie war's für heute.
01:12:10Ich habe mich bereits entschieden, Herr Brücke.
01:12:42So.
01:12:43Sie will die Moskau-Reise nicht auslassen.
01:12:46Ich habe Sie hierher gebeten, um es Ihnen persönlich zu sagen, dass ich überhaupt nicht mit Ihnen fahren
01:12:51werde.
01:12:52Sie will.
01:12:53Weder jetzt noch später.
01:12:55Habe ich mich klar genug ausgedrückt.
01:13:05Ach, so ist das.
01:13:06Ja, so.
01:13:09Die Vereinigten Staaten sind für mich indiskutabel.
01:13:13Eine Wissenschaft, die sich solcher Leute wie Sie bedient, kann nur für einen moralisch
01:13:18völlig heruntergekommenen Mann eine Lockung sein.
01:13:21Oder für einen Dummkopf.
01:13:23Ich bin keines von beiden.
01:13:25Es scheint, man hat in den letzten zwei Jahrzehnten kommunistische Gedankengänge in Ihren Kopf gehämmert.
01:13:30Wenn Sie meine Denkweise kommunistisch nennen, ich habe nichts dagegen.
01:13:33Nun gut, Ihre Denkweise interessiert mich nicht, mein verehrter Dr. Grunert.
01:13:39Jetzt passen Sie mal auf.
01:13:41Es gibt ein Entweder und ein Oder.
01:13:46Das Entweder haben Sie ja vorerst abgelehnt.
01:13:51Das Oder sieht so aus.
01:13:53Man ist, das wissen wir genauer als Sie, in bestimmten Staatsorganen hier auf Ihre Rolle in Posen aufmerksam geworden.
01:14:05Man hat sie unter der Lupe.
01:14:09Ich habe hier einen ausführlichen Bericht darüber, dass Sie in Posen für die Gestapo Selektionen vorgenommen haben.
01:14:17Kurzum, dies geht für den Fall, dass Sie mein wohlgemeintes Angebot ausschlagen.
01:14:23Heute noch an Ihr Ministerium für Sicherheit ab.
01:14:27Diese Einrichtung kennen Sie doch wohl.
01:14:29Ja, ich kenne Sie.
01:14:31So.
01:14:33Was Ihnen dann passiert, das dürfte keinem Zweifel unterliegen.
01:14:39Sie sind doch ein intelligenter Mensch, Grunert.
01:14:43Wollen Sie das wirklich?
01:14:44Sie wollen mich erpressen.
01:14:47In ein paar Jahren werden Sie mir dafür dankbar sein.
01:14:50Da sind Sie ganz sicher?
01:14:51Völlig sicher, Grunert.
01:15:06Erinnern Sie sich an diese Männer?
01:15:14Sie gehörten zu denen, die ich zum Erschießen aussuchen musste.
01:15:18In Ihrem Auftrag.
01:15:20Aus der Spulenwickelei in Posen.
01:15:23Sie haben überlebt.
01:15:25Und einer von Ihnen ist hier.
01:15:26Sie können mit ihm sprechen, wenn Sie wollen.
01:15:28Aha.
01:15:30Ich verstehe.
01:15:33Sie sind ein Mann der anderen Seite.
01:15:36Das ändert die Sache.
01:15:58Was werden Sie veranlassen, bevor ich Westberlin erreicht habe?
01:16:03Was ich tue und lasse, war schon immer meine eigene Angelegenheit.
01:16:06In Posen und auch hier.
01:16:12Ich erwarte nicht, dass Sie mit mir anstoßen.
01:16:14Aber um etwas Eis darf ich Sie wohl bitten.
01:16:29Kognak mit Eis.
01:16:32Sie beweisen auch beim Trinken nicht den besten Geschmack.
01:16:39Nicht trinken, Doktor!
01:16:50Wer sind Sie?
01:16:51Was wollen Sie eigentlich?
01:16:54Ministerium für Staatssicherheit der DDR.
01:16:56Sie sind festgenommen.
01:16:59Hatten Sie nicht einen Brief für uns, Herr Burke?
01:17:02Mein Name ist Bruce.
01:17:04Ich bin Bürger der USA.
01:17:06Sie werden das bereuen.
01:17:11Sie sind ebenfalls festgenommen, Herr Hendrik van Swart.
01:17:21Wollen Sie bitte Ihre Sachen nehmen?
01:17:36Solche Gegner besiegt man kaum im Alleingang.
01:17:39Ein Schluck davon.
01:17:41Und Sie wären in Westberlin aufgewacht.
01:17:44Dann hätten Sie Herrn Burke wieder gegenüber gestanden.
01:17:47Als Unterlegene.
01:17:52Wenn man Freunde hat, ist es gar nicht so einfach, Fehler zu machen.
01:18:06Mann, Opa, das war ja eine tolle Sache.
01:18:12Wie, was?
01:18:13Beste Mal mit ins Kino gegangen.
01:18:15Das waren Aufnahmen.
01:18:19Also dann möchte ich mich verabschieden.
01:18:22Wiedersehen.
01:18:22Aufnahmen.
01:18:51Bescheid.
01:19:07Untertitelung. BR 2018
01:19:51Untertitelung. BR 2018
01:20:21Untertitelung. BR 2018
01:20:23Untertitelung. BR 2018
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