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  • vor 21 Stunden
E13-Turnvater Jahns Erben oder der Vorturner
Hans Neumann plagen seit ein paar Tagen Schwindelgefühle. Der Betriebsarzt diagnostiziert Kreislaufprobleme und verordnet Hans täglich zehn Minuten Gymnastik an der frischen Luft. Die Kollegen schließen sich amüsiert seinem Turnprogramm an. Danach ist für Hans Sport im Betrieb gestrichen und es wird auf der häuslichen Wiese geturnt. Vom Fenster aus beobachtet ihn Frau Scholz und denkt bereits über ein Hausturnfest nach. Aber auch die Kollegen haben sportliche Pläne. (Text: MDR)

E14-Reistag und Pädagogik
Marianne Neumann soll auf Wunsch des Schuldirektors Ringo Lehmann einen neuen als schwierig geltenden Jungen in ihre Klasse aufnehmen. Zunächst wehrt sie sich dagegen, doch dann erkennt sie, dass dem Jungen Zuwendung fehlt. (Text: MDR)

Wie eine Lawine
Frau Neumann will, dass das Wohnzimmer renoviert wird und zwar in familiärer Gemeinsamkeit. Überrascht stellt Hans fest, dass die Albrechts und die Scholzens aus dem Haus Gleiches vorhaben. Und wie es in vielen Haushalten beim Renovieren zugeht, so geht es auch bei Neumanns, Albrechts, dem Ehepaar Scholz und bei Herrn Sommerlatte zu: chaotisch. Dann aber hat Hans Neumann eine Idee … (Text: MDR)

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Transkript
00:00Das war's für heute.
00:30Hast du mich erschreckt?
00:33Was ist denn?
00:35Nichts. Schlafweiter.
00:40Wie spät ist es denn?
00:49Gleich zwei Uhr.
01:01Irgendwas ist es doch.
01:04Du sagst es schon.
01:10Ich kann nicht schlafen. Das ist alles.
01:23Aber das muss doch eine Ursache haben.
01:29Hast du Sorgen?
01:36Ich kenne das.
01:41Die Gedanken kreisen dann immer um einen bestimmten Punkt.
01:47Plötzlich ist mein Hell wach.
01:50Wälzt sich hin und her.
01:56Das ist es diesmal nicht.
02:01Ich kann das ja auch nicht erklären.
02:13Vielleicht hat es mit dem Schwindelgefühl zu tun.
02:19Schwindelgefühl? Davon weiß ich ja gar nichts.
02:22Seit wann hast du denn das?
02:24Nein, ich habe nichts gesagt.
02:25Das ist ja auch nicht schlimm.
02:26Nur so.
02:27Ich habe das nicht so wichtig hin.
02:29Ist ja auch leider nicht.
02:30Nein, ist ja das nicht all.
02:30Man spielt das nicht runter.
02:34Schwindelgefühl.
02:35So etwas kommt doch nicht von ungefähr.
02:43Seit ein paar Tagen hat mir schwindelig.
02:47Manchmal nur.
02:50Beim Bücken oder wenn ich wieder hochkomme.
02:52Plötzlich.
02:54Und er gehst du nicht zum Arzt?
02:57Fehlt doch weiter an uns nichts.
03:00Ich habe keine Schmerzen, keine Kopf, keine Magenschmerzen.
03:03Essen schmeckt mir auch.
03:06Das ist nur ein kleines Wehwehchen.
03:10Also ich kann das gar nicht hören.
03:14Was sind vielleicht Argumente?
03:19Das würde mir nicht mal einer meiner achtjährigen Schüler bieten.
03:28Dann reg dich nicht auf.
03:30Aber darüber reg ich mich auf.
03:39Wir sind nicht mehr die jüngsten, Hans.
03:46Mit der Zeit stellt sich immer was ein.
03:52Wenn es auch nur die kleinen Wehwehchen sind, wie du sagst.
03:58Dabei kannst du gar nicht wissen, was dahinter steckt.
04:04Du wirst was dagegen tun.
04:09Morgen gehst du zum Getriebsarzt.
04:14Tja, Herr Neumann, ich möchte auf alle Fälle ein EKG machen lassen.
04:18Meinen Sie, was mit dem Herzen?
04:21Ach, das muss nicht unbedingt organisch sein.
04:24Warten wir die Untersuchung ab.
04:26Aber ich tippe auf Kreislaufstörung.
04:29Das ist in Ihrem Alter nicht unbedingt besorgniserregend.
04:32Und trotzdem, man sollte es nicht auf die leichte Schulter nehmen.
04:38Herr Neumann, rauchen Sie?
04:41Ob ich jetzt rauchen will oder wie?
04:43Nein, ich meine, ob überhaupt.
04:46Und wenn, wie viel täglich?
04:50Verschieden.
04:52Hab sie nicht gezählt.
04:56Schätzungsweise 15.
04:5815.
05:00Herr Neumann, wenn ein Raucher 15 sagt, dann meint er 20.
05:04Mindestens.
05:06Das ist entschieden zu viel.
05:08Also das mit dem Rauchen, schränken Sie mal lieber ein.
05:12Am besten, Sie lassen es ganz sein.
05:15Ja.
05:16Und dann viel frische Luft und Bewegung.
05:19Herr Neumann, Sie sind in der Endmontage tätig?
05:23Jawohl, ja.
05:25Ich rate Ihnen, machen Sie in den Pausen mal ein bisschen Gymnastik.
05:32Pausengymnastik?
05:32Ja, das ist sehr gesund und wird Ihnen gut tun.
05:37Frühstückspause ist zu kurz.
05:40Mittagspause, man muss sich ja auch mal ausholen.
05:44Also eines kann ich Ihnen mit Gewissheit sagen.
05:47Wenn Sie seit ein paar Jahren täglich in irgendeiner Arbeitspause ein bisschen Gymnastik gemacht hätten,
05:53säßen Sie heute nicht hier.
05:56Hm.
05:57Meinen Sie tatsächlich?
05:59Herr Neumann,
06:02mit der gleichen Disziplin, mit der Sie Tabletten aus der Apotheke geholt hätten,
06:07werden Sie folgendes Rezept anwenden.
06:09Ich werde Ihnen nämlich nicht irgendwelche Pillen verschreiben,
06:13sondern täglich Gymnastik.
06:15Zehn Minuten an der frischen Luft.
06:19Ja.
06:30Moment mal.
06:31Moment mal.
06:32Ich werde verrissen.
06:34Das ist doch unser Meister.
06:37Ja.
06:44Ich werde wirklich verrückt.
06:47Ey, Meister.
06:48Das ist ein Indischgefahren.
06:50Hübster, großer Schock.
06:51Sieht eher nach einem Feizdanz aus.
06:53Es soll keine Stelle hier im Betrieb, wo man ungestört ist.
06:56Was soll denn das alles?
06:58Mit einer Freiübung, sieht er noch nicht.
07:01Ich glaube dir gar nicht, wie wohl man sich dabei fühlt.
07:05Hat mir der Arzt verordnet.
07:06Du bist ja nicht krank.
07:08Ein bisschen Kreislaufstörung.
07:10Und dafür soll das gut sein, was du da machst?
07:13Ja.
07:15Hat mir der Arzt ganz genau erklärt.
07:17Ist ja ganz logisch, oder?
07:18Schlechte Luft in der Halle.
07:21Lärm.
07:22Das sind ewige Böcken.
07:23Und das Alter.
07:28Ja.
07:30Gegen dich, jungen Springer, da bin ich ein betagter Gaul.
07:34Aber lass nur.
07:35Du kommst noch früh genug rein.
07:37War ja nicht böse gemeint, Meister.
07:39Aber vielleicht nimmst du von so einem jungen Springer noch einen kleinen Hinweis an.
07:43Du bist ja Sportler.
07:45Mach mal mit.
07:48Rechte Hand, linke Fußspitze.
07:51Und eins.
07:53Und zwei.
07:55Und eins.
07:57Tiefer.
07:58Und zwei.
07:59Na tiefer, Hans.
08:00Und eins.
08:01Noch tiefer.
08:02Und.
08:04Du hast gut reden.
08:06Erst mal besser machen.
08:07Na, da hat Hans wirklich recht.
08:10Nur meckern ist zu wenig.
08:12Und eins.
08:13Und.
08:14Kleinigkeit.
08:14Kleinigkeit.
08:15Da kommt.
08:16Zeigen wir es dem Meister mal.
08:18Und vier.
08:20Und.
08:23Ein.
08:29Wenn ich mir vorstelle, er hüpft auf dem Hof rum.
08:32Hüpft?
08:33Ja, kann man mal sehen, wie ernst du meine Gymnastik bist.
08:35Der Arzt, mein...
08:36Ich nehme sie sogar sehr ernst.
08:38Schließlich geht es um deine Gesundheit.
08:40Ja.
08:41Wie war es denn heute?
08:43Was heute?
08:43Na, deine Gymnastik.
08:45Hab keine gemacht.
08:48Kommt nicht mehr in Frage im Betrieb.
08:49Die lachen ja.
08:50Dann machst du es eben zu Hause.
08:52Geh doch ins Wohnzimmer.
08:53Gemacht wird welche.
08:54Viel zu eng.
08:56Dann gehst du hin das Haus auf den Wäscheplatz.
08:58Was denn am helllichten Tag?
08:59Bin doch kein Objekt für Volksbelustigung.
09:03Hermann.
09:04Der Herr Neumann macht unten auf der Wiese frei Übung.
09:07Na, soll er machen?
09:09Könnte dir auch nicht schaden.
09:11Früher bei der Post musstest du immer ein paar Kilometer laufen.
09:15Jetzt auf einmal Schluss damit.
09:16Das muss doch dem Körper schaden.
09:19Sechs Mal ist er in die Knie gegangen.
09:22Acht Kilometer waren es bei mir als Briefträger.
09:26Mit Treppen.
09:28Jeden Tag.
09:29Ich habe das mal ausgerechnet.
09:32Acht Kilometer.
09:33Jetzt ist er umgefallen.
09:35Hm.
09:35Macht er ganz gut.
09:36Er hält nur den, das Hinterteil zu hoch.
09:40Weißt du, Röschen, der Körper muss eine, eine gerade Linie bilden.
09:49Es dürfen nur die Zehen und die Fingerspitzen den Boden berühren.
09:55Ich mache dir das mal vor.
10:04So muss das sein, Röschen.
10:06Du übernimmst dich, Hermann, mit deinem Räumer.
10:11Der Körper muss eine gerade Linie bilden, Röschen.
10:17Sag mal, wie ist denn meine Körperhaltung?
10:20Nimm es mir nicht übel, Hermann.
10:23Aber du hast ja einen Knick in der Mitte.
10:26Schlimmer noch als Herr Neumann.
10:31Herr Neumann.
10:35Schönen guten Abend.
10:37Was machen Sie denn hier?
10:39Wissen Sie, ich habe es mit dem Kreislauf zu tun.
10:41Und da, na ja.
10:42Ach so, das ist aber züglich.
10:45Sehr gut.
10:45Also ich meine prinzipiell diese Übung dann.
10:49Also dann lassen Sie sich durch mich nicht stören.
10:50Nein, nein, Sie stören durchaus nicht.
10:52Aber gucken Sie doch mal unauffällig nach oben.
10:54Steht Frau Scholz noch am Fenster?
10:59Ja, und Ihr Mann auch, Herr Scholz.
11:01Sehen Sie, Herr Sommerlatte, das irritiert mich, dass man immerzu beobachtet wird, dass man sich nicht frei bewegen kann.
11:08Aber ich bitte Sie, Herr Neumann, Sie machen doch keine schlechte Figur.
11:11Na ja.
11:13Wissen Sie was?
11:14Ich mache ein bisschen mit.
11:17Einfach so zum Spaß.
11:24Stell dir mal vor, der Sommerlatte macht jetzt auch schon mit.
11:35Gar nicht übel für den Musiker.
11:38Erinnerst du dich noch an unser Sportfest vor drei Jahren?
11:42Ja.
11:43Du, sowas müsste man mal wieder veranstalten.
11:47Gymnastik für die Hausgemeinschaft oder irgend sowas.
11:50Also du hast immer fabelhafte Ideen, Rötchen.
12:00Also, hat wirklich Spaß gemacht, Herr Neumann.
12:03Das hätte ich gar nicht gedacht.
12:05Aber so, also, wenn es meine Zeit erlaubt, dann werde ich mich gelegentlich gern wieder...
12:10Ja, sehen Sie, genau das ist eben falsch, hat mir der Arzt gesagt.
12:14Nicht gelegentlich, regelmäßig, systematisch, Herr Sommerlatte.
12:17Na ja, es scheint auch noch andere Interessenten zu geben.
12:20Herr Scholz zum Beispiel.
12:22Der schickt bestimmt seine Frau, um festzustellen, was wir hier treiben.
12:26Ich hoffe, ich störe nicht.
12:28Nein, nein.
12:29Meine Frau meinte nur, ich sollte mich ein wenig beteiligen.
12:33Wer rastet, der rastet.
12:35Da kommt doch noch Herr Albrecht.
12:36Das artet ja hier in Hausversammlungen aus.
12:39Ich will ja nicht stören, aber meine Frau meinte, ein bisschen Sport würde mir ganz gut tun.
12:43Von wegen Kreislauf und so.
12:44Ja, ich muss mich nun allerdings von Ihnen verabschieden.
12:47Zehn Minuten, hat der Arzt gesagt.
12:49Aber Herr Neumann, Sie können es doch nicht im Stich lassen.
12:52Fünf Minuten können Sie doch noch dranhängen.
12:53Ja, fünf Minuten.
12:55Nachbarschaftsfähre gewissermaßen.
12:55Ja.
12:58Na, ja.
12:59Na, also dann.
13:00Ja.
13:05Oh.
13:10Oh.
13:42Was wollt ihr denn? Gibt's was Besonderes?
13:46Kurz gesagt, Meister, wir wollen dir eine kleine Freude machen.
13:50Ja, wir haben dich noch nie so niedergedrückt gesehen.
13:54Nie so niedergedrückt?
13:55Ja, du hast ja sogar gestöhnt.
13:58Kurz und gut, wir wollten nur sagen, dass wir einen Entschluss gefasst haben.
14:02Die Brigade, der Meisterbereich.
14:04Das ist sogar ein B-Schluss.
14:08Sag mal, was denn für ein B-Schluss?
14:12Komm mal mit.
14:17Wir wollen dir ein bisschen in die Seite treten, Meister.
14:19Deine Gesundheit fördern helfen.
14:23Damit dir deine Gymnastikübungen leichter fallen, machen wir alle mit.
14:28Na komm, anfangen!
14:30Nein, nein, nein, es geht nicht.
14:32Hans, sei doch kein Frosch.
14:33Du siehst doch, alle warten, dass es losgeht.
14:36Alle wollen dir helfen.
14:37Ja, ich freu mich ja auch echt, aber es geht wirklich nicht.
14:40Aber Hans, wieso nicht?
14:42Ja, weil ich gestern erstens 10 Minuten Gymnastik allein betrieben habe.
14:48Kamen noch ein paar Nachbarn dazu und da musste ich zweitens noch mal 10 Minuten Gymnastik machen.
14:54Und drittens habe ich einen fürchterlichen Muskelkater.
15:13Ja.
15:15Ja.
15:15Ja.
15:16Ja.
15:17Ja.
15:18Ja.
15:18Ja.
15:18Ja.
15:18Ja.
15:19Ja.
15:19Ja.
15:19Ja.
15:20Ja.
15:21Ja.
15:22Ja.
15:22Ja.
15:22Ja.
15:22Ja.
15:22Ja.
15:24Ja.
15:26Ja.
15:34Endlich, Herr Neumann.
15:35Die haben ja so auf Sie gewartet.
15:37Sie werden staunen, sag ich Ihnen.
15:39Die haben eine ganz große Überraschung für Sie.
15:42Kommen Sie mal mit.
15:46Na, sehen Sie.
15:50Meine Frau hat für den ganzen Wohnblock Abendgymnastik organisiert.
15:55Und mein Mann, der hat die Rentner von Erfolgssolidarität mobilisiert.
16:00So, jetzt können wir anfangen.
16:03Unser Vorturner ist da.
16:34Guten Morgen.
16:36Morgen.
16:37Kolleginnen und Kollegen.
16:39Eine kleine Überraschung für Sie.
16:41Ein neuer Schüler.
16:43Kommt aus der vierten Oberschule.
16:47Wie Sie aus den Unterlagen ersehen werden.
16:51Ein munteres Kerlchen.
17:05Guten Tag.
17:06Guten Tag.
17:06Ich bin ja der neue Klasselehrer.
17:08Ich heiße Frau Neumann.
17:10Kommt.
17:17So, Kinder.
17:18Hier stelle ich euch euren neuen Mitschüler vor.
17:21Das ist Ringo Lehmann.
17:23Ringo?
17:23Was ist denn das für ein arme Geister?
17:26Ruhe!
17:28Nun, belegt euch mal.
17:30Ringo ist ein sehr schöner Name.
17:32Alle kommunizieren sich so.
17:34Das war eine berühmte Musikgruppe aus England.
17:36Ist das dein Vater?
17:38Nö, die Güte.
17:40Also nun ist Schluss.
17:41Komm Ringo.
17:43Dort neben mir geht das noch ein Platz frei.
17:46Geht auf jeden Fall.
17:48So, da sind sie.
17:52Die Heimat hat sich schön gemacht
17:56Und taugelt ihr im Haar
18:00Die Welle schwiegelt ihre Pracht
18:05Wie frohe Augen klar
18:08Die Liede blüht die Tande rott
18:13Die tun Geheimnis voll
18:17Frisch das Geheimnis abgelost
18:22Das uns beglücken soll
18:25Der Wind schreift auch durch Schmalk
18:30Und fährt ihre Augen und Füße zu
18:34Mit Fisch und Dachs und Fugel
18:39Stehen wir auf du und du
18:43Der Heimat hat sich für die Liede blüht
18:46Du singst ja gar nicht richtig mit
18:47Was hast du da?
18:53Ringo
18:54Du nimmst sofort den Kaugummi aus dem Mund
18:57Gar nicht
18:58Warum kannst du das nicht?
19:00Weiß ja nicht wohin damit
19:01Und unter die Bank kann ich den nicht kleben
19:03Da klaut den mir vielleicht einer
19:05Ringo erstens klaut hier niemand
19:07Und zweitens klebt man Kaugummi nicht unter die Bank
19:10Also?
19:11In der Hand behalten kann ich den nicht
19:13Das ist unappetitlich
19:14Hat meine Mutti gesagt
19:16Weil ich immer dreckige Hände habe
19:20Also gut, das sehe ich ein
19:22Dann wickel den Kaugummi in dein Taschentuch
19:24Hab keins
19:31Und zwischen die Lesebuchseiten
19:32Darf ich die nicht kleben
19:33Das ist verboten
19:35Das war schon in der anderen Schule so
19:40Nun, dann machen wir was ganz Einfaches
19:42Wir werfen den Kaugummi in den Papierkorb
19:46Und warum das nicht?
19:48Ist mein letzter
19:50Nun, wenn das alles nichts hilft
19:54Dann müssen wir was ganz anderes machen
19:56Gib mir bitte dein Mitteilungshet
20:04Ich werde deine Eltern davon in Kenntnis setzen
20:07Wir sind geschieden
20:09Und wir sind jetzt weiter
20:11Von vorn
20:11Die Heimat hat sich schön gemacht
20:17Und taugelt's hier im Haar
20:20Die Welt entspiegelt ihre Park
20:25Wie frohe Augenklar
20:29Die Wiese blüht die Tante los
20:34Sie tun geheimes Kreuz
20:37Durch das zereisende Schakeloch
20:42Das unsere Glückwunsch
20:45Das unsere Glückwunsch
21:12Danke setzen
21:12Schwieriger Schüler
21:13Schwierige Schüler gehören in gute Hände
21:16Sie sind nun mal unsere beste Unterstufenlehrerin
21:20Den Kollegen Neumann
21:24Na schön
21:26Ich werde es mir überlegen
21:29Wir werden das morgen im Lehrer-Kollegium besprechen
21:33Arme Svorein Hölzke
21:40Komisch
21:41Arme Frau Neumann sagt nie jemand
21:53Tag Ringo
21:54Tag Frau Neumann
21:56Die Mutti ist nicht zuhause
21:57Ich bin allein
21:58Wann kommt denn deine Mutti wieder?
22:00Die ist drei Tage verreist
22:01Die hat dort Schulung
22:02Und da bist du ganz allein?
22:04Nee, mit meinem Bruder
22:08Was riecht denn das so ungebrannt?
22:09Ich koche
22:10Lässt du mich mal rein?
22:20Ach, du lieber Himmel
22:22Was ist denn hier los?
22:29Ich koche mir Reis
22:30Ich hatte solchen Hunger
22:31Du hattest Hunger?
22:33Was gab es denn zur Schulspeise?
22:34Ich weiß nicht
22:36Hast du denn nicht gegessen?
22:38Ich kriege doch kein Essen
22:39Hab doch kein Essengeld bezahlt
22:41Hat dir denn deine Mutti
22:42Kein Essengeld mitgegeben?
22:44Doch
22:45Und?
22:47Was hast du mit dem Geld gemacht?
22:51Ringo
22:51Ich warte auf Antwort
22:57Kaugummis gekauft
22:59Kaugummis gekauft
23:00Für das ganze Geld hast du Kaugummis gekauft?
23:04Und der Musiklehrerin
23:06Der Frau Richter
23:07Hast du gesagt
23:07Du hast nur einen
23:11Die anderen habe ich eingetauscht
23:13Bei mir gezeigt
23:13Ich ging eine Wasserpistole
23:18Sag mal
23:19Sag mal
23:20Findest du das richtig?
23:22Du bist doch nur schon so ein kleines mageres Kerlchen
23:25Wenn du kein Mittag isst, wirst du krank
23:28Siehst du das ein?
23:31Du
23:32Ich warte auf Antwort
23:36Na ja
23:36Wenn dir eine Frage
23:38Unangenehm ist
23:39Dann kannst du ausdauernd schweigen
23:43Ringo
23:43Was mache ich bloß mit dir?
23:45Am besten
23:46Wir reden nicht mehr davon
23:50Du bist wie ein Held
23:54Ich glaube
23:54Dein Reis ist fertig
23:59Was willst du denn dazu essen?
24:06Bratierring
24:07Das kann doch kein Mensch essen
24:09Doch
24:10Das geht
24:12Gestern habe ich Spaghetti mit Bratierring gegessen
24:14Das ging auch
24:16Na also
24:17Weißt du
24:18Dann gucke ich lieber mal im Schrank nach
24:19Ob ich was finde
24:20Und dann mache ich dir was dazu
24:21Wenn die wollen
24:23Aber sonst esse ich immer Bratierring
24:31Bitte, Herr Lehmann
24:32Danke, Frau Neumann
24:42Da kommt mein Bruder Knut
24:43Der kommt immer halb drei
24:44Nur wenn er Training hat
24:46Nicht
24:46Training?
24:47Ja, er boxt
24:49Aber lernen tut der Maler
24:52Hallo
24:53Wir haben Besuch
24:54Schönen guten Tag
24:55Ja, guten Tag
24:56Ich bin Frau Neumann
24:57Ringo ist Klassenlehrerin
24:58Hat er wieder was ausgefressen?
25:00Klar, sonst wären sie doch nicht hier
25:03Was hast du wieder ausgefressen?
25:04Nicht
25:05Ich will mich nur mit eurer Mutter mal über seine Entwicklung unterhalten
25:09Ja, bitte da
25:10Können Sie auch mit mir reden
25:12Nachmittags erziehe ich ihn nämlich
25:13Und wenn unsere Mutter abends mal nicht da ist
25:17Dann ziehe ich ihn auch abends
25:20Möchten Sie ein Eierlikör oder eine Zigarette?
25:22Nein, danke
25:22Ich möchte nichts
25:24Ringo, zeig mir mal deine Schularbeiten
25:25Wir hatten heute keine auf
25:26Wie bitte?
25:28Ihr hattet keine auf?
25:29Bloß reden und da war ich heute erst dran
25:31Aha
25:31Und da bildest du dir ein
25:33Du kommst morgen nicht gleich wieder dran
25:34Du brauchst heute nichts zu machen
25:36Ist gut, dass ich das weiß
25:37Dann gebe ich eben heute Abend im Bett
25:38Schularbeiten macht man gleich
25:40Hättest du deine Schularbeiten immer gleich gemacht?
25:43Wie hast du nicht nach der 9. Klasse abgeworfen?
25:45Heute hättest du jetzt auf Professor oder Doktor studiert?
25:48Hab bloß nicht so eine große Klappe
25:50Hast du dein Zimmer aufgeräumt?
25:52Immer ich
25:53Das ist genauso dein Zimmer
25:54Aber du bist dran
25:56Frau Neumann
25:57Immer wenn ich dran bin
25:58Lass dir alle Klamotten liegen
26:00Kommen Sie mal mitgucken
26:05Hier
26:06Nur um mich zu erraten
26:07Um dich zu erziehen
26:09Weil du nämlich immer bei mir
26:11Deine Klamotten liegen lässt
26:12Hier
26:13Alles deins
26:14Mama hat gesagt
26:15Ich bin viel ordentlicher als du
26:17Und was mit dem Abwasch
26:18Immer wenn er dran ist
26:20Stellt er die leeren Dreckchen-Töppe unter mein Bett
26:23Hier
26:25Schon wieder
26:27Und am nächsten Tag
26:28Wenn ich dran bin
26:29Dann schummelt er sie wieder in den Abwasch
26:31Habe ich erst von dir gelernt
26:34Einmal habe ich das gemacht
26:35Zur Strafe
26:36Weil du mir alle Knöpfe von der Jacke geschnitten hast
26:39Weil du meine Indianer verbrannt hast
26:40Aus erzieherischen Gründen, Frau Neumann
26:42Weil du Manneken in meine Bücher gemalt hast
26:44Also Nummer Schluss, bitte
26:46Ich mache euch jetzt einen Vorschlag
26:50Wir werden jetzt gemeinsam aufräumen
26:53Abwaschen
26:54Staubsaugen
26:56Überhaupt die ganze Wohnung
26:57Tipptopp in Ordnung bringen
27:00Was glaubt ihr
27:01Wie sich eure Mutti freut
27:02Wenn sie von ihrer Schulung nach Hause kommt
27:03Und alles hier fabelhaft in Ordnung ist
27:06Einverstanden?
27:07Mhm
27:08Mhm
27:08Mhm
27:11So, nun macht mir nicht gleich wieder solche Unordnungen
27:13Ich kann nicht jeden Tag kommen
27:14Wir bedanken uns auch sehr, Frau Neumann
27:15Für ihre Hilfe
27:16Bitteschön
27:17Ich auch, Frau Neumann
27:18Gut
27:19Habt doch gesagt, wir
27:20Und Ringo
27:21Nicht, dass du denkst, die Sache hat sich erledigt
27:23Mit deiner Mutter muss ich trotzdem noch sprechen
27:25Mhm
27:26Also, macht's gut
27:31Aua
27:32Ist das Frau Neumann?
27:35Beim Fleischer muss ich es erfahren
27:37Von Frau Scholz
27:39Ausgerechnet
27:41Dass du seit gestern krank im Bette liegst
27:44Mutter, schau mich doch an
27:46Ich bin doch nicht krank
27:47Warum bist du da nicht in der Schule?
27:49Weil ich krank geschrieben bin
27:50Na siehst du
27:51Der Knöchel ist geschwollen
27:54Nun lieg ich hier auf der Couch
27:56Nicht im Bett
27:58Kühle, lese, schlafe
28:01Eine himmlische Ruhe umgibt mich
28:03Mit einem Wort, es geht mir blendend
28:06Eine Sache von drei Tagen
28:08Und deiner Mutter wird sowas natürlich verheimlicht
28:11Und von Fremden lässt du dich pflegen
28:14Mich pflegt kein Mensch
28:16Ach, und warum kauft Frau Scholz von nebenan
28:20Mitten in der Woche drei Rouladen ein
28:23Das weiß ich doch nicht
28:24Weil sie für dich kocht
28:26Ja
28:29Ich sage zu ihr
28:30Frau Scholz, sage ich
28:31So üppig mitten in der Woche
28:34Für drei Personen
28:35Sie erwarten wohl Besuch
28:37Nein, sagt sie
28:40Wissen sie denn nicht
28:41Dass ihre Tochter seit gestern krank im Bette liegt
28:44Und einer muss sie ja betreuen
28:47Vielleicht kannst du dir vorstellen
28:48Wie peinlich mir das war
28:50Also erstens lieg ich nicht im Bett
28:52Und großes Pionierehrenwort
28:54Wir haben Frau Scholz nicht darum gebeten
28:57Also will ich das auch gar nicht
28:59Ich mach heut Reistag
29:00Was machst du?
29:02Reistag
29:02Die Gelegenheit ist günstig
29:04Ich bin den ganzen Tag allein
29:05Da kann ich niemanden auf die Nerven fallen
29:07Mit meiner schlechten Laune
29:08Warum hast du schlechte Laune?
29:10Weil ich Reistag mache
29:13Ach du mein Mords Hunger
29:14Und zwing dir frühmittags und abends
29:17Schlapperpams mit Apfelsaft rein
29:20Diese Geschichte habt ihr ja gestern schon
29:22Mit eurer Klassenlehrerin Frau Neumann gelesen
29:24Und nachdem ich sie nur noch einmal vorgelesen habe
29:27Werdet ihr sie jetzt als Diktat schreiben
29:31Und holt die Hefte heraus
29:46Eine Igelgeschichte soll hier erzählt werden
29:50Eine Igelgeschichte
30:04Soll hier erzählt werden
30:09Sie begann als der letzte Schnee des Winters
30:13In großen dichten Flocken gefallen war
30:16Sie begann
30:27Komma
30:28Als der letzte Schnee des Winters
30:46In großen dichten Flocken gefallen war
30:59Soljanka
31:01Roulade mit Pilzen
31:03Und Apfel im Schlafrock
31:05Nein
31:07Nein, nein
31:08Frau Schulz, bitte
31:10Doch, doch
31:11Man weiß doch, was bei einem
31:12Lieben kranken Nachbarn schuldig ist
31:15Liebe Frau Schulz
31:17Ich habe heute Reistag
31:18Früh, mittags, abends salzlosen Wasserreis
31:22Ich will ein paar Pfund abnehmen
31:27Gucken Sie mal
31:28Hier
31:32Das ist Sadismus
31:33Das Roulade mit viel Zwiebeln
31:36Und ganz kleinen Gewürzgürkchen
31:38Und Champignons
31:40Frau Schulz
31:41Es tut mir wahnsinnig leid
31:43Sie meinen das sehr lieb
31:45Sie haben sich so viel Mühe gemacht
31:47Aber ich mache heute meinen Reistag
31:50Ich lasse mich nicht von Ihrer Roulade unterwandern
31:53Die Roulade, die ist so schön mager
31:56Aber die Soße
31:58Die Soße, die hat Kalorien
32:01Und die leckeren Pilze sind Champignons
32:06Das ist kulinarischer Terror
32:09Schnuppern Sie doch mal
32:11Ne?
32:13Schnuppern macht ja nicht gleich dick
32:18Das ist wahr
32:19Ja
32:20Nur mal schnuppern
32:24Nein
32:27Also Frau Neumann
32:29Wenn das umgekehrt wäre
32:32Sie wären auch beleidigt
32:39Frau Schulz
32:40Das ist natürlich ein schwerwiegendes Argument
32:44Da stellt sich doch wirklich die Frage
32:47Darf ich so egoistisch sein
32:50Und Ihre Roulade nicht essen?
32:53Frau Schulz
32:56Ich glaube
32:57Ich darf es nicht
33:11Ich Lara
33:12Nichts sehen
33:12Ah
33:12Genau
33:18Ich bin ein Paranormal
33:22Ja
33:24Ich bin ein Paranormal
33:25Nichts
33:26Ja
33:26Ich vermtheße
33:28Ich meine
33:29Ich bin auch
33:29Das war's für mich.
33:56Guten Tag, Frau Neumann, es klingt so.
33:59Ich wollte mich nur nach Ihrem Befinden erkundigen.
34:03Na, das freut mich.
34:05Mit Ihrer Klasse bin ich klargekommen.
34:07Aber Ihrem kleinen Freund Ringo muss ich im Diktat eine 5 geben.
34:12Nein, Fehler hat er keine.
34:15Ich habe einige Sätze diktiert aus dem Lesestück, das Sie gestern durchgenommen haben.
34:20Wohlgemerkt einige Sätze.
34:22Einige habe ich weggelassen.
34:23Aber Ringo hat alle Sätze geschrieben.
34:26Er hat gar nicht zugehört.
34:28Er hat einfach aus dem Lesestück abgeschrieben.
34:33Nein, er weiß noch nicht, dass ich den Betrug entdeckt habe.
34:36Ich aparece so.
34:38Wir haben ja nicht zugehört.
34:42котор�� 주는 die Kirchen keine Hausseманут.
35:04Denn noch nie...
35:09Nein, nein, nicht so stürmisch.
35:13Was ist denn los, junger Mann?
35:15Ich muss zu Frau Neumann, ganz dringend.
35:17Wer bist du denn?
35:18Ich bin der Ringo Lehmann.
35:20Ach, du bist der Ringo Lehmann.
35:22Ich habe Frau Neumann etwas ganz Wichtiges zu sagen.
35:25Es ist ganz wichtig.
35:26Na, dann komm mal rein, wenn es so wichtig ist.
35:29Frau Neumann, Sie kriegen Besuch, Ihr Freund.
35:32Ich komme gleich wieder, ich brauche bloß Geschirr rüber.
35:35Na doch, geh schon, kannst ruhig gehen.
35:39Ringo, das ist aber eine Überraschung.
35:43Was willst du denn bei mir?
35:44Ich habe etwas ganz Schönes für Sie, Frau Neumann.
35:47Ich habe im Diktat eine Eins geschrieben.
35:50Was hast du?
35:52Im Diktat eine Eins geschrieben, ganz bestimmt.
35:55Aber wir haben die Hefte noch nicht zurück.
35:57Aber ich habe ganz bestimmt eine Eins.
36:00Ich habe nämlich alles richtig.
36:02Freuen Sie sich da?
36:06Ringo, sieh mich mal an.
36:12Hast du mir nicht noch was zu sagen?
36:14Aber wenn es doch eine Eins...
36:15Du hast abgeschrieben.
36:16Und das finde ich scheußlich.
36:19Frau Klingsauer hat es nämlich gemerkt und hat mich angerufen.
36:25Aber wenn ich Ihnen doch eine Freude machen wollte.
36:30Na komm, setz dich mal zu mir.
36:39Nimm mal die Mappe ab.
36:48Glaubst du wirklich, ich freue mich über eine unehrliche Eins?
36:53Meinst du, ich freue mich, wenn eins meiner Kinder betrügt?
36:57Noch dazu, wenn es versprochen hat, ein guter Schüler zu werden.
37:01Bei Ihnen hätte ich bestimmt nicht abgeschrieben.
37:03Ach, und du glaubst, bei Frau Klingsauer kannst du es?
37:06Ja, habe ich auch nichts versprochen.
37:10Das Versprechen gilt doch nicht nur für mich.
37:13Das gilt für alle Lehrer und für alle Fächer.
37:19Das ist ganz schön schwer.
37:22Ringo, versprich es nicht nur mir oder deiner Mutter zuliebe.
37:27Sondern dir selbst zuliebe.
37:30Für dich selbst musst du ein ehrlicher Kern werden.
37:34Ich weiß, es ist schwer.
37:36Aber es geht.
37:38Und es macht ganz schön Spaß, wenn man sich anstrengt.
37:42Und man merkt dann, man schafft es.
37:46Verstehst du das?
37:49Und jetzt bestellen wir uns bei Frau Scholz ein großes Stück Torte.
37:53Und ein großes Glas Milch.
37:58Na, also sehr pädagogisch finde ich das ja nur gerade nicht.
38:24Mir hat es geschmeckt.
38:27Mir auch, Mutti.
38:27Das freut mich natürlich auch, Jan.
38:30Und dir, Brigitte?
38:31Ja, mir natürlich auch.
38:33Danke.
38:38Ich habe nur eine Überraschung für euch.
38:40Oh, prima.
38:40Pudding, was?
38:41Nein.
38:42Eine neue Luftpumpe?
38:44Nein.
38:46Brigitte, willst du nicht auch raten?
38:49Nein.
38:51Na dann, komm, mal mit.
39:00Kastet mal.
39:03Na, da kann so ziemlich alles drin sein.
39:06Willst du nicht mal ein paar Tipps geben?
39:09Ganz zarte Pastellfarbe mit einem dezenten Blumenmuster.
39:16Also für ein Kleid ist das Paket ja ein bisschen groß, nicht?
39:21Das ist sogar für Oma zu gewaltigen.
39:24Ja.
39:25Also, ich will euch nicht länger auf den Folter spannen.
39:29Es sind Tapeten.
39:30Genau.
39:30Was sind denn eigentlich Tapeten?
39:32Alberne Frage.
39:34Wozu braucht man wohl Tapeten?
39:35Wahrscheinlich, um die Wohnung zu verschönern.
39:39Also, wenn es euch nicht stört, wahrscheinlich seid ihr von Natur aus anspruchsloser.
39:44Ich kann jedenfalls das Wohnzimmer so nicht mehr sehen.
39:49Na, sieht es nicht gut aus?
39:55Doch.
39:57Doch, doch, sieht gut aus.
39:58Und was meint ihr?
39:59Riecht in meinem Zimmer auch neue Tapete?
40:01Natürlich nicht.
40:02Och, ich kriege nie was neu.
40:03Dein Zimmer ist sehr schön, so wie es aussieht.
40:05Also, die Tapete sieht gut aus, da gibt es gar keine Frage.
40:08Aber?
40:09Aber ich stelle mir nur mal so vor, den leeren Raum hier, in der Mitte die Leiter.
40:13Ein paar Tapetenbahnen kleben an der Wand.
40:16Wenn wir Piche haben, nicht gerade akkurat geklebt.
40:18Kommt ja immer auf den Maler an.
40:19Ist ja den Maler.
40:21Wieso?
40:23Du willst doch nicht etwa das Bier.
40:25Das ist ja prima.
40:26Ein Eimer mit Schlemmkreide, einer mit Kleister und überall, wo man anfasst, bleibt man kleben.
40:30Hans, du meinst, wir schaffen das nicht?
40:32Und schaffen kann doch gar keine Rede sein.
40:34Aber ich frage mich nur, ob es nötig ist jetzt.
40:36Das finde ich nicht nötig.
40:37Sei du doch nicht so vorlaut.
40:39Das ist vielleicht eine Demokratie hier.
40:41Also, was ist nun?
40:43Hm.
40:44Naja.
40:46Um des lieben Friedens willen und weil die Tapeten nun mal da sind, ich mache es.
40:51Aber du doch nicht allein.
40:53Selbstverständlich helfen wir dir.
40:55Ist doch Ehrensache.
41:02Du, spritz nicht so.
41:12Brigitte.
41:16Brigitte.
41:17Ja.
41:21Wie siehst du denn aus?
41:23Wie soll ich denn aussehen?
41:26Du, hier gibt es was wegzuräumen.
41:28Ich habe aber jetzt was Dringendes zu erledigen.
41:30Tschüss.
41:31Hans, was sagst du denn dazu?
41:34Typisch.
41:35Immer wenn es um die Wurst geht.
41:41Frau Brigitte, ist ihr Vater da?
41:44Party, Frau Scholz ist da.
41:46Gehen Sie doch rein.
41:46Dankeschön.
41:50Na, Frau Scholz.
41:52Meine Güte, wie sehen Sie denn aus?
41:55Also egal, ein paar Minuten hätten Sie doch Zeit für uns, ja?
41:58Nur die Möbel.
41:59Alles andere machen wir alleine, mein Mann und ich.
42:01Sie haben neue Möbel bekommen?
42:02Wo denken Sie denn hin?
42:03Unsere sind doch noch sehr gut.
42:05Nein, wir wollen sie bloß verteilen.
42:07Also, ein Teil kommt in den Korridor und die anderen, die kommen ins Schlafzimmer.
42:13Damit wir ein bisschen mehr Platz haben.
42:15Ja, ich verstehe immer noch nicht, aber kann mir die Sache ja mal ansehen.
42:19Das ist nicht, komm.
42:25Danke, Herr Scholz.
42:26Danke, Herr Neumann.
42:27Was haben Sie denn vor?
42:30Tapeten.
42:33Tapezieren.
42:33Ja, tapezieren.
42:35Na, wo es gerade so schöne Tapeten gab, die Gelegenheit konnte man sich doch nicht entgehen lassen.
42:40Das sind wunderschöne Muster, ganz zarte Pastellfarben mit Blumen.
42:46In beischtem.
42:48In blau.
42:51Ihre Frau hat gesagt, es passt besser zu unserem Möbel.
42:55Aber warten Sie mal, vielleicht war das auch Frau Albrecht.
42:58Wir waren nämlich alle drei im Warenhaus.
43:01Ach, dann sieht das jetzt bei Albrechts genauso aus.
43:04Ausgeräumtes Wohnzimmer, Eimer, Tapetenrollen, Kleister.
43:07Wenn Frauen sich was in den Kopf gesetzt haben, führen Sie das auch aus.
43:11Und renovieren, tapezieren wollen Sie alleine?
43:14Ja, aber selbstverständlich macht das mein Mann.
43:18Macht nicht so ein Gesicht wie ein Karpfel am Silvester-Tag.
43:21Nur beim Ausräumen bitte ich Sie, mir zu helfen.
43:24Wissen Sie, im Prinzip, da belästigt die Nachbarn nur ungern.
43:28Schließlich hat jeder mit sich selber zu tun und Sie wollen doch sicher heute auch noch anfangen, oder?
43:32Wir haben ja schon nicht und deshalb wollte ich...
43:34Aber erst mal hier das Buffet von der Wand abholen und dann hier so in die Mitte stellen.
43:42Den Vogel und die anderen Kleinigkeiten, die nehme ich.
43:48Ja, also, na dann...
43:51Die Anrichtung, die kommen später.
43:56Ich bin froh, wenn das Wochenende vorüber ist.
44:00Am liebsten möchte ich ausreißen, nirgendwohin und von der ganzen Renoviererei nichts mehr hören und nichts mehr sehen.
44:10Na, mach!
44:11Hau!
44:12Huck!
44:14Hau!
44:15Huck!
44:16Ich möchte bloß wissen, was Fati da drüben so lange macht.
44:19Was ist denn hier los? Was machst du denn?
44:22Ich hab schon angefangen.
44:23Du bist wohl völlig verrückt geworden.
44:26Nur Unsinn hast du im Kopf gemacht, dass du rauskommst.
44:32Das ist doch nicht.
44:35Hermann, nimm die Gardinen ab, aber fall nicht vom Balkon.
44:39Das wäre sicher die beste Lösung.
44:42Ja, Röfschen!
44:43Ja, nein.
44:45Oder im Stuhl kommen wir hier nicht ran.
44:48Haben Sie keine Leiter?
44:49Wir haben keine.
44:50Vielleicht kommen wir hier.
44:51Die habe ich heute Vormittag Herrn Henninger ausgeliehen.
44:54Ja, die habe ich gerade vor einer Stunde weggehen sehen.
44:56Na, dann besorge eine andere Leiter.
44:59Vielleicht von Albrechts.
45:00Oh ja, das mache ich gerne, Rösschen.
45:02Das mache ich gerne.
45:28Ja, das mache ich gerne.
45:32Das mache ich gerne, Herr Neumann.
45:38Moin.
45:39Hier rein.
45:47Donnerwetter.
45:48Die Decke ist ja fertig, Herr Albrecht.
45:52Wenigstens mal was anderes als das ewige Weiß.
45:54Sie können ja was abhaben.
45:56Ich habe genug von dem Zeug.
45:58Selbst zusammengestellt.
46:06Fisch.
46:07Ich würde jetzt mehr so ein sanftes Hellbrauch.
46:10Mir egal.
46:12Hauptsache, es sieht einigermaßen aus.
46:16Tapeten.
46:22Blumenmuster.
46:23Ja.
46:24Beige.
46:25Nein.
46:26Blau.
46:28Gelb.
46:33Lass dich.
46:38Wenigstens alle Frauen stellen sich unsere Frauen die Übereinstimmung verknüpft.
46:43Sonst hätte man ja auch mal an eine Epidemie glauben können.
46:49Also, wenn Sie einen Eimer haben, gebe ich den Deckenfarbe ab.
46:53Das gehört nicht sehr freundlich von Ihnen.
46:55Aber müsste ich erst mal meine Frau fragen.
46:58Und Sie, Herr Schulze?
46:59Ja.
47:00Von der Deckenfarbe hat meine Frau nichts gesagt.
47:04Nur von der Leiter.
47:06Richtig, wegen der Leiter sind wir ja eigentlich nur hierher gekommen.
47:09Die brauchen Sie ja nun selber.
47:12Ja.
47:13Da werden wir wohl zu Herrn Sommerlatter gehen müssen.
47:15Oh, das eilt nicht so, Herr Reumann.
47:18Meine Frau wäscht ohnehin erst die Wände ab.
47:22Da stehe ich nicht gern.
47:24Aber mit dem Stuhl kommt die doch da gar nicht rum.
47:26Ja.
47:27Wird mir wohl nichts weiter, was übrig bleiben.
47:31Also, nichts für ungut, Herr Albrecht.
47:33Tut mir leid.
47:34Viel Vergnügen.
47:35Danke.
47:54Ach, Herr Neumann, Herr Scholz.
47:56Das ist gut, dass Sie gerade vorbeikommen.
47:58Mein Vater hat mich eben geschickt.
47:59Ich soll Sie mal holen.
48:00Was?
48:00Das ist ja ein Zufall.
48:01Wir wollten nämlich gerade zu Ihnen sein.
48:03Oder habe ich dir gesagt zu Ihrem Vater?
48:05Kommen Sie rein.
48:06Ja.
48:07Na, na, na.
48:13Papa!
48:14Herr Neumann und Herr Scholz sind da.
48:15Ja.
48:16Kommen Sie.
48:17Sie ist da.
48:23Was machen Sie denn da, Herr Sommerlatt?
48:26Kommen Sie, Herr Sommerlatt?
48:28Ja.
48:28Herr Sommerlatt.
48:31Ja.
48:31Also, ich, nehm mal her.
48:33Ich begreif's das nicht.
48:35Also, man hat mir gesagt, ich soll die Bahn mit Kleister einstreichen.
48:39Dann so zusammenfalten.
48:42So, und dann von oben nach unten ankleben.
48:46Ja, aber das rutscht immer wieder runter.
48:48Sehr gerne.
48:50Der Kleister ist zu dünn.
48:52Zu dünn?
48:52Ja, daran muss liegen.
48:54Ach so.
48:55Ja, Herr Sommerlatt.
48:57Entschuldigen Sie bitte, Herr Sommerlatt, aber, äh, wollen Sie nicht auch die Decke streichen?
49:01Die Decke, ja, natürlich.
49:03Ja, ja, da haben Sie ganz recht, die muss auch gestrichen werden.
49:05Ja, und das hier?
49:06Muss auch alles runter?
49:08Ja, ja, ich weiß, das, das kommt alles runter, ja.
49:10Das hier, das war ja bloß eine Probe mit alter Tapete.
49:13Und Sabine sollte sie holen, damit ich mich mit Ihnen beraten kann.
49:16Naja, ich bin doch bloß Laie, ne?
49:18Künstler.
49:19Wollen Sie mal diese richtige Tapete sehen, die wir dann kleben wollen?
49:22Das ist nicht nötig, dann, ich bin Hellseher.
49:24Moment, äh, Pastell mit Blumen.
49:29Ne?
49:30Tatsächlich, Sie haben recht.
49:31Pastell mit Blumen.
49:32Es gilt, einen gewaltigen Fehler zu vermeiden.
49:36Ich habe hier rein zufällig eine Gebrauchsanweisung entdeckt über Tapetenkleister.
49:43Das Zeug, das muss eine ganze Nacht stehen, wenn man es anrührt.
49:50Ja, das bedeutet, dass wir eigentlich erst morgen mit der Arbeit beginnen können.
49:56Oh Gott, was für ein Brötchen.
49:59Brötchen.
50:01Was ist, Brötchen?
50:04Brötchen.
50:10Sie ist runtergefallen, sie ist auf den Boden gefallen.
50:12Meine Frau, meine Frau.
50:14Die Lampe, die Lampe, die Lampe ist runtergefallen, als ihre Frau den kleinen Tisch umgestoßen hat.
50:19Brötchen.
50:20Brötchen.
50:20Brötchen.
50:21Brötchen kehrt die Scherben zusammen.
50:22Du kannst doch zu Frau Schulz nicht einfach Brötchen sagen.
50:26Brötchen.
50:26Brötchen.
50:27Ich dachte schon.
50:50Brötchen.
50:58Brötchen.
50:59Brötchen.
51:02Brötchen.
51:12Brötchen.
51:15Herr Scholz, Sommerlatte, Heli, ich, Herr Albrecht als Leiter, denn ich glaube, er versteht am meisten davon.
51:22Ja, in einer Wohnung fangen wir an, dann die andere und so weiter und so weiter.
51:25Naja, das ist doch fantastisch. Warum bin ich eigentlich nicht darauf gekommen?
51:29Sehr gut, eine ausgezeichnete Idee.
51:32Zuerst nehmen wir uns die Decken vor. Und zwar, ich würde sagen, Herr Neumann, Sie und ich, wir streichen.
51:36Herr Scholz kann uns zur Hand gehen und Heli und Herr Sommerlatte waschen in der Wohnung schon die Wände ab.
51:40Und morgen fangen wir an mit dem Papazieren.
51:43Ja, und zwei schneiden die Baden zu und reißen sie dann auf.
51:46Und wenn die Männer mit einer Wohnung fertig sind, könnten wir Frauen schon mit dem Saubermachen anfangen.
51:51Alle wohnen.
51:53Es ist ja schon wieder einer wie in unserem Haus.
51:55Ja, aber diesmal eine Systematis. Von höherer Qualität.
52:00Ja, ja, ja, ja.
52:13Ja, ja, ja.
52:15Ja, ja, ja.
52:16Ja, ja, ja.

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