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  • vor 23 Stunden
Zwei Telegramme oder Der Unentbehrliche
Hans Neumann ist in einer schwierigen Situation: Einerseits glaubt er sich im Betrieb unentbehrlich, andererseits besteht seine Frau Marianne auf den gemeinsamen Urlaub. Die Lösung dieses Problems, die sich Hans einfallen lässt, erweist sich als nicht glücklich. Sein fingiertes Telegramm nämlich fliegt auf und das hat Folgen … (Text: MDR)

Strohwitwer sein dagegen sehr
Marianne Neumann fährt für vierzehn Tage zu einem Lehrgang. Strohwitwer Hans hat viele Pläne, die Zeit nutzbringend auszufüllen. Kollegen, Hausgemeinschaft und Oma sorgen sich rührend um den vermeintlich Einsamen. Nichts wird’s damit, sich allein sein Lieblingsessen zu kochen, denn Oma steht schon auf der Matte und Frau Scholz bietet gleichfalls ihre Dienste an. Täglich könnte er mit gut gemeinten Frühstückstullen eine ganze Klasse durchfüttern und auch die Abende sind straff durchorganisiert. Hans flieht in ein Hotel. (Text: MDR)

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Transkript
00:07So würde ich es jedenfalls machen. Versuch's doch mal so.
00:10Naja, wenn du meinst, du bist der Meister, dann mach ich's mal so.
00:13Moin.
00:16Morgen, Schipke.
00:17Moin, Hans. Hat Strobo-Stick gesagt, dass...
00:19Dass du mich suchst? Ja, hatte. Worum geht's denn?
00:22Um die neue Maschine. Man hat von der Werkleitung angerufen.
00:25Du sollst die vier bis fünf Tage freinehmen, damit du bei der Projektierung mitreden kannst.
00:30Ein Wörtchen, meinten die.
00:31Was denn? Jetzt schon sind die denn schon so weit? Das hieß doch erst in vier Wochen frühestens.
00:36Nee, nee, nee. Flott, flott, flott, flott, flott. Montag rückt die Expertengruppe an.
00:42Ach, du dicker Vater.
00:44Nur keine Hemmungen, Hans Neumann. So wie du gebaut bist, wirst du schon würdig vertreten, ne?
00:49Darum geht's doch gar nicht.
00:51Ist da alles im besten Arm.
00:53Ja. Bis auf den Termin. Am Montag fängt nämlich mein Urlaub an.
00:57Urlaub? Wieso?
01:00Meine Frau hat doch in der Schule Herbstferde. Habe ich mir extra die Hälfte von meinem Urlaub aufgenommen.
01:05Habt ihr eine Ferienplätze?
01:06Hat meine Frau besorgt. Über die Schule.
01:09Im Sommer, da klappte es nicht so richtig. Da war sie ein bisschen krank.
01:14So ein Mistverflichter. Mach ich denn nur.
01:19Tja.
01:26Ich weiß auch nicht, wie wir das hinkriegen sollen.
01:29Die Leute von der Technologie, die rechnen natürlich mit dir.
01:34Ich hatte ja meine Mitarbeit fest zugesagt. Und ich freue mich ja ungeheuer.
01:38Aber da konnte ich doch nicht ahnen, dass das so schnell spruchreif ist und vier Wochen vorgezogen wird.
01:43Na, die Kollegen, die werden sich ja was dabei denken, nicht? Wenn sie den Termin vier Wochen vorziehen.
01:48Wie weit sind die denn mit der Projektierung?
01:50Wie weit?
01:51Wird von Endspurt gemarmelt.
01:54Deshalb wird ja dein Typ verlangt.
01:56Na, die rechnen damit, dass du da ein paar Hinweise über Störungsquellen geben kannst.
02:01Mit deiner praktischen Erfahrung.
02:04Ich wollte schon immer mal bei einer Entwicklungsarbeit mitmachen.
02:10Jetzt, wo man die Möglichkeit dazu hat.
02:18Ich muss da irgendwas schieben.
02:20Na, Hauptsache, du kennst keine Schwierigkeiten zu Hause.
02:24Mann, Schäpeke, da kennst du meine Frau aber schlecht. Die hat doch Verständnis.
02:30Nein.
02:32Ich habe dafür kein Verständnis.
02:37Du machst es mir aber wirklich schwer, Maja.
02:41Ich habe meine Mitarbeit zugesagt. Da kann ich doch nicht einfach auf Urlaub fahren.
02:46Hans?
02:48Na ja.
02:56Ich habe hin und her überlegt, aber es geht nicht anders.
03:00Wir werden unseren Urlaub verschieben müssen.
03:02Meinetwegen auf die Weihnachtsferien.
03:04Weihnachtsferien, so ein Quatsch.
03:06Da sind die Kinder da und Oma.
03:09Weihnachtsferien, was Dümmeres ist da auch noch nicht eingefallen.
03:12Aber ich ärgere mich doch selber, dass wir nicht fahren können.
03:15Ich sehe gar nicht ein, warum ausgerechnet du deinen Urlaub, unseren Urlaub verschieben sollst.
03:20Himmel, Herrgott, nochmal, weil ich im Betrieb gebraucht werde.
03:26Kann man die Kollegen nicht einfach im Stich lassen.
03:30Also ich will deine Arbeit wirklich nicht unterschätzen.
03:33Aber ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Betrieb zusammenbricht, wenn du mal 14 Tage nicht da bist.
03:38Aber darum geht es doch gar nicht.
03:40So?
03:41Worum geht es denn dann bitte?
03:44Äh, das sind Betriebsprobleme.
03:47Das kannst du gar nicht beurteilen.
03:50Mhm.
03:51Immerhin weiß ich, dass du nicht der einzige Meister in der Endmontage bist.
03:55Es wird sich aber jemand finden lassen, der dich vorübergehend vertreten könnte.
03:59In allen Urlauben hat sich da einer gefunden, mein Lieber.
04:02Du weißt ja gar nicht, was du von mir verlangst, Marianne.
04:05Ich bin nicht der Typ, der einen Rückzieher macht.
04:08Ich heiße ein Rückzieher.
04:10Du gehst zu deiner Betriebsleitung und erklärst ihnen, meine Frau hat den Urlaub eingeplant und besteht auf Durchführung.
04:16Das fehlt er noch.
04:18Meister Neumann, ein Pantoffelheld.
04:21Mach dich nicht lächerlich.
04:23Ich habe die Ferienplätze besorgt.
04:26Wochenlang bin ich unseren Gewerkschaftsleuten auf die Nerven gefallen.
04:29Und jetzt, aus heiterem Himmel, soll alles umsonst gewesen sein?
04:35Mein lieber Mann, mein letztes Wort.
04:38Es wird gefahren.
04:44Na bitte.
04:46Letzten Ende setzen sich die Frauen doch immer durch.
04:49Nicht bei mir.
04:51Sieht aber ganz so aus.
04:52Abwarten, Schipke.
04:54Abwarten.
04:55Was ist denn nun?
04:57Machst du nun Urlaub oder bleibst du hier?
05:01Für mich ist erstmal wichtig, dass meine Frau zur Ruhe kommt.
05:04Naja, also fährst du doch.
05:06Nun frag doch nicht so wie ein Untersuchungsrichter.
05:10Ich muss ja schließlich disponieren.
05:12Wenn du nächste Woche nicht da bist, da brauche ich einen Ersatzmann für dich.
05:15Wer könnte dich denn bloß bei dieser Expertengruppe vertreten?
05:18Der Strohbusch vielleicht, hm?
05:20Strohbusch?
05:22Der kann sich doch immer nicht richtig ausdrücken.
05:24Hier wird doch nie nach Redetalent gefragt, sondern nach Fachwissen.
05:27Und das hat der Strohbusch, oder?
05:30Hat er, ja, hat er.
05:32Er könnte aus der Haut fahren.
05:35Da klutscht man irgendwo durch die Gegend und verpasst hier so wichtige Dinge.
05:39Ist ja gut, ist ja noch nicht mehr zu ändern.
05:43Abwarten, Schöpke.
05:46So.
05:48Ist dein Lieblingswort, nicht?
05:50Wenn ich an deiner Stelle wäre, ich würde ja abwarten.
05:53Bloß ich glaube nicht, dass die Kollegen Ingenieure das Projekt in der Schublade lassen,
05:57bis Herr Hans Neumann aus dem Urlaub zurück ist.
06:00Es wird sich schon eine Minute empführen.
06:04Wo ein Wille ist, da ist aber noch ein Weg.
06:21Weißt du, dass wir hier vor 20 Jahren schon mal gelaufen sind?
06:24Ich weiß.
06:26Als Verlobte?
06:28Kurz danach meldete sich Brigitte an.
06:31Mhm.
06:34Ach, ist das schön.
06:37Mal wieder so richtig wandern.
06:41Auslaufen.
06:42Tut dir auch gut.
06:45Und wie du siehst, es geht im Betrieb auch mal ohne dich.
06:50Und für dich mal ohne Betrieb.
06:54Ich bin total kaputt.
06:57Nach dem Mittagessen schlafen wir erst mal eine Runde.
06:59Mhm.
07:00Und...
07:28Ich bin total kaputt.cąicos
07:59Untertitelung des ZDF, 2020
08:15ZDF, 2020
08:35ZDF, 2020
09:25Guten Tag.
09:26Ach, Frau, dann können Sie mir vielleicht mal ein Telegram-Formular geben.
09:29Dort.
09:31Danke.
09:34Ach, wenn Sie noch eine Scheibe für mich hätten.
09:37Liegt drüben auf dem Pult.
09:38Ach.
09:48Herr Hans Neumann.
09:52Wie in einem bester Lodzi in ...
09:58So, Adresse hätten wir.
10:01Lieber Hans.
10:03Nein, das nicht.
10:05Ist nicht gut, das klingt zu familiär.
10:09Am besten ohne Anrede.
10:11In seinem Mittagunk ...
10:15Bei geplanten ...
10:20Planten ...
10:23Bei geplanten ...
10:39Bei geplanten ...
10:42Bei geplanten ...
11:11Musik
11:22Musik
11:52Habe ich schön geschlafen
11:56Bist du schon lange wach?
11:58Nein, nein
11:59Ich bin auch gerade erst aufgewacht
12:03Was machen wir denn heute Nachmittag?
12:06Hast du irgendwelche Pläne?
12:09Nein, eigentlich nicht
12:11Dann gehen wir eben ein bisschen bummeln
12:15Ich denke, dir tun die Füße weh
12:18Wir brauchen ja nicht gleich wieder einen Zehn-Kilometer-Marsch zu machen
12:23Das schon gar nicht
12:32Vielleicht sollten wir überhaupt nicht weggehen
12:35Einfach mal liegen bleiben
12:38Wird das ja auch ganz schön
12:41Mir würde jetzt eine schöne Tasse Kaffee guttun
12:45Wollen wir nicht mal in die kleine, nette Konditorei gehen?
12:50Konditorei?
12:51Um diese Zeit?
12:53Wieso?
12:54Bist du erst halb vier, der Betrieb geht erst um vier los
12:57Ja eben
12:58Da wird es voll sein, da kriegen wir keinen Platz mehr
13:01Denn ehe wir hier wegkommen, ist es ja ohnehin nach vier
13:05Wie sagst du immer so schön und richtig
13:08Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg
13:17Ja?
13:21Hans, zieh dir was an
13:22Bademann
13:24Moment
13:29Ja, was gibt es?
13:30Ein Telegramm für Sie
13:31Für mich?
13:32Ja
13:33Ein Telegramm?
13:34Das wird ja hoffentlich nichts Unangenehmes sein
13:36Vielen Dank
13:37Bitte
13:42Ein Telegramm?
13:43Es wird doch den Kindern nichts passiert sein
13:46Dass du immer das Schlimmste denkst, wenn du ein Telegramm siehst
13:49Mach es doch endlich auf
14:06Deine Mitwirkung bei geplantem Projekt
14:08Die sind wohl verrückt geworden
14:10Was ist denn Hans?
14:11Hör mal zu
14:13Deine Mitwirkung bei geplantem Projekt
14:15Unerlässlich
14:16Erwarten dich dringend per Sofort
14:19Grüßen deine Frau und bitten um Verständnis
14:21Das VEB-Schwemer
14:22Ach du meine Güte
14:24Die haben wohl nicht alle Tassen im Schrank
14:27Wie soll das überhaupt heißen?
14:29Dringend und per Sofort
14:30Ich lass mich doch nichts zurückpfeifen wie ein entlaufender Köter
14:33Setz dich doch nicht auf Hans, schade um die ganze Erholung
14:35Also den Schipke, den kaufe ich mir
14:39Dem erzähle ich was, dass sie hören und sehen vergeht
14:42Von wegen
14:43Erlässlich
14:43Ich habe ihm klipp und klar erklärt, er soll eine Vertretung für mich suchen
14:47Haben sie wahrscheinlich keinen gefunden
14:49Sei nicht so laut
14:51Steh sein
14:53Immer bin ich dran
14:54Nicht mal im Urlaub hat man seine Ruhe
14:56Jagen ein Telegramm hierher
14:58Das ist doch wohl der Gipfel
15:01Majana, was sagst du denn dazu?
15:02Sag du doch auch mal was
15:03Also wenn ich diesen Schipke jetzt hier vor mir hätte
15:05Den
15:06Hans, schrei nicht so
15:08Du bist hier in einem Ferienheim
15:10Nicht in deiner Montagehalle
15:11Also da erinnere mich lieber nicht dran
15:14Kaum hat man sich einen gewöhnt
15:16Soll man schon wieder weg
15:18Was machen wir denn nun?
15:21Keine Ahnung
15:22Du musst doch irgendwie reagieren auf das Telegram
15:26Der Bisch kommt in den Papierkorb
15:29Wo er hingehört
15:31So
15:34Damit schaffst du das Problem auch nicht aus der Welt
15:36Ja
15:39Du meinst also
15:41Ich muss fahren
15:45Dir wird nichts anderes übrig bleiben
15:54So ein Mist
15:56Der Flickster
15:58Also diesen Schipke, den könnte ich
16:01Der Schipke hat auch nur seine Pflicht getan
16:03Glaubst du, dem macht es Spaß, dich aus dem Urlaub zurückzuholen?
16:09Schade um die schönen Urlaubsplätze
16:12Und wenn du sie dringend gebraucht wirst
16:16Ich hab das neulich unterschätzt
16:17Entschuldige, Hans
16:20Mach dir nicht auch noch Vorwürfe
16:24Eigentlich bin ich stolz auf dich
16:27Dein Betrieb kann dich eben doch nicht entbehren
16:31Ja, ja
16:34Na gut
16:36Dann werde ich mal anfangen, unsere Koffer zu packen
16:40Wieso denn unsere?
16:42Du glaubst doch nicht, dass ich hier bleibe
16:43Aber selbstverständlich bleibst du hier, Marianne
16:46Was soll ich denn hier?
16:47Ausruhen, spazieren gehen, auf die Wiese legen, schlafen, lesen
16:50Ne
16:51Ohne dich macht es mir keinen Spaß
16:53Marianne, ich bitte dich
16:54Du kannst es einfach nicht dulden, dass du meinetwegen auf deinen wohlverdienten Urlaub verzichtest
16:59Genügt doch, wenn es einen trifft
17:01Also, tu mir den Gefallen und bleib hier
17:0314 Tage ohne dich?
17:08Sollst doch du dich wenigstens erholen
17:12Ja, also gut
17:14Pack ich nur einen Koffer
17:29Ja
17:37Mach's gut
17:42Fahr vorsichtig
17:46BE Internette
17:47würde ich es
17:47dort
17:47Dasте
17:48pf
17:50pf
17:52Pf
17:52pf
18:16Miss Telegram.
18:29Miss Telegram.
18:43Grüßen deine Frau und bitten um Verständnis.
18:53Moment mal.
19:01Das gibt's doch nicht.
19:05Das ist doch nicht möglich.
19:13Entschuldigen Sie bitte.
19:14Ich hätte gerne eine Auskunft.
19:16Ja bitte.
19:17Können Sie mir sagen, wo dieses Telegram aufgegeben wurde?
19:21Na, es steht doch drauf.
19:24Da.
19:25Da steht dieser Ort?
19:27Ja natürlich.
19:29Das ist also kein Tippfehler?
19:31Bestimmt nicht.
19:33Ich hab dieses Telegram selber angenommen.
19:35Ungefähr vor einer Stunde.
19:39Ja dann.
19:40Ist was nicht in Ordnung?
19:43Doch, doch.
19:44Na, ich dachte schon.
19:46Bisschen komisch kam es mir ja vor, dass ein Telegram vom Schwermaschinenbau hier am Ort aufgegeben wird.
19:52Aber der Herr sagte was von betriebsinternen Angelegenheiten und das hätte schon so seine Richtigkeit.
20:00Ja, ja, die hat es.
20:03Dankeschön.
20:07Na, warte.
20:12Ja, bitte.
20:13Guten Morgen, Herr Neumann.
20:15Ein Telegramm für Sie.
20:16Telegramm für mich?
20:17Neumann.
20:18Ja, natürlich, Hans Neumann.
20:20Bitte.
20:22Danke vielmals.
20:24Danke.
20:30Liebe Hans macht dir keine Gewissensbisse Urlaub gerettet, nette Gesellschaft gefunden.
20:35Hoffe du kommst allein zurecht herzlichst, Marianne.
20:50Erst weiß ich nicht, wie sie die 14 Tage überstehen soll.
20:56Marianne.
20:58Feinfasst.
21:01Und jetzt, auf einmal.
21:11Was heißt denn überhaupt, nette Gesellschaft?
21:14Nein.
21:16Ich möchte groß wissen, was ich mir darunter vorstellen soll.
21:19Ich glaube, auch bloß den Rücken zu kehren.
21:27Nette Gesellschaft.
21:33Nette Gesellschaft?
21:36Klingt ja für mich wie Kurschatten.
21:40Aber Marianne doch nicht.
21:43Das würde sie ja auch nicht telegrafieren.
21:56Willowb gerettet.
22:05Den Retter wollen wir uns mal ansehen.
22:12Auf den einen Tag kommt es jetzt auch nicht mehr an.
22:40Was fällt Ihnen ein?
22:43Verlassen Sie sofort das Zimmer.
22:45Ja, aber...
22:46So eine Unverschämtheit.
22:47Stürmt hier herein, ohne anzuklopfen.
22:49Wir werden uns beim Heimleiter beschweren.
22:51Bitte, machen Sie kein Aufsehen.
22:53Ich hatte mich in der Tür geirrt.
22:55Entschuldigen Sie vielmals.
22:56Ich dachte, das wäre die Nummer 14.
22:57Das ist Zimmer 14.
23:02Ja, was machen Sie denn dann hier?
23:04Die 14 ist doch unser Zimmer.
23:06Na, erlauben Sie mal.
23:08Heimleiter!
23:09Heimleiter!
23:09Psst, psst!
23:10Hilfe!
23:11Nicht so laut, meine Herrschaften.
23:12Was ist denn hier los?
23:13Das möchte ich gerne von Ihnen wissen.
23:16Ich komme hierher.
23:17Es sind fremde Leute in unserem Zimmer.
23:19In unserem Bett.
23:21Wo ist denn meine Frau?
23:23Ihre Frau?
23:24Aber Herr Neumann, Ihre Frau ist doch abgereist.
23:26Abgereist.
23:31Abgereist?
23:32Mit dem Nachzug gestern Abend.
23:35Wissen Sie das nicht?
23:56Wissen Sie das nicht?
24:10Wissen Sie das nicht?
24:29Nein, ja, ne?
24:34Nein, ja, ne?
24:39Nein, ja, ne?
24:43Marianne!
24:50Marianne!
24:52Marianne!
24:55Marianne!
25:19Oma, stell dir vor, Marianne ist weg!
25:22Na weg, verschwunden! Im Ferienheim ist sie nicht mehr und hier ist sie auch nicht, wie?
25:28Ja, ich musste dort leider zurück.
25:31Ein Betrieb hatte mich zurückgerufen.
25:33Ganz wichtige Angelegenheit.
25:36Wie bitte?
25:40Ja, Oma, du hast recht. Ich komme erst mal zu dir.
25:45Ich denke, die haben dich zurückgeholt. Hast du mir doch gesagt am Telefon vorhin.
25:51Aber, Oma, das ist doch alles ganz nebensächlich jetzt. Mich interessiert nur, was mit Marianne los ist.
25:56Was machst du denn hier? Was machst du denn hier bei meiner Schwiegermutter Schäbke?
25:59Na ja, ich habe unentwegt versucht, dich gestern da in deinem Ferienheim zu erreichen.
26:06Ach, ihr braucht mich also.
26:09Aber nein, ich wollte dich nur beruhigen. Ich wollte dir sagen, dass hier alles tadellos klappt.
26:16Strohbusch vettert dich sehr gut.
26:19So?
26:21Na ja, er kann zwar nicht so geschliffen formulieren, aber sonst als Fachmann, du, erste Klasse.
26:29Ja, das freut mich ja dann.
26:32Aber du sagtest doch vorhin, dass du im Interesse deines Betriebes deinen Urlaub unterbrechen musstest.
26:40Und jetzt hört man das...
26:41Ja, Oma, das ist doch alles ganz unwichtig jetzt. Wichtig ist nur, wo...
26:45Sie schickt mir hier so ein albernes Telegramm, dass... dass ich...
26:54Da liegt ja mein Telegramm.
26:57Dass ich mir... dass man mir...
27:00...die ihr selbst geschickt hast.
27:03Marianne?
27:04Ja, hast du erst mal eine Tasse Kaffee.
27:08Wird dir guttun.
27:09Nach der vielen Hin- und Herfahrerei.
27:14Ich habe dein Telegramm mitgebracht, als Urlaubsandenken.
27:19Und dann habe ich mir gedacht, solltet ihr auch eins schicken.
27:22Auch als Urlaubsandenken.
27:25Herr Marianne, ich weiß nicht, ich verstehe nicht, wieso weißt du das...
27:29Lieber Hans Neumann, bei einem Telegramm muss man immer auch den Aufgabeort beachten.
27:35Der steht nämlich deutlich über dem Text.
27:42Das ist sowas.
27:47Aber dein Telegramm ist dir hier aufge...
27:50Ich sag doch, ich sag doch, man muss immer den Aufgabeort beachten.
27:54Die Hin- und Herfahrerei hättest du dir sparen können.
28:01Ich fahre eben zu gerne Auto.
28:05Dazu kriegst du hinreichend Gelegenheit.
28:09Ab morgen ist im Ferienheim unser Zimmer wieder frei.
28:16Ein bisschen schlechtes Gewissen.
28:19Ja, dann ist ihr gut.
28:21Das ist nicht schlecht.
28:22Ach, ich weiß nicht.
28:33Alles nicht.
28:37Ein bisschen lieber.
28:40Ich weiß nicht.
28:42Das ist gut.
28:45Das ist ja das.
29:18Untertitelung des ZDF, 2020
29:26ZDF, 2020
30:06ZDF, 2020
30:42ZDF, 2020
30:47ZDF, 2020
30:53ZDF, 2020
30:59ZDF, 2020
31:01ZDF, 2020
31:02ZDF, 2020
31:11ZDF, 2020
31:14ZDF, 2020
31:15Was machst du so allein? Brigitte in Leipzig, im Jahr im Ferienwagen.
31:20Ich? Was meinst du, was ich mir alles vorgenommen habe für die nächsten 14 Tage?
31:28Garage aufräumen, Auto waschen, basteln. Auch lesen.
31:36Dann bist du also kein bisschen traurig, dass ich dich jetzt allein lasse.
31:41Natürlich bin ich das.
31:42Ach, lüge nicht, Hans Neumann.
31:45Schließlich freut sich jeder altgediente Ehemann, wenn sein Weib ihn mal für einige Zeit allein lässt.
31:50Natürlich freue ich mich nicht darüber.
31:54Bestenfalls, dass ich wieder mal alleine...
31:56Aha, also doch.
31:59Nur mal raus mit der Sprache.
32:01Ich wollte sagen, Junge, ich meine, dass ich beispielsweise wieder alleine kochen kann.
32:08Oh, das war schwach.
32:10Was kannst du schon kochen?
32:12Ich mache zum Beispiel ausgezeichnete Bratkartoffeln und die mache ich mir am Sonntag als Sonntagsknaller.
32:19Guten Appetit, danke.
32:23Und um Brotwurst und Küsse und Butterbrust sind nicht zu kümmern.
32:26Das habe ich gestern alles noch eingekauft. Reicht für die nächste Zeit.
32:29Das stimmt.
32:31Wieso sagst du so bestimmt bestimmt?
32:32Na, weil ich gestern auch für die nächsten 14 Tage schon angekauft habe.
32:36Ach.
32:39Was hat er eben gesagt?
32:41Er hat gesagt, dass alle auf dem Bahnsteig anwesenden Ehemänner gebeten werden,
32:45die Freude über die Abreise ihrer Ehefrauen nicht allzu deutlich zu zeigen.
32:59Also dann gute Fahrt.
33:01Ja.
33:02Und denk ein bisschen an mich.
33:05Das tue ich ganz bestätigt.
33:07Ja, mal wieder da.
33:09Tschüss.
33:09Tschüss.
33:10Tschüss.
33:11Tschüss.
33:12Tschüss.
33:14Tschüss.
33:14Tschüss.
33:18Tschüss.
33:27Tschüss.
33:31Tschüss.
33:35Tschüss.
33:38Tschüss.
33:45Vielen Dank.
34:17Oma!
34:18Na, da bist du ja endlich, mein armer Junge.
34:20Wieso armer Junge? Ist irgendwas passiert?
34:22Na, Marianne ist perfekt.
34:24Ich weiß, ich hab sie ja eben gerade zum Zug gebracht.
34:27Na ja, macht ja nichts.
34:29Da werde ich mich eben um meinen Spielersohn kümmern.
34:32Komm mal rein, Oma.
34:34Ja, ja.
34:37Na, zieh doch die Junge aus.
34:40Pasch dir die Hände.
34:45Ich mach uns ein schönes Käffchen, ja?
34:53Was ist denn das?
34:55Ja, Marianne hatte noch einen gekauft.
34:57Ich hab auch einen gekauft.
34:58Na, das wirst du schon schaffen.
35:03Quark, was?
35:04Und gleich drei Päckchen?
35:06Hat das Marianne einen gekauft?
35:08Nee, die hab ich selber gekauft.
35:11Aber du isst doch gar kein Quark.
35:13Ja, das ist richtig.
35:15Aber einmal im Jahr, da hab ich auch Appetit.
35:18Mach nichts.
35:19Ich will den Quarkkuchen backen.
35:30Tag, Herr Neumann.
35:31Ach, Frau Scholz, guten Tag.
35:33Meine Frau ist vorhin weggefahren.
35:34Weiß ich ja.
35:35Darum klingle ich doch.
35:37Schon gestern hab ich zu meinem Mann gesagt.
35:39Hermann hab ich zu meinem Mann gesagt.
35:40Da wird er nur künftig 14 Tage Mutter sehen,
35:43allein in seinen vier Wänden hocken.
35:44Der arme Herr Neumann.
35:46Das hab ich gesagt.
35:48Nicht wahr, Hermann?
35:49Das hab ich gesagt.
35:51Ja, Röschen.
35:52Das hast du gesagt.
35:54Mutter sehen allein.
35:56Mutter sehen allein.
35:59Ist mein Schwiegersohn natürlich nicht.
36:02Schließlich bin ich ja auch noch da.
36:04Natürlich sind sie auch noch da.
36:06Aber immerhin haben sie ja ohnehin genug zu tun.
36:09In ihrer Kaufhalle, in ihrem Arbeitertheater,
36:12in der Volkssolidarität.
36:15Und da hab ich zu meinem Mann gesagt.
36:18Wir sind Rentner.
36:19Wir haben Zeit.
36:20Wir werden uns ein bisschen um Herrn Neumann kümmern.
36:22Hab ich gesagt.
36:23Nicht wahr, Herr Mann?
36:25Das hab ich gesagt.
36:27Man weiß doch, wie hilflos Männer alleine sind.
36:31Das hat sie gesagt.
36:32Das ist doch auch.
36:33Stell dir mal meinem Mann.
36:34Hier muss ich alles sagen.
36:35Ach, ein Knopf zu bin.
36:37Schade.
36:37Und so weiter.
36:39Und als ich vorhin sagte, ich geh jetzt mal rasch
36:41unseren frisch gebackenen Strohwild vor besuchen.
36:44Da hat mein Herr mal gleich gesagt.
36:45Eine gute Idee.
36:47Hab ich da gesagt.
36:48Und damit sie uns nicht verhungern,
36:49möchten wir sie hiermit morgen zum Mittagessen einladen.
36:52Gibt Roulade.
36:53Ja, das fand ich sehr freundlich.
36:54Mein Schwiegersohn ist morgen bei mir.
36:57Oma, es hat großartig geschmeckt,
36:58aber jetzt bin ich wirklich satt.
37:00Ja, das freut mich.
37:01Freut mich wirklich, Hans.
37:03Marianne soll nicht denken, dass du verhungerst,
37:05wenn sie mal nicht da ist.
37:07Und nun leg dich hin.
37:09Ja, mach dich lang.
37:10Das hat dein Schwiegervater auch immer gemacht.
37:12Ja, Oma, ich wollte aber jetzt gut nicht essen.
37:14Ja, und zum Kaffee.
37:15Da gibt es Schwarzwälder mit Sahne.
37:17Und zum Abendessen ganz was Besonderes.
37:40Herr Neumann, Sie kommen nur so spät.
37:43Wir haben schon die ganze Zeit auf Sie gewartet
37:45mit dem Abendessen, mein Mann und ich.
37:48Wirklich sehr freundlich von Ihnen, liebe Frau Schulz,
37:51aber ich habe schon.
37:52Wir haben extra auf Sie gewartet,
37:55wo es nur schon mit dem Mittagessen nicht geklappt hat.
37:57Sie dürfen uns jetzt keinen Korb geben, Herr Neumann.
38:00Meine Frau hat was ganz Leckeres gemacht.
38:20Ich bin ein Zeug aus dem
38:29Ich bin ein Zeug aus dem
38:47Na Hans, wie fühlt man sich denn so in einer frauenlosen Wohnung?
38:51Frauenlos? Ja, auch.
38:55Um, weil die eine weg waren, zwei andere da, meine Schwiegermutter und meine Nachbarn.
39:06Katja hat mir für dich ein Stuhlenpaket mitgegeben.
39:10Damit du nicht verhungerst, hat sie gesagt.
39:12Du, meine ist doch tatsächlich auf denselben Gedanken gekommen.
39:16Das heißt eigentlich, eigentlich bin ich.
39:19Also ich habe zu meiner Frau gesagt, du, mach doch mal für unseren Hans ordentliche Stuhle mit, damit er uns
39:25nicht vom Fleisch fällt.
39:27Hier, hau rein.
39:29Selbstgemachte Leberwurst, du.
39:31LPG-Onkel, weil er braucht. Die meucheln dort Schweine.
39:36Ihr seid wirklich eine Wucht, aber ausgerechnet heute.
39:42Schwiegermutter.
39:44Frau Scholz.
39:46Hä?
39:47Ne, nun.
39:49Langweil mit zu.
39:52Hey Hans!
39:55Meine Frau meinte, weil du jetzt abends immer so allein bist, ich soll dich zum Abend erst mitbringen.
40:01Kommst du mal mit in den Bier bringen?
40:01Das wird nicht sehr nett von euch, aber ich habe so viel vor.
40:04Genau, vor allem.
40:05Das kannst du doch auch morgen machen.
40:06Das ist ein herrliches Wetter, halt.
40:07Oh Hans, da darf ich bloß hängen.
40:10Meine Frau heute bin ich extra...
40:12Oh, mein Gott wird.
40:14Okay.
40:16Das soll.
40:16Ha, ha, ha, ha.
40:52Ha, ha, ha, ha.
41:29Ha, ha, ha.
42:02Ha, ha, ha.
42:11Damit du dich nicht so langweist, kommen wir alle zu einem schimpften Skat.
42:21Ja, ja, ja, ja.
42:25Ja, ja, ja.
42:27Der gibt's doch gar im Fenster.
42:29Gibt's kein Bier mehr?
42:30Jetzt ruf doch mal nach.
42:33Bier?
42:35Hans!
42:37Hans, kannst du mal deinen Kühlschrank befragen?
42:40Hänschen, da ist er.
42:41Hier ist der Boden ganz so.
42:43Ach, wo ist der denn?
42:45Sag mal.
42:47Hänschen, gib mal.
42:50Wo ist er denn?
42:52Guck doch mal dem Karbeuschen nach.
42:53Psst.
43:00Das ist ja ein Ding.
43:01Wo kann der sein?
43:04Bitte.
43:05Danke.
43:06Und wie lange möchten Sie bleiben?
43:11Bis meine Frau wieder da ist.

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