- vor 2 Tagen
Der prima Kumpel Willi
Hans und Heli kehren nach Arbeitsschluss zu einem Bierchen in eine Kneipe ein. Sie treffen dort den stark angetrunkenen Willi, der ihnen sein Herz ausschüttet. Dann erleichtert Willi Hans und Heli um 50 bzw. 100 Mark, um die Zeche zu begleichen. Das Geld soll gewissermaßen die Rückversicherung dafür sein, dass ihn seine neu gewonnenen Kumpel mit ihren Frauen besuchen. Unter der angegebenen Adresse erleben Hans und Heli mehr als eine Überraschung und sehen ihren Kumpel Willi in einem neuen Licht … (Text: MDR)
Pumpe und Petroleum
Marianne Neumann hat den Bungalow im Grünen von ihrem Schuldirektor für ihren Urlaub zur Verfügung gestellt bekommen. Hans und Marianne wollen die Stille und ihre Zweisamkeit genießen. Doch schon in ihrer ersten Urlaubsnacht klopft ein junges Pärchen auf der Suche nach einem vorübergehenden Dach überm Kopf an … (Text: MDR)
Hans und Heli kehren nach Arbeitsschluss zu einem Bierchen in eine Kneipe ein. Sie treffen dort den stark angetrunkenen Willi, der ihnen sein Herz ausschüttet. Dann erleichtert Willi Hans und Heli um 50 bzw. 100 Mark, um die Zeche zu begleichen. Das Geld soll gewissermaßen die Rückversicherung dafür sein, dass ihn seine neu gewonnenen Kumpel mit ihren Frauen besuchen. Unter der angegebenen Adresse erleben Hans und Heli mehr als eine Überraschung und sehen ihren Kumpel Willi in einem neuen Licht … (Text: MDR)
Pumpe und Petroleum
Marianne Neumann hat den Bungalow im Grünen von ihrem Schuldirektor für ihren Urlaub zur Verfügung gestellt bekommen. Hans und Marianne wollen die Stille und ihre Zweisamkeit genießen. Doch schon in ihrer ersten Urlaubsnacht klopft ein junges Pärchen auf der Suche nach einem vorübergehenden Dach überm Kopf an … (Text: MDR)
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TVTranskript
00:13Untertitelung des ZDF, 2020
00:57Untertitelung des ZDF, 2020
01:28Untertitelung des ZDF, 2020
01:58Untertitelung des ZDF, 2020
02:28Untertitelung des ZDF, 2020
02:31Ist eine Hausfrau ihr liebt, ja, also Wegwein, ja, die ist immer alles da zu Hause.
02:40Kochen kann sie, kochen kann sie, also fabelhaft, ja, Kochbuch durch, ja, von bis hinten.
02:50Und von hinten bis vorne, ja, und...
02:53Wenn das so ist, würde ich doch an deiner Stelle sofort nach Hause gehen.
02:58Du glaubst mir nicht.
03:03Wir, wir glauben dir.
03:05Nein, ihr tut das nicht. Ich merke doch, dass ihr mir nicht glaubt.
03:10Ja, bringt gleich nochmal drei Bier, ja, nicht Kumpels, drei Bier für mich und meine Freunde, ihr seid doch meine
03:17Freunde.
03:17Ja, Kumpel ist ja gut, ja, wir sind deine Freunde.
03:20Prost.
03:21Prost.
03:28Also, ich bin, ich bin Willi, ja, wer bist denn du?
03:34Hans.
03:35Und du?
03:37Heli.
03:38Heli?
03:39Ja, ja, sein Spitzner.
03:41Also, naja, mir ist Wurscht, also, Prost, Gemeinde.
03:46Ja, Prost.
04:04Ja, entschuldigen Sie, Frau Neumann, nur eine Frage. Ist Ihr Mann zu Hause?
04:08Nein, der ist noch nicht da.
04:09Ja, meiner auch nicht.
04:11Ich dachte vielleicht, ihr Mann wüsste, wo man, ich wundere mich auch.
04:14Ja, ich sitze mit dem Abendessen.
04:16Nein, ich auch.
04:18Im Betrieb, da sind Sie nicht mehr, da habe ich schon angerufen.
04:20Die Herren werden wahrscheinlich eine kleine Besprechung haben.
04:23Eine Besprechung?
04:25Wenn Sie nichts Besseres vorhaben, kommen Sie doch rein zu mir.
04:28Warten wir gemeinsam auf unsere Männer.
04:35Prost.
04:51Also, meine Frau, meine Frau heißt Susanne.
04:57Ja, das hast du ja schon mal gesagt.
05:00Ja?
05:01Gut.
05:02Also, Güte, Klasse, Kuh.
05:06Du glaubst mir nicht.
05:08Warum soll ich denn das nicht glauben?
05:10Güte, Klasse, Kuh.
05:13Also, seit zwölf Jahren.
05:16Ihr müsst mich mal besuchen.
05:20Euren lieben Kumpel-Gelinien, besprechen wir das.
05:28Versprochen.
05:31Versprochen.
05:33Versprochen.
05:34Versprochen.
05:34Versprochen, ja.
05:36Mit euren Frauen.
05:37Versprochen?
05:39Versprochen.
05:40Versprochen, ja.
05:47Die Frauen, die trinken Glas, Flasche Wein, Flasche Wein, ja.
05:54Das wird ein Abend, ja, also.
05:56Ich muss mal raus.
06:02Prost.
06:03Prost.
06:05Oberzeit.
06:09Ach.
06:11Hans, mein lieber Kumpel-Gelinien.
06:13Ja, alles meine Rechnung, ja.
06:15Nee, nee, nee, das geht, geht ja nicht.
06:18Jeder zahlt mal seins.
06:21Ja, ja.
06:22Willst du mich beleidigen, Hans?
06:25Kumpel Hans, willst du deinen lieben Kumpel Willi beleidigen?
06:29Nee, natürlich will ich dich nicht beleidigen.
06:32Aber, ja, ja, das ist sehr gut.
06:35Ja, also, nur lass deine Piepen da stecken.
06:38Komm, lass sie stecken, lass sie stecken, ja.
06:39Ja, ich bin Handwerker, wenn du verstehst, was ich damit meine.
06:45Ja, gut.
06:46Nobel, ja.
06:47Ne?
06:48Sehr Nobel.
06:49Ja.
06:50Ja.
06:51Aber nicht nötig.
06:52Pssst.
06:54So, Junge, nun bringen wir uns erst mal noch drei sowjetische.
06:57Ja?
06:58Ja.
06:58Ja.
06:59Ja, und das.
07:00Ja, ja.
07:01Pssst.
07:01So.
07:05Das ist ja ein Ding jetzt.
07:09Jetzt wird doch der Hund in der Pfanne verrückt.
07:12Ist was, Kumpel Willi?
07:13Ja, es ist doch ein Witz, Mensch.
07:16Ich lade euch ein, ich habe ja noch nicht mal Geld eingesteckt.
07:20Also, mach doch nichts, mach nichts, mach nichts.
07:23Ich lass sie anschauen.
07:25Also, wie viel, wie viel hast du denn einstecken, Hans?
07:29Kumpel Hans?
07:30Moment.
07:31Ja.
07:33Ja, genau 50 Mark.
07:35Ja, sehr prima.
07:36Die gibst du mir.
07:37Da bin ich wenigstens sicher, dass du auch kommst am Sonnabend.
07:41Ja, zu Besuch beim lieben Kumpel Willi.
07:44Mit den Frauen, ja, mit Frauen.
07:47Was glaubst du, wie Susanne sich freuen wird?
07:50Das Geld kriegst du doch selbstverständlich wieder.
07:53Willst du eine Quittung haben?
07:55Willst du mich beleidigen, Willi?
07:57Kumpel Willi?
08:00Vertrauen gegen Vertrauen, ja.
08:04Oh Gott, ja, hier.
08:06Ah, du kommst gerade richtig zum Abgesang, ja?
08:10Ja, genau.
08:11So.
08:12Jetzt, jetzt hast du mich angesteckt.
08:16Ja, ich muss jetzt zusammenbrechen.
08:18Woll, pass auf, pass auf.
08:22Oh.
08:26Woll?
08:30140,90.
08:31Jawohl, alles meine Rechnung, oder?
08:34Nee, nee, nee, das geht so nicht.
08:37Komm, lass deine Piepen stecken.
08:40Ich bezahle das alles.
08:41Ja, das ist nicht nötig.
08:43Willst du mich auch beleidigen?
08:46Willst du deinen Kumpel Willi beleidigen, ne?
08:49Natürlich nicht.
08:51Ja, na, also, ja.
08:53Ach, dann.
08:56Ja, ja.
08:59Na, jetzt.
09:01Jetzt wird ja schon wieder der Hund in der Pfanne verrückt.
09:0550 Mark sind da.
09:08Ja, mach doch nichts.
09:10Ich lasse den Rest anschreiben.
09:12Ach, äh, Eri, Kumpel, sag mal, wie viel Geld hast du denn eingesteckt?
09:22Na, das mag.
09:22Prima, pumpst du mir.
09:24Dann kommst du wenigstens auch am Sonnabend.
09:26Besuch, besuch, mein liebem Kumpel.
09:29Ja, Geld kriegst du ja selbstverständlich wieder.
09:32Ja, brauchst du eine Quittung?
09:34Ach, na, gut, ja.
09:35Ach, äh, willst du hier, wie ich's mal reinschaue?
09:39Ich meine, unter Freunden, Kumpel, auch gut, ja.
09:45Hm, hm, hm, hm, hm.
09:46114, ne?
09:47Ja.
09:49Der Rest ist für dich, mein Junge, ja.
09:52Und ich sag Ihnen, Frau Neumann, ich bin stinksauer.
09:55Und die Frau von diesem Willi, das besteht noch viel stinksauerer,
09:59wenn wir da heute Abend zu viert auftauchen.
10:01Ja, das ist möglich.
10:02Ja, aber genauso möglich ist, dass sie sich vorbereitet hat auf unseren Besuch.
10:07Wütend ist, wenn wir nicht kommen.
10:08Na, dann gehen Sie doch mit.
10:10Schließlich war's ja auch Ihr Mann,
10:11der mit diesem prima Willi große Verbrüderungs-Arien in der Kneipe angefangen hat.
10:17Sagt Heli.
10:19Mein Mann behauptet genau das Gegenteil.
10:23Oh, na, das ist typisch.
10:26Hinterher ist es wieder keiner gewesen.
10:28Wissen Sie, Kathi, ich glaube, es ist besser, wir gehen mit.
10:33Was soll passieren?
10:35Ist die Frau unvorbereitet, können wir doch wieder gehen.
10:38Ist dieser Willi aber wirklich so ein feuchter Bruder, wie ich annehme,
10:42dann ist es besser, wir eisen unsere beiden Kindsköpfe bei Zeiten los.
10:47Frau Neumann, ich habe das Gefühl, irgendetwas ist an der Sache faul.
10:51Meiner druckst du so rum, immer wenn ich ihn fragte, denn...
10:55Ich weiß nicht.
10:57Na ja, merkwürdig kommt mir die ganze Geschichte auch vor.
11:02Besonders, weil mein Mann immer behauptet, was für ein wirklich prima Kumpel dieser Willi ist.
11:07Und was für eine prima Frau er doch haben muss.
11:17Mir wäre es lieber, die beiden Frauen würden heute Abend vergnatzt zu Hause vom Fernseher sitzen bleiben.
11:22Ob wir die Einladung lieber sausen lassen?
11:24Ich kann nicht.
11:25Wieso?
11:27Hans, ich muss dir was beichten.
11:30Hey, Eli, ich muss dir auch was beichten.
11:32Na dann schieß mal los.
11:33Nee, nee, nee, fang du mal an.
11:36Aber du musst mir versprechen, kein Wort zu Kathi.
11:40Na klar, Eli, aber du auch nicht zu meiner Frau.
11:44Moin.
11:45Moin.
11:46Hans, na ich muss heute Abend unbedingt dahin, weil...
11:50Na ja, der Willi hat von mir 100 Mark geschnurrt und die soll ich heute Abend wiederkriegen.
11:54Ach du dicker Vater, da kann ich ja noch von Glück reden, dass ich bloß 50 Mark bei mir hatte.
12:00Donnervetter, na wenigstens hast du ja die Adresse.
12:04Du hast dir doch den Ausweis zeigen lassen.
12:06Mensch, denkst du, da habe ich reingeguckt als Kumpel?
12:09Mann, Mann, Mann.
12:11Na, die kriegen wir schon zusammen.
12:13Er hat ja abends vor der Kneipe noch gesagt, er wohnt in der Marienstraße.
12:17Wenn die Adresse stimmt.
12:22Ich fürchte, die 50 Mark sind, die 150 Mark sind flöten.
12:27Aber das eine sage ich dir, ich mache ihn ausfindig.
12:29Und wenn ich die ganze Stadt absuchen muss, so groß ist sie ja nicht.
12:32Bleib doch mal ruhig, Klappe halten.
12:35Stell dir mal unsere Frauen vor, wenn die...
12:38Naja, heute Abend wissen wir mehr.
12:53Wie war der Name?
12:55Willi Radinsky.
12:58Oder...
12:59Radajczak oder so ähnlich.
13:03Radlowski.
13:04Ach.
13:04Was weiß ich.
13:05Vorhin war es aber was mit Innski.
13:07Als wenn das nicht egal wäre.
13:09Na, wieso denn egal?
13:11Man muss doch wissen, wo man klingeln soll.
13:13Und dann gehe ich doch nicht zu Leuten, von denen ich noch nicht mal weiß, wie sie heißen.
13:17Ach.
13:20Mertens, Steinbach, Schlichtrössner, Winkler, Brecher, Seelekaiser, Winter, weit und breit.
13:30Kein Radinsky, Radlowski oder Radajczak.
13:34In den Nummern 19 und 20 Fehlanzeige.
13:37Nein, hier ist es auch nicht.
13:40Weit und breit.
13:42Kein Kumpel Willi.
13:46Das kann ja heiter werden.
13:49Seit einer halben Stunde klappern wir jetzt hier die Häuser ab.
13:52Sind wir denn Idioten?
13:54Na?
13:55Na.
13:56Könnte ja auch 23 oder 27 gewesen sein.
14:01Oder 33 oder 37.
14:05Oder 43 oder 47 oder 53.
14:10Die Straße ist ja noch so lang.
14:13Ach, jetzt fängt es auch noch an zu regnen.
14:26Hallo, ich habe ihn.
14:27Ich habe ihn.
14:29Der heißt nicht Radinsky, der heißt Kandinsky.
14:31Natürlich, Willi, Kandinsky.
14:34Ich habe doch noch an Kandis sogar gedacht.
14:36Kandinsky, da haben wir es.
14:38Heli, du bist ein Ass.
14:39Und wir Frauen hier, macht gleich in Panik.
14:49Na, roter Teppich ausgerollt?
14:51Nee, aber nur bei den Jungfrauen steht's bei dir.
14:53Ja, vielleicht haben wir Glück und er ist nicht zu Hause.
14:56Dann braucht er nicht zum Tod in die Rini.
14:58Wenn er da ist, macht er vielleicht nicht auf.
15:01Wenn ihr hier keine bessere Laune kriegt, dann geht auch gleich.
15:04Wir denken ja gar nicht dran.
15:06Jetzt sind wir sehr gespannt mit eurem prima Kumpel Willi samt seiner tollen Gattin.
15:11Hier ist es ja.
15:18Ja, bitte.
15:20Hallo, da sind wir.
15:22Ja, ich verstehe nicht.
15:24Das sieht der Pflaume ähnlich.
15:26Er hat Ihnen vergessen zu sagen, dass er uns eingeladen hat.
15:29Bitte, wer hat was vergessen?
15:30Er hat uns für heute Abend eingeladen.
15:33Zum Skat.
15:34Mit Frauen.
15:35Guten Abend.
15:35Guten Abend.
15:36Guten Abend.
15:37Moment, bitte.
15:38Herbert, komm doch mal.
15:40Guten Abend.
15:44Was gibt's denn, bitte?
15:45Guten Tag.
15:47Guten Tag.
15:48Die Herrschaften meinen, du willst dich...
15:50Nicht der Herr.
15:52Das ist er doch nicht.
15:53Ja, was, denn kennst du die Leute?
15:54Hast du sie eingeladen, Leute?
15:56Ich?
15:57Aber nein.
15:59Ich hätte diesen Namen gemacht.
16:01Aber Sie doch nicht.
16:03Bitte um Entschuldigung.
16:04Dass wir uns in der Adresse geirrt haben.
16:06Ja, Entschuldigung, das ist uns sehr verteilt.
16:08Wir suchen einen gewissen Willi Kandinsky.
16:12Kennen Sie den?
16:14Ja, doch, wir den kennen.
16:16Und dieser Willi hat Sie also hier, hier eingeladen?
16:19Ja.
16:20Heute Abend?
16:20Gewissermaßen, ja.
16:21Ja, ja.
16:22Und ansonsten?
16:23Was möchten Sie noch von ihm?
16:25Geld vielleicht?
16:26Ja, auch.
16:27Nein!
16:27Also, doch.
16:29Dann will ich Ihnen mal was sagen.
16:31Bestellen Sie Ihren Willi.
16:33Wenn er uns noch einmal seine Saufkumpanen aus der stumpfen Ecke schickt.
16:36Auf den Hals.
16:38Damit wir seine Kneipenschulden zahlen.
16:40Dann schicken wir ihm den Staatsanwalt.
16:42Von uns sehen Sie keinen roten Heller.
16:44Guten Tag.
16:45Das war deutlich.
16:47Ach, entzündet.
16:48Ich hoffe, wir stehen ja da.
16:50Als Saufbekanntschaft aus der stumpfen Ecke.
16:53Das war doch ein Irrer, war das.
17:06Wie kommt denn der auf die Idee, dass ihr Geld von ihm haben wollt?
17:09Ich sag doch, das war ein Irrer.
17:11Hey, Lieber.
17:13Na, habt ihr in der Kneipe Schulden gemacht?
17:15Ach, Quatsch.
17:20Also, ich hab das so verstanden.
17:23Dieser Mensch da hinter der Tür.
17:26Dieser Mensch dachte, ihr kommt, um Schulden einzutreiben.
17:30Die euer prima Kumpel Willi bei euch gemacht hat.
17:33Kinder, ich mach euch einen Vorschlag.
17:35Wir suchen uns jetzt ein nettes Lokal und dann machen wir uns einen gemütlichen Abend.
17:41Ich setz mich jetzt hier auf die Treppe und gehe nicht eher weg,
17:44ehe ich erfahren habe, was am Mittwoch in dieser stumpfen Ecke passiert ist.
17:48Oh Mann.
17:50Oh.
17:52Hast du den immer noch nicht begriffen?
17:55Der Willi hat sich einen Jux mit uns gemacht.
17:58Das sieht ihm ähnlich was, Hans.
18:02Jetzt geht dir denn plötzlich keinen Spaß mehr.
18:05Na, wir kommen.
18:07Wir rücken mal aus mit der Sprache.
18:09Wie viel hat euch der neue prima Kumpel Willi berumst?
18:12Himmel, Armut.
18:15Der Willi hatte sein Geld vergessen, das kann mir mal vorkommen, nicht?
18:18Nun sollten wir ihn besuchen, weil er uns das Geld wiedergeben wollte.
18:23Anscheinend hat er immer sein Geld vergessen, wenn er in die stumpfe Ecke geht.
18:26Die Leute hier waren erstaunlich gut informiert.
18:29Hören Sie sich mal.
18:39Was kleines denn da?
18:41Du abnimmst dich jetzt nach der Adresse und dann gehst du deinen Schuldeneintrag.
18:45Du auch.
18:53Sie sind ja immer noch da.
18:54Ja, Entschuldigung, können Sie uns mal sagen, wo wir Herrn Kandinsky finden?
18:58Er wohnt in der Kleingartenanlage Frische Scholle, Parzelle 18, Zeile 6 Nummer 3.
19:02Warum gibt er Ihre Adresse an?
19:05Na ja, er ist mein Bruder.
19:09Mistwetterverfluchtes.
19:11Nicht mal eine Beleuchtung.
19:13Hier bricht man sich ja alle Gräten.
19:18Oh, verdammt.
19:20Das war vielleicht eine dämliche Idee von unseren Frauen.
19:25Geld eintreiben.
19:27Mitten in der Nacht.
19:29Im Regen.
19:30Ich bin völlig durchgeweicht.
19:32Ja.
19:33Und unsere Damen sitzen gemütlich zu Hause.
19:36Vorm Fernseher.
19:38Aber das sag ich dir.
19:40Den Willi mach ich zur Milla.
19:43Der kann was erleben.
19:45Bitte fang keine Brügelei an.
19:48Wahrscheinlich so ein asozialer Typ.
19:50Ja.
19:51Wie bist du bloß auf die dusselige Idee gekommen, den Kumpel Willi zu nennen?
19:55Wieso ich?
19:56Du hast es doch behauptet.
19:58Hier ist es ja.
20:00Hans.
20:01Ja?
20:02Einer für alle, alle für einen.
20:10Wieso kletterst du denn rüber über den Zaun?
20:12Die Tür ist doch offen.
20:14Oh, Mann.
20:17Oh, verdammt.
20:18Ja, was ist denn?
20:19Jetzt habe ich mir auch noch die Hose zerrissen.
20:22Oh, da wird Katja aber meckern.
20:24Ja, Willi.
20:25Und so ein langeres.
20:27Den kann Katja nie wieder zusammenmähen.
20:31Willi.
20:38Hey, Kandenski.
20:44Was ist?
20:46Ach, ihr seid das.
20:48Hat sie euch hergeschickt, was?
20:50Was hast du dir bloß dabei gedacht?
20:52Ihr kriegt euer Geld.
20:53Ist ja gut.
20:54Kommt rein.
20:55Ihr kriegt euer Geld.
21:00Das war aber nicht fein.
21:03Ein anständiger Kumpel, so zu prellen.
21:06In Schadenzeiten sollte man dich.
21:08Und dein Schwager macht das auch, wenn du nochmal so ein Ding mit ihm drehst.
21:11Welcher Schwager?
21:13Der Mann deiner Schwester.
21:15Er säufzt das Geld in der Kneipe und lässt deine Schwester die Schulden bezahlen.
21:21Schöner Kumpel, Willi.
21:22Das ist doch nicht meine Schwester.
21:25Das ist doch meine Frau.
21:27Und der verdammte Karl ist ihr Liebhaber.
21:30Mach dir meine Brüße.
21:32Mensch, Willi.
21:36Kumpel.
21:4750.
21:49100.
22:00Eines Tages, da komme ich von der Arbeit früher nach Hause.
22:06Und da sind die beiden...
22:10Das ging schon seit Jahren so.
22:13Alle im Haus, die wussten es.
22:14Alle Freunde wussten es.
22:16Nur ich...
22:19Ich wusste es nicht.
22:21Prost.
22:25Da habe ich ihn erst mal verdroschen.
22:29Das heißt, er hat mich verdroschen.
22:31Da habe ich meine Klamotten gepackt und dann bin ich hier in diese Klitsche gezogen.
22:38Prost.
22:43Das war eine ziemliche Bruchbude.
22:46Das Zimmer kriege ich da erst, wenn ich geschehen bin.
22:57Was ist denn schon eingereicht?
23:01Ich hoffe ja immer noch.
23:05Aber wenn du armes hier in dieser Bruchbude sitzt, bist du allein.
23:14Da kommen die Gedanken.
23:20Da kommen die Erinnerung.
23:24Da gibt es nur eins.
23:27Ab in die Stompfe Ecke.
23:30Prost.
23:37Ich arbeite auf dem Bau, ja.
23:40Da gibt es an den Wochenenden viel zu tun.
23:43Und nebenbei.
23:46Und ich wollte dir finanziell was bieten.
23:49Und wo viel gearbeitet wird, da gibt es viel Durst.
23:52Da, da liegt der Hase im Pfeffer.
23:56Hättest dich etwas mehr um sie kümmern müssen.
24:00Ich gehe jetzt in die Kneipe.
24:03Das ist doch auch keine Lösung.
24:07Keiner versteht mich.
24:10Weil dann nimmst du ein paar, dann triffst du ein paar nette Kumpels wie ihr.
24:14Und dann kann man über die alten Zeiten reden.
24:18Dann kann man sich einreden.
24:21Es wäre alles wie früher.
24:25Und du gehst nach Hause.
24:29Und sie ist da da.
24:32Und wartet.
24:40Ich gehe jetzt in die Kneipe.
24:43Ich brauche was für sie jetzt.
24:45Was du brauchst, sind ein paar Kumpel, die dir ab und zu mal ein paar aufs Maul hauen.
24:49Was für die Rückspiele?
24:51Wir eh lieben, meint ein paar Kumpel, die sich um dich kümmern.
24:56Und das tun wir jetzt.
25:00Es ist ja wieder ein schöner Abend.
25:02Schon 10 Uhr.
25:04Dann haben wir ja noch zwei Stunden Zeit.
25:06Die Kneipen machen erst um 12 zu.
25:08Die sind doch nicht schon wieder.
25:10Wenn sie den Prima-Kumpel Willi angetroffen haben.
25:15Guten Abend.
25:16Wie seht ihr denn aus?
25:17Gott, wie die Strauchdiebe ganz dreckig.
25:20Was ist denn mit der Hose?
25:22Wir haben eine Überraschung für euch.
25:24Wir haben Besuch mitgebracht.
25:27Willi.
25:32Guten Abend.
25:36Guten Abend.
25:37Guten Abend.
25:46Guten Tag.
25:47Ich möchte mal Willi Kandinsky sprechen.
25:49Kandinsky.
25:50Herr Meister, komm doch mal her.
25:53Wir sind einer, was kommt Kandinsky.
25:55Guten Tag.
25:56Neumann ist mein Name.
25:58Ich hätte gerne mal Willi Kandinsky gesprochen.
25:59Ja, das möchte ich auch gerne mal wieder.
26:02Was wolltest du denn von dem?
26:03Ich wollte mich ja gar nicht ein bisschen tätig mit einem Freund von.
26:06Oh, ein Freund.
26:09Der Kandinsky ist wieder mal spurlos verschwunden.
26:12Was?
26:14Der fehlt seit drei Tagen.
26:16Unentschuldigt.
26:17Und er weiß, wie wir mit dem Plan hängen.
26:19Und jetzt fliegt er hier raus.
26:20Und das können sie ihm bestellen.
26:21Aber er kann ja krank sein.
26:23Müsste ja zu Hause sein.
26:24Und das ist er nicht.
26:25Der Willi hat Sorgen.
26:27Ja, die Sorgen kenne ich.
26:28Was war, haben Sie sich als Meister schon mal herumgekümmert, wie der Willi lebens?
26:34Mann, ich bin doch gegen Kindermädchen.
26:37Haben Sie der Polizei gemeldet, dass der Willi schon seit drei Tagen verschwunden ist und keiner weiß, wohin?
26:42Kann doch was passiert sein.
26:46Soll ich vielleicht jedes Mal zur Polizei rennen, wenn der Kandinsky blau macht, bloß weil er mal wieder blau ist?
26:51Mann, Sie haben gleich Vorstellungen.
26:53Sein Freund.
27:17Mann, Sie haben hier.
27:24Hallo?
27:28Willi?
27:32Willi?
27:38Hallo?
27:43Ach, Herr Nachbar, Entschuldigung, der Willi Kandinsky, der wohnte doch hier in dieser Laube.
27:51Haben Sie den in den letzten drei Tagen vielleicht mal gesehen?
27:54Die letzten Tage?
27:55Ja.
27:56Nicht, dass ich wüsste.
27:58Naja, aber ich bin ja eigentlich auch nur mal gegen Abend hier.
28:02Heute, das ist so ausnahmsweise.
28:05Vielleicht hat er Nachtschicht.
28:07Nee, nee, auf Arbeit war er nicht.
28:10Warten Sie mal, Montag, ja, Montag, da hat er einen Brief aus dem Kasten geholt.
28:17Ja, den hat er gleich hier aufgerissen und gelesen und da ist er ganz aufgeregt da in seine Laube gelaufen.
28:23Also, ich weiß nicht, ob er richtig gerannt ist, der.
28:27Und kurz danach, der ist er wieder weggegangen.
28:31Glauben Sie, der hat mich nicht einmal gesehen, obwohl ich da nur gegrüßt habe.
28:34Ja, ich will es nochmal versuchten.
28:47Ja, ich will es nochmal sagen, dass er nicht mehr ist, dass er nicht mehr ist, dass er nicht mehr
28:52ist, dass er nicht mehr ist, dass er nicht mehr ist.
29:05Ach, Mann, ist das eine Unordnung hier.
29:09Oh.
29:12Scheint ein bisschen zu trinken, Mann.
29:18Sie können doch nicht einfach fremde Briefe.
29:21Der ist vom Gericht.
29:23Was steht denn drin?
29:27Ist was passiert?
29:30Seine Frau hat die Scheidung reingereicht.
29:32Ja.
29:33Ich habe mir ja schon immer gewundert, dass ein Mann in seinen Jahren so allein hierher zieht.
29:38Hat man gleich gedacht, dass da was nicht stimmt.
29:41Wissen Sie, abends, da saß der vor seiner Laube.
29:43Stundenlang hat er so vor sich hingestarrt.
29:46Nee.
29:48Ein Lebenskünstler war das nicht.
29:51War?
29:51Sie reden ja gerade so als...
29:53Weißmanns?
29:57Ja, was wird denn nun?
29:59Die Wohnung offen.
30:01Ja, sollte man nicht die Polizei verständigen?
30:03Ich werde mich darum kümmern.
30:29Was willst du denn der Frau eigentlich sagen?
30:31Was weiß ich, aber irgendwas müssen wir hier noch sagen.
30:35Wenn Freund Herbert die Tür aufmacht, wird es das Beste sein.
30:38Wir gehen gleich in volle Deckung.
30:43Ja, bitte.
30:44Guten Tag, Frau Kandinsky.
30:45Mein Name ist Neumann.
30:46Und das hier ist mein Freund Hellinghaus.
30:48Guten Tag.
30:49Die Sache ist so, wir...
30:51Sie waren doch neulich schon mal hier.
30:52Ja, mit unseren Frauen.
30:54Wir wollten Willi besuchen.
30:55Ach ja.
30:56Ich habe Ihnen aber doch gesagt, dass Willi das...
30:58Dass er ausgezogen ist.
31:00Moment mal.
31:02Damals sagten Sie Bruder.
31:03Aber inzwischen wissen wir, dass er Ihr Mann ist.
31:06Ja, er hat jetzt die Nachricht von dem Scheidungstermin erhalten.
31:09Das ist er verschuldet.
31:11Im Betrieb war er nicht und in der Laufe ist er auch nicht.
31:14Was wollen Sie denn eigentlich von mir?
31:18Wir sind Freunde von ihm, Frau Kandinsky.
31:21Ach, wissen Sie, ich kann mich nicht erinnern, dass Willi jemals Freunde hatte.
31:25Außer gelegentlichen Kneipenbekanntschaften.
31:28Wir sind auch eine solche Kneipenbekanntschaft, Frau Kandinsky.
31:32Als wir Willi das erste Mal sahen, erschwärmte er von seiner Frau.
31:36Von ihnen.
31:38Er erzählte uns unentwegt von seiner glücklichen Nähe.
31:41Wir führen auch keine schlechten Nähen, mein Freund und ich.
31:44Und wen trafen wir jetzt?
31:46Einen von seiner Frau an die Luft gesetzten, entwurzelten, unglücklichen Knaben.
31:52Sein ganzer Lebenssinn hat es geplatzt, wie eine Seifenblase.
31:55Den sollten Sie mal in der alten Laufe sehen.
31:58Erbärmlich.
32:00Jämmerlich.
32:01Ja.
32:02Und darum haben wir, mein Freund und ich, beschlossen, ihm zu helfen.
32:09Ich erzähle Ihnen das alles nur, damit Sie das Kneipenbekanntschaft nicht in diesem Unterton sagen.
32:16Ich wollte Sie ja auch nicht beleidigen.
32:18Also, Sie wollen mich sprechen?
32:19Ja.
32:20Dann bitte kommen Sie weiter.
32:22Bitte.
32:29Okay, kommen Sie rein.
32:32Bitte schön.
32:34Setzen Sie sich.
32:35Bitte.
32:41Nobel, Nobel.
32:43Was wollen Sie denn damit sagen?
32:46Ach so, ich verstehe schon.
32:49Hat er Ihnen was vorgejammert, ja?
32:51Dass er sich sein Leben lang für mich abgerackert hat.
32:55Hat er das gesagt?
32:57Das hat er gesagt.
33:00Jetzt will ich Ihnen mal was sagen.
33:04Fast jedes Wochenende ist er als Maurer fuschen gegangen, so wie er das genannt hat.
33:09Und ich saß dann hier allein abends.
33:13Und dann kam er nach Hause, müde, kaputt.
33:18Ja, und Arbeit macht durstig.
33:21Wer sich, wer sich über das Wochenende in Maurer leisten kann, ist spendabel.
33:25Na ja, dann kommen wir hier rein.
33:27Dann kam er hier rein, nächsten Sesse, Beine hoch, Röhre an, die nächste Flasche neben sich.
33:33Das war meine Ehe.
33:36Fragen Sie ihn doch mal, wann er sich das letzte Mal mit mir unterhalten hat.
33:40Ich meine, so richtig unterhalten.
33:44Sie machen es sich sehr leicht, Frau Kadinsky.
33:47Ja.
33:48Sie sind im warmen, molligen Komfortnest geblieben, dass Sie ihm so zum Vorwurf machen.
33:54Ach so.
33:57Jetzt will ich Ihnen noch was sagen.
33:59Ob Sie mir das jetzt glauben oder nicht, ob Sie das verstehen oder nicht.
34:03Ich habe unser Leben so nicht gewollt.
34:06Und ich hätte gern auf, na ja, sagen wir, auf eine ganze Menge verzichten können.
34:11Wenn, na ja, was erzähle ich Ihnen das?
34:24Da ist wohl nichts mehr zu lüten.
34:26Nee.
34:27Da ist nichts mehr zu lüten.
34:34Weißt du uns, ich denke gerade darüber nach, wann habe ich eigentlich das letzte Mal mit meiner Frau gesprochen.
34:45Ich meine, so wie Frau Kadinsky sagt.
34:49Über Probleme oder sowas.
34:54Ja, Mann.
35:00Heli.
35:03Was fangen wir eigentlich mit unseren Frauen an, wenn wir einmal den ganzen Tag mit Ihnen alleine sind?
35:11Fernseher ist kaputt.
35:12Was machen wir dann mit Ihnen?
35:15Genau, Hans.
35:17Genau das meine ich.
35:21Genau so war das bei Kandinsky's angefangen.
35:25Herr Heli.
35:28Ich will dir mal was sagen.
35:31Ganz ehrlich.
35:32Sag ich's.
35:35Manchmal bist du viel klüger, als du aussiehst.
36:03Ich bin
36:05Ich weiß.
36:21Ja, ja.
36:29Wie nennt sich das nun?
36:30Datsche, Baude, Bungalow, Herr Sommerhaus.
36:33Du kannst ruhig ein bisschen dankbarer sein,
36:35dass ich uns so auf die Schnelle
36:37so einen schönen Urlaubsplatz besorgt habe.
36:41Ist das nicht herrlich hier?
36:44Rings um Wiesen.
36:48Hinten der Wald.
36:51Ach, Hans, stell dir vor.
36:54Weit und breit keine Nachbarn.
36:56Kein Lärm, keine Autos.
37:00Nachts hörst du die Bäume rauschen.
37:02Nachts schlafe ich.
37:04Sei doch nicht so posaisch.
37:07Kannst du dich nicht darüber freuen,
37:09dass ich dieses schöne Urlaubsplatzchen gefunden habe?
37:11Ja, aber das tue ich doch auch.
37:13Was wollte ich auch meinen.
37:16Dann nimmst du plötzlich Urlaub,
37:18nur weil es deinem Betrieb so am besten in den Plan passt.
37:22Und schon ist es nichts mit Familienurlaub.
37:24Nur wir zwei.
37:26Ist ja auch mal ganz schön.
37:29Na ja, Jan ist ja bestimmt glücklich in seinem Ferienlager.
37:34Und Brigitte wollte sowieso nicht mit.
37:37Ja, warum eigentlich nicht?
37:39Warum wollte ich eines Tages nicht mehr mit meinen Eltern in Urlaub fahren?
37:43Ja, warum eigentlich nicht?
37:45Wegen dir.
37:48Na schön, und warum will Brigitte nicht mit?
37:50Wegen mir?
37:52Wegen dir?
37:55Wegen Kuno.
37:56Ja, wer ist denn Kuno?
37:58Hans Neumann.
37:59Wer soll schon Kuno sein?
38:05Ach, ja.
38:07Und das erfährt man so ganz nebenbei?
38:10Meine Eltern haben das auch so ganz nebenbei erfahren.
38:14Das mit Hans Neumann.
38:16Jetzt schließe ich erst mal auf.
38:19Hallo, Sie?
38:21Sehen Sie die Neumanns?
38:22Ja, allerdings.
38:24Grohmeier ist mein Name.
38:25Aber Sie können ruhig Paul zu mir sagen.
38:28Das sagen alle im Dorf.
38:29Ich werde ihn mal aufschließen.
38:31Sind Sie auch hier untergebracht?
38:33Nee, nee.
38:34Das wäre wohl ein bisschen zu eng.
38:36Guten Tag.
38:37Ja, Neumann.
38:39Was der Schuldirektor ist,
38:42neben dieser Sommerresidenz hier gehört,
38:45das ist nämlich der Lippe von unserem Bürgermeister.
38:48Und der hat mich da aufklagt,
38:50mich ein bisschen um das Häusle zu kümmern.
38:53Ja, wissen Sie,
38:54wenn man nämlich so,
38:55wenn das so monatelang unbewohnt ist,
38:59da muss doch jemand mal nach dem Rechten sehen.
39:01Ja, ja, natürlich.
39:03Ich wohne da unten im Dorf.
39:08Ach, aufgeschlossen haben Sie ja schon.
39:11Was der Schuldirektor ist,
39:14der hat mich nämlich beauftragt,
39:16mich ein bisschen um seine Kollegin zu kümmern.
39:19Natürlich auch um den dazugehörigen Ehemann.
39:22Da kommst du mal mit rein.
39:30Das hier ist der Wohnraum.
39:33Schön.
39:35Und das hier
39:37ist die Schlafkabine.
39:39Ja.
39:41Und
39:43das ist die Kochnische.
39:49Propangas, junge Frau.
39:50Aber mit der Flasche,
39:51da kommst du lange aus.
39:53Übrigens Flasche,
39:54wo geht man hier hin, wenn man Durst hat?
39:56An die Wasserleitung.
39:57Wasserleitung ist nicht.
39:59Pumpe.
39:59Ja, aber
40:00der Gasthof hier im Dorf ist sehr gemütlich.
40:04Ein gutes Bier,
40:05ein gutes Essen.
40:05Der gehört nämlich meinem Schwager.
40:08Na bitte.
40:10Was holen Sie mir her?
40:11Und einkaufen.
40:13Zu den nötigsten Sachen.
40:14Wir haben im Dorf hier ein Einkaufszentrum.
40:17Da kriegen Sie von der Reiszwecke
40:19bis zur marinierten Magrele
40:21alles, was das Herz begehrt.
40:23Und wenn Sie mal Wert auf frische Eier legen,
40:25da brauchen Sie sich bloß an
40:26Oma Krohmeier zu wenden.
40:28Warum bloß mal vorbeizukommen?
40:30Dorfstraße 7.
40:31Vielen Dank, das ist sehr nett.
40:33Haben Sie sonst noch Fragen?
40:34Ja, eine Frage.
40:36Wie ist das mit Strom?
40:38Strom ist nicht Petroleum.
40:42Da werde ich mich immer auf dem Heimweg machen.
40:44Auf Wiedersehen.
40:46Wiedersehen, Herr Krohmeier.
40:47Also guten Urlaub wünsche ich.
40:48Dankeschön.
40:53Wiedersehen.
40:53Wiedersehen.
40:56Pumpe und Petroleum.
40:59Stört dich das, Hans?
41:02Petroleumlampe kann doch ganz gemütlich sein.
41:05Und Pumpe?
41:07Also ich finde so ein Ding sehr romantisch.
41:11Ich gehe mal das Gepäck holen.
41:22Ich finde alles hier fantastisch.
41:26Vor allem die Einsamkeit.
41:43Hans, Hans, hör doch mal.
41:47Was?
41:48Da ist jemand.
41:52Mitten in der Nacht.
41:53Jetzt geht aber die Fantasie mit dir durch.
41:57Na bitte.
41:58Ist das Fantasie?
42:01Und sowas nennt sich Einsamkeit.
42:04Du bleibst liegen.
42:05Nein, ich gehe mit dir.
42:06Vielleicht brauchst du Hilfe.
42:10Ja, bitte.
42:11Wer ist da?
42:12Entschuldigen Sie vielmals die Störung,
42:13aber wir sahen hier ihr Auto stehen
42:15und da dachten wir, es muss ja jemand da sein.
42:17Wir wussten uns keinen anderen Rat.
42:18Können Sie uns vielleicht sagen,
42:19wo hier der Zeltplatz ist?
42:22Moment, bitte.
42:26Oder ein Hotel.
42:27Wir suchen dringend eine Unterkunft.
42:29Mitten in der Nacht?
42:30Sie haben vielleicht Humor.
42:32Na, seit heute Mittag können wir
42:33zwischen Bahnhof und Zeltplatz hin und her.
42:35Sie müssen den Weg ja eigentlich kennen.
42:37Mein Mann wollte den Weg abkürzen
42:39und da haben wir uns in der Dunkelheit verlaufen.
42:41Tja, Gesundheit.
42:42Wollen Sie nicht, dass wir mal reinkommen?
42:43Sie müssen ja ganz durchgefroren sein
42:45in den dünnen Sachen.
42:46Jetzt regnet es auch noch.
42:47Renske Neumann.
42:57Entschuldigen Sie nochmals,
42:58dass wir Ihre Nachtruhe gestört haben.
43:00Wir wussten uns einfach nicht anders zu helfen.
43:02Wir sind umhergeirrt.
43:04Man kriegt es dann langsam mit der Angst.
43:06Ja, wahrscheinlich sind wir immer im Kreis herumgelaufen.
43:09Jedenfalls waren wir heilfroh,
43:11als wir Ihr Häuschen entdeckt haben.
43:12Na, nun setzen Sie sich erst mal.
43:14Ich koche raschen Tee.
43:15Bitte, bitte, keine Umstände.
43:17Auf die halbe Stunde kommt es ja nun auch nicht an.
43:19Wir haben ja Urlaub.
43:22Ja, ist ja auch eine schöne Gegend hier.
43:26Ja, ein bisschen weit ab vom Schuss.
43:30Wir wollten mal ganz allein sein.
43:34Das Bedürfnis hatten wir auch.
43:36Wir wohnen nämlich zusammen mit meiner Großmutter.
43:39Ja, nichts gegen die alte Dame.
43:41Sehr rüstig.
43:43Schweißt den ganzen Haushalt.
43:45Oh.
43:47Nur abends, wissen Sie,
43:48da kriegen wir sie nicht ins Bett.
43:50Wir haben nur das eine Zimmer.
43:53Wohnen, schlafen.
43:55Und dann steht noch da der Fernseher.
43:57Oma sitzt davor, bis der den letzten Mucks tut.
44:00Deswegen haben wir uns ja auch ein Zelt gekauft.
44:02Auf diese Weise sind wir auch nie ganz allein.
44:05Kann ich verstehen.
44:06Camping ist ja eine feine Sache.
44:08Aber nicht ohne Zelt.
44:11Ich denke, Sie haben eins.
44:13Extra gekauft für die Einsamkeit, sagten Sie doch.
44:17Das Zelt ist aber leider noch nicht da.
44:20Wir konnten doch nicht die ganze Ausrüstung mitschleppen im Zug.
44:23Da haben wir einen Teil des Gepäcks als Frachtgut aufgegeben.
44:26Viermal waren wir auf dem Bahnhof heute.
44:29Vergeblich.
44:29Es ist noch nicht da.
44:34Aber wenn Sie kein Zelt haben, was wollen Sie denn auf dem Zeltplatz?
44:37Unsere Schlafsäcke sind da.
44:41Aber das übrige Gepäck.
44:45Und irgendwo müssen wir die Nacht ja verbringen.
44:49Aber doch nicht unter freiem Himmel.
45:02Fänzchen.
45:04Schläfst du noch?
45:06Ich bin doch schon lange wach.
45:12Unsere Mitternachtsschlafgäste rühren sich noch nicht.
45:15Nebenan ist alles noch ganz ruhig.
45:19Scheinen Langschläfer zu sein.
45:24Also.
45:34Wie machen wir nun?
45:36Ich kann doch nicht ewig im Bett bleiben.
45:39Warten wir noch ein paar Minuten.
45:52Es gibt gewisse Dinge, die dulden.
45:54Keinen Aufschub.
45:56Fänz.
45:57Kannst du jetzt nicht durch den Wohnraum laufen?
46:00Soll ich vielleicht durchs Fenster spannen?
46:12Weiße, Hans!
46:14Nicht nötig.
46:14Herr und Frau Wenske haben sich empfohlen.
46:19Ach, gibst du bitte mal meine Brille?
46:22Danke.
46:25Liebe Gastgeber Neumanns.
46:27Wir bedanken uns vielmals für die freundliche, nächtliche Unterkunft.
46:30Für ihr Verständnis, ihre Hilfsbereitschaft für Tee und Verpflegung.
46:36Wollten heute Morgen nichts stören.
46:38Nochmals herzlichen Dank, Ihre Wenskes.
46:42Also, ich bin bestimmt ein Gemütsmensch.
46:45Aber jetzt platzt mir wirklich bald der Kragen.
46:47Nicht so laut, Werner.
46:48Ist doch wahr.
46:49Darum möchte ich Sie auch bitten, junger Mann.
46:52Ich kann doch schließlich nichts dafür, wenn Ihr Gepäck nicht eingetroffen ist.
46:59Seit wann ist denn Ihr Gepäck unterwegs?
47:01Seit zwei Tagen.
47:03Zwei Tage.
47:06Da sind Sie allerdings selber schuld dran.
47:08Na, erlauben Sie mal.
47:09Na, sowas schickt man doch mindestens vier Tage vorher ab.
47:12Ja, und außerdem, manche Leute schreiben die Adressen so unleserlich.
47:18Da kann es durchaus passieren, so ein Frachtgut reißt das durch die halbe Republik.
47:23Wie ist ein Bestimmungsort erreicht?
47:26Siehste, Werner, ich sag's ja immer, deine Anschrift.
47:28Na und, was machen wir jetzt?
47:31Abwarten.
47:33Und immer wieder mal nachfragen.
47:35Na, Sie haben gut reden.
47:36Wenn unser Zelt bis heute Abend nicht da ist,
47:39dann sind wir aufgeschmissen.
47:46Wie der alte Herr Grommeyer gesagt hat,
47:48von der Reißzwecke bis zum marinierten Hering.
47:51Makrele, hat er gesagt.
47:53Ach, sei doch nie so pingelig.
47:55Fisch ist Fisch.
47:59Haben wir ein Glück mit dem Wetter.
48:01Ja, ein bisschen sehr heiß ist es.
48:03Sei doch froh, dass die Sonne scheint.
48:06Na ja.
48:07Wenn du erst wieder in deiner Montagehalle stehst,
48:09wirst du dich danach sehnen.
48:12Weißt du, wonach ich mich jetzt sehne?
48:15Nach einem schönen, kühlen Bier.
48:17Du sagst es, Marianne.
48:22Vier Kilometer her, vier Kilometer hin.
48:25Mit vollen Taschen.
48:28Übertreibt doch nicht.
48:30Nur vier Kilometer hin.
48:33Mit vollen Taschen.
48:34Sei nicht so pingelig.
48:43Franz, guck mal, wer da sitzt.
48:47Erstaunen Sie was.
48:49So trifft man sich wieder.
48:51Danke.
48:56Alles in Ordnung?
48:58Alles erledigt?
48:59Wir überlegen gerade, ob wir unseren Urlaub nicht doch lieber abbrechen sollten.
49:03Naja.
49:04Kein Zelt, keine Kleidung zum Sächschen.
49:06Gasthof, keine Zimmer.
49:08Na ja, und privat wissen wir noch nicht.
49:10Ich würde noch warten.
49:12Wenn Sie jetzt wegfahren, kommt vielleicht Ihr Gepäck mit dem nächsten Zug an.
49:17Nur dann sitzen Sie in Berlin und ärgern sich noch mehr.
49:19Also wenn sich bis heute Abend nichts tut,
49:21dann müssen wir abdampfen.
49:23Im letzten Zug.
49:41Marianne, was ist denn da draußen los?
49:44Herr Wenske wäscht sich unter der Pumpe.
49:47Um diese Zeit?
49:49Wieso?
49:51Gleich sieben.
49:53Was Frühaufsteher sind?
49:55Na, halb bewusstlos vor Müdigkeit.
49:59Schlaf doch weiter.
50:02Ich werde es versuchen.
50:12Der Mensch scheint ein Vollbad zu nehmen.
50:26Werner, du wirst noch die Neumannswestern.
50:29Meinst du, die hören das?
50:30Du, diese Langschläfer, hä?
50:33Wie belästigen unsere Gastgeber ohnehin schon genug, hä?
50:37Was machen wir bloß, wenn unser Gepäck heute wieder nicht ankommt?
50:40Na, erstmal was Nützliches.
50:42Wir decken den Frühstückstisch, hä?
50:48Die Wenskes entfalten eine Geschäftigkeit.
50:51Ich komme schon nicht mehr dazu, einen Handschlag zu machen.
50:55Nicht nur, dass sie das Essen machen.
50:59Die Pumpe haben sie geölt, die Gartenmöbel abgewaschen.
51:03Es wird mir langsam peinlich.
51:07Sag es ihnen doch.
51:09Sie meinen es ja gut.
51:12Gestern wollte Herr Wenske sogar die Wiese mähen.
51:16Aber es ist ja nicht unser Grundstück.
51:19Eben.
51:21Das macht mir ja auch Kopfschmerzen.
51:23Wir sind nämlich gar nicht berechtigt, fremde Leute zu beherbergen.
51:28Eine Nacht, na schön, nicht?
51:30Aber okay.
51:31Sind ja schon drei.
51:33Wie wär's, wenn wir mal bei Opa Gromayer nachfragen, ob er vielleicht...
51:36Sieht so aus, als ob wir sie loswerden wollen.
51:39Eigentlich ist es ja auch fast so, oder?
51:41Na ja.
51:42Na ja, ne?
51:43Urlaub ist Urlaub.
51:44Und die Wenskes würden sich in einem netten Quartier bestimmt auch wohler fühlen.
51:48Also, auf ins Dorf.
51:52Zu Gromayers.
52:09Also, über Blumensorten und ihre Wachstumsbedingungen weißt du bestens Bescheid.
52:16Ja.
52:17Nur, wo wir Wenskes unterbringen, wissen wir immer noch nicht.
52:21Du hast ja auch Opa Gromayer gar nicht danach gefragt.
52:24Ich konnte einfach nicht, wenn der es von seinen Blumen anfängt.
52:27Aha.
52:28Und das wollte ich Wenskes nun auch nicht zumuten.
52:38Wo sind denn die Wenskes?
52:39Ist doch in Abendbruchfeld.
52:42Hm?
52:53Liebe Gastgeber, unser Gepäck ist angekommen.
52:57Wir verabschieden uns mit einem herzlichen Dankeschön und bitten darum, Ihre Eindringlinge in guter Erinnerung zu behalten.
53:09Hans, erwartest du Gäste?
53:11Wieso?
53:13Weil du für vier Personen deckst.
53:17Tja.
53:19Ich kann mich gar nicht daran gewöhnen, dass wir nun wieder ganz für uns allein sind.
53:26Tja.
53:37Hans, schläfst du schon?
53:39Nein.
53:42Jetzt fängt unser Urlaub richtig an.
53:48Was machen wir denn morgen?
53:54Da habe ich eine prima Idee.
53:58Da sind ja die Wenskes.
54:00Hallo!
54:01Hallo!
54:03Hallo!
54:05Hallo!
54:07Hallo!
54:07Hallo!
54:19Hallo!
54:21Hallo!
54:22Hallo!
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