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Vor 90 Jahren wurde das Reichsarbeitsdienst- und Luftschutzgesetz verabschiedet. Wie sah der Zivilschutz im Dritten Reich aus, und wie ist er heute in Deutschland aufgestellt? Ich schaue auf die damaligen Vorkehrungen und vergleiche sie mit dem heutigen Fokus auf Selbsthilfe und Vorsorge in Deutschland. Und wie eigentlich schützt die Ukraine ihre Zivilbevölkerung vor Bombenangriffen? Erfahre, was du selbst tun kannst und wie sich die Vorbereitung auf den Ernstfall im Laufe der Geschichte verändert hat. Bist du vorbereitet? #geschichte #history #krieg #war #ukrainekrieg #mutzurwahrheit

Zur Geschichte des Bevölkerungsschutzes in Deutschland:
https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/bevoelkerungsschutz-2021/327987/zwischen-apokalypse-und-alltagsunfall/

Zum zivilgesellschaftlichen Engagement im Bevölkerungsschutz:
https://www.ziviz.de/publikationen/engagement-im-ernstfall

Bericht zur Risikoanalye für den Zivilschutz 2023:
https://www.praeventionstag.de/nano.cms/news/details/8758

Zum Zivilschutz in der Ukraine:
https://zms.bundeswehr.de/de/mediathek/zmsbw-dossier-ukraine-grosse-zivilverteidigung-5408620

Das sind meine Themen:
00:00 Intro
00:22 Zivilschutz im Dritten Reich
04:42 Bevölkerungsschutz in der Bundesrepublik
10:24 Luft- und Zivilschutz in der Ukraine

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Transkript
00:00Heute vor 90 Jahren wurde im Dritten Reich das Reichsarbeitsdienst- und Luftschutzgesetz verabschiedet.
00:06Deswegen möchte ich mich in diesem Video den Vorklärungen für den Schutz der sogenannten Heimatfront im Dritten Reich widmen
00:13und der spannenden Frage, wie sieht es heute in Deutschland mit dem Zivilschutz in Kriegsfall aus.
00:18Gerade im Vergleich zu den Vorkehrungen in der Ukraine.
00:21Fangen wir zuerst mit der Situation im Dritten Reich an.
00:25Hier wurde die Bevölkerung schon ziemlich früh auf einen Krieg vorbereitet,
00:29obwohl der letzte große Krieg, der Erste Weltkrieg, bei Hitlers Machtantritt 1933 ja gerade einmal 15 Jahre her war.
00:37Vor allem die Jugend wurde mit der Hitlerjugend und dem Reichsarbeitsdienst RAD früh ideologisch geschult
00:43und erhielt eine paramilitärische Ausbildung.
00:461935 wurde für junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren eine Arbeitshilfpflicht eingeführt.
00:54Sie wurde mit Kriegsbeginn auf Frauen ausgeweitet und eine der bei uns wieder diskutierten Wehrpflicht,
01:00die ja wegen der Bedrohung durch Russland und der aktuellen weltverlittischen Lage wieder eingeführt werden soll.
01:06Sechs Monate dauerte die Dienstzeit im Dritten Reich.
01:10Die Soldaten der Arbeit unterstützten die Wehrmacht, die Armee des Dritten Reichs beim Bau von Luftschiffstunkern,
01:16Flugplätzen und Befechtigungen wie dem berüchtigten Westwald.
01:20Anders als bei uns konnte man sich von dieser halb-limitärischen Ausbildung nicht freistellen lassen
01:26und einfach soziale Aufgaben wie beim Zivildienst übernehmen.
01:30Und die Ableistung eines RAD-Dienstes war Voraussetzung, um im Dritten Reich studieren zu können.
01:36Der Arbeitsdienst wurde auch zum Propagandazweck benutzt.
01:39Denn im Nachkriegsdeutschland hatte es eine hohe Arbeitslosigkeit gegeben.
01:43Sie konnte mit der Verpflichtung der Arbeitslosen zum Arbeitsdienst künstlich kleingerechnet werden.
01:48Eine Maßnahme, die auch die Agentur für Arbeit gerne nix,
01:51wenn Arbeitslose in bestimmten Schulungen und Maßnahmen aus der Statistik herausgerechnet werden.
01:57Ohne hier Vergleiche zwischen dem verbrecherischen NS-Regime und unserer demokratischen Regierung ziehen zu wollen.
02:03Anders als heutige Arbeitslose genossen die Reichsarbeitsdienstleistenden keine Absicherungen im Krankheitsfall
02:10und bekamen auch nicht den vollen Lohn für ihre Arbeit ausgeteilt.
02:14Ein erheblicher Anteil wurde für die Unterkunft und Verpflegung vom kargen Lohn eines Hilfsarbeiters
02:2021 Reichsmark pro Woche einbehalten.
02:23Mit anderen Worten, auch hier wurde vom NS-Regime ein ausbeuterisches System installiert.
02:28Unter Zwang und militärischem Drill wurde eine hohe Arbeitsleistung zu minimalen Kosten erreicht.
02:34Außerdem konnte Hitler Deutschland mit dem Arbeitsdienst die Auflagen des Verschallvertrags unterlaufen.
02:40Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs hatten dem Deutschen Reich nämlich eine Mindeststärke seines Militärs vorgeschrieben,
02:47die nominär nicht überfritten werden durfte.
02:51Aufgrund seiner Expansions- und Kriegspläne rechnete das NS-Regime schon früh mit einem Luftkrieg
02:57und bereitete die Juilli-Bevölkerung auch hier frühzeitig vor.
03:01Am 26. Juni 1935, vier Jahre vor Kriegsbeginn, trat das Luftschutzgesetz in Kraft.
03:09Mit ihm wurde eine allgemeine Luftschutzdienstpflicht eingeführt.
03:13Ziel war es, Zitat,
03:14Die Kampfkraft, die Arbeitskraft und den Widerstandswillen des gesamten Volkes gegen die Wirkungen von Luftangriffen zu erhalten.
03:22Zahlreiche Verordnungen folgten, die nahezu alle denkbaren Personen, Gerätschaften und Szenarien regelten,
03:29wie zum Beispiel Genehmigungen für Luftschutzmittel, Normen der Feuerlöscheinrichtungen,
03:35das Verhalten bei Luftangriffen, ärztliche Untersuchungspflichten und natürlich Disziplinarmaßnahmen.
03:40Im Krieg kamen zum Schutz von Hörnungen und kriegswichtigen Gebäuden noch Verdunkungsvorschriften hinzu.
03:47Zu den Schutzmaßnahmen für die Zivilbevölkerung gehörte auch der Luftschutz-Wahndienst.
03:53Er beobachtete und meldete, wenn sich feindliche Wichter gemärkten.
03:57Selbst Schutzmaßnahmen der Bevölkerung umfassten die Einrichtung von Gas-, Splitter- und einsturzsicheren Schutzräumen in Kellern,
04:04Beseitigung brennbarer Materialien auf Dachböden, sowie die Verfügbarkeit von Feuerlöschgeräten und Verdunkungsmaterialien.
04:141940, im ersten Kriegsjahr, wurde der Bunkerbau vorangetrieben.
04:19Bis Mitte 1943 wurden aber nur 2000 Bunker fertiggestellt.
04:24So war die Beschäftigung auf eigene Keller und improvisierte Schutzräume angewiesen.
04:29Im Oktober 1940 wurde dann versucht, zumindest die Kinder besser vor Bombenantriffen zu sitzen.
04:35Mit Kinderlandstoffwirkung war eine Zwangsevakuierung von Stadtkindern in ländliche Gebiete.
04:42Wie steht es in der Bundesrepublik um den Bevölkerungsschutz?
04:45Die meisten werden mindestens einen der letzten Probealarme mitbekommen haben.
04:49Ebenso die Diskussion, alte Bunker wieder instand zu setzen.
04:53Grundsätzlich gibt es zweigeständische Bereiche, die von jedem Bundesland oder vom Bund gemanagt werden.
05:00So ist der Katastrophenschutz in der Hand der Bundesländer, während der Zivilschutz in der Hand des Bundes liegt.
05:06Relativ neu ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe,
05:10das 2004 als Nachfolgeorganisation des Bundesamtes für Zivilschutz gegründet wurde.
05:16Die unübersichtlichen Kompetenzverteilungen machen es nötig, den Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern zu verbessern.
05:24Dafür wurde 2022 das gemeinsame Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz eröffnet.
05:31Leider hat laut Bericht des Bundesrechnungshofs sich aber noch nichts Grundlegende an der Situation gebessert.
05:38Daher betont der aktuelle Ansatz des deutschen Zivilschutzes im Kriegsfall die Selbsthilfe und Vorsorge der Zivilbevölkerung.
05:45Deutschlands Bevölkerung soll befähigt werden, sich selbst zu schützen und gegenseitig zu helfen, bis staatlich organisierte Hilfe eintritt.
05:54Da die meisten Bunker nicht mehr sicher genug sind oder zweckentfremdet wurden als Wohnung etc.,
06:00sollte sich die Bevölkerung in Kellern, Tiefgaragen oder anderen stabilen Gebäuden in Sicherheit bringen.
06:06Es gilt anderen, Schwächeren zu helfen, wie zum Beispiel Kindern, Senioren oder Menschen mit Behinderungen.
06:12Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die Kriegsvorbereitung.
06:17So sollte jeder einen Notfall- oder Flugdrucksack gepackt haben.
06:21Darin sollten sich wichtige Dokumente, Medikamente und Lebensmittel für die ersten Tage befinden,
06:27damit man sofort bereit ist, evakuiert zu werden.
06:30Auch solltet ihr die Warnsignale kennen.
06:32Es gibt die Warn-App-Miner, die sicher viele von euch kennen.
06:47Und dann gibt es die eingangs erwähnten Serien-Fignale.
06:51Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
07:21Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:04Ein einminütiger, auf- und abschwellender Ton signalisiert Gefahr.
08:09Der einminütige Dauerton gibt Entwahrung.
08:12Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:17Der einminütige Dauerton gibt Entwahrung.
08:18Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:39Der einminütige Dauerton ist eine Warn-App-Miner.
09:10Untertitelung des ZDF, 2020
09:23Jeder sollte einen Grundvorrat anlegen, mit 10 Tagen Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel,
09:30sofern man das Haus nicht verlassen kann oder eine Versorgung über Geschäfte nicht möglich ist.
09:35Ein batteriebetriebenes oder besser Kurbelradio ist auch von Vorteil bei Strom- und Internetausfällen, um Nachrichten verfolgen zu können.
09:45Eine kleine Bargeldrecherfe, wenn Geldautomaten und Kartenlesegeräte aufgrund von Stromausfällen nicht funktionieren, ist auch nicht verkehrt.
09:54Kenntnisse zur ersten Hilfe und zum Brandschutz sollten regelmäßig aufgefrischt werden, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
10:03Wie ihr seht, verlässt sich die Regierung im Krisen- und Kriegsfall eher darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger auf
10:09sich allein gestellt überleben können.
10:10Die Last der Widerstandskraft wird vom Staat auf den Einzelnen übertragen, ähnlich dem Luftschutz im Dritten Reich, der zwar staatlich
10:18organisiert war,
10:19für dessen Durchführung aber letztlich die Bürgerinnen und Bürger verantwortlich waren.
10:24Wie sieht es mit dem Luft- und Zivilschutz in einem aktuellen europäischen Kriegsgebot, der Ukraine aus?
10:30Die Ukraine betreibt eines der weltweit fortschrittlichsten automatisierten Luftschutzwarnsysteme,
10:36das Zivilisten in Echtzeit vor ankommenden Raketen- und Drohnenangriffen warnen soll.
10:42Dabei wird eine weitreichende Verbreitung der Warnungen durch Sirenen, mobile Apps und Tuschbenachrichtigungen realisiert.
10:50Oft können die Systeme bis zu eine Stunde Vorwarnzeit geben, um Schutz zu suchen.
10:55Allerdings gibt es zwei große Probleme.
10:57Zum einen die Taktik der Russen, mehrwellige Angriffe durchzuführen, die oft länger als einen Tag andauern,
11:04und das Abschumpfen der Zivilbevölkerung.
11:07Nach mehr als drei Jahren Krieg lassen sich einige Zivilisten nicht mehr durch Sirenenlärm beeindrucken.
11:14Hinzu kommt, dass das Frühwarnsystem vor ankommenden Bedrohungen zuverlässig warnt,
11:19man nicht das genaue Ziel eines Angriffes vorhersagen kann.
11:22So können die Bewohner eines Gebiets nur schwer einschätzen, wie ihr persönliches Risiko ist,
11:28wenn der Angriff vielleicht dann doch das Nachbardorf oder die Nachbargemeinde trifft.
11:32Neben den offiziellen Warnkanälen nutzt die ukrainische Bevölkerung auch andere Warn-Apps,
11:37wie Air Alarm, der offiziellen Tourismusbehörde Visit Ukraine, oder E-Alert, eine von Freiwilligen verwaltete App.
11:45Diese Apps empfangen Signale der offiziellen Warnsysteme.
11:49Der Warnton erfolgt auch, wenn das Telefon auf Stumm geschaltet oder im Schlafmodus ist.
11:54Telegram wird in der Ukraine als zentraler Kommunikationskanal genutscht.
11:59Sowohl offizielle Ankündigungen von Ministerpräsident Zelenskyj,
12:03als auch die Organisation von Evakuierungen wird über Telegram verbreitet.
12:08Das Problem mit Telegram ist, die russische App wird wie andere soziale Medien aus Russland für Propagandazwecke genutzt,
12:15um die ukrainische Bevölkerung zu bestabilisieren.
12:19Auch kann Russland auf private Daten der Nutzer zugreifen und könnte sogar gelöschte Chats wiederherstellen,
12:25um sensible Informationen zu sammeln, weshalb die russische App auch ein Sicherheitsrisiko darstellt.
12:31Habt ihr euch schon darüber Gedanken gemacht, wie ihr euch auf einen Klug in Europa vorbereitet?
12:36Oder findet ihr, das sei alles übertrieben?
12:40Schreibt es gerne in die Kommentare.
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Was meint ihr? Wird der Zivilschutz in Deutschland vernachlässigt?

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