00:00Heute vor 90 Jahren wurde im Dritten Reich das Reichsarbeitsdienst- und Luftschutzgesetz verabschiedet.
00:06Deswegen möchte ich mich in diesem Video den Vorklärungen für den Schutz der sogenannten Heimatfront im Dritten Reich widmen
00:13und der spannenden Frage, wie sieht es heute in Deutschland mit dem Zivilschutz in Kriegsfall aus.
00:18Gerade im Vergleich zu den Vorkehrungen in der Ukraine.
00:21Fangen wir zuerst mit der Situation im Dritten Reich an.
00:25Hier wurde die Bevölkerung schon ziemlich früh auf einen Krieg vorbereitet,
00:29obwohl der letzte große Krieg, der Erste Weltkrieg, bei Hitlers Machtantritt 1933 ja gerade einmal 15 Jahre her war.
00:37Vor allem die Jugend wurde mit der Hitlerjugend und dem Reichsarbeitsdienst RAD früh ideologisch geschult
00:43und erhielt eine paramilitärische Ausbildung.
00:461935 wurde für junge Männer zwischen 18 und 25 Jahren eine Arbeitshilfpflicht eingeführt.
00:54Sie wurde mit Kriegsbeginn auf Frauen ausgeweitet und eine der bei uns wieder diskutierten Wehrpflicht,
01:00die ja wegen der Bedrohung durch Russland und der aktuellen weltverlittischen Lage wieder eingeführt werden soll.
01:06Sechs Monate dauerte die Dienstzeit im Dritten Reich.
01:10Die Soldaten der Arbeit unterstützten die Wehrmacht, die Armee des Dritten Reichs beim Bau von Luftschiffstunkern,
01:16Flugplätzen und Befechtigungen wie dem berüchtigten Westwald.
01:20Anders als bei uns konnte man sich von dieser halb-limitärischen Ausbildung nicht freistellen lassen
01:26und einfach soziale Aufgaben wie beim Zivildienst übernehmen.
01:30Und die Ableistung eines RAD-Dienstes war Voraussetzung, um im Dritten Reich studieren zu können.
01:36Der Arbeitsdienst wurde auch zum Propagandazweck benutzt.
01:39Denn im Nachkriegsdeutschland hatte es eine hohe Arbeitslosigkeit gegeben.
01:43Sie konnte mit der Verpflichtung der Arbeitslosen zum Arbeitsdienst künstlich kleingerechnet werden.
01:48Eine Maßnahme, die auch die Agentur für Arbeit gerne nix,
01:51wenn Arbeitslose in bestimmten Schulungen und Maßnahmen aus der Statistik herausgerechnet werden.
01:57Ohne hier Vergleiche zwischen dem verbrecherischen NS-Regime und unserer demokratischen Regierung ziehen zu wollen.
02:03Anders als heutige Arbeitslose genossen die Reichsarbeitsdienstleistenden keine Absicherungen im Krankheitsfall
02:10und bekamen auch nicht den vollen Lohn für ihre Arbeit ausgeteilt.
02:14Ein erheblicher Anteil wurde für die Unterkunft und Verpflegung vom kargen Lohn eines Hilfsarbeiters
02:2021 Reichsmark pro Woche einbehalten.
02:23Mit anderen Worten, auch hier wurde vom NS-Regime ein ausbeuterisches System installiert.
02:28Unter Zwang und militärischem Drill wurde eine hohe Arbeitsleistung zu minimalen Kosten erreicht.
02:34Außerdem konnte Hitler Deutschland mit dem Arbeitsdienst die Auflagen des Verschallvertrags unterlaufen.
02:40Die Siegermächte des Ersten Weltkriegs hatten dem Deutschen Reich nämlich eine Mindeststärke seines Militärs vorgeschrieben,
02:47die nominär nicht überfritten werden durfte.
02:51Aufgrund seiner Expansions- und Kriegspläne rechnete das NS-Regime schon früh mit einem Luftkrieg
02:57und bereitete die Juilli-Bevölkerung auch hier frühzeitig vor.
03:01Am 26. Juni 1935, vier Jahre vor Kriegsbeginn, trat das Luftschutzgesetz in Kraft.
03:09Mit ihm wurde eine allgemeine Luftschutzdienstpflicht eingeführt.
03:13Ziel war es, Zitat,
03:14Die Kampfkraft, die Arbeitskraft und den Widerstandswillen des gesamten Volkes gegen die Wirkungen von Luftangriffen zu erhalten.
03:22Zahlreiche Verordnungen folgten, die nahezu alle denkbaren Personen, Gerätschaften und Szenarien regelten,
03:29wie zum Beispiel Genehmigungen für Luftschutzmittel, Normen der Feuerlöscheinrichtungen,
03:35das Verhalten bei Luftangriffen, ärztliche Untersuchungspflichten und natürlich Disziplinarmaßnahmen.
03:40Im Krieg kamen zum Schutz von Hörnungen und kriegswichtigen Gebäuden noch Verdunkungsvorschriften hinzu.
03:47Zu den Schutzmaßnahmen für die Zivilbevölkerung gehörte auch der Luftschutz-Wahndienst.
03:53Er beobachtete und meldete, wenn sich feindliche Wichter gemärkten.
03:57Selbst Schutzmaßnahmen der Bevölkerung umfassten die Einrichtung von Gas-, Splitter- und einsturzsicheren Schutzräumen in Kellern,
04:04Beseitigung brennbarer Materialien auf Dachböden, sowie die Verfügbarkeit von Feuerlöschgeräten und Verdunkungsmaterialien.
04:141940, im ersten Kriegsjahr, wurde der Bunkerbau vorangetrieben.
04:19Bis Mitte 1943 wurden aber nur 2000 Bunker fertiggestellt.
04:24So war die Beschäftigung auf eigene Keller und improvisierte Schutzräume angewiesen.
04:29Im Oktober 1940 wurde dann versucht, zumindest die Kinder besser vor Bombenantriffen zu sitzen.
04:35Mit Kinderlandstoffwirkung war eine Zwangsevakuierung von Stadtkindern in ländliche Gebiete.
04:42Wie steht es in der Bundesrepublik um den Bevölkerungsschutz?
04:45Die meisten werden mindestens einen der letzten Probealarme mitbekommen haben.
04:49Ebenso die Diskussion, alte Bunker wieder instand zu setzen.
04:53Grundsätzlich gibt es zweigeständische Bereiche, die von jedem Bundesland oder vom Bund gemanagt werden.
05:00So ist der Katastrophenschutz in der Hand der Bundesländer, während der Zivilschutz in der Hand des Bundes liegt.
05:06Relativ neu ist das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe,
05:10das 2004 als Nachfolgeorganisation des Bundesamtes für Zivilschutz gegründet wurde.
05:16Die unübersichtlichen Kompetenzverteilungen machen es nötig, den Informationsaustausch zwischen Bund und Ländern zu verbessern.
05:24Dafür wurde 2022 das gemeinsame Kompetenzzentrum Bevölkerungsschutz eröffnet.
05:31Leider hat laut Bericht des Bundesrechnungshofs sich aber noch nichts Grundlegende an der Situation gebessert.
05:38Daher betont der aktuelle Ansatz des deutschen Zivilschutzes im Kriegsfall die Selbsthilfe und Vorsorge der Zivilbevölkerung.
05:45Deutschlands Bevölkerung soll befähigt werden, sich selbst zu schützen und gegenseitig zu helfen, bis staatlich organisierte Hilfe eintritt.
05:54Da die meisten Bunker nicht mehr sicher genug sind oder zweckentfremdet wurden als Wohnung etc.,
06:00sollte sich die Bevölkerung in Kellern, Tiefgaragen oder anderen stabilen Gebäuden in Sicherheit bringen.
06:06Es gilt anderen, Schwächeren zu helfen, wie zum Beispiel Kindern, Senioren oder Menschen mit Behinderungen.
06:12Darüber hinaus gibt es spezielle Empfehlungen für die Kriegsvorbereitung.
06:17So sollte jeder einen Notfall- oder Flugdrucksack gepackt haben.
06:21Darin sollten sich wichtige Dokumente, Medikamente und Lebensmittel für die ersten Tage befinden,
06:27damit man sofort bereit ist, evakuiert zu werden.
06:30Auch solltet ihr die Warnsignale kennen.
06:32Es gibt die Warn-App-Miner, die sicher viele von euch kennen.
06:47Und dann gibt es die eingangs erwähnten Serien-Fignale.
06:51Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
07:21Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:04Ein einminütiger, auf- und abschwellender Ton signalisiert Gefahr.
08:09Der einminütige Dauerton gibt Entwahrung.
08:12Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:17Der einminütige Dauerton gibt Entwahrung.
08:18Und dann gibt es die Warn-App-Miner.
08:39Der einminütige Dauerton ist eine Warn-App-Miner.
09:10Untertitelung des ZDF, 2020
09:23Jeder sollte einen Grundvorrat anlegen, mit 10 Tagen Lebensmittel, Wasser und Hygieneartikel,
09:30sofern man das Haus nicht verlassen kann oder eine Versorgung über Geschäfte nicht möglich ist.
09:35Ein batteriebetriebenes oder besser Kurbelradio ist auch von Vorteil bei Strom- und Internetausfällen, um Nachrichten verfolgen zu können.
09:45Eine kleine Bargeldrecherfe, wenn Geldautomaten und Kartenlesegeräte aufgrund von Stromausfällen nicht funktionieren, ist auch nicht verkehrt.
09:54Kenntnisse zur ersten Hilfe und zum Brandschutz sollten regelmäßig aufgefrischt werden, um im Ernstfall schnell handeln zu können.
10:03Wie ihr seht, verlässt sich die Regierung im Krisen- und Kriegsfall eher darauf, dass die Bürgerinnen und Bürger auf
10:09sich allein gestellt überleben können.
10:10Die Last der Widerstandskraft wird vom Staat auf den Einzelnen übertragen, ähnlich dem Luftschutz im Dritten Reich, der zwar staatlich
10:18organisiert war,
10:19für dessen Durchführung aber letztlich die Bürgerinnen und Bürger verantwortlich waren.
10:24Wie sieht es mit dem Luft- und Zivilschutz in einem aktuellen europäischen Kriegsgebot, der Ukraine aus?
10:30Die Ukraine betreibt eines der weltweit fortschrittlichsten automatisierten Luftschutzwarnsysteme,
10:36das Zivilisten in Echtzeit vor ankommenden Raketen- und Drohnenangriffen warnen soll.
10:42Dabei wird eine weitreichende Verbreitung der Warnungen durch Sirenen, mobile Apps und Tuschbenachrichtigungen realisiert.
10:50Oft können die Systeme bis zu eine Stunde Vorwarnzeit geben, um Schutz zu suchen.
10:55Allerdings gibt es zwei große Probleme.
10:57Zum einen die Taktik der Russen, mehrwellige Angriffe durchzuführen, die oft länger als einen Tag andauern,
11:04und das Abschumpfen der Zivilbevölkerung.
11:07Nach mehr als drei Jahren Krieg lassen sich einige Zivilisten nicht mehr durch Sirenenlärm beeindrucken.
11:14Hinzu kommt, dass das Frühwarnsystem vor ankommenden Bedrohungen zuverlässig warnt,
11:19man nicht das genaue Ziel eines Angriffes vorhersagen kann.
11:22So können die Bewohner eines Gebiets nur schwer einschätzen, wie ihr persönliches Risiko ist,
11:28wenn der Angriff vielleicht dann doch das Nachbardorf oder die Nachbargemeinde trifft.
11:32Neben den offiziellen Warnkanälen nutzt die ukrainische Bevölkerung auch andere Warn-Apps,
11:37wie Air Alarm, der offiziellen Tourismusbehörde Visit Ukraine, oder E-Alert, eine von Freiwilligen verwaltete App.
11:45Diese Apps empfangen Signale der offiziellen Warnsysteme.
11:49Der Warnton erfolgt auch, wenn das Telefon auf Stumm geschaltet oder im Schlafmodus ist.
11:54Telegram wird in der Ukraine als zentraler Kommunikationskanal genutscht.
11:59Sowohl offizielle Ankündigungen von Ministerpräsident Zelenskyj,
12:03als auch die Organisation von Evakuierungen wird über Telegram verbreitet.
12:08Das Problem mit Telegram ist, die russische App wird wie andere soziale Medien aus Russland für Propagandazwecke genutzt,
12:15um die ukrainische Bevölkerung zu bestabilisieren.
12:19Auch kann Russland auf private Daten der Nutzer zugreifen und könnte sogar gelöschte Chats wiederherstellen,
12:25um sensible Informationen zu sammeln, weshalb die russische App auch ein Sicherheitsrisiko darstellt.
12:31Habt ihr euch schon darüber Gedanken gemacht, wie ihr euch auf einen Klug in Europa vorbereitet?
12:36Oder findet ihr, das sei alles übertrieben?
12:40Schreibt es gerne in die Kommentare.
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