- vor 7 Wochen
Hauptkommissar Siska - Peter Kremer /
Drehbuch - Detlef Müller /
Regie _ Hans-Jürgen Tögel
Drehbuch - Detlef Müller /
Regie _ Hans-Jürgen Tögel
Kategorie
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TVTranskript
00:08Musik
00:33Beim nächsten Mal klappt es besser, ganz bestimmt
00:35Na ja, fängt ja jeder mal an
00:37Hast du doch alles dran, was du brauchst, hm?
00:40Ja, nicht so schlecht, was?
00:42Ein Prachtding
00:43Ja
00:53Und grüß deine Melding
00:55Wenn die wüsste, die wird mich umbringen
00:58Na, das kann ja bei mir nicht passieren, hm?
01:00Warte mal, gibt's noch einen Kuss?
01:01Ah, der steht nicht auf dem Speiseplan
01:04Tschüss, gute Nacht
01:05Bis zum nächsten Mal
01:07Wiedersehen
01:09Musik
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01:30Musik
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01:32Wo sagst du denn, das Geschäft läuft hier?
01:35Wo kommst denn du her?
01:37Hast du meine Adresse vergessen?
01:39Ich frag ja bloß
01:41Dauerullaub
01:43Daher habe ich die Hälfte meines Magens dagelassen
01:46Liegt jetzt im Krankenhaus vom Knast
01:55Willst du reinkommen?
01:57Ich glaube, die haben noch was zu sagen bei dir
02:00Ich weiß
02:14Alles selber angeschafft
02:17Ja, das ist schon immerhin zum Hören
02:20Ein Schlüssel
02:22Was für ein Schlüssel?
02:23Vom Bankschließfach
02:25Aber es gibt kein Bankschließfach
02:28Bei deinem letzten Besuch hast du mir sogar die Nummer gesagt
02:30Es ist lange her, aber ich habe sie mir gemerkt
02:32Also
02:35Das klingt jetzt vielleicht komisch, aber
02:37Was?
02:38Ich
02:38Ich bin überfallen worden
02:40Alles tut mir aber leid
02:42Ja, als ich das Geld wegbringen wollte, da hat mich ein Auto von der Straße gedrängt
02:46Und Silvata
02:48Keine Angst
02:49Und dann hat einer die Tür aufgerissen und den Koffer gegriffen
02:53Einfach so?
02:54Ja, dann ist er weg
02:55Du weißt natürlich nicht, wer es war
02:57Ja, woher denn?
03:00Eine schöne Geschichte, richtig aufregend
03:04Ich glaube sie bloß nicht
03:05Aber das war so
03:06Ich habe dich gewarnt, erinnerst du dich?
03:09Wenn ich rauskomme, das Geld ist weg
03:10Geht's dir dreckig
03:13Nein!
03:14Ruhig der Schlüssel!
03:15Ich habe doch gesagt, es gibt keine
03:47Ich bin die Schlüssel-Schein
03:52Geh, geh, geh, geh, geh.
04:21Guten Abend, Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.
04:57Wo ist der Fahrer? Verschwunden!
05:04Mach mal den Kofferraum auf, aber vorsichtig!
05:21Schon mal gesehen?
05:24Kann mich nicht erinnern.
05:26Mit Sicherheit größeres Kaliber, keine Schmauchspuren.
05:29Das ist ein Meisterschuss. Gibt es ein Austrittsloch?
05:32Ja, rückseitig. Daumendick, großflächig, zersplittert.
05:43Magenresektion ziemlich frisch.
05:46Er ist in einem Wagen gefunden worden, in einem Kofferraum.
05:48Papiere hatte er natürlich nicht dabei.
05:50Natürlich nicht. Der Wagen war gestohlen.
05:53Er ist durch eine Verkehrskontrolle durchgebrochen und dann einen Hang runter.
05:56Der Fahrer?
05:57War leider schon weg.
05:59Vielleicht war das Grab für ihn ja schon geschaufelt und der muss da nur noch reingelegt werden.
06:02Danke, Doc. War der Fotograf schon da?
06:05Ja.
06:07Hier, das Original und die Computersimulation.
06:10So machen wir Tote wieder lebendig.
06:14Wiederschauen. Wiederschauen. Danke.
06:20Interessanter Artikel. Schreibtischarbeit wird von 47% der Bevölkerung unterbewertet.
06:26Sie wird von kinderleicht bis minderwertig eingestuft.
06:29Dabei steht fest, dass 72% aller Straftaten durch Schreibtischarbeit aufgeklärt werden.
06:35Ist das jetzt ein Wink mit dem Zaunfall?
06:38Ich bin sicher, dass ein Leute herausgefunden, die den lieben langen Tag hinterm Schreibtisch sitzen.
06:41Sie könnten aber trotzdem mal einen Blick hier auf das Gerät werfen.
06:44Ja, aber sicher. Ich bin doch lernfähig.
06:46Also, der Mann aus dem Kofferraum heißt Andreas Reuke.
06:50Genannt der schöne Andi. 38.
06:53Er lernte Beruf Geschäftsführer.
06:55Naja, ich würde sagen Zuhälter.
06:58Zwei Vorstrafen, zuletzt wegen Totschlag.
07:01Vor einer Woche wegen Haftunfähigkeit entlassen.
07:04Der Totschlag im Milieu. Illegale Spiele.
07:08Ich drücke Ihnen das aus.
07:11Der Fall lag damals bei Hauptkommissar Dobler.
07:14Ich weiß nicht, ob Sie den Namen schon mal gehört haben.
07:16Sollte ich?
07:18Dobler wurde der Fall aus der Hand genommen, noch bevor er die Ermittlungen abschließen konnte.
07:23Hier, das ist seine Adresse.
07:26Wollen Sie einen Kriff gehen?
07:27Ja.
07:28Es heißt, er hätte den schönen Andi zu hart angefasst.
07:33Körperverletzung.
07:34Es wurde aber auch gemunkelt, dass er die Ermittlungen in eine Richtung geführt hat, die gewissen Herren da oben nicht
07:40gepasst hat.
07:42Darüber würde ich kein mehr wissen.
07:45Gespeichert ist da nichts.
07:46Ich erinnere mich nur, dass Hauptkommissar Dobler noch vor der Urteilsverkündung seinen Abschied genommen hat.
07:54Und der Mann, gegen den er damals ermittelt hat, der ist jetzt umgebracht worden.
07:57Genau, der schöne Andi.
08:01Hanne, würde es Ihnen große Mühe machen, festzustellen, mit wem Andi Wolke während der Haft Kontakt hatte?
08:08Na, vielleicht hat er ja mit dem einen oder anderen geredet.
08:10Über seine Vergangenheit, über seine Zukunftspläne.
08:13Naja, also, das macht schon große Mühe.
08:16Ja, aber Sie wissen ja, 72 Prozent aller Straftaten werden hinterm Schreibtisch gelöst.
08:21Bis später.
08:24Das ist ja wirklich lernfähig.
08:38Wer ist Mona?
08:40Meine Frau.
08:45Siska, wir haben telefoniert.
08:51Ich hatte mir geschworen, keinen dieser Staatsdiener mehr in meine Nähe zu lassen.
08:56Sehen Sie, man sollte nicht schwören.
08:58Wenn Sie wollen, nehmen Sie Platz.
09:00Ich stehe lieber.
09:01Danke.
09:05Schön haben Sie es hier.
09:07Hören Sie mir Zucker in den Hintern blasen?
09:09Ich finde es wirklich schön. Paradies.
09:11Mhm.
09:12Das Grundstück hat meiner Frau das Haus auch.
09:15Von ihren Eltern.
09:19Deswegen konnten Sie es sich leisten, den Dienst zu quittieren?
09:22Das hätte ich auch so getan.
09:25Wenn ich den Rest meines Lebens auf Parkbänken genächtigt hätte.
09:30So sehr hassen Sie den alten Verein?
09:36Hassen ist nicht der richtige Ausdruck.
09:39Eher verachten.
09:43Weil er aus Menschen rückgratlose und verlogene Schleimbeutel macht.
09:49Aber Sie waren gut.
09:50Sie hatten Erfolg.
09:53Sie haben die Stroneck-Brüder zur Strecke gebracht, den Hansi Kahlmann überführt,
09:56der die beiden Mädchen umgebracht hat. Sie waren gut.
09:58Sie wollen doch wissen, was ich über Andy Wolke weiß.
10:01Genau. Jetzt setze ich mich doch noch mal kurz hin.
10:13Also, was ich weiß, steht in den Ermittlungsagern.
10:18Einiges soll ja auch nicht drinstehen.
10:19Zum Beispiel, wer hat Wolke umgebracht?
10:21Zum Beispiel.
10:23Was meinen denn Sie?
10:26Jemand, dem es nicht gepasst hat, dass er aus dem Knast entlassen wurde.
10:29Soviel ich weiß, war Wolke ziemlich krank. Er hätte sowieso nicht mehr lange gelebt.
10:33Aber lange genug, um Dinge auszuplaudern, die anderen vielleicht unangenehm gewesen wären.
10:40Bevor Sie die Ermittlungen zu Ende bringen konnten, hat man Ihnen den Fall entzogen.
10:44Ja, weil ich dem schönen Andy bei einer Vernehmung den Arm ausgerenkt habe.
10:48Das hat seinem Anwalt nicht gefallen.
10:50Berichtigen Sie mich bitte, wenn ich etwas Falsches sage. Am 24. Dezember, vor vier Jahren, ist der Besitzer eines kleinen,
10:55teuren Spielclubs neben seinem Roulette-Tisch erschlagen worden.
10:58Meine Frau musste deswegen Weihnachten alleine feiern.
11:02Einen Tag vor Jahreswegs, am 30. Dezember, nahmen Sie Wolke als Tatverdächtigen fest.
11:08Somit war Silvester-Neujahr auch gelaufen.
11:11Eine Woche später legte Wolke ein Geständnis ab.
11:14Meine Frau war trotzdem noch sauer.
11:15Und obgleich Sie Wolkes Geständnis hatten und Ihre Frau stinkesauer war, haben Sie die Ermittlungen fortgesetzt.
11:23Habe ich das?
11:24Mhm.
11:26Warum? Und in welche Richtung?
11:29Ich weiß nur noch, dass meine Frau gesagt hat, so geht das nicht weiter.
11:34Und die hatte Recht.
11:36Seitdem führen wir eine wunderbare Ehe.
11:43Wollen Sie sonst noch Fragen?
11:46Immer noch sich selber.
11:48Warum und in welche Richtung haben Sie nach Wolkes Geständnis weiter ermittelt?
11:57An die Wolke hat's gewusst, und deshalb hat er dran glauben müssen.
12:00Habe ich Recht?
12:02Wissen Sie was, das gibt mich alles nichts mehr an.
12:05Aber Sie können mich gern noch mal privat besuchen.
12:09Ja, wieder schade.
12:28Und?
12:29Seine Frau verdient das Geld mit zwei Kosmetiksalons.
12:33Er ist mehr oder weniger ein Hausmann.
12:35Die Nachbarin, die mir das erzählt haben, die finden das richtig toll.
12:37Kann ich mir denken, und sonst?
12:40Also eine Jagdhütte und eine Fischpacht, mehr habe ich nicht rausgekriegt.
12:43Na immerhin, mehr als ich.
12:45Siska?
12:45Haben Sie heute schon in die Zeitung geschaut?
12:48Und in die Zeitung, Marto?
12:50Da unten im Handschuhfach.
12:51Was soll da drin stehen?
12:53Seite 13.
12:55Moment.
12:58Massage von Thai-Mädchen.
13:00Ganz heiß, ein Stückchen weiter oben rechts.
13:03Süße Susi macht fast alles mit Foto.
13:06Können Sie die Dame empfehlen?
13:07Ja, wie sollte ich?
13:08Ich komme doch kein Abend hier raus.
13:11Also, die Süße Susi heißt mit bürgerlichen Namen Susanne Schulke.
13:15Dieser Name taucht einige Male im Besucherbuch der Vollzugsanstalt Straubing auf.
13:21Straubing, da hat doch der schöne Andi eingesessen.
13:23Vielleicht ist sie für ihn mal auf den Strich gegangen.
13:26Wie ich Sie kenne, haben Sie bestimmt auch schon die Adresse der süßen Susi herausgefunden.
13:30Sie kennen mich richtig gut.
13:33Zum Röckelplatz 12, dritter Stock ist die Adresse.
13:44Aufmachen! Vollzeit!
13:45Oh Gott!
13:47Los, zieh dich an!
13:49Na, mein Geld?
13:50Hau ab!
13:51Für nichts zahle ich nichts.
13:53Ich will mein Geld zurück.
13:54Es ist doch gar nichts passiert.
13:56Wo geht es denn sein Geld?
13:58Das ist Geschäftsschändigung.
13:59Das ist das Risiko des freien Unternehmertums.
14:09Hier, Jürgen, wenn es ganz dringend ist,
14:11da stehen noch ein paar scharfe Adressen und dann nichts für ungut.
14:14Danke.
14:20Was wollen Sie hier?
14:23Der Kollege stellt die Frage, ich höre zu.
14:26Es geht um Andreas Wojke.
14:28Ihnen wahrscheinlich besser bekannt als der schöne Andi.
14:32Wann haben Sie den zum letzten Mal gesehen?
14:34Ich führe kein Tagebuch, ich weiß nichts.
14:38Aber dass er ermordet wurde, das wissen Sie schon.
14:40Ich lese Zeitungen.
14:43Vor vier Jahren, nach seiner Festnahme,
14:45sind Sie von einem Hauptkommissar Dobler vorgeladen und verhört worden.
14:49Ich kann mir keine Namen merken.
14:51Bei so vielen Herren ist das ja auch unmöglich.
14:55Aber an die Fragen können Sie sich doch sicherlich noch erinnern.
14:58Denken Sie nach.
15:01Mann, ich kann mir nicht jeden Scheiß merken.
15:04Alles ordentlich und gleichmäßig, bloß da hinten.
15:13Lassen Sie die Finger davon.
15:25Könnte es sein, dass in diesem Loch ein Geschoss steckt?
15:30Und dass an diesem Geschoss Teilchen von Wolkes Gehirn kleben?
15:34Er war hier.
15:35Und dass Sie erschossen wurden, von wem?
15:38Ich habe nichts gesehen.
15:40Hatten Sie gerade die Augen zu?
15:42Ich zeige Ihnen mal was.
15:44Das, das hat Wojke gemacht.
15:47Das Dreckschwein.
15:49Und was hat er sich davon versprochen?
15:50Ich weiß es nicht, vielleicht wollte er, dass ich wieder anschaffen gehe für ihn.
15:53Der hat mich geschlagen, aufs Bett geschmissen und gewürgt.
15:56Und dann ist plötzlich jemand gekommen.
15:59Der stand da und hat geschossen.
16:02Können Sie diesen jemand beschreiben?
16:04Der hatte so ein Tuch vorm Gesicht, wie ein Motorradfahrer.
16:09Tja, und wie ist der hier reingekommen?
16:12Ich weiß es nicht. Ich gebe ja niemandem den Schlüssel.
16:15Ja, Siska, die Spurensicherung.
16:20Ja, Siska, zum Röckelplatz 12.
16:23Schulke.
16:24Gut, und bringen Sie einen Arzt mit.
16:27Und was ist anschließend mit dem toten Andi passiert?
16:29Ja, der mit dem Tuch, der hat ihn mitsamt den Teppich rausgeschleift.
16:33Deswegen kein Blut.
16:35Und Sie sind natürlich nicht auf die Idee gekommen, die Polizei zu informieren.
16:39Ich hatte Angst.
16:41Außerdem hat er das Telefon kaputt gemacht.
16:45Gut.
16:48Und beim nächsten Mal erzählen Sie uns, was er wirklich gewollt hat.
17:00Der Mann mit dem Motorradflut.
17:01Ja, Sie glauben, dass es ihn gibt?
17:03Ja, wenn es ihn gibt, dann muss er besuchen, was Sie gekannt haben. Und auch Ihre Wohnung.
17:06Warum schließen Sie das?
17:07Ja, er hat gewusst, dass der Ort geeignet ist, Wolke umzulegen.
17:11Aber wie nicht geeignet, den Leichnam zu entsorgen? Drei Stockwerke und die befahrene Straße.
17:16Ach, Wiegern, stellen Sie doch bitte mal fest, was damals in Bezug auf den Tod des Ältesten der Stroneckbrüder die
17:21ballistische Untersuchung gegeben hat, ja?
17:28Ich glaube, der meint Sie.
17:30Nein, der meint nicht mich. Der meint uns beide.
17:33Wenn Sie Unterstützung brauchen, rufen Sie mich.
17:35Das werde ich Ihnen nie vergessen. Tausend Dank.
17:45Das ist Herr Lansfeld. Er hat anderthalb Jahre die Zelle mit dem schönen Andy geteilt.
17:50Tag, Siska.
17:52Es war die trostloseste Zeit meines Lebens, eine einzige Leidensstrecke.
17:57Was sich nicht gegen Herrn Wolke richtet. Er war ein verständnisvoller Freund.
18:00Bitte, warum behalten Sie nicht Platz?
18:02Danke.
18:04Ich bin nicht geschaffen für eine Zelle, die zwei mal drei Meter groß ist.
18:08Ich bin Musiklehrer.
18:10Mit etwas zu viel Gefühl für die kleinen Schüler.
18:14Dazu möchte ich mich nicht äußern.
18:15Ja, das verstehe ich.
18:16Herr Lansfeld, Sie haben gesagt, dass Sie viele Gespräche mit Herrn Wolke geführt haben.
18:21Oh ja. Ein Lichtblick in der Finsternis.
18:24Herr Wolke hat Ihnen doch sicher von seinem Fall erzählt.
18:27Ja, er war da ganz offen. Er sagte immer, wir haben uns nur geholt, was uns zusteht.
18:32Und hätte der Typ gezahlt, dann hätten wir ihn in Ruhe gelassen.
18:36Und er hat tatsächlich wir gesagt? Daran erinnern Sie sich genau?
18:42Weißt du, wenn Sie jetzt so fragen?
18:45Doch.
18:47Doch, er sagte immer wir.
18:49Wer war mit dem wir gemeint?
18:51Keine Ahnung.
18:53Irgendein Helfer.
18:55Wer weiß, ein Kumpel vielleicht.
18:59Hat er den Namen des Kumpels genannt?
19:01Tut mir leid, daran kann ich mich nicht erinnern.
19:12Ich kann mir nicht mehr vorstellen, in der Stadt zu leben.
19:17Ich kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu leben.
19:19Mhm. So verschieden sind die Menschen.
19:25Der...
19:27Andy Wolke hat die Sache damals im Spielclub nicht alleine durchgezogen. Er hatte einen Mittäter.
19:32Wollen Sie mir die gute Laune verderben?
19:35Nein.
19:37Aber er hat den Namen nicht genannt. Aber ich denke, Sie haben gewusst, wer es war.
19:40Er ist zumindest geahnt.
19:42Es ist so ein herrlicher Tag.
19:45Vielleicht der letzte, an dem er noch draußen sitzen kann.
19:48Meine Frau hat das Essen gleich gehandelt.
19:50Das war aber nicht verabredet.
19:52Muss denn bei Ihnen alles verabredet werden?
19:57Sie wollten den Mittäter fassen und deswegen haben Sie die Ermittlungen fortgesetzt.
20:01Sie missbrauchen meine Gastfreundschaft.
20:03Andere hingegen wollten das verhindern.
20:05Und deshalb hat man Ihnen den Fall entzogen.
20:07Wenn Sie alles wissen, warum sind Sie dann noch hier?
20:09Ich weiß nicht, wie weit Sie mit Ihren Ermittlungen gekommen sind.
20:11Ob Ihnen zum Beispiel die Person des Mittäters bekannt war und Sie nur noch die Beweise brauchten?
20:16Haben Sie schon mal drüber nachgedacht, dass es Ihnen so gehen könnte wie mir, wenn Sie sich weiter in diesem
20:20Sumpfgelände bewegen?
20:22Darüber denke ich öfter nach.
20:25Und wenn Sie Schwierigkeiten bekommen, nehmen Sie dann auch Ihren Abschied.
20:30Ich könnte eine Hilfe im Garten gebrauchen.
20:32Ich kann ja nicht nur eine Rose von der Nelke unterscheiden.
20:35Das könnte ich Ihnen zur Not noch beibringen.
20:40Es hat etwas länger gedauert. Entschuldigung. Sie essen noch eine Kleinigkeit.
20:44Gerne.
20:45Bitte nehmen Sie Platz.
20:45Danke.
20:48Dankeschön.
20:54Herr Siska ist noch so ein hartnäckiger Verfechter von Recht und Ordnung.
20:58Ja.
20:58Hat Ihre Frau Ihnen nie gesagt, dass es Wichtigeres gibt, als Verbrecher zu jagen?
21:02Bevor sie mir das sagen konnte, ist sie leider verstorben.
21:07Das tut mir leid. Entschuldigen Sie.
21:10Das haben wir nicht gewusst.
21:12Ja, woher sollten Sie es auch wissen.
21:13Dafür wissen Sie Rosen von Nelken zu unterscheiden.
21:17Guten Appetit.
21:18Danke.
21:19Ich danke dir.
21:24Sie haben es gut.
21:26Beneidenswert gut.
21:29Ja, ich weiß.
21:32Aber Sie sind mit Ihrer Vernehmung noch nicht fertig.
21:35Sie wollen doch noch mehr wissen.
21:43Einer meiner Mitarbeiter hat in den Akten der Staatsanwaltschaft einen Zettel gefunden,
21:47der da wohl eher zufällig hängen geblieben sein dürfte.
21:51Es handelt sich hierbei um eine handschriftliche Notiz unseres Kriminaldirektors.
21:56Er teilt darin dem leitenden Oberstaatsanwalt Dr. Gerber mit,
22:01dass Sie von dem Fall Wolke entbunden wurden.
22:05Danke.
22:10Ist doch eher ungewöhnlich, dass sich der leitende Oberstaatsanwalt
22:13über derartige Personalentscheidungen unterrichten lässt.
22:18Es sei denn, er hat an dieser Entscheidung ein ganz persönliches Interesse gehabt.
22:23Ja, warum sprechen Sie nicht mit ihm?
22:30Ja, warum nicht?
22:38So wohl.
22:44Bitte haben Sie Verständnis, wenn ich mich setze, ja?
22:47Meine Knie machen wir zu schaffen.
22:51Herr Dr. Gerber, wir haben am Telefon miteinander gesprochen.
22:54Und ich sagte Ihnen, dass ich mit dieser Totschlaggeschichte diesen Fall bräuke,
23:00dass ich damit nicht befasst war.
23:04Es geht um diese handschriftliche Notiz unseres Kriminaldirektors.
23:21Aber diese Notiz hat nichts oder fast nichts mit Ihrem Fall Wolke zu tun.
23:28Das hätten Sie bemerken müssen, wenn Sie die Akten aufmerksam gelesen hätten, Herr, äh...
23:33Siska.
23:34Herr Siska.
23:36Diese Notiz betrifft den ausgeschiedenen Hauptkommissar Dobler.
23:40Der mit der Aufklärung des Falls Wolke befasst war.
23:43Der den tatverdächtigen Wolke mit Hilfe körperlicher Gewalt zum Sprech bringen wollte.
23:50Mit dem Fall Dobler habe ich mich befasst.
23:53Und zwar eingehend.
23:56Was immer diesen Mann angetrieben haben mag, hat den Ruf der Exekutive aufs Spiel gesetzt.
24:01Hauptkommissar Dobler stand kurz davor, den Fall Wolke aufzuklären.
24:04Und zwar in vollem Umfang.
24:07Hören Sie mal, junger Mann.
24:09Der Mann, den Sie immer noch Hauptkommissar nennen,
24:15war eine Belastung für die Polizei im Allgemeinen und den Fall Wolke im Besonderen.
24:22Oder glauben Sie, dass die Verteidiger von Wolke diesen Übergriff nicht genutzt hätten,
24:27um die Ermittlungsergebnisse anzufechten?
24:30Ja, in der Luft zu zerfetzen.
24:34Und so den ganzen Prozess zum Platzen zu bringen.
24:39Ich habe es für meine Pflicht gehalten, diese traurige Geschichte bis zum bitteren Ende zu verfolgen.
24:45Hier, den Zettel darf ich Ihnen zurückgeben.
24:47Trotzdem war Hauptkommissar A.D. Dobler einer der fähigsten Ermittler.
24:51Da steht nichts zur Debatte.
24:54Und was den Fall Wolke angeht,
24:57deswegen sind Sie doch gekommen.
25:00Damit war ich, wie schon gesagt, nicht befasst.
25:04Bitte bleiben Sie doch sitzen.
25:09Wie weit sind Sie mit dem neuen Fall?
25:14Falls keine unfeuergesehenen Schwierigkeiten auftauchen, werde ich ihn lösen.
25:19Dazu wünsche ich Ihnen Erfolg.
25:22Danke. Auf Wiederschauen.
25:27Ach, das Foto hier an der Wand, ist das die Kesselbergstraße mit Ihren Serpentinen?
25:34Das?
25:37Das ist die Alphornstraße in Tirol.
25:41Ein Passionsweg.
25:44Alle vier, 500 Meter ein Kreuz.
25:48Wahnsinnige, die sich zu Tode gefahren haben.
25:51Mit Autos und Motorrädern.
25:55Und einer davon war mein Sohn.
26:01Meine Frau ist damit nicht fertig geworden.
26:04Sie lebt in einem Heim.
26:10Wir haben die Erde zu einer Filiale der Hölle gemacht.
26:17Dann gehen wir in Besuch.
26:23Ihr, die ihr eintretet, lasst alle Hoffnung fahren.
26:27Oh, aber wie sind Sie denn drauf?
26:29So hat Dante die Hölle beschrieben.
26:32Wir waren gerade bei einem, der sich das Leben zur Hölle gemacht hat.
26:35Ich muss in der Kantine, Hunger.
26:37Hier, wissen Sie, wer das ist?
26:39Keine Ahnung.
26:40Das ist Markus Gerber.
26:42Wie immer das war er?
26:44Der Sohn des Oberstaatsanwalts.
26:46Ja, wir haben einiges über ihn gespeichert.
26:49Ja, was denn nun? Kantine oder Computer?
26:51Also, ich gehe jetzt zum Computer.
26:53Sie gehen in eine Kantine und besorgen mir was zu essen.
26:55Das nenne ich dann Teamwork.
26:56Das ist doch eine Idee.
26:57Hm?
27:00Äh, Lorenz, nimmst du viel mit?
27:02Tja.
27:03Tja, das alte Lied.
27:05Pfarrers Kinder und Müllers Vieh gedeihen selten oder nie.
27:09Und der Sohn vom Staatsanwalt macht vor keiner Felswand Halt.
27:12Ach, das hätten Sie nicht so brutal sagen müssen.
27:15Ah, Tod an der Felswand ist brutal.
27:17Zeigen Sie mir, was Sie da haben.
27:19Tja, der junge Mann ist ziemlich früh auffällig geworden.
27:24Autodiebstähle, Ladeneinbrüche.
27:25Mit 20 die erste Verurteilung.
27:29Anderthalb Jahre wegen Körperverletzung ausgesetzt zu bewähren.
27:33Zwei Jahre später Überfall auf dem Supermarkt.
27:37Ja, drei Jahre, davon zwei abgesessen.
27:40Danach scheint er sich irgendwie gefangen zu haben.
27:42Bis zu seinem Unfalltod sechs Jahre später ist er nicht mehr in Erscheinung getreten.
27:57So, und für dich? Ich mein, warst du auch so, ich mein, hat's dir gefallen?
28:01Ja, ich war total weg. Hast du's nicht gemerkt?
28:04Ach ja. Weißt du, bei meiner Frau ist es nämlich zu Hause so.
28:07Ja, ja, das ist bei vielen Frauen so. Deswegen kommt ihr ja zu uns.
28:15Ja, hallo, die süße Susi.
28:18Der scharfe Siska hier. Ich steh vor Ihrem Haus. Wann könnten Sie unten sein?
28:23Wieso?
28:24Nicht wieso, wann?
28:26In zehn Minuten.
28:27Ich warte.
28:35Wo fahren wir denn überhaupt hin?
28:37Sie kennen das Lokal.
28:38Ach, ich kenne viele Lokale.
28:40Das ist besonders gut.
29:04Habe ich Ihnen zu viel versprochen?
29:06Tag, Herr Siska.
29:08Kennen wir uns?
29:09Sie haben ihn schon dreimal gehört?
29:11Ach, richtig, ja.
29:14So.
29:15Hier haben Sie also immer gesessen, während Sie auf die Herren der Schöpfung gewartet haben?
29:18Ja und, was ist dabei?
29:20Nichts, gar nichts. Bitte setzen Sie sich doch.
29:23Möchten Sie was trinken?
29:25Ich trinke nur Champagner hier.
29:27Das hätten Sie ja auch denken können.
29:28Ich gebe mein Spesenkonto leider nicht hier.
29:30Zwei Kaffee.
29:31Ah, für mich Cappuccino.
29:32Ist gerade noch drin.
29:34Manche Herren haben sich auch nicht an die Bar gesetzt,
29:36sondern sind gleich ins Kellergeschoss hinabgestiegen,
29:38wo sich die Roulettscheibe gedreht hat.
29:41Bis der Chef des Clubs erschlagen wurde,
29:43weil er dem schönen Andi kein Schutzgeld mehr zahlen wollte.
29:45Aber die Geschichte kennen Sie ja.
29:46Ja, und sie hängt mir zum Hals raus.
29:49Ich habe nichts damit zu tun.
29:50Vergessen wir es.
29:51Ja, aber viel Spaß noch, meine Damen.
29:56Einen schönen guten Tag.
29:58Tag.
30:00Und?
30:01Das kann sich niemand an ihn erinnern.
30:03Das Personal ist auch ziemlich neu.
30:05Fragen wir doch mal unsere Susi.
30:07Den kennen Sie.
30:08Hm?
30:10Markus Gerber.
30:12Dem können Sie nicht mehr schaden.
30:15Ich weiß.
30:17Der ist tot.
30:18Er gehörte zur Beukes Mannschaft.
30:20Wie meinen Sie das?
30:22Er ist mit ihm über die Dörfer gezogen.
30:24Clubs, Bars, Hundekämpfe.
30:26Was noch?
30:29Die haben immer zusammengesessen und haben was ausgebrötet.
30:32Solche Sachen zum Beispiel wie die Schutzgelderpressung.
30:35War Gerber dabei, als der Clubchef erschlagen wurde?
30:39Danke.
30:41Danke.
30:46War er oder war er nicht?
30:48Ich weiß es nicht und es interessiert mich auch nicht.
30:51Trinken Sie doch erstmal.
30:54Nach Wolkes Festnahme sind auch Sie verhört worden von einem Hauptkommissar Dobler.
30:58Der hat Sie doch bestimmt auch nach Gerber gefragt.
31:01Der hat nach vielen gefragt.
31:02Uns interessieren nicht viele, uns interessiert einer.
31:05Er wollte wissen, ob Gerber mitgemacht hat.
31:07Ja und?
31:08Was haben Sie geantwortet?
31:10Ich habe für Wolke anschaffen müssen und erzählt hat er mir gar nichts.
31:13Ich war immer eine Wegwerfbüchse für ihn.
31:16Wann kommt die nächste Freier?
31:18Und drei.
31:19Gut.
31:20Kommen Sie, Herr Stafford.
31:20Die Sitzung ist zu Ende.
31:22Bis später.
31:23Ja.
31:25Und wer zahlt?
31:27Ah ja.
31:27Entschuldigung.
31:31Entschuldigung.
31:34Sie wollen mir erzählen, dass Sie Wolkes Mittäter ermittelt haben.
31:38Markus Gerber, ja.
31:41Der Vorzeigesohn des leitenden Oberstaatsanwalts.
31:44Aber beweisen kann ich so wenig wie Sie damals.
31:47Was Sie nicht zu kümmern braucht.
31:49Sie haben ja nicht den Totschlag an der Roulette-Ratte,
31:51sondern den Mord an dem schönen Andi aufzuklären.
31:54Aber der eine Fall hängt doch mit dem anderen zusammen, da bin ich ganz sicher.
31:57Ich hatte geschworen, mir nie wieder den Kopf über einen Mordfall zu zerbrechen.
32:03Trotzdem, der Einzige, der ein Motiv gehabt hätte, Wolke umzubringen, wäre Markus Gerber gewilltet.
32:09Er müsste Angst haben, dass Wolke umkippt, den aufschliegen lässt.
32:14Aber Gerber ist tot.
32:15Sein Geist schwebt über dem Alphampas.
32:18Was mit seinem Vater?
32:20Der Alte ist eine Mumie des Rechtsstaates, eine Anklagemaschine, ein Justizkadaver.
32:28Hört sich an, als ob Sie ihn nicht besonders mögen würden.
32:31Er ist mit sich selbst geschlagen, das ist Strafe genug.
32:37Na?
32:38Was halten Sie davon?
32:40Haben Sie den selbst gefangen?
32:41Ich schätze mal so sechs, sieben Kilo.
32:44Kleiner Katzenhall.
32:45Im Starnberger See.
32:47Von Fischen haben Sie auch keine Ahnung.
32:49Ein Baller.
32:51Schauen Sie mal.
32:54Es gibt Formen, die so ausgewogen sind, dass man sie nicht verbessern kann.
32:59Vollendet uns schön.
33:02Wenn Sie sagen, ich soll ihn schwimmen lassen, kommt er wieder zurück ins Wasser.
33:06Wenn Sie sagen, ich soll Sie zum Essen einladen, kommt er in den Kochtopf.
33:10Sie haben die Wahl.
33:15In den Kochtopf.
33:18Ich dachte, Sie sagen zurück ins Wasser.
33:37Ich war sicher, dass Sie ihn schwimmen lassen, wenn ich in den Kochtopf sage.
33:40Ein gelungener Kommissarlehrgang macht aus einem Polizisten eben noch keinen Psychologen.
34:08Dann können wir ungestatt miteinander reden.
34:37Dann können wir ungestattet werden.
34:50Sie können Ihrem Sohn nicht mehr helfen.
34:53Nein, nein, Entschuldigung, das ist falsch formuliert.
34:57Sie brauchen es nicht mehr.
35:00Es gibt auch eine Ehre der Toten.
35:03Wenn Sie sich davon etwas vorstellen können.
35:06Es gibt auch eine Stunde der Wahrheit.
35:10Man muss nur wissen, wann sie geschlagen hat.
35:15Was ist Wahrheit?
35:18Das, was wir dafür halten.
35:21Sie halten mich für einen bösen, alten, ränkesüchtigen Mann.
35:26Das ist Ihre Wahrheit.
35:28Hier und heute.
35:30Mehr nicht.
35:34Bevor der Prozess gegen Wolke abgeschlossen war, haben Sie ihr Haus verkauft.
35:39Für 700.000 Mark.
35:42Mehr war es nicht wert.
35:43Nein.
35:44Mehr haben Sie in der Eile nicht dafür bekommen.
35:48Denn Wolke drängte.
35:49Er drohte damit, ihren Sohn auffliegen zu lassen.
35:58Es war unser schlechtes Gewissen.
36:11Wir waren jung und vermessen, meine Frau und ich.
36:19Wir dachten, wir könnten die Welt retten.
36:23Wie viele damals.
36:26Keine Ungerechtigkeit mehr.
36:28Keine Ungleichheit.
36:30Keine Unterdrückung.
36:32Die Sache der Menschheit war unser Anliegen.
36:35Darunter taten wir es nicht.
36:40Und vergaßen dabei den kleinen Jungen, der uns gebraucht hätte.
36:50Er hat sich seinen Lebensweg dann von anderen zeigen lassen.
36:59Wir haben gezahlt, weil wir dachten, wir könnten etwas wiedergutmachen.
37:07Wie lief die Sache ab?
37:10Wolkes Anwalt machte das Angebot.
37:13Eine Million für das Schweigen seines Mandanten.
37:17Was nach dem Hausverkauf fehlte, das haben wir von der Bank geliehen.
37:23Und Hauptkommissar Dobler, der Ihrem Sohn auf der Spur war, wurde ausgebremst.
37:28Er selbst hatte mit seiner Attacke gegen Wolke den bestmöglichen Vorwand geliefert.
37:43Haben Sie eine Ahnung, wo das Geld jetzt sein könnte?
37:48In einem Bankfach, auf einem Konto, ich weiß es nicht.
37:55Ich bekam die Anweisung, das Geld zu einem Treffpunkt zu bringen,
37:58wo es von einem Abholer entgegengenommen wurde, der eine vereinbarte Zahl machte.
38:03Wer war der Abholer?
38:05Eine junge Frau.
38:08Schlank, blond, um die 30?
38:12Sie trug einen Hut mit Schleier.
38:17Wer außer Ihrer Frau hat noch von dem Deal gewusst?
38:20Nur mein Sohn.
38:24Und der hat mich ausgelacht.
38:29Sie dürfen es auch.
38:57Frau Schulke?
39:07Die Dame, die Sie besuchen wollen, ist verreist.
39:11Wissen Sie das genau?
39:13Na, wenn ein Mensch die Wohnung im Koffer verlässt.
39:17Schade.
39:18Sie haben doch sowas nicht nötig.
39:21Sie kriegen doch überall was.
39:23Aber keiner macht so schöne Sachen.
39:26Das würde ich erst mal ausprobieren.
39:31Vielen Dank für das Angebot.
39:35Vielleicht beim nächsten Mal.
39:37Sie sind nicht gemeint.
39:39Diese Jungspunde, was bilden Sie sich eigentlich ein?
39:42Wiederschauen.
39:51Zur Fahndung ausschreiben.
39:53Name, Schulke Susanne.
39:56Alter, 31.
39:57Schlank, blond.
39:58Kennzeichen Ihres Wagens ist München.
40:00LS 236.
40:02Ein dunkelblauer Nissan.
40:03Gibt es Fotos?
40:04Die werden nachgeliefert.
40:06Hinweise auch an alle Banken und Sparkassen.
40:08Ende.
40:10So.
40:11Mal angenommen, die Susanne Schulke hat das Geld,
40:13das sie von Oberstaatsenwald Gerber bekommen hat,
40:15nicht weitergeleitet.
40:18Und als es der schöne Andi haben wollte?
40:21Hat sie abgedrückt.
40:22Das glaube ich eben nicht.
40:24Das war der Schuss eines Profis.
40:26Das muss jemand aus dem Milieu gewesen sein.
40:28Jemand, der jetzt was abhaben will.
40:30Ja, vielleicht hat sie sich ja deswegen davon gemacht.
40:33Möglicherweise.
40:34Und ich dachte schon, die hätte vor uns Angst.
40:36Die doch nicht.
40:45Oberstaatsanwalt Gerber hat seinen Rücktritt eingereicht.
40:48Sagen Sie so, als hätten Sie gerade seine Todesanzeige gelesen.
40:50Mir tut das leid, trotz allem.
40:52Naja, vielleicht ist es ja richtig so.
40:54Ach, hier ist ein Fax für Sie gekommen.
40:57Seltsamer Inhalt.
40:59Waller, gespickt, gedünstet, heute Abend, 19 Uhr.
41:02Legere Kleidung.
41:03Keine Unterschrift, ist das eine verschlüsselte Nachricht?
41:07Ja, sofort an den Verfassungsschutz weiterleiten, ja?
41:10Aha.
41:12Kenn ich die Dame?
41:17Danke.
41:19Das andere nehmen Sie bitte selber.
41:21Ja, und wir auch den können.
41:23Ich finde, du solltest Herrn Siska die Wahrheit sagen.
41:29Die soll er selber herausfinden.
41:32Herr Siska hat alle Kommissarlegänge bestanden.
41:35Ja.
41:37Vertragen Sie die Wahrheit?
41:40Ich bin haut im Nehmen.
41:42Bist du sicher?
41:43Den Waller.
41:45Den haben Sie doch nicht selbst gefragt.
41:46Den haben Sie doch im Fischgeschäft gekauft, oder?
41:52Wie haben Sie das herausgekommen?
41:54Psychologie.
41:56Mein Kompliment.
41:57Nein, nein.
41:59Sie hatten weder in der Hütte noch im Boot ein Netz.
42:01Nein.
42:01Einen Waller fängt man mit der Angel oder mit der Reuse.
42:04Sie hatten weder eine Angel noch eine Reuse.
42:07So, ich möchte gerne mit Ihnen anstoßen.
42:10Okay.
42:12Bin gern bei Ihnen.
42:14Wir haben Sie gern bei uns.
42:21Sehr gut.
42:23Guten Appetit.
42:25Danke gleichfalls.
42:31Das ist fantastisch.
42:33Das freut mich.
42:37Wenn Sie keine Fische fangen, wie sollen Sie damit gespacht?
42:43Er hat Erkundigungen eingezogen.
42:47Nein, nein.
42:49Es ist die Hütte.
42:51Wenn man morgens so da sitzt und zuschaut, wie die Wasservögel auffliegen.
42:54Oder abends, wenn die Nebel kommen.
42:57Der Traum eines großen Jungen.
43:00Ja.
43:01Ich brauche nicht mehr.
43:05Ich habe einen Schachcomputer und ein altes, zerbeultes Auto.
43:08Aber du fährst meins.
43:09Und das ist neu.
43:15Ich muss Ihnen jetzt was erzählen, das passt vielleicht nicht so gut.
43:17So Waller mit Kaper und Sauce sind.
43:19Dann lass es.
43:20Ich höre manchmal den Polizeifunk ab.
43:23Er ist eine dumme Angewohnheit von mir.
43:25Ich will doch damit gar nichts mehr zu tun haben.
43:29Na ja, so jedenfalls eines Tages höre ich,
43:31dass ein Motorradfahrer gegen einen Felsen am Alper und Pass gerast ist
43:36und halb verblutet im Krankenhaus eingeliefert wird.
43:39Wir haben auch den Namen genannt.
43:43Ich bin hingefahren.
43:44Ich weiß eigentlich gar nicht, warum.
43:47Na ja, so jedenfalls auf dem Gang
43:48kommt mir der gebrochene Herr Oberstaatsanwalt entgegen mit seiner Frau.
43:54Der Junge hat es mit seiner letzten Kraft geschafft,
43:56seine Eltern aus dem Zimmer zu schicken.
43:59Er wollte allein sterben.
44:05Haben Sie den Jungen noch gesehen?
44:09Aber da war er schon tot.
44:13Er hatte ein Lächeln auf dem Gesicht.
44:16Er hatte gesiegt.
44:23Na Prost, trink doch mal.
44:29Zum Wohl.
44:34Ja?
44:37Frau Schulke.
44:38Oh, sehr schön.
44:40Danke, ich brauche Sie nicht mehr.
44:45Nehmen Sie Platz.
44:51Ich habe viel von Ihnen gehört.
44:53Auch was Gutes?
44:54Das vor allem.
44:55Kann ich Ihnen etwas anbieten?
44:57Oh, nee, danke.
44:58Mir ist schlecht.
44:59Mir schlägt alles auf den Magen.
45:00Oh ja, das kenne ich.
45:02Das geht mir genauso.
45:03Bei der kleinsten Aufregung.
45:06Meine Kollegen glauben immer, ich wäre robust.
45:09Sie meinen, Sie können mir alles zumuten.
45:11Aber dabei bin ich hochsensibel.
45:14Ich vertrage kein böses Wort.
45:17Da werde ich sofort.
45:18Ja, ja.
45:19Jetzt kommen Sie mir ja nicht mit dieser sentimentalen Masche so von wegen,
45:22mach mich nicht traurig.
45:24Erzähl mir, was du weißt.
45:26Und?
45:27Was wissen Sie?
45:28Gar nichts.
45:31Morgen.
45:32Morgen.
45:33Ah, willkommen im Club.
45:36Und, habe ich was versäumt?
45:38Wir sind doch ganz am Anfang.
45:40Wir wissen noch nicht einmal, was Sie an der Tankstelle Hasselberg gesucht haben.
45:44Da ist sie festgenommen worden?
45:45Heute früh, 8.30 Uhr.
45:47Ja, dann erzählen Sie mal.
45:51Was sucht man wohl bei einer Tankstelle?
45:53Eine Zapfsäule oder ein Klo?
45:56Ja, die Antwort ist überzeugend.
45:59Was ist im Wagen gefunden worden?
46:01Weder Geld noch Wertsachen.
46:04Tresor, Schließfachschlüsse?
46:05Nichts.
46:07Als der schöne Andi vor vier Jahren vor Gericht stand, haben Sie für ihn ein Geldpaket in Empfang genommen.
46:11Wer sagt das?
46:13Ja oder nein?
46:14Ja.
46:15Eben.
46:16Sie sollten es für ihn aufheben, bis er seine Zeit abgesessen hat.
46:20Wo befindet sich das Geld jetzt?
46:21Ich weiß es nicht.
46:23Ich sollte es in die Schweiz bringen, in ein Bankschließfach.
46:26Aber auf der Fahrt dorthin hat mich ein Wagen von der Straße gedrängt.
46:30Es ist ein Typ gekommen, hat die Tür aufgerissen und das Geld gegriffen.
46:33Haben Sie das so Herrn Wolke erzählt?
46:36Ja, aber er hat es mir nicht geglaubt.
46:38Das kann ich verstehen.
46:41Nehmen wir einmal an, es hätte diesen Mann gegeben.
46:44Erinnern Sie sich, wie er ausgesehen hat?
46:46Ja.
46:47Ich habe es sogar fast geglaubt.
46:50Ja, was?
46:51Ja, das könnte derselbe gewesen sein, der dann Andi erschossen hat.
46:54Wie kommt es denn darauf?
46:55Ja, er hatte dieses Tuch vorm Gesicht, dieses Motorradtuch.
46:58Es war dunkel, aber ich habe es gesehen.
47:02Haben Sie damals irgendjemandem von dem Geld erzählt?
47:05Nein.
47:07Gut.
47:08Anne, sie bleibt hier.
47:10Ja, zu Ihrer eigenen Sicherheit.
47:15Ich habe jemanden zum Abholen.
47:17Nein, eine junge Dame.
47:36Guten Tag, Herr Dr. Gerber.
47:41Herr Siska.
47:44Haben Sie sich das hier als Altersrufesitz ausgesucht?
47:48Ich möchte in der Nähe meiner Frau sein.
47:52Sie kann das Heim nicht mehr verlassen.
47:59Darf ich mich setzen?
48:02Bitte?
48:03Ob ich mich setzen darf?
48:06Danke.
48:12Herr Dr. Gerber, als Sie der jungen Frau mit dem Schleier das Geldpaket übergeben haben,
48:18hatten Sie da das Gefühl, beobachtet zu werden?
48:24Die Übergabe fand in der Nativgarage statt.
48:30Die Frau ist dann gleich mit dem Wagen weggefahren.
48:35Kurz darauf startete ein zweiter Wagen.
48:39Ich dachte, eine Art Begleitschutz.
48:47Erinnern Sie sich noch an den Tag der Übergabe?
48:50Ich meine, das genaue Datum wird mir sehr helfen.
48:54Ja, es war der Geburtstag meines Vaters.
48:58Der 12. Juni.
49:00Der 13. Juni.
49:10Der 14. Juni.
49:12Und die Frau flogstDIE.
49:24Wir stehen advone der Überlegative.
49:38Herr Siska!
49:39Frau Dobler, ist jemand zu Hause?
49:41Der sitzt an seinem Schachcomputer.
49:43Hoffentlich ist er am Gewinn.
49:44Mein Kollege Wiegand.
49:45Na, der wird sich freuen, dass Sie ihn mal wieder besuchen.
49:49Wir möchten ihn ganz gerne allein sprechen.
49:52Ja, natürlich, bitte.
49:53Kommen Sie.
49:56Kommen Sie.
49:57Danke.
49:58Bitteschön.
50:00Unser Herr Siska ist da.
50:06Wenn ich mit meiner Frau spiele und verliere,
50:11dann hat sie tröstende Worte für mich.
50:13Aber das Ding hier bleibt kalt und stamm.
50:18Was gibt's denn?
50:19Wir wollen den Fall Wolke zum Abschluss bringen.
50:22Beide Fälle Wolke.
50:25Beide?
50:26Das kann ja länger dauern.
50:27Warum nehmen Sie nicht Platz?
50:35Ich habe lange nach einer Erklärung gesucht, warum sich der selbstbewusste Kommissar Dobler
50:39den Fall Wolke so einfach hat wegnehmen lassen.
50:44Warum er nicht auf eigene Faust weitergemacht hat.
50:47Er hatte genug in der Hand.
50:52Und es wäre ihm sicher ein Vergnügen gewesen, am Ende den Sohn des leitenden Oberstaatsanwalts als Mithäter zu präsentieren.
51:04Jetzt glaube ich, eine Antwort gefunden zu haben.
51:14Hauptkommissar Dobler hat weiter ermittelt.
51:20Und am Ende hatte er alles, was er brauchte.
51:26Den Mithäter Gerber,
51:28das Schweigeabkommen zwischen dem Oberstaatsanwalt und Wolke
51:34und die Millionen.
51:37Möchten Sie auch?
51:38Ja, danke.
51:40Danke.
51:44Ich sagte Ihnen doch schon, Sie sind kein Psychologe.
51:48Nachdem ich den Fall los war, hatte ich nur eins, nämlich die Schnauze gründlich voll.
51:52Prost!
51:58Am 12. Juni vor vier Jahren
52:01wurde Susi Schulke bei der Übergabe des Schweigegeldes beobachtet.
52:04Und 24 Stunden später
52:06auf der wurden Sie Autobahn von der Fahrbahn gedrängt und beraubt.
52:10Wenn Sie das ermittelt haben, dann wird das wohl stimmen.
52:13Die Frage ist nur, ob es mich interessiert.
52:17Zwei Wochen später
52:18haben Sie mit der Million in der Hinterhand
52:20Ihren Dienst quittiert
52:23und Ihrer Frau,
52:24Sie konnten es sich leisten,
52:27zwei Kosmetikgeschäfte eingerichtet.
52:30Erinnern Sie sich,
52:31was man uns auf den Kommissar-Lehrgängen beigebracht hat?
52:33Die besten Schlussfolgerungen taugen nichts,
52:35wenn man sie nicht beweisen kann.
52:42Das ist das Geschoss,
52:45mit dem im Apartment
52:46von Susi
52:49Wolkes Kopf durchlöchert wurde.
52:57Die ballistische Untersuchung hat ergeben,
53:00dass es aus der gleichen Waffe abgefeuert wurde,
53:03mit der fünf Jahre vorher
53:05der älteste der Stroneck-Brüder erschossen wurde.
53:15Hauptkommissar Dobl hatte damals in Notwehr gehandelt.
53:17Es war seine Waffe.
53:19Und als er seinen Dienst quittierte,
53:20meldete er sie als verloren
53:23und behielt sie.
53:26Für alle Fälle.
53:47Möchten Sie es vielleicht auch haben?
53:50Gerne, danke.
54:06Warum haben Sie Wolke erschossen?
54:11Er war ein gescheiter Junge.
54:15Er hätte an seinen Fünffingern abzählen können,
54:18dass es nur einen gab,
54:19der von seinem Geldsegen wusste.
54:22Der cleverer Hauptkommissar,
54:24der alle Fähne in der Hand hielt.
54:29Warum?
54:32Ich hatte,
54:36ja,
54:38ich hatte es für meine Frau getan.
54:48Er erzählt jetzt die Geschichte zu Ende.
54:58Machen Sie keine Dummheiten.
55:01Sie haben keine Chance.
55:04Machen Sie die Tür auf.
55:08Krass.
55:14Kleenblein.
55:15Waffen runter.
55:17Waffen runter.
55:19Langsatz zurückziehen.
55:30Lola.
55:32Was?
55:33Was ist das?
55:34Was soll das?
55:36Meine Frau hat von allem nichts gewusst.
55:38Machen Sie sich jetzt noch unglücklicher.
55:40Doma.
55:41Jetzt klären Sie mich noch wieder auf.
55:43Nicht jetzt, Frau Lola.
55:43Nicht jetzt.
55:44Doma.
55:45Sie können die Dinge nicht ungeschehen machen.
55:47Denken Sie an Ihre Frau.
55:48Dobla.
55:51Sind Sie wahnsinnig?
55:53Oh Gott.
55:55Wiegand.
56:18Jetzt haben Sie den Woller doch mit Netz gefangen.
56:28Mit.
56:46Machen Sie.
56:49Machen Sie.
56:59Es ist so schön, mit dir haltet.
57:04Oh, Gott.
57:15Oh, Gott.
57:18Oh, Gott.
57:20Oh, Gott.
57:29Oh, Gott.
57:30Ja, okay.
57:34Oh, Gott.
57:40Oh, Gott.
57:44Oh, Gott.
57:48Oh, Gott.
57:50Oh, Gott.
57:51Oh, Gott.
57:52Oh, Gott.
57:53Oh, Gott.
58:02Oh, Gott.
58:15Oh, Gott.
58:19Oh, Gott.
58:30Oh, Gott.
59:04Untertitelung des ZDF, 2020
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