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  • vor 21 Stunden
Bürgermeister Wöller wähnt sich am Ziel seiner Träume: Kloster Kaltenthal soll bis zum Monatsende geräumt sein. Die Einspruchsfrist ist scheinbar abgelaufen und das Gegen-Gutachten des Landeskonservators wurde von der Baubehörde abgelehnt. Doch Schwester Lotte lässt sich nicht so schnell kleinkriegen. Die Nonnen räumen fristgerecht das Gebäude und ziehen in Wöllers trautes Heim ein. Als dieser abends müde nach Hause kommt, traut er seinen Augen nicht – das ganze Haus ist voller Nonnen!
Polizist Meier hat ganz andere Probleme. Seine Oma will ihn unbedingt als Kandidaten in einer Quiz-Sendung unterbringen. Sie droht sogar, Meier zu enterben, wenn er nicht teilnimmt. Auch Wöller ist von der Idee begeistert, er hofft auf Publicity für sein Kaltenthal. Er droht Meier, ihn wegen Fahrerflucht und mutwilliger Tötung von Mausi anzuzeigen, sollte er nicht teilnehmen. Der junge Polizist hat keine Wahl und muss dann auch noch Wöller ertragen, der ihn in den verbleibenden Stunden bis zur Quiz-Show wissenstechnisch fit machen will. (Text: ARD)

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Transkript
00:00Schwester, ich bin Ihnen doch keine Rechenschaft schuldig, also bitte.
00:04Nicht nur wir haben unter der wirtschaftlichen Situation im Lande zu leiden, auch kirchenweit.
00:10Ist das Spendenaufkommen drastisch gesunken.
00:13Dazu kommt die Krise im Gesundheitswesen.
00:16Die Schließung von Heimen unseres Ordens.
00:19In Ermangelung staatlicher Zuschüsse.
00:21Also kurz, wir werden nicht darum herumkommen, auch die Lage von Kloster Kaltental kritisch zu überprüfen.
00:27Was hat sie gesagt?
00:29Psst, wir tragen uns doch hier in Kaltental selbst und verursachen keine weiteren Kosten für den Orden.
00:35Ganz im Gegenteil, wir werden demnächst sogar Gewinne erzielen und werden sie dann in die Ordenskasse einzahlen.
00:40Aha, wie viel zum Beispiel?
00:42Ja, wenn wir die Auflagen der Gemeinde erfüllen, was die Sanierung angeht,
00:47und wenn dann die Dreharbeiten zu Tagebuch einer Nonne beginnen, dann denke ich schon, dass wir...
00:51Ob aus diesem cineastischen Werk je etwas wird, wage ich zu bezweifeln.
00:56Noch ist mir kein Drehbuch vorgelegt worden.
00:59Und bei aller Liebe, Schwester, von dem bisschen, das Sie in Kaltental abzweigen, kann ich nicht mal die Telefonrechnung bezahlen.
01:06Nein, nein, nein, nein.
01:08Da sind ganz andere, einschneidendere Maßnahmen notwendig.
01:13Also, ich werde Sie zu gegebener Zeit über meine Entscheidungen informieren.
01:18Aber doch nicht jetzt, wo...
01:19Gelobt sei Jesus Christus.
01:37Hab ich's nicht gesagt?
01:38Sie ist scharf auf die vier Millionen von Wöller und Huber.
01:41Sie kann doch nicht alle Klöster schließen.
01:43Was?
01:44Wer will schießen?
01:46Nicht schießen, schließen!
01:49Verkaufen, das wird ja immer schlimmer mit deinen Ohren.
01:52Ich höre blendend.
01:53Aber du nuschelst immer so.
01:57Was auch immer Sie hierher geführt haben mag, bitte nicht, Herr Mayer.
02:00Wir sind hier in einer wichtigen Besprechung und haben keine Zeit.
02:03Die Zeit werden Sie sich nehmen müssen.
02:05Das Kloster muss bis zum Monatsende geräumt sein.
02:08Um Gottes Willen, das ist ja schon froh.
02:10Das kann doch nicht wahr sein.
02:11Was hat er geträumt?
02:12Nicht geträumt, geräumt.
02:14Wir sollen ausziehen, fortweg, raus.
02:16Da die Einspruchsfrist am 17. abgelaufen ist
02:18und das Gegengutachten von Professor Landeskonservator,
02:20Professor Dr. Dr. Henfling von der zuständigen Behörde
02:23nicht akzeptiert werden konnte,
02:25ist jede weitere Nutzung der baulichen Einrichtung zu unterlassen.
02:27Soll das ein Scherz sein?
02:28Leider nein.
02:29Und Sie müssen mir den Empfang des Bescheids schriftlich bestätigen.
02:32Das werde ich nicht.
02:33Das muss mir schon Herr Wöller und der gesamte Gemeinderat persönlich übergeben.
02:36Wollen Sie nicht die Mutter Oberin einschalten?
02:38Mimedzwillen, das ist ja nur Wasser auf Ihre Mühlen.
02:40Weil wenn wir ausziehen müssen, wo sollen wir denn hingehen?
02:42Jetzt wart ab.
02:44Schwester Lotte lässt sich nicht so schnell unterkriegen.
02:46Genau.
02:46Und ihr macht weiter so, als ob nichts wäre.
02:49Moment.
02:50Schwester, da wäre noch etwas Persönliches.
02:52Als ob nichts wäre?
02:53Man kann doch nicht dauernd den Kopf in den Sand stecken.
02:55Und wie es der Teufel will,
02:57kommt Oma damit auch noch durch bei der Redaktion von der Sendung
02:59und stellt mich vor vollendete Tatsachen.
03:02Warum haben Sie denn nicht einfach abgesagt?
03:04Das kann ich nicht.
03:05Sonst kriegt das Haus mein Schwager, hat sie gesagt.
03:07Wo ich alles renoviert habe, am Wochenende und nach Feierabend.
03:11Bitte, Sie müssen Oma das ausreden.
03:14Auf Sie hört sie.
03:15Herr Mayer, was soll ich denn noch alles tun?
03:17Gerade jetzt, wo es um meine Existenz geht.
03:19Um meine auch.
03:21Ich bin bereit, gegebenenfalls zu konvertieren.
03:27Nein, Herr Mayer, so weit muss es nicht gehen.
03:29Es ist nur, wenn ich da hin muss, vor allen Leuten, das überlebe ich nicht.
03:34Wann ist denn diese Show?
03:35Na, morgen Abend um 19 Uhr.
03:38Was? Und da kommen Sie erst jetzt zu mir?
03:39Ich habe gedacht, ich kriege die Oma doch noch rum.
03:42Die ist ja stur wie eine Dampfwalze.
03:44Es ist nur gut, dass sonst noch keiner was weiß in der Stadt.
03:47Na gut.
03:48Ich schaue mal, was ich tun kann.
03:54Danke.
03:57Aber versprechen kann ich nichts.
04:06Ich bin's, Elsbeth.
04:07Ich habe scheiß Leute rumgekriegt.
04:08Sie kommt zu euch nach Hause.
04:09Sieht zu, dass Oma zu Hause bleibt.
04:12Ja.
04:14Was?
04:14Und wo ist sie hin?
04:24Danke, Frau Mayer.
04:26Wie geht's?
04:26Wie steht's?
04:27Immer noch Mutter auf den Beinen?
04:29So Mutter wie du bin ich schon zwei heute.
04:46Lasst euch nicht stören.
04:48Ich will gerade zum Bürgermeister.
04:50Ja, tut mir leid, Frau Mayer.
04:52Aber der Herr Bürgermeister ist gerade in einer Besprechung mit dem Oppositionsführer.
04:57Und wo soll das sein?
04:59Nein, nein, da können Sie nicht stören.
05:00Aber vielleicht kann ich Ihnen ja helfen.
05:03Nein, können Sie nicht.
05:05Aber eher einer Blusen können Sie zuknüpfen.
05:08Damit Sie ihn auch nicht verkühlen, gell?
05:11Und du?
05:12Du bist ja der Bub von Michels, oder?
05:14Ja, warum?
05:16Ja, weißt du, dass du mit einer verheirateten Frau anbandelst.
05:19Bitte, Frau Mayer, jetzt machen Sie keine Staatsaffäre daraus.
05:22Der Herr Michels und ich sind lediglich...
05:24...befreundet.
05:25Und morgen ist der Abschlussball unseres Tanzkurses.
05:28Ach so ist es.
05:31Wenn ich es dir sage, das Ultimo müssen die Nonnen aus dem Kloster sein.
05:36Sonst rückt morgen die Polizei an mit einer Hundertschaft und Wasserwerfern, falls nötig.
05:40Also es ist mir egal, wer dann Oberwill ist.
05:42Aber eigentlich steht fest.
05:44Auf Knien wird sie angerutscht kommen und uns anfliehen, ihre unbewohnbare Ruine abzunehmen.
05:49Aber zum halben Preis, versteht sich.
05:50Also vier Millionen ist nicht mehr.
05:52Genau.
05:53Also sagen Sie mir, Frau Labe, was soll denn diese Herrschaften...
05:55Moment, ja?
05:56Also machen Sie die Tür zu, und zwar von außen, ja?
05:59Machen Sie die Tür zu.
06:00Moment, ich muss gar nicht reden, mit dir da reden, Herr Wöller.
06:03Ach du, ich rufe dich zurück.
06:05Hier geht es wieder mal zu wie im Affenkäfig in Hellerbrunn.
06:07Servus.
06:08So, also falls Sie gekommen sein sollten, um für Ihren Enkelsohn, den Wachtmeister, eine Lanze brechen zu wollen, können Sie
06:14gleich wieder gehen.
06:15Frau Labe, zeigen Sie der Frau Mayer, was es angeht.
06:17Bevor Sie Ihren Mund so vollnehmen, jetzt lesen Sie doch zuerst einmal den Brief da her.
06:23Da.
06:28Fernsehen?
06:28Ja, genau. Und zwar von der Redaktion, die immer das Quitz macht, wo man eine Million gewinnen kann.
06:34Ja, die schaue ich mir nie an.
06:35Also, wir freuen uns, Ihnen mitteilen zu können, dass Sie als Teilnehmer unserer Show akzeptiert sind und möchten Sie bitten,
06:41am 17.07. und 16.00 Uhr, Studie 8.07.
06:44Ja, das ist ja schon morgen.
06:45Ja, das sage ich ja.
06:46Ja, was sagt man denn dazu?
06:49Wachtmeister Mayer als Kandidat in Dreimaldasturaten.
06:52Ja, aber...
06:53Also pass auf, Sie rufen sofort...
06:54Ja, ja.
06:55Moment, Sie rufen sofort hier im Lokalblatt an und machen einen Termin.
06:59Ja, das muss auf die Titelseite.
07:00Kalten, Thaler Bürger, ja, verdienter Wachtmeister, Familienverhältnis, was weiß ich.
07:03Er will gar nicht hin.
07:06Was?
07:07Er will gar nicht hin.
07:09Er sträubt Sie mit Händen und Füßen.
07:11Ja, warum hat er sich denn dann angemeldet, wenn er gar nicht hin will?
07:14Genau.
07:14Das war ja nicht er, das war ich.
07:16Ach so.
07:17Ja, aber ich bin ein Freund für sowas.
07:19Ich rate halt noch gerne ein bisschen mit.
07:23Aber so gescheit, wie die zwei Neuen, die das letzte Mal mitgemacht haben, so gescheit
07:27ist mein Anton immer noch.
07:29Also ich bin jetzt eine Stunde weg.
07:31Kommen Sie, Frau Mayer.
07:32Ich meine, das wäre doch gelacht, wenn wir ihn nicht auf Vordermann kriegen würden.
07:36Genau, genau.
07:36Gemeinsam.
07:37Aber die Gemeinderatssitzung...
07:38Ja, das ist nicht so wichtig.
07:39Ich meine, so eine Pappisse, die kann man sich doch nicht hingehen lassen.
07:42Nein, nein.
07:42Und machen Sie uns einen Fototermin bei diesem Heide vom Lokalblatt, ja?
07:45Fototermin?
07:45Am besten, ja, genau.
07:46Da gehe ich auch mit ihm.
07:47Zwölfer mittags, sei auch so.
07:49Frau Mayer, die Tasche.
07:51Nebe ich.
07:52Ist okay.
07:53Frau Mayer, bitte schön.
07:55Geht's?
08:01Ah, grüß Gott, Schwester Lotte.
08:03Ah, die hoch ehrwürdige Schwester Lotte.
08:07Entdecke ich da einen Haufen Resignation und Frust in Ihren Zügen?
08:10Sie freuen sich zu früh, Herr Wöller.
08:12Was Sie in meinem Gesicht entdeckt haben wollen, ist weder Frust noch Resignation, sondern Abscheu.
08:17Und tiefe Verachtung für Ihr Verhalten.
08:19Ach so sieht das aus.
08:21Wen haben Sie denn diesmal wieder geschmiert?
08:22Damit Sie durchgekommen sind mit unserer Vertreibung aus dem Paradies.
08:25Vorsichtig, Schwester, mit solchen Verdächtigungen.
08:27Sie sprechen vor Zeugen.
08:29Oh, Frau Mayer.
08:31Sie werden doch Herrn Wöller nicht etwa von der Quizshow verraten haben.
08:34Doch, warum?
08:35Woher wissen Sie denn das?
08:36Ihr jugendlicher Held von einem Enkel wird sich im Kloster ausgeheult haben.
08:39Was sonst?
08:40Lassen Sie die alte Dame in Frieden.
08:42Ich finde es unfair, dass Sie Ihren Enkel erpressen wollen, ihn zu enterben.
08:45Also, so was müssen Sie sich nicht anhören.
08:47Kommen Sie vor.
08:48Das muss ich nicht, nein.
08:51Heißt das, dass Sie bei der Sitzung nicht dabei sind?
08:53Richtig.
08:54Der Beschluss der Baupolizei steht, da können auch Sie nichts mehr dran ändern.
08:58So, wir steigen einfach mal.
09:01Ich glaube, du bist über die Tragweite nicht ganz entklaren.
09:05Oma Mayer hat uns gesehen, wie wir zusammen getanzt haben.
09:08Und wenn Oma Mayer das weiß, dann weiß es morgen ganz Kaltenthal.
09:12Und spätestens übermorgen steht mein Willi bei dir unten im Archiv, faltet dich zusammen
09:16und legt dich unter erledigt ab.
09:18Du, ich muss jetzt Schluss machen.
09:20Nein, wir lassen den Ball ausfallen.
09:23Grüß Gott, Frau Labern.
09:25Haben Sie das Schreiben von der Baupolizei gesehen?
09:27Ja.
09:28Und Herr Wöller ist damit herumgetanzt wie ein Frosch auf einer heißen Kartoffel
09:31und hat dazu die Wacht am Rhein gesungen.
09:33Meinen Sie, wir haben eine Chance, wenn wir Widerspruch einlegen?
09:36Ich weiß nicht.
09:38Selbst wenn Sie es schaffen, dauert es mindestens zwei bis drei Wochen,
09:41bis es durch alle Instanzen ist.
09:42Aber falls Ihre Mutter Oberin den Bischof Rossbau dazu kriegen könnte,
09:48mit unserem Landesvater, sagen wir mal, zum Essen zu gehen
09:51und ihn in ihrem Sinne zu bearbeiten,
09:54dann stehen die Chancen vielleicht besser.
09:57Na, warum nicht?
09:58Die Mutter Oberin darf nichts davon erfahren.
10:00Sonst ist sie imstande und nimmt das Angebot der Gemeinde an und verkauft.
10:04Was?
10:06Herr Wöller hat eine Kopie der Verfügung gestern höchstpersönlich zur Post getragen.
10:11Oh nein.
10:12Oh ja.
10:14Und die Schwester setzt sich auf seinen Schoß.
10:17Oh Gott.
10:19Nein.
10:20Schwester Hildegard!
10:29Ja?
10:32Sagen Sie bitte alle Termine ab 15 Uhr ab.
10:35Wir fahren nach Kaltenthal.
10:37Aber um drei ist doch Ihre Beichte bei seiner Exzellenz.
10:40Ich weiß aber, dass sie hat Vorrang.
10:43Meine unsterbliche Seele wird sich etwas gedulden müssen,
10:46Ihre Schuldenlast loszuwerden.
10:49Haben Sie das gelesen?
10:51Der Brief war an Sie persönlich gerichtet.
10:53Und vertraulich.
10:54Eben deshalb frage ich ja.
10:58Oder bringen Sie tatsächlich diese übermenschliche Willenskraft auf,
11:03einer solchen Verlockung zu widerstehen?
11:05Ja, wenn Sie mich so fragen.
11:12Was soll ich machen, Schwester?
11:16Nutzungsuntersagung.
11:24Niedrigenfalls Räumung des Klosters durch die Polizei.
11:28Eine sinnlose Immobilie, die nichts als Kosten verursachen wird.
11:33In dieser angespannten finanziellen Situation.
11:36Weiter mitschleppen?
11:37Nur aus Prinzip?
11:41Oder auf die Prinzipien pfeifen und verkaufen.
11:45Und mit den Millionen die Löcher stopfen.
11:47Überall.
11:51Na, was meinen Sie?
11:52Was würden Sie tun?
11:53Oder besser gesagt, die Heldin in Ihrem Film?
11:56Es geht doch nicht nur ums Prinzip.
11:58Schwester Lotte und die anderen in Kaltenthal würden das nie verstehen.
12:02Das habe ich Sie nicht gefragt.
12:03Das weiß ich selbst.
12:04Ich habe gefragt, was würde die Heldin in Ihrem Film...
12:07Es wird keinen Film geben.
12:09Aha.
12:10Ich habe heute die erste Drehbuchfassung gekriegt.
12:13Das heißt, Herr Stolper hat sie für mich organisiert,
12:15weil diese Produktionsfirma mich schon seit Wochen hinhält.
12:19Und jetzt weiß ich auch warum.
12:23Mutter, es ist furchtbar.
12:25Aber jetzt geben Sie doch nicht gleich auf.
12:27Ein bisschen künstlerische Freiheit hier und da.
12:30Wird doch erlaubt sein, oder?
12:32Das sind keine künstlerischen Freiheiten.
12:34Nein?
12:34Das ist erbärmlicher Kitsch und Sex.
12:39Wie bitte?
12:40Ja.
12:42Und den Titel wollen Sie auch noch ändern.
12:44Der Arzt und die Nonne.
12:47Darf ich das Werk vielleicht auch einmal in Augenschein nehmen?
12:51Wenn Sie sich das antun wollen.
13:01Barbara!
13:04Hallo!
13:17Wieder nichts?
13:18Leider nein.
13:20Und jetzt habe ich alle Arztpraxen durch in Kaltenthal.
13:22So ein Mist.
13:24Bei uns ist auch die Katastrophe am Laufen.
13:27Der Wöller hat es geschafft.
13:28Wir müssen ausziehen.
13:29Ausziehen?
13:30Aus unserem Kloster?
13:31Ja.
13:33Schwester Lotte will zwar den Gemeinderat mobilisieren
13:35und vielleicht passiert ein Wunder,
13:37aber so wie es aussieht, wird es diesmal ernst.
13:40Also,
13:42wahrscheinlich sehen wir uns bald nicht mehr.
13:44Sophie!
13:46Wie geht es der Kleinen?
13:48Na ja, gut.
13:55Du meinst wirklich, ihr zieht weg vom Kaltenthal.
13:58Na ja, wahrscheinlich müssen wir entweder ins Mutterhaus nach München
14:01oder noch schlimmer, zu Schwester Mechthild nach Köln.
14:04Wie furchtbar.
14:05Das kannst du laut sagen.
14:14Am liebsten würde ich einfach alles hinschmeißen und hierbleiben.
14:18Dann gehe ich lieber mit nach Köln.
14:21Du würdest mitkommen?
14:23Aber wenn ich hier keinen Job kriege, muss ich sowieso weg.
14:33Meinst du, es gibt hier Krebs, oder?
14:35Bestimmt nicht.
14:37Ich glaube schon.
14:39Ach.
14:53Ja, Anton!
14:54Da sind Sie ja endlich.
14:55Wo waren Sie denn?
14:57Wir haben versucht, Sie verzweifelt über Funk zu erreichen.
15:00Oma, was machst du hier?
15:01Ja, ich habe dem Herrn Würmer...
15:02Ihre Frau Großmutter hat mich über Ihren unglaublichen Dusel informiert.
15:07Mensch, Meier, Sie sind ein Superstar.
15:09Superstar.
15:10Ich würde mich bis auf die Knochen blamieren.
15:12Ach, Papa, Papa, Herr Meier.
15:14Sie werden wie ein Mann Ihre Pflicht erfüllen
15:16und Kaltenthal würde ich vertreten.
15:19Anton, jetzt sei doch nicht so...
15:20Herr Wachtmeister!
15:22Ich möchte Sie mal sehen,
15:23vor Millionen von Zuschauern irgendwelche Fragen beantworten zu müssen.
15:26In die Hose würden Sie sich machen,
15:28wie damals bei Ihrem TV-Auftritt.
15:30Ja, das war ja Wahlkampfstress
15:32und die Schwester Lotte, die hat mich da ganz durcheinandergebracht.
15:34Aber das hier ist doch was anderes.
15:35Also jetzt sag endlich ja.
15:37Oder willst du mich unbedingt zwingen,
15:39dass ich mein Testament ändere?
15:40Genau!
15:41Passen Sie auf.
15:42Wir beide gehen jetzt in den Ochsen,
15:44besprechen alles ganz gemütlich,
15:46bei einem Bierchen, das heißt zwei.
15:48Ich habe alles geklärt mit Ihrem Chef.
15:49Einverstanden?
15:51Na!
15:53Na gut, in Gottes Namen.
15:56So spricht ein Mann.
15:58Also, gehen wir.
16:00Entschuldigung, ab hier übernehme ich.
16:01Es sind noch 30 Stunden bis zur Quizzin.
16:03Ich werde jede Minute nutzen,
16:05Sie quiztechnisch auf Vordermann zu bringen, ja?
16:08Quiztechnisch Vordermann.
16:09Genau.
16:10Also, ich stelle Ihnen eine Frage.
16:11Wie viel Einwohner hat Kalkenthal?
16:15Wann soll es losgehen mit den Bauarbeiten?
16:17Was?
16:18Das sind nur noch zwei Monate.
16:21Nein, nein, natürlich freue ich mich, Herr Hugo.
16:22Das ist die beste Nachricht,
16:23die ich seit langem gekriegt habe.
16:26Nein, ist überhaupt kein Problem.
16:28Nein, nein.
16:29Notfalls stelle ich für das Projekt noch einen Bauzeichner ein.
16:31Ja.
16:32Nein, natürlich.
16:34Nein, mache ich.
16:35Okay.
16:36Ja, wir sehen uns morgen.
16:37Ja.
16:38Wiederhören.
16:42Gute Nachrichten?
16:43Na ja, für mich schon.
16:46Riesenauftrag.
16:48Aber?
16:50Das Kongresszentrum wird jetzt doch gebaut
16:52und ich habe die gesamte Planung und Bauaufsicht.
17:01Ich kann doch nichts dafür.
17:02Wenn ich abgelehnt hätte, hätte halt ein anderer zugesagt.
17:06Aber eins verspreche ich dir,
17:07das wird keiner von diesen großspurigen Betonklötzen.
17:09Ich weiß.
17:11Lange wäre es sowieso nicht mehr gut gegangen.
17:13Wegen dieser Typen ist doch eine Schwester Lotte machtlos.
17:16Aha.
17:23Einen Moment, bitte.
17:26Einen Moment.
17:28Barbara.
17:36Ja, bitte.
17:38Oh, hallo, Paul.
17:39Gut, dass du anrufst.
17:40Ich brauche dich nämlich.
17:41Ja, ich habe einen Auftrag vom Huber.
17:43Wir bauen das Kongresszentrum.
17:44Und ja, die Nonnen ziehen aus.
17:47Insel, ich rufe dich.
17:48Ich rufe dich zurück.
17:50Bis später.
17:51Bist du jetzt sauer?
17:53Nein, ich bin nicht sauer.
17:56Und den Wagen darf ich dir noch runtertragen helfen.
18:01Ob es uns passt oder nicht.
18:03Eins steht fest.
18:04Wenn wir weiter alles verschlanken, laufen wir Gefahr, auch noch die Mittel vom Land und vom Bund zu verlieren.
18:08Und die sind leider zweckgebunden.
18:10Sprich, Infrastrukturverbesserung im ländlichen Bereich.
18:14Mit anderen Worten, es ist alles längst beschlossene Sache.
18:17Glauben Sie mir, es fällt mir und den Kollegen von der Fraktion nicht leicht.
18:20Aber ich fürchte, Sie werden der baupolizeilichen Aufforderung nachkommen müssen.
18:24Wenigstens vorerst.
18:26Dann gut.
18:27Aber das Mindeste, was ich erwarten kann, ist eine adäquate Unterbringung von meinen Mitschwestern und mir.
18:31Was?
18:32Ja, Sie glauben doch nicht, dass wir so sang- und klanglos nach München umziehen.
18:35Und Herrn Wöllern und seinen Gesinnungsgenossen hier das Feld überlassen.
18:38Aber das habe ich doch damit nicht sagen wollen.
18:40Können wir nicht endlich zur Abstimmung kommen?
18:43Ja.
18:44Tun Sie, was Sie nicht lassen können.
18:45Einen schönen Tag noch.
18:47Schwester!
18:54Das liegt nur daran, weil wir nie allein sind.
18:56Immer sind die Kinder dabei.
18:58Aber die Kinder sind die Realität, Max.
19:00Das heißt nicht, dass man nicht auch träumen darf.
19:02Ja.
19:03Und dann wacht man auf und steht da in seinem Brotleid und der Mann ist tot.
19:11Bachmann?
19:12Ja, hallo Schwester, Sophie.
19:15Nein, die ist gerade weg.
19:17Ja, aber gut, dass Sie anrufen.
19:18Ich brauche Ihre Hilfe.
19:20Ja.
19:23Diese Pharisäer.
19:25Können Sie mir sagen, warum Männer immer erst große Sprüche machen und dann beim ersten Widerstand umfallen?
19:29Ja, ich habe Ihnen doch gesagt, die Sache ist gelaufen.
19:32Wo ist denn der Herr Wöller?
19:35Ich nehme an, beim Fototermin mit der Lokalpresse im Ochsen.
19:38Ach, beim Fototermin.
19:40Wegen Mai und der Quizshow.
19:43Wöller will das publizistisch melken bis zum Gehtnichtmehr.
19:46Ah ja, ah ja.
19:47Moment, Schwester Lotte.
19:49Ihre Schwester Agnes hat angerufen.
19:51Sie sollen kommen.
19:52Die Mutter Oberin hat sich angesagt für irgendwann heute Nachmittag.
19:55Mir bleibt doch nichts erspart.
20:00Moment, Moment mal, nicht, dass die Nonne mit aufs Foto kommt, ja?
20:16Lächeln, Mayer.
20:17Ein siegesbewusstes Lächeln, wenn möglich.
20:19Mir ist schlecht.
20:20Herr Mayer, schämen Sie sich eigentlich nicht, sich vor den Karren von Herrn Wöller spannen zu lassen?
20:24Sie sind still. Haben Sie es endlich, weil ich kriege schon ein Kram vom ewigen Lächeln.
20:29Vielen Dank, die Herren.
20:30So.
20:31Kommen wir jetzt zum redaktionellen Teil.
20:33Also ich habe mir gedacht, als Aufmacher könnte man vielleicht...
20:35Das können wir beim Essen besprechen. Kommen Sie.
20:36Nein, nein, nein, Moment mal. Erstmal komme ich dran.
20:38Ist Ihnen eigentlich bekannt, dass Herr Wöller es geschafft hat,
20:41dass unser Kloster geräumt werden muss und wir quasi obdachlos geworden sind?
20:44Wie bitte?
20:45Ja.
20:46Stimmt das, Herr Wöller?
20:47Ja, wenn überhaupt, dann reicht es eventuell für eine kleine Notiz auf der Seite 3.
20:51Kurz und uninteressant. Kommen Sie doch da.
20:53Essen geht auf meine Rechnung.
20:55Vielleicht später. Ich rufe Sie an.
20:57Herr Wöller, ich bin noch nicht fertig.
21:00Schwester, jetzt machen Sie hier keinen Skandal.
21:03Zur Abwechslung bin mal nicht ich der Gelagmeide, sondern Sie. Also tragen Sie es mit Fassung.
21:07Ich bin bereit, mich der Mehrheit des Gemeinderates zu beugen und auszuziehen,
21:11unter der Bedingung, dass wir adäquat untergebracht werden.
21:13Was?
21:14Und zwar hier in Kaltenthal.
21:15Ja, wie stellen Sie sich das vor?
21:16Und falls nicht, werden wir uns nur mit Polizeigewalt und in Anwesenheit der gesamten Presse in Handschellen abführen lassen.
21:24Und dann können Sie schon mal Ihren Nachruf texten, wenn das über den Bildschirm läuft.
21:28Ja, bitte.
21:28Wenn Sie sich landauf, landab lächerlich machen wollen, aber ich würde Ihnen davon abraten,
21:32weil ich glaube kaum, dass es im Sinne der Mutteroberin ist, Nonnen in Handschellen von Uniformierten abgeführt.
21:38So, und jetzt entschuldigen Sie mich.
21:45Hast du das gehört?
21:47Unser Schicksal läuft unter der Rubrik kurz und uninteressant.
21:51Für dich etwa auch?
21:54So wie das hier alles dem Bach runtergeht,
21:57habe ich das Gefühl, du hast dich auf die Seite von der Mutteroberin geschlagen.
22:00Ja, wie auch immer.
22:03Dein Wille geschehe.
22:05Aber dann sorg auch bitte dafür, dass wir morgen irgendwo unsere Abendandacht abhalten können.
22:09Bei Kapelle ist nämlich nicht mehr.
22:12Wie sind Sie denn auf die Idee gekommen, sich bei Dreimaldasturaten als Kandidat zu bewerben?
22:17Äh, wie soll ich sagen?
22:19Ja, der Herr Mayer hat als erklärter Fan dieser populären Sendung
22:25das einfach nicht ertragen, dass vor vier Wochen, darf ich mal durch,
22:29die Frau Kümmel aus Eugen, ja, 80.000 Euro gewonnen hat.
22:34Und kein Kaltenthaler Bürger hat den Mumm gehabt, sich zu bewerben, oder, Herr Mayer?
22:38Äh, so in etwa.
22:41Ja, und warum haben Sie sich denn nicht beworben?
22:43Ich? Als Bürgermeister.
22:45Wie sieht denn das aus?
22:46Ich meine, ich muss ja schon von Berufs wegen jeden Tag saut und mir Anfragen beantworten.
22:50Und das wollte ich mir privat nicht antun.
22:53Brust, meine Herren.
22:55Zum Wohl.
23:00Sau dumme Frage, haben Sie die Sendung überhaupt schon mal gesehen?
23:03Ich?
23:04Nein, nein, nein.
23:06Aber ich meine, warum kommt unser einer schon mal dazu, gemütlich vor der Glotze zu sitzen?
23:11Na, dann verstehen Sie vielleicht, wenn ich mich wundere,
23:13dass Sie jetzt ausgerechnet unseren Wachtmeister Mayer aufs Feld der Ehre schicken.
23:18Na, ja, die Fragen haben sich gewaschen.
23:21Also letzte Woche zum Beispiel, da war ein Computerspezialist aus Landshut.
23:25Und der ist vor laufender Kamera in haltloses Schluchzen ausgebrochen,
23:29weil er bei der 50.000-Euro-Frage passen musste.
23:32Hab ich's nicht gesagt, Herr Wöller.
23:34Ja, und wie kann dann eine Frau Kümmel aus Auringen 80.000 Euro abkassieren?
23:40Entschuldigen Sie mal, die Frau hat einen Doktor in Sinologie.
23:45Sinologie?
23:47Äh, China-Kunde, falls es drankommt.
23:51So, die Herren, dreimal die Leberknödel-Suppe?
23:53Fühl mich nicht, bitte. Ich krieg keinen Bissen runter.
23:56Nichts da, Sie essen.
23:57Ein Leberknödel hält Leib und Seele zusammen.
24:01Guten Appetit.
24:02Dankeschön.
24:02Herr Mayer, Sie haben mein absolutes Vertrauen.
24:08Und eine innere Stimme sagt mir,
24:11der Herr Mayer wird diese Aufgabe mit Bravour lösen.
24:15Falls nicht.
24:19Gnade in Gott.
24:20Ihr heiligen Schutzengel.
24:22Bitte für uns.
24:23Ihr Helfer in unseren Nöten.
24:26Bitte für uns.
24:28Ihr Licht in unserer Dunkelheit.
24:31Bitte für uns.
24:34Und was meinen Sie zu dem Drehbuch?
24:39Ersparen Sie mir jeden Kommentar zu diesem Machwerk.
24:44Dann werden Sie die Produktion also absagen, ja?
24:46Nein, nicht ich.
24:48Sie werden sich mit den Herren auseinandersetzen.
24:51Ich, aber Sie haben die Geister gerufen und Sie werden sie auch wieder los.
24:57Und vielleicht führt das ja dazu, dass Sie in Zukunft Ihren Drang nach künstlerischen Alleingängen etwas zügeln.
25:04Erhöre uns, oh Herr.
25:06Erhöre uns, oh Herr.
25:06Lamm Gottes, du nimmst den Weg, die Sünden der Welt.
25:09Erhöre uns, oh Herr.
25:11Lamm Gottes, du nimmst den Weg, die Sünden der Welt.
25:13Und gibst uns unseren Frieden, oh Herr.
25:16Amen.
25:16Amen.
25:19So.
25:22Und jetzt ergeben wir uns gelassen, den Willen des Herrn und bereiten unseren Auszug vor.
25:30Bitte, machen Sie weiter.
25:32Danke.
25:34Sophie, du hilfst Felicitas, die Destille und die Klostergeistflaschen zu versorgen und ihr sperrt dann bitte den Keller zu.
25:40Julia, du räumst bitte alle Akten in den Speicher und sicherheitshalber auch den Computer.
25:45Und Agnes und ich, wir beide gehen in die Küche, versorgen das Geschirr und alles andere.
25:50Und die persönliche Habe kann jeder von uns dann morgen packen.
25:54Wo gehen wir denn hin, Lotte?
25:56Ich nehme an, das ist der Grund, warum die Mutter Oberin uns besuchen kommt.
25:59So ist es.
26:02Doch vor allem war es mir ein Bedürfnis, Sie in dieser Stunde nicht allein zu lassen und Ihnen mit Rat
26:08und Tat zur Seite zu stehen.
26:11Und wenn ich Ihnen gleich einen Rat geben darf, jedes Ding hat zwei Seiten.
26:17Machen Sie nicht den Fehler, nur die dunkle Seite zu sehen.
26:21So traurig und schmerzlich diese Situation jetzt für Sie sein mag.
26:26Vielleicht ist sie aber auch ein Zeichen des Himmels.
26:29Die Chance für einen Neuanfang.
26:34Eine Besinnung auf das, um was es bei unserer Ordensarbeit wirklich geht.
26:40Es geht nicht um Liegenschaften, es geht nicht um Immobilien, es geht nicht um irgendwelchen Besitz.
26:48Es geht um das Gebet.
26:51Und die Kraft, die wir daraus schöpfen, unseren Mitmenschen zu dienen.
27:01Was Ihre Unterbringung angeht, mache ich den Vorschlag, dass Sie vorerst im Mutterhaus wohnen werden.
27:08Ich werde Ihnen dazu Schwester Hildegard und meinen Wagen zur Verfügung stellen.
27:12Ich hätte noch eine Frage.
27:14Bitte.
27:15Sie sagten vorerst, kann ich daraus entnehmen, dass wir doch wieder in unser Kloster zurückkehren dürfen?
27:22Nein.
27:24Die Chancen dafür schätze ich eher gering ein.
27:26Das heißt, Sie geben auf?
27:30Ich denke, ich habe dazu heute früh ausgiebig Stellung bezogen und ich wiederhole mich ungern.
27:35Vor allem nicht hier vor dem Altar.
27:40Ich werde Ihnen jetzt bei der Arbeit helfen und dann essen wir gemeinsam zu Abend.
27:45Das bringt doch nichts, Herr Böller. Es ist gleich elf und ich bin fix und fertig.
27:49Schlapp machen gilt nicht, ja? Das Ansehen und der Ruf und die Ehre.
27:53Der Stadtkaltenthal steht auf dem Spiel und der Umgegnung.
27:56Also, was ist eine Bohrkonstriktur?
28:01Eine Schlange?
28:02Ja, bitte, geht doch.
28:03Byzanz.
28:04Byzanz?
28:05Ja, mich mal, als warst du hier der Penela.
28:07Von mir aus, aber ich nicht.
28:09Byzanz heißt heute Istanbul und war der Sitz des Oströmischen Reiches.
28:13Barracuda?
28:16Ja, was ist, Meier?
28:17Ich gehe nach Hause und versuchen Sie nicht, mich aufzuhalten, sonst mache ich von meiner Dienstwaffe Gebrauch.
28:23Na schön.
28:24Aber morgen, pünktlich um Leute im Rathaus, da gehen wir gemeinsam in Ihre Garderobe durch.
28:30Einzug vom Pflanzen, neues Hemd, neue Krawatte, etc.
28:33Neue Schuhe und vor allem, ja, die Frisur.
28:37Von mir aus, falls Sie mich nicht vorher auf dem Dachboden aufhängen.
28:41Jetzt reden Sie keinen Unsinn, Meier. Ich stehe voll und ganz hinter Ihnen. Moment.
28:45Morgen früh, pünktlich um neun.
28:47Um neun Uhr muss ich ins Kloster, die Räumung überwachen.
28:49Ja, dann gut, um zehn.
28:51Gute Nacht.
28:52Ja, wo wollen Sie denn hin?
28:53Nach Hause.
28:54Ja, ich fahre Sie doch selbstverständlich.
28:56Ich gehe zu Fuß.
29:24Aha.
29:25Das Auge des Gesetzes.
29:28Schickt Sie der Herr Wöller?
29:29Ich sehe, zieht Sie aus.
29:31Ja.
29:33Aber nicht für immer. Das können Sie dem Herrn Wöller ausrichten.
29:36Das möchte ich eigentlich lieber für mich behalten.
29:39Ich kann dir nur so viel sagen, dass unsere neue Bleibe sowohl technisch wie strategisch die weitaus bessere Lösung ist.
29:45Also lass dir was einfallen, Helga.
29:47Grüß Gott.
29:48Und außerdem könntest du mir dankbar sein, dass ich dir den Umzug nach München erspare.
29:52Wenn du bitte dahingehend die Mutter Oberin informieren möchtest.
29:55Gelobt sei Jesus Christus.
29:56Guten Morgen.
29:57Habe ich richtig gehört, Sie ziehen nicht nach München?
29:59Was?
30:00Nicht nach München?
30:01Wenn du bitte Sophie und Julia holen könntest. Ich möchte euch etwas vorschlagen.
30:04Wem geht's an Kragen?
30:06Du gehst morgen zum Ohrenarzt.
30:08Wieso?
30:10Herr Mayer, wir müssen doch erst um zwölf Uhr ausgezogen sein. Also lassen Sie uns bis dahin alleine.
30:16Aber um zwölf Uhr kann ich nicht. Da fahre ich mit Wöller nach München. Und ich muss doch den Vollzug
30:20melden.
30:20Ich verspreche Ihnen, wir werden um Punkt zwölf Uhr vom Hof fahren. Also bitte.
30:26Na gut. Den Tag über lebe ich sowieso nicht.
30:33Als ich vorhin in meinem Zimmer meinen Frustluft gemacht habe und mit dem Herrn gesprochen habe, da hatte ich eine
30:41Eingebung.
30:42Du hast Gottes Stimme gehört?
30:44Aber nein, ich bin doch nicht die heilige Theresia. Ich hatte eine Idee, die zugegebenermaßen etwas unkonventionell ist, aber alle
30:53unsere Probleme löst.
30:55Und mehrere Fliegen mit einer Klappe schlägt.
30:59Vertraut ihr mir?
31:14Bis Gott, Herr Bürgermeister.
31:21Na endlich! Sagen Sie bloß, die Nonnen stellen sich stur.
31:25Nein, Sie sind noch beim Packen. Um zwölf Uhr ist das Kloster geräumt.
31:30Exzellent. Dann haben wir den Rücken frei für Aktion Meier Superstar.
31:35Ich habe mit Preissen jetzt alles geklärt. Sie werden gesponsert von oben bis unten. Schuhe kriegen Sie auch umsonst.
31:39Hier. Das Ergebnis meiner Pressearbeit. Kaltenteile Millionenfieber.
31:44Wachtmeister Anton Meier. Heute Abend Kandidat in der ersten Runde der Quizshow.
31:47Dreimal darfst du raten.
31:48Auf in den Kampf, Torero!
31:49Nein.
31:51Das könntest du unterwegs lesen. Was haben Sie für Schuhgröße?
31:53Äh, 41.
31:56Konfektionsgröße?
32:12Kopf hoch. Wir kommen ja wieder.
32:35Jetzt mach's schon.
33:05Also, jetzt reicht's mir aber, ja?
33:07Ich setze Himmel und Hölle in Bewegung und Sie kneifen.
33:10Aber der Anzug kneift im Schritt.
33:13So einem geschenkten Gausch hat man nicht ins Maul.
33:16Na, wer sagt's denn? Da sind Sie ja.
33:27Gott zum Gruße allerseits.
33:30Dass Sie sich überhaupt noch trauen, den Namen des Herrn in den Mund zu nehmen.
33:33Ja, warum nicht?
33:34Könnte sein, dass der Herr überhaupt nichts dagegen hat.
33:37Dass er seinem alten, vergammelten Kloster eine Stätte der Begegnung für zahlungskräftige Kongress-Teilnehmer wird.
33:42Nicht wahr?
33:43Herr Meier, Sie halten fest, dass wir termingerecht das Kloster verlassen haben.
33:46Danke.
33:47Und gute Reise.
33:48Danke.
33:49Geht's weit weg?
33:52Sie werden's nicht glauben, aber Sie werden mir fehlen.
33:56Brechen Sie sich nur ja keinen ab.
33:59Doch, doch.
34:00Ganz ehrlich.
34:01Vielleicht sehen wir uns ja früher wieder, als Ihnen lieb ist.
34:14Haben Sie das gehört? Früher, als mir lieb ist.
34:17Also, wenn da nicht ein fauler Trick dahinter steckt.
34:21Was gucken Sie mich an?
34:22Na gut.
34:24Aber wehe, Sie haben mich reingelegt.
34:25Dann?
34:26Den Tag über lebe ich sowieso nicht.
34:28Also, was soll's?
34:29Jetzt drehen Sie keinen Stuss. Wir ackern noch mal die Buchstaben Q bis Z durch.
34:32Ja?
34:32Und dann ab nach München.
34:34Wie heißt die Stadt Byzanz heute?
34:36Istanbul.
34:37Na also, wie heißt die größte Schlange der Welt?
34:40Barracuda.
34:40Boa Constrictor.
34:42Ja, also, jetzt lasst Sie mich nervös machen.
34:44Ich will ja nur, ich will Ihre graue Gehirn sein bisschen aufnehmen.
34:48So, jetzt packen wir erst mal aus.
34:56Julia und Sophia geht einkaufen.
34:57Agnes Felicitas und ich, wir werden drinnen alles gemütlich einrichten.
35:01Frau Vukovic, das ist ja schön, dass Sie da sind.
35:04Hat der Wöller Ihnen Bescheid gesagt?
35:05Nein, warum?
35:06Ach, das hab ich mir schon gedacht.
35:08Wir werden hier für ein paar Tage einziehen.
35:10Wenn Sie uns netterweise beim Gepäck helfen könnten.
35:12Paar schön.
35:14Herr Lotte.
35:15Was ist denn?
35:16Hier wohnt doch ein Mann.
35:18Er wird zu überleben.
35:20Du hast den Wöller gar nicht gefragt, oder?
35:22Nein.
35:24Lotte.
35:25Das grenzt doch beinahe an Haus Friedensbruch.
35:28Herr Wöller hat auch nicht gefragt, als er uns unser Kloster mit dem Normat.
35:31Richtig.
35:32Und wenn er mit harten Bandagen kämpft, dann kämpfen wir eben mit.
35:35Also, ich weiß nicht, Lotte.
35:36Ich kann's gar nicht erwarten, Herrn Wöller zu sehen, wenn er heute Abend kommt.
35:39Wir müssen nur das Auto verstecken, damit er nichts merkt.
35:42Also, ich will ja kein Spaßverderber sein.
35:44Aber abgesehen von Herrn Wöller, was ist, wenn die Mutter Oberin erfährt, dass wir bei einem Mann wohnen?
35:51Also ehrlich, Schwester.
35:52Ja, du musst es ja nicht erfahren.
35:54Aber wenn?
35:55Darüber zerbreche ich mir den Kopf, wenn es soweit ist.
36:02Hallo, Elisabeth.
36:06Barbara, mach auf!
36:09Du?
36:12Ich dachte, ihr seid längst auf dem Weg nach München.
36:18Wir sind bei Wöller eingezogen.
36:20Nein.
36:21Doch.
36:22Und wir werden ihm so lange auf die Nerven gehen, bis wir wieder in unser Kloster dürfen.
36:25Entschuldige, mein Teewasser.
36:27Das ist ja unglaublich.
36:29Schwester Lotte fällt immer wieder etwas ein.
36:32Hauptsache, wir bleiben hier.
36:34Aber deshalb bin ich nicht gekommen.
36:37Du ziehst dir jetzt schnell was Tolles an und tust dir ein bisschen Farbe ins Gesicht.
36:41Warum?
36:42Du hast ein Rendezvous mit einem Architekten, der draußen auf dich wartet.
36:46Ja, ja, Sophie.
36:53Max wartet ja wirklich draußen.
36:55Ich passe so lange auf die Kleine auf.
36:57Also los, beeil dich, sonst stirbt er mal noch von Nervosität.
37:02Ihr müsst euch mal gründlich aussprechen.
37:05Ewig um den heißen Brei rumreden, das bringt nichts.
37:08Jetzt guck mich nicht so an.
37:10Das würde nicht heißen, dass du gleich mit ihm ins Bett musst.
37:13Danke.
37:14Aber ewig hier allein rumsitzen und deinem Martin nachtrauern, das bringt doch auch nichts.
37:19Und das hätte er auch nicht gewollt.
37:22Was ist denn in dich gefahren?
37:25Naja, der Gedanke, dass ich nicht mehr bei dir bin, hier in Kaltenthal und dass du dann allein bist mit
37:33allem.
37:35Da ist mir klar geworden, wie egoistisch ich bin.
37:41Also, tu, was du für richtig hältst und kümmere dich nicht um mich, sondern geh jetzt raus und mach dir
37:46einen schönen Abend, ja?
37:51Na gut.
38:09Ganz schön clever, so viel zur Babysitterin zu machen.
38:11Ja, Kreativität ist meine Spezialität und als erstes der Anfang.
38:15Ich hab auch zwei Karten fürs Werkstatttheater und dann einen Tisch im Iago.
38:21Und wollen wir gehen?
38:23Ja.
38:26Was machen denn deine Kinder heute Abend?
38:28Außen mit Paul im Kino übernachten da auch.
38:30Das heißt, wir haben den ganzen Abend vor uns.
38:35Oh, ich stehe da hinten.
38:37Ich meine, das Auto steht da hinten.
38:49Und last but not least, unser Kandidat aus Kaltenthal, Wachtmeister Anton Mayer.
38:57Anton Mayer.
39:02Ein Neuling in unserer Show, der an die Stelle von Professor Schäufele tritt, der ja letzte Woche ausgeschieden ist.
39:08Dreimal darfst du raten, die Regeln sind klar.
39:11Ich stelle eine Frage.
39:12Das ist mal Anton.
39:13Der Kandidat, der die Antwort zu wissen glaubt, drückt auf den Würfel neben sich.
39:17Ist die Antwort falsch, dann bekommen die Konkurrenten eine Chance.
39:19Alles klar?
39:21Dann geht's jetzt los.
39:22Und zwar mit der 1000-Euro-Frage.
39:24Istanbul war früher einmal die Hauptstadt des Oströmischen Reiches.
39:28Wie hieß die Stadt damals?
39:30Ja, Herr Mayer?
39:31Boa Constrictor.
39:34Sag mal, spinnt der?
39:36Leider nicht, Herr Mayer.
39:37Nein.
39:37Was hat er gesagt?
39:39Pssst!
39:41Frau Merkel?
39:42Das war Byzanz.
39:43Richtig.
39:44Moment.
39:46Das habe ich doch gesagt.
39:47Herr Mayer, Sie haben Boa Constrictor gesagt.
39:50Nein, doch.
39:51Das ist eine Schlange und keine Stadt.
39:54Das stimmt.
39:54Aber das war wiederum nicht die Frage.
39:57Also bitte halten Sie es nicht auf.
39:58Vielleicht haben Sie ja bei der zweiten Frage ein bisschen mehr Glück.
40:01Als Kaiser Barbarossa auf dem Kreuzzug nach Jerusalem...
40:04Herr Mayer, ich war noch nicht fertig.
40:06Ich auch nicht.
40:07Ich habe die Frage richtig beantwortet.
40:09Und ich bestehe darauf, dass ich die 1000 Euro...
40:12Herr Mayer, bitte.
40:13Jeder hier im Saal und auch das Publikum zu Hause an den Bildschirmen ist mein Zeuge.
40:18Sie haben Boa Constrictor gesagt.
40:22Nein.
40:23Doch.
40:24Nein.
40:25Herr Mayer, wenn Sie nicht mitspielen wollen, es steht Ihnen natürlich jederzeit frei zu gehen.
40:34Danke.
40:35Genau das werde ich machen.
40:37Nein, Antony!
40:40Hallo, Umi.
40:41Bis gleich.
40:44Wir hängen jetzt die heilige Magdalena auf und dann ist Zeit für die Abendandacht.
40:52Kloster Kaltental.
40:54Seewald?
40:55Die Mutteroberin möchte Schwester Lotte sprechen.
40:58Moment.
40:58Schwester Lotte, die Mutteroberin für Sie.
41:00Wollen Sie drangehen?
41:04Schwester Lotte am Apparat.
41:05Ich möchte Dich warnen.
41:07Sie ist auf 180.
41:09Wo seid Ihr denn?
41:10Ähm, stell mich bitte durch.
41:15Schwester Lotte, mir ist in meinem Leben schon einiges passiert, aber Ihr Verhalten schlägt alle Rekorde.
41:20Wo sind Sie?
41:21Wir sind in einer privaten Unterkunft.
41:24Und ich verstehe Ihre Erregung nicht.
41:26Ich dachte, ich tue Ihnen einen Gefallen.
41:28Außerdem können wir auch weiter unserer Arbeit in der Gemeinde nachgehen.
41:31Private Unterkunft?
41:32Sie haben ein Haus gemietet.
41:33Nein, es ist umsonst, das ist ja das Tolle.
41:36Und wir waren gerade dabei, unseren Andachtsraum einzurichten.
41:39Aber bitte, wenn Sie darauf bestehen, wir können auch jederzeit wieder ausziehen.
41:42Dazu ist es heute zu spät.
41:44Ich möchte Sie trotzdem warnen.
41:47Unternehmen Sie in Sachen Kloster Kaltental nichts.
41:50Haben Sie verstanden?
41:51Ja.
41:52Mit nichts meine ich gar nichts.
41:55Ich übernehme die Verhandlungen mit der Gemeinde.
41:58Wie Sie wünschen.
41:59Gut.
42:00Gelobt sei Jesus Christus.
42:02In Ewigkeit am.
42:05Was hat sie gesagt?
42:07Alles in Ordnung.
42:08Wir können bleiben.
42:09Also ich weiß nicht, Lotte.
42:11Private Unterkunft, das klingt so...
42:14Ja, aber stimmt doch, oder?
42:37Das ist das zweite Mal seit meiner Schwangerschaft, dass ich Wein getrunken hatte.
42:41Ich glaube, ich vertrage es nicht mehr.
42:45Und es ist das erste Mal, dass ich mit einer Frau zusammen bin seit dem Tod meiner Frau.
42:52Ohne, dass ich ein schlechtes Gewissen habe.
42:56Und wenn ich mich jetzt küssen würde, das hätte ich auch keins.
42:59Ich auch nicht.
43:00Ich bin ein gut.
43:19Ich bin ein gut.
43:31Ja, und wie komme ich jetzt nach Hause?
43:34Wenn Sie wüssten, wie egal mir das ist.
43:37Also, hören Sie, jetzt reicht es mir aber langsam.
43:42Sie sind die größte Flasche aller Zeiten, Meier.
43:45Sie haben mich im ganz kalten Tal zum Gespött gemacht.
43:49Ich habe nicht Boa-Konstriktor gesagt, das war Beschiss.
43:52Sie haben es geschafft.
43:53Ich habe schon Halluzinationen.
43:58Oder hören Sie das auch?
44:02Das sind Nonnen.
44:04Maria, hilf uns allen aus unserer tiefen Not.
44:14Nimm uns in die Hände.
44:19Oh, Maria, hilf uns das Licht zuwende.
44:28Oh, Maria, hilf.
44:31Herr Wöller, wie schön, dass Sie da sind.
44:33Ich nehme an, Sie haben schon gegessen.
44:35Aber falls nicht, wir haben Ihnen noch einen Teller Grünkernsuppe aufgehoben.
44:39Danke, danke.
44:42Das ist ja wirklich eine gelungene christliche Überraschungsparty.
44:47Wir wohnen hier.
44:49Ich meine, nachdem die Stadt es nicht für nötig gehalten hat, uns eine passende Unterkunft zur Verfügung zu stellen, haben
44:55wir zur Selbsthilfe gegriffen.
44:58Was?
45:01Das ist ernst?
45:02Ja.
45:06Herr Wacht, was haben Sie denn noch?
45:08Ziehen Sie sich bitte diese...
45:10Ungefähr können Sie sich auf der Toilette umziehen und dann die Damen auf die Straße mit diesem kleinen Gepäck, ja?
45:15Ich habe Feierabend.
45:16Und ich wünsche noch eine angenehme Nacht.
45:20Herr Wachtmeister!
45:23Haben Sie nicht gesagt, ich würde Ihnen fehlen?
45:26Was?
45:32Hier bin ich.
45:34Und wenn Sie uns loshaben wollen, dann ist das eigentlich ganz einfach.
45:38Sie müssen nur dafür sorgen, dass wir unser Kloster wiederbekommen.
45:42Nur über meine Leiche.
46:15Untertitelung des ZDF für funk, 2017

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