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  • vor 2 Tagen
Aus dem Tresor des in seiner kleinen Kfz-Werkstatt Überfallenen fehlen eine geladene Pistole und schätzungsweise 3000 Euro. Den Aussagen eines Zeugen zufolge hatten drei junge Männer ein Motorrad zur Reparatur gebracht. Plötzlich sei es zum Streit gekommen, der in Handgreiflichkeiten ausartete und für den Werkstattbesitzer schließlich mit dem Tod endete. (Text: ZDF)

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Transkript
00:07Musik
00:33Olli!
00:34Olli, was ist passiert? Was ist los?
00:36Alter, wir müssen.
00:37Olli, kannst du mich hören?
00:39Alter, wir müssen weiter. Komm!
00:41Ey, bist du verrückt? Das ist mein Bruder.
00:42Dem kannst du nicht mehr helfen.
00:46Olli, mach keinen Scheiß.
00:48Mach keinen Scheiß, hörst du?
00:51Hey, was machst du da?
00:52Keine Angst. Wenn es überlebt, kriegt es zurück.
00:57Alter, weg!
01:00Willst du ihn einfach so liegen lassen?
01:01Komm!
01:16Was ist denn passiert?
01:18Den hast du gewischt.
01:20Wollt ihr den kapieren lassen?
01:21Ich ruf einen Notarzt an.
01:23Aber der Kompass ist ja tot. Der muss in die Klinik.
01:26Und wie?
01:27Fass mal mit an.
01:47Was ist dich?
01:53Ich ruf einen Notarzt an.
01:58Dann geht das auf.
01:58Ist das so tief denn?
01:59Aber doch.
02:00Okay.
02:23Gottsköpfe!
02:27Ja, ist gut, ich komme.
02:30OPA ist, rufen Sie Dr. Wellmann.
02:34Guten Abend, können Sie uns die Personalien des Verunglüten geben?
02:37Ich bin Dr. Heise.
02:38Ja, kann ich nicht.
02:40Ich weiß gar nicht, was ist, ich habe den nur hergebracht.
02:42Kommen Sie bitte trotzdem mit.
02:45Kommen Sie.
02:50Ist Ihnen nicht gut?
02:53Doch, doch, ich kann bloß nicht schlafen.
02:56Bitte.
02:57Hier rein.
03:00Guten Morgen, Viktor. Morgen, Arne.
03:02Morgen, Lestmann.
03:02Ich bin richtig ausgeschlafen.
03:04Danke.
03:05Willst du ihn gleich sehen? Ist ziemlich überzugerichtet.
03:07Oh nee, dann lass mir noch ein bisschen Zeit. Wer ist das denn?
03:10Ein Zeuge. Hat dir ab und zu geholfen. Gehörlos.
03:12Morgen, Morgen.
03:13Wir haben unsere Dolmetscherin geholt.
03:15Fleißig.
03:16Hat er was gesehen?
03:17Sieht so aus.
03:19Guten Morgen.
03:19Siska.
03:20Bertrand.
03:21Siska.
03:22Herr Nubert.
03:23Herr Siska.
03:24Was bitte schön sagt, Herr Nubert.
03:26Er ist heute früh hier auf den Hof gekommen.
03:28Das Tor stand offen und die Barackentür auch.
03:31Der Tresor in der Baracke war geöffnet.
03:34Und dann hat er seinen Chef tot in der Ecke gefunden, mit sehr viel Blut.
03:39Ja, dann werde ich mir den Toten mal ansehen. Dankeschön.
03:43Hane, Sie machen weiter.
03:45Fragen Sie ihn doch bitte, wie lange er hier schon arbeitet.
03:49Wie lange schon hier ab?
03:55Morgen, Doc.
03:57Hallo, Siska.
03:58Er hat hier mindestens drei Tage gelegen, das ganze Wochenende.
04:01Wahrscheinlich hat es einen Kampf gegeben, mit mehreren Beteiligten.
04:04An Oberkörper und Armen haben wir Abschürfungen und Prellungen festgestellt.
04:08Erledigt hat ihn ein Schlag mit einem stumpfen Gegenstand.
04:14Tatwaffe in Motorradhelm.
04:17Mal ganz was anderes.
04:19Mit voller Wucht zugeschlagen.
04:22Danke.
04:23Danke, Herr Nubert.
04:25Vor drei Tagen, am Freitag, sind drei junge Leute hierher gekommen.
04:29Die hatten ihr Motorrad zur Reparatur hierher gebracht und wollten es abholen oder zu bezahlen.
04:34Dann gab es eine Streiterei und wie die Sache weitergeht, weiß ich nicht, weil ich nach Hause gegangen bin.
04:40Kannte er die Leute?
04:43Nein, er kannte sie nicht.
04:45Und das Motorrad, das Sie zur Reparatur gebracht hatten?
04:48Das war weg.
04:50Herr Nubert, haben Sie eine Ahnung, was sich im Tresor des Opfers befand?
04:55Die Frage hat er schon beantwortet. Schätzungsweise 3000 dazu, eine geladene Pistole.
05:02Dankeschön.
05:04Danke.
05:05Ich hätte dann gern noch die Personalien.
05:17Sind die Bandeisen gekommen?
05:19Ja, ja, alles da.
05:21Das ist ein Yusuf.
05:23Der ist im Häuschen.
05:26Sitzung beendet.
05:28Geht weiter.
05:29Ja.
05:29Komm, das geht auch für dich.
05:32Moment.
05:34Mord in...
05:35Gib mir mal dein Handy.
05:36Geht nicht.
05:37Mein Akku ist leer.
05:38Motorradfahrer gesucht.
05:39Besitzende Motorrad.
05:40Hat einer mal ein Handy?
05:40Ich muss die Polizei anrufen.
05:42Als sie zu uns kamen, konnten sie keine zehn Schritte ohne Atemnot gehen.
05:47Jetzt schaffen sie den ganzen Weg.
05:49Mit ihrer Hilfe.
05:53Bald werden sie es ganz alleine schaffen.
06:03Und somit ist eine Operation zum jetzigen Zeitpunkt ausgeschlossen.
06:10Ja.
06:15Tag.
06:16Guten Tag.
06:17Setzen Sie sich doch.
06:18Danke.
06:19Sie hatten mit unserem Sekretär telefoniert.
06:22Es geht um einen Patienten,
06:25der in der Nacht zum Samstag hier eingeliefert worden sein soll.
06:28Name und Anschrift dieses Patienten sind Ihnen aber nicht bekannt.
06:31Der Mann, der den Schwerverletzten hier eingeliefert hat,
06:33ein Maurermeister, Herr Henning, hat uns informiert.
06:36Es durfte sich um den Patienten Friedhelm Riedl handeln.
06:39Er befindet sich aber nicht mehr bei uns im Haus.
06:42Wieso?
06:43Er wurde auf Veranlassung seiner Mutter verlegt.
06:45Sie hat uns auch seinen Namen genannt.
06:47Weshalb hat die Mutter ihren Jungen verlegen lassen?
06:53Ja, ich würde gerne wissen,
06:54wer den Abtransport des Patienten Riedl beaufsichtigt hat.
06:58Der Appalliger, ganz recht.
07:00Würden Sie es bitte fahren lassen?
07:02Vielen Dank.
07:03Welche Art von Verletzungen hatte Herr Riedl denn?
07:06Einen äußerst schweren Schädelbasisbruch mit interzebraler Blutung.
07:09Sein Großhirn ist tot.
07:12Was bedeutet das genau?
07:14Herr Riedl ist als Persönlichkeit ausgelöscht.
07:17Er existiert nur noch ohne Gefühl, ohne Willen.
07:27Ich schicke Ihnen eine Schwester.
07:32Bis heute Abend.
07:33Danke.
07:40Guten Tag.
07:41Guten Tag.
07:42Herr Siska, Herr...
07:43Lesmann.
07:44Frau Dr. Bloch, die zuständige Ärztin.
07:47Frau Dr., der Patient Riedl, war der denn überhaupt transportfähig?
07:51Sein Kreislauf war schabiel.
07:53Ernährt wird über eine Sonde.
07:55Sie haben noch sicher so etwas wie eine Krankenakte?
07:57Die liegt bei mir im Büro.
07:59Sie hatten an dem Abend Dienst.
08:02Die Mutter rief bei uns an.
08:04Ich musste ihr den Zustand des Jungen beschreiben.
08:07Woher wusste sie denn, dass ihr Junge hier lag?
08:11Das hatten ihr wohl Freunde des Jungen erzählt.
08:14Am späten Abend rief sie nochmal an.
08:17Sie hatte eine Belegklinik gefunden, die ein Bett frei hat.
08:21Sie wollte ihn in ihrer Nähe haben.
08:24Sie haben mit der Klinik gesprochen?
08:26Die Mitarbeiter sind darauf eingerichtet, ab Palika zu versorgen.
08:29Können Sie uns den Namen der Klinik sagen?
08:31Privatklinik Brodersen in Gauting.
08:34Die Verlegung des Patienten, wie lief die genau ab?
08:37Die Mutter kam mit einem Krankenwagen.
08:40Sie versuchte mit dem Jungen zu reden.
08:42Sie redete unerfällig auf ihn ein.
08:43Es war schrecklich.
08:44Was werfen Sie dem Mann eigentlich vor?
08:49Beteiligung an einem Mord.
08:52Vielleicht war es auch nur Totschlag.
08:53Dankeschön.
09:32Oh Mann.
09:34Die Strecke ist eh der Wahnsinn.
09:35Da findet sich an jedem dritten Baum so eine Gedenktafel.
09:37Das sind doch alles wah- alles völlig Wahnsinnige.
09:40Ja.
09:41Als die Kollegen eintrafen, war das Motorrad verschwunden.
09:44Allerdings führt eine Schleifspur direkt zum See runter.
09:58Die Privatklinik Brodersen hatte alles für die Aufnahme des Patienten Riedl vorbereitet.
10:03Er ist aber dort nicht eingetroffen.
10:05Weder am Abend noch am nächsten Morgen.
10:07Er ist auch in keiner anderen Klinik im Umkreis von 50 Kilometern aufgetaucht.
10:12Und ein Krankenwagen zum Transport des Patienten ist nirgendwo bestellt worden.
10:17Dann kann er nicht einfach vom Erdboden verschluckt sein.
10:20Das ist noch nicht alles.
10:21Den Namen, den die angebliche Mutter im Krankenhaus angegeben hat, den gibt es gar nicht.
10:25Ein Friedhelm Riedl ist weder in München noch in einem der umliegenden Landkreise gemeldet.
10:31Seine Freunde haben ihn weggebracht, damit er nicht reden kann.
10:34Er konnte nicht mehr sprechen.
10:35Wird er auch nie wieder.
10:36Aber das haben sie nicht gewusst.
10:38Eine Entführung lässt man, Nenni.
10:41Hörst den Jungs eine Nummer zu groß.
10:44Guckt euch das hier mal an.
10:46Hier.
11:03Herr Henning.
11:05Ja, bitte.
11:06Guten Tag.
11:07Kriminalpolizei Victor Siska.
11:08Das ist mein Kollege Herr Lessmann.
11:09Tag.
11:10Guten Tag.
11:11Sie haben uns freundlicherweise über diesen Unfall informiert.
11:14Ich meine, das Unterlassen hat dem zu helfen, wäre er liegen geblieben.
11:16Die Arschlöcher hat den, glaube ich, verrecken lassen.
11:18Leute sind das zum Arbeiten zu dämlich, zum Nachdenken auch.
11:22Aber solche Maschinen können Sie sich an ein Kennzeichen der Motorräder erinnern?
11:27War zu dunkel.
11:27Der Mann, den Sie zum Krankenhaus gebracht haben, hat schwere Hirnverletzungen.
11:31Der wird nie wieder aufwachen.
11:33Aber wenn Sie mich fragen, so sah der auch raus.
11:36Ich muss mir jetzt was zu essen machen.
11:38Zwei Minuten werden Sie wohl haben.
11:40Aber nicht länger.
11:41Wie haben Sie den Jungen eigentlich zum Krankenhaus gebracht?
11:43Mit dem Wagen.
11:44Oder glauben Sie, ich habe ihn getragen?
11:46Sie haben ihn einfach so raufgepackt.
11:48Sie haben ihn auf eine Leiter gelegt und dann nach oben geholt.
11:50Und die anderen beiden haben mit angefasst.
11:52Der eine an dem einen Ende, der andere ist auf den Wagen gestiegen.
11:55Aber erst, nachdem ich es ihm gesagt habe.
11:56Wir würden uns die Leiter gerne mal ausborgen.
11:59Kostet aber eine Leihgebühr.
12:0120 Eier am Tag.
12:02Wir brauchen Sie zwei Stunden.
12:03Wir müssen Sie auf Fingerabdrücke untersuchen.
12:06Wird Sie oft benutzt?
12:07Naja, eher nicht.
12:08Sie ist auf dem Wagen.
12:10Das machen wir schon.
12:11Wenn wir was finden, kriegen Sie eine Eintrittskarte für einen Polizeiball.
12:15Sie können sich schon mal ein Smoking besorgen.
12:17Kann aber nicht tanzen.
12:19Gibt doch was zu essen.
12:19Hm.
12:35Das war's für heute.
12:54Station 4, Schwester Anna?
12:56Ja, Raimund Thiel. Ist mein Vater da?
12:59Er spricht mit dem Professor.
13:02Ich wollte nur sagen, dass ich fertig bin.
13:04Ich gebe's gleich weiter.
13:05Danke.
13:10Wie viel Zeit bleibt uns denn noch übrig?
13:13Ohne Transplantation ein halbes Jahr.
13:16Ja, wir haben immer noch niemanden mit diesem außerordentlich seltenen Blutmuster gefunden.
13:23Ich mache mir nichts vor.
13:25Und gerade deswegen möchte ich Sie nach Hause holen.
13:29Herr Raimund, Sie ist fertig.
13:31Helfen Sie ihr bitte?
13:32Selbstverständlich.
13:35Ich muss Sie aber darauf aufmerksam machen, dass es zu Komplikationen kommen kann.
13:39Ich weiß doch, dass ich Sie jederzeit wieder zu Ihnen zurückbringen kann, oder?
13:43Und das können Sie.
13:46Ich möchte noch Frau Dr. Bloch sprechen.
13:48Das werde ich fahren lassen.
13:50Ich warte da draußen.
13:55Sabine!
13:57Frau Dr. Bloch!
13:58Auf Wiedersehen!
14:00Und alles, alles Gute.
14:01Sie werden es schaffen.
14:02Vielen Dank für alles.
14:03Und alles Gute.
14:40Herr Raimund, Sie wollten nicht sprechen?
14:43Ja, ich wollte mich von Ihnen verabschieden.
14:47Wie fühlt sie sich?
14:50Sie macht alles mit.
14:52Wir sehen uns bald.
14:55Das denke ich auch.
14:59Danke für alles.
15:15Hau dir schon ab?
15:16Ich bin ausgepowernt.
15:17Wer es glaubt?
15:18Warum lässt du ohne sich nicht mehr blicken?
15:20Wir machen einen Wüstentriff.
15:21Ah!
15:22Arizona.
15:22Ciao.
15:31So, wo stehen wir eigentlich?
15:33Am Abgrund.
15:34Keine Scheiße.
15:36Scheiße ist, dass er hops ist.
15:38Komm.
15:54Was soll denn der Scheiß?
15:55Hau mal die funzeln aus.
15:58Guten Abend.
16:00Warum macht ihr hier so eine Show?
16:01Na ja, damit wir Sie besser sehen können.
16:03Und wozu das Ganze?
16:05Georg Lose?
16:06Ja?
16:07Dann sind Sie Bernd Kandler.
16:09Ja und?
16:10Steigen Sie ab, beide.
16:12Wir haben Sie in unserer Kartei mit Fotos und Fingerabdrücken.
16:17Aus Friedensbruch, Schlägereien, Automaten, Diebstahl.
16:21Naja, eher Kleinigkeiten heutzutage.
16:25Ja, aber jetzt haben wir Ihre Fingerabdrücke auf einer Leiter gefunden, mit der Ihr Freund
16:31und Ihr Bruder ins Krankenhaus abtransportiert wurde.
16:35Wir wüssten natürlich sehr gerne, was vor und nach diesem Transport passiert ist.
16:42Keine Antwort, gut, dann sind Sie vorläufig festgenommen.
16:44Die Kollegen kümmern sich dann um Sie.
16:49Und unsere Maschinen?
16:50Na ist doch klar, mit denen fahren wir jetzt nach Hause.
16:53Was?
16:53Sie nicht.
16:55Na gut, dann lassen wir sie uns halt einpacken.
17:28Ich kann nicht schlafen.
17:30Soll ich dir was zu trinken holen?
17:32Nein, danke.
17:44Wie alt ist Sie geworden?
17:4835.
17:52Zehn Jahre älter als ich.
18:01Du wirst viel älter werden als Sie.
18:16Ja und?
18:17Als Sie das Motorrad abholen wollten?
18:18Da hat er nichts gemacht.
18:20Ein paar Schrauben festgezogen, das war alles.
18:22Und dafür verlangte er zu viel Geld.
18:24Und das haben Sie ihm natürlich nicht gegeben.
18:26Nein.
18:27Und er wollte die Maschine deshalb behalten.
18:29Das macht er immer so, dafür ist er bekannt.
18:31Ja und, dann?
18:33Bis Sie geschüttelt haben ihn, damit er zur Besinnung kommt.
18:37Und Ihr Freund Olli hat dann mit dem Helm zugeschlagen, bis er den Geist aufgab.
18:40Das ist nicht wahr.
18:42Olli hat den Helm liegen lassen.
18:44Was andere damit machen, dafür können wir doch nichts.
18:46Und dann haben Sie dem Toten auch den Schlüssel gestohlen, den Tresorschlüssel.
18:49Der war nicht tot und wir haben auch keinen Schlüssel.
18:52Ach, vielleicht fällt es Ihnen ja noch ein.
18:56Wir haben Zeit.
19:04Und, was hat er gesagt?
19:05Dasselbe wie Sie, Sie haben sich ja abgesprochen.
19:08Darum sollten wir.
19:21Sie haben sich ja abgesprochen, weil Sie mittlerweile wissen, dass es um Mord geht.
19:25Jetzt fangen Sie wieder damit an?
19:26Und ich werde nicht damit aufhören.
19:28Bis Sie uns gesagt haben, wo Sie Ihren Bruder hingebracht haben.
19:31In der Nacht zum Mittwoch.
19:33Als Ihr Bruder aus dem Krankenhaus entführt wurde.
19:35Wo waren Sie da?
19:36Wir haben ein paar Euro verdient bei Getränkehuber.
19:39Und dann?
19:40Dann waren wir in unserer Stammkneipe.
19:41Da kennt uns jeder.
19:42Da haben wir ungefähr 100 Zeugen.
19:45Zwei oder drei würden Ihnen schon helfen.
19:48Sie haben noch gar nichts gegen uns in der Hand.
19:52Aber wir werden was finden.
19:54Das können Sie mir glauben.
19:55Und jetzt können Sie gehen.
20:01Ihr Freund auch?
20:17Ich möchte dir von einem Mann erzählen.
20:21Einem Russen.
20:22Ich wünsche einen guten Appetit.
20:23Danke.
20:24Dankeschön.
20:35Ich habe ihn in Wien auf einem Kongress kennengelernt.
20:41Ein ganz hervorragender Arzt.
20:44Ich nehme keinen Zucker.
20:46Wie konnte ich das vergessen hinzulegen?
20:48Das macht doch nichts.
20:56Wo war ich denn jetzt stehen geblieben?
21:00Du hast ihn in Wien kennengelernt.
21:02Ach ja.
21:03Also,
21:06die Russen haben immer wieder
21:08große Mediziner hervorgebracht.
21:13Und Timofeev leitet
21:14ein Sanatorium auf der Krim.
21:18Du erwartest nicht,
21:19dass ich da hinfache?
21:22Doch.
21:25Doch.
21:29Weil man dort etwas
21:30für dein Herz tun kann.
21:33Timofeev kennt
21:34deine Krankengeschichte.
21:36Ich will,
21:37dass du gesund wirst.
21:55Kommen Sie mit?
21:58Entschuldigung, Hane.
21:59Geht mir genauso.
22:01Ich wollte Ihnen noch was
22:02mit auf den Weg geben.
22:03Ja.
22:04Hoffentlich was Erfreuliches.
22:06Wie man es nimmt.
22:08Geschäftsführer und Angestellte
22:09der Getränkefirma Huber
22:10bestätigen,
22:11dass Kandler und Lohse
22:12vergangener Mittwoch
22:13zwischen 17 und 20 Uhr
22:15dort Flaschen sortiert haben.
22:17Anschließend haben sie sich
22:18in ihren Bikerschuppen ausgetobt.
22:20Zeugen sind der Zapfer
22:21und ein Dutzend Gäste.
22:23Ja.
22:25Das dachte ich mir gleich.
22:26Die haben ihn nicht entführt.
22:28Für die Jungs
22:28ist das eine Nummer zu groß.
22:30Aber, Hane,
22:33wer sonst könnte
22:34ein Interesse daran haben,
22:35diesen
22:36schwer verletzten Jungen
22:38aus dem Krankenhaus zu holen?
22:40Ja,
22:42das ist die Frage.
22:47Wie lange hat er hier gelegen?
22:50Solange bis Atmung
22:51und Kreislauf
22:51sich stabilisiert hatten.
22:53Und danach?
22:53Kam er auf die erste innere
22:56Einzelbettzimmer.
22:56Was suchen Sie denn hier?
23:00Immer noch dasselbe.
23:01Spuren Ihres verschwundenen Patienten.
23:03Wie können wir Ihnen helfen?
23:05Was haben Sie unternommen,
23:06das Leben Herrn Kandlers zu retten?
23:08So heißt er nämlich wirklich
23:10Olaf Kandler.
23:11Ich denke,
23:12das besprechen wir besser
23:12in meinem Büro.
23:14Ich muss die Visite
23:15kurz unterbrechen.
23:16Bitte.
23:19Danke, Schwester.
23:24Ich habe hier
23:25die Untersuchungsbefunde
23:26der einzelnen Stationen.
23:27Die Krankenakte
23:28hatten wir ja der Mutter mitgegeben.
23:32Das Leben des Patienten
23:33war nicht mehr zu retten.
23:34Im Gegenteil,
23:35wir mussten befürchten,
23:36dass durch Nachblutungen
23:37der Hirnstamm unter Druck gerät
23:39und so
23:39der endgültige Tod eintritt.
23:42Wenn ein Arzt
23:43einen Fehler macht,
23:44einen sogenannten
23:46Kunstfehler,
23:46durch den ein Patient
23:48zu Tode kommt,
23:49wie verhält er sich dann?
23:51Gibt er seinen Fehler zu?
23:52Wird er versuchen,
23:53ihn zu vertuschen?
23:54Oder wird er möglicherweise
23:55so weit gehen,
23:55ihn das Opfer
23:56seines Kunstfehlers
23:57verschwinden zu lassen?
23:58Ich hätte Ihnen
23:58ein bisschen mehr Niveau
23:59zugetraut.
24:01Ich denke,
24:02Sie verkennen hier
24:02die Situation.
24:03Also reden Sie bitte
24:04nicht von Niveau.
24:05Ja, jetzt hören Sie mal
24:06ganz genau zu.
24:06Es geht hier um Mord.
24:08Das Verschwinden
24:09eines Ihrer Patienten,
24:10Olaf Kandler,
24:11ist niemals
24:12in dieser Klinik
24:13Brodersen angekommen.
24:14Wir möchten noch einmal
24:15mit der Ärztin sprechen,
24:16die die Verlegung
24:17beaufsichtigt hat.
24:17Ich kann Ihnen im Moment
24:18dazu nichts sagen.
24:20Frau Dr. Bloch
24:21ist bis zum Ende
24:21des Monats in Urlaub.
24:22Wo können wir Sie erreichen?
24:24Das kann man Ihnen
24:25im Sekretariat sagen.
24:27Ich muss jetzt
24:27wieder zur Visite.
24:33Wenn Sie mich bitte
24:34entschuldigen wollen.
24:48Soll ich dir noch
24:49was zu lesen besorgen?
24:50Nein, danke.
24:54Du landest in sechs Stunden.
24:56Dr. Timo Feje
24:57wird dich dann
24:58in Empfang nehmen.
24:59Er spricht übrigens
24:59sehr gut Englisch.
25:02Ja, in drei Tagen
25:03komme ich danach.
25:04Dann kennst du schon
25:05dein Behandlungsprogramm.
25:06Herr Raimund?
25:08Ja?
25:09Guten Tag.
25:10Guten Tag.
25:11Beate Lerch.
25:11Ich begleite Ihre Tochter.
25:13Schön, dass Sie gekommen sind.
25:15Guten Tag.
25:16Ich möchte wie eine
25:17ganz normale Passagierin
25:18behandelt werden, bitte.
25:19Das werden Sie auch.
25:21Ich lasse Sie noch
25:22eine Minute allein.
25:22Bis gleich.
25:38In acht bis zehn Wochen
25:39bist du wieder hier.
25:41Und zwar gesund,
25:43für immer.
25:44Du wirst wieder laufen
25:45und schwimmen
25:46und tanzen.
25:48Ich weiß gar nicht,
25:49ob ich das noch will.
25:53Vor allem wirst du
25:54wieder lachen.
26:02Komm.
26:26Wenn Sie mit dem Nächsten nicht kommen,
26:28dann fahren wir nach Hause.
26:31Ja.
26:33Und wenn Sie kommen?
26:36Dann bleiben wir.
26:38Genau.
26:43Wir bleiben.
26:47Sprechen Sie mit mir?
26:48Guten Abend.
26:49Ich spreche mit meinem Kollegen.
26:50Guten Abend.
26:52Guten Abend.
26:52Ich nehme an,
26:53Sie wollen zu mir.
26:54Mhm.
26:57Kommen Sie ran.
27:02Sie haben Urlaub?
27:05Ich bummle Überstunden ab.
27:07Das ist ja eine Kühlbox
27:08für Infusionsbeutel, stimmt's?
27:10Ich missbrauche Sie,
27:11wenn ich unterwegs Picknick mache.
27:12Wo waren Sie denn?
27:14In den Bergen.
27:15Kennen Sie die Partnacht, Klam?
27:16Na klar.
27:17Mit den Schuhen?
27:19Ich lasse meine Wanderschuhe
27:20immer im Wagen.
27:22Bitte sehr.
27:28Ich brauche das jetzt.
27:30Möchten Sie auch?
27:32Nein.
27:32Oh nein, nein.
27:33Danke.
27:34Danke, nein.
27:36So.
27:38Und jetzt sagen Sie bitte,
27:39was wollen Sie von mir?
27:41Aber vorher setzen Sie sich.
27:44Auf Ihr Wohl.
27:46Danke.
27:49Wie lange arbeiten Sie schon in dieser Klinik?
27:52Fast sechs Jahre.
27:53Aber ich werde bald aufhören.
27:55Ich will eine eigene Praxis aufmachen.
27:57Oh, das kostet aber Geld.
28:00Was kostet heutzutage kein Geld?
28:03Ja.
28:04Sie haben doch die Verlegung dieses
28:08Apalikers beaufsichtigt.
28:10So nennt man Menschen mit Ausfall des Großhirns, ja.
28:13Und Ihnen ist dabei kein Moment der Gedanke gekommen,
28:15dass da irgendwas nicht stimmen könnte?
28:19Nicht einen Augenblick.
28:22Und Sie haben keine Vorstellung,
28:23wohin man den Mann gebracht haben könnte?
28:26Nicht die geringste.
28:27Aber Sie halten es für möglich,
28:29dass der Mann noch lebt.
28:30Wenn er die richtige Behandlung bekommt.
28:32Was ich nur hoffen kann.
28:35Wie lange könnte er denn
28:36bei richtiger Behandlung
28:37am Leben gehalten werden?
28:38Bis man die künstliche Ernährung einstellt.
28:41Aber das wird man beim Apaliker nicht tun.
28:43Das Gesetz verbietet das.
28:45Noch Fragen?
28:47Danke, nein.
28:51Wiedersehen.
28:53Wiedersehen.
29:03Wir hätten uns die Wanderschuhe
29:04in Ihrem Wagen zeigen lassen sollen.
29:06Ja, und die Kühlbox mit den Krümeln drin
29:08vom Picknick in den Bergen.
29:09Hane, wir sollten uns um Ihr Telefon kümmern.
29:11Oh, eine Abwehrgenehmigung.
29:13Ja, lassen Sie sich eine Begründung einfallen.
29:15Ich bin mir sicher, Sie finden eine.
29:24Ja, ich bin mir sicher, ich bin mir sicher.
29:56Stopp! Runter!
30:28Abstoßungsreaktionen nach Herztransplantationen.
30:31Oh, das klingt ja spannend.
30:34Ja, es ist der Titel einer inaugural Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität in
30:42München.
30:43Wird immer spannender, Hane.
30:44Vorgelegt im März 1997 von Eva Bloch.
30:50Jetzt wird's wirklich spannend.
30:52Das ist doch die Ärztin, die die Verlegung von Olaf Kandler beaufsichtigt hat.
30:56Hane hilft uns das irgendwie weiter.
30:57Das weiß ich noch nicht. Jedenfalls ist die Frau Doktor ihrem Spezialgebiet treu geblieben.
31:02Im Krankenhaus arbeitet sie in der ersten Inneren. Herz- und Kreislauferkrankungen.
31:07Aha.
31:08Störe ich?
31:09Was? Nein. Wie? Ja, wer weiß.
31:12Die Techniker sind mit der Untersuchung des Motorrads fertig.
31:15Und?
31:16Bingo.
31:24Lessmann, was ist das da?
31:26Das ist Ilex Grenata.
31:34Arne?
31:34Ja.
31:35Lessmann, auf geht's.
31:44Einen doppelten Whisky.
31:46Was machst du denn?
31:46Molte oder?
31:47Rassenmagen.
31:50Ja.
31:53Ich glaube, der Name ist auch vorbei.
31:54Ja, passiert.
31:57Ja, auch verkackt.
32:04Ich bin dumm, mein Schwanz ist grum, mein Bruder bleibt für immer stumm.
32:09Das ist immer falsch, ich komme eigentlich.
32:10Ey, warte auf.
32:11Wo ist der denn überhaupt?
32:12Bist du nochmal dran?
32:14Sagen Sie doch bitte den beiden Jungs, ich hätte sie gerne gesprochen.
32:22Bernie, ich glaube, da will einer was von euch.
32:32Ja, die kommen jetzt gleich um die Ecke.
32:44So, das ist ja clever, dass Sie da hinten rauslaufen.
32:46Dann ist es nämlich ein bisschen kürzer zum Wagen.
32:48Dieser freundliche Herr wird Sie begleiten.
32:50Die sind festgenommen.
32:57Kaliber 7,65.
33:00Die steckte unter dem Sattel des Motorrads, das Sie im Starnberger See versenkt haben.
33:04Das Motorrad gehörte Ihrem Bruder.
33:06Die Pistole dem Mann, der in seiner Baracke erschlagen wurde.
33:10Sie haben ihm den Schlüssel abgenommen und den Tresor geleert.
33:133000 Euro und die Pistole.
33:17Sie sind dran.
33:19Na, was ist?
33:23Was ist?
33:26Also.
33:29Ja, ihr habt ihn verprügelt und dann?
33:37Erst haben wir ihm gesagt, er soll vernünftig sein.
33:41Ja, und dann?
33:43Dann ist der Streit eskaliert und dein Bruder hat seinen Helm genommen und...
33:47Er wollte ihn doch nicht totschlagen.
33:49Er wollte ihm bloß den Denkzettel verpassen.
33:51An solchen Denkzetteln sind schon manche gestorben.
33:55Wer hat dem Mann den Tresorschlüssel abgenommen?
33:59Ja.
34:01Ach gut.
34:04Also, die Pistole hat dein Bruder eingesteckt.
34:08Und das Geld?
34:10Das Geld habt ihr geteilt.
34:13Oh Gott.
34:15Abführen.
34:17Wissen Sie, was mit meinem Bruder ist?
34:22Wir wissen es nicht.
34:24Kommen Sie bitte.
34:26Sie ist ganz.
34:29Und wann können wir uns das anhören?
34:33Danke, wir sind sofort da.
34:35Hane!
34:37Kollegen haben ein Telefongespräch von Frau Dr. Bloch abgehört.
34:40Ah, wird ein langer Abend, aber nehmen Sie sich doch einen Apfel mit oder so.
34:44Verflixt.
34:45Ausgerechnet heute habe ich keinen dabei.
34:54Guten Abend.
34:55Was wird Sie zu mir?
34:57Wir haben ein paar Fragen.
35:02Wenn ich Ihnen dienlich sein kann?
35:04Vor einer Woche wurde ein Notfallpatient ins Elisabeth Krankenhaus eingeliefert.
35:08Drei Tage später ist er auf mysteriöse Weise verschwunden.
35:12Mhm.
35:13Ich habe davon gehört.
35:14In demselben Krankenhaus lag bis vor drei Tagen Ihre Tochter.
35:18Dürfen wir fragen, was ihr gefehlt hat?
35:22Das dürfen Sie.
35:23Vor zwei Jahren bekam sie eine Herzmuskelentzündung in Folge eines Virusinfekts und daraus hat sich eine Herzerweiterung entwickelt.
35:31Eine schwere Krankheit.
35:34Eine sehr schwere.
35:37Wie schwer?
35:41Keine Aussicht auf Heilung.
35:43Warum fragen Sie?
35:43Sie kennen die Oberärztin der ersten Inneren, Frau Dr. Bloch.
35:46Natürlich.
35:48Sie hat meine Tochter behandelt.
35:49Sie haben weiterhin Kontakt zu ihr?
35:52Wie kommen Sie darauf?
35:53Sie haben mit ihr telefoniert.
35:58Das stimmt.
36:06Vor einer Stunde ist sie angekommen.
36:08Aha.
36:09Ja, das sind sie.
36:10Der Flug ist hier gut bekommen.
36:11Das habe ich nicht anders erwartet.
36:14Wie sieht es bei Ihnen aus?
36:16Alles in Ordnung.
36:18Für Donnerstag habe ich eine Maschine geschapert.
36:21Die genaue Abflugszeit erfahren Sie noch.
36:24Ich halte mich bereit.
36:30Warum haben Sie die Maschine geschatert?
36:32Wo wollen Sie hin?
36:36Das kann ich Ihnen gerne sagen.
36:37Nach Seville, ja.
36:39Erstens mal ist das eine wunderschöne Stadt.
36:42Zweitens mal habe ich dort geschäftlich zu tun.
36:44Und ich habe Frau Dr. Bloch eingeladen, mitzukommen.
36:48Immerhin hat sie sehr viel für meine Tochter getan.
36:50Ein kleines Dankeschön, wenn Sie so wollen.
36:53Sie würden alles tun, Ihrer Tochter zu helfen, nicht wahr?
36:57Ja.
37:04Wiedersehen.
37:18Nummer 56 im Hinterhof.
37:22Sie fahren dann sofort weiter.
37:24Wo soll ich Sie abholen?
37:27Ich gebe Ihnen noch Bescheid.
37:29Okay.
37:31Also, ich habe mich bei Ihnen hier ein paar Paarieren.
37:37Ich gebe Ihnen noch was, ich habe mir ein paar Mal.
37:41Ich gebe Ihnen noch etwas Witz.
37:53Nein, ich gebe Ihnen noch.
37:54Ich gebe Ihnen noch einmal.
37:55Ich gebe Ihnen noch mal.
37:57Es ist etwas Witz.
37:57Nein, ich gebe Ihnen noch einmal.
38:02Wer ist da?
38:04Ja, hier, Raimund.
38:05Danke.
38:10Und da?
38:12Ist Frau Dr. Bloch da?
38:14Ja, da siehst du sie.
38:15Kommen Sie dann.
38:20Aber sie hat sich doch gebeten, nicht zu kommen.
38:23Es ist wichtig.
38:25Moment.
38:29Eva?
38:29Ja?
38:30Kommen Sie bitte.
38:31Herr Raimund ist da.
38:41Was ist passiert?
38:44Ich lasse sie schon allein.
38:47Danke.
38:54Ihre Telefonate werden abgehört und sogar mitgeschnitten.
38:59Möglicherweise werden auch wir observiert.
39:01Wir dürfen also eventuelle Verabredungen nur noch über Dritte führen.
39:05Den Abflug musste ich vorverlegen auf heute Abend.
39:09Ist das möglich?
39:11Ich sehe kein Problem.
39:14Bis jetzt ist alles gut gegangen.
39:16Das wird es auch weiterhin.
39:18Ich bleibe hier, bis ich abgeholt werde.
39:21Ich danke Ihnen.
39:23Ich habe zu danken.
39:36Sie erkennen hier das leicht vergrößerte Herz der Patientin Raimund.
39:39Und hier ein Jahr später ist die Vergrößerung schon nicht mehr zu übersehen.
39:42Das ist der aktuelle Stand.
39:45Die Herztätigkeit ist zu 40 Prozent eingeschränkt.
39:48Gibt es eine Heilungschance?
39:50Dafür sind die Schäden zu groß.
39:52Lattung könnte nur noch eine Transplantation bringen.
39:55Ein neues Herz?
39:56Ja.
39:58Wir haben alles versucht.
39:59Wir haben auch Kliniken rund um den Erdball angeschrieben.
40:01Der Vater war in Japan, in den USA.
40:04Das war alles vergebens.
40:06Sie haben kein neues Herz gefunden?
40:08Kein Herz, was für unsere Patientin geeignet wäre.
40:11Wir können ein Organ nicht einfach so von einem Körper in den anderen verpflanzen.
40:15Sondern Empfänger und Spender müssen das gleiche HLA-System, das gleiche Blutmuster haben.
40:22Sonst wird das Organ wieder abgestoßen.
40:26Und diese Patientin hat ein Muster, das...
40:28Das von 100.000 Menschen nur einer hat.
40:33Das heißt, diese Patientin muss sterben, es sei denn, es wird so ein Mensch gefunden.
40:38Und dieser Mensch muss tot sein, absolut tot, damit man das Herz entnehmen kann.
40:44Und er muss vor seinem Tod sein Einverständnis gegeben haben, oder die Angehörigen danach.
40:52So ist es.
40:54Danke.
41:16So ist es.
41:22So ist es.
41:29Das war's.
42:01Was ist denn hier los? Ihr seid ja noch fleißig. Was arbeitet ihr denn?
42:04Nichts Besonderes. Wir haben uns in der Wohnung der beiden Festgenommenen umgesehen und zwei Kartonsfotos mitgebracht.
42:11Und? Was Interessantes dabei?
42:12Sie sollten mal einen Blick drauf werfen, bevor Sie sich anderem zuwenden.
42:16Familie, Schule, Ausflüge, das Übliche. Es sind auch ein paar Fotos des verunglückten Bruders dabei.
42:21Moment mal, was ist denn das hier?
42:23Olaf Kandler in einem Schießstand.
42:24Ja, das sehe ich. Ich meine, was anderes. Hier, da.
42:27Diese feine Linie über dem Handgelenk. Sieht aus wie eine Tätowierung, oder?
42:34Na, vergrößert ergibt das eine Buchstaben- und Zahlenreihe.
42:44B7, B9, DR4, DR3.
42:50Da, hier steht's ja. Das ist das HLA-Muster des Jungen.
42:54Was ist ein HLA-Muster?
42:57Human Lycoside Antigen.
42:59Ach so, das genetische Merkmal, ja.
43:01Vor zwei Jahren ist bei einem Volksfest in Rammersdorf eine Frau ermordet worden.
43:05Der Tatverdächtig wurden zwei junge Männer, einer Olaf Kandler.
43:08Den Männern wurden Speichelproben für eine DNA-Analyse abgenommen,
43:11aber Kandlers Blutmuster entsprach nicht.
43:13Den Spuren am Tatort wurde freigelassen.
43:16Und aus Trotz und Übermut hat er sich die Formel seines Musters auf den Arm tätowieren lassen.
43:21Und als der bewusstlose Junge jetzt ins Krankenhaus eingeliefert wurde,
43:25da entdeckte Oberärztin Frau Dr. Bloch diese Tätowierung.
43:29Und sie wusste sofort, dieses Blutmuster hat ihre kranke Patientin, Sabine Reimund.
44:00Noch 20 Minuten.
44:02Danke.
44:11Ihr Dienst sind wohl nie am Ende.
44:14Wir bitten vielmals um Entschuldigung, wir haben keine Zeit zu verlieren.
44:17Wir versuchen ein Verbrechen zu verhindern.
44:19Deswegen kommen Sie zu mir.
44:20Der Zustand Ihrer Tochter war hoffnungslos als das Schicksal oder der Zufall,
44:24ganz wie Sie wollen, Ihnen eine letzte Chance bot.
44:26Die Oberärztin des Elisabeth-Krankenhauses, Frau Dr. Bloch, hat sie benachrichtigt,
44:31dass ein halbtoter Mann mit dem seltenen Blutmuster ihrer Tochter eingeliefert worden ist.
44:35Was haben Sie ihr für die Mithilfe bei der Entführung dieses Mannes geboten, Herr Reimund?
44:39Sie bezahlen ihr die Praxis, die sie aufmachen will.
44:47Vor zehn Jahren habe ich meine Frau verloren, meine Tochter hat ihre Mutter verloren.
44:53Das hat uns nur enger aneinander geschweißt.
44:56Ich würde meine Tochter nicht sterben lassen.
44:58Begreifen Sie doch, Sie wollen, dass ein anderer für Sie stirbt!
45:01Ein gewissenloser Totschläger, der nicht mehr denken und fühlen kann.
45:05Der aber noch lebt, auch wenn er seinen Verstand verloren hat!
45:09Ein vegetierendes Nichts gegen ein geliebtes Kind.
45:13Vor dem Gesetz sind beide gleich.
45:15Wo haben Sie Olaf Kandler hingebracht?
45:18Das werden Sie von mir nicht erfahren.
45:21In drei oder vier Tagen wird Ihre Tochter ein neues Herz bekommen,
45:24das Herz eines Mannes, der noch atmet!
45:26Sex, der aber keine Ahnung mehr von sich selber hat.
45:30Wir wissen nicht, was in ihm vorgeht!
45:32Und Sie, Sie wissen es auch nicht!
45:36Was würden Sie tun, wenn Sie eine Tochter hätten?
45:38Oder eine Mutter haben?
45:39Oder eine Schwester?
45:40Oder einen Bruder!
45:41Was würden Sie tun?
45:47Ich muss Sie festnehmen wegen Mitwirkung bei einem Menschenraub
45:53und bei Hilfe zu einer Mordplanung.
46:01Sie tun nur Ihre Pflicht.
46:05Genauso wie ich.
46:07Kommen Sie bitte.
46:23Ihr Handy klingelt im Wagen.
46:25Was?
46:26Ihr Handy!
46:28Oh ja.
46:31Ja?
46:32Ja, Lestmann?
46:33Viktor, wir haben eben eine Meldung bekommen.
46:35Auf dem Flughafen Menningen ist eine Maschine gelandet.
46:37Zwei strahlig Charter.
46:3824 Stunden früher als geordert.
46:40Für 0.10 Uhr ist da Weiterflug angemeldet.
46:43Krankentransport, zwei Begleitpersonen.
46:45Sieh dort ist Yalta.
46:46Was machen wir?
46:46Ja, Lestmann.
46:48Verhindere, dass der kranke Passagier an Bord kommt.
46:50Sprich mit dem Piloten.
46:51Lass die Maschine auf keinen Fall in die Luft, ja?
46:53Wir treffen uns am Flugplatz.
46:55Alles klar.
46:59Was machen wir?
47:26?
47:37Was machen wir?
48:15Untertitelung des ZDF, 2020
48:16Ja, Lesmann, was gibt's?
48:18Ich hab die Maschine gestoppt. Der Pilot ist neben mir. Aber weder Frau Dr. Bloch noch der Patient sind hier
48:23angekommen.
48:24Täuschungsmanöver?
48:25Ja, wir sind gelinkt worden.
48:26Die Maschine war ein Lockvogel, Raimund hat das alles so arrangiert. Aber vielleicht starten die ja ganz woanders, von irgendeinem
48:32Wald- und Wiesenflugplatz.
48:33Lesmann, bleib erstmal da. Ich ruf dich gleich wieder an.
48:35Hanne, rufen Sie bitte die deutsche Flugsicherung an.
48:39Hanne, Krippel München, ist bei Ihnen ein Flug für heute noch gemeldet, nach Yalta?
48:44Ein Flug nach Yalta wurde vor fünf Minuten gecancelt. Aber eben kam eine Anmeldung für einen Krankentransport nach Yalta.
48:51Startzeit in genau 15 Minuten vom Flughafen Karlsbach.
48:55Können Sie den Start verhindern?
48:56Ohne richterlichen Beschluss? Nein.
48:59Danke.
49:01Wie weit ist der Flughafen entfernt?
49:03Circa 25 Kilometer.
49:06Na dann los.
49:20Wir sind bereit für Leinersdau.
49:23Fertig, Leininger von der 2.
49:26Leinersdau.
49:27Flaps approach.
49:29... und von Schiff.
49:30... und von Schiff.
49:32... und von Schiff.
49:34... und Windschilds.
49:35... und Schiff.
49:37... und Schiff.
49:37Nr. 1.
50:35Untertitelung des ZDF, 2020
50:45Untertitelung des ZDF, 2020
51:16Ende der Reise! Triebwerke abstellen! Steigen Sie aus!
51:26Morgen, Herr Hane!
51:27Morgen, Siska!
51:29Und?
51:30Frau Dr. Bloch hat ein volles Geständnis abgelegt.
51:33Blieb ihr nicht viel anderes übrig?
51:35Als sie die Tätowierungen mit dem passenden Blutmuster am Arm des Jungen entdeckte, informierte sie Raimund und machte ihm gleichzeitig
51:42klar, dass es für das Herz des Halbtoten niemals eine Transplantationserlaubnis geben würde.
51:49Ja, der Vater, der wollte das Herz um jeden Preis. Und er bot ein Vermögen. Und Frau Dr. Bloch, die
51:56eine eigene Praxis aufmachen wollte, die, die brauchte das Geld, Geld, Geld, Geld.
52:01Und sie erfand die Geschichte mit der traurigen Mutter und sorgte für die Verlegung.
52:06Was ist jetzt mit dem Jungen?
52:08Man hat ihn auf die Intensivstation des Großklinikums gebracht. Durch die Umstände der Entführung und des Transports ist die befürchtete
52:16Nachblutung eingetreten.
52:17Die Ärzte haben das Ende jeder Gehirntätigkeit festgestellt.
52:20Das heißt, das Herz könnte jetzt transplantiert werden.
52:26Jetzt wäre das möglich.
52:28Wenn ein Nahtverwandter Ja sagt.
52:32Das kranke Mädchen befindet sich?
52:34In Yalta.
52:36Hane, setzen Sie sich mit dem Vater in Verbindung. Das Mädchen soll zurückkommen, sofort.
52:44Ja, und was machen Sie?
52:46Ich?
52:48Ich werde jemanden einen kleinen Besuch abstatten.
52:59Guten Tag, Herr Kandler.
53:01Guten Tag.
53:04Was wollen Sie? Ich habe doch schon alles gesagt.
53:07Nicht ganz. Aber setzen Sie sich doch bitte erst mal.
53:12Ihr Bruder ist wieder im Krankenhaus.
53:14Und wie ist das gekommen?
53:16Das erzähle ich Ihnen später.
53:19Ich habe da eine Bitte.
53:25Wenn man Ihren Bruder noch fragen könnte,
53:30ob er sein Herz jemand anderem gibt,
53:37um dessen Leben zu retten,
53:41was glauben Sie, würdet er antworten?
53:46Er kann aber nicht mehr antworten.
53:49Deswegen frage ich ja Sie.
53:53Sie sind sein einziger Verwandter.
53:56Nur Sie
53:58können erahnen,
54:00was er jetzt antworten würde.
54:04Ihr Bruder kann einem
54:07schwerstkranken Mädchen
54:09das Leben retten,
54:13indem er sein Herz spendet.
54:17Würde das tun?
54:22Sprechen Sie für ihn?
54:30Das ist nicht so einfach.
54:40Guten Abend.
54:41Abend.
54:42Was ist mit meinem Vater?
54:44Er wird sich vor Gericht verantworten müssen.
54:46Er hat es für mich getan.
54:49Darf ich?
55:00Fräulein Raimund?
55:01Ja?
55:03Der junge Mann in der Haftanstalt
55:04hat für seinen Bruder Ja gesagt.
55:06Sobald die Ärzte Kommission zustimmt,
55:08bekommen Sie ein neues Herz.
55:14Danke.
55:17Ach ja, noch was.
55:19Der junge Mann in der Haftanstalt
55:21hat eine Bitte.
55:23Wenn Sie das Herz
55:24seines Bruders haben,
55:25dann möchte er es einmal
55:26bei Ihnen schlagen hören.

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