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  • vor 2 Tagen
Bilanzbuchhalter Rolf Waseck wird erschossen in seinem Wohnzimmer aufgefunden. Ehefrau Andrea behauptet zur Tatzeit im Bett gewesen zu sein. Die zerbrochene Fensterscheibe und fehlende Akten deuten auf einen gezielten Raubmord hin. Die Ermittlungen von Kommissar Siska und seinem Team führen in den Betrieb des Opfers. (Text: Premiere)

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Transkript
00:00Jetzt sag schon. Los! Sag endlich! Was? Was mache ich falsch? Was? Was?
00:05Nichts, Rolf. Du machst nichts falsch.
00:08Nein? Oh, der andere. Warum brauchst du den dann? Warum? Warum?
00:12Es liegt nicht an dir, Rolf. Es ist mein Gefühl. Und ich kann nichts tun gegen mein Gefühl.
00:16Er ist nichts. Er hat nichts. Ich bin was. Ich hab was.
00:22Ich lass das nicht mit mir machen. Du machst Schuss mit ihm. Und zwar sofort!
00:26Ich denke, Daniel muss ins Bett. Daniel, du gehst ins Bett. Ich muss sehen, ich komme dann zu dir hoch.
00:32Ich hätte euch rumgelassen sein. Alle zwei.
00:39Ich weiß, ich bin überschuldig. Aber mein Leben ist mein Leben.
00:48Du willst zu ihm. Du willst zu ihm. Stimmt's? Du willst zu ihm. Stimmt's?
00:54Ich hab gehört, was du zu sagen hast.
00:58Jetzt muss ich hören, was ihr sagt.
01:04Ich hab gehört, was du zu sagen hast.
01:32Ich bin Monje.
01:35Ich hab gehört, was du.
01:36Ja, ich bin dein bliiziger.
01:36Ich bindem.
01:42Ich bin Nina.
01:48Ich bin Mist.
01:48Ich bin Now Private.
02:03Jens, ein Glück, dass du da bist.
02:05Hey, bitte, bitte, nur noch diesen einen einzigen Satz und bin ich fertig.
02:09Und damit zum Ausgangspunkt unserer Route zurück.
02:20Perfekt. Ich sollte wirklich mal anfangen, tippen zu lernen.
02:26Hey, was ist denn los?
02:28Rolf weiß Bescheid.
02:29Aber wir wollten warten.
02:31Er hat mir ins Gesicht gesagt, ich habe einen anderen. Da habe ich es ihm zugegeben.
02:34Und woher weiß er das?
02:36Wahrscheinlich hat er es mir einfach nur angemerkt in den letzten Wochen.
02:41Weil es mir so gut ging, viel zu gut.
02:44Und was will er?
02:48Dass wir Schluss machen, sofort.
02:50Und du?
02:53Du singst von dir ab.
03:02Verstehe.
03:03Jens?
03:04Ja?
03:04Sag mir, wie du zu mir stehst.
03:07Zu mir und Daniel.
03:09Ich bin da.
03:10Du weißt, wer ich bin.
03:12Weißt, wo du mich finden kannst.
03:13Jederzeit.
03:21Genügt dir das?
03:22Du gibst mir Kraft.
03:26Du gibst mir so viel Kraft.
03:28Ich muss zurück.
03:31Ich muss zurück.
03:32Ich muss zurück.
03:37Alles wird gut.
04:01Alles wird gut.
04:02Und ich muss zurück.
04:18Ich muss zurück.
04:21Ich muss zurück.
04:25Es liegt auch hier auf der Strecke. Nehmen Sie mich mit.
04:31Alles klar, in zehn Minuten stehe ich unten, Hane.
04:34Und wenn Sie Glück haben, dann bin ich vielleicht sogar angezogen.
04:38Bis später.
04:57Guten Morgen. Oder was auch immer.
05:00Familie Waseck. Mann, Frau, ein Kind.
05:07Das ist der Mann.
05:10Rolf Waseck. Drei Schüsse in die Brust.
05:12Zwei davon ins Herz. Er ist noch warm.
05:15Er hat einen Einbrecher überrascht?
05:18Ja, sieht ganz danach aus.
05:20So von außen eingedrückt ist ja nicht sehr elegant.
05:23Die Einbrecher von heute. Kein Stil, aber dafür bringen Sie eine Waffe mit.
05:27Ist nichts mehr wie früher, was?
05:29Wer hat denn die Polizei verständigt?
05:31Andrea Waseck.
05:33Seine Frau.
05:37Frau Waseck.
05:40Siska, Kripo München.
05:45Sind Sie in der Lage, den Hergang zu schildern?
05:49Da gibt es nicht viel zu schildern.
05:53Ich habe geschlafen.
05:55Ich wachte auf. Ich weiß nicht, warum.
05:58Ich sah, dass Rolf nicht beim Bett lag.
06:02Ich ging nach unten.
06:05Er lag da.
06:07Wann war das?
06:09So gegen halb drei.
06:11Und was taten Sie dann?
06:13Ich habe den Notruf gewählt und gewartet.
06:16Haben Sie hier im Haus irgendwas verändert?
06:18Nein.
06:21Sie sagten, Sie sind aufgewacht, ohne zu wissen warum.
06:27Im Nachhinein denke ich, es war von einem Schuss.
06:31Im Nachhinein denkt man sich so viel.
06:33Das hier war ein Abfall, Emma.
06:35Der Teller ist mir gestern beim Abspülen aus der Hand gerutscht.
06:40Ist das Ihr Junge?
06:42Daniel, bleib, wo du bist.
06:46Kann ich ihm was geben, damit er weiterschläft?
06:48Ich will nicht, dass er das alles mit ansieht.
06:49War er die ganze Zeit über im Bett?
06:51Ja.
06:52Ja, ja, natürlich. Klar, bring es ihn hoch.
06:55Es sind ein paar geknickte Zweige im Garten.
06:58Da hat sich eindeutig jemand rumgetrieben.
06:59Morgen bei Tageslicht sehen wir hoffentlich mehr.
07:09Ich gebe dir noch was, damit du besser schläfst.
07:14Und Rolf ist jetzt ganz tot?
07:18Ja.
07:19Das ist er.
07:21Komm, trink das.
07:26Daniel,
07:28die Männer, die da sind,
07:30die werden mit dir reden.
07:32Sag ihm nicht, dass Rolf beim Abendessen böse war.
07:35Er war aber böse.
07:37Ja.
07:38Aber wenn die Leute tot sind,
07:40dann sagt man sowas nicht mehr.
07:42So.
07:42Jetzt trinkst du das noch.
07:45Jetzt wirst du gut schlafen.
07:48Ach, mein Schatz.
07:56Kamst du in dieser Gegend schon öfter zu Einbrüchen?
07:58So viel mir bekannt ist, nein.
07:59Kein Kampf, keine Unordnung,
08:01es wurde nichts durchwühlt.
08:04Na, vielleicht kam es gar nicht erst dazu.
08:08Frau Waseck,
08:09wissen Sie, ob hier irgendetwas fehlt?
08:12Ich wollte nichts andrühren.
08:13Auf den ersten Blick vermisse ich nichts, aber...
08:16Die Tür, da steht offen.
08:20Die ist sonst immer zu.
08:22Ein Büro?
08:23Rolf macht ja immer seine Buchführung.
08:25Und manchmal bringt er Arbeit mit heim.
08:27Wo hat jemand denn gearbeitet?
08:28Bei Schimpke.
08:30Schimpke Elektronik?
08:31Ja, in der Verwaltung.
08:42Hallo, Kisela.
08:44Also, hast du es ja geschafft.
08:47Glückwunsch, Andrea.
08:50Danke fürs Ballot.
08:51Ach.
08:55Wer ist denn diese Frau?
08:57Kisela, Ralf's Schwester.
08:59Wohnen Sie auch hier in der Straße?
09:00Ja.
09:01Der Charme der Vorstadt.
09:03Man ist nicht immer nah.
09:15Na, so spät war es ja noch nie.
09:17Ja.
09:19Ich hatte einen starken Gegner diesmal.
09:21Aber ich habe ihn geschlagen.
09:23Zweimal schachmatt.
09:25Gut.
09:27Ist was bei Waseck passiert?
09:30Dein Onkel ist tot.
09:34Und?
09:36Wie hat er es gemacht?
09:37Was heißt gemacht?
09:39Er hat sich doch selber.
09:41Oder?
09:42Da steht ich sowas zu sagen.
09:44Da steht ich sowas überhaupt nur zu denken.
09:47Hat er?
09:48Oder hat er nicht?
09:50Ich weiß noch nichts Näheres.
09:52Aber selbst wenn er sich was angetan hat,
09:54dann war es trotzdem sie.
10:02Na wunderbar.
10:04Ab ins Labor.
10:05Danke.
10:06Vor dem Haus auf Höhe Wohnzimmerfenster.
10:08Da gab es weitere Spuren.
10:11Wir haben einen halben Abdruck von einem Sportschuh
10:14und ein paar Fasern dunkelblauer Kleiderstoff.
10:16Das ist doch schon mal ein guter Anfang.
10:18Und jetzt üben wir drei uns im logischen Denken.
10:20Warum wurde bei Waseck eingebrochen?
10:22Dann, erste Möglichkeit, der Einbruch fand zufällig statt.
10:26Dann kann der Einbrecher eine x-beliebige Person gewesen sein.
10:29Und das fällt dort sehr, sehr weit.
10:31Zweite Möglichkeit, der Einbruch fand gezielt dort statt.
10:33Das würde bedeuten, dass der Einbruch was ganz Bestimmtes gesucht hat.
10:36Dann muss die Tat mit Wasecks näherem Umfeld zu tun haben.
10:39Genau.
10:40Und davon gibt es ja bekanntlich nur zwei.
10:42Das private und das berufliche Umfeld.
10:44Ja, und für das berufliche haben wir unseren Fachmann für Wirtschaft und Technik.
10:49Ja, Hane.
10:50Schimke Elektronik.
10:51Ja, ich bin ja schon weg.
11:02Die Kekse sind abgezählt.
11:04Da habe ich doch gar nichts anderes erwartet habe.
11:06Tja, bleibt für uns das private.
11:08Ja, und da bröcke es ganz schön hinter der Fassade.
11:10Aber zuerst müssen wir mal mit dem Jungen reden.
11:12Mal sehen, ob der auch so tief geschlafen hat wie seine Mutter.
11:24Nach wie vor nur der Anrufbeantworter.
11:27Na schön.
11:28Dann stellen Sie seine Gespräche einst mal zu mir rüber.
11:34Guten Tag.
11:35Ich suche die Abteilung von Herrn Waseck.
11:37Oh, und da haben Sie Pech.
11:39Er ist nicht da.
11:40Dabei ist er immer sehr pünktlich.
11:42Und wer vertritt ihn?
11:44Ich.
11:45Ich bin Ellen Brandes.
11:47Und Sie sind?
11:48Mein Name ist Hane und ich kann Ihnen sagen, warum er nicht pünktlich ist.
11:53Kommen Sie bitte.
11:55Ich bin von der Kriminalpolizei.
12:00Demnach ist was vorgefallen.
12:02Herr Waseck ist tot.
12:07Wie das?
12:08Er wurde letzte Nacht ermordet.
12:16Seine Frau?
12:19Wir ermitteln.
12:21Und was wollen Sie hier?
12:23Ich möchte mir einen Einblick verschaffen.
12:25Wie war denn Herr Waseck so als Mensch und Kollege?
12:29Rolf.
12:31Naja, er war da und machte seine Arbeit.
12:34Wollen Sie auch was trinken?
12:36Nein, danke.
12:37Das hätte ich gerne ausführlicher.
12:40Ausführlicher geht's leider nicht.
12:42Bei Rolf war das alles.
12:44Worin bestand seine Arbeit?
12:46Naja, was man halt so macht als Bilanzbuchhalter.
12:49Wie kamen die Kollegen mit ihm zurecht?
12:53Gut, würde ich sagen.
12:55Nur Witze haben wir ihm keine erzählt.
12:57Es dauerte immer so lange, bis er lachte.
12:59Gab es Kollegen, die ihm nahe standen, denen er sich anvertraute?
13:02Nein, seine Freunde waren die Zahlen.
13:05Mit Menschen hat er es nicht so.
13:07Er war tüchtig, aber er fiel nicht weiter auf.
13:10Genau.
13:11Wir sind ein großes Getriebe und er war ein sehr zuverlässiges Rat.
13:14So lieben wir es die Chefs.
13:15Wollen Sie sich nicht setzen?
13:17Nein, ich würde lieber einen Blick in sein Büro werfen.
13:20Ja, sicher.
13:22Kommen Sie mit.
13:24Sagen Sie, kannten Sie Frau Wassig eigentlich persönlich?
13:27Nein.
13:28Warum glauben Sie denn, dass sie ihren Mann umgebracht hat?
13:31Warum sollte ich sowas glauben?
13:33Weil das ihr erster Gedanke war vorhin.
13:35Ach nein.
13:37Ich wollte nur wissen, wie es ihr geht.
13:38Das war ein Missverständnis.
13:40Ah, ja.
13:42Das ist eine eigene Art von mir, dass ich Leute gern missverstehe.
13:46Kommen Sie.
13:54Bitte.
13:58Morgen.
14:01Ellen, du siehst ja entzückend aus.
14:04Haane, Kriminalpolizei.
14:05Wer sind Sie?
14:07Ich gehöre zum Haus.
14:08Das ist Anton Clausen, Rolfs Neffe.
14:11Was suchen Sie hier?
14:12Büroklammern.
14:15Arbeiten Sie auf dieser Etage?
14:17Eine tiefer.
14:19Und wegen sowas kommen Sie eigentlich hier rauf?
14:21Dann bleibt es in der Familie.
14:24Sie wissen, warum Ihr Onkel nicht hier ist.
14:27Ja.
14:30Er braucht nie wieder Büroklammern.
14:37Danke.
14:38Kommen Sie rechnen.
14:43Ich war im Bett.
14:44Ich war einfach bloß im Bett.
14:46Ja.
14:47Ist schön, aber irgendwann bist du doch bestimmt mal wach geworden.
14:49Ja.
14:51Weißt du denn noch, warum du wach geworden bist?
14:53Weil es laut war.
14:56Und weißt du auch noch, warum es laut war?
14:58Weil auf einmal so viele Leute da waren.
15:01Du meinst uns?
15:02Ja.
15:04Und sonst bist du vorher kein einziges Mal wach geworden?
15:09Nach meinem Notruf bin ich als erstes zu ihm nach oben, er hat geschlafen.
15:12Ich habe gehofft, dass es aber bleibt.
15:14Wann ging er ins Bett?
15:16Zu gegen neun.
15:18Bist du sofort eingeschlafen?
15:21Kann ich ihn jetzt zur Schule bringen?
15:23Ich denke, er sollte hier raus.
15:24Ja.
15:25Na, haben Sie völlig recht.
15:26Daniel, komm.
15:28Hol dein Schulzeug.
15:30Danke, Daniel.
15:31Danke.
15:41Sie haben mich doch gestern nachgefragt, ob hier im Hause irgendwas fehlt.
15:44Ja.
15:45Ralf brachte gestern was mit heim.
15:47Eine blaue Umlaufmappe.
15:49Und was enthielt diese Mappe?
15:52Arbeit vermutlich.
15:53Was hat er damit gemacht?
15:55Ich bin mir sicher, er legte sie auf den Schreibtisch im Büro.
15:59Und da liegt sie jetzt nicht mehr?
16:00Nein.
16:02Möglichkeit zwei.
16:06Ja.
16:10Das ist nur so ein Gedankenspiel.
16:13Ja, Sie haben uns vielleicht sehr geholfen.
16:15Vielen Dank.
16:16Auf Wiederschauen.
16:17Biedersinn.
16:25Ergab sich was bei der Nachbarschaftsbefragung?
16:28Nein, die Leute hier rechts sind im Urlaub.
16:29Na ja, und da?
16:31Wer wohnt da?
16:32Frau Kohler.
16:39Frau Kohler?
16:44Frau Kohler?
16:49Guten Morgen.
16:50Guten Morgen.
16:52Morgen.
16:57Frau Kohler hat geschlafen.
16:59Natürlich ohne Hörgerät.
17:00Dann gehen wir doch gleich weiter zur nächsten Anlaufstelle.
17:02Und die wäre?
17:03Ach Bender, ich bitte Sie.
17:07Frau Vaseke, Entschuldigung, wo wohnt denn Ihre Schwägerin?
17:10Warum wollen Sie das wissen?
17:11Wir müssen wieder reden.
17:13In dieser Straße, Haus Nummer 30.
17:15Dankeschön.
17:17Sie hasst mich, das wissen Sie?
17:19Ja, aber wir wissen nicht, warum.
17:22Weil es mich gibt.
17:23Das hält Sie von einem guten Grund.
17:32Guten Morgen.
17:33Ja, ja, schon gut.
17:34Ich weiß, wer Sie sind.
17:35Kommen Sie rein.
17:36Es ist selten, dass sich mal jemand freut, uns zu sehen.
17:41Sie müssen nicht herumreden.
17:47Also, wie ist es passiert?
17:50Ich bin gefasst.
17:53Ihr Bruder wurde erschossen.
17:55Von wem?
17:57Von einem Einbrecher.
17:59Und das glauben Sie?
18:01Sie glauben es nicht?
18:05Wer waren die Menschen im Leben Ihres Bruders?
18:08Außer dieser Person, mit der er verheiratet ist, meinen Sie?
18:12Ja, nehmen wir die mal aus.
18:14Mein Bruder ging nicht unter die Leute.
18:16Er hatte ein Innenleben.
18:17Er genügte sich selbst.
18:19Gut, aber es gab doch Angehörige, wie Sie zum Beispiel.
18:22Ja, ich war viel für ihn da früher.
18:25Früher, das heißt vor seiner Heirat?
18:27Ja.
18:28Wann hat er denn geheiratet?
18:30Vor fünf Jahren.
18:33Und wie haben die beiden sich kennengelernt?
18:37Auf die falsche Art.
18:40Entschuldigen Sie, aber das ist jetzt ein bisschen ungenau.
18:43Er hat eine Anzeige aufgegeben in der Tageszeitung, ohne ein Wort zu sagen.
18:47Welche Art von Anzeige?
18:50Gut situierter Angestellter sucht verständnisvolle junge Frau.
18:54Er hätte genauso gut schreiben können, kommt alle her, Leute, und holt euch mein Geld.
18:59Ja.
19:02Eine Woche später zog sie bei ihm ein, ja, zusammen mit ihrem Balk.
19:05Es gab keine Hochzeitsfeier, nur Standesamt.
19:08Ich war nicht dabei.
19:09Moment.
19:10Der Junge ist gar nicht sein eigener Sohn?
19:13Nein.
19:14Von wem ist denn das Kind?
19:15Das wissen Sie doch sicher.
19:16Oh, ja.
19:18Die große Tragödie.
19:21Sie hat es von der Liebe ihres Lebens.
19:23Sie hatte einen Freund, mit dem zog sie durch die Welt, ein Traumtänzer.
19:27Er war Bergführer.
19:30Und was wurde aus diesem Traum?
19:32Es kam, wie es kommen musste.
19:34Er fiel sich irgendwie zu Tode von irgendeinem Berg und sie musste zusehen, wo sie blieb mit dem Kind.
19:39Naja, wir wissen ja, wo sie geblieben ist.
19:43Ich nehme an, Sie haben aus Ihrer Missbilligung kein Geheimnis gemacht.
19:48Ich?
19:50Ich habe mich von da ab ferngehalten.
19:52Mein Bruder hat sein Unglück gewollt und er hat es bekommen.
19:56Wenn Sie sich ferngehalten haben, woher wollen Sie dann wissen, dass es sein Unglück war?
20:00Ja, Sie glauben da wohl nicht im Ernst, dass sowas glücklich sein kann.
20:05Können Sie mir ein paar klare Beispiele für sein Unglück sagen?
20:08Oh, die würden mir schon noch einfallen.
20:13Also ich bin mir sicher, wenn es welche gäbe, dann wären sie Ihnen bereits eingefallen.
20:16Wir bedanken uns einstweilen.
20:20Wieso eigentlich verständnisvoll?
20:22Bitte?
20:23Ja, hier, wieso hat Ihr Bruder nach einer ausdrücklich verständnisvollen Frau gesucht?
20:28Wofür sollte sie denn Verständnis haben?
20:32Ja, das...
20:34Da fragen Sie mich zu viel.
20:38Aber...
20:39Also auf jeden Fall gehe ich davon aus, dass diese Person absolut die Falsche dafür war.
20:44Ja, ist klar.
20:46Vielen Dank, Wiederschauen.
21:09Danke.
21:10Danke.
21:11mein Schatz. Wenn du von der Schule kommst, dann gibt es ein ganz großes Eis. Himbeer?
21:18So viel du magst. Beeil dich. Bis später.
21:28Keiner da? Nein, keiner da. Und wo ist keiner da?
21:35Ich will einen Freund anrufen, weißt du, der sonst hilft. Ich helfe dir. Immer.
21:40Das weiß ich, mein Schatz. Jetzt beeil dich aber.
21:50Die Nummer, die Sie gewählt haben, ist nicht vergeben.
21:54Die Nummer, die Sie gewählt haben, ist nicht vergeben.
22:06Sie sind ja immer noch da. Einen Blick, sagten Sie.
22:10Ja, ich bin noch dabei. Einen Blick von 60 Minuten?
22:1556, da bin ich sehr genau. Sagen Sie, Frau Brandes, in diesem Computer, da gibt es Dateien, die sind mit
22:22einem Passwort geschützt.
22:23Da sind die Bilanzen der Firma drin, nehme ich an.
22:26Ja, die sind geheim. Das können Sie sich ja vorstellen.
22:30Kennen Sie das Passwort?
22:31Nein. Das kennt nur Rolf und die Firmenleitung.
22:34Wir sind eine Aktiengesellschaft. Sie können sich vorstellen, wie sich da jede Indiskretion auf die Börse auswirkt.
22:41Danke.
22:45Ach ja, der Neffe von Herrn Wasser, kennen Sie den näher?
22:50Nicht so nah, wie er es gerne hätte.
22:52Ach, das klingt ja, als hätten Sie keine hohe Meinung von ihm.
22:57Er denkt, ihm gehört die Welt. Dabei wäre er ohne seinen Onkel hier überhaupt nicht erst untergekommen.
23:03Ein Protektionskind.
23:04Tja, manchmal zählt das eben mehr als die Leistung.
23:08Und kam der öfter hier rauf, in dieses Büro?
23:11Nur, wenn er von Rolf etwas brauchte. Das haben Sie ja gesehen.
23:15Eigentlich kann jeder vom Haus hier rein.
23:18Im Prinzip ja. Er muss erstmal an der Pforte vorbeikommen, da sind die Kontrollen natürlich sehr streng.
23:25Danke.
23:26Haben Sie etwas herausgefunden?
23:27Danke.
23:28Danke ist keine Antwort.
23:30Oh, für mich ja. Danke.
23:34Danke.
23:58Hallo. Sind Sie Freunde von Jens?
24:01Von wem?
24:03Von Jens, der Herr wohnt.
24:05Hier wohnt niemand. Das ist ein Freizeithaus.
24:08Jens wohnt hier. Jens Dobler.
24:10Hier gibt's keinen Jens Dobler.
24:14Sie lügen.
24:15Also wenn Sie jetzt bitte von meinem Grundstück verschwinden würden, ja?
24:21Hier, nimm mal.
24:30Wollen Sie, dass ich die Polizei rufe?
24:31Wollen Sie bitte?
24:58Der Vaseck hatte Umgang mit Verschlusssachen.
25:00Das könnte schon von Belang sein.
25:01Wenn solche Zahlen in die falschen Hände geraten, dann kann das die Firma ruinieren.
25:06Und? Gab es irgendwelche Anzeichen, dass falsche Hände dran waren?
25:08Ich glaube nicht. Die Dateien auf seinem Computer sind bestens gesichert.
25:12Ja gut, aber wenn er sich was ausgedruckt und mit nach Hause genommen hat, dann sieht die Sache schon anders
25:16aus.
25:16Die blaue Umlaufmappe, die verschwunden ist.
25:19Eben.
25:20Ja, dann würde ich sagen, der Einbruch bei ihm galt diesen Papieren.
25:24Möglich.
25:25Ja, Hane, Sie haben doch noch was auf Lager.
25:27Ja, ich hab was, aber das geht in eine völlig andere Richtung.
25:30Ja, nun.
25:32Vaseck bekam gestern kurz vor Feierabend hier diese E-Mail.
25:38Deine Frau weiß jetzt wieder, was ein richtiger Mann alles kann.
25:42Frag sie doch mal, wer Jens ist.
25:44Kurz und giftig.
25:45Und kein Absender.
25:47Versteht sich.
25:47Aber ich habe da so eine Ahnung, von wem das sein könnte.
25:53Ja, Hane, nun machen Sie mich so spannend. Von wem denn?
25:55Vom Neffen.
25:56Laut Meldeverzeichnis wohnt der im Haus seiner Mutter.
26:00Das heißt, ein paar Häuser weiter von Vaseck weg.
26:02Und er arbeitet in der gleichen Firma wie Vaseck.
26:05Also wenn jemand etwas mitbekommen haben könnte, dann er.
26:08Ja, dann soll ich den jungen Mann schleunigst mal kennenlernen.
26:13Guten Tag.
26:22Kann ich helfen?
26:24Hallo.
26:25Ja, ich suche den Mann, der diese Bücher schreibt.
26:27Ich habe ihn im Verlag angerufen.
26:28Die sagt, er arbeitet gelegentlich hier.
26:30Selten genug, aber heute haben Sie Glück.
26:33Jens, Besuch!
26:34Besuch!
26:50Ja, bitte?
26:53Jens Dobler?
26:54Ja, freut mich.
26:56Und Sie?
27:04Step, von vorn.
27:08Step, step, step, step.
27:16Und eins, zwei.
27:19Ach herrje.
27:20Und gleich mit Verstärkung.
27:22Mein Kollege Hauptkommissar Süßger.
27:25Hauptkommissar?
27:27Ich wusste gar nicht, dass ich so wichtig bin.
27:29Man hat uns gesagt, dass Sie sich den Rest des Tages freigenommen haben, um sich hier zu erholen.
27:34Ich brauche das.
27:35Ich habe einen lieben Verwandten verloren.
27:37Was denken Sie, wie mich das verkrampft?
27:39Was wollen Sie?
27:41Reden.
27:42Worüber?
27:43Über die Ehe Ihres Onkels.
27:46Und da kommen Sie zu mir?
27:47Das war doch ein lieber Verwandter, haben Sie doch gerade selbst gesagt.
27:51Gut.
27:54Dann reden Sie mal.
27:57Seine Hochzeit, die war doch sicher nicht in Ihrem Sinne.
28:01Wie meinen Sie das?
28:02Na ja, er heiratete spät.
28:04Bis dahin waren Sie doch sicher davon ausgegangen, dass sein Geld in der Familie bleibt.
28:08Das ist schon Geld.
28:10Na schön, meine Mutter war nicht begeistert.
28:13Ich konnte es verstehen.
28:14Für Rolf war es ein guter Handel.
28:17Ein Handel inwiefern?
28:19Kennen Sie unseren Oberchef?
28:21Den alten Schimpke?
28:23Der Mann hält noch was auf Moral.
28:25Für den zählt Heim.
28:27Eine Familie.
28:30Rolf hat sich ausgerechnet, dass eine Firma ab einer bestimmten Stufe nicht mehr weiterkommt.
28:34Ohne Frau und Kind also, hat er sich beides eben mal schnell zugelegt.
28:39Und hat sich das für ihn ausgezahlt?
28:41Ja.
28:42Aber bis her später kam die Beförderung.
28:45Und angeblich stand jetzt schon wieder einer an.
28:48Zum Ressortchef.
28:49Und seine Frau hatte auch was von dem Ankel?
28:51Sie war versorgt.
28:53Vorher stand sie ganz allein da mit ihrem Kind.
28:55Riecht sie ihrem Onkel die Treue?
28:58Na, Sie stellen ja vielleicht Fragen.
29:00Wieso? Sie wohnen doch ein paar Häuser weiter.
29:02Auf mich hat es jedenfalls nicht angesprochen.
29:05Aber vorstellen könnte ich es mir.
29:07Sie ist eine gesunde Frau und er hatte nun mal dieses Leiden.
29:13Moment mal, welches Leiden?
29:15Er hatte als Kind einen Unfall.
29:17Seitdem rührte sich nichts mehr bei ihm unter der Gürtellinie.
29:21Deshalb sucht er also eine verständnisvolle Frau?
29:24Ja.
29:25Als ich hörte, dass was passiert ist, dachte ich zuerst, er hätte mit sich selber Schluss gemacht.
29:46Bender, Apparat, Hanna.
29:48Ein Hinweis im Fall Vasek.
29:49Natürlich, stellen Sie durch.
29:52Mordkommission, mein Name ist Bender.
29:55Ob ich sofort vorbeikommen kann?
29:58Ja, ist es denn ein Notfall?
30:02Verstehe.
30:03Sie rufen im Auftrag Ihres Chefs an.
30:06Und der ist es gewöhnt, dass die Leute sofort vorbeikommen?
30:10Vielleicht sagen Sie mir erst mal, wie er heißt.
30:14Schimke.
30:15Ja, der Name sagt mir was.
30:17Ich komme.
30:28Guten Tag.
30:29Ich nehme ein, wir haben gerade eben telefoniert.
30:31Mein Name ist Bender.
30:33Ich denke, Ihr Vorstandsvorsitzender wartet auf mich.
30:35Das ist richtig.
30:35Kommen Sie bitte.
30:41Herr Schimke, die Polizei.
30:44Guten Tag.
30:45Sie sind der zuständige Beamte im Fall Vasek?
30:48Ja, ich bin einer der zuständigen Beamten.
30:51War denn kein reiferer Kollege abkömmlich?
30:56Ich kann Ihnen versichern, dass ich volljährig bin.
31:00Ich habe Ihnen das zu zeigen.
31:03Das hier lag heute früh bei uns im Nachbriefkasten.
31:06Einfach so, ohne jede Verpackung.
31:08Eine Videokassette.
31:09Sie haben sich angesehen, was drauf ist?
31:11Ja, natürlich habe ich das, sonst wären Sie ja nicht hier.
31:15Normalerweise wandert so ein anonymer Schott kurzerhand in den Abfall.
31:20Aber andererseits kommt es nicht jede Nacht vor, dass einer meiner Mitarbeiter gewaltsam zu Tode kommt.
31:24Und Sie machen mich wirklich neugierig.
31:27So gut, ich führe es Ihnen vor.
31:35Die Qualität ist miserabel.
31:38Und Ton gibt es auch keiner.
31:45Aber für einen grundsätzlichen Eindruck reicht es.
31:48Dabei hatte ich von dem Mann eine richtig gute Meinung.
31:52Die hat sich jetzt wohl etwas relativiert.
31:55Ja.
31:57Denken Sie, zwischen seinem Tod und dieser Aufnahme besteht ein Zusammennahm?
32:01Ich denke vor allem, dass Sie das rausfinden sollen.
32:12Ein 90-Minuten-Band hat nur eine Minute benutzt.
32:15Verschwendung, sowas.
32:17Haben Sie vielleicht irgendeinen Verdacht, wer Ihnen das zugespielt haben könnte?
32:20Die Welt ist voll von Leuten, die was gegen andere Leute haben.
32:25Und von denen kommt jeder so ohne weiteres an Ihren Nachgriffkasten?
32:28Das ist der Zweck meiner Firma.
32:30Wir sind für das der Menschheit da.
32:32Dienstleistung, junger Mann.
32:35Danke.
32:49Eindeutiger geht es ja wohl nicht.
32:51Andrea Wasek hat uns angeboten.
32:53Der Teller wurde im Streit zerschlagen, nicht etwa beim Abwasch.
32:56Den Einbruch könnte Sie auch vorgetäuscht haben.
32:59Vielleicht können wir ja den Fall heute noch klären, wenn wir schnell genug handeln.
33:02Zeit für ein ernstes Wörtchen mit Frau Wasek.
33:04Für ein sehr ernstes sogar.
33:05Ach ja, wir müssen auch noch was anderes klären.
33:07Sie meinen, wie diese Aufnahme überhaupt zustande kam?
33:10Genau.
33:11Ist doch offensichtlich, dass sie der Firmenleitung zugespielt wurde, um den Wasek in Misskredit
33:14zu bringen.
33:15Fragt sich nur, von wem?
33:16Felix, du hast doch dem Herrn Schimke sicher die naheliegende Frage gestellt, welche Art
33:21von Konsequenzen das für Wasek gehabt hätte.
33:23Und vor allem, für wen dann diese Konsequenzen wiederum von Vorteil gewesen wären.
33:28Ja.
33:30Schon gut.
33:31Ich kümmere mich darum.
33:39Mama?
33:41Bist du krank?
33:44Ich mache nur Gedanken, viel zu viele Gedanken.
34:07Frau Wasek, dürfen wir reinkommen.
34:12Ich muss Sie bitten, uns ins Präsidium zu begleiten.
34:15Warum?
34:16Wir möchten Ihnen etwas zeigen.
34:19Ich lasse Daniel nicht so laden.
34:21Daniel?
34:23Daniel!
34:25Sie können ihn doch sicher für ein paar Stunden zu Freunden bringen.
34:28Nein, das kann ich nicht.
34:29Warum nicht?
34:30Wir haben keine Freunde.
34:31Die Leute hintergegen kennen sich alle und meine Schwägerin hat mich überall schlecht gemacht.
34:35Wir hatten immer nur uns selbst.
34:36Also die Nachbarin nebenan wirkt nicht besonders unfreundlich.
34:39Aber nur, weil sie nichts mehr hört.
34:41Ich bin mir sicher, sie würde auf ihn aufpassen.
34:44Das ist nur für ein paar Stunden.
34:45Daniel, komm her.
34:49Was wollen diese Leute hier?
34:51Diese Leute wollen ihr Hausdurchsuchen, Frau Wasek.
34:54Und Sie wollen, dass wir ihnen dabei nicht im Weg sind?
34:57Was suchen Sie?
35:00Eine Schusswaffe?
35:03Haben Sie eine?
35:04Woher denn?
35:06Wir möchten Ihnen einfach nur die Gelegenheit geben, etwas zu klären.
35:09Ich gehe keinen Schritt von hier, wenn Sie mir nicht erklären, was das alles soll.
35:17Gut.
35:20Wir würden Sie gern fragen, wer Jens ist.
35:26Mama, was ist?
35:28Mama, hörst du mich?
35:32Frau Wasek?
35:37Frau Wasek?
35:38Kommen Sie, kommen Sie.
35:40Frau Wasek?
35:41Ja.
35:42Ja, machen Sie die Augen auf, Frau Wasek.
35:45Schauen Sie, da ist Ihr Sohn.
35:46Möchten Sie ein Glas Wasser?
35:48Frau Wasek, kommen Sie.
35:56Soll ich dich ein Stück mitnehmen?
35:58Danke, nein.
35:59Falsch.
36:00Es heißt Danke, ja.
36:03Dir kann man es wohl nicht deutlich genug sagen, was?
36:06Du bist nicht mein Typ.
36:07Das weiß ich.
36:09Aber irgendwas sagt mir, ich werde es bald sein.
36:13Ob du willst oder nicht.
36:15Was soll das heißen?
36:17Ich mache mir Gedanken über Sachen, die passiert sind und warum sie passiert sind.
36:21Und?
36:23Es wäre gut für dich, wenn wir uns diese Gedanken gemeinsam machen.
36:40Es darf auch gerne ein Lieben sein.
36:48Nein, das kriege ich jetzt hinter mich.
36:51Daniel, du gehst zu Frau Kohler und machst da deine Hausaufgaben.
36:54Darf mal.
36:59Frau Kohler, darf ich bei dir Hausaufgaben machen?
37:03Selbstverständlich kannst du das machen, mein liebes Kind.
37:06Dann komm mal mit mir.
37:07Wir gehen ins Haus.
37:08So.
37:15Ach, ja, natürlich.
37:16Ich habe es ja immer gewusst.
37:18Wie viele Jahre kriegt sie denn, ha?
37:24Ich wünsche dir, dass du vermoderst in deiner Zelle.
37:27Oder weißt du was?
37:27Hänge ich doch gleich auf.
37:28Würden Sie bitte zur Seite treten?
37:30Und zwar sofort.
37:32Bitte.
37:33Das ist ja schon gut.
37:37Miststück!
37:39Mist.
37:42Du Schlampe, du!
37:44Ja, hau bloß ab, los!
37:45Weg mit dir!
37:47Ich will dich nie wieder sehen.
37:51Wir können jemanden kommen lassen, der von den Lippen ablesen kann.
37:54Nicht nötig.
37:55Gut.
37:56Was passiert denn da gerade?
37:59Stellt ihr Mann sie da zur Rede, weil sie einen Geliebten haben?
38:02Ja.
38:04Und bei diesen Geliebten waren Sie nach dieser Auseinandersetzung?
38:08Ja.
38:09Wer ist dieser Mann?
38:13Ich weiß es nicht.
38:16Frau Wasek.
38:17Ich weiß es nicht.
38:28Schau dann erst mal.
38:29Auf viele fröhliche Stunden.
38:31Noch fröhlicher, das kann ich mir kaum vorstellen.
38:34Ich könnte auch mit raufkommen.
38:36Wir wollen doch nichts überstürzen.
38:39Nichts überstürzen?
38:41Schatz.
38:57Los, aufstehen.
38:59Du musst weg.
39:02Wo ist er denn weg?
39:03Ja, hau ab.
39:04Such dir was.
39:05Irgendeine Pension.
39:06Ich will nicht, dass man uns zusammen sieht.
39:08Darf man vielleicht den Grund erfahren?
39:10Wasek ist tot.
39:11Was?
39:11Man hat ihn umgebracht.
39:13Ja.
39:13Was weiß ich.
39:14Ich will nicht, dass man uns in Verbindung bringt.
39:16Los, geh!
39:17Aber ich hab kein Geld.
39:19Ach, Greg, so.
39:21Und geh hinten raus.
39:23Hier.
39:25Und falls doch irgendwas über uns rauskommt.
39:27Wir waren ab Mitternacht zusammen.
39:29Aber da muss ich lügen.
39:30Ja und?
39:30Das ist doch das Einzige, was du kannst.
39:32Das hört sich ja an, als wäre ich hier richtig.
39:37So, dann wollen wir uns mal bitte unterhalten.
40:07So, dann wollen wir uns mal bitte unterhalten.
40:10Daniel, möchtest du was essen?
40:15Du weinst ja.
40:18Ich hol dir ein Taschentuch.
40:20Ja?
40:27Gut, jetzt mal von Anfang an.
40:29Wann haben Sie diesen Mann kennengelernt?
40:30Er kam zu mir ins Haus vor vier Wochen.
40:33Er kam angefahren mit seinem kleinen Caravan und hat bei mir geklingelt.
40:37Was wollte er denn?
40:39Unterschriften sammeln.
40:40Für ein Vogelschutzgebiet am Stadtrand.
40:43Sein Auftreten.
40:45Die ganze Art, wie er sich gab.
40:48Ich hatte das Gefühl, Erik war wieder da.
40:52Erik?
40:53Danieles Vater.
40:54Der tödlich verunglückt ist.
40:57Ich war einsam.
41:00Er spürte das.
41:01So dachte ich damals.
41:03Und Sie haben sich dann noch mehrmals mit diesem Unbekannten getroffen.
41:06Ich hielt ihn nicht von den Unbekannten.
41:08Aber Sie haben sich noch mehrmals mit ihm getroffen.
41:11Einmal pro Woche.
41:12Wo?
41:13Bei ihm oder was ich dafür hielt.
41:15In diesem abgelegenen Ferienhäuschen.
41:19Hatte er einen Schlüssel?
41:21Ich habe ihn nie die Tür aufschließen sehen.
41:24Was für ein Kennzeichen hatte denn sein Caravan?
41:29Das weiß ich nicht.
41:30Ach, Frau Waseck.
41:31Ich habe es nie gesehen, weil es verdreckt war mit Schlamm.
41:35Es rührte mich an.
41:36Ich fand es so unbekümmert.
41:43Was haben wir bislang?
41:45Einen falschen Namen.
41:46Eine falsche Adresse.
41:47Eine Handynummer, die nicht existiert.
41:49Und einen Wagen ohne Kennzeichen.
41:55Tja, Frau Waseck.
41:58Niemand hat Sie bisher mit diesem Mann zusammen gesehen.
42:00Es gibt ihn.
42:04Laut Auskunft der Firmenleitung wären Sie an der Reihe gewesen,
42:08falls man Waseck nicht befördert hätte.
42:11Und deshalb sind Sie hier?
42:13Ja.
42:14Es ließe nämlich den Schluss zu,
42:15dass es in Ihrem Interesse lag,
42:17seine Beförderung zu hintertreiben.
42:20Und wie hätte ich das bewerkstelligen sollen?
42:23Vielleicht ändert sich ja Ihr Ton,
42:24wenn ich etwas klarstelle.
42:26Vor Wasecks Fenster fand man Kleiderfasern
42:28und einen Schuhabdruck.
42:30Wer das hinterlassen hat,
42:32der steht unter Mordverdacht.
42:39Sie haben mich verstanden.
42:43Also, Sie waren dort gestern.
42:47Mit einer Videokamera.
42:49Ja.
42:50Sie wussten,
42:51dass es möglicherweise zu einem Streit kommen würde
42:53zwischen den Eheleuten.
42:54Ja.
42:56Weil Sie nämlich Waseck
42:57eine E-Mail geschickt hatten,
42:59in der Sie ihn aufklärten,
43:00dass seine Frau einen Geliebten hatte.
43:03Ja.
43:05Sie kannten Wasecks familiäre Umstände.
43:08Von seinem Neffen vermutlich.
43:10Tja, Anton Klause.
43:13Er war sehr gesprächig
43:15auf der letzten Betriebsfeier.
43:18Man hat Rolf mir immer vorgezogen.
43:21Diese Idioten.
43:22Nur weil er diese Fassade hatte.
43:24Mit einer gekauften Frau
43:26und einem gekauften Kind.
43:28Und diese Fassade
43:29wollten Sie zum Einsturz bringen
43:30und die Bluchs stören?
43:32Ja.
43:35Sie sind der Freund von Frau Brandes?
43:38Ja.
43:40Sie haben Frau Waseck verführt,
43:41indem sie vorgaben,
43:42eine Person zu sein,
43:43die Sie gar nicht waren.
43:44Sie sprach sofort drauf an.
43:46Und dieses Spiel
43:47trieben Sie dann so lang,
43:49bis die Ehe zerstört war
43:50und Ihre Freundin
43:51die Videoaufnahmen gemacht hatte.
43:55Ja, gut.
43:57Dann kommen Sie jetzt beide mit mir.
44:04Na ja.
44:05Es hat ja auch sein Gutes.
44:07Es kann mich dieses Schwein
44:08nicht mehr erpressen.
44:09Welches Schwein?
44:11Anton Klausen.
44:12Er hat mich gestern Abend
44:14vor Wasecks Haus gesehen
44:16und gedacht,
44:17er hätte ein Recht auf mich.
44:19Ich denke,
44:20ich werde ihn anzeigen.
44:22Wegen Vergewaltigung.
44:38Worauf warten wir?
44:40Auf das Ergebnis der Durchsuchung?
44:43Ja.
44:45Sie sind überzeugt,
44:46dass man was findet?
44:48Ja.
44:51Sie entschuldigen mich
44:53einen kleinen Augenblick.
45:20So.
45:21So, der Mann, der sich als Jens Dubler ausgab, wurde gefunden.
45:27Wer ist er?
45:30Ein Naturwissenschaftler.
45:34Befreundet mit einer Kollegin ihres Mannes.
45:40Diese wiederum wollte einen Posten ihres Mannes.
45:44Und hat aufgrund dessen mit Hilfe von...
45:50...mit Hilfe von Jens Dubler ihre Ehe zerstört.
45:59Sie denken also, ich habe Rolf umgebracht.
46:06Wie könnte ich es denn getan haben? Sagen Sie mir es.
46:10Sie kamen in der Nacht von Ihrem Geliebten nach Hause. Ihr Mann war bereits im Bett.
46:14Sie baten ihn nach unten, damit der Junge nicht wach wird.
46:17Sie wollten mit ihm reden, eine friedliche Lösung finden.
46:20Aber er ging nicht darauf ein.
46:23Sie holten sich eine Waffe und erschossen ihn.
46:25Und wo ist die Waffe?
46:27Die werden wir schon noch finden.
46:29Und der Einbruch?
46:30Vorgetäuscht.
46:31Ich bitte Sie, ein Fenster von außen einschlagen. Das kann jeder.
46:34Die Umlaufmappe, die verschwunden ist?
46:36Frei erfunden, um uns auf eine falsche Spur zu bringen.
46:41Und aus welchem Grund hätte ich das alles tun sollen?
46:44Um frei zu sein für den Mann, den Sie für Ihren Geliebten hielten.
46:48Warum habe ich nicht einfach Daniel genommen und bin mit ihm davongelaufen?
46:52Weil Sie nicht wollten, dass er mittellos dasteht.
47:04Sie reden Unsinn.
47:08Ich müsste Sie dringend sprechen.
47:24Die Durchsuchung ist abgeschlossen.
47:26Nichts.
47:27Warst du keine Waffe?
47:28Nein.
47:29Aber die Kollegen in Wasik's Büro haben was ziemlich Interessantes gefunden.
47:33Der Mann war der geborene Buchhalter.
47:35Er hat über jede seiner privaten Ausgaben den Nebelbuch geführt.
47:38Ja, irgendwelche Auffälligkeiten?
47:41Regelmäßige Zahlungen an seinen Neffen.
47:43Größere Beträge?
47:45Im Laufe der Jahre hat sich summiert.
47:47Auf etliche 10.000.
47:51Erpressung?
47:52Das würde bei dem jungen Mann gut ins Bild passen.
47:56Der Hane wollte ohnehin nochmal mit ihm reden.
47:58Der fährt dann am besten gleich mit.
48:02Ach.
48:03Ist das der Mann, der sich als Jens Dobler ausgibt?
48:06Ja.
48:08Sehr gut.
48:22Frau Waseck, Sie können gehen.
48:24Was?
48:25Ja, Sie haben schon richtig gehört.
48:27Wir bringen Sie heim.
48:36Bitte, kommen Sie.
48:55Du weißt jetzt, was gelaufen ist?
48:59Ja.
49:04Das war nicht fair.
49:09So, hier dann bitte Ihre Unterschriften.
49:11Hane, ich brauche sie.
49:12Ja.
49:13Machst du weiter, bitte?
49:14Ja.
49:30Ach, Verzeihung.
49:31Die Kindersicherung.
49:38Daniel, bleib, wo du bist.
49:39Ich hole dich gleich.
49:41War es das?
49:42Vorerst, ja.
49:44Vorerst?
49:45Der Fall ist noch nicht abgeschlossen.
49:54Ist noch was?
49:56Nö, ist alles klar.
50:00Eigentlich, den kurzen Weg, den können wir doch zu Fuß malen.
50:03Das ist eine gute Idee.
50:23Eine Anzeige?
50:26Gegen mich?
50:28Gegen mich?
50:29Wegen Erpressung und Vergewaltigung, Frau Brandes, war da ziemlich explizit.
50:32Diese Frau stellt mir vergeblich nach.
50:35Seit Jahren.
50:37Das ist ihre Rache.
50:39Anders kann ich es mir nicht erklären.
50:40Gut, dann lassen wir das mal beiseite, fragen wir etwas anderes.
50:43Wo waren Sie letzte Nacht?
50:44Schach.
50:45Er hat Schach gespielt.
50:47Er spielt regelmäßig Schach.
50:51Wo und mit wem?
50:52Ich spiele seit Jahren nicht mehr Schach.
50:58Wo waren Sie dann?
51:03Nöckerstraße 130.
51:04Aha.
51:06Ja, was ist denn da?
51:08Ein großes Haus mit vielen roten Lampen.
51:12Ich war da bis halb drei.
51:14Kann das jemand bestätigen?
51:16Ja.
51:17Fragen Sie Hanna oder Greta oder Ilse, nicht zu vergessen.
51:22Nina, Olga, Katjuska.
51:24Das klingt hier, als wären Sie da bestens bekannt.
51:27Ja.
51:29Die wissen ganz gut, wer ich bin.
51:32Geht das nicht ziemlich ins Geld?
51:35Nicht in das meine.
51:37Ja.
51:38Ja, das ist uns bekannt, dass Ihr Onkel regelmäßig Zahlungen an Sie geleistet hat.
51:43Das habe ich mir ehrlich verdient.
51:45Womit?
51:46Ellen Brandes war doch immer hinter seinem Posten her.
51:49Er wollte vorbeugen.
51:51Und hat mich bezahlt, dass ich ihr was in den Weg lege.
51:57Also habe ich dafür gesorgt, dass Mitteilungen nicht bei ihr ankamen, dass Ihre Unterlagen irgendwo hängen geblieben sind, dass bei
52:05Ihren Berichten ein paar Glätter fehlten.
52:08Alles, was bei Ihren Vorgesetzten einen schlechten Eindruck macht.
52:10Es hat gewirkt.
52:12Und Rolf hat es mir honoriert.
52:15Ich hatte wirklich keinen Grund, ihn umzubringen.
52:18Oder glauben Sie, ich bin scharf darauf, das alles selbst zu finanzieren?
52:21Ne, glaube ich nicht.
52:25Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
52:51Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend.
53:04Was treiben Sie für ein Spiel?
53:07Frau Hasek, ich treibe kein Spiel.
53:11Doch, Sie treiben ein Spiel mit mir.
53:14Erst fimmten Sie die Waffe, dann lassen Sie mich laufen.
53:16Warum, was soll das alles?
53:18Moment mal, Sie hatten also eine Waffe?
53:20Das wissen Sie doch, Sie wissen doch längst alles.
53:23Sie haben mir doch ganz genau ins Gesicht gesagt, wie alles war.
53:25Sie meinen, ich hatte recht?
53:27Tun Sie nicht so, hören Sie auf damit.
53:29Ich habe genug.
53:30Frau Hasek, bitte glauben Sie mir.
53:33Wir haben bei Ihnen definitiv keine Waffe gefunden.
53:35Hören Sie auf mit diesem Spiel, hören Sie auf damit.
53:37Wer soll Sie denn haben, wenn ich...
53:39Frau Hasek, ganz ruhig!
53:40Weil ich hier wegkomme, was macht mir vor, wenn ich hier lebe.
53:43Frau Hasek, wir haben Ihre Waffe nicht gefunden.
53:45Frau Hasek, reißen Sie sich zusammen.
53:48Frau Hasek!
53:50Frau Hasek, ganz ruhig.
53:51Hören Sie mir zu.
53:55Ich nehme Sie fest wegen des Verdachts des Mordes an Rolf Hasek.
53:58Haben Sie mich verstanden, Frau Hasek?
53:59Haben Sie mich verstanden, Frau Hasek?
54:02So.
54:03Und jetzt gehen wir ganz langsam in den Wagen, Frau Hasek.
54:07Und Sie kommen mit.
54:08Ich komme nirgendwo hin.
54:09Ich lasse doch mal, ich klingt nichts an den Alten.
54:12Frau Hasek, bleiben Sie hier.
54:13Verruhigen Sie sich, Frau Hasek.
54:15Den mit mir macht ihr wieder.
54:16Wir haben wir was.
54:18Nein, ganz ruhig.
54:20Frau Hasek, verruhigen Sie sich.
54:23Verruhigen Sie sich, Frau Hasek.
54:25Den mit mir macht ihr wieder.
54:26Wir haben wir was.
54:28Lasst mich los.
54:48Daniel, hast du die Waffe geholt und mir eingesteckt?
54:59Du wolltest mir helfen. Einfach nur helfen.
55:39Jesus.
55:50Er ist tot.
56:19Er ist tot.

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