- vor 2 Tagen
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KurzfilmeTranskript
00:00Musik
00:36Ja, Stefan, wir kommen ja schon.
00:38Ja, du, wir sind praktisch da.
00:41Ja, ich weiß, dass deine Mutter die Suppe und Punkt 12 am Tisch stellen möchte, aber ich werde...
00:46Ich werde deswegen trotzdem keine Familie ausrotten, okay?
00:51Dann sagst du halt, dass das ein familiäres Sonntagsessen ist und kein Staatsempfang bei der Queen. Gut?
00:57Mama, warum kannst du die Omi eigentlich nicht leiden?
01:01Wie kommst du denn jetzt da drauf?
01:15Na, endlich. Fünf Minuten später und sie hätten uns das Essen in Tapperwerk schütteln vor die Tür gestellt.
01:20Hallo, Mama.
01:21Na, dann steht einem gemütlichen Familiensonntag ja nichts mehr im Weg.
01:26Na, Ex-Milien-Sonntag.
01:29Ja, Frau Nitschek?
01:31Du bist gerade ganz ungünstig.
01:34Ja, Mittagessen im Buckingham Palace.
01:38Schau mal her.
01:38Ja.
01:39So, gehen wir.
01:42Was? Und wo?
01:46Na ja, es hilft ja nichts noch.
01:48Gut, also dann bis gleich.
01:50Du, Stefan, wir haben eine Leiche auf der Höhenstraße. Ich muss leider hin...
01:53Das ist aber jetzt nicht dein Ernst.
01:54Meine Mutter steht seit in der Früh am Herd beim Kochen.
01:57Du, zur Malerkopfdorte bin ich spätestens drück. Ja, versprochen.
02:01Ja, ganz bestimmt.
02:02Lass es euch gut schmecken, ja?
02:07Hallo, Mama. Servus.
02:33Du kannst einfach nur schauen, dass niemand dem Wagen zu nahe kommt. Danke, Kollege.
02:37Bleiben Sie bitte zurück.
02:39Ein generelles Mordverbot am Wochenende, das wäre es.
02:42Ich glaube, es könnte man das gewerkschaftlich durchfechten.
02:44Die Überin-Zuppe und höchstwahrscheinlich ein Zwiebelrostbraten lang Zeit.
02:47Also, was haben wir?
02:49Eine Leiche im Auto. Der Mann heißt Simon Koller, ist ungefähr Mitte 30.
02:53Die Dame dort hat ihn bei ihrem Morgenspaziergang entdeckt.
02:55Guten Tag.
02:56Laut dieser Visitenkarte war er Finanzmakler.
02:59Aha.
03:02Und, hast du an dem Wagen was verändert?
03:03Geh, das würde ich mir da nie trauen, bevor du da bist, oder die Spurensicherung.
03:08Apropos, wo sind die eigentlich?
03:09Stecken im Stau.
03:10Am Sonntag.
03:11Tja, ich habe nur die Beifahrertür aufgemacht und da aus der Mittelkonsole die Visitenkarten
03:15rausgeholt. Das war alles.
03:18Was suchst du denn jetzt noch?
03:29Entschuldigung.
03:39Aha.
03:41Drogen?
03:43Oder könnte es auch Selbstmord gewesen sein?
03:45Ja, es könnte sein.
03:46Der Platz würde auf jeden Fall dafür sprechen.
03:48Ja, wunderbar. Auf in den Sonntag.
04:18War die Tür eigentlich offen, wie er gefunden worden ist?
04:20Was? Was meinst du mit offen?
04:22Na, weil alle anderen Türen sind versperrt.
04:24Die Zentralverriegelung war aktiviert.
04:26Ja, dann hat sie das halt bis zur Beifahrertür nicht durchgesprochen.
04:29Ja, sie war offen, ich habe sie ja aufgemacht eigenhändig.
04:31Was willst du denn noch, Chefin?
04:33Du musst ja nicht aus jedem Selbstmord einen Mord machen.
04:37Jetzt probier es einmal.
04:38Was?
04:39Na, jetzt probier mal die Tür aufmachen.
04:48Du was?
04:49Und was bedeutet das jetzt bitte?
04:51Dass es nur eine Möglichkeit gibt, warum die Beifahrertür offen war.
04:54Weil da nämlich jemand rausgestiegen ist.
04:56Ja und?
04:57Ja.
04:57Und das wiederum heißt, dass höchstwahrscheinlich jemand bei ihm im Auto gesessen ist, wie er gestorben ist.
05:01Die Bitte ist es Wochenende.
05:03So, also die Spurensicherung soll das Auto auseinandernehmen, ja, wenn sie endlich da sind.
05:07Und wenn sie fertig sind, dann lass den Mann in die Gerichtsmedizin bringen.
05:09Der Stefan soll sich den morgen in der Früh anschauen.
05:11Gut.
05:12Du, und die Spritze, die gehört ins Labor und zwar sofort.
05:14Ja.
05:15Du, und die Maya, die soll sich im Büro hinter den Computer klemmen und so schauen, was über den Mann
05:18rausfindet, ja.
05:20Und Fralicek.
05:21Mhm.
05:22Gott save the Queen.
05:24Yes, milady.
05:25Okay.
05:36Und wie war es eigentlich bei der Oma?
05:38Mhm.
05:40Eine Rindsuppe mit frischen Kräuterfrittatten, ein Zwiebelrostbraten, der in den Mund zerfällt,
05:46goldbraun gebackene Kroketten und schließlich die beste Malerkopf-Torte von Wien.
05:51Gute Nacht.
05:55Schatzi, beim nächsten Mal klappt es ganz bestimmt, ja?
05:58Warum kannst du eigentlich nicht so gut kochen wie die Oma?
06:05Morgen.
06:06Morgen.
06:07Na, wie war das Essen bei der Schwiegermutter?
06:09Naja, wie ich von der Höhenstraße zurückgekommen bin, war der Stefan mit den Kindern schon weg.
06:13Naja.
06:14Oh Gott.
06:14Und wird Königin Mutter reagiert?
06:16Dementsprechend ausgelassen.
06:18Apropos ausgelassen, wo ist denn unser Lieblingskollege?
06:20Der ist schon früh los ins Labor.
06:22Schauen, ob die schon was wissen wegen der Spritze.
06:24Übrigens, Simon Koller, der hat wirklich eine beeindruckende Biografie.
06:28Er hat in der größten Vermögensberatungsfirma in Wien gearbeitet.
06:31Das Büro ist in bester Lage.
06:32Er selber hat der Haus in der Villen gegen den Hitzing gehabt.
06:35Glaubst du wirklich, der hat sie umgebracht?
06:37Meine Familie?
06:38Nur seine Mutter.
06:38Ich habe schon versucht, sie zu erreichen, leider erfolglos.
06:41Dafür haben die sich von der Spurensicherung gemeldet.
06:43Das ist echt so schnell, wow.
06:44Ja, die haben nicht lange gebraucht.
06:45Das Auto ist offensichtlich erst vor kurzem gereinigt worden.
06:48Und Fingerabdrücke?
06:48Nur die des Opfers.
06:51Aber dafür haben sie das in seiner Brusttasche gefunden.
06:54Sehr fisch.
06:55Ja, finde ich auch.
06:56Und, wissen wir schon, wer sie ist?
06:58Also sie.
06:58Okay, äh, nein, noch nicht, aber wir arbeiten dran.
07:02Seine Schlüssel?
07:04Gut, also, sag dem Frani schon.
07:07Ich bin in der Gerichtsmedizin und...
07:10Vielen Dank für den Kaffee.
07:12Kern.
07:12Opa.
07:17Stefan?
07:22Stefan?
07:35Na?
07:36Schlecht geschlafen?
07:37Ach.
07:38Oder zu spät gegessen?
07:40Morgen.
07:41Guten Morgen.
07:43Und?
07:44Wie war das Essen?
07:46Eine Rindsuppe mit frischen Kräuterfrittaten.
07:49Ein Zwiebelrostbraten, der dir im Mund zerfällt.
07:52Goldbraun gebackene Kroketten und schließlich die beste Malerkopf-Torte von ganz Wien.
07:58Wie soll's gewesen sein?
07:59Herrlich.
08:00Stefan, es tut mir leid, ich hab...
08:02Das hat's mir mitgegeben für die Kinder und ab heute macht sie euch das selber aus,
08:07dumm, die Mama.
08:08Aber schau, Stefan, ich kann...
08:10Du hast gesagt, ich soll mal den Mann da anschauen.
08:12Hier ist das Ergebnis.
08:15Todeszeitpunkt, Samstag zwischen 19 und 21 Uhr.
08:18Wie, das heißt, er ist schon am Abend davor dort gesessen?
08:20Schaut so aus.
08:22Todesursache Atemstillstand, ausgelöst durch eine Überdosis Fentanyl.
08:25Injektion in den rechten Unterarm, was seltsam ist, wenn's mich fragst.
08:29Weil?
08:29Weil seine Muskulatur drauf schließen lässt, dass er eine Rechtshänder ist und wenn er sich
08:33das Mittel selbst initiiert hätte, dann...
08:35Dann hätte er sich's in den linken Unterarm spritzen müssen schon bei.
08:37Sie haben in der Spritze Reste von einem Schmerzmittel gefunden, Fenta-irgendwas.
08:42Fentanyl.
08:42Ja, sag ich ja.
08:44Aber das eigentlich Besondere sind die Fingerabdrücke.
08:47Am Gehäuse außen sind nur die vom Koller, aber am Bolzen, wo eigentlich der Daumenabdruck
08:52sein sollte, ist nix.
08:53Nehmen wir einen der Nischt da.
08:55Also hat wahrscheinlich jemand die Spritze abgewischt und sie ihm dann in die Hand gelegt haben.
09:00Ah ja, und schon wird das am angeblichen Selbstmord ein lupenreiner Mord.
09:03Was ist das genau für Mittel?
09:05Ein Morphin-Derivat.
09:07Eigentlich rezeptpflichtig, aber du weißt ja, wie das ist mit Schmerzmitteln.
09:10Wer's wirklich braucht, findet Mittel und Wege, es sich zu besorgen.
09:14Ja, Maya?
09:16Ich hab mit der Sekretärin unseres Finanzmaklers gesprochen.
09:19Die Frau auf dem Foto heißt Franziska Albrecht.
09:21Sie hat eine Wedding-Planner-Agentur im Ersten.
09:24Eine Wedding-Planner-Agentur.
09:25Na, so wie in dem Film mit der Jennifer Lopez.
09:27Das heißt, sie richtet Hochzeiten aus.
09:29Und zwar ausschließlich für die Reichen und Schönen der Stadt.
09:32Ja, genau.
09:37Sie kommen!
09:42Entschuldigung bitte, da können Sie jetzt aber nicht parken bitte.
09:45Das Brautpaar wird jeden Moment kommen.
09:48Ach, wir brauchen eh gar nicht lang.
09:50Wir würden nur ganz gern kurz mit der Franziska Albrecht reden.
09:53Was, jetzt?
09:54Ja, Kriminalpubizel.
09:55Ist sie da?
09:56Ja, ja, sie ist oben.
09:58Gut.
09:58Ich bin die Assistent, ich bringe sie zu ihr.
10:01Gut, danke.
10:02Äh, was kann ich den Wagen weg?
10:04Den Schlüssel.
10:06Ah, ja.
10:07Danke.
10:07Gern.
10:07Die Tasche.
10:08Danke.
10:10Guter Mann.
10:11Ich hab da was für Sie.
10:13Für den Morgen.
10:14Ja.
10:15Danke.
10:16Und jetzt geschwind hinterher.
10:18Da fielen auch die Kaviaröllechen.
10:19Und ich hab's halt zwischen dem Hummer und dem Basteten.
10:21Ja, ja.
10:22Und mit der Torte brauchen wir uns keine Zeit mehr lassen, gell?
10:24Was machst du da erinnern?
10:26Wolltest du bitte wieder rausgehen?
10:27Wir kommen in jeden Augenblick.
10:28Die Herrschaften sind von der Polizei.
10:30Danke, Erwin.
10:33Danke.
10:37Chefinspektorin, schnell.
10:38Bezirksinspektor Franicek.
10:40Frau Albrecht, äh, sagt Ihnen der Name Simon Koller, was?
10:44Ja, natürlich.
10:45Ist mein Verlobter, was ist mit ihm?
10:49Ja, es tut uns leid, dass wir Ihnen mitteilen müssen,
10:52dass wir ihn gestern Vormittag tot in seinem Auto gefunden haben.
10:58Irgendjemand hat ihm eine Überdosis Schmerzmittel gespritzt.
11:04Ja, tut mir leid.
11:07Aber das kann ja nicht sein, nicht?
11:09Wann haben Sie denn Ihren Verlobten das letzte Mal gesehen, Frau Albrecht?
11:16Schauen Sie, ich weiß, dass das schwer ist,
11:18aber wir müssen Ihnen trotzdem ein paar Fragen stellen.
11:30Bis jetzt wissen wir nur, dass er am Samstag zwischen 19 und 21 Uhr gestorben ist.
11:35Im Auto und wie gesagt, höchstwahrscheinlich nicht allein.
11:43Am Freitagabend war ich noch bei ihm.
11:45In seinem Haus.
11:48Wir hatten eine Meinungsverschiedenheit und ich bin gegangen.
11:50Eine Meinungsverschiedenheit?
11:52Und seitdem gab es keinen Kontakt mehr?
11:55Nein.
11:59Eine Freundin aus Deutschland war bei mir zu Besuch übers Wochenende und wir waren unterwegs.
12:03Worum ist es denn da gegangen bei dieser Meinungsverschiedenheit?
12:07Um seine Mutter, wie immer.
12:10Um seine Mutter?
12:11Der Simon und ich waren echt glücklich, verstehen Sie?
12:14Wir wollten im Sommer heiraten.
12:17Und anstatt sich mit uns zu freuen, hat sie einfach immer nur an mir herumgenagelt.
12:22Verstehe.
12:23Und die hat sich wahrscheinlich auf die Seite seiner Mutter gestellt.
12:27Ist Ihnen in letzter Zeit was aufgefallen?
12:29Hat er sich stark verändert, oder?
12:52Entschuldigen Sie mich.
12:54Ich werde gebraucht.
12:56Ja, ja, natürlich.
12:58Natürlich.
13:02Erstens, es ist eine coole Frau, dass ihr Franziska Albrecht.
13:05Ja, mit einem magenkranken Assistenten und einem ziemlich resoluten Führungstil.
13:08Das kommt mir irgendwie bekannt vor.
13:10Ha, ha, ha.
13:12Jedenfalls...
13:12Danke.
13:14Jedenfalls hat sie vom Tod vom Koller nichts gewusst.
13:16Ja, aber das Alibi mit der Freundin müssen wir schon überprüfen.
13:18Der Assistent hat mir versprochen, alle ihre Kontaktdaten zu schicken.
13:22Dafür habe ich ihm eine Globuli überlassen.
13:24Da, schau, das ist aber lieb von dir.
13:26Aber du wirst sehen, die Freundin, die wird das bestätigen.
13:29Warum bist du dir da so sicher?
13:30Kaum geht es um Schwiegermütter, verlierst du jede Form der Objektivität.
13:33Das ist doch absoluter Schwachsinn.
13:35Ich habe nur gesagt, dass sie vom Tod vom Koller nichts gewusst hat.
13:38Das ist alles.
13:39Na gut.
13:43Ja, das ist mir oben fast in die Hand gehobst.
13:45Und fahren wir jetzt zur Villa unseres Finanzmaklers.
13:47Also ich würde jetzt gerne einmal die Mutter kennenlernen.
13:50Hatte die Maja die Adresse aufgeschrieben?
13:52Jawohl, mein General.
13:57Ja, Frau Koller, Ihrem Sohn wurde eine Überdosis Schmerzmittel gespritzt.
14:01Also es sollte wie Selbstmord ausschauen.
14:05Das geht so nicht.
14:08Wann haben Sie denn den Simon das letzte Mal gesehen?
14:10Was?
14:12Samstag, glaube ich.
14:13Nein, Samstag kann er nur telefonieren.
14:15Jetzt in der Früh.
14:16Worüber haben Sie da mit ihm gesprochen?
14:17Also ist er Ihnen da irgendwie anders vorkommen als sonst?
14:20Er war in seinem Haus, hat gearbeitet.
14:22Er wollte sich irgendein Geschäft anschauen.
14:25Ich verstehe das nicht.
14:27Wer soll denn?
14:28Ich meine, wer?
14:30Frau Koller, was hatten Sie denn für eine Beziehung zu Ihrem Sohn?
14:34Er war so ein guter Bub.
14:37Erst vor kurzem hat er mir dieses Haus gekauft.
14:40Mein Mann hat ja nicht viel verdient.
14:42Wir haben auf 50 Quadratmeter gelebt im Gemeindebau.
14:46Simon hatte nicht einmal ein eigenes Zimmer.
14:49Aber er hat sich nie beklagt.
14:51Er hat sich durchgebissen.
14:54Genau wie Ihre zukünftige Schwiegertochter.
14:57Ich bitte Sie, Sie können doch die Franziska nicht mit meinem Simon vergleichen.
15:01Die hat es ja leicht gehabt.
15:03Von wem hat sie denn das ganze Geld für ihre Hochzeitsagentur bekommen von ihm?
15:08Und wie hat sie es ihm gedankt?
15:09Sie hat ihm die Heirat eingeredet.
15:12Sie wollte ihn sogar von der Alternative stellen.
15:14Ich oder Sie.
15:16Können Sie sich das vorstellen?
15:18Die Frau Albrecht hat uns erzählt, dass sie am Freitag am Abend einen Streit mit dem Simon gehabt hat.
15:23Hat er das irgendwie erwähnt?
15:24Sie haben ja immer miteinander gestritten.
15:27Die Franziska sagt aber, dass es bei dem Streit um Sie gegangen ist.
15:30Sie hätten sich wieder mal in die Beziehung eingemischt.
15:32Ich habe mich nicht eingemischt.
15:34Ich habe meine Meinung gesagt.
15:36Und zu der stehe ich.
15:37Ja, ich glaube, diese Frau hat meinem Simon nicht gut getan.
15:41Und wie ist das mit Ihnen, Frau Koller?
15:43Ich meine, wo waren denn Sie?
15:45Samstagabend zwischen 19 und 21 Uhr.
15:47Ich?
15:48Was erlauben Sie sich?
15:50Entschuldigen Sie, Frau Koller, aber wir müssen das wagen.
15:53Sie ist reine Routine.
15:55Ich fahre auf einem Abendspaziergang.
15:58Im Park.
16:03Schwiegermütter.
16:04Na, der Koller hat es nicht leicht gehabt im Schützengraben zwischen der Mutter und der zukünftigen.
16:08Da sind die Granaten sicher dir aufgeflogen.
16:10Na, was? Und glaubst du, für die Franziska war das leicht oder was?
16:12Neben meiner Übermutter, der sicher noch keine Freundin ihres Sohnes recht war.
16:15Entschuldige, wir reden aber schon noch über die Familie Koller, ja?
16:29So einen Ausblick werde ich nicht einmal am Friedhof haben.
16:36Geh schaust einmal rauf, bitte.
16:40Ich geh schon.
16:40Ich geh schon.
17:22Hallo?
17:24Hallo?
17:30Na, was? Ich hab das Echo ausprobiert, weil das Badezimmer da oben ist doppelt so groß wie meine Wohnung.
17:35Und im Schlafzimmer, da kann man so kleinere Ausflüge machen.
17:38Frau Nitschek, Kehmal.
17:41Wo ist Kehmal?
17:42Na ja, den Laptop.
17:44Ah.
17:51So, also, was haben wir bis jetzt?
17:53Laut Obduktion ist der Koller am Samstagabend zwischen 19 und 21 Uhr gestorben.
17:58Die Albrecht behauptet, dass sie am Freitagabend sein Haus verlassen hat.
18:02Apropos, hast du die Freundin erreicht wegen dem Alibi?
18:04Die macht angeblich eine Europa-Reise.
18:07Samstag in der Früh hat er dann noch mit seiner Mutter telefoniert.
18:10Zwischen dem Telefonat und dem Zeitpunkt des Todes sind ungefähr zehn Stunden vergangen.
18:14In der Zeit wird er denjenigen getroffen haben, der dann später aus dem Auto ausgestiegen ist.
18:17Was wissen wir über die Firma, in der er gearbeitet hat?
18:19Na, in erster Linie, dass dort das Geld zu Haus war.
18:22Bitte, die haben über 700 Millionen Euro verwaltet.
18:25Erfolgsgeheimnis, hoch riskante Anlageformen waren tabu und so haben sie die Finanzkrise ziemlich unbeschadet überstanden.
18:31Von wem wissen wir das alles?
18:33Von Kollers Sekretärin.
18:35Der Koller war in der Firma zuständig für die Großanleger, zusammen mit einem gewissen Sebastian-Mahler-Sohn einer Bankerfamilie.
18:41Aber nimmer lang.
18:42Was heißt das nimmer lang?
18:43Na ja, die Firma hat einen neuen Geschäftsführer gesucht und beide haben sich um den Job beworben.
18:47Ja, schau her.
18:48Na, da wird's Zeit, dass wir auf einen Sprung vorbeischauen.
18:50Na, bitte nicht.
18:52Maja, bitte ruf den Kemal an, ja?
18:53Der soll sich den Computer vornehmen.
18:55Ja, komm, Franicek.
18:56Na, der Meinung ist sein Frühstück, den kann man da auch was trinken.
19:05Wir sind angemeldet, danke schön.
19:07Sie können da jetzt aber nicht einfach rein.
19:08Ah, süßes Foto, Ihre Tochter?
19:09Nein.
19:10Aha.
19:12Ah, Sie müssen der Herr von der Reinigungsfirma sein.
19:15Na endlich, es geht um den ersten Teppich dort.
19:19Chefinspektorin, schnell.
19:20Bezirksinspektor Franicek.
19:21Herr Mahler?
19:23Sie sind von der Kriminalpolizei?
19:25Ja.
19:26Beide?
19:27Ja.
19:28Wir ermitteln im Mordfall Simon Koller.
19:31Ein tragischer Fall?
19:32Ja, sehr tragisch.
19:33Vor allem, wenn man bedenkt, dass er kurz davor gestanden ist, Chef dieser herrlichen
19:35Firma zu werden.
19:36Der Koller?
19:37Ich bitte Sie.
19:39Zugegeben, der hat eine beachtliche Karriere hingelegt von der Großfeldsiedlung bis hierher.
19:42Aber um so eine Firma zu leiten, dazu bedarf es wohl etwas mehr.
19:46Zum Beispiel?
19:47Der Abstammung aus einer Bankerfamilie?
19:50Was wollen Sie von mir?
19:51Wollen Sie von mir hören, dass der Koller und ich verfeindet waren?
19:54Ja, das waren wir.
19:55Das ist aber einzig und allein von ihm ausgegangen.
19:58Vermutlich hat er mir misstraut, weil ich nicht im Gemeindebau aufgewachsen bin.
20:02Oh ja, haben Sie irgendein Problem mit dem Gemeindebau?
20:05Ich komme nämlich auch aus dem Gemeindebau, wissen Sie?
20:09Wann haben Sie denn den Herrn Koller das letzte Mal gesehen?
20:12Das ist bestimmt zwei Wochen her.
20:14Zwei Wochen?
20:15Das schon, obwohl Sie in derselben Firma waren.
20:16Wir sind uns aus dem Weg gegangen.
20:19Ich habe meine Kunden empfangen, hier in meinem Büro.
20:21Der Koller ist seinen hinterhergelaufen.
20:24Und am Samstag zwischen 19 und 21 Uhr, haben Sie da auch irgendwelche Kunden empfangen in Ihrem Büro?
20:29Hm?
20:31Hm?
20:32Nein.
20:33Da war ich zu Hause.
20:35Allein?
20:36Leider.
20:41Chefin?
20:43Vielen Dank.
20:44Wiederschauen.
20:47Was, das habe ich gern.
20:48Kein Alibi haben, aber den Gemeindebau beleidigen.
20:50Und wer den Gemeindebau beleidigt...
20:52Beleidigt, beleidigt dich.
20:52Ich weiß es schon, ich check.
20:53Nur deswegen können wir ihn nicht verhaften.
20:55Außerdem, dass der den Koller umbringt, nur weil sich der auch um den Chefsessel beworben hat.
20:59Der war doch sowieso davon überzeugt, dass er den Posten kriegt.
21:09Entschuldigung, steht.
21:10Hallo.
21:10Hallo.
21:11Du, der Koller hat eine passwortgeschützte Datei auf seinem Laptop.
21:14Sunny Future.
21:16Sagt euch das irgendwas?
21:17Mir nicht.
21:17Dir?
21:17Keine Ahnung.
21:19Sunny Future ist der Name eines Anlagefonds in Lichtenstein.
21:21Ziemlicher Rohrkrepierer, der in wenigen Wochen über 90% seines Werts verloren hat.
21:25Er ist an den Anlegern fantastische Zinsen versprochen worden.
21:28Na, das ist bedauerlich, aber was hat das mit dem Koller zu tun?
21:31Er sagt gar nichts, außer dass er alle Informationen über diesen Fonds gesammelt hat.
21:34Der Großteil der Anleger wurde in Wien angeworben, über ein kleines Finanzmaklerbüro,
21:38der offenbar extra zu dem Zweck gegründet worden ist.
21:40Er sagt, wir haben uns astronomische Provisionen kassiert.
21:42Nach den Formularen, die die Kunden unterschrieben haben, steht immer nur der Name des Büros.
21:46Aber nie der Name des Mannes, der dahinter steht.
21:48Aber?
21:51Auf dem Mietvertrag.
21:53Tada!
21:55Und?
21:56Sebastian Mahler.
21:58Bravo!
22:05Ah, danke, Kollege.
22:07So, Herr Mahler.
22:10Hinsetzen.
22:11Und was soll das jetzt?
22:12Ich habe Ihnen doch bereits alles erzählt.
22:14Ah ja, haben Sie das wirklich?
22:15Ja.
22:16Na, dann schauen wir mal, was wir da haben.
22:19Also, wir haben einen dubiosen Anlagefonds in Lichtenstein, mehrere hundert geschröpfte Anleger
22:23und einen Wiener Finanzmakler, der dafür atemberaubende Provisionen kassiert hat.
22:27So ein kleines Zubrot für einen notleidenden Menschen, ha?
22:30Tja, nur leider ist ihm da jemand draufgekommen.
22:36Ja, das ist richtig.
22:38Der Koller hat von dem Fonds gewusst.
22:40Und letzte Woche hat er es mir gesagt.
22:43Und damit praktisch sein Todesurteil unterschrieben, nicht?
22:46Was?
22:46Na, Sie werden ja gewusst haben, was das bedeutet, wenn er damit an die Öffentlichkeit geht.
22:50Da geht es dann nicht mehr um den Chefsessel.
22:51Ihr guter Ruf als Finanzmakler wäre zerstört gewesen und das für immer.
22:54Und deshalb haben Sie am Samstagabend auf die Höhenstraße gelockt.
22:58Aber dem Koller ging es doch gar nicht darum, seine Informationen zu veröffentlichen.
23:01Der wollte einzig und allein, dass ich den Anlegern ihren Schaden ersetze.
23:04Herr Maler, bitte.
23:06Ich war selber total überrascht, aber es ist die Wahrheit.
23:08Das hat mich mein gesamtes Privatvermögen gekostet.
23:11Und heute in der Früh habe ich in der Firma gekündigt.
23:13Na, echt?
23:14Vorher kommen mir jetzt gleich die Tränen.
23:18Ich kann mir nicht einmal was anderes essen.
23:20Servus, Frau Inspektor.
23:21Hallo, Fritz.
23:22Hallo.
23:22Du, für mich bitte ein Ingwertee und für den Herrn da was anderes.
23:25Anderes ist gerade aus.
23:26Hallo, das Menü?
23:27Na ja, bevor ich vom Fleisch fahre.
23:30Und, wie war's?
23:31Ja, na, der Maler ist ziemlich am Ende, aber als Mörder ist er unwahrscheinlich.
23:34Wie war bei der Bank, der hat tatsächlich allen Anlegern das Geld zurückgezahlt?
23:38Ja, aber wer war's dann?
23:40Wer hat Interesse, einen gut aussehenden, schwer reichen jungen Mann kurz vor der Hochzeit
23:44ins Jenseits zu befördern?
23:45Na, es gibt ja noch eine Franziska Albrecht, deren Alibi immer noch auf Reisen und unerreichbar ist.
23:50Ja, gib bitte, Franitschek.
23:52Die Mutter von Koller, ja, hat uns nämlich erzählt, dass das ganze Geld von der Hochzeitsagentur,
23:57von der Albrecht, von ihrem Sohn, stammt.
23:59Öha, rieche ich da etwa ein Motiv?
24:01Gebe bitte.
24:01Fritz.
24:02Du, da sollte man sie vielleicht einmal genauer anschauen.
24:05Was können wir uns noch einmal genauer anschauen?
24:07Ach so, na, das mit dem Heiraten meine ich, das sollte ich mir mal genauer anschauen.
24:11Ja, dann viel Glück, das kann ich nur empfehlen.
24:13Du, das war die Mutter von Koller, die möchte noch einmal mit uns reden gehen.
24:15Einmal Lotus.
24:16Okay, ich hab noch nicht einmal angefangen zum Essen.
24:19Jetzt schon.
24:23Danke, Frani.
24:24Bitte, Wiederschauen.
24:25Tschüss.
24:33Also?
24:34Ich hab mich an etwas erinnert, an ein Gespräch, das ich mit Simon hatte, wenige Tage bevor.
24:41Um was ist es denn da gegangen, Frau Koller?
24:46Um Franziska.
24:48Ich glaube, er hat sich mit dem Gedanken getragen, Franziska zu verlassen.
24:52Ah ja, genau.
24:53Und warum hätte er das getan?
24:55Das weiß ich nicht, aber es hat mich nicht gewundert.
24:57So ein Besitzergreifend, wie sie war, sie wollte ja immer mehr und mehr.
25:01Sie haben ihm natürlich davon abgeraten.
25:04Ich hab ihm zu gar nichts geraten.
25:06Simon war alt genug, seine Entscheidung selbst zu treffen.
25:23Ja, solange er vorher alles mit seiner Mama bespricht.
25:26Und will.
25:27Vielleicht hatte seine Freundin keine Zeit.
25:29Vielleicht war sie zu sehr beschäftigt, die Karriere zu machen.
25:32Vielleicht hat sie einfach auch keine Chance gehabt, weil seine Mutter die ganze Zeit...
25:35Chefin.
25:36Ich glaube, wir müssen gehen.
25:39Ja, ja.
25:41Danke, Frau Koller, Sie haben uns sehr geholfen.
25:44Ja.
25:47Wiederschauen.
25:48Bitte sehr.
25:55Vielleicht sollten wir wirklich nur einmal mit der Franziska Albrecht reden.
25:58Warum bitte?
25:59Ja, was, nur weil die Koller ihre geheimen Wünsche in die Gespräche mit ihrem Sohn hinein interpretiert,
26:03ich glaube, die hat kein Wort.
26:05Du glaubst ja nicht, weil du ihr nicht glauben willst.
26:07Was soll denn das heißen, bitte?
26:08Das ist doch ein Blinder.
26:09Du identifizierst dich mit der Albrecht.
26:12Bitte, das ist doch lächerlich.
26:14Also nur, weil sie eine Frau ist und erfolgreich im...
26:16Hallo?
26:17Hallo.
26:19Also, erfolgreich ist relativ.
26:21Ich hab mir die Hochzeitsagentur angeschaut.
26:24Frau Chefinspektor.
26:25Hallo, Christoph.
26:26Hallo.
26:26Die Unterlagen zum Fall Feiler, die Sie bestellt haben von der Sondergruppe.
26:28Danke.
26:29Bitte.
26:33Die ist aber schon klar, dass das niemand dafür ist.
26:36Ja, ja, ja, ja, ja.
26:37Weiter.
26:38Also, ich hab mir das angeschaut.
26:39Die Albrecht hat für ihre Firma keinen Cent bezahlt.
26:41Das hat alles der Koller finanziert.
26:43Ja, das wissen wir schon.
26:44Na, wie viel hat er springen lassen?
26:46300.000.
26:48Das nenn ich Liebe.
26:49Ja, aber die wahre Liebe kommt noch.
26:51Im Gesellschaftsvertrag steht ein Passus, der besagt, dass die Albrecht alles kriegt, wenn der Koller stirbt.
26:55Und das nenn ich ein Motiv.
27:01Nein, das kann nicht sein.
27:03Naja, also bis jetzt haben wir ja auch nur die Aussage von der Frau Koller.
27:06Dann lügt sie eben.
27:07Das heißt, im Verhalten von Simon Koller hat es keinen Hinweis darauf gegeben, dass er Sie verlassen wollte, ja?
27:13Natürlich nicht.
27:15Der Simon hat mich geliebt.
27:17Der hat mich niemals verlassen.
27:18Was seine Mutter dazu sagt, ist mir sowas von scheißegal, verstehen Sie?
27:22Ja, also das verstehe ich ziemlich gut.
27:24Frau Albrecht, ich hätte da noch eine Frage.
27:26Ist in Wahrheit reine Routine, um noch einmal auf die Firma zurückzukommen.
27:30Ich glaube, ich...
27:31Ja, ja.
27:32Es ist wirklich nur eine Kleinigkeit, also...
27:35Na super.
27:36Ja, ich stehe nicht einmal die Mieke, dass es am Haus ist.
28:04Ja, ja, schon, nur in dem Vertrag steht auch, dass alles an Sie übergeht, wenn er stirbt.
28:07Den Vertrag, den hat sein Rechtsanwalt gemacht.
28:10Das war Simons Idee, nicht meine.
28:11Ich war ganz froh, dass er sich um den ganzen Rechtskram gekümmert hat.
28:14Mhm.
28:16Na gut, dann war es das eigentlich auch schon wieder.
28:19Vielen Dank.
28:19Entschuldige, aber bitte schau dir das einmal an, ja?
28:22Der Simon Koller, und?
28:24Ja, und? Im Hintergrund des Datums?
28:30Der 25. Mai? Sein Todestag?
28:34Ja, die Fotos habe doch nicht ich gemacht.
28:37Sie sind gestern mit der Post gekommen.
28:39Gestern mit der Post? Natürlich, ja, das ist flüssig.
28:41Ja, ich habe es noch nicht einmal richtig anschauen können.
28:44Ich habe den Simon an seinem Todestag nicht gesehen, das müssen Sie mir glauben.
28:48Und, haben wir das Kuvert noch?
28:51Das Kuvert, ja.
28:53Nein, das habe ich weggeschmissen.
28:57Wo hätte ich denn wissen sollen, dass...
28:59Frau Albrecht, was ich Ihnen jetzt sage, das fällt mir wirklich von Herzen schwer.
29:03Das können Sie mir glauben.
29:04Aber Sie sind vorläufig festgenommen.
29:07Bitte.
29:37Und, Herr, Sie sind vorläufig festgenommen.
30:06Untertitelung. BR 2018
30:25Was ist jetzt schon?
30:28Hallo.
30:29Die Kinder schlafen doch erst seit zwei Stunden. Was ist los?
30:34Gibt es was Neues?
30:36Ja, wir haben eine Spur, die zu der Albrecht führt, aber ich...
30:39Du glaubst nicht, dass sie die Mörderin ist?
30:42Keine Ahnung. Ich weiß nicht mehr, was ich glauben soll.
30:47Geht's dir gut?
30:48Ja, ja, alles gut.
30:52Na gut, dann... dann geh ich mal.
30:55Ja.
30:57Gute Nacht.
30:58Gute Nacht.
31:00Du, Stefan.
31:01Hm?
31:02Deine Mutter hatte eigentlich ehmals was Positives über mich gesagt.
31:06Die Mama, na sicher.
31:08Was, echt?
31:09Was zum Beispiel?
31:12Zum Beispiel...
31:14Ja, zum Beispiel, dass du...
31:19Ach, ich denk drüber nach.
31:22Mhm.
31:27Ach, ich denk dran...
31:36Ja, ich denke...
31:52Ah!
32:31Na, und?
32:36Pff, also ich sehe da ganz genau gar nichts.
32:40Ah, da in der Spiegelung.
32:41Wo?
32:42Da.
32:45Aber wer immer das ist, das ist sicher nicht die Albrecht.
32:48Ganz genau, und deswegen werden wir sie auch gleich wieder entlassen.
32:51Sagst du ihr das, Frau Nitschek?
32:52Bitte, danke.
32:54Und du kümmere dich bitte um die Fotos, ja?
32:56Ich möchte wissen, wo die ausgearbeitet worden sind.
32:58Vielleicht finden wir ja so die unbekannte Fotografin.
33:00Ja, und du?
33:01Naja, also wenn sie eine heimliche Freundin vom Koller war,
33:03wo hat es dann mit Sicherheit ihre Spuren hinterlassen?
33:07Ähm, auf seine Kreditkartenabrechnungen?
33:09Ganz genau.
33:10Du, und sag dem Herrn Großinquisitor, ich warte in meinem Büro, ja?
33:13Mhm.
33:24Laut Aminkalender war der Koller im letzten halben Jahr dreimal in Frankfurt an der Börse.
33:29Das erste Mal am 7. März, dann am 19. April und das letzte Mal von 15. bis 17. Mai.
33:36Da ist er dann zweimal über Nacht geblieben.
33:39Von 15. bis 17. Mai.
33:42Mhm.
33:43Sag mal, Frau Nitschek, woran denkst du, wenn du Frankfurt hörst?
33:46Frankfurter?
33:47Ja, gut, das war klar.
33:49Und sonst noch was?
33:51Hochhäuser, Regen und jede Menge Biefkes.
33:53Also nicht Yachtclub, Kaffee an der Strandpromenade, Hotel Côte d'Azur.
33:57Nee, auch nicht.
33:57Na, schau mal, was der Koller alles in Frankfurt mit seiner Kreditkarte bezahlt hat.
34:05Der war in Nizza.
34:06Ja, der perfekte Ort für Wochenende mit der Geliebten.
34:10Wir haben sie, sie heißt Susanne Tramitz, eine professionelle Fotografin,
34:13die Auftragsnummer auf dem Fotopapier hat mich zum Labor gebracht.
34:16Dort ist sie nämlich Stammkundin.
34:18Bravo.
34:20Und, warum ist sie noch nicht da?
34:22Ja.
34:27Ja, die sind von mir.
34:29Aber ich verstehe nicht, was haben die Fotos mit seinem Tod zu tun?
34:32Na ja, Frau Tramitz, Sie haben den Todestag mit einem Mordopfer verbracht.
34:36Und jetzt denken Sie, ich hätte ihn umgebracht?
34:38Aber warum?
34:39Warum sollte ich sie mal umbringen?
34:41Na, weil sie zum Beispiel ein Verhältnis mit ihm gehabt haben.
34:44Was ist passiert?
34:45Hat er Schluss gemacht, weil er die Franziska Albrecht heiraten wollte?
34:49Ein Verhältnis.
34:50Simon und ich?
34:51Ja, das hatten wir.
34:52Mhm.
34:53Aber vor ungefähr 17 Jahren, für zwei Wochen oder so.
34:55Wir haben uns in einem Zug nach Barcelona kennengelernt und sind dann ein bisschen in Europa herumgefahren.
35:00Aber seit damals waren wir Freunde.
35:01Deswegen hat er auch ausgerechnet sie angerufen nach einem Streit mit seiner Verlobten und machte dann ein Foto aus Flug
35:06durch Wien mit ihnen.
35:07Aber das mit den Fotos, das war doch seine Idee.
35:09Er wollte sie machen für seine Verlobte.
35:11Das sind doch alles Orte mit gemeinsamen Erinnerungen für die zwei.
35:17Und dann, wie wir fertig waren, haben wir uns zum Abschluss noch umarmt, so wie immer.
35:22Ich habe noch bis bald gesagt.
35:29Hat er vielleicht noch irgendwas erwähnt?
35:30Wollt er sich noch mit jemandem treffen oder so?
35:33Nein.
35:34Ich habe die Fotos dann gleich ins Labor gebracht und habe sie dann am Montag seiner Verlobten geschickt, so wie
35:38er es wollte.
35:39Haben Sie vielleicht eine Idee, was er in Nizza gemacht haben könnte, so vor drei Monaten?
35:42In Nizza?
35:43Der wird ja den Leon Finzi besucht haben.
35:46Die beiden waren gut befreundet.
35:48Leon lebt seit drei Jahren in Nizza.
35:50Er ist Arzt, Neurologe, um genau zu sein.
35:53Seltsam, dass Sie mich gerade jetzt nach ihm fragen.
35:55Wieso?
35:56Ja, weil er seit dem Wochenende in Wien ist.
35:59Mhm.
36:01Deswegen also habe ich ihn nicht erreicht.
36:03Sie behaupten also, Sie haben den Herrn Koller noch gar nicht gesehen, seit Sie in Wien sind?
36:06Ich war sogar mehrmals bei seinem Haus und habe geläutet.
36:10Nichts.
36:10Ich verstehe das nicht.
36:12Das macht doch überhaupt keinen Sinn.
36:14Jemanden umzubringen, der so viel Geld verdient hat wie der Herr Koller, macht immer für irgendjemanden Sinn, Herr Dr. Finzi.
36:19Ja.
36:21Wenn er sich selbst, das könnte ich noch nachvollziehen, aber Mord.
36:26Und wieso können Sie einen Selbstmord nachvollziehen?
36:29Naja, der Simon war todkrank.
36:31Wie bitte?
36:32Was?
36:33Er hatte ALS, Amyotrophe Lateralsklerose.
36:38Eine Erkrankung, die allmählich das zentrale Nervensystem zerstört und unweigerlich zum Tod führt.
36:43Und warum wissen wir das nicht, bitte?
36:45Hä?
36:46Weil man das post mortem nur mit einer millimetergenauen Untersuchung des Hirngewebes nachweisen kann.
36:52Kein Gerichtsmediziner der Welt findet das.
36:54Bei einer normalen Obduktion.
36:55Seit wann hat denn der Herr Koller von dieser Krankheit gewusst?
36:59Seit er mich das letzte Mal in Nizza besucht hat.
37:01Da habe ich ihm die Testresultate gezeigt.
37:04Ja, Simon war eher erstaunlich gefasst.
37:06Seine Mutter hat da viel verzweifelter reagiert.
37:09Seine Mutter?
37:09Ja, die Arme hat das Ganze nämlich schon einmal durchgemacht.
37:14Der junge Mann, der ist an Eiles gestorben.
37:17Sie hat ihn gepflegt bis zu seinem Tod.
37:19Sie hat seinen langsamen Verfall über Jahre miterlebt.
37:23Sie war völlig am Ende.
37:25Der Simon damals auch.
37:27Herr Dr. Finzi, wir haben in Simons Blut Fentanyl gefunden.
37:31Steht das für Sie in irgendeinem Zusammenhang?
37:32Ja, das war das Schmerzmittel, das ich Simons Vater verschrieben habe.
37:35Ich habe Frau Koller extra eingeschult, damit sie es ihm jederzeit spritzen kann.
37:40Verstehe.
37:41Wieso fragen Sie?
37:47Wahnsinn, die bringt ihren eigenen Sohn um, nur um ihm das Leiden zu ersparen.
37:50Es fragt sich nur...
37:51Was?
37:52Naja, ob er davon gewusst hat oder nicht, Herr Simon.
37:54Wenn er es gewusst hat, redet man von Sterbehilfe, wenn nicht von Mord.
37:57Ja, aber den Simon können wir schlecht fragen, oder?
38:00Ja, und du glaubst, sie wird uns das einfach so gestehen, ja?
38:03Naja, ein bisschen nachhelfen werden wir schon müssen.
38:05Ah ja.
38:25So.
38:28Da wären wir jetzt also.
38:31Was soll das hier?
38:33Warum fühlen Sie mich hierher?
38:40Wie lange hat denn der Simon eigentlich noch gelebt?
38:42Nachdem Sie ihm die Spritze gegeben haben.
38:46Was?
38:46Was erlauben Sie sich?
38:53Steigen Sie bitte aus, Frau Koller.
38:59Verstehe das alles nicht.
39:00Ich habe gedacht, ich werde nicht mehr verdächtigt.
39:04Was?
39:08Hallo.
39:08Was macht denn die hier?
39:12Frau Koller.
39:14Wir wissen von dem Fentanyl und, dass der Dr. Finz Ihnen gezeigt hat, wie man es spritzt.
39:23Du hast den Simon umgebracht.
39:27Umgebracht?
39:29Ich.
39:31Ich.
39:33Und wolltest mich dafür verantwortlich machen.
39:35Ich habe ihn nicht umgebracht.
39:37Ich habe ihn erlöst.
39:40Erlöst?
39:42Wovon erlöst?
39:44Worüber reden wir hier?
39:45Du hast deinen eigenen Sohn.
39:46Ich habe ihn erlöst, weil er todkrank war.
39:51Simon.
39:53Ja.
40:03Er hat der ALS, genau wie sein Vater.
40:06Weißt du, was das bedeutet?
40:08Das beginnt mit einem kleinen Zucken im Finner.
40:11Dann folgen spastischen Lähmungen, Muskelschwund, Kontrollverlust.
40:15Und am Schluss bist du wie in deinem eigenen Körper eingesperrt und erstiegst.
40:24Und da gibt es keine Therapie oder sowas?
40:29Du kannst nur nicht einfach hergehen und ihn umbringen.
40:35Simon hat gesehen, was diese Krankheit aus seinem Vater gemacht hat.
40:39Das wollte er dir nicht zumuten.
40:42Deshalb.
40:46Was heißt, er wollte sterben?
40:50Er hat mich gebeten, ihn zu begleiten.
40:54Kannst du dir vorstellen, was das bedeutet?
40:58Wenn dein eigener Sohn einem vor so eine Entscheidung stellt?
41:05Und wieso hier?
41:08Sein Vater hat davon geträumt, hier seinen letzten Atemzug zu machen.
41:13Er konnte sich diesen Wunsch nicht mehr erfüllen.
41:18Simon wollte den Weg seines Vaters gehen.
41:28Wenn wir ihr Selbstanzeige wegen Sterbehilfe zugestehen,
41:31könnt ihr mit einer Bedingten davon kommen.
41:38Und?
41:38Werden wir?
41:41Ja.
41:44Lass mich den Papierkram erledigen.
41:46Vor zu Hause und schlägt ihr aus, okay?
41:50Danke.
41:54Na, kriegst du noch was?
41:55Ich mache heute nämlich früher Schluss.
41:57Na, na, danke.
42:11Ja, hallo, ich bin's.
42:14Na, na, den Kindern ist nichts passiert.
42:16Die sind beim Stefan.
42:19Na, dadurch wollte ich einfach nur so anrufen.
42:22Ja, ja, ich weiß, dass ich das noch nie mag.
42:26Nein, nein, den Kindern geht's gut, ganz bestimmt, ja.
42:29Ja, die schlafen jetzt schon.
42:31Hoffentlich.
42:34Du, schau, ich wollte einfach nur mal meine Schwiegermut...
42:37Okay, ja, Ex-Schwiegermutter.
42:39Du, pass auf, vergiss es.
42:41Das war sowieso eine Schnapsidee, ja?
42:43Okay, ja, gute Nacht.
42:48Ja, was noch?
42:49Wie bitte?
42:50Ah, du bist das.
42:51Ja, tut mir leid, dass ich störe.
42:53Kein Problem.
42:54Ich hätte das gerne erspart, aber...
42:57Die Kollegen haben das letzte Opfer vom Pfeiler gefunden.
43:03In einem Bunker.
43:05Fehlen der Eckzahn oben links.
43:09Ja, okay, danke.
43:16Ja, okay, danke.
43:18Ja, okay, danke.
43:29Danke, danke.
43:29Danke, danke.
43:29Danke, danke.
43:29Danke, danke.
43:30Danke, danke.
43:30Untertitelung des ZDF, 2020
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