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KurzfilmeTranskript
00:00:06Untertitelung. BR 2018
00:00:58Untertitelung. BR 2018
00:01:29Untertitelung. BR 2018
00:01:44Furchtbar.
00:01:45Ja, sieht aus wie ein Ritualmord.
00:01:48Ich meine nicht den Toten. Ich meine die Bilder, die er gemalt hat. Das ist doch grässlich.
00:01:53Du weißt nicht, wer das ist. Jakob Brehme steht auf dem T-Shirt.
00:01:58Das ist einer der bedeutendsten Maler der Gegenwart. Wenn du dein ganzes Jahresgehalt zusammenkratzen würdest, könntest du dir von ihm
00:02:06höchstens so ein kleines Bild kaufen. So ein kleines Bild.
00:02:10Die Welt ist verrückt. Er ist mit einem Kittmesser erstochen worden. Fünf Einstiche.
00:02:14Wofür braucht ein Maler ein Messer?
00:02:17Naja, das ist ja eher so eine Art spitzzulaufender Spachtel. So wie es aussieht, zum Mischen von Farbe.
00:02:23Die Stiche müssen mit großer Wucht ausgefüllt worden sein. Sonst wäre der gar nicht erst eingedrungen.
00:02:27Das heißt, der Täter war sehr kräftig.
00:02:29Oder sehr wütend. Die Anzahl der Stiche, das Chaos mit den Farben, zieht nach einem Hass verbrechen los.
00:02:35Todes Zeitpunkt? Zwischen 0 und 2 Uhr heute Nacht. Ist erstmal nur eine Schätzung.
00:02:40Und hat er irgendwelche Abwehrverletzungen? Nee, keine.
00:02:43Bei einem Angriff von vorn. Er muss den Täter gekannt haben.
00:02:50Fingerabdrücke?
00:02:51Nicht an der Tatwaffe. Ansonsten jede Menge. Hier ist ja nie geputzt worden.
00:02:55Ansonsten was?
00:02:57Eine Reifenspur in der Eingangshalle, als ob jemand sein Fahrrad abgestellt hat.
00:03:01Wir werden das Profil an die Reifenhersteller schicken.
00:03:03Vielleicht haben wir Glück und kriegen raus, um was für eine Marke es sich handelt.
00:03:06Das muss aber nichts mit dem Mord zu tun haben. Kann schon länger da sein.
00:03:11Er ist mit großer Wahrscheinlichkeit nicht durch die Stiche gestorben, sondern durch den damit verbundenen Blutverlust.
00:03:15Das muss eine Weile gedauert haben.
00:03:19Was für ein Verlust.
00:03:21Sie sagen das, Röstchen. Sie sagen das.
00:03:24Also von mir aus kann das der neue Picasso sein. Ich mag das Zeug nicht.
00:03:28Die Welt ist doch Fenster genug. Da muss man nicht noch mehr Dunkelheit reinbringen.
00:03:31Ich könnte es dir erklären, Herbert, aber ich denke, es macht keinen Sinn.
00:03:38Mhm.
00:03:51Du, der Bremer war kein unbeschriebenes Blatt. Jede Menge Skandalen und Affären.
00:03:57Vor einem halben Jahr geisterte er ein heimlich aufgenommenes Video durch die Medienladen.
00:04:01Da ging es vielleicht zur Sache.
00:04:02Mein lieber Gesangsverein.
00:04:04Das hätte ihn beinahe an die Professur gewusstet.
00:04:07Ach, der ist das?
00:04:08Ja.
00:04:09Das ist typisch.
00:04:10Die Bilder kennst du nicht von ihm.
00:04:12Aber an die nackten Weiber.
00:04:14An die erhebt das natürlich.
00:04:15Ich lese Zeitung, wenn du nichts dagegen hast.
00:04:17Ach, dich nur Pilcher.
00:04:25Herr Oberrat, was tun Sie denn hier?
00:04:27Ich wollte nicht, dass Frau Bremer es von einem Fremden erfährt.
00:04:35Entschuldigen Sie, Herr Leibold, aber so geht das nicht.
00:04:38Sie wissen doch, wie wichtig es ist, zu sehen, wie die Angehörigen auf eine Todesnachricht reagieren.
00:04:43Und was sich daraus alles ablesen lässt.
00:04:44Ruth hat mit dem Tod ihres Mannes nichts zu tun.
00:04:47Da können Sie sicher sein.
00:04:48Das hätten wir lieber selber festgestellt.
00:04:50Sie sind ein Freund von ihr?
00:04:53Ich bin ein Freund der Familie.
00:04:55Lange schon.
00:04:56Und die Familie hat genug gelitten.
00:04:58Das können Sie mir glauben.
00:04:59Was wollen Sie damit sagen?
00:05:00Ihre Tochter hat einen schweren Unfall.
00:05:02Vor einem Jahr.
00:05:04Sie sitzt seitdem im Rollstuhl.
00:05:05Sie ist geistig behindert.
00:05:07Das ist bestimmt alles nicht leicht.
00:05:08Aber Sie erwarten doch nicht, dass wir die Frau extra in Watte packen.
00:05:11Ich erwarte, dass Sie mit dem nötigen Fingerspitzengefühl vorgehen.
00:05:16Hatte Ihr Mann irgendwelche Feinde?
00:05:21Jakob war manchmal sehr unbeherrscht und ungeduldig.
00:05:25Damit hat er sich nicht nur Freunde gemacht.
00:05:28Dankeschön.
00:05:29Jemand Konkretes?
00:05:30Nein.
00:05:32Und was ist mit Ihnen?
00:05:34Ich meine, war Ihnen gegenüber auch unbeherrscht?
00:05:40Sie verdächtigen mich?
00:05:43Bei einem Mordfall müssen wir jede Möglichkeit prüfen.
00:05:46Wo waren Sie heute Nacht zwischen 0 und 2 Uhr?
00:05:49Hier.
00:05:50Meine Tochter muss rund um die Uhr betreut werden.
00:05:53Wie war denn Ihr Verhältnis zu Ihrem Mann?
00:05:56Wir haben uns geliebt.
00:05:58Hört sich komisch an, wenn man das so sagt, zu Fremden.
00:06:01Aber es stimmt.
00:06:05Schon klar, Sie haben von den Eskapaden meines Mannes gehört.
00:06:09War dann das alles erfunden und von den Medien aufgebaut?
00:06:12Ich wusste, dass ich keinen Bankbeamten geheiratet habe.
00:06:15Wenn Sie einen besonderen Menschen wollen, dann müssen Sie auch damit leben, dass er besonders ist.
00:06:19Anders als die anderen.
00:06:20Sie haben das akzeptiert.
00:06:23Das heißt nicht, Sie haben nicht darunter gelitten.
00:06:26Schon klar, dass Sie das nicht verstehen.
00:06:29Aber...
00:06:31Nein.
00:06:32Ich habe nicht darunter gelitten.
00:06:35Ich war glücklich, mit einem so vitalen, kreativen, unglaublich klugen Menschen zusammenleben zu dürfen.
00:06:44Auch wenn das letzte Jahr schwer war, seit dem Unfall unserer Tocht.
00:06:48Aber das hat uns nur noch mehr zusammengeschweißt.
00:06:52Wann waren Sie zuletzt im Atelier Ihres Mannes?
00:06:56Das ist sicher mehr als ein Jahr her.
00:07:00Wie das?
00:07:01Hatten Sie Angst, ihn dort mit einer anderen Frau zu treffen?
00:07:05Nein.
00:07:06Das war einfach sein Bereich.
00:07:08Der Platz, wo er ungestört war, seinen eigenen Rhythmus hatte.
00:07:13Hat er dort oft über Nacht gearbeitet?
00:07:16Wenn es bei ihm gut gelaufen ist, ja.
00:07:18Ich will Ihnen ja nicht zu nahe treten.
00:07:21Aber für mich hört sich das nicht nach einer glücklichen Beziehung an.
00:07:29Tut mir leid, Sie wollten unbedingt sehen, wer da ist.
00:07:33Bitte sei so gut und bring sie zurück in ihr Zimmer, ja.
00:07:37Mein Schatz, lass dich mal von Daniel wieder zurückbringen, ja.
00:07:41Ich muss noch einen Moment mit den Herren hier reden.
00:07:44Ich komme bestimmt gleich.
00:07:46So traurig, hm?
00:07:48Nein, nein.
00:07:50Nein.
00:07:59Sie weiß es noch nicht.
00:08:06Sie sagten gerade, das hört sich für Sie nicht nach einer glücklichen Ehe an.
00:08:11Wenn glückliche Ehe für Sie bedeutet, dass sich zwei Leute jeden Abend um 19 Uhr zum Abendessen setzen, ohne sich
00:08:17wirklich was zu sagen zu haben.
00:08:19Einmal die Woche miteinander schlafen und einmal im Jahr an einen Ort fahren, wo es zwar wärmer, aber auch nicht
00:08:24viel interessanter ist.
00:08:25Dann haben Sie recht.
00:08:26Wenn Sie damit meinen, dass sich zwei Menschen den Raum geben, den sie brauchen, es dann kaum erwarten können, wieder
00:08:31zueinander zu kommen.
00:08:32Wenn wir aus jedem Tag ein Fest machen, aus jeder Stunde, aus jeder Minute, dann hatten wir eine glückliche Ehe.
00:08:44Wenn Sie nichts dagegen haben, ich würde mich jetzt gerne um meine Tochter kümmern.
00:08:48Also, wenn Sie noch konkrete Fragen haben...
00:08:51Nein, nein, nein, haben wir nicht.
00:08:53Sie müssten nachher noch in die Rechtsmedizin kommen und Ihren Mann identifizieren.
00:09:02Auf Wiedersehen, Frau Bremer.
00:09:14Wenn die nicht um Ihren Mann trauert, dann ist das eine verdammt gute Schauspielerin.
00:09:18Ja, hat's alles schon gegeben.
00:09:21Sie war bei Ihrer Tochter.
00:09:23Die Tochter ist nicht so behindert, dass man sie nicht für eine gewisse Zeit alleine lassen kann.
00:09:28Und von hier zum Atelier sind's ein paar Minuten.
00:09:33Du willst, dass sie es war.
00:09:35Ach, das ist doch Quatsch.
00:09:36Ich will nicht, dass man mir vorwirft, meine Arbeit nicht richtig zu machen.
00:09:40Nur, um meinem Chef gefällig zu sein.
00:09:42Das ist alles.
00:09:51Was haben Sie herausgefunden?
00:09:54Fragen Sie als unser Vorgesetzter oder als Freund der Familie?
00:09:58Was macht das für einen Unterschied?
00:09:59Einem Freund der Familie würde ich nicht unbedingt unsere Ermittlungsergebnisse auf die Nase binden.
00:10:05Hat sie Ihnen gesagt, dass er bedroht worden ist?
00:10:08Nicht so direkt.
00:10:09Wir haben die Vernehmung sehr kurz gehalten.
00:10:11Ich hatte nicht den Eindruck, dass Sie wirklich vernehmungsfähig waren.
00:10:13Walter Griemer, auch Professor an der Kunsthochschule.
00:10:16Und Jakob Bremer hatten Streit.
00:10:19Es gab eine Schlägerei, die Studenten mussten sie trennen.
00:10:22Außerdem hatte er Streit mit einem Unternehmer,
00:10:24der sich durch ein Bild von ihm, das er gemalt hat, beleidigt fühlt.
00:10:27Und Ärger mit seinen Studenten.
00:10:29Wohl kaum Gründe für einen Mord?
00:10:31Ganz so einfach ist das nicht.
00:10:33Er hat die Leute bis zur Weißglut gebracht.
00:10:35Das war so seine Art.
00:10:37Und er war Ihr Freund?
00:10:39Er war nicht mein Freund.
00:10:40Ich bin ein Freund der Familie.
00:10:42Also, klemmen Sie sich dahinter, gehen Sie zu den Leuten und quetschen Sie sie aus.
00:10:47Machen wir, Herr Oberwart.
00:10:54Warum willst du dich unbedingt mit ihm anlegen?
00:10:57Und warum willst du ihm unbedingt in den Arsch kriechen?
00:11:00In unserem Alter, mein Lieber, wird man nicht mehr befördert.
00:11:02Bösens auf die Straße.
00:11:04Ich bin einfach, was die Frau angeht, seiner Meinung.
00:11:07Du hast sie doch gesehen.
00:11:08Warum geht es nicht?
00:11:09Er versucht, unsere Sicht auf den Fall zu beeinflussen.
00:11:12Und ich frage mich, warum?
00:11:14Warum?
00:11:29Das mit ihrem Mann, das tut mir sehr leid.
00:11:33Danke, dass du auf sie aufgepasst hast.
00:11:36Kannst du vielleicht noch ein bisschen bleiben?
00:11:37Ich muss nachher zur Polizei.
00:11:40Ja, mache ich gerne.
00:11:41Ich bin froh, dass wir dich haben.
00:11:43Aber jetzt wäre ich gerne einen Moment mit Aurelia alleine.
00:11:45Ja, klar.
00:12:07Ich muss dir was sagen, Aurelia.
00:12:12Der Papa kommt nicht wieder.
00:12:15Er ist tot.
00:12:18Es tut mir leid.
00:12:21Es tut mir so schrecklich leid.
00:12:37Es tut mir so schrecklich leid.
00:12:48Kannst du mir mal erklären, was daran künst sein soll?
00:12:53Kann ich Ihnen helfen?
00:12:55Ja.
00:12:55Sie können mir mal erklären, warum man hier etliche Jahre studieren muss.
00:12:58Bloß damit am Ende sowas bei rauskommt.
00:13:01Das frage ich mich ja auch.
00:13:03Wir suchen Professor Grima.
00:13:05Und laut Vorlesungsverzeichnissen muss er hier sein.
00:13:07Misste, er ist er aber nicht.
00:13:10Wahrscheinlich von Trauer über Mann.
00:13:12Wegen seinem toten Kollegen.
00:13:14Kannen Sie Professor Brima?
00:13:16Klar.
00:13:17Aber ich studiere bei Professor Grima.
00:13:19Wenn er mal da ist.
00:13:21Er hört sich ja nicht gerade an.
00:13:23Als ob Sie viel von ihm halten.
00:13:25Verstehe ich, wenn sowas bei rauskommt.
00:13:27Sie haben recht.
00:13:29Das ist furchtbar.
00:13:34Oh Gott, was war Sie denn da?
00:13:36Ich hab's gemalt.
00:13:38Ich kann's auch kaputt machen.
00:13:41Nicht ein halbes Jahr Arbeit gekostet.
00:13:44Und es ist Müll.
00:13:46Wenn Sie Grimas Privatadresse brauchen,
00:13:48fragen Sie am besten im Sekretariat.
00:13:50Schön daten.
00:13:53Sag ich doch.
00:13:54Die sind ja alle bekloppt.
00:14:12Gute Show.
00:14:15Hab ja immer gesagt,
00:14:16du bist eher eine Performance-Künstlerin.
00:14:23Was wolltest du damit erreichen?
00:14:26Wolltest du ihnen zeigen,
00:14:27wie gut du mit dem Messer umgehen kannst?
00:14:28Oder wolltest du sie davon ablenken,
00:14:30wie sehr es dir am Arsch vorbeigeht,
00:14:31dass Brima tot ist?
00:14:33Alles vorbei ist.
00:14:34Geh irgendwann nach Zinn und Tanz auf seinem Grab.
00:14:37Vielleicht sollte das jemand dem Polizisten sagen.
00:14:39Bin sicher, das interessiert die.
00:14:42Bitte.
00:14:43Wenn er dich beeilt,
00:14:44das kannst du dir vielleicht noch einholen.
00:14:46Ich hab doch noch Spaß gemacht.
00:14:48Siehst du mich lachen?
00:14:50Es ist vorbei.
00:14:51Er ist weg.
00:14:54Kannst du nicht einfach mal aufhören,
00:14:55mich zu bestrafen?
00:14:56Ich hab nichts gemacht.
00:14:58Oder hast du etwa schon wieder
00:14:59den Nächsten im Visier,
00:14:59der dir angeblich nur hilft?
00:15:14das ist weg.
00:15:41Ja?
00:15:43Der Schneider-Krepo Halle, das ist mein Kollege Schmücke. Können wir reinkommen?
00:15:48Ja, sicher. Tut mir leid. Wollte gerade unter die Dusche.
00:15:52Ich hätte mir gerne noch abgewartet.
00:15:56Trinken Sie immer um diese Tageszeit?
00:15:59Ich habe hier das eigenwillige Lebensrhythmus.
00:16:04Ich arbeite die Nacht durch. Ich stehe erst mittags raus.
00:16:07Wo waren Sie denn diese Nacht? Zwischen 0 Uhr und 2 Uhr?
00:16:11Ich habe gerade gesagt, ich habe gearbeitet.
00:16:14Und was haben Sie denn gearbeitet? Das sieht alles so aus, als würde das schon eine Weile liegen.
00:16:20Sie haben von kurz nicht so viel Ahnung, oder?
00:16:22Nein, aber im Aufspüren von Kriminellen, da bin ich ziemlich gut.
00:16:28Wollen Sie gar nicht wissen, warum wir hier sind?
00:16:31Ich fürchte, Sie werden es mir gleich sagen.
00:16:33Es geht um den Mord an Jakob Brehme.
00:16:36Jakob Brehme ist tot? Jakob Brehme?
00:16:43Können Sie nicht aufhören? Wir brauchen Sie bei klarem Verstand.
00:16:46Wieso wollen Sie uns vorspielen, dass Sie um Jakob Brehme trauen?
00:16:49Soweit ich weiß, waren Sie verfeindet.
00:16:52Sie haben tatsächlich keine Ahnung.
00:16:55Dann erklären Sie es mir.
00:16:58Dieses Jahrhundert ist noch nicht sehr alt, aber eins kann ich Ihnen jetzt schon sagen.
00:17:02Dass Jakob Brehme einer der bedeutendsten Künstler dieses Jahrhunderts war und bleiben wird.
00:17:09Sein Tod ist furchtbar.
00:17:13Das einzige Problem war, er hat gewusst, dass er ein Genie ist.
00:17:17Er hat geglaubt, es gäbe das Recht, sich aufzuführen wie ein Arschloch.
00:17:20Was hat er Ihnen persönlich getan?
00:17:23Er hat mich gedemütigt.
00:17:25Am liebsten öffentlich.
00:17:27Jakob hat in allem, was es gibt, immer schon die Zeichen des Verfalls gesehen.
00:17:32Des Todes.
00:17:33In jedem Menschen die Abgründe, die zu seiner Vernichtung führen.
00:17:37Der Todeskampf beginnt am Tag der Geburt.
00:17:40So hat er es gesehen.
00:17:41Und deswegen hat er jeden Tag so gelebt, als sei es sein Letzter.
00:17:44Und an seinem letzten Tag, warum sollte er da auf irgendjemand Rücksicht nehmen?
00:17:48Bei mir ist das genau umgekehrt.
00:17:51Ich versuche in allem, was tot ist, was schon aufgegeben wurde, das Schöne zu finden.
00:17:56Der Verfall ist eine zwingende Konsequenz, aber nicht zwingend eine negative.
00:18:00Sagen Sie das mal an meinem Kreuz.
00:18:02Was hat er Ihnen denn nun konkret getan?
00:18:04Für ihn war ich der Müllmann.
00:18:07Er hat gesagt, ich hätte einen Recyclinghof aufmachen sollen.
00:18:10Und warum ich für meine Arbeiten immer so lange brauchen würde.
00:18:13Seit vorher Schrott, ist hinterher auch Schrott.
00:18:16Das alles vor den Studenten.
00:18:17Ja, sicherlich nicht sehr erfreulich, was?
00:18:22Jakob war noch nie ein erfreulicher Zeitgenosse, aber nach dem Unfall seiner Tochter hat er jedes Maß verloren.
00:18:27Und was ist mit Ihnen?
00:18:28Auch das Maß verloren.
00:18:30Ich habe mit seinem Tod nichts zu schaffen, wenn Sie das meinen.
00:18:32Sie haben sich mit ihm geschlagen, ihn bedroht.
00:18:35Da war ich einer in einer langen Schlange.
00:18:39Wir haben gehört, er hatte nicht nur Ärger im Kollegium, sondern auch Ärger mit seinen Studenten.
00:18:43Ist das richtig?
00:18:45Ja.
00:18:46Mit jemand Speziellem?
00:18:50Herr Grämer, wir kriegen das sowieso raus.
00:18:52Also ersparen Sie uns die Zeit.
00:18:54Meine Studentin hat ihn beschuldigt, ihre Arbeit gestohlen zu haben.
00:18:59Und?
00:18:59Hat er?
00:19:00So einfach ist das nicht.
00:19:02Junge Menschen kommen zu uns, die alles in Frage stellen.
00:19:06Die sind von unseren Arbeiten beeinflusst.
00:19:08Und wir werden von deren Arbeiten beeinflusst.
00:19:10War schon immer so in der Kunst.
00:19:11Was ist aus der Sache geworden?
00:19:14Der Studentin wurde gut zugeredet und es wurde geraten, die Lehrer zu wechseln.
00:19:19Hat die Studentin auch einen Namen?
00:19:22Anja Schuld, aber das ist Quatsch.
00:19:24Deswegen bringt man niemanden um.
00:19:25Lieber Herr Grämer, wenn Sie wüssten, weshalb Menschen umgebracht werden.
00:19:37Kann ich einen Moment alleine mit ihm sein?
00:19:40Tja sicher.
00:19:50Was hat denn die Befragung der Nachbarn ergeben?
00:19:54Nichts.
00:19:55Ist aber auch kein Wunder, das Atelier liegt in so einer Ruhe entgegen.
00:19:58Da schlafen die Leute nach Mittag.
00:19:59Ich meinte mehr Ihren Nachbarn.
00:20:02Glaubst du wirklich, sie hat was damit zu tun?
00:20:05Ich weiß es nicht.
00:20:06Aber auf keinen Fall war es irgendeiner, den er verärgert hat.
00:20:10Röschen hat gesagt, das war ein Hassverbrechen.
00:20:12Du willst, dass ihr was damit zu tun hat?
00:20:14Warum?
00:20:15Damit du Leibholt eins auswischen kannst?
00:20:17Das ist doch Quatsch.
00:20:19Das ist doch Quatsch.
00:20:50Was willst du denn hier?
00:20:52Deine Mutter ist nicht da, sie kommt gleich wieder.
00:21:02Was willst du?
00:21:04Wild.
00:21:08Hast du nicht gehört, was deine Mutter gesagt hat?
00:21:10Er kommt nicht mehr zurück.
00:21:11Nie mehr.
00:21:32Ich weine dem Arsch keine Tränen nach.
00:21:34Das heißt aber nicht, dass ich ihn selbst ins Jenseits gefördert habe.
00:21:36Was machen Sie da eigentlich?
00:21:38Ich kontrolliere, ob die Maschinen anständig gewartet werden.
00:21:41Wenn man die alles selbst macht, bauen die nur Scheiße.
00:21:43Macht mir nicht gerade beliebt, aber meine Angestellten können mich eh nicht ab.
00:21:46Brehme konnte sie offensichtlich auch nicht ab.
00:21:49Er hat sie beleidigt.
00:21:51Ich habe ein Porträt von meiner Frau und von mir bei ihm in Aufsicht gegeben.
00:21:54Habe ihm eine fette Anzahlung gemacht.
00:21:55Da muss eine alte Frau lang für strecken.
00:22:00Ist dabei rausgekommen.
00:22:02Hat gesagt, so sieht er uns.
00:22:05Kannten Sie seine Arbeiten?
00:22:07Ich verstehe nichts von Kunst.
00:22:08Woher auch?
00:22:10Habe mein Leben lang geackert.
00:22:11Aber ich sehe, wie mich einer verarscht.
00:22:14Die haben gesagt, es ist ein Jahrhundertkünstler.
00:22:16Also habe ich ihn genommen.
00:22:16War mir wurscht, was es kostet.
00:22:18Was hat er gemacht?
00:22:19Hat mich vorgeführt.
00:22:20Öffentlich.
00:22:22Also haben Sie den Rest nicht bezahlt?
00:22:24Es geht nicht um die Kohle.
00:22:26Er hat im Vertrag das Recht, das Bild auf einer seiner Ausstellung zu zeigen,
00:22:29bevor ich es bekomme.
00:22:30Hat er auch gemacht, ohne es mir vorher zu zeigen.
00:22:33Hat mich und meine Frau sogar zur Vernissage eingeladen.
00:22:35Hat er Spaß daran gehabt.
00:22:38Wenn Picasso Sie und Ihre Frau gemalt hätte, hätte Ihnen das sicher auch nicht gefallen.
00:22:42Aber von einem Jahrhundert Künstler porträtiert zu werden?
00:22:45Sie begreifen es nicht.
00:22:46Für die Arbeiter und Angestellten bin ich der Besserwessi,
00:22:48der Kapitalist, der ihren Betrieb übernommen hat.
00:22:50Und für die Kapitalisten bin ich der Proll, der selbst immer noch zum Schraubenschuss greift.
00:22:54Die haben alle eine Menge Spaß gehabt.
00:22:55Was denken Sie, warum er das gemacht hat?
00:22:58Weil ich ihn beleidigt habe mit meinem Geld.
00:23:00Hätte er ablehnen können.
00:23:01Aber nein, er wollte mir zeigen, dass man seine Kunst nicht kaufen kann.
00:23:03Der wollte mich fertig machen.
00:23:05Und Sie haben sich gerecht.
00:23:07Wenn Sie damit meinen, ich sei hingegangen und hätte ihn tot gemacht,
00:23:09dann muss ich Sie enttäuschen.
00:23:11Ich bin zwar ein Proll, aber für sowas habe ich Anwälte.
00:23:14Ich wollte ihn vor Gericht fertig machen.
00:23:15Wer auch immer der Mörder ist, den Spaß hat er mir versaut.
00:23:18Soweit ich weiß, haben Sie ihm keine Klage angedroht, sondern Prügel.
00:23:22Was man so in der Herr redet.
00:23:24Sie sind vorbestraft wegen Körperverletzung.
00:23:27Das ist aber schon lange her.
00:23:28Da hat man ja noch ein Paarplatz weggeschnappt.
00:23:30Da bin ich ausgetickt.
00:23:31Da fragt man sich doch, was Sie tun, wenn Sie wirklich beleidigt werden.
00:23:35Wo waren Sie heute Nacht zwischen 0 und 2 Uhr?
00:23:38Da, wo Sie wahrscheinlich auch waren, im Bett.
00:23:40Kann das jemand bezeugen?
00:23:41Mein Kopfkissen.
00:23:43Was ist mit Ihrer Frau?
00:23:44Wir schlafen getrennt, ich schnarche.
00:23:47Würde Ihre Frau merken, wenn Sie nachts aus dem Haus gehen?
00:23:50Keine Ahnung, da müssen Sie meine Frau fragen.
00:23:52Und wenn die sagt, Sie waren auf jeden Fall da,
00:23:55müssten wir Ihre Frau damit konfrontieren,
00:23:57dass es Zeugen gibt, die Sie in der Nacht gesehen haben.
00:23:59Nicht weit von Bremes Atelier entfernt.
00:24:03Was haben Sie da zu suchen?
00:24:05Kleiner Freundschaftsbesuch?
00:24:09Möchten Sie, dass wir das Gespräch auf dem Präsidium fortsetzen?
00:24:12Mit Bremen hat das gar nichts zu tun.
00:24:16Ich war bei einer Frau.
00:24:18Meine Alte wird nicht mal mitkriegen, wenn das Haus zusammenkracht.
00:24:21So fest schläft die.
00:24:23War nicht das erste Mal.
00:24:24Dann brauche ich Namen und Adresse von der Dame, bei der Sie angeblich waren.
00:24:29Das gefällt mir gar nicht.
00:24:32Muss meine Frau davon erfahren?
00:24:34Nicht, wenn Sie die Wahrheit gesagt haben.
00:24:44Bis zum nächsten Mal.
00:24:48Bis zum nächsten Mal.
00:24:49Bis zum nächsten Mal.
00:25:12Entschuldigung, sind Sie Frau schuld?
00:25:16Ach, nee.
00:25:20Professor Grima hat mir gesagt, dass ich Sie hier finde.
00:25:26Sie wissen, worum es geht.
00:25:30Um den Streit mit Professor Bremer.
00:25:32Wenn Sie glauben, dass ich ihn umgebracht habe, weil er mir meine Technik geklaut hat, dann verschwenden Sie bloß Ihre
00:25:37Zeit.
00:25:37Bei einer polizeilichen Ermittlung geht man manchmal Umwege und plötzlich stellt sich heraus, es ist eine Abkürzung.
00:25:55Ihre Bilder sind ja recht wild.
00:26:00Und die Art, wie Sie heute Morgen Ihr Bild zerstört haben, war es auch.
00:26:07Das ist mein Ausgleich.
00:26:10Ich selbst bin's nicht.
00:26:13Ich meine wild.
00:26:18Wo ist Ihr Kollege?
00:26:20Schon Feierabend?
00:26:21Nee, der hat für heute die Schnauze voll von Künstlern.
00:26:25Kann ich verstehen.
00:26:26Ich habe auch genug von der Kunst.
00:26:28So?
00:26:29Und warum malen Sie dann?
00:26:32Wie sagt Charlie Chaplin in Limelight?
00:26:34Ich ertrage auch den Anblick von Blut nicht, trotzdem fließt es in meinen Adern.
00:27:05Ich habe auch den Anblick von Blut nicht, trotzdem fließt es in meinen Adern.
00:27:25Normalerweise sind wir froh, wenn wir überhaupt ein Verdächtigen finden, aber in diesem Fall sind es eindeutig zu viele.
00:27:31Warum probierst du nicht mal?
00:27:33Ich esse kein Imbissfraß.
00:27:35Das sind nicht irgendwelche Pommes, das ist das beste chinesisches Essen.
00:27:39Ja, in einer Pappschachtel.
00:27:40Wirklich, das ist sehr kultiviert, Herbert, sehr kultiviert.
00:27:43Also eine chinesische Pommes in Nudelform mit Monosodium-Glutamat verfeinert.
00:27:49Was ist denn mit dem Alibi von dem Kolbe?
00:27:52Die Frau, mit der er zusammen war, hat es bestätigt.
00:27:55Die hat keinen Grund für ihn zu lügen, das ist eine Professionelle.
00:27:57Ich würde ihn deswegen nicht abhacken, aber er ist auch nicht gerade meine erste Wahl.
00:28:02Die Waffe stammt vom Tatort.
00:28:06Aber wenn ich sowas plane, nehme ich doch eine Waffe mit.
00:28:10Also haben wir es hier mit einem Affekt zu tun.
00:28:12Passt zu der Art der Ausführung.
00:28:14Und zu der Tatsache, dass er sich nicht gewehrt hat.
00:28:17Er hat den Angriff offensichtlich nicht erwartet.
00:28:21Er fragt sich, ob er jemanden, mit dem er Streit hatte, so dicht an sich herangelassen hätte.
00:28:27Da er sich im Grunde mit jedem gestritten hat, außer seiner Frau, hat er das vielleicht nicht so eng gesehen.
00:28:32Was ist denn mit der Studentin?
00:28:34Möglich. Sie sagt nicht alles.
00:28:36Ja, genau wie dieser Krima.
00:28:39Das heißt, wir müssen uns weiter mit den Künstlern rumschlagen.
00:28:42Der Fabrikant wäre mir lieber.
00:28:45Vielleicht kannst du noch was lernen.
00:28:47Von den Künstlern.
00:28:50Na gut, Herr Professor.
00:28:53Wenn du glaubst, ich bin der ungebildete Dorfpolizist und du der Quell des Wissens, dann erklär es mir.
00:28:58Es kann ja sein, dass ich mich irre, aber soweit ich weiß, hast du die Uni das erste Mal betreten,
00:29:03als es da einen Mord zu ermitteln gab.
00:29:05Aber ich lasse mich gerne belehren. Also, erklär es mir.
00:29:08Ja, was denn?
00:29:08Warum? Das Kunst ist.
00:29:10Ja, das geht nicht so einfach.
00:29:12Ach.
00:29:13Ja, warum regst du dich dann so auf?
00:29:14Weil ich keine Lust habe, immer wieder Trottel dazustehen. Also.
00:29:20Entschuldigung, ich wollte nicht stören. Um was geht's?
00:29:22Herr Kollege Schneider möchte gerne, dass ich ihm moderne Kunst erkläre. Und wenn's geht, in einem Satz.
00:29:27Und was soll daran so schwer sein?
00:29:30Ich interessiere mich auch für was anderes als für meine Arbeit.
00:29:36Dann legen Sie mal los.
00:29:37Zum Bild? Ist wie ein Tatort. Ein Wohnzimmer, ein Tisch, Stühle, ne Teppichbrücke, Gläser, Tassen, nichts Besonderes.
00:29:44Aber weil's ein Tatort ist, gucken wir genauer.
00:29:46Warm ist die Brücke verschoben, warm steht der Tisch so, wieso zwei Tassen?
00:29:50Und mit Glück fühlen wir was.
00:29:52Dass der Täter oder das Opfer gefühlt oder gesehen hat, ohne dass man's eigentlich erklären kann.
00:29:58Die Tatsache, dass Sie in ein Museum gehen, sich da vorstellen, sich drauf einlassen, macht aus diesem Bild was Besonderes.
00:30:06Ob das dann in dem Bild ist oder in Ihnen, das weiß man nicht. Und das ist auch gut so.
00:30:11Aber wenn Sie sich drauf einlassen, dann haben Sie eine Chance, so zu fühlen, wie der Künstler gefühlt hat.
00:30:17Ich weiß nicht, ob ich das in dem Fall fühlen möchte.
00:30:20Pröschen, Pröschen. Wann werden Sie aufhören, mich zu überraschen?
00:30:26Haben Sie außer diesen Perlen des Wissens noch irgendwas für uns?
00:30:30Ja. Wir haben die Farbspuren auf dem Boden des Tatortes nochmal analysiert.
00:30:36Es gibt keine Schuhspuren, aber Verwischung, die erst nach dem Aufbringen der Farbe entstanden sind.
00:30:41Und das heißt?
00:30:42Unser Täter hat auf jeden Fall was abbekommen. Entweder an den Schuhen oder am Saum seiner Hose.
00:30:47Ja, es nützt uns leider nichts. Wir haben jede Menge Verdächtige, die auch ein Motiv haben, aber keinen brauchbaren Anfangsverdacht.
00:30:54Tja, so ist das mit dem Wissen. Nützt einem nicht immer was.
00:31:05Tja, so ist das mit dem Wissen.
00:31:40Was für Schaffte denn das Vergnügen?
00:31:42Wir müssen reden.
00:31:44Wird das nicht Zeit bis morgen?
00:31:46Danke, dass Sie mir die Bullen auf den Hals geäzt haben.
00:31:50Die Vorwürfe sind aktenkundig. Ich hab denen nur erzählt, was die ohnehin rausgefunden hätten.
00:31:56Es geht um das Lobau-Stipendium.
00:31:59Ich will das haben.
00:32:01Das wollen viele. Gibt aber nur acht Plätze.
00:32:04Mir reicht einer.
00:32:06Sie sitzen in der Kommission.
00:32:09Glaub nicht, dass das was wird.
00:32:12Warum?
00:32:14Ich sag's nicht gern.
00:32:16Du bist nicht gut genug.
00:32:18Jakob hat's dir auch nicht verschafft.
00:32:20Obwohl du mit ihm geschlafen hast.
00:32:23Das war doch der Grund, weshalb du gegen ihn vorgegangen bist.
00:32:27Nicht der angebliche geistige Diebstahl.
00:32:31Wie wär's denn, wenn ich jetzt zur Abwechslung mal gegen Sie vorgehe?
00:32:35Ich hab gesehen, wie Sie in sein Atelier gegangen sind.
00:32:38Gestern Nacht.
00:32:40Sie wollen doch bestimmt nicht, dass ich damit zur Polizei gehe, oder?
00:32:45Wenn du mich da gesehen hast, heißt das, dass du auch da warst.
00:32:51Du hattest viel mehr Grund, dich an Jakob zu rächen, als ich.
00:32:58Wird denn, dass du nicht zur Polizei gehst?
00:33:01Da wär ich mir nicht so sicher.
00:33:05Ich denk drüber nach.
00:33:08Nicht zu lange.
00:33:10Soweit ich weiß, tagt die Kommission schon nächste Woche.
00:33:14Wir reden morgen, Juni.
00:33:39Na, war's schön.
00:33:45Sehr lange hat dein Neuer Laber ja nicht gebraucht.
00:33:50Uns ist das nicht langsam ein bisschen peinlich?
00:33:54Der Alt ist noch nicht richtig kalt, denn du springst schon auf den Nächsten.
00:34:03Es wird dir noch leid tun.
00:34:27Guten Tag.
00:34:29Guten Tag.
00:34:30Man hat mir gesagt, dass Sie den Mordfall Brehme bearbeiten.
00:34:32Ich möchte eine Aussage machen.
00:34:34Vielleicht verraten Sie uns erst mal, wer Sie sind.
00:34:37Mein Name ist Dietrich, Hagen Dietrich.
00:34:40Ich bin ein Kommilitone von Anja Schuld.
00:34:44Es geht um die Vorwürfe, die Anja gegen Professor Brehme erhoben hat.
00:34:48Dass er ihre Ideen geklaut hat.
00:34:51Das war nur ein Vorwand.
00:34:53In Wirklichkeit hatte sie ein Verhältnis mit ihm und war sauer, dass er sie abserviert hat.
00:34:56Wie lange denn schon?
00:34:58Das ganze letzte Semester.
00:35:00Und wann hat Brehme Sie abserviert?
00:35:02Vor zwei Wochen.
00:35:04Professor Griemer ist auch scharf auf Sie.
00:35:06Sie war gestern bei ihm, mitten in der Nacht.
00:35:09Oder wollen Sie das wissen?
00:35:11Beobachten Sie sie?
00:35:13Nein.
00:35:15Ich habe sie zufällig gesehen.
00:35:17Können Sie mir mal sagen, wie Sie zufällig an so einem abgelegenen Platz vorbeigekommen sind?
00:35:23Soll ich Ihnen mal was sagen?
00:35:26Sie sind auch scharf auf Anja Schuld.
00:35:29Können wir bei ihr nicht landen.
00:35:31Ich versuche nur zu helfen.
00:35:33Kommt mir ja so vor, als würden Sie versuchen, sich zu rächen.
00:35:36Ja, also wenn ich gewusst hätte, dass Sie nicht interessiert sind, dann...
00:35:38Wir sind sehr interessiert. Wirklich, sehr.
00:35:42Mich hat das damals in meiner Schulzeit auch immer geärgert,
00:35:45dass man nie an die Mädchen der eigenen Klasse rangekommen ist.
00:35:49Die hatten immer Interesse für die höheren Semester.
00:35:53Und dann auch so einer wie Brehme.
00:35:56Professor. Und ein berühmter Künstler.
00:35:59Das war sicher sehr verletzend.
00:36:01Da kann man schon Hass kriegen.
00:36:04Ja, also was soll das denn jetzt?
00:36:05Verdächtigen Sie jetzt etwa mich?
00:36:07Wissen Sie, es kommt nicht oft vor,
00:36:09dass wir freiwillig mit solchen Informationen versorgt werden.
00:36:13Und da fragen wir uns natürlich,
00:36:14ob da nicht jemand ganz laut schreit,
00:36:16haltet den Dieb,
00:36:17damit keiner merkt,
00:36:18dass er eben selber noch die Hand in der Ladenkasse hatte.
00:36:21Wo waren Sie denn vorgestern Nacht?
00:36:23Zwischen 0 und 2 Uhr.
00:36:24Ich war im Ilteramonto.
00:36:25Da arbeite ich zweimal die Woche als Bedienung.
00:36:27Das können Sie auch gerne nachprüfen.
00:36:29Das werden wir.
00:36:31Und alles andere auch.
00:36:35Na, Dicker?
00:36:37Hat Spaß gemacht.
00:36:38Was?
00:36:39So einen kleinen elitären Kunststudenten
00:36:41ein bisschen auf die Rolle zu schieben.
00:36:43Die etwa nicht?
00:36:45Ach, ich weiß nicht.
00:36:47Denunziant.
00:36:49Ich mag keine Denunzianten.
00:36:51Auch wenn sie manchmal sehr nützlich sind.
00:36:53Trotzdem müssen wir nachprüfen,
00:36:55ob er nicht mehr ist als das.
00:36:58Ja, noch ein Verdächtiger.
00:37:00Das mit dem Alibi können die Kollegen machen.
00:37:02Ich würde sagen,
00:37:03wir holen uns noch mal den Grima her.
00:37:05Mal sehen, was der uns noch alles verschwiegen hat.
00:37:08Ob die Witwe wusste,
00:37:10dass der Mann ein Verhältnis hatte?
00:37:13Warum willst du dich unbedingt mit Leibholt anlegen?
00:37:16Es geht ja nicht um Leibholt.
00:37:24Frau Schult,
00:37:25weshalb haben Sie uns denn nicht erzählt,
00:37:27warum es wirklich ging
00:37:28bei der Beschwerde gegen Bremer?
00:37:36Haben Sie eine Idee,
00:37:37wie demütigend das ist?
00:37:38Er hat mich benutzt
00:37:39und weggeworfen wie ein altes Taschentuch.
00:37:43Glauben Sie,
00:37:44ich gehe rum und erzähle es jedem weiter.
00:37:46Warum denn diese Beschuldigung?
00:37:49Weil es stimmt.
00:37:50Er hat mich kopiert.
00:37:53Kennt Sie in sein Atelier?
00:37:55Schauen Sie sich seine Bilder an.
00:37:58Kennen Sie sein Atelier?
00:38:00Waren Sie dort?
00:38:03Sicher.
00:38:04Da haben wir uns immer getroffen.
00:38:07Er war ausgebrannt.
00:38:09Hat im Grunde immer
00:38:10dasselbe Bild noch mal gemalt.
00:38:13Hat den Unfall seiner Tochter
00:38:15nicht verkraftet.
00:38:17Wahrscheinlich war ich für ihn
00:38:18so eine Art Ersatztochter.
00:38:22Eine von vielen.
00:38:26Haben Sie ihn erstochen?
00:38:31Ich hätte ihn nie töten können.
00:38:34Ich habe ihn geliebt.
00:38:37Er wusste das.
00:38:47Ich bin dann weg.
00:38:51Tschüss, Daniel.
00:38:53Passt der junge Mann
00:38:54immer für Ihre Tochter auf?
00:38:56Nein, es gibt noch eine Pflegerin.
00:38:58Aber Aurelia fühlt sich mit Daniel wohler.
00:39:01Er war Ihr Freund
00:39:02bevor das mit dem Unfall passiert ist.
00:39:04Aha.
00:39:07Wussten Sie,
00:39:08dass Ihr Mann eine Geliebte hatte?
00:39:09Er hatte immer wieder mal welche.
00:39:11Na und?
00:39:14Sie verstehen das immer noch nicht.
00:39:17Wenn Sie einen Berg besteigen,
00:39:19dann sind Sie in Gefahr.
00:39:21Sie gehen das Risiko ein,
00:39:22abzustürzen, sich zu verletzen,
00:39:24keine Luft mehr zu bekommen.
00:39:26Warum?
00:39:27Weil Sie da oben etwas Erhabenes erwartet.
00:39:29etwas Wunderbares.
00:39:32Das hat seinen Preis
00:39:33und den habe ich immer gern gezahlt.
00:39:37Ich weiß nicht,
00:39:38wie ich Ihnen das noch erklären soll.
00:39:40Sie können Menschen wie Jakob
00:39:41nicht mit dem gleichen Maß messen
00:39:43wie andere Männer.
00:39:44Ich habe das nie getan.
00:39:47Nach außen hin sieht die Arbeit,
00:39:48die solche Menschen leisten,
00:39:49so leicht aus.
00:39:51Aber Leute wie er werden gejagt
00:39:52von Versagensängsten,
00:39:54Verzweiflung, Panik,
00:39:55wenn alles nicht so funktioniert
00:39:56wie gewohnt.
00:39:58Wenn es gut läuft,
00:39:58dann ist es eine Gabe.
00:40:00Und wenn es nicht gut läuft,
00:40:01dann ist es ein Fluch.
00:40:03Dann geht so jemand
00:40:04die Wände hoch,
00:40:05wird fast verrückt,
00:40:06sucht woanders
00:40:07nach Selbstbestätigung.
00:40:10Wenn Sie Pech haben,
00:40:11dann sind das Drogen.
00:40:12Und wenn Sie Glück haben,
00:40:13dann ist es irgendeine junge Studentin.
00:40:16Ich denke,
00:40:17ich bin kein Spießer,
00:40:18aber es fällt mir wirklich schwer,
00:40:21mir vorzustellen,
00:40:22dass Sie so gelassen
00:40:24damit umgegangen sind.
00:40:26Hätte ich das erst
00:40:27nach der Hochzeit begriffen,
00:40:28dann hätte es mich vielleicht verletzt,
00:40:30mir Angst gemacht.
00:40:31Aber ich wusste es vorher.
00:40:32Und ich wusste auch,
00:40:33dass er immer zu mir zurückkommt,
00:40:35egal was passiert.
00:40:38Er hat mal gesagt,
00:40:39egal wie weit ein Pendel ausschwingt,
00:40:41es bewegt sich immer nur
00:40:42an der unteren Seite.
00:40:44Oben,
00:40:44da ist es festgemacht.
00:40:46Und dieser Halt,
00:40:47das war ich für ihn.
00:40:50Und das war wesentlich mehr wert,
00:40:51als eine seiner Geliebten zu sein,
00:40:53mit der man kurz
00:40:54sich die Betten gejagt ist.
00:40:56Ohne Durchsuchungsbeschluss
00:40:57komme ich nicht weiter.
00:40:58Dafür haben Sie nicht genug
00:40:59in der Hand.
00:41:00Grime hat Bremer bedroht.
00:41:02Er hatte die Mittel,
00:41:03er kannte den Ort
00:41:03und er hat kein Alibi.
00:41:05Außerdem lügt er,
00:41:06seit wir ihn das erste Mal
00:41:07vernommen haben.
00:41:08Wenn wir ihm Zeit geben,
00:41:09kann er mögliche Beweise vernichten.
00:41:11Wo ist eigentlich Schmücke?
00:41:13Der geht einer anderen Spur nach.
00:41:15Welcher?
00:41:18Er spricht mit der Witwe.
00:41:20Bremer hatte ein Verhältnis
00:41:21zu einer Studentin,
00:41:22in der er will rauskriegen,
00:41:23ob sie davon Kenntnis hatte.
00:41:27Sie haben das gewusst?
00:41:30Sie haben uns nichts davon gesagt?
00:41:32Sie haben mich nicht
00:41:32als Zeugen vernommen.
00:41:34Und ich bin nicht verpflichtet,
00:41:35Ihnen alles zu sagen,
00:41:36was in meinem Kopf vorgeht.
00:41:37Sagen Sie doch auf
00:41:37mit der Wortklauberei.
00:41:39Sie sind zwar unser Vorgesetzter,
00:41:40aber wir sind immer noch Kollegen.
00:41:42Es hätte Sie nur abgelenkt.
00:41:44Ruth hat mit dem Mob
00:41:44nichts zu tun.
00:41:45Was Wichtiges?
00:41:47Ja, ich denke schon.
00:41:48Wir haben die Fingerabdrücke
00:41:50an der Eingangstür
00:41:51zu Bremis Atelier identifiziert.
00:41:53Sie stammen von Walter Griemer.
00:41:56Woher haben wir Griemers Fingerabdrücke?
00:41:58Er ist vor 20 Jahren
00:42:00mal verurteilt worden.
00:42:01Blockade einer
00:42:02amerikanischen Militärbasis.
00:42:04Die Vorstrafe ist gelöscht,
00:42:05aber die Fingerabdrücke
00:42:06sind immer noch
00:42:06in der Zentraldatei.
00:42:08Können die Abdrücke alt sein?
00:42:09Nein.
00:42:10Griemers Fingerabdrücke
00:42:11überlagern alle anderen.
00:42:12Wir können davon ausgehen,
00:42:13dass er der Letzte war,
00:42:14der die Tür geöffnet hat.
00:42:16Gute Arbeit, Frau Weigand.
00:42:17Ich besorge Ihnen
00:42:18den Durchsuchungsbeschluss.
00:42:46Du hast es gefunden.
00:42:48Toll.
00:42:49Die Polizei war gerade wieder bei mir.
00:42:52Lange kann ich
00:42:53die nicht mehr anlügen.
00:42:55Was ist mit dem Stipendium?
00:42:57Keine Chance.
00:42:59Warum nicht?
00:43:00Weil ich nicht
00:43:01zu Ihrem Klüngel gehöre?
00:43:04Weil ich mich am Anfang
00:43:05bei Bremer eingeschrieben habe
00:43:06und nicht bei Ihnen.
00:43:07Weil du es nicht drauf hast!
00:43:09Weil du nur einen einzigen
00:43:10Gedanken in deinem Kopf hast!
00:43:12Ich, ich, ich!
00:43:13Ich will!
00:43:14Ich habe es verdient!
00:43:16Warum nicht ich?
00:43:16Ich sage dir was!
00:43:18Die Sachen,
00:43:18mit denen du arbeitest,
00:43:19das interessiert dich
00:43:20einem Scheiß!
00:43:21Das Einzige,
00:43:21was dich interessiert,
00:43:22ist Erfolg!
00:43:23Glaubst du im Ernst?
00:43:24Den hast du,
00:43:24wenn du mich errettest!
00:43:25Was?
00:43:26Was?
00:43:26Ah!
00:43:57Das war's.
00:44:25Das war's.
00:44:55Das war's.
00:45:00Hallo?
00:45:32Das war's.
00:45:56Ich denke, wir sollten lieber miteinander reden.
00:46:16Seht ihn die Mülltonnen, auch in den Nebengebäuden.
00:46:20Was hast du denn gesucht?
00:46:25Hm?
00:46:30Na schön.
00:46:31Also, das ist hier erst einmal Einbruch.
00:46:35Dann hast du einen Polizeibeamten tätlich angegriffen.
00:46:39Für ein paar Monate Gefängnis reicht das schon.
00:46:43Du warst schon mal hier. Und zwar in der Nacht, als Aurelias Vater umgebracht wurde.
00:46:49Nein.
00:46:51Warum hätte ich das machen sollen?
00:46:53Warum bist du jetzt hier?
00:46:57Was wolltest du denn am Computer?
00:47:03Ich weiß nicht.
00:47:07Ich hab gedacht, ich find vielleicht raus, was passiert ist.
00:47:10Mit Bremer?
00:47:12Mit Aurelia.
00:47:15Aber jemand hat die Festplatte gelöscht.
00:47:18Da ist nichts mehr drauf.
00:47:20Woher weißt du denn, dass da was drauf war?
00:47:23Da hat jemand alles gelöscht.
00:47:25Sogar das Betriebssystem.
00:47:27Einfach das ganze Ding formatiert.
00:47:31Ich kenn mich aus mit sowas.
00:47:32Wo warst du denn vorgestern Nacht?
00:47:36Bin mir zu Hause. So ab neun.
00:47:39Ich prüf das nach.
00:47:42Was hast du damit gemeint?
00:47:43Du wolltest was über Aurelia herausfinden.
00:47:46Über den Unfall?
00:47:48Das war kein Unfall.
00:47:50Ach nee.
00:47:57Sie hat versucht Selbstmord zu begehen.
00:48:02Selbstmord?
00:48:04Wie kommst du denn darauf?
00:48:07Warst du dabei?
00:48:11Ich habe Tagebuch gefunden,
00:48:13als alles vorbei war.
00:48:16Und der stand da drin?
00:48:18Nicht richtig.
00:48:20Es ist nur so Zeug, Gedichte, Bilder,
00:48:23und so ne Sachen.
00:48:25Total düster.
00:48:27Aber ich habe es trotzdem kapiert.
00:48:30Macht mich total fertig,
00:48:31dass ich es nicht vorher begriffen habe.
00:48:34Was hast du nicht vorher begriffen?
00:48:37Dass es dir so schlecht ging.
00:48:40Wo ist denn das Tagebuch?
00:48:44Ich habe es bei mir zu Hause.
00:48:47Ich würde da gerne mal reingucken.
00:48:49Ich würde da gerne mal reingucken.
00:49:03Ich würde da gerne mal reingucken.
00:49:30Frau Weigern, Sie sind ein Genie.
00:49:32Gut, dass das mal jemand zugibt.
00:49:46Herr Griemann?
00:49:47Ja?
00:49:47Wir sind festgenommen.
00:50:01Wir haben uns in der Zwischenzeit ein bisschen umgehört.
00:50:04Sie haben gesagt, dass Sie gearbeitet haben in der Nacht, als Brehme gestorben ist.
00:50:08Ja.
00:50:10Machen Sie das immer im Dunkeln?
00:50:13Wir haben drei Zeugen, die auf einen Stapelbibel schwören wurden, dass das Licht in Ihrem Atelier aus war.
00:50:19In Ihrer ganzen Wohnung.
00:50:22Gut, ich habe nicht gearbeitet.
00:50:23Ich habe gesoffen und dann gepennt.
00:50:25Das heißt, Sie haben gelogen.
00:50:28In welcher Beziehung haben Sie noch gelogen?
00:50:32Über das Verhältnis von Brehm und Anja Schuld haben Sie uns auch nichts erzählt.
00:50:38Fand nicht, dass das die Polizei was angeht.
00:50:40Sowas entscheiden wir immer gern selber.
00:50:42Aber es ist ja wohl kein Grund, mich hier festzuhalten.
00:50:59Ich habe mir überlegt, wenn das hier vorbei ist, dann sollten wir...
00:51:16Aurelia?
00:51:27Schatz, bitte hör auf, Kamil!
00:51:29Wir kriegen das hin.
00:51:31Glaub mir, wir schaffen das.
00:51:32Und dann fahren wir weg. Irgendwo hin.
00:51:34Und vergessen das alles.
00:51:55Warum haben Sie Ihre Klamotten weggeworfen?
00:51:57Das Zeug war dreckig.
00:51:59Ah, was war denn dran?
00:52:01Blut von Brehme? Farbe aus seinem Atelier?
00:52:05Ich habe mit dem Tod von Jakob Brehme nichts zu tun.
00:52:07Wie oft soll ich das doch sagen?
00:52:12Ich will, dass Sie diesen Computer hier untersuchen.
00:52:16Das dauert. Wir stecken bis zum Hals in Asservaten.
00:52:19Ich habe gerade eine Hausdurchsuchung gemacht.
00:52:21Bei wem?
00:52:22Walter Griemer.
00:52:23Ah, und? Erfolg?
00:52:25Eindeutig.
00:52:26Hier hat jemand die Festplatte gelöscht.
00:52:28Mit einem Discviper oder einfach formatiert?
00:52:32Ach, Röschen, reden Sie mit mir doch kein Chinesisch.
00:52:34Untersuchen Sie hier den Computer und zwar schnell.
00:52:45Ja, Schmücke hier.
00:52:47Es geht um einen Verkehrsunfall im vergangenen Jahr.
00:52:52Das Opfer hieß Aurelia Brehme.
00:52:56Brehme mit Bertha.
00:52:58Ja.
00:53:00Schick die Akte doch zu mir.
00:53:02Nein, direkt zu mir.
00:53:05Danke.
00:53:08Warum waren Sie schon wieder bei Frau Brehme, Schmücke?
00:53:12Ich hatte Sie gebeten, Ihr zusätzliches Leid zu ersparen.
00:53:15Warum lassen Sie sie nicht in Ruhe?
00:53:17Warum sind Sie so darauf aus, meine Ermittlungen zu beeinflussen?
00:53:21Vielleicht sollte ich gegen Sie ermitteln.
00:53:23Wo waren Sie denn vorgestern Nacht um zwei?
00:53:26Treiben Sie es nicht zu weit.
00:53:32Schmücke?
00:53:35Ja.
00:53:36Wir sind schon unterwegs.
00:53:38Was ist?
00:53:40Das erfahren Sie aus den Akten.
00:53:42Wenn wir so weit sind.
00:53:44Sie meinen das ernst?
00:53:46Ich meine, ich sollte Ihnen gar nichts mehr sagen.
00:53:50Denn das Risiko besteht, dass Sie es einer Verdächtigen erzählen.
00:53:53Auch wenn Sie es aus Mitleid mit der Frau tun.
00:54:03Frau Weigand.
00:54:05Ganz egal, was auf dem Computer drauf ist.
00:54:07Das geht nur an mich.
00:54:09Haben Sie mich verstanden?
00:54:10Nur an mich.
00:54:12Mir gefällt das nicht, wie das hier läuft.
00:54:14Mir auch nicht.
00:54:18Wie kommen dann die Fingerabdrücke auf die Tür zu Bremes Atelier?
00:54:22Ich war in seinem Atelier.
00:54:23Letzte Woche.
00:54:24Hab mit ihm gesprochen.
00:54:25Hab nie das Gegenteil behauptet.
00:54:27Sie haben es leider auch nicht erzählt.
00:54:29Aber das hätte auch nichts genützt.
00:54:32Sie waren eindeutig der Letzte, der das Atelier betreten hat.
00:54:41Was soll denn das?
00:54:44Erst lässt du mich hier mit der ganzen Arbeit hängen.
00:54:46Und jetzt platzt du mitten in mein Verhör.
00:54:48Wir haben ein neues Todesopfer.
00:55:10So wie es aussieht, ist sie aus dem ersten Stock gefallen oder gestoßen worden.
00:55:13Diesmal gibt es nämlich Abwehrverletzungen.
00:55:15Wir haben Hautpartikel unter den Nägeln.
00:55:17Wie lange ist sie dann schon tot?
00:55:19Circa drei Stunden.
00:55:21Drei Stunden?
00:55:22Das schließt die Bremer aus.
00:55:23Vor drei Stunden war ich bei ihr.
00:55:25Sie hatte den Fahrradschlüssel in der Tasche.
00:55:27Passt zu einem Fahrrad, was draußen auf der Straße steht.
00:55:30Rösten soll die Reifen mit dem Abdruck vergleichen, den wir in Bremes Atelier gefunden haben.
00:55:34Schon passiert.
00:55:35Keine Übereinstimmung.
00:55:43Krempeln Sie doch mal bitte beide Ärmel hoch.
00:55:46Was?
00:55:46Sie haben schon richtig verstanden.
00:55:47Krempeln Sie hoch.
00:55:52Zeigen Sie uns mal Ihren Hals.
00:55:55Was?
00:55:55Wo waren Sie denn heute um elf?
00:55:58Ich war hier.
00:55:59Hat Sie da jemand gesehen?
00:56:01Ja, alle die gerade hier sind. Um was geht's denn?
00:56:04Hat sich schon erledigt. Vielen Dank, Herr Dietrich.
00:56:10Was soll das? Ich kann mich den ganzen Tag hier rumhängen.
00:56:13Wo waren Sie heute morgen gegen elf Uhr?
00:56:16Am Gasometer hat Fotos gemacht.
00:56:18Sie scheinen ja einen Trebel zu haben für Ruin.
00:56:21Krempeln Sie mal die Ärmel hoch.
00:56:27Wir können noch ein paar Behabter kommen lassen, die Ihnen dabei helfen.
00:56:35Was ist denn das?
00:56:38Ich bin gestürzt.
00:56:39Das Geländer am Gasometer ist ziemlich tückisch.
00:56:41Ja, da möchte ich drauf werden.
00:56:42Man stürzt ja leicht in irgendwelchen Ruinen.
00:56:45Rösten.
00:56:46Ja, kommen Sie doch mal bitte rüber und bringen Sie alles mit für einen DNA-Test.
00:56:50Ich wollte doch nur mit dir reden.
00:56:52Rösten.
00:56:53Rösten, Sie können sich Zeit lassen.
00:56:57Worüber denn?
00:56:58Sie hat mich erpresst.
00:57:00Wollte, dass ich ein Stipendium verschaffe.
00:57:02Das hätte ich nie durchgebracht. Nicht bei der Leistung.
00:57:04Mit was hat sie Sie erpresst?
00:57:08Sie hat mich gesehen.
00:57:09Ich habe mich an dem Abend in Bremes Atelier gegangen.
00:57:14Ja, was ist denn?
00:57:15Die Akte, die Sie haben wollten.
00:57:18Na, danke.
00:57:20Was ist passiert in Bremes Atelier?
00:57:25Ich war total besoffen.
00:57:27Ich war um die Ecke.
00:57:28Ich weiß nicht, was in mich gefahren ist, aber ich habe Licht in seinem Atelier gesehen.
00:57:32Und ich habe gedacht, jetzt gehe ich zu ihm und sage ihm meine Meinung.
00:57:35Dabei ist es zum Streit gekommen. Das kann ich verstehen.
00:57:38Ein Wort gab das andere. Sie waren ja total betrunken.
00:57:41Nein, nein, so war das nicht.
00:57:43Die Tür war nicht richtig zu.
00:57:44Sonst wäre ich ja gar nicht reingekommen.
00:57:46Dann habe ich ihn da liegen sehen am Boden.
00:57:49Alles war voller Farbe.
00:57:51Ich habe erst gedacht, der ist genauso besoffen wie ich.
00:57:53Und pennte, aber dann habe ich gemerkt, dass das nicht bloß Farbe war.
00:57:58Blut.
00:57:59Ich hätte etwas gekotzt.
00:58:02Weil Sie erschrocken sind über das, was Sie getan haben.
00:58:04Nein.
00:58:05Sie waren doch total besoffen.
00:58:07Wollen Sie mir wirklich sagen, Sie wissen noch genau, was Sie getan haben?
00:58:11Sind Sie sicher, dass Sie da nicht rein sind und ihn umgebracht haben?
00:58:16Ich sage Ihnen, was passiert ist.
00:58:18Sie sind da rein, haben ihn erstochen.
00:58:20Dann haben Sie auf den Boden gesehen, sind zu Tode erschrocken über das, was Sie getan haben.
00:58:24An den Schrecken erinnern Sie sich an den Mord nicht.
00:58:27Das kann ich verstehen. Das ist einfach über Sie gekommen.
00:58:31Ich weiß es doch nicht. Ich weiß es einfach nicht.
00:58:34Aber dass Sie Anja Schuld umgebracht haben, wissen Sie?
00:58:36Das war ein Unfall.
00:58:37Ich habe da Fotos gemacht. Sie wollte unbedingt mit mir reden.
00:58:40Sie war wütend. Die ist auf mich losgegangen.
00:58:42Ich wollte doch nicht, dass sie da runterfällt.
00:58:43Ich wollte ihr sogar noch helfen, festhalten.
00:58:45Da kommen doch die Kratzer her.
00:58:46Was haben Sie denn mit Bremes Computer gemacht?
00:58:56Ja, ich habe die Akte gerade gelesen.
00:58:58Warum habt ihr denn das nicht weiterverfolgt?
00:59:00Und warum ist nichts an die Presse gegangen?
00:59:03Was heißt, es wurde Druck von oben ausgeübt?
00:59:07Wer hat da Druck ausgeübt?
00:59:10Ach, nee.
00:59:12Ah ja, gut. Dankeschön.
00:59:16Herbert, was ist los?
00:59:18Bist du sauer, dass ich den Fall geknackt habe?
00:59:22Ach, hast du?
00:59:23Du warst auf einer falschen Spur und ich habe einen Treffer gelandet.
00:59:26Na und? Davon geht doch die Welt nicht unter.
00:59:29Hat er gestanden?
00:59:30Nein, aber das ist nur eine Frage der Zeit.
00:59:32Nee, nee, nee.
00:59:34Mein Lieber, da stimmt was nicht.
00:59:35Warum hat sich Bremer nicht gewehrt, als er umgebracht wurde?
00:59:39Er hatte Streit mit Griemer.
00:59:40Und wenn der Griemer nachts bei ihm auftaucht, im Atelier völlig besoffen,
00:59:44dann lässt er sich doch nicht einfach abstechen.
00:59:46Da wehrt er sich doch.
00:59:48Bremer hatte selber ganz schön getankt.
00:59:50Ja, ist richtig, aber nee, nee, nee.
00:59:52Sollten wir nicht irgendwann mal was essen?
00:59:54Was essen? Ja, na klar.
00:59:55Aber vielleicht später. Ich muss noch was erledigen.
01:00:25Ja.
01:00:34Sag, Daniel.
01:00:36Hallo?
01:00:37Sag, Aurelia!
01:00:39Ha ja.
01:00:46Und, was ist dabei?
01:00:47Ja.
01:00:56Hm.
01:01:02Ich weiß, dass man nicht einfach so in einem Tagebuch von jemandem anders lesen darf.
01:01:07Aber ich wollte wissen, warum das passiert ist.
01:01:09Du musst doch was geahnt haben.
01:01:11Sonst hättest du doch nicht danach gesucht.
01:01:13Ich hab gewusst, dass es ihr nicht gut geht.
01:01:16Sie fuhlte immer weg von ihren Eltern.
01:01:18Wir haben gesponnen, dass wir einfach irgendwann abhauen.
01:01:21Ich weiß nicht, ob ihr Vater was davon mitbekommen hat.
01:01:24Aber er hatte was gegen mich.
01:01:25Wollte nicht, dass wir uns treffen.
01:01:27Hat er gewusst, dass es ein Selbstmordversuch war?
01:01:32Ich hab gehört, wie er und seine Frau darüber geredet haben.
01:01:36Er war irgendwie sauer auf mich.
01:01:38Als ob es meine Schuld gewesen wäre.
01:01:40Er wollte auch nicht, dass ich mich nach dem Unfall noch um sie kümmere.
01:01:43Und weshalb hat er dir Streit?
01:01:45Sie wollen wissen, ob ich's war.
01:01:47Warst du's?
01:01:49Nein.
01:01:50Er war auf mich sauer, nicht ich auf ihn.
01:02:04Was ist hier los?
01:02:08Meiner Tochter.
01:02:16Was ist das?
01:02:18Das ist ein Tagebuch, das ihre Tochter geschrieben hat.
01:02:22Denkst du nicht, du hättest es mir geben sollen?
01:02:26Sie haben kein Recht, anzulesen.
01:02:27Tut mir leid, Frau Bremer.
01:02:29Das ist vorerst ein Beweismittel.
01:02:31Ich denke, du gehst jetzt besser.
01:02:33Ich denke, es wäre besser, wenn du noch einen Moment bei ihrer Tochter bleibst.
01:02:36Damit wir beide uns in Ruhe unterhalten können.
01:02:48Gratulation, Kollege Schneider.
01:02:51Sehen Sie zu, dass Sie rasch ein umfassendes Geständnis für die beiden Taten bekommen.
01:02:55Wo ist denn der Kollege Schmücke?
01:02:56Schon nach Hause?
01:02:57Der überprüft noch ein paar Sachen.
01:02:59Was denn für Sachen?
01:03:00Was?
01:03:01Was?
01:03:04Was?
01:03:05Was?
01:03:06Was?
01:03:06Was?
01:03:06Was?
01:03:23Warum haben Sie mir das verschwiegen, das mit dem Selbstmordversuch Ihrer Tochter?
01:03:27Würden Sie das gerne zugeben?
01:03:29Wir haben versagt.
01:03:31Wir haben es nicht gemerkt.
01:03:33Sie war rebellisch, verstockt.
01:03:35Für uns waren das einfach pubertäre Launen, wo das manchmal echt hart war, wie sie sich benommen hat.
01:03:43Was steht in dem Buch?
01:03:47Ich denke auf den ersten Blick nichts, dass Ihnen oder uns irgendetwas erklären könnte.
01:03:52Darf ich es sehen?
01:03:57Hat denn Ihr Mann nichts gemerkt?
01:04:01Er war doch oft mit ihr zusammen.
01:04:04Wie kommen Sie darauf?
01:04:05Na, er hat sie doch gemalt.
01:04:06Immer und immer wieder.
01:04:10Ich verstehe nicht, was das mit dem Mord an meinem Mann zu tun hat.
01:04:15Ich auch nicht, noch nicht.
01:04:18Mein Mann und Aurelia, die waren so.
01:04:21Sie hat viel mit ihm unternommen, hat ihm gern Modell gestanden.
01:04:25Als sie 13 war, da hörte das plötzlich auf.
01:04:27Sie wollte nichts mehr mit uns zu tun haben.
01:04:29War gegen alles, egal was wir gemacht haben.
01:04:32Mein Mann hat Daniel die Schuld dran gegeben.
01:04:35Meinte, er hätte einen schlechten Einfluss auf sie.
01:04:37Darf ich das Buch wieder haben?
01:04:39Wollte er deshalb nicht, dass Daniel hier ist?
01:04:43Ja.
01:04:44Aber ich hatte den Eindruck, dass Daniel vernünftig ist.
01:04:48Dass er ihr gut tut.
01:04:50Haben die beiden sich gestritten?
01:04:52Oder ernsthaft?
01:04:56Sie meinen, dass Daniel was mit dem Tod meines Mannes zu tun hat?
01:05:00Das ist lächerlich.
01:05:02Immerhin habe ich ihn dabei erwischt,
01:05:04wie er in das Atelier ihres Mannes eingebrochen ist.
01:05:06Er war am Rechner.
01:05:08Haben Sie eine Ahnung, was er da wollte?
01:05:12Nein.
01:05:15Jemand hat die Festplatte gelöscht.
01:05:17Was könnte denn da drauf gewesen sein?
01:05:21Entwürfe, Skizzen, Prüfungsunterlagen.
01:05:26Weshalb waren Sie denn über ein Jahr lang
01:05:28nicht im Atelier Ihres Mannes?
01:05:30Er hat sich da vergraben.
01:05:32Hat sie gemalt, immer wieder, so wie sie mal war.
01:05:36Weil er sich schuldig fühlte?
01:05:37Um sie nicht so zu sehen, wie sie heute ist.
01:05:40Wir hatten beide Schuldgefühle.
01:05:42Aber ich habe versucht, für sie da zu sein.
01:05:44Und er hat sie allein gelassen.
01:05:46Und mich auch.
01:05:52Ich würde mich jetzt gerne um meine Tochter kümmern.
01:06:21Warum hast du mir das Buch nicht gegeben?
01:06:23Was habe ich dir getan?
01:06:25Sie haben gewusst, dass es ihr nicht gut geht.
01:06:27Sie haben das gesehen.
01:06:28Sie müssen das gesehen haben.
01:06:29Warum haben Sie ihr nicht geholfen?
01:06:31Ich habe es nicht gewusst.
01:06:33Sie hat mich einfacher abgeschrieben,
01:06:34mich ignoriert.
01:06:35Und ich habe nicht gewusst, warum.
01:06:36Ich habe es nicht geholfen.
01:07:06Ich habe es nicht geholfen.
01:07:49UNTERTITELUNG
01:08:22Warum tun Sie das?
01:08:24Warum stachern Sie in dieser alten Geschichte herum?
01:08:28Dabei kann doch nichts anderes herauskommen als noch mehr Elend.
01:08:32Sie haben das unter den Teppich gekehrt.
01:08:34Es gab Augenzeugen, dass es kein Unfall war,
01:08:38dass Aurelia mit Absicht in das Auto gerannt ist.
01:08:41Sie haben dafür gesorgt, dass nichts an die Presse kommt.
01:08:44Was haben Sie mit dem Pfarrer gemacht, dass er nichts sagt?
01:08:48Haben Sie ihn bestochen oder haben Sie ihn gedroht?
01:08:51Mir war froh, dass wir ihm geglaubt haben, dass er nichts dafür konnte.
01:08:54Warum?
01:08:58Ich habe mein einziges Kind auf die Art verloren.
01:09:01Meine Frau und ich sind fast verrückt geworden.
01:09:04Wir haben uns nur noch gefragt, was wir falsch gemacht haben.
01:09:08Ich habe gar nicht gewusst, dass Sie verheiratet sind.
01:09:11Bin ich auch nicht. Schon lange nicht mehr.
01:09:14Hat uns kaputt gemacht, beide.
01:09:19Ich habe gedacht, ich kann den Dreien helfen, damit sie nicht dran zerbrechen.
01:09:23Damit sie nicht durch die Presse gezerrt werden.
01:09:27Er hat das nicht verkraftet.
01:09:29Ich habe diese Bilder nie gesehen.
01:09:31Ich glaube auch nicht, dass er dir jemanden gezeigt hat.
01:09:36Warum hat er sich selbst als Pfarrer des Unfallwagens gemalt?
01:09:41Er war doch gar nicht der Pfarrer. Oder doch?
01:09:44Nein.
01:09:46Sie haben den Namen des Pfarrers doch in der Akte gelesen.
01:09:49Ja, ja.
01:09:51Bremer war nicht mal in der Stadt, dass seine Tochter versucht hat, sich das Leben zu nehmen.
01:09:56Warum denn dieses Bild?
01:09:58Ja, symbolisch gemeint.
01:10:00Er hat sich Vorwürfe gemacht.
01:10:03Jeder macht sich Vorwürfe in so einer Situation.
01:10:07Ja.
01:10:08Vielleicht zu Recht.
01:10:11Ist Ihnen nie in den Sinn gekommen,
01:10:13dass manche Leute Schuldgefühle haben,
01:10:16weil sie tatsächlich Schuld auf sich geladen haben?
01:10:20Wo ist Kollege Schmücker?
01:10:23Fragen Sie mich was Einfacheres.
01:10:24Was gibt es denn?
01:10:27Hat das mit unserem Fall zu tun?
01:10:29Ja, schon.
01:10:31Na, dann will ich sehen.
01:10:32Schmücker hat gesagt, das geht an ihn persönlich.
01:10:35Das ist jetzt nicht wahr.
01:10:36Glauben Sie mir.
01:10:38Das wollen Sie gar nicht sehen.
01:10:39Äh, gut.
01:10:41Ich ruf ihn an.
01:10:47Ja, Herbert?
01:10:50Ja, wir kommen gleich.
01:10:52Wir?
01:10:53Kriminaloberrat Leibold ist bei mir.
01:10:56Ja, gut.
01:10:59Was sollen Sie jetzt tun?
01:11:02Was Sie betrifft.
01:11:06Gar nichts.
01:11:13Kann mir mal jemand sagen, was hier los ist?
01:11:15Ich hab die Masse davon voll,
01:11:16dass alle ihre Spielchen machen
01:11:18und ich hinterherlaufe wie ein Dorftrottel.
01:11:20Hier sind die Dateien aus dem Rechner.
01:11:22Wer auch immer die Festplatte gelöscht hat,
01:11:24hatte keine Ahnung.
01:11:25Hat das Ding nur neu formatiert.
01:11:27Kein Problem also, die Daten wieder herzustellen.
01:11:30Leider.
01:11:32Es gab eine Menge, aber ich denke,
01:11:33was Sie interessiert, sind die Fotos.
01:11:41Oh Gott.
01:11:51Na und?
01:11:52Das sind Fotos von seiner Tochter.
01:11:54Jakob hat immer mit Fotos gearbeitet.
01:12:03Ich denke nicht, dass er das fotografiert hat,
01:12:06um es zu malen.
01:12:08Das denke ich auch nicht.
01:12:11Wie lange warst du das schon?
01:12:12Ich hab's nicht gewusst.
01:12:15Ich hatte so ein Gefühl.
01:12:18Ziemlich mieses Gefühl.
01:12:20Zurecht, wie so aussieht.
01:12:23Bremen hat seine Tochter missbraucht.
01:12:26Soweit man das aus den Bildern ablesen kann,
01:12:28würde ich sagen,
01:12:29über mehrere Jahre.
01:12:32Gott, was machen wir?
01:12:35Wenn Sie wollen, kann ich mit ihr reden.
01:12:38Nein, das ist unsere Arbeit.
01:12:40Frau Weyand, ich brauche eine Kopie
01:12:42vom Reifenabdruck aus Bremen Sattelje.
01:12:45Ja.
01:12:53Guten Abend, Frau Bremen.
01:12:56Bitte, kommen Sie rein.
01:13:05Wie haben Sie es rausgefunden?
01:13:08Wenn ich das richtig verstanden habe,
01:13:10ist das nicht so einfach,
01:13:12eine Festplatte zu löschen.
01:13:14Uns interessiert,
01:13:16wie Sie das herausgefunden haben.
01:13:19Ich hab Ihnen ja gesagt,
01:13:20mein Mann hatte immer irgendwelche Affären.
01:13:23Aber mit dieser Anja, das war anders.
01:13:25Das hat mir wirklich Angst gemacht.
01:13:28Ich hab ihr das eine Weile mit angesehen
01:13:30und dann hab ich ihm ein Ultimatum gestellt.
01:13:33Hab von ihm verlangt,
01:13:34dass er ihr den Laufpass gibt.
01:13:35Also hat er's gemacht.
01:13:37Aber Sie haben ihn misstraut?
01:13:39Ja.
01:13:41Ich bin ins Atelier gefahren.
01:13:43Hab nach Spuren gesucht,
01:13:44dass da noch irgendwas läuft.
01:13:47wollte mir die Mails ansehen
01:13:50und dabei hab ich's gefunden.
01:13:53Ich wusste,
01:13:54dass er Fotos von Aurelia gemacht hat,
01:13:55wenn sie im Modell gestanden hat.
01:13:57Auch Aktstudien,
01:13:57das war nichts Besonderes.
01:14:00Wir sind immer ganz unbefangen
01:14:01damit umgegangen.
01:14:02Nacktheit,
01:14:03das war nie ein Thema für uns.
01:14:05Ich wär doch nicht im Traum
01:14:06auf die Idee gekommen,
01:14:07dass er ihr...
01:14:11Wir haben ein wunderschönes Leben gehabt.
01:14:14Wir waren glücklich.
01:14:16Wenigstens hab ich das gedacht.
01:14:19Und dann ist plötzlich alles in Scherben gegangen.
01:14:22Und ich hab das nicht verstanden.
01:14:25Ich hab's einfach nicht verstanden.
01:14:26Ich hab nicht begriffen,
01:14:27dass diese Scherben,
01:14:28wenn man sie richtig zusammensetzt,
01:14:30ein Bild ergeben.
01:14:31Ein schreckliches Bild.
01:14:34In dem Moment,
01:14:36als ich die Fotos sah,
01:14:37da...
01:14:38Da wusste ich's.
01:14:41Als Aurelia alt genug war,
01:14:43sich zu wehren,
01:14:44da hat sie sich zurückgezogen
01:14:45von meinem Mann.
01:14:48Und von mir auch.
01:14:51Das war meine Strafe,
01:14:52weil...
01:14:53Weil ich ihr nicht geholfen hab.
01:14:55Ihre ganze Rebellion.
01:14:57Das war ihre Art,
01:14:58um Hilfe zu rufen.
01:15:00Und...
01:15:00Ich hab das nicht verstanden.
01:15:04Oh, mein Mann.
01:15:05Der wollte das nicht verstehen.
01:15:06Bis es zu spät war.
01:15:10Haben Sie mit Ihrer Tochter
01:15:11darüber gesprochen,
01:15:12als Sie's herausgefunden haben?
01:15:15Nein, ich...
01:15:16Ich wollte nicht, dass...
01:15:17dass sie das alles
01:15:18normal durchleben muss.
01:15:20Und Ihr Mann?
01:15:21Haben Sie mit ihm geredet?
01:15:22Ich meine,
01:15:23es wäre doch das Normalste,
01:15:25wenn man...
01:15:26Ich habe beschlossen,
01:15:27dass er dafür bestraft werden muss.
01:15:28Und das hab ich getan.
01:15:30Sie haben uns sehr überzeugend vorgespielt,
01:15:33dass Sie um ihn trauern.
01:15:35Ich musste Ihnen nichts vorspielen.
01:15:37Ich hab um ihn getrauert.
01:15:40Ich hab um uns alle getrauert.
01:15:43Ich muss Sie das jetzt nochmal direkt fragen.
01:15:46Haben Sie Ihren Mann umgebracht?
01:15:48Ja.
01:15:50Ja.
01:15:51Ja, das hab ich.
01:15:52Und er hat's verdient.
01:15:54Mhm.
01:15:58Wie ist denn das vor sich gegangen?
01:16:00Sie sind in seinem Atelier,
01:16:02haben dort die Fotos
01:16:03in dem Rechner entdeckt
01:16:05und dann...
01:16:06haben Sie dort auf ihn gewartet?
01:16:09Nein, er war an dem Tag
01:16:10bei einer Ausstellungseröffnung.
01:16:11Ich musste...
01:16:12zwei Tage warten,
01:16:13bis er zurück war.
01:16:15Mhm.
01:16:16Sie wissen,
01:16:17dass wir Ihnen jederzeit
01:16:18einen Anwalt besorgen,
01:16:19wenn Sie einen wollen?
01:16:21Nein.
01:16:22Kein Anwalt.
01:16:23Ein Anwalt würde Ihnen sagen,
01:16:24dass es nicht sehr günstig ist,
01:16:26wenn Sie sagen,
01:16:27dass Sie zwei Tage Zeit hatten,
01:16:28sich zu beruhigen,
01:16:29nachdem Sie die Bilder gefunden hatten.
01:16:33Danke, das ist sehr nett,
01:16:34dass Sie das sagen, aber...
01:16:37Ich gehe davon aus,
01:16:38dass Ihr Mann dann...
01:16:39dann erst mal nach Hause gekommen ist
01:16:41und nicht ins Atelier gegangen ist.
01:16:44Ja.
01:16:45Und hier im Haus
01:16:46haben Sie ihn dann zur Rede gestellt?
01:16:49Ja.
01:16:49Und dann ist er in seinem Atelier.
01:16:52Und Sie sind hinterher
01:16:53und haben ihn dort umgebracht?
01:16:56Sie müssen auf diese Frage
01:16:57nicht antworten.
01:16:58Das ist schon in Ordnung.
01:17:00Ich habe meinen Mann umgebracht
01:17:01und er hat das mehr als verdient.
01:17:03Ja, ja, das...
01:17:04das...
01:17:04das verstehen wir.
01:17:06Das verstehen wir wirklich.
01:17:08Ich verstehe nur nicht,
01:17:10was Sie da mit den Farben gemacht haben.
01:17:14Ich...
01:17:15Ich war so unglaublich wütend.
01:17:18Er hatte unsere Tochter da
01:17:20in seinem Atelier.
01:17:22Er hat sie fotografiert.
01:17:24Angeblich für seine Bilder,
01:17:26aber...
01:17:27Das war nur ein Vorwand.
01:17:29Das war nichts
01:17:29als ein mieser Vorwand.
01:17:39Entschuldigen Sie, Frau Breml,
01:17:41aber...
01:17:42wo waren dann hier nochmal die Toiletten?
01:17:51Sie müssen vernünftig sein.
01:17:58Geben Sie nicht mehr zu,
01:18:00als wir Ihnen nachweisen können.
01:18:02Es ist einfach unfällig.
01:18:05Keiner von uns möchte,
01:18:06dass Sie eine härtere Stimme haben.
01:18:11Oh, Helia!
01:18:18Oh, Helia!
01:18:21Oh, Helia!
01:18:25Yes!
01:18:29Yes!
01:18:4545 Mo comprends,
01:18:45oh, Helio!
01:18:54Die Toiletten arthriteleen,
01:18:54wo wütend alle seule vorzeneischen
01:18:55mit dem Bl OMG
01:19:18Was ist das?
01:19:20Ihre Tochter ist ganz schön kräftig.
01:19:24Sie können doch nicht einfach Sachen aus dem Zimmer meiner Tochter nehmen.
01:19:27Ich habe das gemerkt, als sie sich so aufgeregt hat, des Tagebuchs wegen.
01:19:32Naja, wenn man ein Jahr im Rollstuhl sitzt, das kräftigt schon die Arme.
01:19:38Ich möchte, dass Sie jetzt gehen.
01:19:39Ich habe Ihnen gesagt, was ich getan habe.
01:19:41Wenn Sie mich festnehmen müssen von mir aus, dann rufe ich jemanden an, der sich um Aurelia kümmern kann.
01:19:45Warum sitzt sie eigentlich im Rollstuhl?
01:19:48Sie ist doch nicht gelähmt, oder?
01:19:50Sie hatte auf dem Weg ins Krankenhaus einen Atemstillstand. Zu lange.
01:19:54Das hat ihr Gehirn beschädigt. Irreparabel.
01:19:58Frau Bremer?
01:20:01Kann Ihre Tochter laufen?
01:20:04Sie hatten recht. Ich will meinen Anwalt. Sofort.
01:20:07Beantworten Sie mir die Frage.
01:20:09Kann Ihre Tochter laufen?
01:20:11Das ist absurd.
01:20:13Keine Ahnung, was Sie da unterstellen wollen.
01:20:14Aber ich verlange, dass Sie sofort damit aufhören.
01:20:17Ich werde nicht zugehen.
01:20:18Aber pass auf.
01:20:21Heiß.
01:20:23Keine Ahnung.
01:20:25Niemand will dir was tun. Wir reden nur.
01:20:27Ganz ruhig. Alles wird gut, ja?
01:20:29Alles wird gut.
01:20:33Sie hat genug gelitten.
01:20:35Ich werde nicht zulassen, dass Sie sie damit reinziehen.
01:20:37Sie kriegen Ihre Verurteilung.
01:20:39Was wollen Sie denn noch?
01:20:40Glauben Sie, unser Leben ist nicht schon kaputt genug?
01:20:43Glauben Sie, Sie müssen noch mehr Schaden anrichten?
01:20:55Tut mir leid. Wie geht's denn?
01:20:59Wie geht's denn?
01:20:59Ja.
01:21:04Was wird denn jetzt aus mir?
01:21:07Das entscheidet der Staatsanwalt.
01:21:09Wir sammeln ja nur die Fakten.
01:21:11Aber unsere Spurensicherung hat eine Bruchstelle gefunden, an dem Ort, wo Anja Schult gestürzt ist.
01:21:16Das spricht für Sie.
01:21:18Jetzt müssen wir nur noch warten, was die Obduktion ergibt.
01:21:21Danke.
01:21:25Sie haben das richtig gesehen.
01:21:27Die Reifenspur aus dem Atelier passt zum Rollstuhl der Kleinen.
01:21:31Außerdem haben wir Reste von Farbe und Blut an den Handschuhen und am Rollstuhl selber gefunden.
01:21:36Gut.
01:21:37Komm.
01:21:38Bring das hinter uns.
01:21:40Ja.
01:21:48Ist mein Anwalt endlich gekommen?
01:21:50Er ist unterwegs.
01:21:54Aber eigentlich ist es Ihre Tochter, die einen braucht.
01:21:58Meine Tochter hat damit nichts zu tun.
01:22:02Wir verstehen ja, dass Sie Ihre Tochter schützen wollen.
01:22:05Aber denken Sie das Ganze doch mal zu Ende.
01:22:07Wenn Sie ins Gefängnis gehen, wer soll sich dann da richtig um Aurelia kümmern?
01:22:12Ich habe kein Recht mehr, mich um Aurelia zu kümmern.
01:22:16Ich habe sie im Stich gelassen, als es darauf ankam.
01:22:19Sie wollen sich bestrafen.
01:22:21Sie wollen sich bestrafen, aber Sie bestrafen nur Ihre Tochter.
01:22:24Wir haben die Fotos.
01:22:26Wir wissen, was Ihr Mann Ihrer Tochter angetan hat.
01:22:29Und Sie ist behindert.
01:22:30Und Sie ist behindert.
01:22:30Kein Gericht der Welt wird ihr die Schuld geben.
01:22:34Also, wie ist das passiert?
01:22:37Ich habe sie nicht verstanden.
01:22:40Sie hat Signale ausgesendet.
01:22:43So deutlich.
01:22:44Aber ich habe sie einfach nicht verstanden.
01:22:47Ihre ganze Rebellion.
01:22:51Ich habe mich immer nur gefragt, was ich falsch mache.
01:22:56Jakob auf dem Podest gestellt.
01:22:57So hoch, so unerreichbar.
01:23:02Ich wäre nicht im Traum auf die Idee gekommen,
01:23:04dass er irgendwas damit zu tun hat.
01:23:06Frau Bremer, was ist in dieser Nacht passiert?
01:23:15Es war so, wie ich Ihnen gesagt habe.
01:23:18Ich bin ins Atelier gefahren und habe die Bilder gefunden.
01:23:22Aber ich konnte nicht da bleiben.
01:23:24Daniel musste ja weg.
01:23:26Außerdem wusste ich, dass Jakob zuerst nach Hause kommen würde.
01:23:31Als er dann kam, gab es einen schrecklichen Streit.
01:23:34Ich weiß gar nicht mehr, was ich ihm alles an den Kopf geworfen habe.
01:23:37Dass er unsere Tochter auf dem Gewissen hat.
01:23:39Dass ich zur Polizei gehen werde.
01:23:41Dass ich dafür sorge, dass er bezahlen wird für das, was er getan hat.
01:23:46Er ist quasi in sein Atelier geflohen.
01:23:52Wollte weg von mir und wahrscheinlich wollte er auch Beweise vernichten.
01:23:57Das heißt, er hat die Festplatte gelöscht.
01:23:59Ja.
01:24:01Ich war völlig aufgelöst.
01:24:04Ich...
01:24:04Ich habe was getrunken.
01:24:14Erst dann habe ich nach Aurelia gesehen, aber die war verschwunden.
01:24:20Ich war so außer mir, dass ich gar nicht darauf geachtet habe, wie laut unser Streit war.
01:24:25Sie muss das alles mitbekommen haben und...
01:24:28Sie versteht mir, als man denkt.
01:24:30Also ist sie ihrem Vater gefolgt.
01:24:33Es ist mir ein Rätsel, wie sie das geschafft hat, ihn zu erstichen.
01:24:39Das ist mir leid.
01:24:41Bis dann!
01:24:41Ja, ich bin!
01:24:49Ach!
01:24:54Wie ist derjenige?
01:24:56Ja, ich bin!
01:24:58Wie ist das?
01:24:58Was ist derjenige?
01:24:59Was ist derjenige?
01:25:00Was ist derjenige?
01:25:07Ist derjenige?
01:25:08zu bekleckern sie weggebracht die farbspritzer vom rollstuhl und von den
01:25:16handschuhen entfernt hab nicht im traum gedacht dass jemand sie verdächtigen
01:25:24könnte
01:25:30wie sind sie darauf gekommen durch eine reifenspur am teort und an den
01:25:36handschon war auch blut aber da war noch etwas ganz anderes ihr mann hat sich
01:25:41nicht gewehrt er stand da und hat sich stechen lassen
01:25:47und sowas tut nur einer der weiß dass er die strafe verdient hat
01:26:18was wird mit den beiden passieren
01:26:22nicht viel denn was der bremer seinem kind angetan hat ist so ungeheuerlich mal zur verhandlung wird
01:26:28es schon kommen diesmal werden sie es nicht aus der presse heraushalten
01:26:32hätte ich nur nie getan wenn wir damals das ganze nicht nur als verkehrsunfall behandelt
01:26:37hätten dann wäre das vielleicht alles nicht passiert
01:26:39bremer wäre im gefängnis und seine frau und seine tochter müssten das jetzt nicht
01:26:44auch noch durchmachen es hat keinen sinn sich vorwürfe zu machen
01:26:48sie wollten damals helfen manchmal klappt es manchmal klappt es nicht in der ersten
01:26:55wenn man dann schon wieder eine neue entscheidung treffen muss soll mich das
01:26:58jetzt irgendwie aufmuntern
01:26:59nein der wollte eigentlich auch nur helfen
01:27:01wie gesagt manchmal klappt es manchmal klappt es nicht
01:27:36Untertitelung des ZDF, 2020
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