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00:01Im Herbst 2024 hat sich der Kabarettist Günther Grünwald
00:05von seinem Publikum verabschiedet.
00:08Jetzt ist er wieder da, anders als die meisten ihn kennen.
00:12Schaut man schon auf Tour, wann fahr ich los, wann fahr ich los,
00:16wann treffen wir uns. Wie lange wir uns kennen?
00:20Seit Ende der 70er, Mitte 70, Ende 70.
00:25Das sind jetzt viele Jahre.
00:28So, mit 15 hab ich in meiner ersten Band gespielt.
00:35Und das war toll, das war irgendwie ein Quantensprung.
00:42Weil eine Band, wenn das Freunde sind,
00:44das hat ja auch ein bissel was von Familie.
00:47Und wenn man da genauso sein kann, wie man meint, dass man ist,
00:53dann war das einfach eine sehr, sehr schöne Sache.
01:02Schüchtern oder so, oder auf Leute zugehe, das fällt mir auch heute noch schwer.
01:06Aber auf eine Bühne gehe und da sitzen ein Haufen Leute drunter.
01:10Und das hat mich noch nie gejuckt.
01:1122 Jahre lang ist er Gastgeber bei Grünwald Freitagskomedy.
01:18Jetzt verrate ich Ihnen einfach mal was.
01:20Wenn ich nicht Komiker geworden war und beim bayerischen Fernsehen gelandet wäre,
01:25dann wäre ich Atomphysiker geworden.
01:27Ich hab zwar weder von Atom noch von Physik die geringste Ahnung.
01:31Oder Musiker.
01:32Musiker, das wär's auch gewesen.
01:34Musik ist wirklich meine größte Leidenschaft.
01:36Da war dann kurz der Gedanke, Profimusiker zu werden.
01:40Aber wie es dann eben mit 30, wenn ich mir überlegt habe,
01:42jetzt probiere ich es einfach mit Kabarett.
01:44Und wie das dann sich abgezeichnet hat, dass das funktionieren kann,
01:49dann war es mir klar,
01:50ich hätte mir nie einen anderen Beruf vorstellen können.
01:55Absolut nicht.
01:55Und vorher eben auch nicht gewusst, was ich werden soll.
01:59Servus.
02:00Ich hab keine Berufswünsche gehabt.
02:04Die BR Fernsehstudios.
02:06Hier wurde seine Sendung aufgezeichnet.
02:09Noch bis vor einem Jahr.
02:27Den hab ich total gern gespielt.
02:29Also der Huberbauer, das war, da haben wir wirklich lustige Sketche,
02:33dass er selber total verdreckt in eine Waschanlage,
02:36in eine Autowaschanlage rausgeht und draußen mit richtig schöner Tracht
02:39und aufpoliert wieder rauskommt.
02:42Das waren sehr lustige Sachen.
02:43Und da so einen relativ beschränkten Typen spielen,
02:46der aber auch ein Selbstbewusstsein hat, das war schön.
02:53Servus, die Dame.
02:54Ich bin der Waschl, der Joe Waschl.
02:56Hallo.
02:58Servus, ich bin der Katti Stangerl.
03:00Ich bin Fitnesstrainer.
03:02Servus, ich bin der Bonzo.
03:03Was geht ab?
03:08Gestatten, mein Name ist Baumwerker.
03:11Stütz zu Ihren Diensten.
03:13Er imitiert normale Menschen genauso wie Prominente
03:16und hat selbst auch vieles ausprobiert,
03:19bevor er mit Anfang 30 wusste, wo es beruflich hingehen soll.
03:22Ist angegangen auf dem Bau, einfach als Hilfsarbeiter auf dem Bau gearbeitet.
03:27In einem Labor hab ich gearbeitet.
03:29Ich hab dann Getränke ausgefahren, über die Dörfer geschippert
03:32und die Wirtschaften beliefert.
03:33Absolute Hilfsarbeiter-Jobs waren das.
03:37Und dann bin ich da mehr oder weniger hineingestolpert.
03:41Ich hab davon geträumt, aber natürlich auch mit dem, bei mir wird's nicht so weit kommen.
03:48Und dann, wo ich gemerkt hab, oh, das kann ein Beruf werden.
03:52Ich hab mein Glück gar nicht fassen können.
03:55Geboren wird Günter Grünwald 1956 in Ingolstadt, als Jüngster von fünf Geschwistern.
04:03Mein Vater war Süßwarenvertreter. Der ist tatsächlich mit seinem damals noch übers Land
04:10von Lebensmittelladen zu Lebensmittelladen gefahren und hat die beliefert.
04:17Meine Mutter war so eine Art Mutter. Ganz normal, wie halt eine Mutter so ist.
04:24Und sie verdient mit Gelegenheitsjobs wie Putzen dazu.
04:29Da sind wir alle drauf. Ich als Baby, grad ein paar Monate, würde ich sagen, war ich da alt.
04:35Meine Mutter, der Paul und mein Vater.
04:39Die Familienfotos haben sie sich lange nicht angesehen.
04:43Günters Schwester Christa, vier Jahre älter und sein Halbbruder Wolfgang, ganze 19 Jahre älter.
04:49Hier alle drei vor fast 70 Jahren.
04:53Die Mutter hat bereits drei Söhne und ist verwitwet,
04:56als sie mit einem alten Bekannten zusammenkommt und Christa geboren wird.
05:01Eine nicht ungewöhnliche Familienkonstellation in der Nachkriegszeit.
05:05Das Paar heiratet nicht, um ihre Witwenrente nicht zu verlieren.
05:10Vier Jahre später kommt dann Günter dazu.
05:14Aber Wunschkinder, ich bin mir eigentlich sehr, sehr sicher nicht.
05:19Meine Mutter war ja für damalige Verhältnisse dann eine Spätgebärende.
05:25Und sie hat drei Buben gehabt. Sie hat das Schicksal hinter sich gehabt.
05:28Ihr geliebter Mann ist gestorben und alles.
05:31Und dann, hey, packen wir's noch mal, noch mal zwei Kinder.
05:34Das kann man mir einfach nicht vorstellen. Das ist halt passiert.
05:37Da hab ich noch nie drüber nachgedacht.
05:39Komm ich schon aus?
05:40Nein, ich schon öfters oder so.
05:43Das ist schon eine Frage, die man sich stellt.
05:45Ich hab mich nicht unwillkommen gefühlt.
05:46Ist das Wollen, dass man auf die Welt kommt und so?
05:51Ihre Kindheit verbringen die Grünwald-Kinder mitten in der Ingolstädter Innenstadt.
06:04Wir haben dann hier gewohnt im dritten Stock.
06:06Wir waren im dritten Stock.
06:07Wir waren im dritten Stock.
06:08Wir haben die Wohnung gekriegt, weil unsere Mutter im Kino als Platzanweiserin gearbeitet hat.
06:15Und das Haus hat damals diesen Kinobesitzer, das ein Mängeli gehört.
06:21Und darum haben wir die Wohnung da angekriegt.
06:25Damals noch ohne Zentralheizung und Bad.
06:29Kohlen müssen die Kinder aus dem Keller hochschleppen.
06:32Aber dann waren wir schon da gestanden.
06:34Dann waren wir da gestanden, ja.
06:39Du kannst uns ja dirigieren, wo wir gestanden sind.
06:42Ja, das muss da gewesen sein.
06:46Ja, von da aus war das.
06:49Der war ganz ruhig und schüchtern.
06:53Und wenn einer was getan hat, hat er noch angeschaut.
06:56Ich hab ihm aber dann den anderen schon gezeigt, was los ist.
07:00Das war so furchtbar.
07:02Für den Bub jedenfalls, der wollte mich hauen.
07:06Und das hat Christa gesehen.
07:08Da nimmt sie von hinten Anlauf, springt den an, würgt den,
07:12bis er wirklich ein blaues Gesicht gekriegt hat.
07:15Der war viel größer als er sich.
07:17Dann ist er hingefallen, hat das Warner angefangen.
07:19Und dann war er weg.
07:20Also da meine Löwin praktisch,
07:23die mich da immer beschützt hat, wenn was war.
07:25Meine großen Brüder haben mich beschützt.
07:28Und ich hab dann meinen kleinen Bruder beschützt.
07:34Ich glaub, ich war ein recht stummes Kind.
07:38Damals hätt ich gesagt, normal.
07:40Aber im Nachhinein sehr, sehr schüchtern.
07:42Wirklich extrem schüchtern.
07:45Ich hab nie mit Erwachsenen geredet,
07:47wenn mich jemand angesprochen hat.
07:48Ich glaub, ich hab lang gebraucht,
07:50bis ich irgendwie so Routinen gehabt hab,
07:52wenn man was geschenkt kriegt, dass man Danke sagt.
07:54Ich hab einfach nichts gesagt.
07:56Die Geschwister sind viel sich selbst überlassen.
08:00Mit der Schwester oder Freunden
08:01ist er v.a. draußen unterwegs.
08:03Auch, weil die Beziehung zum Vater angespannter wird.
08:10Da, der Mutti drauf.
08:12Genau, der Lenz.
08:13Der Lenz, der Vater.
08:15Zu unserem Vater haben sie, wie gesagt, Indianer.
08:17Der Indianer, ja, genau.
08:19Weil wenn er besucht war,
08:20hat er so einen roten Schädel aufgehabt.
08:23Ich hab ja immer am Samstag zu der Mutti gesagt,
08:25geht der Papa heut fort?
08:27Ja.
08:27Oh.
08:28Dann machen wir so einen Tsche.
08:29Ja, können wir Fernseh schauen.
08:31Dann haben wir vor den Fernseh geguckt.
08:33Und dann ist er nach Hause gekommen
08:34und hat sich aufgeführt,
08:36wollen wir schon wieder Fernseh schauen?
08:37Ja.
08:37Der ist ja im Türrahmen gestanden vom Wohnzimmer.
08:41Und dann ist es losgegangen.
08:42Aha, schaut schon wieder Fernseh.
08:44Jetzt den ganzen Tag Fernseh schauen.
08:49Er war auch bloß beim Safer.
08:51Er war in der Wirtschaft geguckt.
08:52Und dann, wenn ich gesagt hab,
08:53Papa, wir wollen den Film nur sehen,
08:55sei halt ruhig.
08:56Ich lass mir das Wort nicht verbieten in meinem Haus.
08:59Und dann platzsch,
09:00hat schon wieder ein paar Haufen Kürbis gekommen.
09:03Es ist wirklich so.
09:03Es tut mir mehr weh wie einer.
09:05Das hat mein Vater übrigens auch immer gesagt.
09:07Es tut mir mehr weh wie dir!
09:11Er hat gesagt, ja, könnt man doch einmal tauschen, oder?
09:17Wollt er aber auch nicht.
09:19Wollt er auch nicht.
09:20Da war er stur.
09:20Und da denk ich ja manchmal,
09:21der Humor wird mich auch gerettet haben.
09:23Irgendwie oder sowas.
09:24Ja.
09:24Da musst du dann sowas irgendwie entwickeln
09:26und so die irgendwas lustig machen,
09:28dass es nicht mehr so gefährlich ist.
09:31Herzlich willkommen, liebe Zuschauer
09:33von Grünwald Freitagskomödie.
09:37Der Bamberger ist eine Mischung.
09:38Er ist eine Mischung aus meinem Vater,
09:40der ja auch Hausmeister war am Schluss
09:42in der Ludwigstraße in Ingolstadt,
09:44wo wir gewohnt haben.
09:45Aber auch zum großen Teil der Hausmeister
09:47von der Hohenschule unten.
09:50Der Bamberger, die Mundbewegung,
09:53was du auch magst.
09:54Du magst ihn halt.
09:56Ja.
09:56Da hat er sowieso gemacht.
10:00Ja, ganz genau.
10:03Das ist ...
10:04Welches Klassenzimmer?
10:06Klassenzimmer.
10:07Ganz hinten jedenfalls.
10:09Mit seinem Sohn Julius
10:10besucht Günther seine ehemalige Schule.
10:14Wie rein, junger Mann?
10:15Ah, okay.
10:17Zunächst einmal war es schwierig,
10:19weil ich war den Umgang
10:20mit vielen anderen Kindern nicht gewohnt.
10:22In der Schule war ich allein unter Kindern.
10:25Und das war irgendwie ein Schock.
10:29Hallo, hallo.
10:30Das ist der Julius, mein Sohn.
10:31Ja.
10:32Wir wollten mal an die Städte
10:33meines früheren Wirkens einmal vorbeischauen.
10:36Wahnsinn.
10:37Es hat sich nicht so viel verändert,
10:40muss man wirklich sagen.
10:41Dankeschön.
10:44Und da war es jetzt, oder?
10:47Mitten oder hinten?
10:48Ich bin mir nicht sicher,
10:49aber ich glaub, wir waren da.
10:50Da hat man irgendwie noch den Angstschweiß.
10:54Ich war in den ersten Jahren wirklich guter Schüler.
10:57Nicht, dass es Spaß gemacht hätte, überhaupt nicht.
10:59Aber man hat halt das machen müssen,
11:01was die Lehrerin gesagt hat.
11:03Wo bist du früher gesessen?
11:05Weil ich bin immer dritte Reihe gesessen.
11:08Dritte Reihe?
11:09Immer.
11:10Also bei mir die ersten Jahre weiß ich nicht mehr, wo ich gesessen bin.
11:15Dann irgendwann vorne, da hat der Lehrer gesagt, der will mich nahe bei sich haben.
11:18Das kenn ich auch ganz gut.
11:19Und die letzten zwei Jahre bin ich meistens im Schurkammerl draußen gesessen.
11:24Ah.
11:24Das ist die Tür da hinten?
11:26Genau.
11:27Auch schön.
11:27Das war da der total Schulverweigerer.
11:32Und dann hab ich teilweise nicht mehr am Unterricht teilgenommen.
11:34Bin einfach hintergegangen und da rausgekommen.
11:38Ich hab einfach nicht mehr Mengen.
11:40Und ich hab außer in der ersten und zweiten Klasse
11:42hab ich nie tolle Lehrer gehabt.
11:44Wir haben in der vierten einen gehabt,
11:47der einfach wild zugeschlagen hat.
11:51Und das war normal.
11:52Also für uns damals.
11:58Wenn ich da vorbeimgekommen bin und hab gesagt,
12:01heute hab ich eine geschmiert gekriegt vom Lehrer,
12:03bumm, wärst du das schon gebraucht haben.
12:05Also das waren andere Zeiten.
12:09Trotzdem ist Günther ein guter Schüler
12:11und erhält sogar eine Empfehlung für das Gymnasium.
12:16Ich war, glaub ich, 11 oder so was in der vierten Klasse.
12:19Und da hat niemand gesagt, wenn du ins Gymnasium gehst,
12:22dann magst du Abitur, dann kannst du studieren,
12:24dann kannst du viele, kannst du raussuchen,
12:27was für einen Beruf du machen willst.
12:28Meine Mutter hat nur gesagt, wenn ich ins Gymnasium geh will,
12:32kann ich schon machen.
12:33Aber das sind dann 13 Jahre.
12:35Und nicht bloß acht Jahre, was damals noch waren.
12:38Das sind erst im Laufe meiner Schulzeit neun Jahre waren.
12:41Und da hab ich mir gedacht, nein, ich will nicht.
12:47Im Nachhinein würde ich mir wünschen, dass das anders gelaufen wäre.
12:50Gute Lehrer, bisschen mehr Ehrgeiz von meiner Seite.
12:54Auf der anderen Seite keine Ahnung, ob ich dann irgendwann komiker geworden war.
13:04Die muss man sorgfältig einlegen.
13:08Aber ich war mal Filmvorführer von dem Herrn Pastian.
13:13Super acht Filme, das ist, da war ich wahrscheinlich so 15, 16 oder so.
13:19Da hab ich eine gebrauchte Filmkamera gekauft und das war schon irre.
13:29Sketche sind eigentlich erst später dann mehr so gekommen,
13:32wie dann auf Wolf auf Super acht gibt's auch einen Sketch,
13:36der heißt Willi der Würger.
13:38Was die dümmste Handlung ist, die man so vorstellen kann.
13:51Es war halt auch das Schöne, ich war halt dann mit Leuten zusammen,
13:55die auch kreativ waren und die auch was machen wollten.
13:58Wir waren ja immer draußen unterwegs und haben halt immer irgendeinen Blödsinn gemacht.
14:06Da haben es halt bloß so schwachsinnige Ideen gehabt.
14:10Oder irgendwelche Stuntsachen oder so.
14:13Ich hab mich vom Auto auch mal überfahren lassen.
14:15Das war mal so im Hinterkopf, auch mit 15, 16, vielleicht werde ich mal Stuntmen.
14:21Also da war ich mit Begeisterung dabei.
14:25Hätt ich damals nie gedacht, dass da mal was draus werden kann oder so.
14:28Man hat halt einfach Schmarrn gemacht.
14:31Und noch eine andere Leidenschaft entwickelt er in diesen Jahren.
14:47Meine erste Gitarre, die war nahezu unspielbar, aber die ist nicht bei mir im Bett klingt.
14:53Das war das Größte überhaupt.
14:58Günther ist 15, als er mit Freunden zusammen in einer ersten Band spielt.
15:03Jetzt, nach dem Ende seiner TV-Show, hat er wieder Zeit.
15:07Regelmäßig probt er mit seinen Freunden von damals für gemeinsame Auftritte.
15:13Ja, das braucht man nicht mehr.
15:16Irgendwann hab ich dann die Gitarre eben gekriegt.
15:19Und dann später sogar eine ganz billige, aber die spielbar war.
15:22Und da hab ich's mir selber beigebracht.
15:24Also keine, das hört man ja auch.
15:29Da ist halt am Anfang immer die kritische Stelle.
15:31Aber wir können's nochmal spielen vielleicht, wegen der Sicherheit dann.
15:35Ja, okay.
15:36Ich fand den Einstieg gut.
15:37Ja.
15:51Ich hab nie den blassesten Schimmer gehabt.
15:54Was ich werden wollt, dass ich Berufsmusiker, das wär ein Traum gewesen.
15:58Aber dass ich das einfach nicht drauf hab, das war mir relativ schnell klar.
16:09Ja.
16:10Ja.
16:10Dann machen wir's so.
16:11Dann steigen wir ein Gesang vor dem Solo.
16:14Genau.
16:14Also ein Gesang vor dem Solo.
16:16Genau.
16:17Ein Freund von mir, der hat jemanden in der Autowerkstatt gekannt.
16:21Und der hat dann gesagt, ich lerne Automechaniker.
16:24Und ich hab mir damals gedacht, ja, ich will mir eh ein Mofa kaufen.
16:28Und das kann ich ja dann in der Werkstatt reparieren.
16:31Weil da werden wir auch nicht von der Früh bis auf die Nacht arbeiten müssen.
16:34Ich war so naiv.
16:36Wirklich so unfassbar naiv.
16:38Und dann bin ich dann auch in die Autowerkstatt als Kfz-Mechaniker-Lehrling.
16:44Als erstes werden wir mal schwach angereht.
16:46Dann ist der Meister hergekommen und hat gesagt, der Meister Grünwald fahrt er schon in Urlaub.
16:50Die Hand hat er schon eingepackt.
16:52Wenn ich grad nicht was schweres in der Hand gehabt hab,
16:54der Grünwald steht rum wie eine Madonna.
16:56Weil ich ja lange Haare damals auch gehabt hab.
16:59Und das ist nicht so wahnsinnig lang gegangen.
17:02Nach dem ersten Lehrjahr hab ich dann gesagt, in der Schule war's doch auch gar nicht so schlecht.
17:07Und dann bin ich in die Handelsschule gegangen.
17:10Damals war das ein Auffangbecken für Gescheiterte.
17:16Erst sehr spät, 1981 mit 24 Jahren, macht Günther doch noch einen Abschluss als Bürokaufmann.
17:24Allerdings mit wenig Begeisterung.
17:26Er lebt davor und auch danach von verschiedensten Gelegenheitsjobs.
17:31Auch wenn er beruflich nicht so recht durchstartet, kann er immerhin mit der Band erste Erfolge verzeichnen.
17:42Das ist die Schallplatte, die wir tatsächlich gemacht haben.
17:45Wann war das? 83, 84 oder 84 war das.
17:48Und in Eigenregie haben wir die gemacht und pressen lassen.
17:53Servilat ist ja wurscht, wenn wir und United die, praktisch die Vereinigten Würste.
18:00Aber angekündigt sind wir oft, wenn das United servilat.
18:05Es reicht nicht zum ganz großen Durchbruch, aber in der Region rund um Ingolstadt sind sie bekannt und beliebt.
18:17Eine Herausforderung für den immer noch schüchternen Günther.
18:21Das ist ganz seltsam, weil schüchtern oder so, oder auf Leute zugehen, das fällt mir auch heute noch schwer.
18:28Ich glaube beim ersten Auftritt, da bin ich mit dem Rücken zum Publikum gestanden.
18:33Aber dann, dann schaut man so andere Band so und auch die schauen ins Publikum und ab da ist irgendwie
18:38der Knoten geplatzt.
18:40Günther beginnt bei den Auftritten die Begrüßung zu übernehmen.
18:46Und weil das beim Publikum gut ankommt, fängt er an, die Zwischenansagen immer mehr zu Sketchen auszubauen.
18:58Die Freunde genießen ihre lokale Prominenz.
19:05Wir waren jung und die Mädels waren auch jung und haben uns da schon auf der Bühne natürlich bewundert.
19:12Also das waren 50 Prozent der Gründe gewesen, warum man Rockmusik macht oder so.
19:16Aber da war bei mir wahrend nie was.
19:21Also das sage ich jetzt nicht, weil Menschen zuschauen, die mir so einen Nervendeckel hauen,
19:26sondern das war tatsächlich, nein, da war ich Waisenknabe.
19:33Denn er hat privat bereits andere Weichen gestellt.
19:40Ich habe meine erste Frau kennengelernt, dann war ich da 21.
19:45Und dann haben wir mehr so aus Spaß gesagt, hey, wir könnten doch heiraten.
19:49Und da haben das auch ein paar Freunde gesagt, in dem Alter kann man noch nicht heiraten.
19:53Das ist, das geht ja nicht und seid ja viel zu jung und du hast ja keinen richtigen Beruf und
19:59wir wollen das ja machen.
20:01Und das war dann für mich die Bestätigung, wir machen es.
20:04Wenn die alle dagegen sind, dann gerade mit Fleiß.
20:07Also ich habe eigentlich aus, gerade mit Fleiß geheiratet.
20:13Dann ist 1979 die erste Tochter auf die Weich gekommen.
20:16Da war ich dann 22.
20:18Ja, so ist es dann weitergegangen.
20:21Und dann ist ja das zweite Kind gekommen und das dritte Kind gekommen.
20:28Das habe ich nie geplant gehabt.
20:30Aber dann war das so und dann habe ich gedacht, das gehört auch so.
20:37War schön, war dann schon gern Vater.
20:41Vor allem junger Vater.
20:42Das hat mir damals total, hat mir total getaugt.
20:49Mit seinen Kindern ist Günther bis heute eng verbunden.
20:56Mit Aleka und Yashua stöbert er in Erinnerungen.
21:03Kannst du dich daran erinnern, das Gefühl zu haben?
21:06Nein, überhaupt nicht.
21:09Die beiden Kinder haben das Familienarchiv durchforstet.
21:12Magst du das Küchentür auf?
21:16Das ist jetzt Küch.
21:19Da sehen wir jetzt mal was.
21:20Ich muss mich gar nicht daran erinnern.
21:22Jetzt verkommt das alles wieder.
21:24Das glaubt keiner.
21:27Und da schauen sie mal her.
21:28Die Spülmaschine.
21:30Wer war das?
21:31Ich habe keine Ahnung, wer das geschmiert hat.
21:35Kriegt ihr eigentlich genug zum Essen, wenn ihr Hunger habt?
21:40Oder kriegt ihr zu wenig?
21:43Viel.
21:45Und oft müsst ihr ohne Essen ins Bett wahrscheinlich, gell?
21:50Oder?
21:51Ja, gell.
21:52Ich hab das nicht gewusst, dass ich da meine Klacken nie zugereicht hab.
21:55Also ununterbrochen Quatsch.
21:57Und ich hab da noch lange kein Kabarett gemacht.
21:59Da ist schon wieder eins von den verwahrlosten Kindern.
22:03Jetzt denkt ihr mal an eine Essiggurke.
22:06Mh, die ist so sauer.
22:08Mh, Lukas.
22:11Etwas.
22:14Er war schon immer auch witzig so, aber er war jetzt nicht der Clown in der Familie
22:20und hat sich vor uns gestellt und sein Programm aufgeführt so ungefähr.
22:26Wir waren die Ersten, wo wir ein Kind gekriegt haben.
22:31Da haben wir eigentlich immer gesagt, nein, ich mag's anders als mein Vater.
22:34Ich mach das komplett anders.
22:36Ohne Gewalt, ohne Rumplern, ohne Bloßstein.
22:40Ja, das hast du bei uns wirklich anders gemacht.
22:42Also du hast uns schon immer gesagt, dass du stolz auf uns bist.
22:45Du bist ja auch sehr, also im Familienkontext sehr harmoniebedürftig.
22:49Und ich glaub, dass wir des größtenteils auch übernommen haben.
22:551987 ziehen die Grünwalz ins 25 Kilometer entfernte Dorf Biesenhard.
23:02Ich bin mal gespannt, ob ich die Gegend wiedererkenne, wenn wir aus der Nähe kommen.
23:07Ich war schon lange nicht mehr da.
23:12Jetzt bin ich gespannt.
23:13Ja, ich bin gespannt, ob die Tür noch blau ist.
23:17Warte mal, werden wir gleich sehen.
23:21Hier beziehen sie ein ehemaliges Schulhaus mit viel Platz und wenig Komfort.
23:27Geheizt wird noch mit Holz.
23:30Geldmäßig war schwierig und da draußen sind die Mieten erschwinglich.
23:36Und das Hausnummer hat es auch nicht gegeben.
23:38Da erinnere ich mich ganz anders an den Teil hier.
23:42Das kenne ich überhaupt nicht mehr.
23:44Günter Grünwald und seine Frau haben ihre drei Kinder zunächst von Gelegenheitsjobs ernährt.
23:50Dann versuchen sie es mit einem Naturkostladen in Ingolstadt.
23:55Ich war damals 83, das war der erste in Ingolstadt.
23:59Und da habe ich mich als erstes eigentlich ganz wohl damit gefühlt und sowas.
24:04Das war was anderes und wollte ja schon immer, wenn es irgendwie geht, anders sein.
24:09Und dann der Naturkostladen hat mir dann schon getaugt.
24:15Ja, ist Arbeit, ich habe gemerkt, Kaufmann.
24:18In dem Sinne bin ich jetzt auch nicht der scharf Kalkulierende, der alles macht und Dings.
24:23Und das waren wir gestolpert durch die Buchführung und so.
24:31Und dann hat es langsam losgegangen.
24:33Aber die Grünwalds müssen den Naturkostladen wieder aufgeben, als das Haus saniert wird.
24:38Sie versuchen es mit einem Plattenladen.
24:40Doch gerade da kommen die CDs auf den Markt.
24:44Auch diese Geschäftsidee scheitert.
24:46Als dann auch noch Günthers Band auseinander fällt, traut er sich, es mit seinem anderen großen Talent zu versuchen.
24:53Und dann haben wir gedacht, jetzt mache ich allein weiter und mache Kabarett weiter.
24:58Was finanziell natürlich schwierig war, weil ich habe keinen Job gehabt, aber eben drei Kinder.
25:06Ach, da hast du was von mir auch gehabt.
25:08Ah, ja, genau.
25:10Hi!
25:12Ich habe euch ja wirklich gesehen, krass.
25:15Wie geht's dir? Ja, gut.
25:17Ja, das ist schon sehr vertraut.
25:20Die Familie der ehemaligen Vermieterin lebt heute noch hier.
25:24Ich habe sehr witzig gefunden, was er macht.
25:26Ich habe es zwar heftig gefunden an manchen Stellen, aber einfach durchaus witzig und sehr eigen, ganz eigen.
25:31Und da habe ich schon den Genuss gehabt, dass ich manches daran gehört habe,
25:34auch deftig, aber okay, bitte.
25:38Warum nicht?
25:40Ja, da drin habe ich ja das Bewerbungsvideodraht für Scharf.
25:44Ganz genau.
25:46Bei uns in Biesenhard ist ja das Klima ein bisschen anders.
25:50Immer bedenkt, dass wir jetzt Mitte Juni haben.
26:02Dann habe ich tatsächlich beim Sozialamt nachgefragt.
26:06Sie sollen mir doch bitte ein paar Monate Sozialhilfe geben, in der Zeit schreibe ich ein Kabarettprogramm.
26:12Und danach verdiene ich ganz gut und dann zahle ich ihnen alles sofort wieder zurück.
26:19Ist ja klar, wenn einer mit so einem Ansinnen zum Sozialamt kommt, die halten die für Gaga.
26:24Und ich kann es bis heute nicht erklären, aber er hat sich tatsächlich einverstanden erklärt.
26:30Er hat gesagt, okay, drei Monate kriege ich Geld und dann, wenn dann noch nichts ist, dann muss ich in
26:36Eichstätt in eine Schuhfabrik und muss da arbeiten.
26:39Und dann habe ich tatsächlich in meinem Leben noch kurz eilig geschrieben gehabt oder irgendwas gemacht oder geschweige denn ein
26:47Gedanketrag, ein Kabarettprogramm.
26:511988, mit 32 Jahren, tritt Günther in Passau beim Wettbewerb um das Scharfrichterbeil an.
26:58Einem damals schon renommierten Kabarettpreis.
27:05Walter Landshuter war als Mitausrichter dabei.
27:10Das ist unsere Ahnen-Galerie da herin.
27:14Grüßt.
27:14Da habe ich noch etwas von dir aus der Zeit.
27:19Da sehe ich und du mit dem Beil.
27:22Aha.
27:23Sie sehste, was uns am meisten beeindruckt hat.
27:26Ja.
27:27Na ja, wir waren verblüfft.
27:30Da schickt uns einer Pultl von seinem Privathaushalt, wie er sein Ofa repariert.
27:37Und es ist zwar seltsam, was der für eine Sprache hat und für einen Humor.
27:43Aber es hat uns trotzdem gereizt, dass wir uns das ganze Video angeschaut haben.
27:49Wie ein Wirt, der wohl auf der Bühne ausschaut.
27:51Das haben wir uns ständig vorgestellt.
27:53Also, ich kann mich an deinen ersten Aufritt erinnern.
27:56Und das Publikum hat nach deinem ersten Satz schon das Wichern angefangen.
28:01Und du stehst auf der Bühne und wartest das eine Minute.
28:04Und dann sagst, was kostet da die Hälfte?
28:09Ein seltsam, inhaltsloser Satz.
28:12Aber der hat dazu geführt, dass der ganze Saal gelacht hat.
28:16Ja.
28:17Na gut, dann ist es dann losgegangen.
28:22Günter Grünwald tritt hier erstmals als Hausmeister Bamberger auf.
28:32Aufgezeichnet in einer Hörfunkaufnahme des Bayerischen Rundfunks.
28:41Das war schon enorm.
28:44Als totaler Anfänger, keine Ahnung, was die anderen machen.
28:48Ich habe keinen Überblick über den Markt gehabt, was macht man, was machen die anderen und sonst irgendwas.
28:56Ich habe bloß gewusst, was ich mache, wo ich das Einzige, was ich machen kann.
29:00Und das mache ich.
29:01Und dass das dann ankommt, das hat mich schon schwer beeindruckt.
29:09Platz eins für eine Entdeckung, Günter Grünwald.
29:12Platz eins für eine Entdeckung, Günter Grünwald.
29:39Da kann ich mich drüber erinnern, weil ich da ungefähr so viel über dem Boden geschwebt bin.
29:44Der große Zimmerschied neben mir überreicht mir den ersten Preis.
29:48Also das war, es hat leider damals noch kein Handy gegeben.
29:52Von dem her habe ich meine Frau nicht auch noch vergehen, gleich von unterwegs und so.
29:55Aber ich habe in der Nacht dann, ich war um vier Uhr, in der Früh war ich dann daheim, da
30:01habe ich es aufgeweckt.
30:02Und habe Beil gezeigt und gesagt, ich habe gewonnen.
30:05Das war schon, ja, wie gesagt, der Startschuss.
30:16Durch den Auftritt beim Scharfrichter Beil darf er sich auch im renommierten Münchner Fraunhofer-Theater behaupten.
30:22Und er hält gleich ein mehrwöchiges Engagement.
30:33Da haben wir unseren Kollegen viel kenne und viel kenne ich nicht.
30:40Ja, da habe ich Stunden herin verbracht und gewartet auf den Auftritt.
30:46Immer mit dabei sein bester Freund Franz.
30:51Der war von meinem ersten Auftritt ab, war der dabei.
30:55Da haben wir auch noch damals, die ersten paar Mal haben wir da, glaube ich, auch noch Musik gemacht im
30:59ersten Programm, das ich gespielt habe.
31:01Da ist der Franz mit Gitarre auf der Bühne gestanden und ich mit Gitarre.
31:05Und das war so das erste Jahr, da hat sich alles dann so entwickelt.
31:11Und dann irgendwann, weil die Seele größer geworden ist, wo wir Tontechnik gebraucht haben,
31:15da hat sich dann der Franz eingefuchst, dass er das gemacht hat.
31:21Franz ist Günthers ständiger Gefährte und Begleiter.
31:24Er fährt und kümmert sich um den Ton. Und das fast 40 Jahre lang.
31:31War auch total schön, also diese vielen Jahre unterwegs. Wirklich, man hat viel Schmang gesehen, aber man hat dadurch auch
31:38was zum Erzeigen gehabt.
31:41Und eben mit dem Franz dann heimfahren und drüber reden, die Garderobe, die war der Hammer.
31:46Wenn man ja auch spinnst, da hast du gesehen, die Tote Maus, die im Eckgelenk ist und so.
31:49Und allein hast du gesagt, ich mag nicht mehr, ich mag nicht in einem Zimmer hocken mit einer Tote Maus.
31:56Aber wenn du mit jemandem unterwegs bist, lagst du auf dem Armweg drüber und lachen hilft.
32:02Eine ganz besondere Freundschaft. Bis Franz dann später fehlen wird.
32:171993 wird Günther noch einmal Vater. Sein viertes Kind.
32:23Als damals erste Fernsehauftritte dazukommen, können es sich die Grünwalds endlich leisten, ein eigenes Haus zu beziehen.
32:32Ich war kein abwesender Vater.
32:34Also ich finde, wenn man Künstler ist und Tourneen macht, dann ist das nicht familienkompatibel.
32:40Darum habe ich immer Wert draufgelegt. Ich bin immer nach dem Auftritt heimgefahren.
32:44Wenn die Kinder in die Schule gegangen sind in der Früh, war ich auch da.
32:47Und am Wochenende, da habe ich auch keine Auftritte ausgemacht wegen der Familie, dass ich da den ganzen Sonntag immer
32:53da bin.
32:54Und von dem her war ich überhaupt kein abwesender Vater.
32:59Günther ist 46, als er 2003 eine eigene Fernsehsendung bekommt.
33:06Aufgezeichnet im Studio 1 des Bayerischen Rundfunks.
33:09Ja, hier war das.
33:10Da hat das Ganze stattgefunden.
33:18Von Anfang an ist Helmut Milz als Regisseur dabei.
33:22Wenn man da rausgekommen ist, stand der Stuhl hier.
33:25Ungefähr, ja.
33:26Genau.
33:27Und dann warst du da gesessen?
33:28Bin ich so gesessen.
33:29Und ich? Soll ich den Schreibtisch machen?
33:31Nein.
33:33So ungefähr.
33:35Der wahre, der echte Günther Grünwald ist ja völlig anders als der Günther Grünwald in der Sendung oder gar seine
33:41Figuren.
33:41Er ist ja nicht cholerisch wie der Joe Waschel, der Koch, oder er ist ja kein Proll wie der Bamberger,
33:49sondern er ist ein vollkommen zurückhaltender, ruhiger Mensch.
33:55Das liegt auch daran, dass er am liebsten zu Hause ist.
33:59Es wirkt so ein bisschen albern, muss ich zugeben.
34:05Bleiben Sie wie Sie sind, was anderes bleibt Ihnen eh nicht übrig.
34:08Dann bin ich heimgegangen.
34:10Und zwar schnell.
34:11Und zwar sehr zügig.
34:13Bleiben Sie wie Sie sind, was anderes bleibt Ihnen eh nicht übrig.
34:19Während es für Günther Grünwald beruflich permanent aufwärts geht, häufen sich die Spannungen in seiner Ehe.
34:26Servus.
34:27Servus.
34:29Unsere Lebensplanung war anders. Das war so, ich bleib daheim, war eigentlich irgendwann einmal die Planung, ich wär Hausmann und
34:37meine Frau studiert Architektur und ernährt die Familie.
34:41Dass sie die Ernährerin der Familie ist und jetzt war's auf einmal ich, möglicherweise, dass das durchaus auch ein Punkt
34:48war.
34:55Das ist dann nach knapp 23, 24 Jahren ist die Ehe zu Ende gegangen.
35:01Das war schon hart, weil es für mich schon irgendwie so der Gedanke war, gescheitert.
35:08Die Ehe ist gescheitert und wer auch immer schuldruh ist, aber es hat letztendlich nicht funktioniert.
35:17Es hat über viele Jahre total gut funktioniert und sonst hätte es ja nicht so lange gedauert.
35:23Aber das war dann schon bitter, vor allem welche Kinder, welche der Jüngsten halt.
35:39Ja, bin dann ausgezogen und dann war ich eine Zeit lang alleine.
35:47Was mir auch gefallen hat.
35:58Was mir vollkommen klar war nach der Trennung, das ist, vielleicht hab ich irgendwann einmal wieder eine Freundin.
36:05Ich werde definitiv nicht heiraten, definitiv nicht zusammenziehen.
36:10Ich lebe jetzt allein, das ist jetzt mein Lebensentwurf.
36:14Das war absolut unumstößlich, bis ich meine zweite Frau kennengelernt habe.
36:19Und dann ist es recht zügig gegangen, dass wir dann zusammengeheiratet haben und nochmal ein Kind gekriegt haben.
36:28Er lernt seine zweite Frau Ulrike in einem Ingolstädter Buchladen kennen, wo sie als Buchhändlerin arbeitet.
36:35Vier Jahre später kommt Sohn Julius auf die Welt und Günther wird mit 50 noch einmal Vater.
36:45Was ich toll gefunden habe, das war nicht, dass man einen Fan kennenlernt.
36:49Und der Fan hat ja irgendwelche Vorstellungen von jemandem, der in der Öffentlichkeit steht, weil sie hat ja nichts gekannt
36:53von mir.
36:54Das hätte mich jetzt nicht abgeschreckt oder sowas, aber so habe ich das wesentlich charmanter gefunden,
36:58weil ich dann natürlich auch das Gefühl gehabt habe, sie mag mich und nicht den öffentlichen Menschen.
37:06Ja, da gibt es ja den Spruch, wenn du Gott zum Lager bringen willst, mach einen Plan. Funktioniert auch nicht.
37:16Öffentlichkeit und Familienleben hält das Ehepaar Grünwald von Anfang an strikt auseinander.
37:21Jeder geht seinem Beruf nach.
37:26Mittlerweile ist Sohn Julius 18 Jahre alt.
37:31Das hat gehalten und das ist das Beste, was mir immer passiert ist.
37:35Das ist eine ganz klare Sache.
37:37Dieser Zusammenhalt, dass ich beruflich das machen kann, machen darf, was ich machen will.
37:44Und besser geht es ja gar nicht.
37:53Das langjährige Grünwald-Team trifft sich bis heute regelmäßig in einem Lokal unweit der Fernsehstudios.
38:02Das war spontan, ja.
38:03Das ist, man bewirklicht der Schrock, auf einmal kommt der Helmut ums Eck und halt der Kamera vorne hin.
38:08Und, aber da hat es ja auch keine Berührungsängste gegeben, das war einfach halt, war unser privater Spaß.
38:23Wir waren eigentlich ein Team durchgehend. War ein bisschen wie Familie für uns. Und das, wenn man sich halt sicher
38:31fühlt, in der Familie fühlt man sich ja auch sicher.
38:32Man streitet sich, man ist nicht immer einer Meinung, aber man weiß, es kann einem nichts passieren. Das war im
38:36Günther auch mit uns klar. Das war wahnsinnig wichtig für ihn.
38:41Ich mach das einfach wahnsinnig gern, mit Leuten sehr, sehr vertraut zu sein. Und da, wenn ich gespürt hab, dass
38:48da halt auch was da ist, dass die das auch mit mir machen wollen, dann will ich es auch mit
38:53den Leuten machen.
38:56Weil jetzt wäre so der Punkt, wo man zum privaten Teil übergeht.
39:00Ja, mach doch. Ich warte eben auf deine Geschichtspodiger.
39:04Ja, aber die erzähl ich natürlich nicht.
39:05Der Günther, der ist schüchtern. Weil der Günther fremdelt total. Und deshalb waren wir ja so ganz lang so ein
39:11kleines eingespieltes Team, wo schon drauf geachtet wurde, dass da kein Fremder dazukommt.
39:16Und wenn jemand da ist, wo er fremdelt, dann ist erstmal Klappe zu.
39:25Für das Publikum völlig überraschend ist dann nach 22 Jahren Schluss. Und zwar nicht nur mit der Fernsehsendung Grünwald Freitagskomedy,
39:34sondern auch mit den Bühnenauftritten.
39:38Im Sommer ist meine Agentin verstorben, die knapp 35 Jahre oder sowas meine Termine gemacht hat. Und das war schon
39:45ein schwerer Schlag.
39:47Dann stirbt wenige Wochen später sein bester Freund Franz, der ihn immer zu allen Auftritten begleitet hatte.
39:53Wir waren wirklich die besten Freunde. Ist der gestorben. Und das war dann heftig, weil vom ersten Kabarettauftritt war er
40:02mit dabei.
40:05Wie das dann war, dass er gestorben ist, der Franz, das war einfach ein Schock.
40:11Bis zu seinem Tod ist Franz sein Nachbar und Mieter. Günther hatte ihm das Haus seiner Schwiegermutter überlassen. Jetzt steht
40:19es leer.
40:24Ich vermisse ihn total, weil es haben ja auch viele Leute gesagt, du kannst doch nicht jetzt mit deinem Programm
40:29aufhören.
40:30Da findet man schon wieder einen Fahrer, da findet man schon wieder.
40:33Und dann habe ich mir gesagt, ich war nicht mit einem Fahrer unterwegs, ich war mit dem Franz unterwegs.
40:48Es passieren so wahnsinnig viele Sachen, da wo ich immer sage, oh, das muss ja ein Franz jetzt sein.
40:52Und es kommt aber dann nicht, ach nein, das geht ja gar nicht mehr.
40:57Sondern das ist einfach automatisch da, keine Ahnung, in ein paar Jahren kann es einem vielleicht direkt verzeihen.
41:03Wobei ich nicht an sowas glaube, aber da kommt dann manchmal der Kinderglaube durch oder sowas, der im Hintergrund sagt,
41:10ach ja, wir sehen uns schon wieder.
41:11Natürlich Quatsch, tot ist tot.
41:21Wenn man was 40 Jahre mit Begeisterung gemacht hat, war ja mein Leben und dann mit der Karte, das war
41:28schon happig.
41:34Ein Dreivierteljahr später, im September 2025, kehrt Günter Grünwald dann doch wieder zurück auf die Bühne.
41:43Sein Rücktritt vom Rücktritt, an der Seite seiner ältesten Freunde.
41:50Mir war es noch in keiner Stunde meines Lebens langweilig.
41:54Ich sage immer, wenn man eine Gitarre hat oder wenn man vielleicht sogar lesen kann, wie soll es einem da
41:58langweilig werden?
41:59Also, das verstehe ich nicht.
42:02Also, dass dann Rentner im vollgekleckerten Feinripp im zerrissenen Sessel hocken und sagen, mei, mei, mei, mei, na ja, hab
42:13schon ein schönes Leben gehabt, gell.
42:15Und ja, mach weiter, du Tepp.
42:17Also, das ist, das verstehe ich nicht, wie man da so aufgeben kann.
42:24Wie eine Nachtigall.
42:26Es ist...
42:28Ja, da hab ich vielleicht.
42:31Nachtigall, die ein paar nächste Tour gemacht hat.
42:33Ja, das ist ja nicht.
42:36Ich lasse die Neustadt, meine Freundin.
42:42Sommer war Drama in der Zeit.
42:45He warlusion derرIA und der careful.
42:51Drücken für alle siamo eines, Au monstersland,
42:54war es auch 4hs.
42:54Weil er doch hat nie...
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