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KurzfilmeTranskript
00:12Untertitelung. BR 2018
00:45Untertitelung. BR 2018
01:28Untertitelung. BR 2018
01:58Untertitelung. BR 2018
02:25Untertitelung. BR 2018
02:32Untertitelung. BR 2018
02:40Morgen, Max. Hallo.
02:45Du warst tötet. Wie viele Stiche werden das sein? Hals, Brust, Kopf. Überall.
02:52Also planlos?
02:54Auf jeden Fall mit großer Wut. Paul Ahrens. Er hat hier gearbeitet.
03:01Ist das seins? Ja.
03:04Die Müller-Pur hat ihn gefunden. Kein Handy, aber Geld ist noch da.
03:09Ich will auf jeden Fall wissen, wie viele Stiche das sind. Ganz genau, okay?
03:14Komisch. Was ist denn das? Wollte der seine Wohnung verkaufen? Und hier? Ist das vielleicht seine Frau? Oder Freundin? Live
03:28vor der Kamera?
03:34Was ist denn das für eine Firma? Das war so ein kleines Internetunternehmen. Aber inzwischen brummt der Laden.
03:39Topnet. Ein soziales Netzwerk. Macht auf elitär, nimmt aber letztendlich jeden, den Sie kriegen können. Der Chef heißt, ähm...
03:47Petri.
03:48Ja, Josef. Josef Petri. Er ist drin.
03:53Wenn ich ihn da bloß überliegen sehe. Aber schaue ich zwischen die Mülltonnen, wenn ich am Abend nach Hause gehe?
03:58Tun Sie sowas?
04:00Wir hatten doch mal einen Penner zu liegen. Naja, der hat aber noch gelebt.
04:05Jetzt liegt da Ihr Kollege, Herr Petri, und der ist leider tot.
04:08Ja, er war ja der Techniker.
04:10Also kein Kollege?
04:11Ja, doch, natürlich. Klar. Hier, das war sein Arbeitsplatz.
04:20Er hat ja mit dem Rücken zu den anderen gesessen.
04:23Vielleicht wegen des Feng Shui oder wer auch immer das hier arrangiert hat.
04:28Das ist ja auch Quatsch. Feng Shui ist ja mit dem Rücken zur Wand, nicht?
04:31Ja, aber dem Paul, dem hat sowas nichts ausgemacht. Der war eh nicht so der Gesprächige.
04:37Wie würden Sie seinen Job beschreiben?
04:40Unsere Kunden gehören zu den Leistungsträgern. Die wollen in Ruhe kommunizieren, ohne technische Probleme und...
04:45Beantworten Sie doch einfach meine Frage.
04:47Eben. Der Paul war der Mitarbeiter für den Support. Kundendienst. Ansprechpartner bei allen technischen Problemen.
04:54Er war da jetzt nicht so der Macher oder Visionär oder so, sondern ganz einfach der Techniker.
05:00Genau. War er verheiratet?
05:03Wer hat mich jetzt überfragt. So genau...
05:08Ich könnte Ihnen einen Kaffee gebrauchen. Sie auch.
05:11Mhm.
05:14So, bitteschön.
05:16Diese weiß übermalte Stelle da.
05:19Ach, da, ja. Da war was drauf gekrakelt.
05:21Was war denn da drauf gekrakelt?
05:24Zeig ich Ihnen.
05:25Ivo, gibst du ein Handy bitte schnell, links aus der Tasse.
05:28Danke.
05:34Wann war denn das?
05:36Vor zwei Wochen etwa.
05:38Wie erklären Sie sich das?
05:40Drecksladen?
05:40Keine Ahnung. Manche Kunden spinnen halt ein bisschen.
05:43Ach so, Sie meinen, einer Ihrer Kunden hat das da hingepinselt.
05:47Leistungsträger?
05:50Ich brauche einen Ausdruck von den Fotos. Gibt es da noch andere?
05:53Nein, nur diese. Ich habe die auch nur gemacht, um sie Paul zu zeigen, damit er in ernster Lage begreift.
05:58Sie müssen verstehen, dass...
06:01Wir haben hier gerade so ein bisschen Sicherheitsproblem.
06:05Auf die Profile mancher Kunden wird gerade eingebrochen.
06:08Sie reden von Hackern?
06:10Und was stellen die an?
06:13Das ist blöd für die Kunden, weil...
06:15Wird alles verändert.
06:17Zu ihrem Nachteil.
06:19Manche haben sogar echt Schwierigkeiten.
06:22Stehen so Sachen auf ihrem Profil, die sie nie geschrieben haben.
06:25Aber Paul war dran.
06:27Allerdings nicht besonders erfolgreich.
06:32Wir müssen an die personenbezogenen Daten ran.
06:35Ja, ich stelle einen Antrag.
06:39Was ist mit dieser Frau?
06:50Schön, dass du dir doch nach Zeit genommen hast für eine Tasse Kaffee.
06:53Seit die alten Betreiber wechseln, ist der Kaffee leider nicht mehr so besonders.
06:56Es geht mir doch nicht um den Kaffee, sondern um deine Gesellschaft.
07:00Er wollte gegen neun zu Hause sein und dann...
07:04Dann kam er nicht.
07:05Ich habe halt gewartet.
07:07Ich kann jetzt langsam verstehen, dass du dich hier so wohlfühlst.
07:09Ja, das tue ich.
07:10Hat er von Problemen erzählt?
07:13Schwierigkeiten bei der Arbeit?
07:15Tja, er wird oft von irgendwelchen Kunden aufgehalten.
07:18Sitzen nachts am Computer und wenn dann der Chat nicht funktioniert, dann beschweren sie sich gleich.
07:22Muss er sich kümmern?
07:25Du wolltest, dass ich dein Leben lebe und nicht meins.
07:27Und bitte mach mir das auch nicht wieder kaputt.
07:29Früher, da hat er als Programmierer gearbeitet.
07:31Tag und Nacht hat er getüftelt.
07:35Computerspiele waren das.
07:36Aber die Firma ist da pleite gegangen.
07:42Wie war sein Verhältnis zu den Kollegen bei Topnet?
07:47Die haben alle keine Ahnung.
07:49Paul hat einen Hacker gesucht.
07:51Hat er davon erzählt?
07:51Ja.
08:01Haben Sie da eine Raumüberwachung?
08:05Ja.
08:07Gott sei Dank.
08:09Na ja, man muss ja aufpassen.
08:10Es passiert so viel, ne?
08:13Ihr Mann konnte die Aufnahmen von überall abrufen.
08:16Vom Handy, vom Tablet.
08:17Und das hat er gemacht.
08:18Auch wenn Sie hier zu Hause waren.
08:22Ja.
08:25Und?
08:25Als hätte er Sie überwacht.
08:30Ach, nein.
08:33Paul hat sich gekümmert.
08:36Sie arbeiten nicht.
08:41Nein.
08:46Ich kann das ja auch abstellen, wenn ich will.
08:50Und weitere Kameras befinden sich in der Küche und...
08:54Im Flur, ja.
08:56In Pauls Arbeitszimmer nicht.
08:58Hier nebenan...
08:59Das da ist das Arbeitszimmer.
09:02Darf ich?
09:13Paul wollte sich so gern selbstständig machen.
09:15Hat abends immer noch weiter an seinen Spielen gebastelt.
09:19Was muss man denn da tun, in den Spielen?
09:22Man muss sich wehren.
09:23Man muss das Ganze durchschauen.
09:25Das ist ja nur gelügen und abzocken.
09:29Regierungen, Banken, Medien?
09:32Man wird klein gehalten und für dumm verkauft.
09:36Das Ganze dann zu programmieren, das war schwer.
09:39Aber Paul hat's gekonnt.
09:42Wenn er abends nach Hause kam, saß er hier.
09:46Er hier, Sie da drüben.
09:50Paul war ein guter Ehemann.
09:52Der hat ja alles gemacht.
09:55Behörden und so.
09:56Reparaturen.
09:57Wir kannten uns ja schon ewig, schon seit der Schule.
10:01In letzter Zeit ist es sogar wieder besser geworden.
10:07Ach ja, das ist in Neukölln.
10:09Da haben wir früher gewohnt.
10:12Weiß nicht, vielleicht wollte er die neue Kamera mal ausprobieren.
10:14Oder er hat das für seine Skizzen benutzt.
10:18Ein Bekannter?
10:21Achso, nee.
10:22Das ist ein Nachbarsjunge.
10:23Von früher.
10:24Mit seinem Bruder.
10:25Als wir noch in der Kanalstraße gewohnt haben.
10:29Der war unverschämt.
10:31Aber so sind die ja alle.
10:33Wer alle?
10:33Na, alle draußen auf der Straße.
10:36Sie sehen doch, was passiert ist.
10:38Man kann keinen Schritt mehr raus.
10:39Man wird belästigt, überfallen, umgebracht.
10:44Sie sagen, der Junge war unverschämt.
10:46Was hat er denn getan?
10:47Ja, der hat, der hat den immer so angeguckt,
10:51als wäre man der allerletzte Dreck.
10:53Kennen Sie den Namen?
10:56Ja, die heißen Bachmann, aber Vornamen weiß ich nicht.
11:00Frau Ahrens, den Laptop muss ich mitnehmen.
11:03Und der Rechner wird später auch noch von meinem Kollegen abgehoben.
11:05Nein, nein, Entschuldigung.
11:07Ich brauch den aber.
11:10Sie kriegen das ja alles wieder zurück.
11:12Okay, aber bitte, der muss da stehen bleiben.
11:15Er wird wieder hier stehen, bestimmt.
11:18Ja, aber bitte, weil ich, ähm, ich geh ja nicht so oft raus.
11:21Ich bestell doch meine Sachen da.
11:24Warum gehen Sie denn nicht raus?
11:28Weil, ich weiß nicht, weil mir dann so oft so schwindelig wird.
11:35Nein, bitte, bitte, ich hab doch so Angst draußen.
11:39Ich brauche den.
11:40Ich bin.
11:41Ich bin.
11:56Ich bin.
12:10Max, bei Frau Ahrens wäre noch ein Laptop abzuholen. Kannst du es bitte übernehmen?
12:15Jetzt gleich? Wenn möglich. Die KTU muss nachher auch noch hin. Die sollen uns das
12:19Material von den Überwachungskameras schicken, wenn es da was gibt.
12:22Aber du warst doch gerade bei ihr. Warum hast du den Laptop nicht mitgenommen?
12:30Ich... ich konnte nicht. Sie hat geweint. Ja, ihr Mann ist gestorben.
12:36Nee, nicht deswegen. Sie hat... sie hat geweint, weil ich ihr den Laptop wegnehmen wollte.
12:44Kannst nicht mal gucken, ob wir hier noch irgendwo einen alten Laptop haben, den wir hier so lange leihen können?
12:49Die Frau ist... dicht an der Grenze.
12:57Bruno, der Obduktionsbericht. Das sind jetzt insgesamt zwölf Stichwunden.
13:05Womit zieht er sich diesen Hass zu? Er kommt nach Hause, verschwindet in seinem Zimmer, trifft sich mit niemandem?
13:14Nur mit seiner Frau?
13:16Genau. Und macht das, was er früher gemacht hat. Spiele entwerfen. Als würde er seinem alten Leben hinterher träumen.
13:26Der Kontakt zwischen Ahrens und den Kunden, der liegt doch angeblich immer per Mail oder Telefon.
13:32Ja, warum?
13:34Vielleicht hat sich ihn einer auch mal persönlich vorknöpfen wollen.
13:38Zum Beispiel jemand in diesem Transporter.
13:42Der Besitzer heißt Michael Feuerbach. Topnet-Kunde.
13:46Frag ihn. Er hat eine kleine Spedition. Die Firma läuft auf den Namen von ihm und seiner Frau.
14:00Die Firma wird auf die Spedition.
14:18Der Besitzer hat sich in seiner Hörsel!
14:18Langsamerhandliefer, der sich in der Zeit runterstiftung den Pläumen.
14:18Der Besitzer hat sich in seiner Hörsel für den Streifen.
14:19Er hat sich in seiner Hörsel kommen.
14:19Der Besitzer schritt er hat sich in seiner Hörsel.
14:19Das war das Konkurren!
14:19Der Besitzer hat sich in seiner Hörsel.
14:20Der Besitzer hat sich in seiner Hörsel.
14:20Frau Feuerbach? Herr Feuerbach?
14:23Ja, bitte?
14:25Schumann LKH.
14:30Was wollen Sie?
14:32Ist Ihnen ein Paul Ahrens bekannt?
14:35Kunde?
14:37Ja, müsste ich gucken.
14:38Er hat bei Topnet gearbeitet. Da sind Sie doch auch, oder?
14:42Bei Topnet?
14:43Hör Sie das?
14:45Hey, hey, hey!
14:47Hey, hey, hey, hey!
14:49Ganz ruhig!
14:49Sie gehen aber schnell ab.
14:51War das gestern Abend auch so?
14:53Als Herr Ahrens die Firma verlassen hat?
14:55Was, wer?
14:56Ja, weiß ich doch nicht.
14:57Fragen Sie den da, der kennt sich doch aus.
14:59Der holt sich im Internet seine Mäuschen.
15:02Quatsch!
15:03Wir können da ins Büro.
15:10Topnet.
15:12Das ist so'n rotes Tuch für meine Frau.
15:15Ich bin da auch schon längst wieder raus.
15:17Nur glaubt ihr das nicht.
15:20Was ist passiert?
15:22Ich wollte halt mal was anderes.
15:25So reden über Musik, Kino und so.
15:29Und?
15:31Ja, und dann stand auf einmal in meinem Profil,
15:35dass ich mich mit Frauen treffen will in Hotels.
15:39Am liebsten als Sklave.
15:41Also so, so.
15:42Ja, Schweinekram statt da.
15:44Ja.
15:45Mussten auch alle glauben, dass ich das geschrieben habe.
15:48Und...
15:51Und auch, dass meine Frau immer mitkommt in die Hotels und zuguckt.
15:57Oh.
15:59Haben Sie versucht, das richtig zu stellen?
16:01Ja.
16:01Und wie.
16:02Ging aber nicht.
16:04Kam nicht mal bei mir rein.
16:05Konnte mein eigenes Profil nicht ändern.
16:07Ich...
16:08Angerufen, geschrieben, alles.
16:10Sie hätten persönlich hingehen können.
16:12Geh doch da nicht hin.
16:13Nein.
16:16Paul Ahrens ist der Mann, mit dem Sie telefoniert haben.
16:19Bei Topnet.
16:21Und?
16:24Er wurde gestern ermordet.
16:31Ja, kannst doch nicht zu mir kommen.
16:33Soll ich lieber zu Ihrer Frau gehen?
16:37Ach, nee.
16:42Aber...
16:44Also neulich kam noch mal so eine Mail von Topnet-Werbung,
16:49ob ich nicht zu denen zurück will oder so.
16:53Die mehr hat meine Frau gelesen.
16:58Topnet, Topnet, Topnet, Topnet!
17:00So oft, wie sie das Wort verrückt gemacht hat.
17:02So oft haben Sie zugestochen.
17:03Sie haben unerlaubterweise die Mails an Ihren Mann gelesen.
17:06Da waren die schon wieder, diese Schweine von Topnet.
17:08Da ist was gerissen bei Ihnen.
17:11Unerlaubterweise habe ich die Mails gelesen?
17:12Wer verbietet mir das?
17:14Der Anstand.
17:14Und was ist mit Ihrem Anstand?
17:16Sie zitieren mich hierher bloß, weil ich mal ein bisschen handgreiflich geworden bin bei meinem Mann.
17:20So schlimm war das ja doch auch nicht.
17:23Nicht so schlimm wie mit Paul Ahrens, meinen Sie?
17:31Nicht so schlimm wie zwölf Messerstiche?
17:34Ich sag Ihnen mal was. Der da, hier. Der kann krepieren wie er will. Da hab ich gar nichts dagegen.
17:38Wogegen ich was habe, ist, dass mein Mann sich im Internet wie ein Strichjunger aufführt.
17:42Aber dafür ist das Internet ja berühmt.
17:45Oh Gott, der Mann tut mir richtig leid.
17:47Bescheuert ist der. Warum lässt er sich sowas gefallen?
17:50Ach so, er wäre nicht bescheuert, wenn er zurückprügeln würde oder wie?
17:55Die haben meinen Mann doch irre gemacht. Ich mein, wir schuften uns krumm, ja?
18:01Beziehungsweise, der lässt mich schuften. So sieht's mal aus. Und dann hat der abends nicht mal Lust mit mir fernzugucken.
18:05Da schwafelt der lieber mit irgendwelchen Unbekannten im Netz.
18:10Da kann man dann als Frau schon mal ausrasten. Und das geht Sie gar nichts an.
18:15Doch. Das geht mich schon was an.
18:18Ich bring doch keinen um!
18:20Ahrens wurde übertötet. Und sie ist ein bisschen impulsiv. Also, um es vorsichtig auszudrücken.
18:26Ihr Mann sagt, sie war zum Tatzeitpunkt zu Hause.
18:28Das würde ich auch sagen, wenn das meine Frau wäre.
18:30Sie haben vor dem Gebäude von Topnet gewartet. In Ihrem Wagen.
18:37Wollten sich den vorknöpfen, den Scheißkerl.
18:40Der das mit dem Hacker nicht auf die Reihe gekriegt hat.
18:42Der Ihren Mann ganz verrückt gemacht hat.
18:45Ich war zu Hause. Ich war da nie. Mein Mann auch nicht.
18:48Sie lügen, Frau Feuerbach.
18:52Oder ist Ihr Wagen ganz allein auf das Gelände gefahren?
18:59Nein.
19:00Also waren Sie da? Oder Ihr Mann?
19:06Ich.
19:08Ich war da. Ich bin da vor zwei Wochen mal hingefahren.
19:16Ja, ich kann das auch bezahlen, dass die das da wieder wegmachen können.
19:22Drecksladen.
19:23Ja, ich hatte so einen Hals. Da hab ich das an die Wand gepinselt.
19:27Da kam aber jemand raus. Da konnte ich noch grad so weg.
19:30Und gestern?
19:33Gestern waren mein Mann und ich zu Hause Abend.
19:43Sie bleiben in Berlin.
19:46Ihre Überlandumzüge fahren jetzt erst mal ohne Sie.
19:50Ohne mich?
19:52Wie geht denn das?
19:54Ohne Sie geht das ja immer wahrscheinlich pleite.
19:56Entschuldigung, Bruno.
19:58Die KTU hat das Videomaterial aus der Wohnung Ahrens rübergeschickt.
20:01Können wir uns ansehen.
20:03Äh, Inga.
20:03Ja.
20:04Dann freust du dich mal in Frau Feuern.
20:05Mach ich.
20:06Wiedersehen.
20:10Guck mal, wie viele Schlösser die haben.
20:12Sie macht auch die Tür nur einen Spalt auf.
20:14Die oberste Kette lässt sie zu.
20:21Sie sitzt da wie ein Kind.
20:23Ja, und er bemuttert sie.
20:29Da sitzen die beiden abgekoppelt von der Welt.
20:33Und wenn er weg ist, dann hat er sie auf dem Monitor gehabt.
20:38Und sie hat es als Nähe empfunden.
20:41Hat sie mich gestört.
20:42Ich glaub ihr.
20:44Da ging es nicht um Kontrolle.
20:47Vielleicht ist er einfach irgendwann in die Rolle reingewachsen,
20:50die es ihm zugewiesen hat.
20:51Paul kann alles, Paul sieht alles, Paul regelt alles.
20:55Aber bei Topnet kriegt er nichts geregelt.
20:57Den Hacker hat er nicht gefunden.
20:59Ich glaub, das hat ihn überhaupt nicht interessiert.
21:02Den Hacker, den hat er schon vergessen, wenn er zu Hause angekommen ist.
21:05Topnet, das war einfach nur sein Job.
21:08Das, was er zu Hause am PC gemacht hat, das war sein Ding.
21:11An Spielen, Arbeiten, so wie früher.
21:13Der wollte Entwickler sein, kein Kundendienstler.
21:15Beim Spiel konnte es der Welt da draußen zeigen.
21:17Lauter böse Mächte, gegen die man ankämpfen muss.
21:22Vielleicht hat er deswegen kaum Kontakte gehabt.
21:25Weil er überall nur Feinde sah.
21:30Zu den Ex-Nachbarn von Paul Ahrens in Neukölln, dem Bachmanns.
21:36Gemäldet sind Sabine Bachmann mit ihren Kindern Markus, 18 Jahre,
21:40Tristan, 8 Jahre und Verena, 5 Jahre.
21:44Mutter Bachmann hat gerade ihren Führerschein verloren, wegen Alkohol.
21:48Und was diese Animationsfirma betrifft, Heitmann GmbH, für die Ahrens früher Computerspiele entwickelt hat und so weiter, die existiert noch.
21:57Was?
21:59Kein Konkurs?
22:00Mann!
22:09Immer wieder faszinierend, oder?
22:11So laufen wir bald alle durch die Stadt, Herr Schumann.
22:14Nur noch virtuell.
22:16Ihren endgültigen Look kriegen die beiden Herren in 15 weiteren Arbeitsschritten.
22:21Aber Sie kommen wegen Paul Ahrens.
22:23Was wollen Sie hören?
22:25Paul Ahrens wurde tot aufgefunden auf dem Gelände der Firma Topnet.
22:28Ach, da ist er jetzt.
22:29Wird zwar tot aufgefunden? Ehrlich?
22:33Um Gottes Willen.
22:35Warum? Raupenhaut, oder was?
22:37Nein.
22:38Was passt denn nicht zu Ihnen?
22:39Sich töten zu lassen?
22:41Ja, nein, ich meine, Paul hatte doch nie Streit mit jemandem.
22:44Warum haben Sie ihn entlassen?
22:46Getriebsbedingte Gründer.
22:49Herr Heitkamp, ich bin nicht von der Gewerkschaft.
22:52Paul war kreativ. Er war ein ausgezeichneter Mann von den Fähigkeiten her. Einer der Besten.
22:57Ich brauche auch kein Arbeitszeugnis.
23:00Seine Ergebnisse haben uns wahnsinnig gemacht.
23:03Nichts ging Kampf auf Leben und Tod, aber Paul hat uns nur Verschwörungstheorien präsentiert.
23:07Er tummelten sich überall Geheimbünde, die nach der Weltherrschaft streben.
23:11Das wollten wir nicht. Wir wollten heitere Spiele.
23:15Heiteres töten.
23:16Ja, genau. Strahlendes Sieger.
23:20Hat er seine Arbeit verteidigt?
23:22Nein, er hat nur genickt und dann eine neue Variante probiert. Es war aber immer dasselbe.
23:26Er hat es nie gut ausgehen lassen.
23:28Nie. So ist nun mal die Realität, hat er gesagt.
23:34Das war so.
23:38Ich bin der Planen.
23:43Auch der Gruppe.
23:49Doch, das war so.
23:56Hör in uns.
23:58Wissens.
23:59Ich war nur ausgerufen, was er war, weil er sich im Internet verklingt.
24:06Hallo.
24:10Bruno Schumann, LKA.
24:13Hier im Haus hat ein Paul Ahrens gewohnt.
24:16Ich suche nach Leuten, die ihn gekannt haben.
24:19Was soll das sein?
24:20Er hat doch hier im Haus gewohnt.
24:22Vielleicht können wir drinnen weiter reden.
24:33Ja, der. Der hat hier gewohnt.
24:36Gibt einer komischen Alten, aber ich habe die auch ewig nicht mehr gesehen.
24:40Was ist denn komisch an der?
24:42Ach, keine Ahnung. Der hat sich immer tausendmal umgeguckt, als wäre irgendjemand hinter ihr her.
24:48Was war denn dein Eindruck von den beiden?
24:51Ach, die sind einfach nebeneinander hergedackelt. Die zwei Uhr alte.
24:55Keine Ahnung, ich kann mich auch bloß von sehen.
24:59Paul Ahrens hatte ein Foto von dir in seinem Arbeitszimmer.
25:02Ach, von mir? Wieso? War der schwul oder was?
25:08Ja, der kann doch nicht einfach rumlaufen und irgendwelche Leute abschießen.
25:16Wo ist denn das aufgenommen?
25:19Weiß nicht, es kann sein, dass ich da auf meine Freundin gewartet habe.
25:22Mit deinem kleinen Bruder? Na komm.
25:26Du kennst dich doch aus in der Gegend.
25:28Ja, aber da kann man doch gar nichts drauf erkennen.
25:32Paul Ahrens hat bei Topnet gearbeitet.
25:36Na und?
25:38Bist du da auch? Als Kunde?
25:40Nee. Sehen Sie irgendeinen Computer? Ich hab doch nicht mal einen.
25:43Und was geht Sie das überhaupt an?
25:46Na gut, kommst du mal auspacken!
25:48Na gut, kommst du mal auspacken!
26:18Frau Bachmann!
26:20Ich bin wegen Paul Ahrens hier, einem ehemaligen Nachbarn. Erinnern Sie sich an ihn?
26:27Ja, kenn ich vom Sehen.
26:29Hier ist doch schon wieder abgelaufen, das Zeug da.
26:30Halt deinen Mund!
26:31Mann, ich hab dir tausendmal gesagt, du sollst so einen Scheiß nicht kaufen.
26:34Ist ja noch nicht schlecht deswegen, oder?
26:36Nein. Was heißt vom Sehen?
26:38Der Seh nicht wirklich gut kennt.
26:41Kümmer mich nicht um Nachbarn.
26:43Hat Frau Ahrens Angst vor dir?
26:46Jetzt soll ich mich um Nachbarn kümmern. Ich bin eh allein.
26:49Die hat doch sogar Angst vor der Luft gehabt. Ich hab doch gesagt, die guckt sich dauernd um.
26:52Paul Ahrens wurde getötet.
26:56Von seiner Frau?
26:58Halten Sie das für möglich?
27:00Mir ist alles möglich.
27:01Ich rede mit deiner Mutter.
27:02Genau.
27:04Genau was?
27:05Alles ist möglich. Ich kümmere mich nicht um andere. Es kümmert sich ja auch keiner um mich.
27:10Außer Ihrem Sohn. Der kümmert sich ja auch.
27:13Ja, ist gut jetzt.
27:19Raus jetzt.
27:42Raus jetzt.
27:42Raus jetzt.
27:53Musik
28:23Musik
28:56Musik
29:24Guck mal, das sind die Namen und Adressen von fast 200 Topnet-Geschädigten, die sich beschwert haben.
29:30Und sie hier, die Blonde, ist die einzige bisher, bei der unsere IT-Leute eine Auffälligkeit entdeckt haben.
29:36Pia Wernicke.
29:38Sie war Mitarbeiterin in einem Jobcenter und ist geflogen, weil sie angeblich ihren Chef beleidigt hat im Netz, was sie
29:43bestreitet.
29:45Sie hat sich immer wieder bei Paul Ahrens über Hacker beschwert und ihm gedroht, wie hundert andere auch.
29:49Aber, und das ist eben aufgefallen, sie hat geschrieben, dass sie jetzt die Nadeln hat, die sie ihm reinrammen wird.
29:57Pia hat zur Zeit einen 400-Euro-Job in der Puppenfabrik.
30:01Musik
30:05Musik
30:27Hallo?
30:30Hier.
30:33Tag.
30:34Ja, ist eigentlich viel besser als im Jobcenter.
30:38Du bist aus Geld natürlich.
30:39Aber wenigstens.
30:41Irgendwann hier habe ich angepöbelt, die sind alle ganz brav und leise.
30:44Und ich kann Anahita mitnehmen.
30:46Frau Wernicke, Sie sind Opfer eines Hackers geworden.
30:48Was bei Topnet ja mal keinen Schwen interessiert.
30:50Ich hatte mal über 300 Kontakte.
30:52Der Typ, der da zuständig ist...
30:54Sie sprechen von Paul Ahrens?
30:56Der Typ am Telefon, ja, ja.
30:58Ich habe den...
31:00Kommen Sie mal mit.
31:02Hat aber auch nichts genützt, aber...
31:03Komm, komm mal.
31:05Ich zeige Ihnen mal was.
31:06Frau Wernicke, unsere Abteilung befasst sich mit Tötungsdelikten.
31:10Aktuell mit dem an Paul Ahrens.
31:13Na, oh Gott, der ist tot?
31:15Es gibt da eine Mail von Ihnen...
31:17Ja, ja, natürlich, die wollte ich Ihnen gerade zeigen.
31:19Gott, ich lache hier rum und der ist tot.
31:22Wie abartig.
31:23Die Mail wegen der Nadeln, ja.
31:27Au!
31:28Ja, genau.
31:33Wie, ach so, Moment mal.
31:35Jetzt sagen Sie, das hat funktioniert und ich bin das gewesen.
31:39Jetzt habe ich meinen Arbeitgeber vollandet, dann habe ich diesen Typen umgebracht.
31:41Komm, Leute, das hier, das war doch nur ein Witz.
31:45Langsam, langsam, ganz ruhig.
31:46Ich möchte einfach nur, dass Sie sich mal dieses Foto anschauen.
31:51Der hat es, glaube ich, ja nicht.
31:53Sie kennen den?
31:54Ja, ja, der war bei mir im Jobcenter.
31:55Als Kunde?
31:57Ja, der wollte einen Job.
31:59Aber wir hatten nichts für die.
32:01Der Spieleerfinder.
32:04Aber was hat der denn geraucht?
32:05Ich habe denen sowas von auf den Pott gesetzt.
32:08Damit haben Sie ihn tief gekränkt.
32:10Der tickte nämlich ein bisschen anders.
32:12Im Kopf hat er das in seine Spielfantasien eingebaut.
32:15Als wollte das übermächtige Jobcenter ihn bewusst unterdrücken und klein halten.
32:19Das ist ja total krank, was Sie da sagen.
32:23Ach, guck mal hier.
32:25Siehst du?
32:27Das ist meine Anwältin.
32:29Ich wollte Anzeige erstatten gegen Unbekannt.
32:32Gegen den Hacker.
32:36Frau Wernicke, könnte es sein, dass Paul Ahrens der Hacker war?
32:43Wie Sie meinen aus Rache, oder?
32:47Oder wird mir dann aber noch jemand einfallen, den ich vielleicht gekränkt habe?
32:56Sekunde.
32:57Hier, der hier.
32:59Das ist ein kleines Luxuskerlchen.
33:00Der schwimmt im Geld.
33:01Der wollte mich unbedingt treffen.
33:03Ich habe dem gesagt, mit seiner Kohle kann er manchmal kreuzweise.
33:05Der soll erst mal ein anständiges Foto rüberwachsen lassen, wo man ihn drauf erkennt.
33:08Aber hat er nicht.
33:10Wie hat der Herr Maybach oder...
33:12Also ich meine, wie ist der Kontakt zwischen Ihnen beiden zustande gekommen?
33:16Na, wegen dem Hund.
33:19Ist doch nicht euer Ernst.
33:21Paul Ahrens soll der Hacker sein.
33:23Passt ja alles zusammen.
33:25Als Hacker hat er sich selbst zur überirdischen Instanz erklärt.
33:28Und aus dem Hinterhalt hat er wahllos Schicksal gespielt.
33:31Ja, nicht nur wahllos.
33:32Es gab ja einen Grund.
33:33Bei Pierre Wernicke zum Beispiel war es die Kränkung.
33:36Und die Feuerbachs haben ihn wohl auch geärgert.
33:38Und 187 andere auch?
33:41Einige bestimmt.
33:42Aber irgendwann hat es ihm dann auch Spaß gemacht.
33:44Ahrens war ein Spieler.
33:46Du kannst ja kaum ein besseres Spiel erfinden, als Menschen wie Marionetten zu behandeln.
33:51Ein Puppenspieler.
33:53Ach und Esther, ähm...
33:55Melzt du dich mal bei Topnet an?
33:57Und überprüfst das Profil von Manuel Maybach?
33:59Soll ich mir auch gleich das Profil von Pierre Wernickes Anwältin vornehmen?
34:03Äh, nee.
34:05Danke, das mach ich schon selber.
34:22Lieblingsblume...
34:23Lieblingsblume...
34:24...lila color.
34:30Ciao, Roberto.
34:32Du, ich hab ne Bitte.
34:34Wenn du morgen zum Großmarkt fährst, kannst du mir da was besorgen?
34:37Ich hab ne...
35:06Mama muss ja aufpassen.
35:16Ich dachte, sie bringen mir Pauls Laptop zurück.
35:19Tut mir leid, im Moment brauchen wir den noch.
35:21Aber mein Kollege hat Ihnen doch ein Ersatzgerät vorbeigebracht, oder?
35:25Das ist doch was ganz anderes.
35:26Sie sollten uns nicht mehr sehen.
35:33Kann ich irgendwas für Sie tun, Frau Ahrens?
35:36Ich weiß nicht. Es ist so langweilig.
35:43Sie meinen... was meinen Sie?
35:47Sie bringen jetzt dauernd Wiederholungen. Das kenne ich doch alles schon.
36:09Da unten, da läuft ja mein alter Mann. Gegenüber.
36:12Das ist vielleicht ihm ganz schwer, das Laufen.
36:15Wenn er aus dem Haus kommt, macht er 18 Schritte bis vor zum Briefkasten.
36:19Da ist nie was drin. Aber er schließt den Briefkasten auf, tastet so herum.
36:23Dann ist da nichts. Ja, dann geht er wieder rein.
36:27Jeden Tag macht er das so.
36:2918 Schritte?
36:30Ja, vor zwei Monaten, da waren es noch 14. Die werden immer kleiner.
36:36Frau Ahrens, bei unserem ersten Gespräch, da haben Sie mir erzählt, dass es zwischen Paul und Ihnen besser lief, als
36:42er bei Topnet war.
36:43Obwohl er seinen Job da gar nicht gemocht hat.
36:47Ja, das stimmt.
36:49Was war anders?
36:51Früher, da hat er nur an seinen Spielen gearbeitet, getestet und alles. Am Anfang auch noch, als er bei Topnet
36:57war, aber dann ist das Ganze eingeschlafen.
37:00Aber jetzt, also seit einer Weile…
37:05Seit einer Weile spielte Paul wieder. Aber er spielte kein Spiel. Er spielte mit dem Leben, habe ich recht.
37:13Plötzlich waren da echte Menschen im Spiel. Und ihnen hat er davon erzählt.
37:18Alles, was er gerade spielte, das hat er Sie wissen lassen. Ja?
37:23Und Sie wollten es auch wissen. Sie wollten ja wissen, wie es weitergeht, das Spiel.
37:27Es war ja viel besser als Fernsehen, oder?
37:29Und dann lief es auch wieder besser zwischen Paul und Ihnen. Das haben Sie mir ja erzählt.
37:35So war es, Frau Ahrens.
37:38Paul war der Hacker. Und Sie haben das gewusst.
37:44Im Fernsehen, da zeigen Sie in diesen Doku, Sie haben gar keine echten Menschen.
37:48Das sind alles Schauspieler. Das ist alles gelogen.
37:52Echte Menschen sind viel besser, oder?
37:55Und Pia Wernicke und Michael Feuerbach. Das sind echte Menschen.
37:59Ja, echte und schlechte. Die Feuerbachs, die haben uns belogen und betrogen.
38:05Die haben ja beim Umzug viel mehr Geld kassiert, als vereinbart war.
38:08Haben Sie zu Ihrem Mann gesagt, mach doch mal was.
38:10Nein, das musste ich doch Paul nicht sagen. Der wusste genau, was ich denke.
38:13Warum haben Sie mir gesagt, dass die Firma Heidkamp in den Konkurs gegangen ist?
38:16Weil sie es verdient hätte. Pauls Spiele. Die waren nämlich so, wie es ist. So wie die Welt da draußen
38:22ist. So waren die.
38:23Dass man was tun muss gegen diese ganzen Verbrecher.
38:27Ja, die haben es verdient. Die haben es nämlich alle verdient.
38:31Entschuldigung, ich müsste mich mal ganz kurz hinlegen.
38:33Nein.
38:34Ja.
38:36Wissen Sie, ich möchte manchmal winken, aber die Kamera, die ist ja aus.
38:41Frau Hall.
38:41Nein bitte, ich habe meinen Mann verloren und sie reden hier und reden und reden. Ich...
38:46Ich kann es nicht mehr.
39:07tal ein bisschen was den von twistösen ist.
39:21Mittwoch 16 Uhr, Nationalgalerie.
39:25– Max, was gibt's? – Wegen der Burgess-Bachmann-Fotos.
39:29Ja.
39:31Die sind in der Nähe von der Karl-Marx-Straße aufgenommen worden.
39:34Hier ist so eine kleine Seitenstraße.
39:36Auf der einen Seite ist ein Parkhaus und dann gibt es hier eine Tafel.
39:39Eine Tafel?
39:40Auf dem Foto, links, das gelbe Haus, das ist eine Suppenküche.
39:45Bist du noch dran?
39:46Ja, ich versuche gerade den Jungen, den Markus zu begreifen.
39:52Als ich ihn gefragt habe, konnte er sich angeblich nicht erinnern.
39:56Suppenküche, das wollte er mir gegenüber nicht zugeben.
39:58Ja, aber deswegen wissen wir immer noch nicht, warum er ihn hier fotografiert hat.
40:02Wir können ja eins und eins zusammenzählen.
40:04Ahrens wird Markus nicht zufällig da fotografiert haben.
40:07Ausgerechnet da, bei der Suppenküche.
40:09Schau dich noch mal um.
40:11Vielleicht lässt du dir was.
40:12Okay, tschüss.
40:23Lara!
40:30Nein!
40:31Ich weiß das gar nicht, mit den Blumen.
40:33Das gibt es nicht.
40:36Da kannst du mal sehen, was man im Internet alles lernt.
40:39Ich habe dich heute übrigens schon mal gesehen.
40:42Wo, im Gericht?
40:43Nee.
40:45Sag mal, kennst du die alle?
40:47Etwa die Hälfte von ihnen.
40:48Die anderen lerne ich gerade kennen.
40:51Wann sehen wir uns?
40:53Du weißt ja, wo du mich findest.
40:55Hier.
40:55Oh.
41:06Was ist denn jetzt mit Manuel Maybach?
41:08Ich habe hier sein Profil.
41:09Manuel Maybach aus Berlin.
41:11Aber ich sehe nirgends, dass er gehackt wurde.
41:14Das Essen im Martinshof ist ein Mast.
41:17Der Junge ist rätselig und zeigt, was er hat.
41:20Was sagt er zu meinem neuen Sessel?
41:21Kennt er den Designer?
41:24Hier sein Hund.
41:25Er kennt alle Superlofts in Berlin.
41:27Seine Eltern haben ein Ferienhaus in Südfrankreich.
41:30Und er geht demnächst für ein Jahr nach Harvard.
41:33Hm.
41:33Irgendwas Auffälliges?
41:35Er wird aggressiv, wenn man versucht, ihn auszufragen, schreibt er.
41:38Und wenn er glaubt, ich zitiere, einen Proll vor sich zu haben.
41:41Ja, er möchte unter seinesgleichen sein.
41:43Prima, danke.
41:45Wir haben die IP-Adresse von Manuel Maybach.
41:51Sie hätten doch auch anrufen können.
41:54Danke sehr.
41:56Schönes Stück.
41:58Danke.
42:01Wohnen Sie allein hier?
42:02Ja.
42:11Ach, dann ist es ja auch Ihr Hund.
42:13Ja, dann ist Herkules.
42:16Hat aber auch was von Conan der Barbar.
42:19Sind Sie auch bei Topnet?
42:20Haben Sie da einen Zugang?
42:21Nein, für sowas habe ich keine Zeit.
42:24Deswegen kommen Sie her.
42:44Der Junge hilft ja ein bisschen.
42:46Ich finde diese Wehre mal vom Kamin wunderbar.
42:49Was macht er denn sonst?
42:50Außer Holz schleppen.
42:52Holz schlagen?
42:52Zum Beispiel aufräumen, putzen, servieren.
42:55Ging ordentliche Bezahlung.
42:56Ich wüsste aber nicht, was...
42:57Was mich das angeht.
42:59Ist er Ihr Partner?
43:01Wie bitte?
43:03Nein.
43:04Nein, wie kommen Sie darauf?
43:05Aber er benutzt Ihren Computer.
43:07Ja?
43:08Regelmäßig.
43:09Vielen.
43:10Ohne kann er halt kein Mensch mehr leben.
43:12Ist aber nett von Ihnen.
43:18War Paul Ahrens mal hier bei Ihnen im Haus?
43:21Doch ja.
43:22Einmal hatten wir ein Abendessen mit den Kollegen.
43:24Und Ihre Haushaltshilfe hat serviert?
43:26Ja, sicher.
43:27Komisch, wofür Sie sich alles interessieren.
43:30Ja, nicht?
43:31Vielen Dank.
43:31Wiedersehen.
43:42Vielen Dank.
44:06Was soll denn das für eine Scheiße?
44:08Was wollen Sie denn von mir?
44:10Ich will nur mit dir reden.
44:11Das haben Sie doch schon.
44:13Da gibt es nichts mehr.
44:14Gucken wir mal.
44:18Manuel.
44:20Manuel Maybach.
44:21Schöner Name.
44:23Viele sind im Netz mit Dicknames unterwegs.
44:26Auch mit einem anderen Leben.
44:28Logisch.
44:30Bist du oft allein in Heidkamps Haus?
44:32Ja, klar.
44:34Denn das ist deins.
44:35Mit all den schönen Sachen.
44:37Die gehören dann alle dir.
44:39Die Sachen von Heidkamp.
44:40Sogar der Hund.
44:41Kennst du Pierre Wernicke?
44:43Ja, warum?
44:45Er hat auch einen Chihuahua.
44:47Aber ansonsten ist die irre zickig, die Dame.
44:50Wie Paul Ahrens?
44:52War der auch zickig?
44:53Ahrens, der war nicht zickig.
44:55Der war blind.
44:56Der hatte null Durchblick.
44:58Ich habe besseres zu tun, als mich mit solchen Typen abzugeben.
45:02Bedienen, putzen, Holzhacken?
45:04Ich bediene nicht.
45:05Ich serviere, okay?
45:06Okay.
45:08Was für ein himmelweiter Unterschied.
45:11Ja, ist es auch.
45:13Na ja.
45:14Dann erklär mal.
45:16Das ist eine Haltungsfrage, Esther.
45:19Oh.
45:19Oh, oh, oh.
45:22Der Junge will nach oben.
45:30Der Heidkamps gestern war einmal auch Paul Ahrens,
45:33mit dem du angeblich ja gar nichts zu tun hattest.
45:36Hatte ich ja nicht.
45:37Ich habe den serviert.
45:39Und beim Servieren
45:42hast du die schönen Sachen an?
45:45Ich versuche mir das gerade vorzustellen.
45:46Du servierst
45:47und plötzlich sitzt da dein Nachbar aus Neukölln.
45:52Guckt, erkennt dich.
45:53Was denkt er?
45:55Heidkamps Diener, Heidkamps Sklaven?
45:57Ja, ist mir doch egal.
45:58Der hätte erst mal benehmen lernen sollen.
46:00Aha.
46:02Ja, da gab es frische Maiskolben, okay?
46:05Dieser Proll wusste nicht,
46:06dass die Gabelzinken am Teller für den Mais gedacht sind.
46:09Maiszinken, kapiert?
46:10Nee, der doch nicht.
46:11Der packt den Mais mit den Fingern an.
46:13Nein, nein, nein, nein, nein, nein.
46:17Ach, das wusste ich auch nicht.
46:19Ja, mit dem Wissen kann er natürlich punkten im Netz, ne?
46:22Hat Heidkamp Ahrens erklärt,
46:25wozu die Zacken da sind?
46:27Nee, ich.
46:28Maiszinken heißen die.
46:30Ja, ich habe ihm gesagt, wie man das macht.
46:33Hast du ihm gezeigt, was eine Hake ist?
46:34Also, eine Zinke.
46:36Eine Maiszinke.
46:39Wie hat er da reagiert?
46:41Gar nicht.
46:42Mir ist gar nichts eingefallen.
46:44Heidkamp hat schon die Augen verdreht und die anderen auch.
46:47Und der war auch zu blöd.
46:48Die anderen waren okay,
46:49aber der kommt da in den Discounter-Jeans
46:51und im gestreiften Hemd.
46:53Das ist uneingemessen.
46:55Ja, exakt.
46:56Total uncool.
46:57Ja, genau.
47:00Habt ihr danach nochmal Kontakt gehabt?
47:01Nein, wie oft soll ich das noch sagen?
47:06Kann ich jetzt bitte gehen?
47:07Ich habe noch was zu tun.
47:08Bei Heidkamp?
47:13Zu Hause.
47:21Ahrens war ein Loser.
47:22Tönt mir leid.
47:24Und Manuel ist kein Loser.
47:29Bist du schon mal geheckt worden?
47:32Ich bin mal nicht reingekommen,
47:33aber so wichtig war das auch nicht.
47:42Sie können hier halten.
47:43Du wohnst doch da vorne.
47:44Ja, lassen Sie mich doch einfach hier raus.
48:01Ich bin mal nicht.
48:04Ich bin mal nicht reingekommen.
48:14Ich komme mit.
48:28Überraschung.
48:30Hey, wieso hast du nicht angerufen, um mir zu sagen, dass wir früher fertig sind?
48:34Weil ich wusste, dass du arbeitest und du wahrscheinlich auf dieser Couch einen schlanken wirst
48:37und wir genau so ein Vieres essen können.
48:42Ah.
48:45Oh.
48:49Du stöberst bei Topnetron.
48:51Mhm.
48:54Na ja, du hast mich ja heute erst gesehen.
48:56Bei einer Mandantin von dir.
48:59Bei einer Mandantin von mir?
49:00Mhm.
49:04Wie findest du sein Profil?
49:06Nicht mein Kontakt.
49:11Ist er echt?
49:13Das sieht alles so inszeniert aus.
49:15Außerdem...
49:16Ja?
49:16Was?
49:19Vergiss ihn jetzt.
49:31Vergiss ihn jetzt.
49:38Seht her.
49:39Da steht er.
49:40Von der Suppenküche.
49:42Markus alias Manuel sollte ein Opfer werden in Ahrens Allmachtsfantasien.
49:47Und am Ende ist Ahrens selbst das Opfer geworden.
49:51Nehmt mal Kontakt auf zu meiner Nummer in Maybach.
49:54Wie?
49:55Soll ich mit dem chatten?
49:56Sag, du bist gerade in Berlin und frag ihn, in welches Restaurant, teures Restaurant, man seinen
50:03Chihuahua mitnehmen kann.
50:05Okay.
50:07Ich hab was.
50:08Ich hab was.
50:08Kommt mal mit.
50:09Kommt mal mit.
50:10Kommt mal mit.
50:13Kommt mal mit.
50:36Prompt säuft sie wieder, demnächst mehr.
50:39Verstehe ich nicht. Das hätte Markus doch alles löschen können.
50:42Ja, nicht, wenn Ahrens vorgesorgt hat.
50:47Wenn er Markus Zugang zu seinem eigenen Profil gesperrt hat, dann konnte der nichts machen, nur warten.
50:55Hier, stopp. Das ist es, eindeutig.
50:59Mit dem Foto hat Ahrens den Bogen überspannt.
51:02Neuköllner Tafel. Er hat die Wahrheit über Markus ins Netz gesetzt.
51:06Und schon bricht dessen virtuelle Welt zusammen.
51:09Das war das Schlimmste, was er dem Jungen antun konnte.
51:11Bei den anderen hat er ja nur irgendwelche Lügengeschichten verbreitet.
51:14Aber bei Markus hat er die Wahrheit publik gemacht.
51:18Und mit der Wahrheit hat er ihn vernichtet.
51:21Kennst du ein gutes Restaurant hier in Berlin,
51:29wo man seinen Hund mitnehmen kann?
51:35Chihuahua.
51:37Chihuahua.
51:38Sag mal, wie ist dein Alias-Name?
51:41Esther Hasif?
51:43Ja.
51:46Tabea Elie.
51:47Pst, er schreibt, dass ich ins Rive Gauche den Hund mitnehmen kann.
51:51Das ist das Sterne-Restaurant vom Hotel Paris.
51:55Okay, dann schreib mal, Esther Hasif.
52:00Gehst du manchmal mit deinem kleinen Bruder in der Suppenküche essen?
52:04Die Suppenküche hinter der Karl-Marx-Straße.
52:06Als wäre es ein Restaurant.
52:12Na logisch.
52:13Du dämliche Kuh, was soll ich da?
52:15Ich hab dich da schon mal gesehen, bei der Suppenküche.
52:19Das bringe ich nicht.
52:21Esther, er ist der Täter.
52:25Schreib noch dazu, ich hab ein Foto davon.
52:36Du hast kein Foto.
52:39Wetten?
52:43Ich kann's dir zeigen.
52:47Die Currywurstbude, neben der Kneipe deiner Mutter.
52:52Ich kann's aber auch gleich ins Netz stellen, wenn dir das lieber ist.
53:07Abbruch.
53:11Los, wir fahren hin.
53:14Ich seh' den hier nirgends.
53:16Wir waren jetzt auch schon 20 Minuten.
53:18Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass der noch kommt.
53:25Wie lange soll Esther denn da noch stehen?
53:28Esther ist doch schon kalt.
53:30Wir bleiben hier, egal wie lange.
53:37Da ist er schon.
53:38Links von euch.
53:39Bei der Bäckerei.
53:46Hi.
53:47Hey, du bist Manuel, oder?
53:50Na klar, ich erkenne dich doch.
53:51Wie super, dass man sich so mal kennenlernt.
53:53Na ja, und was willst du?
53:55Weißt du, ich mach dauernd Bilder.
53:56Die meisten davon steh' ich auf meine Website.
53:58Und letztens hab ich gedacht, irgendwie kennst du den doch.
54:02Das ist mir kein Scheiß.
54:03Woher hast du das?
54:05Ich mach halt Foto.
54:05Jetzt hat das Arschloch gemacht.
54:07Welches Arschloch?
54:07Von meiner Mutter hat er auch eins gemacht, ne?
54:09Und hat's schön angekündigt.
54:10Will's hoch ins Netz stellen.
54:11Ich hab's ihm gesagt, ich hab's ihm gesagt.
54:13Er soll den Scheiß lassen.
54:14Ich hab gesagt, er soll's lassen.
54:17Und jetzt kommst du und willst weitermachen, ne?
54:19Hey.
54:21Handschellen, hinten rechts.
54:23Max.
54:24Ah!
54:29Ganz ruhig.
54:31Komm.
54:32Komm, wir gehen ein Stückchen.
54:34Das ist gerade grün, komm.
54:52Wir sind da drauf gekommen, dass es Paul Ahrens war.
54:57Ich hab da angerufen.
55:00Hab gefragt, was der Scheiß soll.
55:04Warum mir da einer alles kaputt heckt.
55:08Mein ganzes Leben.
55:12Er hat gesagt, ich hab mieses Passwort.
55:16Ich hab gesagt, mein Passwort ist okay.
55:19Und dann hat er gelacht und gesagt,
55:22ja, Tristan ist okay.
55:27Tristan ist sein Bruder.
55:29Das konnte natürlich nur jemand wissen,
55:30der dich persönlich gut kennt.
55:32Dadurch hat er sich verraten
55:34und da kam eigentlich nur einer in Frage.
55:37Also gehst du hin,
55:39wartest, bis er abends aus der Firma kommt.
55:43Er wollte das Foto von meiner Mutter hochladen.
55:48Er hat dein Profil angekündigt.
55:50Ja, und?
55:55Sie war besoffen auf dem Bild.
56:02Das konnte ich doch nicht zulassen.
56:05Dass er das ins Netz stellt.
56:08Ich bin fast verrückt geworden.
56:11Zwölf Stiche.
56:12Einer.
56:13Nein.
56:17Und ich hab mir gedacht, der fällt um.
56:19Der muss doch umfallen.
56:21Nicht am Messer.
56:24Es war einer.
56:26Er ist.
56:27Und der Typ bleibt stehen.
56:31Der steht die ganze Zeit.
56:33Das ist der Umfeld.
56:34Das hat so gedauert.
56:36Das hat so endlos gedauert.
56:42Ich musste das so oft machen.
56:46Und dann ist er noch gekrochen.
56:49Ja.
57:16Und ich hab mir gedacht,
57:19Amen.
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